nn a \ \ ’ Du ar. a Re ren EL ea x
‘ E ‘ ’ KA MT Ha R u word ha an Te |
‘ R ae \ \ f on De
5 f i h Denn o. als Dar u er I ai
ß u \ . on von Be Para TE Le ‘
“ ’ v ' aa Se Lat 2 ann 1.0 A
. . vo. ‘ Dun} ... DL un \ er vr"
; oa N A RA as en Er, a Re a
wı et rue vos uno ta Ba ee En
2 . ’ u a ’ Bra: . ‘ \ * Pr ve vr ar EL Sc Bu
a N De nn ‘ \ Ta ne
\ . wo i ‘ CR! \ : on Der) \
Y D ‘ “ Due | r 1 x . x en I IDEE ZI ID Koala ‘ . Car Ar
‘ . ı. ‘ 1 [ ven yvırı “ von vo w.ı
\ ir va un 3 {Der | eratatenne Pan: Waera, Bag BL LEE Su;
ie wi ; vo PER en re
i . D Dan oo f Pr o* FAR I TLL DE TER na BE Ga
. B Due ER Se u D a ‘ em er [u in
“ in \ vr PEN e \ ee ee ek wa
A . re zen ea ' Dıoalıon$ D D DET vr u ur ne va: fu
R N NR r DIAS. I) Lat \ race BT) D Baer “ s
N on arme a ea ee TS Neatin
s 5 £ WR ‚ . SE \ a DA BL, we KIA
\ ‚ \ vu \ iu an u ae a RR merken
n A vo. N vo ae un ar u! \ Nana vn Reef
h f a5 PRO Nora ae RR 3 RT Ah Rene
RR u. \ ; vom vn“ Beine Mipgue an Wa TAT HEINE
ü Tu vorn un [De a Wu Der a u yanch (Pe
? ' FR . x ‚ Ri Bet a PRO ner
\ . Der) j von u) “ vr ae a Tu) nn
; . \ R (aan B he N Dar nen a, Eh ale a We nenn
. \ b fapCBEE Du Bu Su u DaLae u a var ’ DEN) Kanada
fi Flop? Pa N n N i r ar Rt 2 we wo \
. : E Eh, ct ee a vı wien ur
\ de FREE a \ a he re Mr ; DE ’
n ' (ER: RR EL u Te u wc ' ur ar Ta LE I De m Pa
ß \ Ku Kane. 9 FRE HE UFER LEI TE DEE U mn ‘ on ner tk item De
. ve % i nr von you von \ ee ea AN rer, ea PRuFRRRP RR YES AR RE BE TAT BE CHR ELIGERLLEL NG BELLU DE
\ ' a ' vw ner Th kn (ae Be ar Tue See ar ae en
B ' | D D . ' “ ir 9: oo. ' ae (BT m BE nenn Error f
r \ ee re D u » vo. ER # ne ’ ven en Ana or Ira FREE EN u De een
D “ .. ' “ le » a Pi ’ “. sn av Hoen san ttwanch Dancäck
A ’ De) De . De . PETE I Er SRIRE DE BE LE 30: Mar eur} Dee ur: Dr Shru air ee ur werd A nie ‘
® x wur “ ‘ y a! [Ur BET ua 2) BZ ' vn vw wor "aut yo LET ee ur | Bote ze Zul} “
s b Dep u f} ' va . ra Par vr era ed lie u ran Dr
D \ . vo LEST ae Fee N {a PL WER BER Up Na nu ‘ iD .. “0 Ve en ee Ir
\ \ \ \ er \ era a un BT) D EEE EE Ger uns LER ur; ER a vor “
' ' ‚ a vs Ke ‘ Wh are Fe ' von [BL wu2 A nen ..
x .. “ 0 o. De Dee! [ ' ia WR re a a ye PER! MEET Dur Wr
‘ \ DE ; x ' “ vi D “uN .n weh ern oh Lee} ”
von ‘ aa 1) Age ale \ \ B van uvam ag a ra are R
2 ’ e r ‘ ’ a .. . “ * Ei “ La De ° . Pie! [Tu a Bu Jar Beten Ber er u a Ae x
’ Ku Eu \ ! ’ ‘ ’ „ La ) Le u 5a} ’ ‘ # ’ * et Du) Der . DIT ur) Bu IE een .
or von \ ‘ ‘ x \ Dean Kar ' Due, Tr an | \ “ Bet Bi Wr ‘ u ’ ie} Wir un en ‚
EI ‘ R B e \ ! vun 2 nie ski mach
en; ' ‘ ’ D D ! h
\ n : u.
A oo FORTE CE RE DEE
; ae R
. ot h
ERS) . '
. 1 . * .. vor
er: Pu “a \ \
Peer: Da er \ .. b
' \ .
i ‘ \ ‚ i
‚ A ‘ ;
\
. 5 » ’ r'
\ ‘ .. \
0 r r ' B
“
\ ’
5 * a
D . ’ Pas
2 } % £ F oe & 4 or 2
‘ urn .. ’ ’ ’ ß D Pe 0: on ee er eg Dean
li a . 1, ’ D pr ' .. B “ rend va vor v . Ya inshn BROHEETT
‘ . . u FiRr vg ug ee I, re en te, nn ad
\ 1 er ag) 1 ' eg ı. \ DIRRCHBSE IR E EUEr ‚ bene het “ vn eg ti RITEERPRN ER
N \ \ \ : ı . B a? N PT RP BL ee
\ 5 : . En en A F " . TR ie te Zu Par
j ’ ur ’ vu u EA u.a va a R”
j DE 3 b B ' » =) " werd De + ur a,“ " Fa TR IE Dar E10 B er,
. FR Y P ’ . . Da ur Eu Fee ;
. In = B ü .* a N fi ur ‚ R f: Kt er RER Fakt Eye a
\ : Eu Ay . Ve Fe ee - re DR PR ae FREI Er RR)
B a ‘ be 2 un H Ei IB ’ DAT voard fr De ur vo. az"
Be re ‚ DR j i . er ; ee en ‚ u.
2 a a I ’ D B 08 ’ ur one her a vorher
' N Er Ar i Fr aan Fe in et er Ar PRraR Dr Ce ER ae RE
B Pe F a fr u He, 4 ee nahen Per:
i mM A on , i vo.“ en PEL LEE Be! ’ [EZ ae IL zue DE er PT E LE TG LH EA 20.0072
. R \ \ B a Neal ylek- Aru De N ee Fe Ba ee Br Su ee Korte are ATEru Tree HE ER rer re Tu ur
E \ s . R ' u. [B D A \ R “us Ve nın eye trust N tum ou nn
\ & 3 au Eee PR TE un Bra EL ce ’ - 5 u Der Der Er Er ern ParrErFFEr Tr)
vo. 5 ' ’ E a angtn ER u. PER Fe
# . \ RE IE. \ ». ‘ er le
. N . Fra no D Dar Een u. ner Nr
‘ \ ’ Er . . y:t Er Teer +
\ eh a run Sir un .. an RAR nz
x ‘ B ’ oo. } v voohennoe a a.
| ' ö v. re: er B ae B gehe pn) Me
’ a rn and ag Hera ae ee
: \ D Den Te Fairer Dar i D LEER, Re Ba ER BEL BET)
B .. . . ’ : ' PEN u HET Pe PR « E
' ou ’ Eee! .. wen n v. 2 In » ) . une tueg
.. ! ’ Fa B (Be oh Äh a ’ 5 Bo, fi en
z i ng \ \ a a Eu Be un ee Bee Be er rar Pie
2 i vr ’ ' H un D Fi ja Be ner hen
b 1 . \ DER} wine. ' 2 ana e errır
’ ki H vo. IE art Lu 32 1er RL ee Dar u a 5° SEE DE DT
en . ’ eh Mo wi BE SPP STE LTE EIN) wege
' \ U; re va‘ Pr ih Rn vo. i Fi B . H BeITE ee
e 1 \ er Da vo» TRTERN: wo. DEE NN 1. ni -
ur} ’ ‘ ji va Pure DE Te BE Pe oe PN vage ri
\ . re genen Da ee ao RE Dre
De Be . ' a er B nn 1 nun em
Zi ae a Fe ae A ala Sal. RN
Fer: 4 1 5 Fat ar Fi TaraaıT GR Ta RE Bar GE PUR an Da See u DALE BzN Ba
\ ' ; ' FELDES! R Tut vonuhorn DaB TaeTuEE wo} ren \ N Pe T er 277
’ 5 Dr un‘ ’ v . ' ’ Re Rn ÜRIENFIENERTE N
ä z s nl $ EEE IE vi wir tn . er u a he
Lac Zu Su Ce er \ ie Ba a a, ER * e aninen ann
ö N ’ K or IR ü if Ivan n=? er NE RT N vorn pn eh
Ü R . t vn. [LATE vu Var u; DEE ar \ VERTBUTEL Der yo! ve N Ara + TR ET a [IB T TEE ET a Er a a SE 1
nn . \ BER NEE ‘, non Le a Fa win PRL WEL a De Be FRaRT VE a WEL BEI PL DE 5, SE, DT Nr ee ar ey ler han an Teng
: Ta: 1 " ® Ani ' Kap an En a pre PB IRRE ar 0) Dar IoRı BL LER WR vor PTN PTR TERU EB IL EL Dr) Wa TEE tal ES In CHE Le ade
bi x x 2 EN DE aD Ma a Ale . [mit Naeh ME EEE TUE Lea Ku EIER u REDE
> I s ' j \ Du u aa a Dr ze Bu Du re nr ne U, Bi SEN ZT NEN TEEN Fales
b ‘ i ‘ au H ' Ir DaLLuT ur u Bu DR B ng ag bile sahetta
5 .. R Par, u ynape TaeR; rm FORINT SEFCHTEESIT IURITEIL BEE BIBI] AR AU REL TEC,
’ ' weit ü No FRE \ on b Dr BATBLEIUEIEL ET SIE) Du
’ 5 \ a da ne veneiga POKIER TEST BE Denis asia Mr ne
b 2 ” Dre ‘ ' ee una DIITBE DIENTE BEISTErEE N rn ea nen
b) wi ar NE Er ae wor. D un ' x Par EEE EEE FIT dm
\ D ’ - { a, ee var Te SE are iD je
s 1 1,r Pe ‘ oe POT I Der) N De „2 PER EEE ER TEN
2 ' PR dä \ wre \ ana “a Dre IT ua aan Darren
i ö ö N Br U a TR Ara 2 a a BEIDE DER SBTaT TI ET
L L B . [Ber \ os ri ' “oe nenn [DERTe Be u et 2 im turly
‘ H \ $ rn Pr FR VE PER En ren ’ \ PET Er
“ [er b Te u vu Ta na D v vo u DEREN I EIER SEE STEILE
z IE oo er al pa \ nalen en fund
, : Dar ar a Mad ee a Te ae
. vo von a Er re wen anna Eu DRTEITETER Zu ar 2 ar a
von weh tn si eh fun POLAR ENT RE ETER aR TLEr HL Er) IE T7
a a FO BEER RL a ER BE TI Ber ana th
r Fre RA ' wo jan ee b nenn PRRTER ORTEN
A wei un IE
bar, un & 7 EINE BR u 2
’
ve
—. » N
\
ES
Fe
>,
%
= ,
r u
. _
u %
Ye
l)
x
ee
= fi
H
j
.
kn Fa t
F
— E
Fe
nu En
-
"
LINNARA
ENTOMOLOGITA,.
ZRITSCHRIFT
HERAUSGEGEBEN
VON DEM
ENTONWOLOGISCHEN VEREINE
IN Ss RE DENITEN
— -
NEUNTER BAND.
MIT DREI TAFELN ABBILDUNGEN.
m
BERLIN 1354
DRUCK UND VERLAG VON E, S. MITTLER UND SOHN.
ZIMMERSTRASSE 84. 85.
FR
h Pr)
‘ N D x Aieis, h4 in
\ ’ W 7 f) < h IT)
Ye) N ) 1607 , U Y lt
R D 2 I: A ' BES \ «
h ' J h SO f j j \ ve % ur
Y N + y M ö 7 e
. + a RORE
Y R s N
. BB A
‘ t ] y ‘ a
} f h i i f
* n} ' NAAR Y h 1 DE
A “
i pr ‘ ö 7 Y ; f
A; j N {
A NEN i N
! I 5
’ . R N [
N ar ' ! } “
\ f \ ..
vorwocrtt.
Dem hiemit erscheinenden neunten Bande habe ich
Seitens des naturwissenschaftlichen Publicums nur
die freundliche Aufnahme zu wünschen, deren sich
die früheren Bände in steigendem Maasse erfreuen,
und an welcher ich um so weniger zweifle, als die
Arbeiten meiner Freunde Suffrian und Zeller
den Lesern der Linnaea ausreichend bekannt und
verbürgt sind.
Herrn Dr. Kriechbaumer’s Arbeit über Psithy-
rus konnte mir nur willkommen sein, da leider das
Feld der schönen und interessanten Hymenoptera
noch immer im Verhältnisse zu seinem ungeheueren
Reichthum wenig berufene Arbeiter findet. Mögen
doch die ältern Herren Entomologi darauf bedacht
IV
sein, ihren leitenden Einfluss auf die Wahl der zu
sammelnden Kerf-CGlasse bei Anfängern zu Gunsten
der auffallend vernachlässigten Ordnungen Ortho-
ptera, Hymenoptera, Diptera etc. geltend zu machen.
Je mehr sich die entomologische Ausbeute durch
die erleichterten Communicationen mit den entfern-
testen Regionen steigert, um so dringender bedür-
fen wir neuer specialkundiger Kräfte, um dem aus-
ser Verhältniss steigenden Zuwachse des Materials
wissenschaftliche Zügel anzulegen!
Stettin, im November 1854.
©. A. Dohrn,
Vereins-Präsident.
In hal
Seite
Verzeichniss der bis jetzt bekannt gewordenen Asiatischen
Cryptocephalen, vom Schulrath Dr. E. Suffrian 1
Beiträge zur Kenntniss deutscher Bienen, von Dr. J. Kriechbaumer 170
(Hiezu Tafel 1.)
Die Depressarien und einige ihnen nahe stehende Gattungen,
beschrieben von P. C, Zeller
2 189
(Hiezu Tafel IT, und III.)
ER Nas u i
NEE: Kt Br
b RR: N
A Pr
Per zeıchnıss
der
bis jetzt bekannt gewordenen
Asiatischen Cryptocephalen.
Vom
Schulrath Dr. E. Suffrian.
Obgleich Asien sich mit unserm Erdtheile in einem so unmittel-
baren Zusammenhange befindet, dass dieser gar oft nur als ein
blosser Anhang oder Vorsprung von ersterem betrachtet worden
ist, so ist doch die asiatische Insektenfauna ungleich später, als
die entfernterer Erdiheile, und namentlich Nordamerikas, zur ge-
naueren Kunde unserer Naturforscher gelangt. Für diese, an
einer Reihe von Familien leicht zu erweisende Thatsache bietet
insbesondere auch die vorliegende Chrysomelinen-Gruppe ein
sehr auffallendes Beispiel dar. Linne, der überhaupt nur einige
wenige, von ihm zu seiner Gattung Chrysomela gezählte Arten
aus Asien und zwar aus Indien kennen gelernt, kannte keinen
einzigen, diesem Erdtheile eigenthümlichen Cryptocephalus: ja
obgleich alle von ihm aufgeführten europäischen Arten dieser
Gattung, so weit sie mit Sicherheit sich haben ermitteln lassen,
ohne Ausnahme auch in Asien, und zwar fast alle sogar im
nordöstlichen Asien zu finden sind, so ist ihm doch — wahr-
scheinlich in Folge der damals sehr geringen Communication
zwischen Schweden und Russland — bei keiner einzigen deren
Vorkommen in jenem Erdtheile bekannt geworden. Auch Fa-
bricius kennt, obwohl von den Arten, die er in der Entomo-
logia systematica (1792) als europäisch aufzählt, nicht weniger
IX.
2
als 18 sich zugleich in Asien finden, doch nur den Cr. trifa-
sciatus aus China, und den (später gleichfalls in Europa auf-
gefundenen) Cr. flavicollis aus Sibirien. Im Supplementum
(1798) kommen drei Arten aus Ostindien, im Syst. Eleuthera-
torum (1801) abermals drei Arten ebendaher hinzu; dass sein
Cr. Billardierii aus der Südsee sich westlich bis zu den Sunda-
Inseln ausdehne, blieb ihm unbekannt. Olivier in der ‚‚Ento-
mologie‘‘ (1808) fügte abermals drei Arten aus Indien und
eine vom Tigris hinzu, kannte das Vorkommen seines Cr, 6-no-
tatus und ilicis in der Levante, und beschrieb einen Cr. san-
guinolentus aus Afrika, dessen Beschreibung sich sehr gut auf
eine ostindische Art anwenden lässt. Seitdem sind noch in Hü-
gel’s Reise nach Kaschmir zwei südasiatische Arten beschrieben
worden: unsere genauere Kenntniss der nordasiatischen dagegen
verdanken wir ausschliesslich den russischen Entomologen (Fal-
dermann, Menetries, Gebler), von denen besonders Gebler
durch sorgfältige Beschreibung einer ganzen Reihe neuer Arten
aus MWestsibirien und dem Altai diese Gattung bereichert hat.
Durch das weitere Vordringen der russischen Sammler in das
mittelasiatische Hochland, der englischen Reisenden in die süd-
lichen Verzweigungen des Himalaya sind indess in den letzten
Jahrzehenden abermals neue Artenreihen aufgefunden worden:
andere, besonders ostindischen Ursprungs, befinden sich schon
seit längerer Zeit, wenn gleich unbeschrieben und meist sogar
namenlos, in einzelnen grösseren Öffentlichen Sammlungen des
Festlandes; und so ist, wenn gleich die weiten Räume des in-
nern China bis jetzt unsern Reisenden eben so verschlossen ge-
blieben sind als die Schätze der auch hierin unzweifelhaft sehr
reichen öffentlichen und Privatsamınlungen Englands unsern En-
tomologen, doch allmählig ein Material mir zugänglich geworden,
dessen Durchmusterung mir bei fortdauernder Beschäfligung mit
dieser mir einmal lieb gewordenen Käfergruppe keine ganz un-
dankbare Arbeit zu sein schien. Was in dieser Beziehung die
Kaiserlichen und Königlichen Museen zu Berlin, Paris, Peters-
burg, Stockholm und FYien, so wie die Fabricius’sche Samm-
lung in Kiel darbieien konnten, ist mir durch die zuvorkom-
mendste Gefälligkeit ihrer Vorstände, — was eine Reihe bedeu-
tender Privatsammlungen enthielt, durch die bekannte Liberalität
ihrer Besitzer zu freier Benutzung milgetheilti worden; und allen
3
diesen Herren — den Herren Behn, Boheman, Buquet, Dey-
rolle, Fairmaire, Hopffer, Klug, Kollar, Gr. Mannerheim,
Menetries, Milne-Edwards, Motschulsky, Schaum, Sturm,
Westermann uw. A. — gebührt allein das Verdienst, wenn durch
das nachfolgende Verzeichniss unsere Kenniniss dieser Insekten-
gruppe und damit auch der asiatischen Käferfauna um ein nicht
ganz Unerhebliches gefördert sein sollte.
Dass die asiatischen Cryplocephalen sehr viele Analogieen
mit den europäischen darbieten, dass dieselben, abgesehen von
der Verbreitung vieler Arten über beide Erdtheile, vielfach die
europäischen Formen nur wiederholen werden, lässt ein einziger
Blick auf die Karte vermuthen und wird auch durch eine nä-
here Kenniniss der Arten im vollen Maasse bestätigt. Im Norden
vermag der Ural weder durch Höhe, noch durch Richtung eine be-
deutende Scheidung zweier Faunengebiete zu bilden, und daher
gehören die Arten des asiatischen Russlands fast ohne Ausnahme —
eine solche bildet nur der Cr. semiviridis Man. und der fremd-
arlige Monachus, beide aus Ostsibirien — dem nord- und
mitteleuropäischen Typus an, so dass die alpinen und subalpinen
Arten des Gebirgslandes die treffendsten Analogieen zu den eu-
ropäischen Alpenarten darbieten. In gleicher Weise bilden Klein-
asien und das syrische Vorland nur einen Theil des Mittelmeers-
Faunengebiets, wiederholen daher auch hier nur die Formen,
meist sogar nur die Arten, welche Europa für dies Gebiet dar-
bietet; und enthalten als ihnen eigenihümlich nur die Artengruppe
des Cr. undatus m., die sich von Armenien her einerseits bis
nach Persien hinein, und andrerseits bis nach Aegypten hin aus-
breitet. Als muthmaassliche Heimathsländer specifisch asiatischer
Formen bleiben dann noch übrig das arabische Hochland,
Centomologisch so gut wie unbekannt), das Hochland von Iran
zwischen dem Tigris und Indus, dem Caspischen und Indi-
schen Meere (an seinem Westrande die eigenthümliche — ame-
rikanische — Pachybrachenform mit gefurcht-gestreiften Deck-
schilden darbietend, sonst auch unbekannt), Indien vom Indus
bis zum Meerbusen von Tunkin, mit Einschluss der indischen
Inseln; endlich China und die Masse des mittelasialischen Ter-
rassenlandes vom Altai bis zum Himalaya hinauf. Von diesen
Gebieten ist bis jetzt nur Vorderindien etwas genauer durch-
4
forscht worden, und bietet, wenn auch keine Mamigfaltigkeit
von Formen, doch eine bedeutende Anzahl von Arten dar, welche
(neben einigen kleinern Gruppen) grösstentheils eine sehr eigen-
thümliche, den eiförmigen Antillenarten habituell sehr nahe ver-
wandte Gruppe bilden, andrerseits aber gewissen europäischen,
überwiegend der Mittelmeersfauna eigenen Gruppen angehören.
Hinterindien und die grossen Sunda-Inseln sind weniger, die
kleinen Sunda - Inseln, nebst den Molukken, Philippinen, Japan
und dem innern Hochlande gar nicht bekannt, und auch bei
China beschränkt sich das Bekannte auf den alten Cr. trifa-
sciatus Fab. und eine zweite von D. Bowring aus Hongkong
gesandte Art. Aus dieser unserer geringen Kenniniss weiter
asiatischer Ländersirecken, welche weit hinter unserer Bekannt-
schaft mit dem Innern von Nordamerika zurückbleibt, erklärt sich
ohne Zweifel auch die geringe Anzahl der bisher bekannt ge-
wordenen Arten. Die leiztere umfasst bis jetzt nach dem unten
folgenden Verzeichnisse 133 Arten in 5 Gattungen, während mir
aus Europa 147 Arten in 3 Gattungen, aus Nordamerika gar
183 Arten in 5 Gattungen mit Sicherheit bekannt geworden sind.
Würden nun auch bei unserer mangelhaften Kenntniss der asia-
tischen Arten weitere, auf solche Verhältnisse gegründete Schlüsse
für jetzt noch der Zuverlässigkeit ermangeln, so tritt doch be-
reis eine Beziehung mit voller Sicherheit hervor, nämlich das
Zunehmen der Pachybrachen sowohl an absoluter Artenzahl als
an relativem Gewichte, je weiter man auf der nördlichen Halb-
kugel die Richtung von Osten nach Westen um die Erde ver-
folgt. Aus dem weiten Gebiete vom Altai bis zum indischen
Ocean, und vom Indus (je von Schiras aus östlich) bis zum chi-
nesischen Meere ist noch kein Pachybrachys bekannt geworden,
und dass dies kein blosser Zufall ist, beweiset die nicht geringe
Zahl der bereits in Indien aufgefundenen ächten Cryptocephalen.
Ueberhaupt bilden für Asien die Pachybrachen nur „z =
0,050 der gesammten Cryptocephaliden, für Europa 7; = 0,116,
und für Nordamerika gar 5 = 0,360, also über ein Drittel
aller Arten. Unverkennbar ist daneben, wie innerhalb der asia-
lischen Fauna bei aller Achnlichkeit mit der europäischen doch
auch einzelne ganz entschieden amerikanische Formen auftauchen.
Dahin gehören nicht allein der Monachus aus Sibirien, und die
Pachybrachen mit gefurcht- gestreiften Deckschilden aus dem
5
Tigrisgebiete, sowie der vereinzelte Pachybrachys mit sieb-
artig punktirten Deckschilden, dessen Heimath noch näher fest-
gestelli werden muss: sondern einen annähernd amerikanischen
Typus zeigen auch die kleinen eiförmigen Cryptocephali aus
Vorder- und Hinterindien (s. unten die dritte Rotte), so wie die
Cryptocephalen aus dem chinesischen Küstenlande, bei denen
die Achnlichkeit mit den nordamerikanischen Formen des Cr.
ornatus und venustus, aller Abweichung in der Zeichnung un-
geachtet, sich dem Beschauer unwillkührlich aufdrängt.
In der systematischen Anordnung der Cryptocephalen Aende-
rungen in Vorschlag zu bringen, habe ich bei meiner fernern
Beschäftigung mit denselben keinen Anlass gefunden. Ich bin
jedoch durch fortgesetztes Studium dieser Thiere zu der Ansicht
gelangt, dass eine von mir früher (Linn. Ent. VII. 107. in der
Charakteristik der Gattung Scolochrus) nur kurz angedeutete
Beziehung zwischen Halsschild , Schildchen und Deckschilden
ein ganz bestimmtes und durchgreifendes Merkmal zur Trennung
der Cryptocephali scutellati in ihren beiden Hauptgruppen
darbietet, und sich deshalb zu dieser diagnostischen Trennung
ungleich besser als die damit allerdings im Zusammenhange ste-
hende Beschaffenheit des Prosternums eignet, ohne dass dadurch
jedoch die Begränzung der Gattungen an sich eine Veränderung
zu erleiden hätte. Bei einer Reihe von Arten nämlich ist der
Hinterrand des Halsschildes jederseits buchtig ausgesehnilten, um-
schliesst nach aussen die abgerundeten Schultern mit spitzen,
mehr oder weniger lang hervorgezogenen Hinterecken, und zeigt
in der Mitte einen deutlich hervortretenden, breit ausgerandeten
Zipfel, welcher durch ein vor der Mitte des „Schildchens vor-
springendes Stachelspitzchen doppelt ausgerandet erscheint, und
mit diesem Spitzchen in ein an der Basis des Schildchens be-
findliches Grübchen eingreifi. Durch diese, meist noch durch
einen längs des ganzen Hinterrandes sich hinziehenden Kranz
feiner Sägezähnchen verstärkte Zusammenfügung schliessen Hals-
schild, Schildchen und Deckschilde so fesi an einander, dass eine
Bewegung des ersiern nach oben gar nicht, nach unten nur
in so weit möglich ist, als der Hinterrand des Prosiernums je
nach seiner Beschaffenheit, insbesondere nach der Länge und
Richtung der hier bei den meisten Arten vorhandenen Zipfel
6
es gestattet. Bei einer zweiten Reihe von Arten schliessen
Schultern und Hinterrand des Halsschildes nicht ineinander; der
letztere ist, von den stumpfen Hinterwinkeln ab, jederseits gerade,
und geht durch einen leicht geschweiften Bogen in den nur
wenig hervortretenden Mittelzipfel über, dessen aufgebogener
Hinterrand sich mit Leichtigkeit über die Basis des Schildchens
und den anstossenden Theil der Flügeldeckenwurzeln hinweg-
schiebt, und dadurch eben so ungezwungen eine Bewegung des
Halsschildes nach oben gestaltet, als solche nach unten durch
den über das Mesosternum weggleitenden Hinterlappen des Pro-
sternums ermöglicht wird. Dieser grössern Beweglichkeit des
Halsschildes entspricht die Entwickelung der Vorderbeine, beson-
ders der stark aufgetriebenen Vorderschenkel, welche wiederum
zur Aufnahme ihrer kräftigen Gelenkköpfe und zum Bergen ihrer
Muskelansätze eine grössere räumliche Ausdehnung des Hals-
schildes erfordert, so dass letzteres durchgängig ein Drittel, bei
den amerikanischen Scolochrus-Arten nicht selten fast die
Hälfte des ganzen Körpers hinwegnimmt. Dass dieser Körperbau
mit der noch sehr wenig bekannten Oekonomie dieser Thiere
zusammenhänge, ist, wenn auch bis jetzt nicht durch Beobach-
tungen nachgewiesen, doch keinesweges unwahrscheinlich.
Mit Rücksicht auf die unten näher zu erläuternde neue Gal-
tung Melixanthus m. entspringt aus diesen Beziehungen die
nachfolgende, etwas veränderte Aufstellung der Gattungen, in
welche ich der Uebersichtlichkeit wegen auch die nordamerika-
nischen Formen mit aufnehme.
I. Schildchen vorhanden.
A. Rückentheile fest zusammengefügt.
1. Fühler yndeutlich fadenförmig, mit abgesetzier 6glie-
driger Keule. Mittelläche der Vorderbrust
a. breiter als lang, hinten kreisförmig ausgeschnitten.
Monachus Chevr.;
b. länger als breit, hinten quer abgeschnitten, mit vor-
springenden Ecken. Melixanthus m.
2. Fühler fadenförmig, oben zusammengedrückt. (Mittel-
fläche der Vorderbrust zweilappig oder zweispitzig.)
Cryptocephalus Geoffr.
B. Halsschild nach oben frei beweglich. Vorderbrust hinten
einzipfelig; ihre Mittelfläche | '
7
1. flach oder seicht längswulstig.
a. Hinterzipfel derselben rund. Scolochrus m.
b. Hinterzipfel pfriemlich zugespitzt. Mastacanthus m.
2. längsrinnig, in einen dreieckigen Zipfel auslaufend. Pa-
chybrachys Chr.
II. Schildehen nicht sichtbar. Stylosomus m.
9. Honachus Chevr.
Linn. VI. 210.
Augen ausgerandelt.
Fühler undeutlich fadenförmig, mit abgeseizier, sechsglie-
driger Keule.
Rückentheile fest zusammengefügt; Vorderbrust breiter
als lang, hinten bogig ausgeschnitten, vorn mit abgesetztem
Halskragen.
Schildchen vorhanden.
1. M. peregrinus m. Eiförmig, stahlblau, Halsschild und
Fühlerwurzeln roth; die Deckschilde regelmässig verloschen
punktstreifig, mit tief eingedrückten Randstreifen und flachen,
fein genarbten Zwischenräumen. L. 12°; Br. 3.
Diese bis jetzt einzig bekannte asiatische Art dieser Gat-
tung ist habituell am nächsten dem mexikanischen M. anagly-
pticus m. verwandt, übrigens durch ihre einfache Farbenverthei-
lung sogleich von allen amerikanischen Arten der Gattung zu un-
terscheiden. Der Kopf flach, fein punktirt, schwarzblau; die
Augen deutlich ausgerandet, das Kopfschild unten bogenförmig
ausgeschnitten, mit vortretender Oberlippe, die Mundtheile pech-
braun, mit dunklern Tastern. Die Fühler etwas länger als Kopf
und Halsschild zusammengenommen, das Wurzelglied sehr lang
und dünn, roth, die folgenden vier gleichfalls dünn, pechbraun;
die sechs obern plötzlich stark verbreitert, schwärzlich. Das
Halsschild kurz und breit, vorn stark übergewölbt, seitlich fein
gerandet, die Vorderecken rechtwinklig, die hintern spitz vorge-
zogen, der Hinterrand jederseits tief ausgeschweift, mit vortre-
tendem, ausgerandetem Mittelzipfel, vor letzterm ein bogenför-
miger Quereindruck. Die Farbe hell ziegelroth, mit zart bläulich
sesäumtem Hinterrande; die Oberfläche fein und sparsam punk-
ie)
tirt, elänzend, an dem Hinterrande eine unordentliche Reihe
liefer eingestochener Punkte. Das Schildchen sehr lang und
spitz dreieckig, mit ausgeschweiften Seiten, glänzend stahlblau.
Die Deckschilde breit eiförmig, längs der Wurzel niedergedrückt,
dann etwas buckelig ansteigend, und hinterwärts wieder allmählig
abgeflacht und verschmälert; die Schulterbeulen breit und stumpf,
der Seitenlappen lang herabgezogen, die Spitzen einzeln breit
zugerundet. Die Punkistreifen ziemlich deutlich, innerhalb des
die Wurzel begleitenden Quereindrucks aus grubigen Ansätzen
entspringend, aber schon von der Mitte ab undeutlich, und die
mittleren hinterwärts kaum noch kenntlich; die beiden seitlichen
furchenartig eingedrückt, und zwischen ihnen ein gewölbter,
ziemlich glänzender Zwischenraum emporgehoben : die übri-
gen Zwischenräume flach, fein genarbt und dadurch ziemlich
matt. Die Farbe dunkel stahlblau. Das Pygidium fein punktirt
und behaart, schwarzblau. Die Vorderbrust roth, fast quadratisch,
hinten breit und seicht ausgerandet, durch eine fein eingegra-
bene Längslinie getheilt; die übrige Unterseite tief stahlblau,
durch feine und dichte Punktirung matt. Die Vorderbeine pech-
braun mit blauem Anfluge, an den Wurzeln von Schenkeln und
Schienen röthlich durchschimmernd: die hintern Beine dunkelblau
mit bräunlichen Schienenwurzeln; die Fussglieder schwärzlich mit
braun durchscheinenden Wurzeln. Das letzte Segment des ein-
zigen vorliegenden @ mit einer tiefen, länglichen und glänzenden
Grube.
Von Jakutzk. (Mus. Mannerheim.)
2. Melixanthus n.
Augen ausgerandet.
Fühler undeutlich fadenförmig, mit abgesetzter, sechsglie-
driger Keule.
Rückentheile fest zusammengefügt; Vorderbrust län-
ser als breit, hinten gerade abgeschnitten, mit scharf
vorspringenden Ecken, vorn mit abwärts gebogenem Hals-
kragen.
Schildchen vorhanden.
Ein kleiner, bis jetzt nur auf einem sehr beschränkten
Raume vorkommender Käfer, der zwar dem Habitus nach einigen
9
Arten der unten folgenden dritten Cryptocephalen-Rotte täu-
schend ähnlich ist, andrerseits sich aber durch den Bau seiner
Fühler unmittelbar an Monachus anschliesst. Von dieser Gal-
tung entfernt er sich wieder — abgesehen von Sculptur und
Färbung — durch den Bau des Prosternums, und bildet dadurch
ein Mittelglied zwischen ihr und den ächten Cryptocephalen, wie
es sich in der nordamerikanischen Fauna noch nicht hat auffin-
den lassen, aber bei fortschreitender Erforschung der hinter-
indischen Inselgruppen vielleicht in noch weiterer Ausdehnung
zu unserer Kenntniss gelangt.
Der Körper der einzigen mir bekannt gewordenen Art ist
kurz, schmal eiförmig, aber gestreckter als bei der gewöühn-
lichen Monachenform, rothgelb mit schmutzig gebräunten Deck-
schilden.
Der Kopf breit und flach, mit langgestreckten, mässig aus-
gebuchteten Augen und kurzem, deutlich abgeseiztem Kopfschilde;
das Endglied der Vordertaster dünn, kurz, nach vorn abgekürzt
kegelförmig sich verschmälernd. Die Fühler kurz, den Hinter-
rand des Halsschildes nicht erreichend, mit schlankem, dünn keu-
lenförmigem Wurzelgliede; das zweite Glied eiförmig, auch die
drei folgenden nur kurz; die sechs obern plötzlich breit drei-
eckig erweitert, eben so breit als lang, und dadurch eine un-
deutliche aber doch stärker als bei Monachus gesägte Keule dar-
stellend. Letztere bei dem 2 nicht ganz so dick, wie bei
dem d.
Das Halsschild nach vorn mässig übergewölbt, und durch
das Zusammenkrümmen der bogig convergirenden, fein geran-
deten Seiten verschmälert; die Hinterecken spitz vorgezogen, die
Oberfläche sehr fein und dicht punktirt.
Das Schildchen länglich-dreieckig, hinten wenig ansteigend;
an der Wurzel das gewöhnliche Grübchen.
Die Deckschilde längs der Wurzel und um das Schildchen
etwas erhöht, vor dem breit und flach gewölbten Rücken seitlich
stärker —, und hinterwärts sehr allmählig abfallend, hinten ein-
zeln breit zugerundet, die Punktstreifen nach dem Aussenrande
zu deutlich, oben besonders hinter der Mitte feiner, durch eine
dichte und fein runzlige Punktirung der Zwischenräume ver-
dunkelt. Das Pygidium etwas flach gedrückt, dicht und fein
punktirt.
10
Die Unterseite gleichfalls dicht und fein punktirt; das Pro-
sternum um die Hälfte länger als breit, vorn mit deutlichem, unter
den Mundtheilen etwas verbreitertem und zu deren Aufnahme
‘ herabgebogenem Halskragen, seitlich durch scharfe Leisten ge-
randet, und deren Hinterenden als kurze, scharfe, über den quer
abgeschnittenen Hinterrand hervortretende Spitzen sichtbar. Die
Mittelbrust breiter als lang, hinten ausgerandet. Der letzte Bauch-
ring sehr breit, bei dem S mit einer breiten, flach niederge-
drückten, glänzenden Stelle, bei dem 2 mit einer flachen, aber
gleichfalls sehr breiten, glänzenden Grube.
Die Beine kurz, derb und kräftig, die Schienen unten merk-
lich verbreitert, und die vordern zugleich etwas geschwungen.
Die Fussglieder kurz, zusammengeschoben, bei dem & auffallend
breiter als bei dem 2.
Die Gattung ist bis jetzt nur in einem sehr beschränkten
Bezirke in Hinterindien einheimisch, findet aber ohne Zweifel‘
auch noch auf den benachbarten Inseln ihre Vertreter.
1. M. intermedius m. Rostroth, Fühlerkeule und Scheibe
der Deckschilde verwaschen schwarz, die Punktstreifen der letz-
tern fein, mit Jachen, fein runzlig-punktirten Zwischenräumen.
Lil, 05: Brig“,
Etwa von der Länge des Cr. parasiticus und insubidus,
aber schmaler, gestreckter, hinterwärts noch etwas deutlicher
verengt. Der Kopf flach, mit unten eingezogenem Rande des
Kopfschildes und fein eingeschnittener Stirnlinie; die Punktirung
fein, ziemlich dicht, die Farbe roströthlich, die langgedehnten
Augen breit aber nur seicht ausgebuchtet. Die Fühler kurz, das
zweite Glied ziemlich aufgeblasen, das dritte nicht länger aber
dünner, das vierte diesem fast gleich, das fünfte an der Spitze
schon eine schwache Erweiterung zeigend; die sechs obern stark
dreieckig erweitert und zusammengedrückt, eine lockere, undeut-
lich gesägte Keule bildend. Die Farbe der untern rostroth, der
sechs obern schwärzlich. Das Halsschild ziemlich lang, nach
vorn zwar verschmälert, aber nur mässig übergebogen; die tief
herabgezogenen Seiten fein gerandet und nach vorn zusammen-
gekrümmt; die scharfen Hinterecken deutlich ausgezogen und die
Schultern umschliessend; der Hinterrand jederseits breit ausge-
schweift, der Mittielzipfel breit, doppelt seicht ausgerandet, vor
ihm jederseits ein flacher, fast quer liegender Eindruck. Die
il
Oberfläche sehr fein und zerstreut punktirt, spiegelglatt, rostroth.
Das Schildchen fast gleichseitig dreieckig, mit einem Grübchen
an der Basis, hell rostgelb mit bräunlichem Saume, gleichfalls
spiegelglatt. Die Deckschilde aus breiter Basis schräg hinter-
wärts fast geradlinig verschmälert, breit und flach gewölbt, hin-
terwärts allmählig herabgesenkt; die Wurzel gegen den fest ein-
gekniffenen Hinterrand des Halsschildes etwas ansteigend, die
Schulterbeulen breit, an deren Innenseite nur der Anfang des
fünften Punktstreifens etwas eingedrückt, der Seitenlappen wenig
hervortretend. Die Punkistreifen regelmässig, vorn deutlich, von
der Mitte ab schwächer, doch nicht ganz verschwindend; die
Zwischenräume flach, vorn glänzend, bald aber und nach hinten
immer deutlicher querrunzlig punklirt. Die Wurzel fein schwarz
gesäumt, ausserdem das ganze Mittelfeld schmutzig schwarz-
braun, nach den Seiten mit verwaschener Begränzung lichter, so
dass besonders an der Wurzel und Spitze die auch sonst überall
durchschimmernde rostrolhe Grundfarbe deutlich hervortritt. Py-
gidium, Unterseite und Beine gleichfalls hell rostroth, nur die
Schenkelspitzen etwas lickter, und die Krallenhäkchen schwarz.
Die Fussglieder unten lang weisslich behaart und gewimpert. Der
in dem Bau der Fühler, Fussglieder und des letzten Bauchringes
hervortretende Geschlechtsunterschied ist oben schon berührt
worden.
Ein Pärchen, von dem Missionar Röttger gesammelt, im
Mus, Berol. Als das Vaterland ist Bintam — ein Missionsbe-
ziik auf Borneo — angegeben,
3. Cryptocephalus Geoflr.
Linn. II, 13. VI, 220.
Augen ausgerandet.
Fühler fadenförmig, oben zusammengedrückt.
Rückentheile fest zusammengefügt; Vorderbrust länger
als breit, hinten zweilappig oder zweispitzig, mit abwärls
gebogenem Halskragen.
Schildchen vorhanden.
Erste Rotte. Fühler schlank und dünn; Körper kurz und
gedrungen, hinterwärts etwas verschmälert, oben roth oder gelb,
12
mit schwarzen, theilweise netzförmig verzweigten Querbinden der
derb punktstreifigen, glänzenden Deckschilde. Wenige Arten aus
China und Vorderindien. |
1. Cr. trifasciatus Fab. Oben ziegelroth, das Hals-
schild mit einer, die Deckschilde mit zwei schwarzen Querbinden
und schwarzer Spitze, die Punktstreifen grob mit gewölbten,
glänzenden Zwischenräumen. L. 23— 33‘; Br. 13 —2'.
Or. trifasciatus Fab. Ent. Syst. II. 61. n. Al! Syst. Eleuth. 11. 46.
n, 28!
Durch den kurzen, dicken, hinterwärts deutlich verschmä-
lerten Körper dem nordamerikanischen Cr. ornatus und venu-
stus nicht unähnlich, und zugleich durch die bedeutende Ver-
änderlichkeit in der Zeichnung seiner Oberfläche auffallend. Der
Kopf flach, derb und dicht punktirt, die Stirn der Länge nach
etwas eingedrückt, durch eine feine, gebogene, die Fühlerhöcker
verbindende Querleiste von dem Kopfschilde geschieden; letz-
teres kurz, aber breit, über dem Unterrande breit halbmondförmig
eingedrückt. Die Ausrandung der Augen breit und seicht. Die
Farbe roth, ringsum schwarz gesäumt, und diese Säume zuweilen
so breit, dass von der ganzen Färbung nur ein grosser, herz-
förmiger Mittellleck und der obere grössere Theil des Kopfschil-
des roth bleibt. Die Mundtheile pechbraun. Die Fühler etwa
von halber Körperlänge, des Sg‘ derber und oben deutlicher er-
weilert, des 2 dünner; das Wurzelglied wenig aufgetrieben, das
zweite kurz birnförmig, das dritte etwas länger, aus dem Birn-
förmigen ins Kegelförmige übergehend; das vierte noch ein
wenig länger; die übrigen vom fünften ab zusammengedrückt
und etwas verbreitert. Die Farbe schwarz, die vier bis fünf
unteren bräunlich durchscheinend, mit geschwärzter Oberseite des
Wurzelgliedes. Das Halsschild anscheinend kurz, mit mehr als
der Hälfte vorn stark übergebogen und hier durch die tief ein-
gezogenen, siumpfen Vorderecken verschmälert, auch seitlich ei-
was zusammengedrückt und vor dem Schildchen jederseits schräg
eingedrückt: die Seiten fein gerandet, nach vorn zusammenge-
krümmt, vor den spilzen, schräg hinterwärts gerichteten und
durch einen leichten Schrägeindruck etwas aufgetriebenen Hinter-
ecken ausgeschweilt; der Hinterrand jederseits tief ausgeschnitten,
deutlich gesägt, mit kurzem, breitem, doppelt ausgerandetem Mit-
telzipfel. Die Oberfläche glatt, fast spiegelnd, mit feiner, zer-
13
streuter Punktirung. Die Farbe heller oder dunkler ziegelroth,
die Säume, besonders ein breiter Hinterrand, schwarz; ausserdem
auf der Mitte vier, eine unregelmässige, unterbrochene schwarze
Querbinde bildende elliptische Querflecke, von denen die mittlern
die grösseren sind; zwischen diesen zuweilen noch eine abge-
kürzte, nach der Mitte des Hinterrandes zulaufende schwarze
Längslinie. Durch Zusammenfliessen der Flecke enisteht eine in
der Mitte unterbrochene oder auch ganz zusammenhängende, je-
derseits verschmälerte und abgekürzte Querbinde, die zuletzt mit
dem, sich an den Seiten nach vorn erweiternden Hinterrande
zusammenfliesst, und ausser einem breitern oder schmalern lichten
Vorder- und Seitenrande nur ein Paar von ihr umschlossene
Querflecke von der Grundfarbe, zuletzt auch nicht einmal diese
übrig lässt, so dass wohl noch Stücke mit ganz schwarzem Hals-
schilde gefunden werden könnten. Das Schildchen dreieckig mit
breit abgerundetem Hinterende und einem Grübchen an der Basis,
kaum punktirt, glänzend schwarz. Die Deckschilde aus dem
Walzenförmigen hinterwärts deutlich verschmälert, längs der gan-
zen Basis niedergedrückt und dann aufgewulstet, die breiten,
rundlichen Schulterbeulen durch einen seichten dreieckigen Ein-
druck auf deren Innenseiten abgesetzt, die Seitenlappen kurz,
aber tief herabgezogen. Die Spitzen einzeln breit abgerundet,
fast abgestutzt. Die Punktstreifen schr regelmässig, die seitlichen
lief eingedrückt, fast Furchen bildend, die Rückenstreifen schwä-
cher, von der Wölbung ab fast verwischt, die Zwischenräume
oben flacher — seitlichs tärker gewölbt, vorn fast spiegelnd, hin-
terwärts fein querrunzlig. Die Farbe heller oder dunkler ziegel-
roth, zuweilen (wie bei einem von Schönherr stammenden,
übrigens vollständig ausgehärten Exemplare in Sturm’s Samm-
lung) hell gelbroth; Wurzel, Naht, Spitze und der hintere Theil
des Aussenrandes schwarz gesäumt, der Spitzensaum zu einem
halbrundlichen, in die Flügeldecken hineingreifenden Flecke er-
weitert; ausserdem auf jeder Flügeldecke zwei etwas wellige,
an der Naht sich etwas hinterwärts krümmende und sie meistens
erreichende Querbinden, die erste vor der Mitte und den Seiten-
rand nicht berührend, aber mit dem Aussenende die Schulter-
beule umfassend; die zweite breitere hinter der Mitte, bis zum
Aussenrande ausgedehnt. Bei einzelnen Stücken theilt sich die
vordere Binde in zwei unförmliche, durch den vierten Zwischen-
14
raum getrennte Schrägflecke (und diese Form dürfte wohl als |
die ursprüngliche anzunehmen sein); bei andern, gewöhnlich
zugleich auf dem Halsschilde überwiegend geschwärzten werden
die Binden so breit, dass die Grundfarbe zu drei schmalen Quer-
binden, deren beide vordern über dem Seitenlappen zusammen-
hängen, zusammenschwindet. Das Pygidium deutlich punklirt,
schwach behaart, schwarz; auch die Unterseite fein und dicht
runzlig punktirt, dünn greishaarig, nebst den Beinen schwarz;
die Mitte der Brust nebst Hüften und Schenkelwurzeln, auch der
Mittelzipfel des ersten Bauchringes heller oder. dunkler ziegel-
roth, zuweilen auch dessen Seitenzipfel nebst der Mitte des Hin-
terrandes bräunlich. Der Vorderrand des Prosternums kahnförmig
vorgezogen, die Hinterenden kurz, oben spitz. Das letzte Seg-
ment des Z mit einer flach quer niedergedrückten, kahlen, glatten
und glänzenden Stelle, des @ mit der gewöhnlichen, hier breiten
und glänzenden, an den Seiten bräunlich gewimperten Grube.
In China. (Mus. Fab. Berol. Sturm; insbesondere von
Tschusan und Hongkong: Mus. Germar. Dohrn.)
2. Cr. maleficus m. Schwarz, die Deckschilde ziegel-
roth mit zwei schwarzen Querbinden, deren vordere abgekürzt
und unterbrochen, die Punktstreifen mässig mit flach gewölbten,
etwas gerunzeiten Zwischenräumen. 1.9341. Bus detus
Von dieser, der vorhergehenden sehr ähnlichen und haupt-
sächlich durch schwächere Punktstreifen und sehr abweichende
Farbenvertheilung verschiedenen Art habe ich nur ein einzelnes
schlecht erhaltenes und auch nicht gut ausgehärtetes Stück vor
mir, weshalb die Beschreibung künftig noch wohl einige Aende-
rungen zu erleiden haben wird: es scheint mir jedoch vollstän-
dig genügend, um die Selbstsländigkeit der Art darzuthun und
ihre spätere Wiedererkennung zu ermöglichen. Der Kopf flach,
fein runzlig punktirt, mit schmaler aber deutlicher Stirnrinne,
schwarz, Oberlippe und Mundtheile bräunlich, die Augen schmal
aber tief ausgebuchtet. Die Fühler etwa von halber Körperlänge,
das zweite Glied kurz und knotig, die folgenden ziemlich gleich
lang, doppelt länger als das zweite, vom fünften an eiwas zu-
sammengedrückt und erweitert, der Fortsatz des Endgliedes wenig
bemerkbar. Die vier untern und die untere Hälfte des fünften
rostgelb, etwas durchscheinend, die obern schwarz. Das Hals-
schild kurz, vorn mässig übergewölbt und durch die tief herab-
15
‚gezogenen, wieder einwärts gekrümmten Vorderecken stark ver-
schmälert, seitlich gerandet, mit wenig vortretenden, fast recht-
winkligen Hinterecken; der Hinterrand jederseits deutlich ausge-
schweift, der Mittelzipfel breit, wenig hervortretend. Die Ober-
fläche spiegelglatt, schwarz. Das Schildchen breit dreieckig, mit
etwas gerundeten Seiten, glatt, braunroth mit dunklern Rändern.
Die Deckschilde breit gewölbt, hinterwärts verschmälert und nach
der Spitze zu sich allmählig abflachend, vorn längs: der Wurzel
eiwas aufgewulstet, mit kurzem aber breitem Seitenlappen; die
Schulterbeulen wenig bemerkbar. Die Punktstreifen sehr regel-
mässig, vorn derb und hinterwärts allmählig schwächer, aber
nicht ganz verschwindend; die Zwischenräume breit und flach
gewölbt, vorn glalt und glänzend, hinterwärts durch feine Run-
zeln matter. Die Farbe dunkel ziegelroth, die Wurzel und die
hintere Hälfte des Aussenrandes nebst der Spitze fein schwarz
gesäumt. Ausserdem auf den Deckschilden zwei scharf begränzte,
schwarze Querbinden; die vordere schmalere auswärts bis zur
Schulterbeule reichend und diese mit einschliessend, an der Nahi
breit unterbrochen und auch längs der Wurzel einen ihr selbst
an Breite gleichen Zwischenraum freilassend ; die breitere hinter
der Mitte von einem Aussenrande bis zum andern reichend, und
den hintern Theil der Flügeldecken als einen lichten Querfleck
abschneidend. Das Pygidium fein punktirt, dünn greishaarig,
schwarz; auch die Unterseite und die kurzen, derben Beine ein-
farbig schwarz. Die Hinterenden des Prosternums treten als
kurze, spitzige Höcker hervor. Das letzte Segment des einzigen
vorliegenden @ mit der gewöhnlichen, hier sehr grossen rund-
lichen Grube.
Ostindien, olne nähere Angabe des Fundortes. (Mus.
Deyrolle, mit dem Zusatze: ‚Neelgherries? Delessert.“‘)
3. Cr. tricinetus Koll. et Redt. Lehmgelb, eine vorn
gezipfelte Hinterbinde des Halsschildes, Schildchen, zwei Quer-
binden und die Spitze der Deckschilde schwarz; die Punktstreifen
orob, mit gewölbten, glänzenden Zwischenräumen. L. 33 — 33‘;
Br. 15 —2'".
Cr. trieinctus Kollar et Redtenbacher in Hügels Reise etc. IV. 562.
tab. 28. fig. 6!
In der Farbenvertheilung dem bekannten Cr. irifasciatus
Fab. ähnlich, aber noch etwas grösser, plumper, mehr gleich
16
breit, und an der auch unterseits lehmgelben Färbung leicht
kenntlich. Der Kopf flach, die Stirn der Länge nach breit und
seicht eingedrückt; das Kopfschild oberseits durch eine undeut-
liche geschwungene Querlinie begränzt, die Augen breit ausge-
randet. Die Punklirung nicht dicht, aber grob, auf dem Kopf-
schilde feiner und zerstreuter; die Oberfläche dazwischen glän-
zend. Die Farbe lehmgelb, der Nacken und ein von diesem auf
die Stirn herabreichender, verwaschener Längsfleck schwarz, in
den Augenbuchten ein bräunlicher Wisch, die Oberlippe lichtgelb.
Die Fühler (des 2) von halber Körperlänge, kräftig; das zweite
Glied kurz, verkehrt kegelförmig, fast doppelt länger als breit,
das dritte 2zmal länger als das zweite, und die beiden folgen-
den noch etwas verlängert; die obern etwa dem fünften gleich,
der Fortsatz des Endgliedes stumpf dreieckig, wenig abgesetzt.
Die fünf untern Glieder schmutzig gelb, das sechste gebräunt
und die folgenden schwarz. Das Halsschild kurz, mit der grösse-
ren Hälfte vorn übergewölbt, und zugleich durch die tief einge-
zogenen Vorderecken stark verschmälert, die Seiten fein geran-
det, nach vorn in breiten Bogen convergirend, die Hinterecken
stumpf dreieckig, weit vorgezogen, durch einen seichten Schräg-
eindruck etwas aufwärts gedrückt; der Hinterrand jederseits sehr
tief ausgeschweift, daher der breite Mittelzipfel auch stark her-
austretend, undeutllich doppelt ausgerandet. Die Oberfläche vor
dem Schildchen jederseits breit abgeflacht, und der Hinterrand
innerhalb der Schulterbeulen durch Uebergreifen des hier auf
den Flügeldecken liegenden Eindrucks gleichfalls eingesenkt. Die
Punklirung äusserst fein und zerstreut, daher die Oberfläche
spiegelglait. Die Farbe lehmgelb, der abgesetzte Vordersaum und
der sich nach der Mitte zu in schräger Richtung breit erwei-
ternde Hinterrand, nebst einem aus dessen Mitte hervortretenden,
mit seiner Spitze fast den Vorderrand erreichenden, schmal drei-
eckigen Zipfel schwarz. Das Schildchen gleichseitig dreieckig,
hinten schmal abgestutzt, mit deutlich niedergedrücktem Hinter-
zipfel, hinterwärts schräg ansteigend, in der Mitte seicht quer
niedergedrückt, an der Basis mit einem schwachen Grübchen,
glänzend schwarz. Die Deckschilde fast walzlich und hinterwärts
wenig verschmälert, mit breit gewölbtem, hinten sehr flach ab-
fallendem Rücken, und eben so breit abgerundeten, fast abge-
stutzten Spitzen, daher weit klaffender Naht; die Schulterbeulen
17
als breite, flache, innerseits durch dreieckige, tiefe Eindrücke ab-
gesetzte Höcker hervortretend; die Seitenlappen kurz, aber tief-
herabgezogen. Die Punktstreifen schr regelmässig, mit den fei-
nern Vorderenden die Wurzel nicht ganz erreichend, in der
Mitte derb und aus tiefen, dicht aneinander gerückten Punkten
gebildet, nach der Wölbung zu wieder feiner, und hier die mitt-
lern fast weggeschliffen; die Zwischenräume, besonders die seit-
lichen, breit gewölbt, kaum punktirt, glänzend. Die Farbe lehm-
gelb, ein schmaler, auch den Seitenlappen umziehender Saum
und zwei Querbinden der Flügeldecken schwarz. Die vordere
schmalere dicht hinter der Wurzel, deutlich aus zwei Flecken
zusammengeflossen, die Vorderenden der Punktstreifen und die
Schulterbeule einschliessend, an der Naht aber nur bis zu dem
abgekürzten Streifen reichend und hier abgerissen, oder längs
diesem Streifen mit der zweiten Binde zusammenhängend; diese
zweite, breitere hinter der Mitte, mit ihren schmalern Aussen-
enden den Randsaum berührend, längs der Naht nach vorn und
hinten kreuzförmig erweitert, und dadurch zugleich mit der
Spitze zusammenstossend, welche letztere durch einen, gewisser-
maassen eine dritte Binde bildenden schwarzen Querfleck einge-
nommen wird. Das Pygidium derb punklirt, schwach gekielt,
dünn greishaarig, schmutzig lehmgelb, mit verwaschen schwärz-
lichem Saume. Die Unterseite fein aber dicht punktirt und ge-
runzelt, gleichfalls dünn greishaarig und schmutzig lehmgelb; die
Parapleuren bis auf deren lichtgelbe Hinterenden, ein verwaschen
dreieckiger Fleck am Hinterwinkel der Hinterbrust, und ein ähn-
licher auf der Aussenseite der Vorderhüften schwärzlich. Die
Schenkel lehmgelb mit gebräunter Aussenseilte; auch die Aussen-
kanten der Schienen und die Fussglieder etwas geschwärzt. Die
Hinterenden des Prosternums als kurze, stumpf dreieckige Lappen
bemerkbar, der Vorderrand in einen breit dreieckigen Zipfel vor-
gezogen und zur Aufnahme der Mundtheile etwas ausgehöhlt.
Das letzte Segment des 9 mit einer grossen halbkugeligen, lang
gelblich gewimperten Grube.
Aus dem Hochgebirgslande im Norden von Vorder-Indien:
— von Kaschmir (Hügel im Mus. Vindob.); von Mussoorie
(Dr. Bacon im Mus. Deyrolle, von Letzterem auf Eichen ge-
funden).
IX. 2
18
4. Cr. bissexguttatus m. Hell gelbroth, die Flügeldecken
‘schwarz mit sechs gelben Flecken (3, 2, 1); die Punktstreifen
grob mit gewölbten, glänzenden Zwischenräumen. L.13— 22‘;
Br. 13—13‘.
Eine kleine und zierliche, in Habitus und Färbung an manche
Mexicaner erinnernde Art, die sich aber durch ihren Bau und
die derben Punktstreifen ihrer Deckschilde zunächst an die vor-
hergehenden anschliesst, und auch eben so, wie sie, zu den
seltensten asiatischen Arten zu gehören scheint. Der Kopf flach
gewölbt, mit tief eingezogenem untern Theile des Kopfschildes,
mit einzelnen Pünktchen bestreut und einer nur schwachen Stirn-
rinne versehen, übrigens spiegelglatt, hell gelbroth, die Mitte et-
was dunkler. Die Fühler des 9 fast von Körperlänge, oberwärts
wenig. erweitert und zusammengedrückt, das dritte Glied etwa
doppelt länger als das birnförmige zweite, das vierte und noch
mehr das fünfte verlängert, die obern wieder ein wenig kürzer,
der Fortsatz des Endgliedes deutlich abgesetzt, zugespitzi drei-
eckig. Die Farbe schwarz, die untern Glieder bis zur Mitte des
fünften hell gelbroth. Die Fühler des Q etwas kürzer, übrigens
nicht verschieden. Das Halsschild mit mehr als 5 seiner Länge
vorn übergewölbt, daher anscheinend kurz, breit kugelig und
durch die tief eingezogenen Vorderecken nach vorn hin ver-
schmälert, die Seiten fein gerandet, nach vorn fast geradlinig
zusammengeneigt, die spitzen Hinterecken durch einen kurzen
Schrägeindruck etwas emporgehoben; der Hinterrand jederseits
tief ausgeschweilt, der Mittelzipfel deutlich doppelt ausgerandet.
Die Oberfläche spiegelglatt, die Farbe hell gelbroth mit noch et-
was lichtern Rändern. Das Schildchen lang dreieckig, hinten
deutlich ansteigend, an der Basis mit einem Grübchen, übrigens
gleichfalls spiegelglatt und hell gelbroth. Die Deckschilde an der
Wurzel am breitesten, aber doch nicht völlig so breit, als der
Hinterrand des Halsschildes, um das Schildchen herum etwas auf-
gewulstet, die Schulierbeulen breit, rund, auf der Innen- und
Aussenseite durch einen mit dem Vorderende eines Punkistrei-
fens zusammenfallenden Eindruck abgesetzt; der Seitenlappen
‘kurz, aber deutlich. Der Rücken breit gewölbt, bei hinterwärts
fast geradlinig zusammengeneigten Seiten stark abfallend, die
Spitzen einzeln sehr breit zugerundet, hinter dem Schildchen ein
deutlicher Quereindruck. Die Punkistreifen sehr regelmässig,
19
aus tiefen, besonders vorn dicht aneinander gedrängten Punkten
gebildet, hinterwärts kaum schwächer; die Zwischenräume gewölbt,
spiegelglänzend. Die Farbe schwarz, mit sechs hellgelben Flecken
auf jeder Flügeldecke; zwei unregelmässig dreieckige an der
Wurzel zwischen Schildchen und Schulterbeule, der innere mit
seiner vordern Hälfte unmittelbar an das Schildchen gelehnt; ein
dritter, schmal länglicher ausserhalb der Schulterbeule im
Schulterwinkel, noch durch einen schmalen Saum von dem Rande
getrennt; zwei grosse länglich runde, auf der Mitte der Flügel-
decke neben einander, und ein nicht minder grosser Querfleck
an der Spitze. Uebrigens zeigt eine nähere Betrachtung sogleich,
dass der schwarze Grund zwischen den drei Fleckenreihen eigent-
lich zwei Querbinden gebildet hat, durch deren Umsichgreifen in
netzförmiger Verzweigung der lichte Raum zwischen jenen Quer-
binden in vereinzelte Flecke zerrissen worden ist. Das Pygi-
dium deutlich punktirt, dünn greishaarig, einfarbig gelbroth; auch
die Unterseite mit den Beinen gelbroih, die Schenkelspitzen et-
was lichter, die untern Fussglieder schwach gebräunt. Die Hinter-
enden des Prosternums als kurze, aber scharfe Dornen empor-
gerichtet, die Mittelfläche desselben mit einzelnen groben Punkten
besetzt, und vorn der Länge nach schwach aufgewulstet, Das
letzte Segment des J' in der Mitte seicht quer niedergedrückt,
des 2 mit einer tiefen, glänzenden, halbkugeligen Grube.
Aus China (von Hong-Kong, Bowring im Mus. Dohrn.
Germar.)
Zweite Rotte. Fühler lang, aber derb; Körper kurz und
gedrungen, hinterwärts verschmälert, spiegelglatt. Farbe licht
gelb, mit schwarzen Punkten der Deckschilde, die Punkistreifen
der letztern sehr fein, mit flachen Zwischenräumen. Die Krallen-
häkchen hinter ihrer Krümmung mit einem breiten, blaltartigen
Zahne. Wenige Arten aus Hinter-Indien.
5. Cr. colon Germ. Heil strohgelb, Spitzen der Fühler,
Saum und zwei Punkte der Flügeldecken (1, 1) nebst dem
Schildchen schwarz, die Punkistreifen sehr fein, mit glänzenden
Zwischenräumen. L. 2 — 3’; Br. 13—2'.
Durch ihren breiten, hinterwärts stark verengten Körper
schliesst sich diese Art eben so unverkennbar an die nächst vor-
hergehenden an, wie sie sich durch ihre glänzende, licht stroh-
gelbe Oberfläche, und ihre reine und einfache, scharf begrenzte
20
Zeichnung vor denselben bemerklich macht. Der Kopf flach, mit
kaum zurücktretender Stirn, das Kopfschild kurz, breit, an der
Oberlippe durch eine tiefe Querlinie getrennt; der Raum zwi-
schen den Fühlern und über denselben durch unregelmässige Ein-
drücke etwas uneben. Die Oberfläche deutlich aber sehr ver-
einzelt punktirt, lackglänzend strohgelb, nur die langen und
schmalen, tief ausgebuchteten Augen schwarz. Die Fühler mässig
lang, mit langgestrecktem, dünnem Wurzelgliede, das zweite Glied
kurz kegelförmig, das dritte doppelt und das vierte noch etwas
mehr verlängert, die obern stark erweiterl und zusammenge-
drückt. Das Wurzelglied hellgelb, die drei folgenden dunkler,
die obern schwarz. Das Halsschild kurz und breit kugelig, vorn
mit 3 der Länge stark übergewölbt, die Seiten kaum gerandet,
mit breitem Bogen nach vorn zusammenlaufend; der Hınlerrand
jederseits seicht ausgeschweift, mit kurzen, breit zugespitzten,
durch einen Schrägeindruck etwas aufgequollenen Hinterecken,
und breitem, doppelt leicht ausgerandetem Mittelzipfel. Die Ober-
fläche sehr fein und zerstreut punktirt, spiegelglatt, hellstrohgelb,
die Seiten noch etwas lichter, vor dem Schildchen jederseits ein
schwacher Schrägeindruck. Das Schildchen fast gleichseilig drei-
eckig, mit abgerundeter Spitze und einem Grübchen an der Basis,
glänzend schwarz, Die Deckschilde kurz und breit, flach ge-
wölbt und hinterwärts stark verschmälert, längs der Basis mit
dem Hinterrande des Halsschildes tief eingesenkt, und um das
Hinterende des Schildchens hoch ansteigend; die Schulterbeulen
breit, wenig merkbar, und eben so der Eindruck auf deren In-
nenseite nur schwach: der Seitenlappen kurz, aber deutlich. Die
Punktstreifen sehr regelmässig, aus sehr feinen, ziemlich verein-
zelien Punkien bestehend, auf der Wölbung schwächer, aber doch
nicht ganz verwischt; die Zwischenräume flach, mit sehr feinen
und vereinzelten Pünktchen zerstreut, spiegelglänzend. Die Farbe
licht strohgelb; der ganze Saum der Flügeldecken, auch den
Seitenlappen umziehend, schmal schwarz, und auf jeder Flügel-
decke zwei schwarze Flecke, deren vorderer als Längsfleck auf
der Schulterbeule, der hintere als Querfleck etwas einwärts ge-
rückt, dicht vor der Wölbung. Pygidium und Unterseite fein
punklirt, dünn behaart, und, wie die Beine, licht strohgelb, die
untere Hälfte der Füsse nebst den Krallen _ schmutzig bräunlich
angefiogen, die Krallenhäkchen hinter der Krümmung mit einem
21
breiten, stumpfen Zähnchen. Der Vorderrand des Prosternums
zur Aufnahme der Mundtheile napfförmig ausgebogen, die Hinter-
enden desselben breit dreieckig zugespitzt. Der letzte Bauch-
ring des J' seicht quer eingedrückt, des 2 mit einer halbkuge-
ligen, glänzenden Grube.
In Siam (Mus. Berol. Germ.) und Assam (Mus. Berol.
W esterm.).
6. Cr. tetrastigma Mus. Ber. Lehmgelb, der Wurzel-
saum und zwei Punkte der Flügeldecken (1, 1.) schwarz; die
Punkisireifen mässig, mit glänzenden Zwischenräumen. L. 2’;
Br; 14 ael,
Bei oberflächlicher Betrachtung möchte man diesen Käfer für
ein nur unausgefärbtes Stück des vorhergehenden halten, und ich
habe ihn auch mit letzterm unter gleichem Namen aus dem Ber-
liner Museum zur Ansicht erhalten, finde ihn aber doch bei nä-
herer Untersuchung von ihm sehr verschieden. Er ist bei all-
gemeiner habitueller Uebereinstiimmung merklich kleiner, denn
das vorliegende 2 gleicht kaum dem d' des vorhergehenden;
ausserdem ist der Kopf weniger uneben, deutlicher punklirt, das
Halsschild seitlich stärker gerandet, nach vorn deutlich verschmä-
lert, aber nicht kugelig übergewölbt, sondern nur von dem
Hinter- zum Vorderrande sanft und unbedeutend abwärts ge-
krümmt; von Eindrücken vor dem Schildchen keine Spur vor-
handen. Die scharfen Hinterecken fast rechtwinklig, die Aus-
biegung des Hinterrandes gering, die Oberfläche spiegelglatt.
Das Schildchen gleichseitig dreieckig, mit abgerundeter Spitze,
hellgelb, mit bräunlichem Saume. Bau und Sculptur der Deck-
schilde wie bei dem vorigen, nur die Punktstreifen vorn deut-
licher, die mittlern auf der Wölbung fast abgeschliffen. Der Vor-
derrand des Prosternums wenig vorgezogen, die Hinlerenden
kurz, scharf zugespitzt, der Rand zwischen ihnen fast geradlinig
ausgeschnitten. Zu diesen Abweichungen kommt noch die Ver-
schiedenheit der Färbung. Die Grundfarbe ist ein ins Röthliche
fallendes Lehmgelb, das sich jedoch auch bei einzelnen (veral-
teten?) Stücken des vorhergehenden findet; dabei sind jedoch
die oben nicht so stark verbreiterten Fühler, Naht und Aussen-
rand der Deckschilde, auch das Schildchen gleichfarbig, und die
schwarze Zeichnung beschränkt sich daher auf einen schmalen
Wurzelsaum und die beiden Punkte der Flügeldecken, welche
22
letztern kleiner, weniger intensiv gefärbt, auch nur verwaschen
begränzt sind, und von denen der hintere mehr nach aussen ge-
rückt und mit rundlicher Gestalt, wie der Schulterfleck, zwischen
dem sechsten und achten Punktstreifen eingeschlossen ist.
Unterseite und Beine, die dunklere Färbung abgerechnet,
wie bei dem vorhergehenden; der Zahn hinter dem Krallenhaken
etwas deutlicher. Das letzte Segment des einzigen vorliegenden
Q mit einer halbkugeligen, an den Seitenrändern etwas nieder-
sedrückten glänzenden Grube.
Von Java. (Mus. Berol.)
Dritte Rotte. Fühler von mässiger Länge, das dritte
Glied meist wenig länger als das zweite. Körper kurz und breit,
gewöhnlich hinterwärts‘ stark verschmälert, roth oder gelb mit
schwarzen Punkten, Flecken oder Binden, die zuweilen durch
Zusammenfliessen die ganzen Deckschilde einnehmen; auch die
Unterseite nebst den Beinen überwiegend licht gefärbt. Die
Punktstreifen sehr regelmässig, deutlich, mit flachen, zuweilen
punktirten oder gerunzelten Zwischenräumen. Der Vorderrand
des Prosternums zur Aufnahme der Mundtheile mehr oder we-
niger ausgehöhlt, meist spitz oder lappenförmig vorgezogen.
Kleine, eiförmige, einander sehr ähnliche Arten aus Indien, und
sich von hier bis zur Südsee hin verbreitend.
°. Cr. guttifer Mus. Fr. Oben rothgelb, unten schwarz
mit gelben Beinen, das Halsschild mit zwei, die Flügeldecken
mit drei schwarzen Flecken (2, 1) und einem gemeinsamen
Nahtfleck; das Halsschild kaum punktirt, die Punktstreifen mässig‘
mit sehr fein punktirten Zwischenräumen. L. 23% Br. 132%,
Dem bekanntern Cr. Herbstii, auch dem Cr. pulvillatus
nahe verwandt, aber anders gezeichnet, bedeutend grösser, und
überhaupt fast die grösste Art dieser Rotte. Der Kopf sehr
flach gewölbt, mit in der Mitte seicht niedergedrückter Stirn,
die Punktirung vereinzelt aber deutlich, und nur auf dem oben
durch eine Querleiste abgeseizien, unten eingezogenen Kopf-
schilde dichter und fast zu Runzeln verfliessend. Die Farbe roth-
gelb mit gebräunten Mundlheilen, die langgestreckten, breit aus-
gebuchteten Augen schwarz. Die Fühler (des 2) nicht völlig
von halber Körperlänge, das zweite Glied kurz birnförmig, die
beiden folgenden kaum länger, verkehrt kegelförmig, erst das.
fünfte merklich länger und den folgenden deutlich verbreiterten
23
und zusammengedrückten Gliedern gleich, das Endglied wieder
verschmälert, mit kurzem Fortisatze. Die fünf untern Glieder
licht und durchscheinend gelbroth, die obern schwarz, mit an-
gedrückter greiser Behaarung. Das Halsschild kurz und breit,
vorn mit der grösseren Hälfte stark übergewölbt, und durch die
starke Krümmung der fein gerandeten Seiten merklich verschmä-
lert, die Hinterecken lang und scharf vorgezogen, der Hinter-
rand jederseits tief ausgeschweift, mit breitem, doppelt ausge-
randetem Mittelzipfel. Die Oberfläche vor dem Hinterrande wie-
der etwas niedergesenkt, vor dem Schildchen jederseits schräg
eingedrückt und dabei sehr fein und zerstreut punktirt, ziemlich
glänzend. Die Farbe licht roihgelb mit zart schwarzem Saume
des Hinterrandes, und zwei grossen rundlichen, neben einander
stehenden schwarzen Flecken im Mittelfelde. Das Schildchen
fast gleichseilig dreieckig, hinten ansteigend und stumpf abge-
rundet, vorn mit einem fast bis zur Mitte reichenden Längsgrüb-
chen, glänzend roihgelb mit dunklerem Saume. Die Deckschilde
vorn breit und nach hinten merklich verschmälert, mit flacher,
hinterwärts allmählig abfallender Wölbung des Rückens, und ein-
zeln breit abgerundeten Spitzen; die Schulterbeulen breit und
flach, nur durch einen dahinter liegenden seichten Eindruck et-
was gehoben, der Seitenlappen lang herabgezogen. Die Punkt-
streifen schr regelmässig, vorn deutlich und hinterwäris allmählig
feiner, jedoch ohne zu verschwinden, die Zwischenräume Sach,
fein punktirt und querrunzlig, daher nur mit maitem Schimmer.
Die Farbe rothgelb, längs Wurzel und Spitze mit einem feinen
schwarzen Saume, der sich von letzterer ab bis zur Mitte des
Aussenrandes und der Naht vorwärts zieht, und sich auf dieser
zu einem geslreckt elliplischen, fast ihre ganze Hinterhälfte ein-
nehmenden Nahtflecke erweitert. Ausserdem trägt jede Flügel-
decke drei grosse, schwarze Flecke, davon einen mehr länglichen
auf der Schulterbeule, einen rundlichen innerhalb des Schildchens
zwischen dem abgekürzten und dem dritten Streifen, und einen
gleichfalls rundlichen oder quer nierenförmigen hinter der Mitte
zwischen dem dritlen und neunten Streifen. Pygidium und Un-
terseite schwarz, schwach ins Bläuliche fallend, dicht punktirt
und dünn greishaarig; Vorder- und Mittelbrust, Hüften und der
Mittelzipfel des ersten Bauchringes trüb röthlich- gelb. Gleiche
Färbung zeigen die derb und kräftig gebauten Beine, bei denen
24
nur die Krallenhaken ins Schwärzliche fallen. Der Vorderrand
des Prosternums zur Aufnahme der Mundtheile etwas bogenförmig
vorgezogen, die Mitte desselben der Länge nach schwach auf-
gewulstet, und hinten zwischen den wenig hervortretenden Hin-
terenden wieder niedergedrückt. Das letzte Segment des 2 mit
der gewöhnlichen rundlichen Grube; das & kenne ich nicht.
Aus Vorder-Indien (von Bombay: Mus. Franc. — von
Raypure: Dr. Bacon im Mus. Deyrolle).
8. Cr. pulvillatus Man. Lehmgelb mit schwarzen Brust-
seiten, das Halsschild mit zwei, die Flügeldecken mit drei schwar-
zen Punkten (2, i) und gleichem Saume; das Halsschild mässig
punktirt, die Punktstreifen derb mit fein quer gerunzelten Zwi-
schenräumen.» -L.s13:: Br. a4,
Nach Färbung und Sculptur eine Mittelart zwischen dem vor-
hergehenden und dem folgenden, aber doch, wie mich dünkt,
von beiden zureichend verschieden. Der Kopf im Ganzen flach,
der untere Theil der Stirn mit sehr schwacher Wölbung vortre-
tend, dicht punktirt, wenig glänzend, hell lehmgelb mit etwas
dunklern Kinnbacken, die gesireckten, weit ausgebuchteten
Augen schwarz. Die Fühler (des 2) nicht von halber Körper-
länge, derb und gedrungen, das zweite Glied kurz birnförmig,
das dritte etwas und das vierte doppelt grösser, die obern nicht
länger aber breiter, stark zusammengedrückt; die fünf untern hell
durchscheinend gelb, die obern schwarz. Das Halsschild kurz,
vor dem Schildchen jederseits breit schräg niedergedrückt, vorn
mit 3 seiner Länge kugelig übergewölbt und durch die tief ein-
gezogenen, fast rechiwinkligen Vorderecken verschmälert; die
Seiten fein gerandet, in leichten Bogen nach vorn zusammenge-
krümmt, die Hinterecken als breite Spitzen vorgezogen, wenig
aufgequollen, der Hinterrand jederseits breit ausgeschweift, mit
kurzem, schwach doppelt ausgerandetem Mittelzipfel. Die Ober-
fläche mässig dicht und derb punktirt, schwach glänzend, lehm-
gelb, die Mitte etwas ins Röthliche fallend, der Hintersaum und
zwei rundliche, auf der Mitte neben einander stehende Punkte
schwarz. Das Schildchen breit dreieckig, hinten abgestumpft
und der Hinterzipfel kaum bemerkbar, an der Basis das gewöhn-
liche Grübchen; die Farbe schmutzig gelb mit schwärzlichem
Saume. Die Deckschilde um die Hälfte länger als breit, aus dem
Walzenförmigen hinterwärts deutlich verschmälert, mit sehr flach
5)
abfallender Wölbung und einzeln breit zugerundeten Spitzen.
Die Naht hinter dem Schildchen seicht eingedrückt, die Seiten-
lappen stark, die Schulterbeulen kaum bemerkbar, aber die ganze
Wurzel nach vorn zu etwas abwärts gesenkt. Die Punktstreifen
sehr regelmässig und deutlich, die Zwischenräume flach, dicht
und fein in die Quere gerunzelt, daher matt; die Runzeln hin-
terwärts stärker und dadurch die Hinterenden der mittlern Streifen
auf der Wölbung verdunkelnd. Die Farbe licht lehmgelb, Wur-
zel, Naht und Spitze schwärzlich-, der Aussenrand bräunlich-ge-
säumt, und dieser Saum auf der hintern Hälfte der Naht ein
wenig, doch weniger als bei Cr. Herbstii, erweitert. Auf dieser
lichten Grundfläche drei schwarze Punkte in der Stellung der
vorhergehenden Art, nur etwas kleiner, dagegen etwas grösser
als bei Cr. Herbstii, und, mit letzterer Art verglichen, der hin-
tere ein wenig mehr nach vorn gerückt. Das Pygidium fein
punktirt, dünn greishaarig, schmutzig gelb; auch die Unterseite
gelb, die Seiten der Hinterbrust breit geschwärzt, die Hinter-
ränder der milllern Bauchringe jederseits mit einem schwärzlichen
Querflecke. Die Beine von mässiger Stärke, mit schwärzlichen
Krallenhäkchen. Die Hinterenden des Prosternums nur als kurze
Spitzen vortretend, auch die Mitte des Vorderrandes nur wenig
vorgezogen. Das letzte Segment des einzigen vorliegenden 2
mit dem gewöhnlichen rundlichen Grübchen.
Aus dem Himalaya (Mus. Westermann, und aus diesem
mir unter dem Namen Cr. pulvinatus Man. in lit. zum Ver-
gleiche zugegangen, welchen Namen ich des ältern amerikani-
schen Cr. pulvinatus Boeb. wegen einer leichten Abänderung
unterworfen habe).
9. Cr. Herbstii Mus. Ber. Rosiroth, die Flügeldecken
mit drei schwarzen Punkten (2, 1) und einem gemeinsamen
Nahtfleck, das Halsschild dicht punktirt, die Punktstreifen derb
mit runzlig-punktirten Zwischenräumen. L. 14 — 14‘; Br.
1 STR 1 E44,
Besonders diese und einige der folgenden Arten sollte man
nach dem kurzen, breiten und dicken, sich hinterwärls veren-
genden Körper für Monachen halten, sie sind aber ächte Cry-
ptocephali, und stehen nach ihrem ganzen Habitus den An-
tillen-Arten aus der Gruppe des Cr. grossulus (Linnaea VI.
5. 248) am nächsten, von denen sie sich aber durch die kür-
26
zern dickern Fühler und die ganz abweichende, regelmässige
Streifenbildung der Deckschilde leicht unterscheiden, wenn sie
gleich unverkennbar innerhalb der rein asiatischen Fauna jene
Antillenkäfer vertreten. Der Kopf der vorliegenden Art, welche
sich von den vorhergehenden nahe verwandien ausser andern
Merkmalen sogleich durch das ungefleckte Halsschild unterscheidet,
ist flach gewölbt, grob aber nicht dicht punktirt, bis auf die breit
und tief ausgerandeten Augen rostroih; das Kopfschild mit dem
untern Theile stark eingezogen. Die Fühler kaum länger als
die Hälfte des Körpers, bei den 2 nur wenig über den Hinter-
rand des Halsschildes hinausreichend; das Wurzelglied unten ge-
bogen, oberwärts stark aufgeblasen, das zweite eiförmig, die
beiden folgenden wenig länger und fast einander gleich, verkehrt
kegelförmig, das fünfte etwas und die sechs oberen breit zu-
sammengedrückt und erweitert, der Fortsatz des Endgliedes sehr
kurz, dreieckig. Die 5 untern Glieder hell röthlich-gelb, das
sechste bräunlich und die obern schwarz. Das Halsschild mit
mehr als 2 seiner Länge vorn kugelig übergebogen, daher an-
scheinend kurz, durch die tief eingezogenen Vorderecken ver-
schmälert, die Seiten nach vorn in starken Bogen convergirend,
fein gerandet, die Hinterecken spitz und scharf, der Hinterrand
jederseits breit ausgeschweift, der Mittelzipfel kurz, doppelt
seicht ausgerandet. Der ganze Hinterrand fein gesägt, schwarz
gesäumt; die Oberfläche vor dem Schildchen jederseits breit nie-
dergedrückt, dicht wenngleich nicht sehr derb punktirt, schwach
glänzend, hell rostroth. Das Schildchen dreieckig, mit abgerun-
deter Spitze und einem Grübchen an der Wurzel, glänzend hoch-
gelb, mit etwas dunklerm Saume. Die Deckschilde kurz und
breit gewölbt, längs der Basis etwas eingesenkt, die Schuterbeulen
breit und flach, die Seitenlappen kurz, aber tief herabgezogen,
die Spitzen einzeln kurz zugerundet. Die Punkistreifen sehr
regelmässig und kräftig, die flachen Zwischenräume fein punklirt,
die Punkte, besonders der mittlere, zu Querrunzeln ausgerissen,
daher der Glanz nur matt. Die Farbe hell rostroth, die Wurzel
schmal schwarz gesäumt, und die hintere Hälfte der Naht mit
einem ähnlichen, manchmal sehr zarten Saume besetzt. Daneben
zeigt jede Flügeldecke noch drei schwarze Punkte in gleicher
Stellung wie die vorhergehenden Arten, aber kleiner, und zu-
weilen fast verschwindend. Pygidium und Unterseite fein punk-
27
tirt und behaart, einfarbig rostgelb, der Hinterleib zuweilen etwas
gebräunt mit lichterm Rande. Auch die Beine rostgelb, die
Vorderschienen etwas gebogen, die Fussglieder, besonders der
Vorderfüsse, kurz und breit. Der Hinterrand des Prosternums
zwischen den kurzen Hinterenden breit ausgeschnitten, der vor-
dere Theil zur Aufnahme der Mundtheile wulstig aufgetrieben
und ausgehöhlt, bei dem Z° stumpf längskielig. Das letzte Seg-
ment des d' in der Mitte breit flach niedergedrückt und glän-
zend, bei dem 2 mit einer seichten, rundlichen Grube.
Aus Vorder-Indien (Mus. Berol. Sturm. Deyrolle), ins-
besondere aus Bengalen und Assam (Mus. Westermann).
410. Cr. floriger m. Rostroth mit lehmgelben Deckschil-
den, die Schulterbeulen und ein gemeinsames vorn gegabeltes
Kreuz schwarz; das Halsschild dicht punktirt, die Punktstreifen
derb, mit vorn fein punktirten, hinten glänzenden Zwischenräu-
men. L. 13°; Br. 1#'.
Aus dem Pariser Museum, wo der vorhergehende Käfer
fehlt, habe ich den vorliegenden unter dem Namen Cr. Herbstii
zum Vergleiche erhalten, und derselbe ist auch jener mehr be-
kannten und verbreiteten Art sehr ähnlich: ich glaube ihn jedoch,
auch wenn mir davon nur ein einzelnes Stück vorliegt, bei dem
Mangel aller Zwischenformen als eine eigene Art ansehen zu
müssen. In Umriss, Färbung und Sculptur gleicht er im Allge-
meinen der genannten Art, auf deren Beschreibung ich deshalb
Bezug nehmen kann; er weicht von derselben jedoch in folgen-
‘den Punkten ab. Bei einer, die grössten Exemplare des Cr.
Herbstii noch etwas übertreffenden Länge ist- er doch nicht
breiter, daher anscheinend schlanker, hinterwärts stärker ver-
schmälert; bei gleich roströthlicher Körperfärbung ist die Farbe
der Flügeldecken merklich lichter lehmgelb und sticht dadurch
auffallend gegen das Halsschild ab; die Punktirung des Halsschil-
des ist noch etwas feiner und zerstreuter, mit dazwischen kaum
genarbtem, glänzendem Grunde. Die meisten Verschiedenheiten
jedoch bieten die Flügeldecken dar. Die Punktstreifen sind zwar
eben so regelmässig, aber etwas feiner, die Zwischenräume
breiter, flacher, nur vorn fein runzlig punktirt; die mittlern Punkt-
streifen und die ganze Punktirung der Zwischenräume, welche
bei dem vorhergehenden bis zur Spitze kenntlich sind und sich
hier in einander verlieren, sind bei dem vorliegenden schon
285
von der Mitte ab fast ganz weggeschliffen, auf der Wölbung
kaum noch zu bemerken, und die überall etwas glänzenden Zwi-
schenräume erhalten daher hier einen förmlich spiegelnden Glanz.
Hierzu tritt nun noch die, für sich allein wenig beweisende Ab-
weichung in der Zeichnung. Jede Flügeldecke zeigt einen
schwarzen Fleck auf der Schulter, und von diesem schräg nach
innen und hinten einen zweiten Fleck, wie bei Cr. Herbstiü;
letzterer hängt dann aber durch eine schmale Bogenlinie mit der
Naht an derjenigen Stelle zusammen, wo bei der genannten
Art der gemeinsame schmale hintere Nahtfleck beginnt. Von
diesem Punkte (etwa ihrer Mitte ab) ist die Naht bis zur Spitze
breit und gleichmässig schwarz, und an derselben Stelie von
einer, über beide Flügeldecken fortziehenden, aber den Seiten-
rand nicht ganz erreichenden schwarzen Querbinde durchschnitten.
Es entsteht dadurch eine kreuzförmige Zeichnung, deren Vor-
derkalken sich vom Kreuzungspunkte an spaltet und dadurch die
vordere Hälfte der Naht bis zum Schildchen frei lässt. Unter-
seite und Beine wie bei dem vorigen, nur der Vorderrand des
Prosternums noch breiter voriretend und tiefer ausgehöhlt. Das
letzte Segment des 9 mit der gewöhnlichen Grube.
Aus Forder-Indien. (Mus. Franc.) :
11. Cr. Sehestedtii Fab. Oben rostgelb, unten schwarz
mit gelben Beinen, die Flügeldecken mit einer breiten, hinten
abgekürzten schwarzen Längsbinde; das Halsschild sehr fein
punktirt, die Punktstreifen mässig mit fein narbig PIE Fed:
Zwischenräumen. L. 13 —13‘; Br. 43 —1‘".
Cr. Sehestedtii Fab. Sie. Eleuth. II. 48. n. 43! Oliv. Ent. VI. 830.
n. 78. tab. 7, fig. 108,
Abermals dem Cr. Herbstii sehr ähnlich, fast eben so ge-
färbt, eben so lang, nur im Ganzen ein wenig schmaler, hinter-
wärts weniger verschmälert, und an der schwarzen Längsbinde
der Flügeldecken leicht kenntlich. Kopf und Fühler wie bei
jenem, nur die Punktirung des ersiern etwas feiner, die letztern
ein wenig dünner, die obern Glieder schwächer erweitert, und
nur rauchgrau, nicht schwarz. Das Halsschild mit $ seiner Länge
vorn stark kugelig übergebogen und durch die eingezogenen
Vorderecken eben so stark verschmälert, die Seiten fein gerandet
und nach vorn zusammengekrümmt, hinter der Mitte leicht aus-
geschweift, die Hinterecken spitz schräg rückwärts ausgezogen.
29
Der Hinterrand jederseits in breitem Bogen ausgeschnitten, der
Mittelzipfel kurz, schwach doppelt ausgerandet. Die Oberfläche
äusserst fein punktirt, glänzend rostgelb mit etwas lichtern Seiten,
auf der Mitte zuweilen ein paar schattenartige Querwische, der
Hinterrand fein schwarz gesäumt. Das Schildchen breit drei-
eckig, mit abgerundeter Spitze, sehr fein punktirt, mit einem
Grübchen an der Wurzel, rostgelb mit dunklerm Rande. Die
Deckschilde breit und flach gewölbt, hinter der Wurzel etwas
ansteigend und dann bis zur Wölbung hin allmählig abgeflacht,
die Schulterbeulen kaum bemerkbar, die Seitenlappen deutlich
entwickelt. Die Punktstreifen sehr regelmässig, von mässiger
Stärke; die Zwischenräume breit, flach, fein aber dicht narbig
punktirt, mit matteım Seidenschimmer, Die Farbe hell rostgelb,
meist etwas lichter als das Halsschild, der Saum längs der Wurzel
und eine an diesen gelehnte, aber die Spitze nicht erreichende,
breite Längsbinde auf jeder Flügeldecke schwarz; dieselbe liegt
zwischen dem zweiten und siebenten Punktstreifen, krümmt sich
aber vorn etwas nach aussen, so dass sie hier bis zum achten
Streifen hinausgreifend die Hälfte der Schulterbeule bedeckt, mit
dem Innenrande jedoch das Vorderende des zweiten, auch wohl
noch des dritten Streifens frei lässt. Das Pygidium fein punk-
tirt und greishaarig, schwärzlich, breit verwaschen rosigelb ge-
randet. Vorder- und Mittelbrust nebst den Schulterblättern rost-
gelb, Hinterbrust und Hinterleib schwarz, die Mitte jener nicht
selten der Länge nach verwaschen bräunlich oder röthlich, letz-
terer meist breit rostgelb gesäumt. Beine und Hüften gelb, mit
schwärzlichen Krallenhaken. Der Hinterrand des Prosternums
nur schwach ausgeschnitten, der Vorderrand rundlich ausgehöhlt.
Das letzte Segment des g* mit einem seichten dreieckigen Ein-
druck, des 2 mit einem tiefen rundlichen Grübchen.
Aus Vorder-Indien (Mus. Fab. Holm. Berol. Sturm;
insbesondere von Tranguebar: Mus. Westerm. und in Ben-
galen nach Olivier); auch auf Ceylon (Mus. Berol.) bei einem
von Kolenati an Gr. Mannerheim gegebenen Helfer’schen
Exemplare ist Mesopotamien als Vaterland angegeben: doch ist
hier wohl ein Irrthum oder eine Verwechselung zu vermuthen,
da für das Vorkommen des Käfers westlich vom Indus keine an-
derweiten Nachweise vorliegen und der grössere Theil der Hel-
Fer’schen Käfer in Indien gesammelt worden ist.
30
12. Cr. ovulum m. Rostgelb mit schwarzer Brust, der
Saum der Flügeldecken und eine breite, hinten abgekürzte Längs-
binde schwarz; das Halsschild sehr fein punktirt, die Punktstreifen
mässig, mit äusserst fein punklirten, glänzenden Zwischenräumen.
L; 145 — 1: u. > Br. L— au,
Der orkerstehien den ‚An allerdings sehr ähnlich, und daher
auch, wie es scheint, mit ihr vermengt, aber von ihr gewiss
specifisch verschieden. Er gleicht jenem im Allgemeinen an
Färbung und Farbenvertheilung, ist jedoch, wenn man beide
Geschlechter zusammenhält, merklich kleiner, rundlicher, während
Cr. Sehestedtii sich durch mehr gradlinig hinterwärts convergi-
rende, erst kurz vor der Spitze sich zusammenkrümmende Seiten
auszeichnet, wie dies Olivier's Figur sehr deutlich ausdrückt.
Die Punktirung der Deckschilde ist merklich feiner, daher deren
Oberfläche bei dem 2 dieser Art glänzender als bei dem &° der
vorhergehenden, die Eindrücke am Hinterrande des Halsschildes
sind deutlich und tief, und das bei jenem fast gleichseitige
Schildchen ist hier lang und schmal. Endlich sind die Fühler
nur auf der Unterseite roihgelb, auf der obern tief gebräunt, da-
gegen ist die Brust nicht so schwarz als bei Cr. Sehestedtii
und der Hinterleib kaum verwaschen bräunlich. Die Deckschilde
zeigen einen deutlichen, tief schwarzen, erst dicht vor der Spitze
erlöschenden Aussenrand, und die Naht ist mit einer breiten,
schwarzen, gleichfalls erst vor der Spitze abreissenden gemein-
samen Längsbinde bedeckt, deren Vorderende auch das Schild-
chen einnimmt, und nur zuweilen auf diesem einen kleinen,
schmalen Mittelfleck gelb lässt. Die Deckschilde tragen auf solche
Weise eigentlich drei schwarze Längsbinden, deren mittlere je-
doch den Seitenbinden an Breite etwas nachsteht. Der Vorder-
rand des Prosternums ist nur wenig vorgezogen, und die Grube
auf dem letzten Bauchringe des 2 länglicher und schmaler als bei
dem vorhergehenden.
Von Tranquebar in Vorder-Indien. (Mus. Westerm. Germ.)
Das Exemplar der @ermar’schen Sammlung ist von Herrn Schiödte aus
dem Kopenhagener Museum als Cr. Sehestedtii Fabr. mitgetheilt worden,
und hiernach müsste, da Fabricius auf die jetzt im Museurn befindliche Sehe-
sted!'sche Sammlung Bezug nimmt, diese und nicht die vorhergehende Art
als der ächte Cr. Sehestedtii angenommen werden. Dem widerspricht aber
nicht allein der Umstand, dass Fabricius’ eigene Sammlung nur den vorher-
gehenden, nıcht den vorliegenden Käfer unter jenem Namen enthält, sondern
3l
noch viel mehr die von ıhm gegebene, nur auf jenen passende Beschreibung;
ausserdem aber hat Hr. Westermann, welcher mir beide Arten zum Vergleich
mittheilte, jenen als Cr. Sehestedtii Fab., und diesen als n. sp. bezeichnet,
Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass ın dem Kopenhagener Museum
unter diesem Namen beide Arten vermengt sind, und dass @ermar nur zu-
fällig gerade ein Exemplar derjenigen Art erhielt, welche dem Fabrici’schen
Käfer nicht entspricht.
13. Cr. vittipennis Boh. Hell röthlichgelb, zwei ver-
waschene Punkte des Halsschildes, der Saum und eine breite,
hinten abgekürzte und gespaliene Längsbinde der Flügeldecken
schwarz; das Halsschild spiegelglatt, die Punktstreifen sehr fein,
mit braun punktirten, glänzenden Zwischenräumen. L. 13°;
Br. +1,
Abermals den vorhergehenden, insbesondere dem Cr. ovu-
lum, äusserst ähnlich, so dass er möglicher Weise nur eine Form
des letztern sein könnte, aber doch, da ich gleiche Geschlechter
von beiden vor mir habe, und sich zwischen beiden nicht bloss
Farben-, sondern auch Sculpturverschiedenheiten finden, nach
meiner Meinung eine selbstständige Art. An Grösse und Gestalt
gleicht er völlig dem letztgenannten Käfer, auf den ich daher
Bezug nehmen kann, und stimmt mit diesem auch in der Gestalt
des Schildchens und in der Farbenvertheilung auf den Deck-
schilden überein; nur ist die durch den Nahtsaum beider Flügel-
decken gebildete Nahtbinde etwas schmaler und die abgekürzte
Längsbinde gespalten (bei einem der vorliegenden Stücke durch
einen leichten Längsstreifen getheilt, bei einem andern in drei
vereinzelte Strahlen aufgelöst). Die wesentlichen Unterschiede
dagegen liegen in der lichter gelben, die ganze Unterseite ein-
nehmenden, nur auf dem Halsschilde schwach ins Röthliche fal-
lenden Färbung, auf dessen Mitte sich zwei kleine verwaschene
schwarze Fleckchen bemerklich machen; und in den viel feinern,
hinterwärts fast verloschenen Punktstreifen der Deckschilde, deren
äusserst fein runzlig-punktirte Zwischenräume einen starken
Lackglanz zeigen; endlich noch in der geringern Deutlichkeit der
vor dem Hinterrande des Halsschildes liegenden Eindrücke.
Ausser der Unterseite sind auch noch die Beine bis auf die pech-
bräunlichen Fussglieder lehmgelb. Alles Uebrige, auch die Grube
auf dem letzten Bauchringe des vorliegenden 2, wie bei der
vorigen Art.
32
Aus Vorder-Indien. Von den beiden mir vorliegenden
Exemplaren stammt das eine, von Sundewall mitgebrachte, von
Calcutta, und ist mir aus dem Mus. Holm. von Hrn. Boheman
zum Vergleiche mitgetheilt worden; das andere, dem Mus. Dey-
rolle gehörende, ist von Dr. Bacon bei Mussoorie gefangen.
14. Cr. virgula m. Hell röthlich-gelb, ein Stirnfleck,
zwei Punkte des Halsschildes, Schulterbeule, Saum und eine ab-
gekürzte Längslinie der Flügeldecken schwarz; das Halsschild
spiegelglatt, die Punkistreifen mässig mit spiegelglatten Zwischen-
räumen. L. 22; Br. 11.
In der Färbung dem vorhergehenden nicht unähnlich, aber
weit grösser, mehr walzlich, durch die reinere Zeichnung und
die deutlichern Punkisireifen von ihm leicht zu unterscheiden.
Der Kopf flach, mit feiner Stirnlinie, unten etwas eingezogen,
deutlich aber fein punktirt, glänzend gelb; ein Querfleck am
obern Stirnrande, die tief ausgebuchteten Augen und die Ober-
lippe schwarz, die Taster wieder gelb. Die Fühler (des 2) von
halber Körperlänge, dünn; das zweite Glied kurz birnförmig, die
beiden folgenden doppelt länger, verkehrt kegelförmig, die obern
vom fünften ab wenig zusammengedrücki und erweitert, die Farbe
gelb, mit rauchgrauem Anfluge der obern Hälfte. Das Halsschild
mit 5 der Länge vorn stark kugelig übergewölbt, durch das Zu-
sammenkrümmen der fein gerandeten Seiten sehr verschmälert,
die Hinterecken spitz vorgezogen; der Hinterrand jederseits tief
ausgeschnitten, mit kurzem, breitem, doppelt ausgerandetem Mit-
ielzipfel. Die Oberfläche spiegelglatt, die Farbe hell röthlich-gelb,
ein zarler Saum des Hinterrandes und zwei auf der Mitte neben
einander stehende, etwas quergezogene Punkte schwarz; über
die Mitte selbst eine verloschene, dunklere Längslinie. Das Schild-
chen gleichseitig-dreieckig, hinten kurz stumpf abgerundet und
erhöht, mit einem deutlichen Grübchen an der Basis, glänzend
röthlich-gelb mit schwärzlichem Saume. Die Deckschilde breit
walzenförmig, hinterwärlts wenig verschmälert, hinter der einge-
senkten Wurzel allmählig ansteigend; die Schulterbeulen länglich,
stumpf, durch einen breiten Eindruck an ihrer Innenseite abge-
setzt, die Seitenlappen stark herabgezogen, die Spitzen einzeln
breit abgerundet, fast abgestutzt. Die Punkistreifen regelmässig
und deutlich, die mittlern auf der Wölbung etwas schwächer, die
Zwischenräume flach, glänzend, die äussern etwas breiter. Die
Farbe ein ins Röthliche fallendes Lehmgelb, ein breiter Saum
längs der Wurzel, ein schmaler längs der übrigen Ränder, auch
‚den Seitenlappen umziehend, schwarz; ein länglicher Fleck auf
der Schulter, und eine hinter der Mitte abgerissene, vorn bis
zum Beginne der Punktstreifen reichende Längslinie auf dem
dritten Zwischenraume gleichfalls schwarz. Pygidium und Unter-
seite gelb, dicht punklirt und dünn greishaarig, die Brust etwas
dunkler und die glänzenden Schulterblätter wieder lichter; auch
die Beine einfarbig gelb, mit verwaschen lichtern Schenkel-
spitzen. Der Vorderrand des Prosternums kaum vorgezogen,
auch dessen Hinterenden nur als kurze, siumpfe Höcker be-
merkbar. Das letzte Segment des einzigen vorliegenden 2 mit
einer grossen, tiefen rundlichen Grube.
Von Ceylon. Aus dem Museum Berol. zum Vergleich er-
halten.
15. Cr. circumductus m. Hell röthlich-gelb, zwei Punkte
des Halsschildes, ein schmaler Wurzelsaum und ein breiter Aussen-
rand der Deckschilde schwarz; das Halsschild spiegelglatt, die
Punktstreifen derb, mit sehr flach gewölbten, fein gerunzelten
Zwischenräumen. e 12°; Br. 135, .
Von fast gleicher ande mit dem vorhergehenden, aber
merklich schmaler, daher gestreckter, hinterwärts stärker ver-
schmälert, durch die Sculptur und die eigenthümliche, scharf be-
gränzte Zeichnung der Deckschilde sehr ausgezeichnet, ausser-
dem aber von jenem durch den Bau des Vorderrandes vom
Prosternum leicht zu unterscheiden. Der Kopf flach, zwischen
den Fühlern wenig vortretend, die Stirn der Länge nach seicht-
und breit eingedrückt und- innerhalb dieses Eindrucks noch von
einer feinen Längslinie durchschnitten, der untere Theil des
Kopfschildes quer halbmondförmig eingedrückt; die Fläche zer-
streut und fein punktirt, ziemlich glänzend. Die Färbe hell röth-
lich- gelb, nur die langgestreckten, tief ausgebuchteten Augen
und die Kinnbacken schwarz. Die Fühler von mässiger Stärke,
das zweite Glied kurz birnförmig, die drei folgenden verkehrt
kegelförmig, allmählig verlängert und das fünfte reichlich dreimal
länger als das zweite, die obern noch ein wenig länger, vom
sechsten an schwach zusammengedrückt und erweitert, alle hell-
gelb, die obern dünn greishaarig. Das Halsschild mit der grösse-
IX. 3
Ma
ren Hälfte vorn übergekrümmt, seitlich tief herabgezogen und
fein gerandet, durch das bogige Zusammenlaufen der Seiten-
ränder nach vorn hin merklich verschmälert, die Hinterecken
breit zugespitzt, kaum aufgeirieben. “Der Hinterrand jederseits
breit wellig ausgeschweift, vor den Schultern tiefer ausgeschnitten,
der Mittelzipfel kurz, breit, deutlich doppelt ausgerandet. Die
Oberfläche „vor dem Schildchen jederseits seicht schräg ein-
gedrückt, spiegelglatt, lehmgelb mit schwach röthlichem An-
fiuge, auf der Mitte neben einander zwei schwarze Punkte.
Das Schildehen dreieckig, etwas länger als breit, hinten kurz
abgestutzt und stark ansteigend, an der Wurzel das gewöhnliche
Grübchen. Die Farbe glänzend gelb mit schwarzem Saum. Die
Deckschilde aus dem Walzenförmigen hinterwärts deutlich ver-
schmälert und eben so sich nach der Spitze zu allmählig ab-
flachend, letztere einzeln breit abgerundet, fast abgestutzt; der
Saum der Wurzel tief eingesenkt, letztere dann jederseits am
Schildchen niedergedrückt, und die breit-höckerigen Schulter-
beulen nochmals durch einen deutlichen Eindruck abgesetzt; der
Seitenlappen tief herabgezogen. Die Punktstreifen sehr regel-
mässig, derb, die äussern und die der Naht zunächst liegenden
tiefer eingedrückt, leichte Furchen bildend, die Zwischenräume
flach und hinterwärts deutlicher gewölbt, fein querrunzlig und
daher nur mässig glänzend. Die Farbe hell röthlich-lehmgelb,
ein feiner Saum der Wurzel und ein breiter Seitenrand, welcher
zugleich die Schulterbeule umfasst, aber von dem Wurzelsaume
durch einen schmalen Zwischenraum getrennt ist, schwarz. Der
letztere bedeckt die beiden äussern Zwischenräume, greift mit
etwas weilig gekrümmtem Innenrande in der Mitte auf den sie-
benten über, und umfasst dann mit schräger Richtung auch die
Spitze bis zum Nahtwinkel, während der mit einem bräunlichen
Saume umzogene Seitenlappen und eben so ein zarter, die Spitze
umziehender Rand die gelbe Grundfarbe beibehalten. Pygidium
und Unterseite heller geib, dicht punktirt und dünn greishaarig,
auch die Beine gelb, mit einem verwaschenen bräunlichen Längs-
fleck auf der breiten Schenkelfläche, Der Vorderrand des Pro-
sternums breit vorgezogen, napfförmig ausgehöhlt, die Mittelfläche
der Länge nach etwas aufgewulstet, und die Hinterenden kurz
und breit zugespitzt. Das letzte Segment des 2 mit einer grossen,
w
35
tiefen, an den niedergedrückten Seitenrändern lang gewimperten
‚Grube. *
- Gleichfalls von Ceylon. (Mus. Ber.)
16. Cr. semirufulus m. Lehmgelb, das Halsschild mit
zwei schwarzen Punkten, die Flügeldecken dunkel kirschroth mit
verwaschen geschwärzten Rändern; das Halsschild spiegelglatt,
die Punktstreifen vorn derb, mit spiegelnden Zwischenräumen.
BeensBr)1r
Von der Grösse und Gestalt des Cr. pulvillatus, aber an
der höchst eigenthümlichen Farbenvertheilung leicht von allen
verwandten Arten zu unterscheiden. Der Kopf flach, über den
Fühlerwurzeln leicht quer gewölbt, das Kopfschild etwas einge-
drückt und mit dem untern Theile eingezogen, die Oberfläche
srob vereinzelt punktift und dazwischen glänzend. Die Farbe
schmutzig lehmgelb, ein Querfleck über den Augen und ein sich
unterwärts spaltender, verwaschener Längsfleck auf der Stirn, so
wie ein Wisch jederseits über der Fühlerwurzel bis zu dem
obern innern Augenrande hin braunroih. Auch die Oberlippe
nebst den Kinnladen ins Pechbräunliche fallend, die langgestreck-
ten, dreieckig ausgebuchteten Augen schwarz. Die Fühler des
einzigen, mir vorliegenden Exemplars unvollständig; das zweite
Glied birnförmig, das dritte wenig und das vierte doppelt länger,
das fünfte und die folgenden noch etwas verlängert, die obern
vom sechsten an mässig verbreitert und zusammengedrückt, alle
licht gelb. Das Halsschild kurz, fast von der Wurzel an nach
vorn übergewölbt und durch die tief eingezogenen Vorderecken
stark verschmälert, die fein gerandeten Seiten nach vorn in
breitem Bogen convergirend, die kurzen Hinterecken breit, in
eine scharfe Spitze ausgezogen. Der Hinterrand jederseits
schwach wellig gebogen, fast gerade, erst vor den Schultern
tiefer ausgebuchtet, scharf gesägt; der Mittelzipfel kurz, breit,
kaum merkbar doppelt ausgerandet. Die Oberfläche längs dem
ganzen Hinterrande elwas eingesenkt, fein und kaum sichtbar
zerstreut punklirt, spiegelglatt, hellgelb und dadurch sehr gegen
die dunkle Basis der Deckschilde abstechend; vor der Mitte zwei
grosse scharfbegränzte, länglichrunde schwarze Punkte. Das
Schildehen breit dreieckig, hinten kurz abgestutzt und slark an-
steigend, glänzend schwarz, an der Basis mit einem kaum merk-
lichen Grübchen. Die Deckschilde walzenförmig, aus breiter
36
Wurzel hinterwäris allmählig. verschmälert und sich entsprechend
nach der Spitze zu abflachend, mit wenig abfallender Wölbung.
Die Wurzel quer niedergedrückt, jederseits am Schildchen und
wieder innerseits der Schulterbeulen stärker eingedrückt, letztere
als längliche Höcker emporgehoben; der Seitenlappen ziemlich
breit. Die Punktstreifen sehr regelmässig, vorn derb, hinter-
wärts allmählig feiner, jedoch ohne irgend ganz zu verschwinden;
_ die Zwischenräume flach, nur die seitlichen etwas gewölbt, dabei
spiegelglänzend, kaum punktirt. Die Farbe dunkel kirschroth,
Wurzel, Naht und der unterbrochene Aussenrand breit verwa-
schen geschwärzt. Das Pygidium fein punkliri und dünn greis-
haarig, lehmgelb; auch die Unterseite und die Beine einfarbig
!ehmgelb mit lichtern Enden der Schenkel und Schienen, und
schwärzlichen Krallenhaken. Die Hinterenden des Prosternums
wenig vorlretend, der Vorderrand als ein breiter, flach ausge-
höhlter Lappen vorgezogen. Das letzte Segment des einzigen
vorliegenden 2 mit einer grossen, kreisrunden an den Seiten
etwas niedergedrückten Grube.
Aus den Neelgherries. (Mus. Westermann.)
17. Cr. insubidus m. Dunkel rostroth, zwei Punkte dei
Halsschildes und die Wurzel der Deckschilde schwarz; das Hals-
schild spiegelglatt, die Punktstreifen derb, mit fein ee
glänzenden Zwischenräumen. L. 12‘; Br. 1:44
An Grösse den mittlern Stücken des Cr. Sehestedti gleich,
besonders aber dem Cr. parasiticus nahe verwandt, und von
diesem, auch abgesehen von der geringern Grösse, durch die
vorn derbern, hinten nicht verloschenen Punktstreifen der Deck-
schilde und die kürzern, stumpfern Hinterenden des Prosternums,
so wie die dunkie Färbung des Seitenlappens abweichend. Der
Kopf flach gewölbt, unten elwas eingezogen, das Kopfschild mul-
denförmig eingedrückt, die Stirn mit feiner Längsrinne; die
Oberfläche lackglänzend, kaum punktirt, die Farbe rostroth, nur
die langen, breit und tief ausgebuchteten Augen schwarz. Die
Fühler (des 9) schlank und dünn, elwa von halber Körperlänge,
das zweite Glied kurz birnförwig, die beiden folgenden doppelt
länger, fast walzlich, die beiden nächsten noch etwas verlängert,
die obern wieder wenig zusammengedrückt und erweitert, das
letzte völlig gleichbreit, mit langem, dünnem Föortsatze. Die
Farbe hellgelb, die obern Glieder fein behaart, das: Halsschild
37
kurz, stark kugelig gewölbt und mit 3 seiner Länge vorn über-
gebogen, hinten wieder eingesenkt, vor dem Schildchen jeder-
‚seits mit einem seichten ‚Schrägeindrucke; die Seiten fein ge-
randet und nach vorn zusammengekrümmt, der Hinterrand jeder-
seits breit — und vor den Schultern nochmals schwächer ausge-
schweift, der Mittelzipfel kurz, schwach doppelt ausgerandet.
Die Farbe glänzend rostroth, durch die äusserst feine, kaum
sichtbare Punklirung nicht geschwächt, die Seitenränder etwas
dunkler, der deutlich gesägte Hinterrand zart schwarz gesäumt,
und ausserdem vor der Mitte zwei verwaschen begränzte Längs-
fleckchen neben einander. Das Schildchen fast gleichseilig drei-
eckig, kaum punktirt, glänzend rostroth, mit dunklern Säumen.
Die Deckschilde kurz und breit gewölbt, die Seiten hinterwärts
deutlich zusammengekrünmt, die Wurzel jederseits am Schildchen
und nochmals stärker innerseits der Schulterbeulen eingedrückt,
letztere breit und flach hervortretend, der Seitenlappen kurz, aber
deutlich. Die Punkistreifen derb, vorn aus grossen, nicht sehr
dicht gedrängten Punkten bestehend, von der Mitte ab feiner,
aber doch bis zur Spitze hin deutlich erkennbar; die Zwischen-
räume flach, fein punktirt und glänzend. Die Farbe dunkel rost-
roth, längs der Wurzel eine gemeinschaftlliche, nur durch das
Schildchen und hinter diesem durch die Naht unterbrochene breite
schwärzliche Querbinde, deren hinterwärts verwaschene, auclı
den Seitenlappen einnehmende Begränzung längs Naht und Seiten-
rand mit einem langen Zipfel bis zu deren Mitte vordringt, auf
der Innenseite der Schulterbeule aber in einem tiefen Bogen
ausgeschnitten ist. Eins der vorliegenden Stücke zeigt zugleich
noch auf der Wölbung eine rundliche, verwaschen bräunliche
Stelle. Pygidium und Unterseite rostroth, Beine und Hinterränder
der Bauchsegmente etwas lichter, die Hinterenden des Proster-
nums kurz aber scharf zugespitzt, der Vorderrand. desselben
kahnförmig vorgezogen, hinter ihm die Mitte höckerarlig aufge-
schwollen. Das letzte Segment des allein vorliegenden & breit
und seicht eingedrückt.
Aus Vorder-Indien (bengalen: Mus. Berol.).
48. Cr. sanguinolentus Oliv. Schwarz; Kopf, Hals-
schild, Aussenrand der Deckschilde und Beine rostroih; das Hals-
schild mit zwei schwarzen Flecken, fein punktirt, die Punkt-
38
streifen mässig, mit fein quergerunzelten ee —_
E: 120: Br. 12, 4
Cr. sanguinolentus Oliv. Ent. Vl. 829. n. 76. tab. 7. fig. 106.
In der Grösse und Gestalt zunächst dem in den meisten
Sammlungen vorfindlichen Cr. parasiticus verwandt, und von
ihm hauptsächlich durch die Färbung, ausserdem aber durch die
Sculptur der Deckschilde abweichend. Der Kopf flach, unten
kaum eingezogen, die Stirn oben etwas zurücktretend, mit fein
eingeschnittener Längslinie, die Oberfläche rostgelb, lackglänzend,
fein und sehr zerstreut punktirt, die Mundtheile bräunlich, die
langen, breit aber nicht tief .ausgebuchteien Augen schwarz.
Die Fühler rostroth, mit rauchgrauer Spitze, das zweite Glied
verkehrt Bernie fast so gross als das dritte, die folgenden
nur wenig vergrössert, die obern vom sechsten ab deutlich eI-
weitert imd ed ückt. Das Halsschild kurz, stark ku-
gelig gewölbt und vorn mit der grössern Hälfte dv ge-
krümmt, hinten wieder etwas eingesenkt, vor dem Schildchen
mit zwei leiehten Quereindrücken; die Seiten fein gerandet, stark
zusammengekrümmt, der Hinterrard jederseits breit ausgeschweilt,
sit kurzem, breitem, undeutlich doppelt ausgerandetem Mittel-
zipfel. Die Oberfläche rostroth, glänzend, deutlich aber fein und
schr zerstreut punktirt, mit feinem schwarzen Saume des ge-
. sägten Hinterrandes, und zwei grossen rundlichen schwarzen
Mittelflecken. Das Schildchen lang und schmal dreieckig, mit
abgerundeter Spitze und einem Grübchen an der Wurzel, glan-
zend schwarz. Die Deckschilde breit gewölbt, mit eiwas abge-
flachtem Rücken und einzeln stumpf abgerundeten Spitzen, die
Wurzel auf jeder Seite des Schildchens und dann wieder inner-
seits der Schulterbeulen breit quer eingedrückt, letztere als
stumpfe Höcker hervortretend, die Seitenlappen kurz und wenig
bedeutend, Die Punktstreifen deutlich, wenngleich hinterwärts
etwas schwächer, die Zwischenräume flach, fein aber dicht quer-
runzlig, und dadurch von der Mitte ab immer matter. Die Farbe
rein schwarz, ein scharf begränzter, hinter der Schulterbeule
buchtig erweiterter und zugleich die Spitze breit umziehender
Aussenrand der Deckschilde rostroth; ändert jedoch ab; |
ß. die ganzen Deckschilde bis auf den umgeschlagenen
Rand des Seitenlappens schwarz,
39
0 Auch das Pygidium schwarz, fein punktirt und greishaarig ;
die Unterseite schwarz, nur Vorder- und Mittelbrust nebst Schul-
terblättern und Beinen rostroth, der Vorderrand der Vorderbrust
kaum vorgezogen, die Hinterenden desselben kurz und stumpf.
Das letzte Segment des 2 mit einer liefen, länglich runden
Grube. |
In Yorder-Indien,; die Hauptform ohne nähere Angabe des
Fundortes aus dem Mus. berol.; die var. &., von Dr. Bacon bei
Londour auf Tannen gefangen, aus dem Mus. Deyrolle.
Olivier beschreibt seinen Cr. sanguinolentus als aus Ouwara in Afrika
stammend, seine Beschreibung und- Abbildung passen indess genau auf die
Hauptform der vorliegenden Art, welche auch im Mus. Berol. als Olivier’s
Käfer angenommen ist. Es scheint übrigens keinesweges unmöglich, dass ein
ostafrıkanischer Käfer sich bis nach Vorder-Indien ausbreite, zumal der binter-
indische Cr. Billardierii Fab, ein Beispiel fast noch weiterer Verbreitung in
östlicher Richtung abgiebt.
19. Cr. sobrius m. Rostigelb mit schwarzem Schildchen,
zwei vorn abgekürzte Längsbinden des Halsschildes, der Saum
und eine vorn erweiterte, hinten abgekürzte Längsbinde der
Flügeldecken schwarz; das Halsschild spiegelglatt, die Punkt-
streifen fein mit glatten Zwischenräumen., L. 13°; Br. 145°”.
Nach der Färbung der Oberseile gewissermaassen .„ eine
Mittelart zwischen Cr. ovulum und Billardierii, letzterem auch
durch den hinterwärts deutlich verschmälerten Körper nahe ste-
hend; von Cr. parasiticus, mit dem er im Mus. Derol. ver-
bunden worden war, sogleich an dem schwarzen, auch den
Seitenlappen umziehenden Saume der Flügeldecken zu unter-
scheiden. Der Käfer ist ein wenig grösser als Cr. Billardierii,
hinterwärts nicht ganz so stark verschmälert, die Farbe_ der
Oberseite mehr ins Rostgelbliche fallend, übrigens eben so spie-
gelglatt wie die eben genannte Art. Der Kopf flach, mit seicht
eingedrückler, noch von einer zarten Stirnrinne durchzogener
Stirn, fein und zerstreut punktirt, ziemlich glänzend; das Kopl-
schild unten eingezogen und leicht quer eirgedrückt. Die tief
ausgebuchteten Augen, ein verwaschener Stirnfeck und ein Fleck
jederseits über dem Fühlerhöcker schwarz. Die Fühler derb,
das zweite Glied kurz birnförmig, das dritte doppelt und das
vierte fast dreimal länger, beide verkehrt kegelförmig, die obern
vom fünften an breit dreieckig erweitert, zusammengedrückt und
noch merklich länger als das vierte. Die vier unltern rosigelb,
40
dig, obern schwarz. Das Halsschild stark kugelig, mit mehr als
2 der Länge vorn übergewölbt, durch die bogenfürmig conver-
ee fein gerandeten Seiten daselbst: verschmälert; die Hin-
terecken spitz vorgezogen, etwas aufgetrieben, der Hinterrand
jederseits tief ausgeschnitten, der Mittelzipfel kurz, breit, deut-
lich doppelt ausgerandet. Der Rücken vor dem Schildchen jeder-
seits schwach quer niedergedrückt; die Oberfläche spiegelglatt,
rostgelb; zwei breite, nach vorn bogenförmig zusammenlaufende,
aber nicht zusammentreffende, auch den Vorderrand nicht er-
reichende Längsbinden schwarz. Das Schildchen breit dreieckig,
hinten etwas erhöht, vorn mit dem gewöhnlichen Grübchen,
glänzend schwarz, Die Deckschilde aus breiter Basis hinter-
wärts verschmälert und dann kurz zugerundet, längs der Wurzel
gegen den eingesenkten Vorderrand etwas erhöht, mit breitem,
flachem Rücken, seitlich stärker — nach der Spitze zu sehr all-
mählig abfallend, die Schulterbeulen breit, auf ihrer Innenseite
durch einen tiefen Längseindruck abgesondert, die_ Seitenlappen
lang herabgezogen. Die Punktstreifen sehr regelmässig, aus
starken Vorderenden hinterwärts feiner, die mitilern auf der
Wölbung fast weggeschliffen. Die Zwischenräume flach, ‚spiegel-
glatt. Die Farbe hell rosigelb, ein zarter, die ganze Flügeldecke
einschliesslich des Seitenlappens umziehender Saum, und auf je-
der Flügeldecke eine breite, der Naht gleichlaufende, hinten ab-
gekürzte, vorn die Wurzel erreichende und dort seitlich auf die
Schulterbeule übergreifende Längsbinde schwarz; letztere Zeich-
nung, eben so wie die sich vorn daran schliessende Zeichnung
des Halsschildes scharf begränzt, und dadurch sehr von der ver-
waschenen und überfliessenden Zeichnung des Cr. parasiticus
abweichend. Pygidium und Unterseite heller lehmgelb, fein punk-
ir und dünn greishaarig; auch die Beine einfarbig lehmgelb.
Der Vorderrand des Prosternums kurz vorgezogen und breit ab-
gestutzt, die Hinterenden breit dreieckig, wenig bemerkbar. Das.
letzte Segment des einzigen a g‘ mit einem kurzen,
Bedeu Quereindruck.
Von Ceylon, (Mus. Berol.) |
20. Cr. Billardierii Fab. Rostroth mit schwarzer Un-
terseite, zwei vorn abgekürzte Schrägbinden des Halsschildes,
eine hinten abgekürzte Längsbinde und eine gemeinsame, vorn
gespaltene Nahtbinde der Flügeldecken schwarz; das Halsschild
41
‚spiegelglatt; die Punktstreifen fein, mit sehr fein punktirten, glän-
zenden Zwischenräumen. L. 14 — 13°; Br. 13—1.
Cr. Billardierii Fab. Syst. Eleuth. II. 48. n, 41! Oliv. Ent. VI, 828.
nn, 75. tab. 7. fig. 109.
Eine kleine äusserst zierliche und, wie es scheint, weit ver-
breitete Art, der vorhergehenden auf den ersten Blick sehr ähn-
lich, doch von ihr an der schwarzen Unterseite sogleich zu un-
ierscheiden. Der Kopf in der Mitte etwas mit flacher Wölbung
hervortretend, das Kopfschild seitwärts ‚deutlich — oberwärts
weniger merkbar abgesetzt, breit aber nicht hoch. Die Aus-
randung der Augen breit und seicht. Die Punktirung oberwärts
fein und zerstreut, unten dichter und deutlicher, die Farbe rost-
roth, mässig glänzend, Augen und Mundtheile schwarz. Die
Fühler von mässiger Länge, das Wurzelglied schlank, etwas ge-
bogen, die folgenden schmal und dünn, die obern vom sechsten
an stark verbreitert und zusammengedrückt, die Farbe rostroth
mit schwach gebräunter Spitze. Das Halsschild kurz und breit,
nach vorn hin stark verschmälert und mit der grösseren Hälfte
vorn übergewölbt, die Seiten sehr fein gerandet und in breiten
Bogen convergirend, die Hinterecken breit und spitz hervorire-
tend, der Hinterrand jederseits tief ausgeschweift, der Mittelzipfel
kurz, aber deutlich doppelt ausgerandet. Die Oberfläche kaum
punktirt, die Farbe glänzend rostroth, der schmale Saum des
Hinterrandes und zwei vor dem Schildchen fast zusammen-
stossende, nach vorn zu auseinander laufende, aber das Vorder-
drittel nicht erreichende Schrägbinden schwarz, Das Schildchen
lang dreieckig, hinten etwas aufsteigend, an der Wurzel mit
einem Grübchen, glänzend rostroth, mit schwarzem Saume. Die
Deckschilde kurz gewölbt, aus breiter Basis sich hinterwärts
bogig verschmälernd, der Rücken breit und flach gerundet, nach
hinten allmählig und erst vor der Spitze stärker abfallend, letztere
einzeln sehr breit zugerundet. Die Wurzel etwas wulstig an-
steigend. mit einem Eindrucke jederseits am Schildchen, die
Schulterbeulen breit und flach, auf der Innenseite ohne merk-
lichen Eindruck, die Seitenlappen sehr tief herabgezogen. Die
Punktstreifen regelmässig, aber fein, die Zwischenräume flach,
sehr fein punktirt, der äusserste über dem Seitenrande sehr
breit. Die Farbe rosiroth mit schmal schwarzem Nahtsaume, eine
Schrägbinde auf jeder Flügeldecke, welche, die Schulterbeule mit
einschliessend, die Wurzel, nicht aber die Spitze berührt, und
eine breite gemeinschaftliche Nahtbinde schwarz; letztere spaltet
sich am Schildchen, und tritt, dieses umschliessend, auf das
Halsschild über, wo ihre Arme sich durch die beiden, nach vorn
auseinander laufenden Längsbinden fortsetzen, Das Pygidium
fein punktirt und behaart, rostroth, mit verwaschen gebräunter
Mitte; die Unterseite fein punktirt, dünn behaart, schwarz, die
Seiten des letzten und der Mittelzipfel des ersten Bauchringes
bräunlich, Vorder- und Mittelbrust dunkel rostroth. Die Hinter-
enden des Prosternums kurz und höckerig, der Vorderrand etwas
napflförmig ausgebogen. Hüften und Beine rostroth, mit gebräunter
Fläche der Hinterschenkel. Das letzte Bauchsegment des g° ein-
fach, kaum seicht quer niedergedrückt, des 2 mit einer läng-
lichen, glänzenden Grube. .
Von Java. (Mus. Berol. Westerm.) Ausserdem nennt
Olivier Neuholland als Vaterland, und das Exemplar der Fa-
bricius’schen Sammlung stammt von Neu-Cumberland.
21. Cr. parasiticus m. Rostroth mit hellgelben Seiten-
lappen, Halsschild und Deckschilde meist mit mehr oder weniger
ausgedehnten schwarzen Zeichnungen; das Halsschild spiegelglalt,
die Punktstreifen ziemlich derb, mit fein punklirten, glänzenden
Zwischenräumen. L. 1-12”; Br, & — 424.
Eine höchst veränderliche Art, von der kaum zwei Stücke
einander ganz ähnlich sind, deren mannigfaltige Abänderungen
aber in der lichtgelben Färbung des Seitenlappens und der
Schulterblätter, meist auch in den schwarzen Fussgliedern und
den schwarzen Fühlerspitzen so weit übereinstimmen, dass man
hiernach das Zusammengehörende mit ziemlicher Sicherheit zu-
sammenfinden kann; ausserdem bietet das überwiegend in die
Quere sich ausdehnende Ueberfliiessen der Zeichnung, der ins
Bläuliche fallende Schimmer derselben, und die im Ganzen derbe,
aber aus etwas vereinzelten Punkten gebildete Sculptur derselben
noch eine Reihe von brauchbaren Unterscheidungsmerkmalen dar.
Der Kopf flach, mit einem kurzen. Stirngrübchen, fein und zer-
streut punktirt, glänzend rostroth; die langen, mässig ausgebuch-
teten Augen und ein Fleck über jeder Fühlerwurzel schwarz.
Die Fühler kurz und dünn, das Wurzelglied etwas flach zusam-
mengedrückt, das zweite birnförmig, die folgenden fast gleich
gross und nicht viel länger als das zweile, die obern wenig
43
zusammengedrückt und verbreitert; die Farbe röthlich-gelb mit
geschwärzter Spitze. Das Halsschild stark kugelig gewölbt, mit
der grösseren Hälfte vorn übergebogen, seitlich tief: herabge-
zogen, aber kaum gerandet, die Ränder nach vorn bogig con-
vergirend, die Hinterecken als kurze breite Spitzen voriretend;
der Hinterrand breit, aber nur seicht ausgeschweift und erst vor
jeder Schulter tiefer ausgeschnitten, der Mittelzipfel kurz und
breit, undeutlich doppelt ausgerandet. Die Oberfläche sehr fein
und zerstreut punklirt, spiegelnd, rostroth oder rostgelb, zuweilen
ohne Zeichnung, meist aber auf der Mitte mit zwei schwarzen
Punkten, Flecken oder Wischen, die sich manchmal mit breit
dreieckiger Verlängerung bis zum Hinterrande ausdehnen, ohne
dass diese Ausdehnung jedoch stels mit dem Ueberhandnehmen
dunkler Flecken auf den Flügeldecken zusammenhinge. Das
Schildchen breit dreieckig, fast gleichseitig, mit einem Grübchen
an der Basis, glänzend hell rostroth, mit schwarzem Saume. Die
Deckschilde an der Basis am breitesten, hinterwärts mit fast
geradlinigen Seiten verschmälert und dann kurz zugerundet; die
Wurzel quer niedergedrückt, der Rücken stark gewölbt und sich
nach der Spitze zu allmählig verflachend; die Schulterbeulen
breit und flach, ohne merklichen Eindruck auf ihrer Innenseite.
Die Punkitstreifen schr regelmässig, aus vereinzelten Punkten von
mässiger Stärke gebildet, von der Wölbung ab auffallend feiner,
und zuletzt fast weggeschliffen; die Zwischenräume breit, flach,
fein punktirt und querrunzlig, glänzend. Die Farbe rostgelb oder
bei den stark schwarz gezeichneten Stücken etwas dunkler rost-
roth; der umgeschlagene Rand des Seitenlappens licht gelb, ein
schmaler Saum längs der Wurzel schwarz, und die Naht meist,
wenn auch nicht immer, schwach gebräunt. Rücksichtlich der
Zeichnung habe ich folgende Hauptformen vor mir:
@. Die Flügeldecken einfarbig rosigelb; dieselbe Färbung
zeigt das Halsschild mit Fühlern und Fussgliedern;
- -ß. mit drei schwarzen Punkten (2,1); vorn ein sehr kleiner
auf der Schulterbeule, das hintere Paar auf der Wölbung, beide
Punkte in die Länge gezogen, und der äussere doppelt stärker
‚als der innere (CHalsschild ungefleckt);
y. die hintern Punkte zu einer breiten Querbinde zusammen-
fliessend, welche bald die Spitze als einen lichten Fleck übrig
lässt, bald dieselbe mit umfasst. Bei einem hierher gehörenden
44
Stücke, dessen Grundform augenscheinlich der Innenfleck der
var. ß gefehlt hat, umzieht der verlängerte äussere Fleck breit
hakenförmig die ganze Spitze. (Halsschild ungefleckt, oder mit
zwei trüben Fleckchen oder Wischen bezeichnet. )
d. Auch der Schulterpunkt zu einer abgekürzten, längs das
Wurzel hinziehenden aber das Schildchen nicht erreichenden
Querbinde erweitert; die Hinterbinde lässt entweder die Spitze
frei, oder umfasst mit dieser das ganze hintere Drittel der Deck-
schilde. (Halsschild mit zwei schwarzen, meist bis zum Hinter-
rande verlängerten, und hier sich an die Vorderbinden der Flü-
geldecken anlehnenden Flecken); |
& die Vorderbinden hinter dem Schildchen zusammenstossend,
‘so dass die Deckschilde schwarz, mit einer schmalen, buchtigen,
rostrothen Querbinde vor der Mitte erscheinen. (CHalsschild mit-
zwei grossen Flecken, wie bei 0);
&. die rothe Mittelbinde unterbrochen, so dass nur noch
jederseits ein rolhes Fleckchen an der Naht und eine Erweite-
rung des lichten Randsaumes übrig bleiben. (Halsschild wie bei &);
nn. die Deckschilde ganz schwarz, und nur zuweilen noch
Naht und ein schmaler Aussensaum der Deckschilde röthlich oder
bräunlich, bis zuletzt auch dieserschwindet. (Das Halsschild ein-
farbig, oder mit zwei Punkten, oder, wie bei &, mit zwei grossen
Flecken gezeichnet.)
Bei allen diesen Varietäten bleibt jedoch das Schildchen
roth, so wie auch der umgeschlagene Rand des Pe
seine gelbe Färbung unverändert beibehält.
Das Pygidium fein punktirt, dünn gelbhaarig, röthlich oder
bräunlich gelb; auch die Unterseite fein punktirt und gerunzelt,
dünn behaart, röthlich- gelb, die Schulterblätter hellgelb. Die
Hinterenden des Prosternums kurz aber scharf dreieckig vorire-
tend, der Vorderrand napflörmig vorgezogen. Die Beine eben-
falls röthlich- gelb, mit etwas dunklern, bei den stärker gezeich-
neien Varietäten schwärzlichen Fussgliedern, das letzte Segment
des d' mit einem seichten, rundlichen Eindruck, des 2 mit einem
fast kreisrunden Gr u
In Vorder-Indien und, wie es scheint, dort weit verbreilet,
Von Ceylon (Mus. Berol.), Tranguebar (Mus. Westermann),
Pondichery (Perrolet im, Mus. Deyrolle), auch bei Dinapore
von Dr, Bacon gesammelt. (Mus. Deyrolle) Ausserdem habe
45
'ich noch Exemplare aus dem Mus. Franc. und Buguet, ohne
genauere Angabe der Heimath, vor mir, Im Ganzen habe ich
von dieser Art 23 Exemplare — mehr als von irgend einer an-
dern asiatischen — vergleichen können.
Die von Fabricius beschriebenen, mir unbekannt gebliebenen Arten Cr.
Vahlii und Spengleri (s. unten im Anhange) bin ich sehr geneigt, auf Varie-
täten der vorbeschriebenen, vielgestaltigen Art zu deuten; wenigstens enthalteu
Fabricius’ Worte Nichts, was solcher Deutung widerspräche. Sicherheit kann
darüber allerdings nur der Vergleich des Kopenhagener Museums gewähren,
in welcher die von Fabricius in Bezug genommenen Sammlungen von Lund
und Sehestedt jetzt enthalten sind. -
22. Cr. pilularius m. Oben dunkelroth, unten schwarz,
mit rolhen Beinen, ein Querfleck des Halsschildes und zwei
Flecke der Flügeldecken (1,1) mit Naht und Schildchen schwarz;
das Halsschild äusserst fein punktirt, die Punkistreifen fein, mit
sehr fein runzlig -punktirten Zwischenräumen. L. 15‘; Br. 124.
Dem Cr. Billardierii habituell nicht unähnlich, aber etwas
grösser, im Verhältniss breiter, hinterwärts weniger verschmälert,
daher mehr kugelig, und, wie es scheint, eine ungemein seltene,
mir nur in einem einzelnen Exemplare vorliegende Art. Der
Kopf flach, um die Fühlerbasis kaum merklich gewölbt, wenig
glänzend, mit feiner, mässig dichter Punklirung, das Kopfschild
durch eine gebogene Querfurche begränzt. Die Farbe dunkel
ziegelrotih, mit pechbraunen Mundtheilen, die langgestreckten,
breit ausgebuchteten Augen schwarz. Die Fühler von mässiger
Länge, das zweite Glied kurz birnförmig, das drilte doppelt und
das vierte fast dreimal länger; die obern wieder etwas kürzer,
deutlich verbreitert und zusammengedrückt, die Farbe der untern
bis zum fünften durchscheinend gelbroth, die obern schwarz.
Das Halsschild kurz, nach vorn stark übergewölbt und durch die
lief eingezogenen Vorderecken merklich verschmälert, die fein
gerandeten Seiten stark zusammengekrümmt, die spitzen Hinter-
ecken breit vorgezogen. Der Hinterrand jederseits breit aber
nicht tief ausgeschweift, mit sehr kurzem, doppelt ausgerandetem
Mittelzipfel. Die Oberfläche jederseits vor dem Schildchen seicht
schräg niedergedrückt, zerstreut und kaum sichtbar punklirt, spie-
gelglatt, dunkelroth; auf der vordern Hälfte ein grosser, scharf
begränzter, nierenförmiger schwarzer Querfleck, der nur durch
einen schmalen Saum vom Vorderrande getrennt ist, und auch
in die Quere reichlich die Hälfte der Halsschildsbreite hinweg-
46
nimmt. Das Schildchen länglich-dreieckig, hinten erhöht und
zugespitzt, an der Basis das gewöhnliche Grübchen; die Farbe
glänzend schwarz, mit verwaschen bräunlicher Mitte. Die Deck-
schilde wenig länger als breit, hinterwärls wenig verschmälert,
stumpf abgerundet, hinter der quer niedergedrückten Basis etwas
ansteigend; die Schulterbeulen flach und wenig bemerkbar, auf
ihrer Innenseite ein schmaler, schwacher Schrägeindruck; auch
die Seitenlappen nur kurz, und die hintere Wölbung sehr schräg
abfallend. Die Punktstreifen sehr regelmässig,. fein, und die
miltlern auf der Wölbung wenig bemerkbar; die Zwischenräume
flach, dicht und fein runzlig punktirt, wenig glänzend. Die Farbe
dunkelroth, ein schmaler Saum längs der Wurzel und ein brei=
terer aber mehr verwaschener, längs der Naht schwarz; ausser-
dem auf jeder Flügeldecke zwei grosse schwarze Flecke, ein
Querfleck an der Wurzel von der mit einbegriffenen Schulter-
beule bis über den zweiten Punklstreifen hinausreichend, und ein
Längsfleck hinter der Mitte zwischen dem dritten und siebenten
Streifen. Das Pygidium fein punktirt, schwärzlich, mit breit
röthlichem Saume; auch die Unterseite schwarz; Hüften, Mittel-
brust, Vorderrand und Miltelzipfel des ersten Bauchringes, so
wie die hintere Hälfte des letzten verwaschen 'ziegelroth. Der
Vorderrand des Prosternums mit breit abgerundeter Höhlung vor-
tretend, die Mittelläche höckerig, und die Hinterenden stumpf
dreieckig. Die Beine dünn, die Mittelschenkel an der Wurzel,
die Hinterschenkel, bis auf die Spitzen, ganz geschwärzt, auch
die Schienenenden und Fussglieder pechbräunlich. Das letzte
Segment des @ mit einer grossen, kreisförmigen Grube.
Von Java. (Mus. Westermann.)
23. Cr. dichotomus m. Oben kirschroth, zwei Flecke
des Halsschildes, eine Querbinde der Deckschilde und die Unter-
seite schwarz; das Halsschild sehr fein punktirt, die Punktstreifen
derb, mit kaum punktirten Zwischenräumen. L. 2 — 23;
Br. en — 13,
Im Mus. de France ist diese Art mit ale Cr. parasiticus
unter der Benennung Cr. zonatus Reiche (der Name ist bereits
an eine nordamerikanische Art vergeben) verbunden worden,
aber von jenem Käfer, nach meiner Meinung, durch Habitus,
Sculptur und Farbenvertheilung zureichend verschieden. Der Um-
riss ist am Hinterrande des Halsschildes am breitesten, dann vorn
durch einen kurzen, flachen Bogen geschlossen, hinterwärts mit
geradlinig zusammengeneigten Seiten stark verschmälert und die
Spitze wieder ganz kurz zugerundet, von oben aus betrachtet
fast gerade abgeslutzt, während bei Cr. parasiticus die grösste
Breite in die Schultern fällt, und sich dann der Körper hinter-
wärts viel weniger verengt. Der Kopf ist breit, flach, mit scharf
eingeschnittener Stirnrinne und etwas eingedrücktem Unterende
des Kopfschildes, dicht und derb punktirt, mit scharf dreieckigem
Ausschnitte der Augen. . Die Farbe kirschroth; die Mitte der
Oberlippe verwaschen geschwärzt; zuweilen zeigt auch der ganze
obere Theil der Stirn einen ähnlichen, schmutzigen Anflug. Die
Fühler des S' von halber Körperlänge, des 2 etwas kürzer und
dünner; gedrungen, das zweite Glied kurz verkehrt kegclförmig,
“das dritte reichlich doppelt länger, das vierte wieder etwas
kürzer, die obern vom fünften ab deutlich zusammengedrückt
und verbreitert. Die Farbe der fünf untern gelbroth, mit bräun-
licher Spitze des fünften, der obern schwarz. Das Halsschild
kurz und breit kugelig, vorn mit fast 3 seiner Länge herabge-
krümmt, und daselbst durch die deutlich gerandeten, mit stark
sekrümmten Bogen zusammenlaufenden Seiten sehr verengt, die
Hinterecken breit, kurz zugespitzt, durch einen leichten Schräg-
eindruck etwas aufgequollen; der Hinterrand wieder eingesenkt,
wellig ausgeschweift, mit kurzem, doppeit ausgerandetem Miltel-
zipfel. Die Oberfläche sehr fein und zerstreut punktirt, stark
glänzend; die Farbe kirschroth, wit zwei grossen, über 3 der
Länge reichenden, auf dem Hinterrande ruhenden schwarzen
Längsflecken, die sich allmählig vergrössern, bis sie zusammen-
fliessen, und zuletzt bis auf einen schmalen, verwaschen röthlich
bleibenden Seitenrand die ganze Oberfläche einnehmen. Das
Schildchen fast gleichseitig dreieckig, hinten kurz abgestutzt und
mässig ansteigend; an der Wurzel das gewöhnliche Grübchen;
die Farbe glänzend roth, mit schwärzlichen Säumen. Die Deck-
schilde vorn etwas schmaler als der Hinterrand des Halsschildes,
hinterwärts mit schräg convergirenden Seiten verschmälert und
dann, kurz zugerundet; längs der Wurzel eiwas wulstig erhöht,
die Schulterbeulen breit, fach, mit wenig bemerkbarem Eindruck
auf deren Innenseiten, die Seitenlappen lang herabgezogen, und
der Rücken vor der Spitze sehr schräg abfallend. Die Punkt-
streifen sehr derb und regelmässig, die miltlern hinterwarls
48
feiner, aber immer noch kenntlich, die obern Zwischenräume
flach, die seitlichen leicht gewölbt, alle kaum sichtbar punktirt,
‘ glänzend. Die Farbe schön kirschroth, die Wurzel schwarz ge-
säumt, und hinter der Mitte eine ziemlich gleich breite, scharf
begränzte, über beide Flügeldecken bil EP schwarze
Querbinde, ausserdem bei einer Abänderung SE
P- noch die Schulterbeule, und -eine von dieser aus Schr
nach innen ziehende, am zweiten Punktstreifen abbrechende
schmale und aus Flecken zusammengesetzte Querbinde schwarz.
Pygidium und Unterseite schwarz, dünn greishaarig; auch
die Beine schwarz, die Kniee, und bei den überwiegend roth ge-
färbten Stücken noch die Vorder- und Mittelhüften nebst der
Innenseite der Vorderschenkel und Schienen röthlich. Die Hin-
terenden des Prosternums kurz und eckig vortretend, der Vor-
derrand breit schüsselförmig abgerundet und ausgehöhlt. Das
letzte Segment des & mit einem seichten, rundlichen Eindruck,
des @ mit dem gewöhnlichen, hier sehr grossen Grübchen.
Aus Voorder-Indien. (Mus. Franc.)
24. Cr. abbreviatulus m. Rostroth, zwei Wurzelflecke
und eine abgekürzte Querbinde der Flügeldecken schwarz; das
Halsschild spiegelglatt, die Punktsstreifen grob, mit flach gewölb-
ten, deutlich punktirten Zwischenräumen. L. 13°; Br. 14,
Eine der grössern Arten dieser Gruppe, in der Färbung und
Farbenvertheilung dem Cr. parasiticus nicht unähnlich, aber,
auch abgesehen von der ganz abweichenden Sculptur, durch die
lang und scharf dornarligen Hinterenden des Prosternums sehr
ausgezeichnet. Der Kopf flach, mit dem untern Theile des seicht
eingedrückten Kopfschildes etwas eingezogen, Unier- und Mittel-
kopf ziemlich dicht und deutlich punktirt, die glatte Stirn mit
deutlicher Längsrinne. Die Farbe rostroth, Unterrand der Ober-
lippe und Mundtheile etwas lichter, nur die lang gestreckten,
breit und seicht ausgerandeten Augen schwarz. Die Fühler
(des 2) kaum von halber Körperlänge, dünn und schlank; das
zweite Glied kurz birnförmig, die beiden folgenden etwa dop-
pelt länger, wenig verschieden, die obern vom sechsten an
wenig zusammengedrückt und erweitert, mit dünn zugespitztem
Fortsatze des Endgliedes; die Farbe hell rostgelb, oben mit
feiner gelbgreiser Behaarung. Das Halsschild. kurz, vorn fast
buckelig und mit 3 seiner Länge übergewölbt, hinten wieder
49
eingesenkt, vor dem Schildchen mit zwei seichten Schrägein-
drücken, die Seiten fein gerandet, nach vorn stark zusammen-
gekrümmt, der Hinterrand jederseits breit ausgeschweift, mit
gleichfalls breiten, aber scharf zugespitzten Hinterecken, der
Mittelzipfel sehr kurz, kaum merklich doppelt ausgerandet. Die
Farbe glänzend dunkel rostroth, spiegelglatt. Das Schildchen fast
gleichseitig dreieckig, mit leicht zugerundeter Spitze, an der Basis
mit einem Grübchen, gleichfalls glänzend rosiroth mit bräunlichem
Saume. Die Deckschilde kurz und breit gewölbt, hinterwärts
bogig verschmälert, vorn jederseits am Schildchen quer nieder-
gedrückt, und innerseits der Schulterbeulen nochmals ein deut-
licher Eindruck. Letztere breit aber eckig hervortretend, mit
stumpf abgerundeten Schultern und stark entwickelten Seitenlap-
pen. Die Punktstreifen erst hinter der niedergedrückten Wurzel
beginnend, vorn aus vereinzelten gröbern, hinterwärts allmählig
feinern Punkten gebildet, vor den breit abgestumpften Spitzen nur
noch wenig bemerkbar; die Zwischenräume flach gewölbt, deut-
lich aber fein punktirt, lackglänzend. Die Farbe rostroth, mit
fein schwarz gesäumter Wurzel, auf der Schulterbeule ein eirun-
der Längsfleck, und zwischen diesem und dem Schildchen ein
dreieckiger, grösserer, an die Wurzel gelehnter Fleck, ausserdem
auf der Wölbung eine innerseits abgekürzte, äusserlich den Sei-
tenrand fast erreichende, hier eiwas nach vorn gebogene, und
anscheinend aus 2 Flecken zusammengeflossene Querbinde
schwarz. Das Pygidium sehr dicht und fein punklirt, kaum be-
haart, rostroth, Unterseite und Beine ebenfalls einfarbig rostroth,
letztere etwas lichter als der übrige Körper. Der Vorderrand
etwas napflörmig vorgezogen, die Hinterenden als deutliche, sehr
scharfe Dornen vorgestreckt. Das letzte Segment des einzigen
vorliegenden 2 mit einer tiefen, halbkugeligen Grube.
Aus Vorder-Indien. (Mus. Berol.)
Vierte Rotte. Fühler von mässiger Stärke; Körper schwarz
oder grün, Halsschild runzlig-punktirt und behaart, Deckschilde
roih oder gelb, dicht punktirt und reihenweise behaart, mit schwar-
zen oder grünen, zum Theil zusammenfliiessenden Zeichnungen.
Kurze und gedrungene Arten aus den der Europäischen Fauna
angehörenden Theilen von Asien. (Vergl. Linn. VIII. 89. Zweite
Rotte.)
IX. 4
50
95. Cr. virgatus Gene. Linn. VII. 90. n. 5. '
Längs der ganzen Westküste von Kleinasien, und auf den
benachbarten Inseln, auch auf Rhodus (Loew!), auch weiter
osiwärs bis nach Persien hin. (Mus, Franc.)
Den Cr. 6notatus Oliv. Ent. VI. 798. n. 24. tab. A. fıg. 63. habe ıch
in der Linnaca II. 45, auf den Or. rugicollis desselben Autors bezogen, weil
die Beschreibung besser auf letztern als auf den virgafus passt; da aber nach
unserer jetzigen Kenntniss jener Gegenden nur der letztere, und nicht aueh
der erstere in Kleinasien gefunden wird, so scheint Olivier, der ın der
Diagnose den 6Grotafus und humeralis nur nach der Flügeldeckenzeichnung
unterscheidet, unter ersterer Art Stücke des Cr. rugicollis und virgatus mit
dreifleckigen Flügeldecken zusammengefasst zu haben, da sich der Fundort:
Levante nur auf diese letztere Art beziehen lässt.
26. Cr. laetus Fab. Linn, VII. 90. n. 6.
In Westsibirien (aus Barnaul und Lowtewsk) häufig
(Gebler! und Mus. Mannerheim), in der Kirgisensteppe (Mus.
Motschulski!), und von da längs des Caspischen Meers bis
zum Caucasus, wo er noch von Adams gefunden worden ist.
Der, soviel ich sehe, von keinem Russischen Entomslogen ee er-
wähnte Cr. Steveni Adams (Mem. de Mosc. V. [1817] p. 313. n. 30) gehört
der Beschreibung nach ganz sicher zu dieser Art. Adams beschreibt die
Exemplare mit nur auf der Schulterbeule gefleckten Flügeldecken (Linn. H,
48. n. 10. var. Y.) als seine Hauptform, gedenkt aber auch der dreifleckigen
Varietät.
27. Cr. regalis Gebl. Feinhaarig, goldgrün (oder stahl-
blau) dicht und derb punktirt; die Flügeldecken gelb mit drei
unförmlichen, oft zusammenfliessenden Flecken @, 1). L. 2
bis 23°“: Br 4: bs 12%
Cr. regalis G@ebler in Ledeb. Reise II. 2. 208. n. 30! N. Mem, de Mose.
1I. (1832) 72. n. 5! Käf, Südwest. Sibir. 380. n. 27! Sufr, Linn. II,
48, n. 10. Note!
Gewöhnlich etwas grösser als der vorhergehende, besonders
länglicher, walzenförmiger, übrigens demselben sehr ähnlich, und
von ihm hauptsächlich durch die beschränktere Ausdehnung der
gelben Färbung abweichend, womit im Gegensalz gegen Ver-
schwinden der Flecke bei Cr. laetus hier die Neigung dersel-
ben zum Zusammenfliessen bis zum völligen Bedecken der Flü-
geldecken zusammenhängt. Der Kopf flach, stark niedergedrückt,
mit kurzer, fein eingegrabener Stirnrinne, dicht und fein punk-
tirt, metallisch glänzend; das Kopfschild unten schmal gelblich
5l
gerandet, die Mundtheile bräunlich. Die Fühler kurz, das Wurzel-
glied etwas aufgetrieben und flach gedrückt, das 2te kugelig,
das 3te verkehrt kegelförmig und etwas länger, das 4te den beiden
vorhergehenden zusammen gleich, und das 5te noch etwas ver-
grössert, die obern schwach erweitert, deullich zusammengedrückt,
mit pfriemlich zugespiiziem Forisatze des Endglieds. Das erste
Glied metallisch glänzend, die beiden folgenden pechbraun, an
den Gelenken lichter, mit melallischem Anfluge, die übrigen
schwarz. Das Halsschild kurz, vorn stark übergewölbt, hinten
breit flach gedrückt und vor dem Schildchen jederseits mit einem
deutlichen Schrägeindruck ; die Seiten besonders hinterwärts stark
gerandet, vor den spitzen Hinterecken eiwas eingedrückt, der
Hinterrand jederseits tief ausgeschnitten, mit breit ausgerandetem
Mittelzipfel. Die Punktirung mässig stark, schr gleichmässig,
siebartig gedrängt, daher die Oberfläche seidenarlig glänzend.
Das Schildchen breit dreieckig, hinten abgerundet, vorn fein
punktirt, hinterwärts glatt, bei den hellern Formen meist mit lich-
ter Spitze. Die Deckschilde walzlich, verhältnissmässig länger
als bei Cr. laetus, durch die erhöhte Umgebung des Schildchens
und die länglichen, stark hervortreienden Schulterbeulen an der
Wurzel dreihöckerig, innerseits der Schulterbeulen und wieder
jederseits am Schildchen tief eingedrückt, auch über den breiten
Seitenlappen ein ähnlicher aber flacherer Eindruck. Die Punkti-
rung eine doppelte: eine gröbere, in dichte unordentliche Längs-
reihen gestellt, und stellenweise besonders längs der Seitenrän-
der schwache Längsfurchen bildend, und eine feinere, die Zwi-
schenräume dicht bedeckende; aus den Pünktchen der letztern tre-
ten die feinen rückwärts gerichteten, gelben Häärchen hervor,
mit denen die Zwischenräume reihenweise bedeckt sind. Pyei-
dium, Unterseite und Beine fein aber dicht punklirt, dünn gelb-
haarig, gleichfarbig, nur die Fussglieder schwärzlich, die Hinter-
ränder des Prosiernums sehr kurz und breit zugerundet. Das
letzte Segment des J° mit einem rundlichen glänzenden Ein-
drucke, vor welchem der vordere Theil des Segmenis auf der
Mitte zart aber deutlich längskielig erhöht ist; das 2 mit einer
tiefen, rundlichen, an den niedergedrückten Seiten lang absichend
gelb gewimperten Grube.
Rücksichtlich der Färbung ist der Käfer nach einer doppel-
ten Richtung hin mehrfachen Abänderungen unterworfen. Die
52
Grundfarbe ist der Regel nach ein schönes, lichtes Goldgrün, der
Farbe des Cr. sericeus ähnlich; sie geht jedoch, wie bei fast
allen Käfern gleicher Färbung, einerseits ins Messinggelbliche,
andrerseits durch ein dunkleres Spangrün in Blaugrün, zuletzt in
Blau über. Abweichend von dieser Grundfarbe sind die Deck-
schilde, wie bei Cr. laetus, strohgelb, und auch der eben ge-
nannten Art ähnlich gezeichnet; sie tragen nämlich je drei, der
Grundfarbe gleichende Flecken, zwei vorn neben einander, der
äussere auf der Schulterbeule, der innere etwas. mehr rückwärts
zwischen. jenem und der Naht, der hintere meist breitere und un-
förmliche hintere der Mitte. Diese Form betrachtet auch Gebler
a. a. O. als die Grundform. Durch Uebergreifen der Flecken
bildet sich eine Abänderung
8, bei welcher entweder die beiden Vorderflecke mit einan-
der, oder der äussere mit dem hinteren, oder alle drei zusam-
menfliessen und dadurch einen unregelmässigen gelappten Längs-
fleck bilden. Gebler 1. c. var. b. Dieser letztere Fleck nimmt
dann, der Varietätenbildung bei Cr. bipuntatus L. analog, eine
regelmässige Gestali an, und die Flügeldecken zeigen
y. die Grundfarbe mit einer regelmässigen breiten, nur an
der Schulter sich etwas verengenden hellgeben Einfassung.
Gebler var. c.
d. Auch diese Einfassung verschwindet an der Naht und ei-
nem Theile des Seitenrandes ganz, und bleibt nur vom Schild-
chen bis zum hintern Ende des Seitenlappens oder an der Spitze,
oder an beiden Stellen zugleich übrig (Gebler in d. Mem. de
Mosc. var. c—e), bis sie zuletzt auch hier sich verliert, und
s. die ganzen Deckschilde des Käfers nur die Grundfarbe
zeigen. Solche Stücke sind, zumal im abgeriebenen Zustande,
dem Cr. hypochoeridis L. täuschend ähnlich, unterscheiden sich
jedoch von ihm auch ausser den meist noch am Rande zurück-
bleibenden Resten der Behaarung durch den gewöhnlich noch
kenntlichen lichten Rand des Kopfschildes, die Spuren gelblicher
Färbung auf dem umgeschlagenen Seitenlappen, und die Hinter-
leibsbildung des 9‘ Exemplars der Grundform, sowie aller Varie-
täten mit gelber Zeichnung der Deckschilde (£. y. d.) habe ich
bisher nur in goldgrüner oder messinggelblicher Färbung des
Körpers gesehen: die Var, e. dagegen findet sich sowohl goldgrün,
als dunkelgrün, blaugrün und blau. Solche blaue Exemplare fand
53
ich unter den Arten des Petersburger Museums unter dem Namen
Cr. hirtipennis Fald., welche Bestimmung schon wegen der
von Faldermann angegebenen gelben Hüften der beiden ersten
Fusspaare nicht richtig sein kann: sie weichen übrigens ausser
der Färbung gar nicht von den einfarbig grünen Stücken des
Cr. regalis ab, und zeigen dabei auf dem Seitenlappen stets
noch einen Ueberrest gelblicher oder bräunlicher Färbung, sodass
ich ganz dem Gr. Mannerheim beistimme, wenn er in ihnen Nichts
als eine Farbenvarietät des Cr. regalis erkennen will.
Wie es scheint, durch ganz Sibirien verbreitet; im Westen
bei Salair (Gebler! im Mus. Mannerh. und Petrop.); ostwärts
in Daurien (Mus. Berol. Mannerh.), insbesondere bei Kiachta
(Mus. Motsch.); in der Mongolei (Mus. Mannerh.). Nach
Gebler kommen die Formen d. und e. hauptsächlich in Ostsi-
sibirien vor.
Fünfte Rotte. Fühler lang, aber derb; Körper schwarz
oder dunkel metaliisch, Halsschild punktirt und behaart, Deck-
schilde roth oder gelb, schwarz gefleckt, zum Theil mit unordent-
lichen Punktstreifen. Arten aus der südeuropäischen Mittelmeers-
fauna, deren eine sich bis nach Vorder-Asien ausdehnt. (Vergl.
Jinnaea VII. 90. Dritte Rotte.)
28. Cr. ilieis Oliv. Linn. VIH. 92. n. 10.
In Klein- Asien (Mus. Aube. Franc.); insbesondere aus
Brussa (Goede! im Mus. Vindob.)
Sechste Rotte. Fühler zum Theil lang, von mässiger
Stärke; Körper breit walzlich, meist schwarz, mit rother, gewöhn-
lich schwarz gefleckter Oberseite und ziemlich regelmässigen
Punktstreifen; hinter den Krallenhaken manchmal schwache Zahn-
ansätze. Arten aus Vorder- und Hinterindien, deren Typus
(durch den einzigen Cr. bimaculatus Fab.) auch dem Europä-
ischen Mittelmeersgebiete nicht fremd ist, (Vergl. Linn. VII. 92.
Fünfte Rotte.)
29. Cr. sexsignatus Fab. Kirschroth mit bräunlicher
Unterseite, die Flügeldecken vorn schwarz gesäumt, mit drei
schwarzen Punkten (1, 2); das Halsschild spiegelglatt, die Punk-
streifen derb mit seitlich flachgewölbten und fein quergerun-
zelten Zwischenräumen. L. 23 — 4‘; Br. 13 — 22".
54
Cr. sexsignatus Fab. Syst. Eleuth, II. 41. n. 2! Olive. Ent. VI, 785.
n. 2. tab. 4. fig. 46. (Die Zeichnung, welche den innern Hinterpunkt zu
weit vorrückt, ist falsch; eben so unrichtig ist die Angabe in der Beschrei-
bung, welihe die beiden Hinterpunkte „sur une ligne transversale“
stehen lässt. )
Dieser und die beiden folgenden nahe verwandten Käfer
sind durch ihre Grösse nicht minder wie durch ihre Färbung
ausgezeichnet, erinnern aber durch ihren Habiltus sogleich an den
südeuropäischen Cr. bimaculatus Fab., dessen mitunter sehr
grosse und stark gezeichnete 2 man ohne nähere Kenntniss
ihres Vaterlandes nach der Analogie der vorliegenden Arten
sicher auch in Indien einheimisch glauben würde. Ob nun der
Zusammenhang in der geographischen Ausdehnung dieser Rotte
durch die Hochländer von Iran und Arabien wirklich unter-
brochen ist, oder sich hier nur in unsrer Kenntniss derselben
eine Lücke findet, muss spätern Erfahrungen zu ermitteln vorbe-
halten bleiben.
Der Kopf der vorliegenden Art ist flach, deutlich aber nicht
dicht punktirt, ziemlich glänzend, auf der Stirn ein kurzer aber
tiefer Längseindruck, die Farbe roth, mit weissgelber Unterlippe,
Augen und Mundtheile schwarz. Die Fühler des g' von 3 der
Körperlänge, das Wurzelglied lang gestreckt, das 2te verkehrt
kegelförmig, die beiden folgenden dreimal länger, das Ste bis
tie breit und stark zusammengedrückt und verbreitert, die obern
wieder ein wenig schmaler, die des Q etwas kürzer und weniger
erweitert. Die untern Glieder glänzend roth, die obern mit fein
angedrückter hellgelblicher Behaarung. Das Halsschild kurz, vorn
mit der grössern Hälfte kugelig übergewölbt, und zugleich durch
die tief eingezogenen Vorderecken verschmälert, die Seiten fein
gerandet, hinter der Mitte lang ausgeschweift, die Hinterecken
scharf, der Hinterrand nur vor den Schultern kurz ausgerandet,
der Mittelzipfel kurz und breit, fast grade abgeschnitten. Die
Oberfläche längs dem Hinterrande etwas eingesenkt, an dem
Schildchen jederseits breit flachgedrückt, spiegelglatt, dunkel
kirschroth, mit fein schwarzem Saume des Hinterrandes, zuwei-
len vor der Mitte zwei nebeneinander stehende unförmliche
schwarze Flecke oder Wische. Das Schildchen breit dreieckig
mit abgerundeter Spitze, vor derselben breit niedergedrückt und
an der Wurzel mit einem herzförmigen Grübchen, roth, etwas
55
dunkler gesäumt, auch mit einzelnen feinern Pünktchen bestreut,
Die Deckschilde gestreckt walzenförmig, hinterwärts eiwas ver-
schmälert und abgeflacht, längs der Wurzel, besonders zu bei-
den Seiten des Schildchens quer niedergedrückt, und inner-
seits der lang höckerig hervortretenden Schulterbeulen dreieckig
eingedrückt; die Seitenlappen sehr lang herabgezogen, und die
Spitzen einzeln breit zugerundet. Die Punkistreifen sehr regel-
mässig, vorn etwas hinter der Wurzel entspringend, aus derben
aber vereinzelten Punkten bestehend, die seitlichen furchenarlig
eingedrückt, wodurch hier die Zwischenräume flach gewölbt her-
vorirelen, die Rückenstreifen von der Mitte ab allmählig feiner
und auf der Wölbung fast abgeschliffen, die Zwischenräume fein
quer runzlig, ziemlich glänzend. Die Farbe dunkel kirschroth
mit drei schwarzen Punkten, der erste länglichrunde, meist grössere,
aber zuweilen fast verschwindende auf der Schulterbeule, die
beiden andern dicht hinter der Mitte, der innere grössere auf
dem 3ten Zwischenraume, aber denselben etwas überschreitend,
der äussere, kleinere etwas hinterwärts gerückt, von der Mitte
des Sten Zwischenraumes bis zum Randstreifen reichend. Aen-
dert ab:
£. der Schulterfleck zu einer abgekürzten Querbinde er-
weitert, die Hinterflecken, besonders der innere, unförmlich ver-
grössert, aber noch durch einen sichtbaren Zwischenraum ge-
trennt;
y. die Vorderbinde wie bei f; die Hinterflecke zu einer
nach aussen verschmälerten, am Vorder- und Hinterrande ausge-
buchteten Querbinde zusammengeflossen. Von den vorliegen-
den, hierher gehörenden Stücken zeigt eins ein paar unförmliche
Wische auf dem Halsschilde,
d. Der Schulterfleck wie bei der Stammform, dafür die
Hinterbinde noch stärker entwickelt, längs der Naht hinterwärts
zipfelförmig erweitert, bei einem Stücke auch mit breiter Aus-
biegung nach vorn die Mitte der Naht erreichend;
e. der Schulterfleck, wie bei &., aber die ganze hintere
Hälfte der Deckschilde schwarz.
Das Pygidium dicht ‚und fein punktirt, längskielig, dicht
greis behaart. Die Unterseite vorn braun, mit etwas dunklern
Parapleuren, je weiter hinterwärts, desto mehr ins Schwärzliche
fallend, sehr fein punktirt und kurz angedrückt greishaarig; die
56
Beine einfarbig dunkelroth. Das Prosternum mit einem hinter-
wärts durch einen Eindruck getheilten flachen Wulst und breit
dreieckigen Hinterenden, der Vorderzipfel kahnförmig vorgezogen.
Das leizte Segment des Z' mit einem seichten, halbrunden Ein-
druck, des 2 mit einer elliptischen, an den- niedergedrückten
Seitenrändern lang gelblich gewimperten Grube.
In Vorder-Indien, und wie es scheint, dort weit verbreitet.
Die mir vorliegenden Exemplare sind von Ceylon (Mus. Berol.,
alle Formen, ausser &.), Tranguebar (Mus. Fab. Westerm.),
Bengalen (Mus. Westermann, Sturm; auch Olivier nennt
Calcutta); aus den Neelgherries (Mus. Dohrn); von Dinapore,
Murudabad, Almosa (Bacon! im Mus. Deyrolle, am letztern
Fundorte die var. &.). Indische Exemplare ohne nähere Angabe der
Heimath habe ich auch aus dem Mus. Franc. Buquet. Germar.
vor mir; der Käfer ist daher auch in den Sammlungen keine
Seltenheit.
30. Cr. bissexsignatus m. Oben ziegelroth, Halsschild
und Flügeldecken mit je 4 schwarzen Flecken (2, 2), unten
schwarz- und gelbbunt mit rothen Beinen; das Halsschild spiegel-
glatt, die Punktstreifen derb, mit flachen kaum punklirten Zwi-
schenräumen. L. 4; Br. 21. |
Dem vorhergehenden zwar sehr ähnlich, aber ausser andern
Merkmalen namentlich durch die Stellung der schwarzen Flek-
ken verschieden, welche, wenn auch auf die Ausdehnung und
Grösse der letztern nur ein geringer Werth gelegt werden kann,
sich doch bisher in dieser Gatlung als ein im Allgemeinen zu-
verlässiges Kennzeichen erwiesen hat. Mit Cr. 6Gsignatus ver-
glichen, ist die vorliegende Art mehr walzenförmig, nach vorn
nicht so stark verschmälert, auch der Ton ihrer Grundfarbe ein
sehr verschiedener. Der Kopf ist flach, etwas uneben, die Stirn
und ebenso das Kopfschild der Länge nach eingedrückt, über
der das Kopfschild abgränzenden Bogenlinie nochmals ein seich-
ter, halbmondförmiger Quereindruck. Die Oberfläche fein und
zerstreut punktirt, dünn greishaarig, mässig glänzend; die Farbe
licht ziegelroth, die Mitte der Stirn und die Ränder des Kopf-
schildes dunkler, die Bogenlinie über letzterm verwaschen ge-
schwärzt. Auch die Kinnbacken schwärzlich, die Taster gelbroth,
die in der Mitte kurz aber tief ausgerandeten Augen schwarz, die
Wangen etwas heller als der übrige Theil des Kopfes. Die
57
Fühler (des 9) nicht völlig von halber Körperlänge, das 2te Glied
kurz birnförmig, wenig länger wie breit, die beiden folgenden
gleich lang und 23mal länger als das 2te; die obern etwa dem
Sten gleich, und vom 4ten an deutlich zusammengedrückt und
erweitert, welche Erweiterung beim ten am stärksten ist, und
von da ab nach oben hin allmählig wieder abnimmt, das End-
glied mit lang dreieckigem, durch eine tiefe Ausrandung abge-
setziem Fortsatze. Die Farbe hell ziegelroth, die untern Glieder
hell honiggelb durchscheinend. Das Halsschild kurz, nach vorn
verschmälert und mit mehr als der Hälfte seiner Länge vorn
stark übergewölbt, die Seiten geschweift, fein gerandet, vor der
Mitte bogig erweitert, die tief eingezogenen Vorderecken stumpf-
winklig, die hintern spitz vorgezogen, durch einen deutlichen
Schrägeindruck emporgequollen, der Hinterrand jederseits weit
und tief ausgeschweift, mit kurzem aber breitem, doppelt aus-
gerandetem Mittelzipfel. Die Oberfläche vor dem Schildchen, und
dann wieder innerseits der Schulterbeulen tief schräg eingedrückt,
kaum punktirt, spiegelglatt, die Farbe hell ziegelroth mit verwa-
schen gelblichen Seiten; die Mitte mit zwei runden schwarzen
Punkten neben einander, und hinter jedem derselben ein ähn-
licher, aber mehr quer gezogener Punkt am Hinterrande. Das
Schildchen breit abgestumpft - dreieckig, hinterwärts schräg an-
steigend, mit kurzem aber deutlichem Hinterzipfel, an der Basis
das gewöhnliche Grübchen. Die Oberfläche etwas gewölbt, spie-
gelglatt, die Farbe licht ziegelroth, ein Saum längs der Wurzel
und der Hinterzipfel schwarz. Die Deckschilde walzenförmig,
hinterwärts kaum verschmälert, hinter dem Schildchen etwas
niedergedrückt und von da ab sich allmählig verflachend, die
Wölbung hinten sehr schräg abfallend und die Spitzen einzeln
abgerundet. Die Schulterbeulen als lange Höcker hervoriretend,
auf deren Innenseite ein deutlicher, auf das Halsschild übergrei-
fender Längseindruck, und jederseits vom Schildchen die Wurzel
nochmals schräg eingedrückt; der Seitenlappen lang herabgezo-
gen. Die Punkistreifen schr regelmässig, aus derben, aber ver-
einzelten Punkten gebildet, auf dem letzten Viertel feiner und
die mittlern auf der Wölbung fast abgeschliffen; die Zwischen-
räume flach, vorn fein querrunzlig, auch mit sehr vereinzelten
Pünktchen bestreut, besonders hinterwärts stark glänzend. Die
Farbe licht ziegelrotl, merklich heller als bei dem vorigen, ein
58
schmaler Saum längs der Wurzel schwärzlich, und ausserdem auf
jeder Flügeldecke zwei Paar schwarzer Flecke, der äussere vorn
auf der Schulterbeule, der innere etwas mehr nach hinten ge-
rückt, grösser und mehr in die Quere gezogen, bei dem vor-
liegenden Stücke auf der Aussenseite von einem feinen abgeris-
senen Pünktchen begleitet; das 2te Paar unmittelbar hinter der
Mitte, beide Flecken hinter denen des Vorderpaars, nur der
äussere grösser als der Schulterfleck, daher der hintere Zwi-
schenraum merklich enger und möglicherweise ganz verschwin-
dend. Das Pygidium sehr dicht und fein punklirt, dicht silber-
haarig, schwarz, breit gelb gesäumt. Auch die Unterseite dicht
und auf den Parapleuren fast runzlig punktirt, dicht greishaarig;
Mittelbrust, Schulterblätter und Mitte der Hinterbrust lehmgelb,
der übrige Theil der letzteren schwarz. Der Hinterleib gleich-
falls gelb, ein viereckiger Fleck jederseits auf dem ersten Bauch-
ringe und eine verwaschene Querbinde auf der Zwischennaht je
zweier Ringe schwarz. Die Beine rothgelb, Schenkel- und Schie-
nenspitzen nebst den Fussgliedern lichter gelb, die Krallenhäk-
chen schwarz, und hinter jedem ein breiter, stumpfer Zahnansalz.
Die Hinterenden des Prosternums breit dreieckig, der Vorder-
rand kahnförmig verlängert. Das letzte Segment des einzigen
vorliegenden 2 mit einem länglichen, tiefen, an den elwas nie-
dergedrückten Seiten lang greis gewimperten Grübchen.
Aus Assam. (Mus. Westermann.)
31. Cr. indieus Mus. Fr. Hell rostgelb, Kopf, Halsschild,
Unterseite und Deckschilde einfarbig oder schwarzgefleckt; das
Halsschild spiegelglatt, die Punktstreifen derb mit vorn und seil-
lich flach gewölbten, kaum punktirten Zwischenräumen. L. 23
bis 44°; Br. 15 bis 24°
Ebenfalls den beiden vorhergehenden, besonders dem Cr.
bissexsignatus ähnlich, eben so veränderlich als Cr. sexsigna-
tus, aber plumper, mehr waizenförmig und von ersterem durch
die im normalen Zustande ganz abweichende Fleckenstellung, von
dem letztgenannten durch die lichtere Färbung, von beiden haupt-
sächlich durch die stärker gewölbten, an den Seiten fast rippen-
artigen Zwischenräume der Deckschilde abweichend; auch die
Fühler länger und dünner, und die Hinterenden des Prosternums
schmäler und stärker zugespitzt.
59
Der Kopf flach, zwischen den Fühlerwurzeln etwas einge-
drückt, mit breiter seichter Stirnrinne; auch die Mitte des Kopf-
schildes breit und flach quer niedergedrückt. Die Oberfläche
ziemlich dicht und fein punktirt, dünn greishaarig, die Augen-
buchten tief. Augen und Kinnbacken schwarz, der übrige Kopf
je nach der Färbung des übrigen Körpers licht gelbroth, oder
zwischen den oberen Augenrändern verwaschen bräunlich, oder
die dunkle Färbung verbreitet sich von hier aus mit immer wach-
sender Intensität und Ausdehnung nach unten hin, bis zuletzt der
ganze Oberkopf und der obere Theil des Kopfschilds schwarz
gefärbt ist. Die Fühler des 9 von 3 der Körperlänge, sehr
schlank und dünn, und dadurch sehr von den kräftigen Fühlern
des Cr. sexsignatus F. verschieden, das 2te Glied kurz birn-
förmig, die beiden folgenden je Amal länger, sehr dünn, stiel-
rund, die obern vom 5ten an deutlich zusammengedrückt, aber
nur schwach erweitert, bis zum 9ten etwa gleich und nur wenig
länger als das 4te, das 10te wieder etwas kürzer, und das End-
glied mit schmal dreieckigem Fortsatze. Die Farbe licht gelb mit
dünner, greiser Behaarung. Die Fühler des 2 kürzer, gedrun-
gener, mit breitern Gliedern, an Stärke etwa denen des Cr. sex-
signatus d‘ gleich. Das Halschild kurz, breit, gewölbt, vorn
mit der Hälfte seiner Länge übergebogen und nach dem Hinter-
rande zu wieder etwas eingesenkt, durch die eingezogenen Vor-
derecken vorn verschmälert, die Seiten hier zusammengekrümmt,
besonders hinterwärts deutlich gerandet, mit stumpf dreieckigen,
wenig vortretenden Hinterecken, der Hinterrand jederseits aus-
geschweift; der Mittelzipfel kurz, breit, doppelt ausgerandet. Die
Oberfläche kaum punklirt, spiegelglatt, die Farbe licht rostgelb
mit zart schwarzem Hintersaume, ungefleckt, oder auf der Mitte
mit zwei neben einander liegenden verwaschen schwarzen Quer-
wischen, die sich allmählig zu zwei nach dem Schildchen hin
convergirenden Schrägflecken verdichten und vergrössern, durch
deren Zusammenfliessen und Umsichgreifen zuletzt das ganze
Halsschild bis auf den licht bleibenden Seitensaum sich schwarz
färbt. Das Schildchen breit dreieckig, hinten abgestumpfti und
ansteigend, vorn mit einem Grübchen; die Oberfläche spiegel-
slänzend, hell rostgelb, Wurzel und Spitze schwarz. Die Deck-
schilde breit und flach gewölbt, dreimal so lang als das Hals-
schild, hinterwärts deutlich verschmälert und vor der Spitze sehr
60
flach abfallend; an der Wurzel jederseits des Schildchens ein tie-
fer Schrägeindruck, und ein gleicher, breiter Längseindruck inner-
seits der eckig und lang vortretenden Schulterbeulen. Der Sei-
tenlappen lang herabgezogen, die Spitzen einzeln abgerundet, mit
klaffender Naht. Die Punktstreifen sehr regelmässig, derb, die
äussern zunächst über dem Seitenlappen furchenartig eingegraben,
die mitilern schon von der Mitte an feiner, und diese wie die
der Naht zunächst liegenden auf der Wölbung fast abgeschliffen;
die Zwischenräume spiegelglatt, kaum punktirt,. vorn auf dem
Rücken flach- und seitlich fast rippenartig gewölbt, hinterwärts
alle verflacht und verbreitert. Die Grundfarbe hell gelbroth mit
schmal schwarzem Wurzelsaume, die schwarze Zeichnung sehr
verschieden, und im Allgemeinen mit der Ausdehnung der schwar-
zen Färbung auf Kopf und Halsschild zusammenhängend. Von Ab-
änderungen liegen mir vor:
a. die ganze Oberfläche einfarbig licht gelbroth;
ß. die Flügeldecken mit zwei schwarzen Wischen hinter der
Mitte, in Gestalt und Stellung wie bei Cr. sexsignatus, aber
grösser, unförmlicher, schlechter begränzt: auf dem Halsschilde
treten die oben beschriebenen beiden Querwische hervor.
y. Zu diesen beiden, sich schärfer begränzenden Wischen
treten deren noch zwei, deren vorderer auf der Schulterbeule
vor dem äussern, der hintere dicht vor der Spitze hinter dem
innern Fleck, sodass alle vier eine langgestreckte Raute bilden.
Diese Zeichnung (1, 2, 1), bei welcher ebenfalls die beiden Hals-
schildspunkte vorhanden sind, halte ich für die Normalform.
d. Die beiden innern Mittellecke an der Naht zu einem
grossen gemeinsamen Querfleck verbunden, und in gleicher Weise
die Halsschildsflecke zu grossen Schrägflecken erweitert; endlich
e. die sechs Hinterflecke beider Flügeldecken zu einer ge-
meinsamen, hinterwärts zweizipfligen Querbinde vereinigt, das
Halsschild bis auf die lichten Seitenränder ganz schwarz.
Das Pygidium fein punktirt, dünn greishaarig, schwarz, brei-
ter oder schmaler licht röthlich-gelb gesäumt. Auch die Unter-
seite fein punktirt, ziemlich dicht greishaarig, bei den hellern
Formen licht gelb, Parapleuren und hintere Ringe ins verwaschen
Bräunliche fallend. Allmählig schwärzen sich diese Theile immer
mehr, und diese Färbung dehnt sich soweit aus, dass bei var. e.
die Unterseite schwarz erscheint, und nur Vorder- und Mittel-
61
brust, Schulterblätter und die Mitte der Hinterbrust mit den Hüf-
ten und dem vordern Theil des ersten Bauchrings gelb geblieben
sind. Die Beine bei allen Varietäten rothgelb, bei var. e. die
Hinterschenkel mit einem schwärzlichen Wisch vor der Spitze;
die Krallenhäkchen schwarz, mit kurzen, breiten Zahnansätzen.
Die Hinterenden des Prosternums kurz, aber spitz; der Vorder-
zipfel dreieckig vorgezogen, bei dem d° weniger lang, aber
schmaler und dadurch pfriemlicher als bei Cr. sexsignatus. Das
letzte Segment des J* flach niedergedrückt, des @ mit dem ge-
wöhnlichen Grübchen.
"In Vorder-Indien. (Von Bombay: Mus. Franc.)
32. Cr. dodecaspilus Chevr. Lehmgelb, zwei Punkte
des Halsschilds, fünf auf den Flügeldecken (2, 2, 1) und die
Unterseite schwarz mit gelb gerandetem Hinterleibe; das Hals-
schild spiegelglatt, die Punktstreifen derb, mit flach gewölbten,
fein querrunzligen Zwischenräumen. L. 2— 22; Br. 1.— 13‘.
Wie die drei vorhergehenden, so bildet auch der vorliegende
mit den beiden zunächst folgenden eine kleine Reihe von nah
verwandten, nur durch feine Merkmale unterschiedenen Arten,
ohne dass mir jedoch deren wirkliche Verschiedenheit einem Be-
denken zu unterliegen schiene, da die Sculptur sowohl als die
Farbenvertheilung hinlängliche Unterscheidungskennzeichen dar-
bieten. Bei der vorliegenden Art ist der Kopf flach, das Kopf-
schild seicht muldenförmig eingedrückt, aber nicht mit dem un-
tern Theile eingezogen; die Stirn mit seichter Längsrinne, die
Oberfläche bis auf einzelne zerstreute Punkte längs den Augen-
rändern spiegelglatt. Die Farbe hell lehmgelb, der Nacken und
jederseits über der Fühlerwurzel ein rundlicher Fleck schwarz,
welcher bei dem 2 die ganze Augenbucht ausfüllt; die Oberlippe
verwaschen bräunlich. Die Fühler von mehr als halber Körper-
länge, das 2te Glied kurz und knotig, die folgenden bis zum
6ten allmählig verlängert, und von diesem ab auch deutlich ver-
breitert und zusammengedrückt, der Fortsatz des Endgliedes lang,
scharf abgesetzt, wenig zugespitzt. Die Farbe der untern durch-
scheinend gelb, der obern vom 6ten ab schwarz. Das Halsschild
stark kugelig gewölbt, mit der grössern Hälfte vorn übergebogen
und durch das Zusammenkrümmen der fein gerandeten Seiten
stark verschmälert, die Hinterecken breit zugespitzt, kaum auf-
wärts gedrückt, der Hinterrand jederseits breit aber seicht aus-
62
geschweift, fein gesägt, mit kurzem aber deutlich doppelt aus-
gerandetem Mittelzipfel. Die Oberfläche spiegelglatt, lehmgelb,
mit fein schwarz gesäumtem Hinterrande; auf der Mitte zwei
grosse schwarze Querflecke neben einander, deren Hinterrand
sich zipfelförmig nach aussen verlängert. Das Schildchen drei-
eckig, hinten mit abgerundeten Ecken abgestutzt, vorn mit einem
Grübchen, glänzend schwarz. Die Deckschilde breit und flach
walzenförmig, hinterwärts sich noch mehr abflachend, kaum ver-
schmälert und an den Spitzen einzeln breit zugerundet, längs
der Wurzel eiwas niedergedrückt; die Schulterbeulen durch einen
kurzen dreieckigen Eindruck auf deren Innenseite breit empor-
gehoben, die Seilenlappen kurz und wenig bemerkbar. Die
Punktstreifen sehr regelmässig, derb, hinterwärts etwas schwä-
cher, die Zwischenräume flach gewölbt, längs der eiwas nieder-
gedrückten Wurzel glänzend, vom Hinterende des Schildchens ab
deutlich querrunzlig und dadurch matt. Die Farbe bleich lehm-
gelb, der Saum, bis auf den Seitenlappen, schwarz; ausserdem
auf jeder Flügeldecke noch 5 schwarze Flecke in der Gestalt
und Stellung wie bei unserm Cr. 10-punctatus L., also die
beiden Vorderpaare in der Lage einer schräg nach hinten und
innen verlängerten Raute, bei der besonders die beiden Innen-
flecken unförmlich gross sind, der Einzelleck dagegen klein und
rundlich, unterhalb der Wölbung, näher nach dem Aussen-
rande als nach der Naht zu gerückt. Das Pygidium fein punk-
tirt und greishaarig, die obere Hälfte schwarz, die untere bleich-
gelb. Die Unterseite schwarz, das Prosternum mit den Seiten
der Vorderbrust und des Hinterleibes, die Schulterblätter und der
Mittelzipfel des ersten Bauchringes hellgelb, auch die Ränder der
Bauchringe an den Seiten verwaschen gelblich. Beine und Hüf-
ten einfarbig gelb. Die Hinterenden des Prosternums kurz und
breit scharf zugespitzt, der Vorderrand in einen breiten abwärts
gerichteten und napfförmig ausgehöhlten Lappen vorgezogen. Das
letzte Segment des JS vor der Spitze seicht und breit quer ein-
gedrückt, bei dem Q mil einer rundlichen, glänzenden Grube.
Aus dem Norden von Vorder-Indien (Mus. Berol., insbe-
sondere von Mussoorie: Dr. Bacon im Mus. Deyrolle) und
aus Tibet (Mus. Holm. und demselben von Melly unter der
obigen Benennung mitgetheilt).
" 63
33. Cr. Sannio Koll. et Redt. Dunkel lehmgelb, zwei
Punkte des Halsschilds, fünf auf den Flügeldecken (2, 2, 1) und
die Unterseite schwarz; das Halsschild spiegelglatt, die Punkt-
streifen vorn ziemlich derb und hinten fast erloschen, mit flach-
gewölbten glänzenden Zwischenräumen. L. 23°; Br. 14°.
Cr. Sannio Kollar et Iedtenb. in Hügels Reise etc. IV. 561!
Dem Cr. dodecaspilus täuschend ähnlich und mit ihm bei
oberflächlicher Betrachtung leicht zu verwechseln, aber etwas
kleiner, dunkler gelb, die Flecken grösser, die innern der zwei-
ten Reihe an der Naht zusammenstossend und zu einem gemein-
samen Nahifleck verbunden, die Punkitstreifen feiner und hinter-
wärts fast abgeschliffen, endlich bis auf den schmalen Hintersaum
des letzten Bauchringes die ganze Unterseite schwarz. Der Kopf
flach, die Stirn der Länge nach kurz aber breit eingedrückt, das
Kopfschild oben undeutlich begränzt, unten stark eingezogen, die
Augen tief ausgerandet, die Oberfläche fein und zerstreut punk-
tirt, glänzend. Die Farbe schwarz, Kopfschild und Wangen, so-
wie ein verkehrt dreieckiger, mit dem obern Ende des Kopf-
schilds zusammenhängender Fleck auf der untern Stirn hochgelb.
Die Fühler sind an dem einzigen vorliegenden Stück beschädigt,
aber, soviel sich an den noch vorhandenen Resten erkennen
lässt, gleichfalls wenigstens an den untern Gliedern dunkelgelb.
Das Halsschild kurz, vorn stark übergewölbt und durch die tief
eingezogenen Vorderecken merklich verschmälert, die Seiten fein
gerandet und mit starker Krümmung convergirend, die breiten,
scharf zugespitzten Hinterecken durch einen seichten Schrägein-
druck etwas emporgedrückt, der Hinterrand jederseits ausge-
schweift, mit breitem, doppelt ausgerandetem Mittelzipfel; jeder-
seits des letziern am Hinterrande ein kurzer aber deutlicher
Schrägeindruck. Die Oberfläche spiegelglatt, dunkel lehmgelb,
Vorder- und Hintersaum nebst zwei grossen kreisförmigen, fast
den Hinterrand berührenden, und auch dem vordern ziemlich
nahe tretenden Flecken schwarz. Das Schildchen gleichseitig
dreieckig, hinten kurz abgestutzi und schräg ansteigend, an der
Basis mit einem kleinen Grübchen, glänzend schwarz, Die Deck-
schilde kurz und breit walzenförmig, hinterwärts im Bogen leicht
verschmälert und mit schwacher Wölbung abfallend, längs der
Wurzel etwas niedergedrückt, die Spitzen einzeln breit abge-
rundet, die Schulterbeulen als breite flache Höcker bemerkbar
N
64
und innerseits durch einen kurzen Längseindruck abgesetzt, die
Seitenlappen sehr stark entwickelt. Die Punktstreifen regelmässig,
von mässiger Stärke, schon vom letzten Drittel ab feiner, und
auf der Wölbung theilweise abgeschliffen, die Zwischenräume
flach gewölbt, glänzend. Die Farbe dunkel lehmgelb, Naht und
Wurzelsaum schwarz, ein feinerer Saum längs Spitze und Aussen-
rand, hier auch den Seitenlappen umziehend, bräunlich. Ausser-
dem zeigt jede Flügeldecke 5 grosse schwarze Flecke in der
Stellung der vorhergehenden Art, nur sämmtlich grösser, der
Schulterfleck an den Vorderrand, der hintere Aussen- und der
Spitzenfleck an den Aussenrand gelehnt, der innere des 2ten
Paars mit dem entsprechenden Gegenflecke zu einem gemein-
samen grossen Querflecke zusammengeflossen. Das Pygidium
fein und ziemlich dicht punktirt, dünn greishaarig, schwarz mit
selbem Saume. Auch die Unterseite fein runzlig punktirt, dünn
behaart, schwarz; nur die Vorderzipfel des ersten und ein schma-
ler Saum des letzten Bauchringes schmutzig gelb. Hüften und
Beine gleichfalls lehmgelb mit etwas dunklern Fussgliedern. Der
Hinterrand des Prosternums in zwei nur kurze höckerarlige
Dörnchen auslaufend, der Vorderrand als ein breiter, vorn aus-
gerandeler, etwas ausgehöhlter Lappen vorgezogen. Das letzie
Segment des einzigen vorliegenden 2 mit einer tiefen, hinter-
wärts etwas erweiterten Grube.
Aus Kaschmir. (Hügel! im Mus. Findob.)
34. Cr. erucipennis m. Lehmgelb, ein verwaschener
Querfleck des Halsschilds, zwei Vorderflecke und eine Querbinde
der Flügeldecken schwarz; das Halsschild spiegelglatt, die Punkt-
streifen fein, mit flachen glänzenden Zwischenräumen. L. 24;
Bri. 12%;
Von den vorhergehenden hauptsächlich verschieden durch
die einfarbig gelbe Unterseite und durch die abweichende Zeich-
nung der Flügeldecken, auf denen der Hinterfleck ganz fehlt,
und dafür das 2te Fleckenpaar zu einer über beide Flügeldecken
ununterbrochen hinziehenden Querbinde zusammengeflossen ist.
Der Kopf flach mit seicht eingedrückter Stirn, das Kopfschild
oberwärts nur undeutlich begränzt, die Oberfläche fein und zer-
streut punklirt, ziemlich glänzend, lehmgelb, Oberlippe und Kinn-
backen bräunlich, ein schmaler oberer Stirnrand und die lang-
gestreckten, breit dreieckig ausgebuchteten Augen schwarz. Die
65
Fühler von mehr als halber Körperlänge, ziemlich schlank, das
2te Glied birnförmig, die beiden folgenden dreimal länger und
dünn verkehrt-kegelförmig, die obern noch etwas länger, von
der Spitze des 5ten an deutlich zusammengedrückt und erwei-
tert; die untern bis zur Mitte des 5ten glänzend lehmgelb, die
obern schwarz. Das Halsschild kurz, vorn mit $% seiner Länge
stark übergewölbt und durch die tief eingezogenen, rechtwink-
ligen Vorderecken verengt, seitlich daselbst etwas zusammen-
gedrückt; die Seiten fein gerandet, vorn zusammengekrümmt,
die Hinterwinkel breit dreieckig, mit kurzer Spitze vorgezogen,
der Hinterrand jederseits fast gerade, nur vor den Schulterbeulen
tief ausgebuchtet, der Mittelzipfel kurz, breit, schwach doppelt
ausgerandet. Die Punktirung äusserst fein und zerstreut, die
Oberfläche spiegelglatt; die Farbe lehmgelb mit einer zarten,
verwaschenen, bräunlichen Längslinie vor dem Schildchen, und
ausserdem auf der Mitte ein breit nierenförmiger, nur verwaschen
begränzter, in der Mitte fast verloschener und dadurch in zwei
dunklere Theile getrennter schwärzlicher Querfleck. Das Schild-
chen breiter als lang, hinten sehr breit abgestutzt mit abgerun-
deten Ecken und kurzem Hinterzipfel, an der Basis das gewöhn-
liche Grübchen; übrigens spiegelglatt, gelb mit dunklerem Saume.
Die Deckschilde walzenförmig, an der Basis am breitesten, und
von hier aus hinterwärts deutlich verschmälert, mit allmählig ab-
geflachtem Rücken und nach hinten schwach abfallender Wöl-
bung, die Spitzen einzeln sehr breit abgerundet. Die Wurzel
jederseits des Schildchens quer niedergedrückt, die Schulterbeu-
len länglich - höckerig hervortretend, durch einen breiten und
seichten Eindruck abgesetzt, die Seitenlappen lang herabgezogen.
Die Punktstreifen sehr regelmässig, aus vereinzelten feinen Punk-
ten gebildet, die Vorderenden undeutlich; die mittllern Streifen
schon von der Mitte an schwächer, auf der Wölbung fast abge-
schliffen, die Zwischenräume flach, spiegelglatt, mit sehr feinen
und vereinzelten Pünktchen bestreut. Die Farbe lehmgelb, die
Wurzel mit schmal schwarzem Saume, an welchen sich auf jeder
Flügeldecke zwei grosse schwarze Vorderflecke anlehnen, ein
äusserer mehr länglicher auf der Schulterbeule, und ein innerer
quergezogener zwischen dem Eindruck und dem Schildchen,
‚doch die Naht nicht ganz erreichend. Hinter der Mitte eine
etwas wellige, beide Flügeldecken umziehende schwarze Quer-
IX. 5)
66
binde und hinter derselben Naht, Spitze und Aussenrand breit
schwarz. gesäumt, so dass dadurch das Hinterende der Flügel-
decke als ein breiter gelber Querfleck abgesondert wird; auch
zieht sich von der Binde aus ein verwaschener schwärzlicher
Nahtsaum nach vorn, ohne jedoch das Schildchen zu erreichen.
Das Pygidium hellgelb, fein punktirt und dünn greishaarig; auch
die Unterseite gelb mit schwach gebräunten Parapleuren, und
ebenso die Beine gelb mit pechbräunlichen, kurz und dick ge-.
zähnten Krallen. Das Prosternum breit und uneben, mit kurz
zugespitzten Hinterenden, der Vorderrand in eine kurze, breite
Spitze ausgezogen, Das letzte Segment des=-einzigen vorliegen-
den 2 mit einer grossen rundlichen, spiegelglänzenden PRDe
Aus Bengalen (Mus. Westerm.).
35. Cr. quadratus m. Oben hell ziegelroth, Kopf mit
drei, Halsschild und Flügeldecken mit zwei schwarzen Flecken,
unten schwarz mit roth gerandetem Hinterleibe; das Halsschild
grob punktirt, die Punktstreifen derb, mit flach gewölbien, fein
querrunzligen Zwischenräumen. L. ar; Br. 44 44,
Dem bekannteren Cr. analis Olive. an Gestalt, Färbung und
Zeichnung sehr ähnlich, aber kleiner, und ausserdem an der
ganz abweichenden Sculptur der ganzen Oberfläche von jenem
leicht zu unterscheiden. Der Kopf flach, der obere Theil des
nur undeutlich abgesetzten Kopfschildes etwas heraustretend, der
untere stark eingezogen, die Stirnrinne kurz, aber tief einge-
schnitten; die Ausrandung der Augen breit und ziemlich. tief.
Die ganze Fläche, auch das Kopfschild, dicht und grob punktirt,
rostroth; ein breiter Stirnlleck und ein rundlicher Punkt jeder-
seits über der Fühlerwurzel schwarz. Die Fühler (des 2) kaum
von halber Körperlänge, mässig stark, schon von dem fünften
(grössesten) Gliede ab deutlich zusammengedrückt und erweitert,
hell gelbroth. Das Halsschild mit seiner grössern Hälfte vorn
kugelig übergebogen, vor den Deckschilden wieder etwas ein-
gesenkt, vorn durch die tief herabgezogenen Vorderecken ver-
schmälert, die Seiten sehr fein gerandet und zusammengekrümmt,
die breiten scharfen Hinterecken durch einen schwachen Schräg-
eindruck aufgetrieben; der Hinterrand jederseits breit, aber nicht
tief ausgeschweift, der Mittelzipfel kurz und breit, seicht doppelt
ausgerandet. Die Oberfläche zerstreut aber grob punktirt, lack-
glänzend, ziegelroth, die Ränder und eine verwaschene Mittel-
67
linie etwas lichter, ein schmaler Saum des Hinterrandes und zwei
kleine rundliche weitgetrennte Punkte auf der Mitte neben ein-
ander schwarz. Das Schildchen lang dreieckig mit etwas aus-
geschweiften Seiten und kurz abgerundeter Spitze, an der Basis
ein schwaches Grübchen; die Oberfläche glänzend schwarz. Die
Deckschilde breit walzenförmig, hinterwärts abgeflacht und etwas
verengt, längs der Wurzel breit quer niedergedrückt und dann,
besonders um die sich erhebende Schildchenspitze aufgewulstet;
die breiten flach gewölbten Schulterbeulen innerseits durch einen
dreieckigen Längseindruck abgesetzt, die Seitenlappen kurz, aber
deutlich, die Spitzen einzeln breit abgerundet, mit klaffender
Naht. Die Punkistreifen sehr regelmässig, besonders vorn derb,
die mittlern auf der Wölbung merklich feiner, die Zwischenräume
flach gewölbt, sich hinterwärts noch mehr verflachend, fein quer-
runzlig und daher weniger glänzend als das Halsschild. Auch
die Färbung etwas lichter gelb als die des Halsschilds, Wurzel
und Naht fein schwarz gesäumt, und jede Flügeldecke mit zwei
grossen schwarzen Querflecken, der vordere nahe an der Wur-
zel, von der Schulterbeule aus sich schräg nach hinten und in-
nen ziehend, und so eine abgekürzte, von Naht, Wurzel und
Aussenrand gleich ‚weit abstehende Querbinde bildend; der hin-
tere dicht vor der Wölbung, fast so lang als breit, den Raum
vom 2ten bis zum 8ten Punkistreifen umfassend. Das Pygidium
fein punktirt und dicht silberhaarig, schwarz, mit röthlichem, sich
oben jederseits erweiterndem Saume. Die Unterseite ebenfalls
schwarz, dünn greishaarig; nur die Vorderbrust nebst den Schul-
terblättern, der Mittelzipfel des ersten Bauchringes, und ein schlecht
begränzter, vorn noch die Hinterenden der Parapleuren einschlies-
sender Saum des Hinterleibes rothgelb. Die Beine einfarbig roth-
gelb mit etwas lichtern Schenkelspitzen, von einem Zahnansatze
hinter den Krallenhäkchen kaum eine Spur. Die Hinterenden des
Prosternums kurz aber scharf zugespitzt, der Vorderrand breit
napfförmig vorgezogen. Das letzte Segment des Q mit der ge-
wöhnlichen, hier breit-rundlichen und am Rande greis gewim-
perten Grube.
. Aus dem Norden von Forder-Indien (Mus. Berol.; — ins-
besondere von Raypure: Bacon! im Mus. Deyrolle).
36. Cr. analis Oliv. Dunkel ziegelroth, das Halsschild
mit zwei, die Flügeldecken mit drei (2, 1) schwarzen Punkten,
65
auch die Mitte des Pygidiums und Hinterleibes schwarz; das
Halsschild spiegelglatt, die Punktstreifen fein, mit flachen, fein
quer gerunzelten Zwischenräumen. L.23— 33‘; Br. 153—2'.
Cr. analis Oliv. Ent. VI. 786. n, 3. tab. 4. fig. 47.
Eine grosse, schöne, aber wiederum in der Färbung ausser-
ordentlich abändernde Art. Der Kopf flach, der obere deutlich
abgesetzte Theil des Kopfschildes wenig hervortretend, das un-
tere Ende deutlich eingezogen. Die Punktirung fein aber deut-
lich, mit abgekürzter Stirnrinne. Die Farbe ziegelroth mit gel-
ber Oberlippe, die langen tief ausgebuchteten Augen und die
Kinnbacken schwarz. Die Fühler, auch bei dem Z', von wenig
mehr als halber Körperlänge, das 2te Glied kurz und knotig, die
beiden folgenden gleich lang und etwa doppelt länger als das
2te, die folgenden bis zum 7ten allmählig aber wenig verlängert,
alle vom 5ten an breit und deutlich zusammengedrückt, der
Fortsatz des Endgliedes kurz, breit und wenig bemerklich. Die
Farbe roth, bei stärker geschwärzten Stücken die obern Glieder
vom 5ten ab rauchgrau oder schwärzlich. Das Halsschild kurz,
mit der grössern Hälfte vorn stark kugelig- fast buckelig über-
gewölbt und durch die tief eingezogenen Vorderecken verschmä-
lert, die Seiten fein gerandet, nach vorn stark zusammenge-
krümmt, die Hinterecken kurz und breit, durch einen seichten
Schrägeindruck etwas aufwärts gedrückt, der Hinterrand jeder-
seits breit ausgeschweift, mit kurzem, doppelt ausgerandetem
Mittelzipfel. Die Oberfläche kaum punktirt, spiegelglatt, dunkel
ziegelroth, gewöhnlich mit zwei neben einander stehenden klei-
nern oder grössern schwarzen Punkten besetzt. Das Schildchen
Jänglich-dreieckig, hinten kurz abgestutzt und vorn mit dem ge-
wöhnlichen Grübchen, spiegelgatt, hell ziegelroth mit schwarz
gesäumter Basis. Die Deckschilde breit walzlich, hinterwärts
etwas verengt und sich allmählig verflachend, hinter der nieder-
gedrückten Wurzel wulstig ansteigend, und daselbst am Schild-
chen und wiederum innerseits der breiten Schulterbeulen einge-
drückt, die Seitenlappen kurz und wenig bemerkbar. Die Punkt-
streifen sehr regelmässig, auch nicht tief, und hinterwärts noch
feiner, ohne jedoch ganz zu erlöschen; die Zwischenräume flach,
längs der Wurzel stark glänzend, auf der Mitte deutlich querrunzlig,
und auf der Wölbung matt ohne deutlich hervortretende Runzeln.
Die Farbe ziegelroth, bei lichtern, wenig schwarz gezeichneten
69
Stücken längs der schwarz gesäumten Wurzel oft ins Gelbliche
fallend, mit drei schwarzen Punkten, deren geringere oder grös-
sere Ausdehnung mit der schwarzen Zeichnung des Halsschildes
zusammenhängt und dadurch mehrere Formen bildet, nämlich
a. Halsschild ungefleckt, Flügeldecken mit 3 kleinen schwar-
zen Punkten (2, 1), davon ein etwas länglicher auf der Schul-
terbeule, der 2te, mehr runde, schräg einwärts von ersterem,
zwischen dem ersten und Sten oder 4ten Punktsitreifen, aber
weder Naht noch Wurzel berührend, und ein Ster dicht vor der
Wölbung, dem Zwischenraume zwischen den beiden vordern ge-
genüber, etwas in die Quere gezogen. Diese Form bildet den
eigentlichen Cr. analis Olivier. Zuweilen ist bei ihr der innere
Vorderpunkt bis auf einen kaum bemerkbaren Schatten erloschen,
bei andern Stücken sind alle Punkte mit einem lichten, ocellen-
arligen Ringe umgeben.
ß. Das Halsschild mit zwei rundlichen oder quer gezogenen
schwarzen Punkten neben einander, beide durch einen weiten
Zwischenraum getrennt; Zeichnung der Flügeldecken wie bei «.
Olivier’s Beschreibung gedenkt auch dieser Varietät.
y. Das Halsschild mit zwei grossen, quer nierenförmigen
oder eckigen schwarzen Flecken; die Flügeldecken mit einer
schwarzer, durch Ausdehnung und Vereinigung der beiden Vor-
derflecken entstandenen Querbinde längs der Wurzel, und einem
hintern grossen nierenförmigen Querflecke, der bei andern Stük-
ken sich auch noch wohl zu einer zweiten Querbinde ausbilden
möchte.
Das Pygidium hell gelbroth, fein punktirt und kurz greis-
haarig; bei wenig ausgefärbten Stücken jederseits mit einem
bräunlichen Randfleck und oben mit einem stärkern schwarzen
Längsfleck; bei dunklern Stüsken erweitert sich letzterer zu
einem kreis- oder nierenförmigen Mittellleck und stösst zuletzt
noch mit jenen bräunlichen Randflecken zusammen. Unterseite
und Beine hell ziegelroth, bei lichtern Stücken auf der Mitte des
‚Hinterleibes ein bräunlicher Querschatten, die Seiten mit dem
letzten Bauchringe und die Schulterblätter verwaschen hellgelb.
Bei dunklern Exemplaren färbt sich jener Querschatten schwarz,
und auch die Seiten der Hinterbrust fallen mehr oder minder ins
Bräunliche, selbst Schwarze, und von solchen hat Olivier den
Namen entnommen. Der Zahnansatz hinter den Krallenhäkehen
70
ziemlich deutlich. Die Hinterenden des Prosternums breit drei-
eckig zugespitzt, der Vorderrand bei dem J' breit napfförmig
vorgezogen. Das letzte Segment desselben mit einem seichten
elliptischen Längseindrucke, bei dem 2 mit einer tiefen ellipti-
schen, an den Rändern lang greis gewimperten Grube.
In Vorder-Indien, und dort, wie es scheint, weit verbreitet.
Von Coromandel (Mus. Germar.), Tranguebar (Mus. Westerm.),
aus Bengalen (Olivier; Mus. Westermann), auch aus den Neel-
gherries (id.). Stücke ohne nähere Angabe der Heimath als:
Indien finden sich noch im Mus. Berol. und Franc.
37. Cr. cinnabarinus m. Oben hell kirschroth, unten
mit Schenkeln und Schienen schwarz; das Halsschild spiegelglatt,
die Punktstreifen fein mit flachen, gleichfalls spiegelglaiten Zwi-
schenräumen. L. 22— 223‘; Br. 121—13.
Eine den vorhergehenden zwar nahe verwandte, aber durch
die ungefleckte spiegelglatte Oberseite sehr ausgezeichnete Art.
Der Kopf flach, zwischen den Fühlern seicht eingedrückt, der
obere Theil des Kopfschilds stark hervorgequollen, der untere
eingezogen, die ganze Oberfläche spiegelglatt, kirschroth, nur
die lang gestrerkten, tief ausgebuchteten Augen schwarz, die
Oberlippe hellgelb. Die Fühler des Z von etwas mehr als halber
Körperlänge, das 2te Glied kurz knotig, die beiden folgenden
gestreckt und verkehrt kegelförmig, das 3te mehr als 2mal und
das 4te über 3mal länger als das 2te, die obern vom 5ten ab
ziemlich gleich lang und etwas länger als das 4te, alle stark
zusammengedrückt und erweitert, die beiden letzten wieder fast
gleich breit mit kurzem, schmalem Fortsatze des Endgliedes; die
Fühler des 2 etwas kürzer. Die Farbe hell röthlich-gelb mit
dünner, greiser Behaarung. Das Halsschild mit 2 seiner Länge
vorn stark kugelig übergebogen, daher anscheinend sehr kurz,
durch die fein gerandeten, nach vorn hin stark zusammenge-
krümmten Seiten merklich verschmälert, die Hinterecken kurz
und breit zugespitzt, kaum emporgedrückt; der Hinterrand jeder-
seits breit und seicht ausgeschweift, etwas eingesenkt, mit dop-
pelt ausgerandetem Mittelzipfel. Die Oberfläche vor dem Schild- |
chen jederseits tief schräg eingedrückt, übrigens spiegelglatt,
kirschroth, mit zart schwarz gesäumtem Hinterrande. Das Schild-
chen lang dreieckig, hinten kurz abgerundet, stark schräg an-
steigend, mit einem Grübchen an seiner Basis, gleichfalls spie-
‘1
gelglatt und kirschrolh, mit fein schwarz gesäumter Wurzel, die
Deckschilde walzenförmig, breit und flach gewölbt, hinterwärts
noch mehr verflacht und allmählig abfallend, jederseits vom
Schildchen und dann wieder innerseits der breiten, stumpfen
Schulterbeulen breit eingedrückt, um das Schildchen herum bucke-
lig erhöht, die Seitenlappen kurz aber breit, die Spitzen einzeln
sehr stumpf abgerundet. Die Punkistreifen sehr regelmässig,
äusserst fein, von der Milte ab noch feiner, und auf der Wöl-
bung fast abgeschliffen, die Zwischenräume breit, flach, spiegel-
glatt; die Farbe kirschroth mit etwas lichterer Spitze, die Wurzel
zart schwarz gesäumt. Das Pygidium fein punktirt und behaart,
schwarz. Die Vorderbrust roth, hinterwärts etwas gebräunt, der
übrige Theil der Unterseite schwarz, nur die Vorderzipfel des
ersten Bauchringes, die Schulterblätter und die Milte des letzten
Ringes manchmal verwaschen braunrotih. Auch die Vorderbeine
braunrolh, die Keulen der Schenkel und die Aussenkanten der
Schienen geschwärzt; an den Mittel- und Hinterbeinen Schenkel
und Schienen schwärzlich, Hüften, Kniee und Schienenspitzen
braun, die Fussglieder röthlich. Der Vorderrand des Proster-
nums wenig vorgezogen, die Hinterenden breit und stumpf. Das
letzte Segment des J' mit einem seichten, rundlichen Eindruck,
des ® mit einer grossen länglich runden, seitlich breit nieder-
gedrückten Grube.
Von den Sunda-Inseln (von Pulo Penang und Celebes:
Mus. Westerm. — von Sumatra: Mus. Deyrolle). Ein nur
mit: Indien bezeichnetes Exemplar im Berliner Museum stammt
ohne Zweifel eben daher.
Siebente Rotie. Fühler kurz und derb, breit zusammen-
gedrückt. Körper kurz und gedrungen, verhältnissmässig breit,
mit hinterwärts etwas verengtien, derb doppelstreifigen Deckschil-
den. Die Farbe rostroth mit gelben Zeiehnungen. Eine bis jetzt
ganz vereinzelte Art aus dem Norden von Vorder-Indien.
38. Cr. Sandrocottus m. Rostroth mit schwarzen Sei-
ten der Hinterbrust und gelbgeflecktem Halsschilde; letzteres fein
unktirt, die Punktstreifen derb, gepaart, die Zwischenräume flach
gewölbt, glänzend, die ungeraden breiter und mit gelben Längs-
flecken besetzt. L. 23‘; Br. 14,
72
Eine so eigenthümliche, durch Färbung und Sculptur so aus-
gezeichnete, und an einzelne Mexikanische Formen erinnernde
Art, dass sie wohl verdient, mit dem Namen des alten Indischen
Königs geziert zu werden, in dessen Reich sie ihren Wohnplatz
genommen hat. Der Kopf flach, das Kopfschild oben deutlich
abgesetzt, unten etwas eingezogen, die Oberfläche durch dicht
gedrängte runzlige Punktirung matt. Die Farbe hell gelbroih, die
der Länge nach etwas eingedrückte Mitte der Stirn und die Um-
sebungen der Fühlerwurzeln ins verwaschen Braunrothe fallend,
die Mundtheile gelb mit pechbraunen Mandibeln, die lang ge-
streckten, stark ausgebuchteten Augen schwarz. Die Fühler
(des SZ) kaum von halber Körperlänge, derb und kräftig, das
2te Glied kurz und knotig, die beiden folgenden gleich lang und
etwa doppelt länger, das 5te noch etwas länger und die obern
wieder kürzer, alle vom 5ten ab breit zusammengedrückt und
erweitert, so dass die Fühler fast gesägt erscheinen, die obern
allmählig wieder schmaler, der Fortsaiz des Endgliedes wenig
bemerkbar. Die Farbe der untern bis zur Mitte des 5ten durch-
scheinend honiggelb, die obern schwarz, mit dünner anliegender
greiser Behaarung. Das Halsschild breit kugelig, vorn mit 2
seiner Länge abwärts gekrümmt, daher anscheinend kurz, die
Seiten deutlich gerandet und nach vorn in weiten Bogen con-
vergirend, daher die Vorderecken tief eingezogen und die Augen
bis unterhalb der Fühlerwurzeln umschliessend, die Hinterecken
kurz und breit, der Hinterrand jederseits wenig ausgeschweift,
längs der ganzen Breite des Halsschilds eingesenkt; der Mittel-
zipfel kurz, breit, deutlich doppelt ausgerandet, Die Oberfläche
fein und zerstreut punklirt, glänzend. Die Farbe rostroth, Vor-
der- und Seitenrand verwaschen hochgelb, und dieselbe Färbung
zeigen im Vorderwinkel einige unförmliche, mit verloschener Be-
sränzung unter sich und mit den Rändern zusammengeflossene
Wische, ferner zwei Schrägflecke vor dem Hinterrande und zwi-
schen ihnen vor dem Schildchen noch ein eiförmiger Längsfleck,
welcher sich nach vorn in eine bis zum Vorderrande sich hin-
streckende Linie verlängert, Das Schildchen länglich -viereckig,
stark ansteigend, mit ganz kurz dreieckigem, flach niederliegen-
dem Hinterzipfel und dem gewöhnlichen Grübchen an der Wur-
zel, glatt, gelb, mit gebräunten Rändern. Die Deckschilde dop-
pelt so lang als das Halsschild, aus dem Walzenförmigen hinter-
73
wärts etwas verschmälert, um das Schildchen stark und zwischen
diesem und den als lange Höcker hervortretenden, innerseits
durch einen breit dreieckigen Eindruck emporgehobenen Schul-
terbeulen schwächer erhöht; der Seitenlappen breit, die hintere
Wölbung flach abfallend, mit klaffender Naht. Die Punktstreifen
sehr regelmässig, in der Mitte am derbsten, ohne jedoch an den
Enden zu verschwinden, paarweise einander genähert, so dass
das erste Paar durch den abgekürzten und den ersten, das äus-
serste (dte) durch den Sten und 9ten Streifen gebildet wird,
hinten aber am Beginne der Wölbung der erste Streifen den
2ten aufnimmt und von da ab die Begränzung des zweiten Zwi-
schenraums bildet. Die Zwischenräume vor der Mitte stärker,
hinterwärts flacher gewölbt, einzeln und fein punktirt, glänzend,
die zwischen den Doppelstreifen liegenden merklich schmaler und
gewölbter, die zwischen den Streifenpaaren liegenden breitern
flacher und mit gelben Längsflecken geziert, welche an der Ba-
sis in einander verfliessen, sich aber auf dem übrigen Raume
der Flügeldecken deutlich absondern, sodass ohne die verwa-
schenen Wurzelflecke drei auf dem ersten, zwei auf dem 3ten,
zwei auf dem 5ten, und eben so viel auf dem Tien und dem
9ten Zwischenraume liegen, und dadurch drei etwas unregel-
mässige und zerrissene Querbinden entstehen; ausserdem ist noch
der dreieckige Raum zwischen der Naht und dem abgekürzten
Streifen hinter dem Schildchen, und eine verwaschene Längslinie
auf dem Sten Zwischenraume zwischen den entsprechenden Flek-
ken des 7ten und 9ten gelb. Das Pygidium sehr fein punktirt,
dicht weisslich behaart, gelb mit bräunlichem Saume; auch ein
länglicher vereinzelter Mittelfleck und jederseits ein kleiner mit
dem Saume zusammenstossender Längsfleck rostbraun. Die Un-
terseite fein punktirt, behaart, gelb mit roströthlichen Säumen der
' Bauchringe, die dicht runzlig punktirten silberhaarigen Parapleu-
ren schwarzbraun, fast schwarz, auch ein daran gelehnter, sich
nach der Mittellinie zu erstreckender dreieckiger Querlleck ver-
waschen bräunlich. Die Beine derb und kräftig, rostgelb, die
Mitte der Schenkel und die Aussenseite der Schienen roströth-
lich angeflogen, die Fussglieder sehr breit, mit kurz gestieltem
Krallengliede, dunkelbraun. Der Vorderrand des Prosternums
kurz kahnförmig vorgezogen, die- Hinterenden nur als kurze
74
Höcker vortretend. Das letzte Segment des Z' mit einem seich-
ten, rundlichen, glänzenden Eindrucke.
Aus dem Norden von Foorder-Indien. (Von Mhorie: Ba-
con! im Mus. Deyrolle.)
Achte Rotte. Fühler kurz, ziemlich dünn; Körper walz-
lich, rothgelb mit dicht punktirter Oberseite und dabei noch
punktstreifigen Deckschilden. Die Zeichnung schwarz und sehr
übereinstimmend; auf dem Halsschilde ein hinten und seitlich ge-
stielter Ring, auf den Flügeldecken drei wellige, manchmal zu-
gleich zackige Querbinden, deren hintere stets und zuweilen auch
die vordern in Flecken aufgelöst ist. Grosse, schöne Käfer aus
Vorder-Asien, von Armenien und Persien bis nach Aegypien hin
verbreitet. (Vergl. Linnaea VI. 93. Fünfte Rotte b.)
39. Cr. undatus m. Gelbroth, die beiden vordern Quer-
binden der Flügeldecken zackig-wellig, Pygidium, Schenkel und
Schienen schwarz gefleckt; das Halsschild grob zerstreut punk-
tirt, die Punktstreifen vorn derb, hinten unter der zerstreuten
siebartigen Punklirung der decken Zwischenräume sich erMeregl
L. Se 3445 Br. 13 — DILL:
Cr. undatus Sufr. Linn. II. 60, VII. 93.
Aus Persien (Mus. Franc.) und Armenien (v. Chaudoir?).
40. Cr. undulatus Man. Geibroth, die 2te Querbinde
der Flügeldecken zackig-wellig, Pygidium, Schenkel und Schie-
nen schwarz gefleckt; das Halsschild dicht und grob -runzlig
punktirt, die Punktstreifen vorn sehr derb, hinten unter der dicht
runzligen Punktirung der flachen Zwischenräume erloschen. L.
DE Br. 124,
Dem Korenschönden zwar sehr ähnlich, aber von ihm auch
ausser der geringern Grösse an dem grob und dicht runzlig
punktirten Halsschilde leicht zu unterscheiden. Der Kopf flach,
fein aber sehr dicht punktirt, das Kopfschild unten etwas einge-
zogen, die Oberlippe hell gelb, die Augen breit und seicht ausge-
randet, die Farbe hellgelbroth, über den Fühlerwurzeln jederseits
ein schwärzlicher Punkt. Die Fühler von dem Bau und der Fär-
bung der vorhergehenden Art. Das Halsschild kurz, vorn stark
übergewölbt, auch seitlich tief herabgezogen und fein gerandet,
die Vorderecken rechtwinklig, die hintern weit und spitz heraus-
gezogen, der Hinterrand jederseits breit aber seicht ausgeschweilt,
75
mit kurzem doppelt ausgerandetem Mittelzipfel. Die Puntirung
grob und tief, dicht aneinander gedrängt und dadurch die Zwi-
schenräume als runzelartige Ringe emporhebend. Die Farbe hell
gelbroth, der Vorderrand bräunlich- der hintere zart schwarz ge-
säumt, auf der Mitte eine aus 4 Flecken bestehende unterbrochene
schwarze Querbinde, die seitlichen Flecken kleine und unschein-
bare Querlinien, der mittlere grössere in Gestalt eines nach vorn
offenen Halbkreises, dessen Hinterrand eine feine über den hin-
tern Theil des Halsschildes wegziehende schwarze Längslinie be-
rührt. Das Schildchen dreieckig, hinten abgestumpft, vorn mit
einem deutlichen Grübchen, hell glänzend gelbroth, breit schwarz
gesäumt. Die Deckschilde walzlich, mit breiten flachen, wenig
hervortiretenden Schulterbeulen und sehr langen Seitenlappen, die
Spitzen einzeln abgerundet und die Naht weit klaffend. Die
Punktsireifen sehr regelmässig, aus dicht an einander gerückten,
groben, von der Mitte ab allmählig feinern Punkten gebildet, die
flachen Zwischenräume mit einer feinen, hinterwärts immer dich-
ter gedrängten und runzlig verfliessenden Punktirung besäel,
durch welche zuletzt selbst die Punktstreifen verdunkelt werden,
dieser Runzeln wegen auch nur mit mattem Schimmer. Die Farbe
gelbroth, die Binden wie bei den vorhergehenden, nur die vor-
dere einfach wellig und in 5 vereinzelte schwarze brandig ge-
säumte Flecke aufgelöst. Das Pygidium fein punktirt und dicht
greishaarig, gelbroth, die schwarze Zeichnung, wie bei Cr. un-
datus, nur weniger deutlich. Die Unterseite gleichfalls gelbroth,
nur die Parapleuren und die daran stossenden Pfannenstücke
schwarz, dicht greishaarig; die Seiten der vier letzten Hinter-
leibsringe durch auf den Nähten liegende verwaschene schwärz-
liche Querflecke wolkig getrübt. Die Hinterenden des Proster-
nums kurz und breit zugespitzt. Die Beine gelb mit schwarzen
_Krallenhäkchen, die Schenkel auf der Mitte der Innenseite, die
Schienen auf der Aussenkante mit einem schwarzen Flecke ge-
zeichnet. Das letzte Segment des einzigen vorliegenden 2 mit
einer tiefen länglichen, im Innern glänzenden Grube.
Von Asterabad in Persien (Mus. Mannerh.).
41. Cr. Sinaita m. Hell gelbroth, die Querbinden der
Flügeldecken wellig und unterbrochen, die Schenkelspitzen weiss-
lich; das Halsschild dicht und grob siebartig punktirt, die Punkt-
76
streifen vorn derb, hinten unter der dichten Punktirung der
flachen Zwischenräume sich verlierend. L. 34%, Br. 13,
Bei fast gleicher Länge mit Cr. undatus doch kaum brei-
ter als Cr. undulatus, daher schmaler und gestreckter als beide,
dabei viel lichter gelbroth, auch an dem ungefleckten Pygidium
und der dicht gedrängten, aber nirgends Runzeln bildenden Punkli-
rung der Oberseite leicht kenntlich. Der Kopf flach, dicht und
derb punklirt, die Stirn mit scharf eingegrabener, am untern Ende
von einer glatten, nicht punktirten Stelle umgebener Längslinie,
das Kopfschild oberwärts durch einen feinen Querkiel begränzt,
nebst der Oberlippe bräunlich gesäumt; der übrige Kopf gelb
mit schwarzer Stirnlinie. Die Fühler wie bei den vorhergehen-
den, nur etwas schlanker, gelb, mit rauchgrauer Spitze. Das
Halsschild kurz, vorn mit halber Länge übergewölbt, die Seiten
fein gerandet, hinter der Mitte etwas ausgeschweift und nach
den rechtwinkligen Vorderecken zu mit breiten Bogen conver-
girend; die Hinterecken spitz, der Hinterrand jederseits breit
ausgeschnitten, der Mittelzipfel kurz, deutlich doppelt ausgeran-
det. Die Punktirung so stark wie bei Cr. undatus, dichter zu-
sammengedrängt, aber nirgends zu Runzeln verfliessend, vor der
Mitte ein abgekürzter glatter, von einer feinen eingeschniitenen
Längslinie durchzogener Längsfleck. Die Farbe hell rothgelb;
Vorder- und Seitenrand mit bräunlichem, der Hinterrand mit
schmal schwarzem Saume, die Zeichnung ganz wie bei den vor-
hergehenden, durch den Zusammenhang und die schärfere Aus-
prägung mehr dem Cr. undatus ähnlich, doch ohne die rück-
wärts gerichteten Häkchen, welche bei diesem an den Aussen-
enden der Querlinien vorhanden sind. Das Schildchen dreieckig
mit abgestutzter Spitze und einem Grübchen an der Wurzel,
glänzend gelb, schwarz gesäumt. Die Deckschilde schmal und
schlank walzlich, hinterwärts wenig verschmälert, mit flach ge-
wölbten, kaum erhöhten Schulterbeulen und langen Seitenlappen,
die Spitzen einzeln breit abgerundet. Die Punkistreifen sehr re-
gelmässig, besonders die mitllern aus derben, dicht gestellten
Punkten gebildet, bis zum Anfange des letzten Drittels deutlich,
die Punktirung der Zwischenräume fein, vorn mehr vereinzelt,
hinten dicht gedrängt, aber nicht runzlig, daher der Zwischengrund
selbst, wie der des Halsschilds, ziemlich glänzend. Die Farbe
hell gelbroth, die Zeichnung im Ganzen wie bei den vorherge-
77
henden, nur die Binden ohne spitz hervorspringende Winkel, die
vordern ganz und die hintern theilweise in vereinzelte Längs-
flecke aufgelöst, die aber nicht wie bei Cr. undulatus auf den
Zwischenräumen, sondern in den Punktstreifen stehen, und sich
nur in der Mitte auf Kosten der licht gebliebenen Zwischenräume
etwas erweitern, die vereinzelten Linien der unter der Wölbung
liegenden dritten Binde nur schaltenartig und kaum bemerkbar.
Das Pygidium fein punktirt und silberhaarig, hellgelb, jederseits
am Rande mit einem schmutzig braunlichen Schatten. Auch die
Unterseite hellgelb, weiss behaart, die Parapleuren mit einem drei-
eckigen schwärzlichen Längsfleck, welcher theilweise mit schlech-
ter Begränzung auf die Pfannenstücke übergreift; die Hinterränder
der Bauchringe trüb braun, die beiden letzten Ringe jederseits mit
einem schwärzlichen Querfleck. Die Beine dunkelgelb, mit einem
breiten weisslichen Querfleck vor den Schenkelspitzen, die Schienen
auf der Aussenkante mit einer kurzen schwärzlichen Längslinie.
Das letzte Segment des einzigen vorliegenden 2 mit einer fast
gleich breiten, tiefen und glänzenden Längsgrube.
Von Suez. (D. Schaum! im Mus. Germ.)
42. Cr. petraeus m. Rostroth mit schwarzem Schild-
chen, die Querbinden der Flügeldecken stark zackig - wellig,
Schenkel und Schienen bräunlich gefleckt; das Halsschild grob
zerstreut punktirt, die Punktstreifen vorn sehr derb, hinten unter
der runzligen Punktirung der flachen Zwischenräume sich ver-
lierend. L. 3°; Br. 13°”.
Diese Art verbindet den schlanken Bau und die Grösse der
vorhergehenden mit der zerstreuten Punktirung auf dem Hals-
schilde des Cr. undatus, unterscheidet sich aber von den bis-
her beschriebenen leicht durch die rostrothe Körperfärbung, so-
wie die intensiv schwärzere Zeichnung, welche sich sowohl durch
das schwarze Schildchen, als durch die kräftigern Züge der
Wellenbinden, und den vollständig abgeschlossenen Ring auf der
Mitte des Halsschilds zu erkennen giebt. Der Kopf flachgewölbt,
dicht und grob punktirt, das Kopfschild gerunzelt, die Fühlerhöcker
etwas gebräunt, auf der Stirn ein verwaschener, nach unten hin
gabelig getheilter Längsfleck. Die Fühler wie bei den vorher-
gehenden. Das Halsschild mit 3 seiner Länge vorn kugelig
übergewölbt, durch die eingezogenen Vorderecken sehr verschmä-
lert, seitlich fein gerandet, die breit zugespitzten Hinterecken
78
stark vorgezogen, der Hinterrand jederseits breit und seicht aus-
geschweift, derb gesägt, schwarz gesäumt, der Mittelzipfel kurz
und breit, doppelt ausgerandet. Die Punktirung grob, mässig
dicht, der Zwischengrund besonders hinterwärts glänzend. Die
Farbe rostroth, die schwarze Querzeichnung wie bei den vor-
hergehenden, nur kräftiger, überall zusammenhängend, und der
Mittelring auch nach vorn vollständig geschlossen. Das Schild-
chen dreieckig mit abgerundeter Spitze, der Länge nach etwas
runzlig-punktirt, an der Basis mit dem gewöhnlichen Grübchen,
glänzend schwarz, die Deckschilde schlank walzlich, hinterwärts
etwas verschmälert, hinter der Wurzel leicht ansteigend, die
Schulterbeulen sehr flach gewölbt, die Seitenlappen stark hervor-
tretend, die Spitzen einzeln sehr breit abgerundet. Die Punkt-
streifen sehr regelmässig, derb, und besonders die seitlichen
schwach furchenartig einsedknet: die Zwischenräume gleichfalls
dicht und derb punklirt, und dadurch schon von der Mitte ab
die Streifen so weit verdunkelt, dass sie nur durch die dichtere
Stellung der Zwischenpunklirung bemerkbar werden; daneben:
der Zwischengrund fein gerunzelt und dadurch matt. Die Bin-
den im Ganzen wie bei den vorhergehenden Arten, nur schärfer
ausgeprägt, überall zusammenhängend, die vordere mehr stumpf-
winklig-wellig gebogen, die mittlere mit spitzer hervortretenden
Zackenwinkeln, der Vorderarm der ersten zu einem deutlichen
eiförmigen Schulterfleck ausgebildet. Das Pygidium fein punktirt,
der Länge nach seicht gefurcht, dicht greisgelb behaart. Die Un-
terseite etwas lichter rostgelbt, mit geschwärzten Seiten der Hin-
terbrust, dicht greisgelb behaart, die Hinterleibsringe an den Hin-
terrändern breit braun gesäumt. Die Beine wie bei der vor-
hergehenden Art, nur eiwas kräftiger, die Schenkel deutlicher
punktirt, dunkler, auch die Längslinie am Hinterrande der Schie-
nen etwas deutlicher. Die Kralienhäkchen an der Wurzel mit
einem schwachen Höcker. Das letzte Segment des einzigen vor-
liegenden @ mit einer tiefen elliptischen, an den breit nieder-
gedrückten Seitenrändern lang greis gewimperten Grube.
Aus Arabien (Mus. Sturm.)
Der Käfer ist der Cr. signaticollis des Sturm’schen Cata-
logs, dessen) Name jedoch wegen des ältern und bereits be-
schriebenen Cr. signaticollis Dahl aus Südeuropa nicht beibe-
halten werden konnte.
79
43. Cr. arabs m. Rostroth, die Querbinden der Flügel-
decken stark, die mittlere zackig-wellig, Schenkel und Schienen
bräunlich gefleckt; das Halsschild grob zerstreut-punktirt, die
Punkistreifen vorn sehr derb, hinten feiner, mit flach gewölbten,
mit einer feinern Punktreihe besetzten Zwischenräumen. L. 22°;
‚Bra42r%,
Von der Grösse des Cr. undulatus, in der Färbung und
Zeichnung aber mit dem Cr. petraeus übereinstimmend, sodass
er möglicherweise als das J' zu demselben gehören könnte;
aber doch in der Sculptur so sehr von allen übrigen Arten die-
ser Gruppe abweichend, dass ich ihn bis zum Vorliegen bestimm-
ter Erfahrungen als eine selbstständige Art betrachten zu müssen
glaube. Der Kopf flach, grob und dicht punktirt, rostroth, mit
einem schlecht begränzten schwarzen Längsflecke vor der Stirn
und gebräunten Fühlerhöckern, auch die Kinnbacken und die breit
ausgebuchteten Augen schwarz. Die Oberlippe etwas lichter roth-
gelb. Die Fühler kurz und dünn, oben wenig verbreitert, röth-
lich mit gebräunter Spitze. Das Halsschild breit kugelig gewölbt
und mit der grössern Hälfte vorn übergekrümmt, durch die tief
eingezogenen Vorderecken verschmälert, die Seiten deutlich ge-
randet mit mässigen Bogen zusammengekrümmt, die breiten Hin-
terecken mit kurzen Spitzen vorgezogen; der Hinterrand einge-
senkt, jederseits tief ausgeschweift, der Mittelzipfel kurz und
breit, doppelt ausgerandet. Die Punktirung grob, mässig dicht,
die einzelnen Punkte gross, aber nicht tief, der Zwischengrund
fein genarbt und lackglänzend. Die Farbe rostroth, Vorder- und
Seitenrand bräunlich-, der Hinterrand schwarz gesäumt, die
schwarze Zeichnung fast noch kräftiger als bei dem vorherge-
henden, der Mittelring vollständig geschlossen, und die Aussen-
enden der Seitenlinien als breite Haken rückwärts gebogen. Das
Schildchen schmal dreieckig, fast doppelt so lang als breit, hinten
abgestutzt und etwas ansteigend, fein und ziemlich dicht punktirt,
an der Wurzel das gewöhnliche Grübchen; die Farbe rostroth,
vorn und hinten breiter, seitlich schmaler schwarz gesäumt. Die
Deckschilde breit walzlich, hinterwärts kaum verengt, längs der
Wurzel etwas erhöht, mit breiten, flachen, wenig hervortretenden
Schulterbeulen und langen Seitenlappen, die Spitzen einzeln sehr
breit abgerundet. Die Punktstreifen vorn schr grob und derb,
aus vereinzelten grübchenartigen Punkten gebildet, welche erst
50
vom letzten Drittel ab feiner werden, aber auch auf der Wölbung
nicht ganz verschwinden. Die Zwischenräume schmal, flach ge-
wölbt, erst hinterwärts bei schwächern Punktstreifen breiter und
flacher, fein querrunzlig und dabei noch mit einer Längsreihe
feinerer Punkte besetzt, ebenfalls lackglänzend.. Die Wurzel
breit und die Naht schmaler schwarz gesäumt, die Binden derb -
und kräftig, wie bei der vorhergehenden Art. Das Pygidium fein
punktirt und dünn behaart, rostroih. Auch die Unterseite rost-
roth, dicht silberhaarig, Parapleuren und hinterer Theil der Hin-
terbrust dunkler gewölkt. Die Beine derb und kräftig, Schenkel-
und Schienenzeichnung sehr verloschen, die erstere fast nur durch
die lichtern Schenkelspitzen bemerkbar; die Krallenhäkchen
schwarz. Der Zahnansatz eiwas deutlicher als bei den vorher-
gehenden Arten. Die Hinterenden des Prosternums ganz kurz
zugespitzt. Das leizte Segment des g' mit einer grossen kreis-
förmigen kahlen und glänzenden, aber kaum eingedrückten
Stelle.
Ebenfalls aus Arabien. (Mus. Berol.)
Neunte Rotte. Fühler kurz und gedrungen; Körper von
geringer Grösse, breit und etwas flach gewölbt, oben bleich gelb
oder trüb gefleckt, mit dicht punktirter Oberseite und dabei noch
punktstreifigen Deckschilden. Kleine, zierliche Arten aus Indien,
die zum Theil den Typus der vorhergehenden Rotie in verjüng-
tem Maassstabe wiederholen.
44. Cr. atricillus Mus. Ber. Bleichgelb, Kopf, Hinter-
brust und Basis des Hinterleibs mit dem Vordersaume der Deck-
schilde schwarz; das Halsschild sehr dicht punktirt, die Punkt-
streifen fein, mit flachen sehr dicht und fein punkltirten Zwi-
schenräumen. L. 3—1‘; Br. 3— 2,
Ein kleiner, zierlicher Käfer, äusserlich den kleinen lichten
Europäischen Arten aus der Gruppe des Cr. minutus nicht ganz
unähnlich, aber hinterwärts etwas verschmälert, an beiden Enden
leicht zugerundet, und auf der ganzen Oberseite dicht siebartig
punktirt. Der Kopf flach, zerstreut aber deutlich punktirt, matt
schwarz mit gelblichen Mundtheilen, die Augen lang gestreckt,
wenig ausgerandet. Die Fühler kurz und über den Hinterrand
des Halsschildes nur wenig hinausreichend, das 2te Glied birn-
förmig aufgeblasen, das 3te wenig länger, merklich dünner, die
sl
beiden folgenden dem 3ten gleich, die sechs obern deutlich ver-
breitert und zusammengedrückt, mit kurz abgerundetem, wenig
merklichem Fortsatze des Endgliedes: die Farbe hell lehmgelb,
nur die vier obern Glieder rauchgrau überflogen. Das Halsschild
ziemlich lang und fast + der Körperlänge bildend, die Firste
nach vorn und hinten gleichmässig aber nur wenig abwärts ge-
bogen, daher das Halsschild nach vorn hin aus dem Walzlichen
nur leicht verschmälert, die Seiten fein gerandet, schwach zu-
sammengekrümmt, die Hinterecken scharf hervoriretend, die Hin-
terenden jederseits breit und seicht ausgeschweift, die Mittel-
zipfel leicht doppelt ausgerandet. Die Oberfläche dicht gedrängt
punktirt, dazwischen seidenglänzend, licht braungelb mit verwa-
schen hellern Rändern. Das Schildchen gleichseitig dreieckig,
mit einem schwachen Grübchen an der Basis, dicht punktirt,
glänzend braun mit lichterer Mitte. Die Deckschilde reichlich
noch einmal so lang als das Halsschild, breit und flach gewölbt,
hinterwärts verschmälert und dann kurz zugerundet, der Rücken
gegen die Spitze allmählig herabgesenkt, die Naht breit klaffend,
die Schulterbeulen stumpf, und der Eindruck an deren Innenseite
kaum bemerkbar. Auch die Seitenlappen treten nur wenig her-
vor. Die Punktstreifen sehr regelmässig, besonders vorn aus
gröbern, grübchenartigen Punkten gebildet, die flachen lackglän-
zenden Zwischenräume unordentlich reihenweise punktirt, diese
Punkte hinterwärts gröber und sich mit den allmählig feinern
Punktstreifen vermengend, sodass letztere auf der Wölbung nur
noch schwach hervortreten. Ein schmaler Saum längs der Wur-
zel schwarz, die Schulterbeulen verwaschen bräunlich, die übrige
Oberfläche schmutzig gelb, mit schwach ins Röthliche fallendem
Anfluge; der umgeschlagene Rand des Seitenlappens elwas dunk-
ler. Die Unterseite der Vorder- und Mittelbrust dunkelgelb, Hin-
terbrust und Bauch schwarz, die Seiten des letztern und der
letzte Ring wieder gelblich. Auch die Beine gelb, die Schenkel
kurz und dick, die Schienen dünn, etwas geschweilt, die Kral-
lenhäkchen mit schwarzen Spitzen und einem undeutlichen Zahn-
ansalze. Das Prosternum flach, grob punktirt und längsrunzlig,
der Vorderrand kaum vorgezogen, die Hinterenden kurz, aber
deutlich hervortretend. Der letzte Bauchring des 9° seicht quer
niedergedrückt.
IX. 6
82
Ein im Mus. Berol. zu der folgenden Art gebrachtes @ un--
terscheidet sich von dem eben beschriebenen 9 bei völliger
Uebereinstimmung in Bau und Sculptur nur durch lichtere Farbe
des Kopfes und verwaschen bräunlich gefärbten Hinterleib; letz-
ieres gewiss, und vielleicht auch ersteres nur Folge unvollkom-
mener Anusfärbung, der lichtere Kopf vielleicht auch nur Ge-
schlechtsmerkmal. Das rundliche Grübchen auf dem letzten
Bauchringe seicht aber deullich. Ich zweifle nicht daran, dass
dies 2 wirklich der vorliegenden Art angehört.
Aus Siam (Mus. Berol.).
45. Cr. lutescens m. Licht lehmgelb, Schulterbeulen,
Hinterbrust und Vordersaum der Deckschilde bräunlich; das
Halsschild dicht und fein punklirl, die Punktstreifen nur vorn
deutlich, hinterwärlts sich in der dichten Punktirung der flachen
Zwischenräume verlierend. L. 3°; Br. 3,
Dem vorhergehenden sehr ähnlich, aber verhältnissmässig
kleiner und durch die abweichende Punktirung sehr verschieden.
Der Kopf flach, schr fein und zersireul-, nur auf dem elwas ein-
gezogenen Kopfschilde dichter punklirt, wenig glänzend, lehm-
gelb, die Augen schmal aber tief ausgerandet. Die Fühler wie
bei dem vorhergehenden, nur das 2te Glied weniger aufgequol-
len und die Spitze ohne grauen Anflug. Das Halsschild vorn
wenig übergebogen, aber deullich verschmälert, seitlich fein ge-
randet, mit breiten aber scharf zugespitzten Hinterecken, der
Hinterrand wenig ausgeschweilt, mit kurzem, kaum ausgerande-
tem Mittelzipfel. Die Oberfläche deutlich aber weder so dicht
noch so stark punktirt, wie bei der vorigen Art; die Farbe hell-
gelb mil noch lichtern Rändern. Das Schildchen gleichseitig drei-
eckig, fein punktirt und glänzend, gelb mit dunklern Säumen, an
der Basis das gewöhnliche Grübchen. Die Deckschilde breit und
flach gewölbt, hinterwärls merklich verschmälert und kurz zuge-
rundet, der Rücken nach der Spitze zu allmählig abfallend; die
Schulterbeulen breit und stumpf, ohne Eindruck auf ihrer Innen-
seite, der Seitenlappen etwas mehr hervortretend als bei der
vorigen Art. Die Punktstreifen regelmässig, nur vorn deutlich,
die seitlichen von der Mille ab, die obern schon früher durch
die feine aber dichte Punktirung der flachen, glänzenden Zwi-
schenräume unkenntlich gemacht. Die Schulterbeulen und ein
feiner Saum längs der Wurzel bräunlich, die übrige Färbung
53
licht lehmgelb. Dieselbe Farbe zeigt das deutlich punklirte Py-
eidium nebst Unterseite und Beinen, nur die Hinterbrust ist ver-
waschen schwarzbraun, und die Mitte der vordern Bauchringe
schmutzig-bräunlich angeflogen. Die Krallenhäkchen schwarz,
das Zähnchen hinter denselben wie bei Cr. atricillus. Das
Prosternum grob punklirt, mit spitzen und scharfen Hinterzipfeln.
Das letzte Segment des vorliegenden 2 mit mässig liefer, läng-
licher, stark glänzender Grube.
Gleichfalls aus Siam (Mus. Berol.).
46. Cr. faustulus m. Schmutzig rostrolh, das Halsschild
mit vier verwaschenen braunen, die Flügeldecken mit 5 schwar-
zen Flecken (2, 2, 1); das Halsschild dicht und grob punktirt,
die Punkistreifen derb, mit flachen, gerunzelten und punktirten
Zwischenräumen. L. 12°; Br. 1,
Fast doppelt länger als der vorhergehende, auf den Zwi-
schenräumen der Deckschilde sparsamer punklirt, und auch aus-
serdem durch die Zeichnung von den beiden vorbeschriebenen
Arten sehr verschieden. Der Kopf flach, mit schwach angedeu-
ieter Slirnrinne und oben nicht abgesetzlem, unten eiwas einge-
zogenem Kopfschilde, ziemlich dicht wenn auch nicht grob punk-
lirt, wenig glänzend. Die Farbe schmutzig rostrotlh, die Mitte
der Stirn der Länge nach etwas dunkler, auch die Mundtheile
bräunlich; die langgestreckten, stark ausgebuchteten Augen schwarz.
Die Fühler etwa von halber Körperlänge, das 2te Glied kurz und
knotig, das 3te doppelt und das 4te fast dreimal länger, die obern
vom 6len ab mässig zusammengedrückt und erweilert, das End-
glied mit kurz kegelförmigem Fortsatze. Die Färbe der untern
Glieder schmutzig rostgelb, etwas durchscheinend, der sechs
obern schwärzlich, mit angedrückter greiser Behaarung. Das
Halsschild kurz, breit und flach, vorn wenig übergebogen, aber
durch die fein gerandeten, fast gradlinig convergirenden, und
dann vor der Mitte kurz zusammengekrümmten Seitenränder
stark verschmälert, daher anscheinend hinten doppeltbreiter als vorn.
Die Hinterecken scharf, fast rechtwinklig, der Hinterrand jeder-
seits fast in grader Richtung schräg zum Schildchen hingestreckt
und erst kurz vor dem Mittelzipfel etwas ausgeschweift; der leiz-
tere kurz und fast grade abgestulzt, vor ihm ein bogenförmiger,
die Mitte des Hinterrandes niederdrückender Quereindruck. Die
Oberfläche deutlich und besonders nach den Seiten zu dicht
84
punktirt, dazwischen wenig glänzend, hell rostroth; auf der Mitte
zwei schmalere aber deutlich fast von einem Rande zum andern
reichende braunrolhe Längswische, und zwischen jedem und dein
Aussenrande noch ein breiterer aber vorn abgekürzter Schräg-
wisch von gleicher Farbe; alle diese Zeichnungen plump, ver-
waschen, und nur der Kern der Seitenflecken fast schwärzlich.
Das Schildchen lang und schmal dreieckig mit elwas ausge-
schweiften Seiten, hinten kurz abgesiutzt, die Oberfläche mit
einigen Pünklchen besetzt, und an der Wurzel ein undeutliches
Längsgrübchen; die Farbe gelb mit bräunlichen Rändern. Die
Deckschilde breit und flach gewölbt, nach der Spitze sehr all-
mählig abfallend, hinter den Schultern noch etwas erweitert und
dann hinterwärts langsam im Bogen verschmälert, längs der Wur-
zel kaum aufgeworfen und auch die Schulterbeulen wenig be-
merkbar, die Seitenlappen lang hervortretend. Die Punktstreifen
derb, sehr regelmässig und bis zur Spitze deutlich, die Zwischen-
räume breit, flach, durch Querrunzeln malt, vorn mit einer Reihe
vereinzeller Pünktchen beselzt, welche sich hinterwärts unler der
aus den Runzeln hervorgehenden noch feinern Punklirung ver-
liert, Die Farbe schmulzig rostroth, der Saum längs der ‚Wur-
zel und ein Längsfleck auf der Schulterbeule schwarz, ausserdem
das Innere der Punkte bräunlich, und auf jeder Flügeldecke fünf
verwaschen schwärzliche Flecke, deren jeder aus 2—3 auf den
Punkitstreifen liegenden und aus der Färbung der Punkte hervor-
gegangenen schwärzlichen schmalen Längsflecken entstanden ist,
das erste Paar vor, das 2te hinter der Mitte, der letzte verein-
zelle wenig beinerkbare auf der Wölbung: der vordere Aussen-
fleck fast mit dem Schulterfleck zusammenstossend. Das Pygi-
dium dicht punklirt, weisslich behaart, schmutzig gelb. Die Un-
terseite schmutzig rostirolh, Hinterbrust, Parapleuren und die
Vorderwinkel der Vorderbrust dunkler gebräunt; dabei die Punk-
tirung fein, auf den Parapleuren sehr dicht, mit dünner greiser
Behaarung. Die Beine kurz und kräftig, mit dicken Schenkeln
und etwas einwärts gekrümmlen Vorderschienen, rostgelb; Schen-
kel und Schienen in der Mitte gebräunt. Das Prosternum hinten
fast grade abgeschnilten, mit kurz vorspringenden Ecken; das
letzie Segment des einzigen vorliegenden Stücks durch unge-
schickte Behandlung von Seiten des ersten (unbekannten) Samm-
lers unkenntllich geworden.
85
Aus Ostindien ohne nähere Angabe der Heimatlı (Museum
Deyrolle).
Zehnte Rotte. Fühler schlank; Körper meist lang walz-
lich, dicht punklirt, oft mit weissen Flecken an Kopf, Schildchen,
Hüften und Schenkeln, Halsschild schwarz oder blau mit weissen
oder rothen, oder rolh mit schwarzen Zeichnungen; Deckschilde
rolh, seltener schwarz oder blau, in dem Haisschilde entspre-
chender Weise gezeichnet. Die Geschlechtsmerkmale des S häu-
fig durch abnorme Bildung des letzten Bauchsegments oder der
Beine ausgedrückt. Meist grosse Arten aus den, dem Europäi-
schen Faunengebiete angehörenden Theilen von Asien (Sibirien
und Kleinasien), zum Theil auch in Europa selbst einheimisch,
(Vergl. Linnaea VIlI. 93. Sechste Rotte.)
47. Cr. coryli Lin. Linn. VII. 93. n. 15.
Wie es scheint, durch ganz Sibirien verbreitet. In Ost-
sibirien (Kiachta, Sedakoff! im Mus. Mannerh., eben daher
auch die var. Temesiensis Meg.; — Irkutzk: Museum Mot-
schulski), und Westsibirien (um Barnaul und Riddersk nicht
sellen nach Gebler).
48. Cr. bivillatus Gebl. Schwarz mit brauner Fühler-
wurzel, das schwarz gefleckte Halsschild, Deckschilde und Schul-
terblätter roth, das Halsschild derb punklirt, die Flügeldecken
unordentlich grob doppelstreifig mit verloschenen Längsfurchen.
Dar De. 22".
Cr. bivittatus @ebl. in Ledeb. Beise IT. 2. 206, n. 6. Käf. Südwest. Sıbir.
3. n. 4.
Von dieser, wie es scheint äusserst seltenen Art, von der
Gebler nur ein einziges Exemplar erwähnt, habe ich ebenfalls
nur ein einziges und zwar 2 Stück vor mir, und es ist deshalb
zu erwarten, dass die Beschreibung künflig noch manche Ver-
änderung zu erleiden haben werde, zumal wenn auch erst de-
ren g' mit Sicherheit bekannt geworden sein wird. Das dem
Cr. coryli allerdings sehr ähnliche @ unterscheidet sich von der
genannten Art hauptsächlich durch den Mangel der Stüirnflecke,
die rotben Schulterblälter und den verwaschen ziegelrolhen Saum
des Pygidiums, aüsserdem durch die viel bedeutendere Grösse
und die grobe Sculplur des Halsschilds und der Deckschilde, der
anscheinend veränderlichen Zeichnung des Halsschilds nicht zu
86
gedenken. Der Kopf ist grob punktirt, die Stirn, der Raum zwi-
schen den Augenbuchten und das Kopfschild seicht quer einge-
drückt, die Farbe glänzend schwarz, nur die Wangen und der
untere Rand der Oberlippe weiss mit schwach röthlichem Anfluge.
Die Fühler mässig lang, das Wurzelglied stark aufgetrieben, das
2te kurz birnförmig, die drei folgenden allmählig länger und die
obern dem 5ten gleich, alle schon vom dritten an schwach zu-
sammengedrückt, kaum erweitert, das Endglied völlig gleich breit
mit lang kegelförmigem Fortsatze. Das Wurzelglied glänzend
schwarz, die nächstfolgenden pechbraun und an den Gelenken
röthlich durchscheinend, die obern wieder schwarz. Das Hals-
schild ziemlich kurz, vorn mit halber Länge aber nur schwach
übergebogen, seitlich tief herabgezogen, und durch die zusam-
mengekrümmten Ränder sehr verschmälert, letztere besonders
auf der hintern Hälfte stark verbreitert, die Hinterecken stumpf,
der Hinterrand jederseits breit und seicht ausgeschweift, mit kur-
zem, fast geradem Mittelzipfel. Der Rücken jederseits vor dem
Schildchen breit quer eingedrückt. Die Punktirung derb, seit-
lich dicht gedrängt, oben etwas sparsamer, mit einer Andeutung
von glatter Mittellinie, die Grundfläche ziemlich glänzend. Die
Farbe hell ziegelroth, zwei auf der Mitte neben einander ste-
hende schlecht begränzte rundliche Flecke und ein schmaler Hin-
tersaum schwarz, letzterer hinter jenen Flecken schattenarlig er-
weitert. Das Schildchen lang dreieckig, hinten abgestutzt und
stark ansteigend, längs der Wurzel jederseils quer eingedrückt,
glänzend schwarz. Die Deckschilde dreimal länger und vorn
etwas breiter als das Halsschild, um die Spitze des Schildchens
buckelig aufgeworfen, jederseits des Schildchens und eben so
innerseits der breit und stumpf hervortretenden Schulterbeulen
breit eingedrückt, hinterwärts ein wenig erweitert; die Seiten-
lappen schwach, die Spitzen einzeln stumpf abgerundet, fast ab-
gestutzt. Die Punktirung grob, an der Wurzel, sowie längs Naht
und Seitenrand zu unordentlichen Doppel- und dreifachen Strei-
fen zusammengereiht, die Zwischenräume theilweise als stumpfe
Längsrippen erhoben und dadurch jene unordentlichen Längs-
streifen furchenartig niedergedrückt; der Zwischengrund fein ge-
narbt, wenig glänzend, Die Farbe ein helles verblichenes Zie-
gelroth, bei dem lebenden Käfer wahrscheinlich frischer und
dunkler; Wurzel und Naht zart schwarz gesäumt. Das Pygi-
87
dium dicht silberhaarig, fein punktirt, in der Milte eingedrückt
und scharf längskielig, schwarz; der untere Saum gröber punk-
tirt, verwaschen ziegelroth, in der Mitte ausgerandet, wie durch
einen entsprechend gebauten Hinterleib des J bei der Copula
ausgebrochen. Unterseite und Beine schwarz, dicht punktirt,
fein greishaarig, nur auf den Schulterblättern ein glänzend fleisch-
rother Schrägfleck, und der Mittelzipfel des ersten Bauchringes
vorn röthlich gerandet. Die Hinterenden des Prosternums sehr
kurz und breit abgerundet. Das letzte Segment des 2 mit einer
grossen halbkugeligen, an den Seiten breit niedergedrückten,
lang greis gewimperlen Grube.
In Daurien (Wladsimirski! im Mus. Mann.) und dem
Altai (Gebler).
Dafür, dass der vorstehend beschriebene, mir vom @r. Mannerheim als
Cr. daurieus sibi zur Ansicht mitgetheilte Käfer wirklich mit dem Cr. bivit-
talus Gebl. identisch ist, habe ich allerdings einen positiven Beweis nicht in
Händen, glaube aber doch an der Richtigkeit meiner Bestimmung nicht zwei-
feln zu dürfen. Nach @edlers ausführlicher Beschreibung weicht dessen Kä-
fer von dem vorliegenden nur ab durch geringere Grösse (L. 345 Br. 14),
und stärkeres Vorwalten schwarzer Färbung, sofern nur das 2te Fühlerglied
nebst der Spitze des ersten röthlich, der ganze Flügeldeckenrand schwarz ge-
färbt ist, und auch auf dem Halsschilde die beiden Flecke sich zu zwei den
Hinterrand berührenden Längsbinden ausdehnen, wo das zwischen beiden
verbleibende Mittelfeld noch mit einem schwarzen Fleckchen bezeichnet ist.
Da nun @ebler, wie aus dem Nichterwähnen der Hinterleibsgrube zu schlies-
sen ist, nur ein Z\ vor sich hatte, und alle eben erwähnten Abweichungen
sich ohne Zwang als Geschleehtsmerkmale erklären lassen, so glaube ich nicht
zu irren, wenn ich in @eblers Käfer nur das ‘ des vorliegenden erkenne.
Uebrigens beruht die ihm hier angewiesene Stelle nur auf der grossen Aehn-
lichkeit mit Cr. coryli, und auf der Voraussetzung, dass das f\ auch den
dieser Art und ihren Verwandten eigenthümlichen Sporn an den Unterenden
der Hinterschienen besitzen werde.
49. Cr. Prusias m. Linn. VII. 95. c.
Von Brussa in Kleinasien, und mir aus dem Mus. Berol.
(das 9) und dem Mus. Findob. (das 2) zum Vergleiche mit-
getheilt.
50. Cr. transversalis m. Schwarz mit brauner Fühler-
wurzel, der Vorder- und lappige Seitenrand des Halsschilds nebst
zwei Hinterflecken weiss, Schenkelspitzen, Vorderhüften und
Schulterblätter weiss gefleckt, die Flügeldecken kirschroth mit
drei schwarzen Flecken (2, 1). J Vorder- und Mittelschienen
88
ganz, oder auf der Innenseite gelbbraun. 2 Schienen schwarz.
L. 21 — 21°; Br. 11—13‘.
Cr. transversalis Suffr. Linnaca VII, 95. c, Note! Vergl, Linn. II. 70.
n. 18. Note! &
Eine Mittelart zwischen der vorhergehenden und folgenden
Art; durch die Zeichnung des Halsschilds jenem und mehr noch
dem Cr. florentinus Ol.,, durch den ganzen übrigen Habitus
mehr dem Cr. cordiger L. verwandt. Der Kopf breit und seicht
eingedrückt, grob und ziemlich dicht punktirt, ‚glänzend, nebst
dem nur undeutlich begränzten Kopfschilde schwarz, die Wan-
gen weiss, die Oberlippe schmutzig röthlich- oder bräunlich-
gelb. Die Fühler kurz und derb mit stark aufgetriebenem Wur-
zelgliede, das 2te Glied kurz birnförmig, die folgenden verkehrt
kegelförmig und bis zum 6ten hin allmählig verlängert, schon
vom 5ten ab, am stärksien das 6te und Tte, zusammengedrückt
und erweitert; die Farbe röthlich- oder bräunlich-gelb mit ge-
schwärzter Spitze, der Fortsatz des Endgliedes kegelförmig, auf
der Innenseite durch eine starke Ausrandung abgesetzt. Das
Halsschild ziemlich kurz, mit seiner vordern Hälfte schräg über-
gewölbt, seitlich stärker herabgezogen und deutlich gerandet,
über den spitzigen Vorderecken etwas zusammengedrückt und
hinter der Mitte jederseits mil einem breiten, seichten Querein-
druck, vor dem Schildchen abgeflacht; die Hinterecken kurz zu-
gespitzt und etwas aufgeschlagen, der Hinterrand jederseils breit
aber seicht ausgeschweift, der Mittelzipfel kurz und flach aus-
gerandet. Die Oberfläche deutlich aber nicht sehr dicht punk-
üirt, dazwischen spiegelglänzend; die Farbe schwarz, ein schma-
ler Vordersaum, ein breiterer, in der Mitte der Innenseite buch-
tig ausgeschniltener, sich vor den Hinterecken nochmals ver-
schmälernder Seitenrand, und zwei vor dem Hinterrande liegende
Schrägflecke, seltener auch noch hinter der Mitte des hier etwas
erweiterten Vorderrandes ein unscheinbares Längsfleckchen weiss,
mit schwach röthlichem Anfluge. Das Schildchen dreieckig mit
kurz abgesiutzter Spitze, an der Wurzel quer niedergedrückt,
glänzend schwarz. Die Deckschilde breit und flach walzenför-
mig, hinterwärts etwas erweitert, hinter der schwach niederge-
drückten Wurzel wulslig ansteigend, und innerseits der breit
höckerigen Schulterbeulen dreieckig eingedrückt, die Seitenlap-
pen lang, die Spitzen einzeln stumpf abgerundet. Die Punktirung
89
ziemlich derb mit glänzendem Zwischengrunde. Die Farbe kirsch-
roth, Rand und Spitze etwas blasser, die Wurzel breit schwarz
gesäumt; ausserdem auf jeder Flügeldecke drei grosse schwarze
Flecke, die beiden vordern neben einander, und zwar der äus-
sere, grössere hinter der Schulterbeule, der dritte hinter der
Mitte in Gestalt einer jederseits abgekürzten Querbinde; bei
dem 2 alle drei vergrössert, die beiden vordern einander be-
rührend, oder selbst zu einer ähnlichen, etwas schmaleren Quer-
binde zusammengeflossen. Das Pygidium fast von den herabge-
bogenen Hinterenden der Flügeldecken bedeckt, schwarz. Auch
die Unterseite dicht punktirt, schwarz; die Schulterblätter mit
einem manchmal auf einen Punkt am innern Ende beschränkten
weissen Schrägflecke. Die Vorder- und zuweilen auch die Mit-
telhüften mit einem weissen Flecke gezeichnet; die Schenkel
schwarz, alle oder doch die 4 hintern mit einem weissen Flecke
vor den Knieen. Vorder- und Mittelschienen bei den 9 gelb-
braun oder nur auf der Vorderseite schwärzlich überlaufen, die
‚Hinterschienen des S und alle Schienen des 2 schwarz, bei
letzterem die vordern zuweilen schwach ins Pechbraune durch-
schimmernd; die Fussglieder schwarz. Das letzte Segment des
d' mit einem vorn durch zwei Querhöcker begränzten Querein-
drucke, und vor jenen noch eine zweite seichtere Vertiefung,
des © mit einer tiefen, halbrunden, hinten grade abgeschnitienen
Grube.
Ein, wie es scheint, bis jetzt auf Ostsibirien beschränkter
Käfer. Die von mir verglichenen Stücke sind aus Daurien und
der Mongolei (Menetries! bei v. Heyden; Sedakoff! im Mus.
Mannerh.), und von Irkutzk (Mus. Petrop.).
Von Menetries ist diese Art irrthümlich an v. Heyden als Cr. 6puncta-
tus Fab. mitgetheilt worden; vom Gr. Mannerheim erhielt ich denselben als
confluens sibi, welcher Name aber wegen der von Say also benannten und
beschriebenen Nordamerikanischen Art aufgegeben werden musste. Nach Gr.
Mannerheim ist er in Russland auch unter dem sprachwidrig gebildeten Na-
‘men Cr. transverso-maculatus Motsch. bekannt, und aus dem Petersburger
"Museum erhielt ich ihn noch unter dem Namen Cr. pustuliger Men. zur Ansicht,
welcher auch nicht richtig gebildet ıst, da nach Linne’s Sprachgebrauche nur
rothe Flecke auf schwarzem Grunde als Pustulae (Maale) bezeichnet wer-
den sollen. Beschrieben finde ıch einen Käfer dieses Namens in den russi-
‚schen Zeitschriften nicht, wohl aber (Bullet. scient. p. p. l’Acad. d. Sc. de
Petersb. I. 181. n. 8.) einen Cr. pustulipes von Irkutzk, dessen Diagnose
(;, Punctatus, niger, thoracis margine anlico basi maculisque duabus oblon-
90
gis Jlavis, elytris rubris, punctis tribus in singulo elytro nigris,, femoribus
4 posterioribus macula flava. Taille et forme de sexpunctatus.“) sich mit
einigem Zwange auf den vorliegenden Käfer deuten lässt, wenn man puncta
durch Flecken, flavus durch weiss übersetzen, und von der basis thoracis
Jlava ganz abstrahiren wille Es schien mir deshalb zu gewagt, diese Benen-
nung ohne WVeiteres auf die vorbeschriebene Art zu übertragen,
»1. Cr. eordiger Lin. Linn. YIN. 98. n. 7
Durch ganz Sibirien verbreitet. In Ostsibirien (von Ja-
kutzk, Mus. Man); im Südwest-Sibirischen Hüttenbezirke häu-
fig nach Gebler; im Baschkirenlande und der Kirgisensteppe
(Mus. Motsch.).
2. Cr. distinguendus Schneid, Linn. VII. 98. n. 19.
In gleichen Gegenden mit dem vorigen. Stücke aus Daurien.
Ostsibirien (von Jakutzk), der Mongolei habe ich aus dem
Mus. Mannerh., von Irkutzk (als Cr. alni Men.), aus dem
Mus. Petrop. verglichen. Gr. Mannerheim schickte ihn sowohl
als Cr. alni Men., wie als Cr. variegatus Fab., und es ist
daher auch wohl nicht zu bezweifeln, dass der von Gebler
CKäf. Südwest-Sibir. 381. n. 33.) aufgeführte einzeln bei Bar-
naul und Salair vorkommende Cr. variegatus hierher gehört.
53. Cr. 6punctatus Lin. L. VII. 98. n. 22.
In Westsibirien. Nach Gebler um Barnaul nicht selten;
auch im Baschkirenlande (Mus. Motsch.). Im Mus. Deyrolle
befindet sich sogar ein angeblich aus Indien stammendes 2
Exemplar.
54. Cr. cribratus m. Linn. VII. 98. n. 24.
In Kleinasien (bei Brussa; Türk! im Mus. Berol. und
Vindob.) und Georgien (bei Karadach; Kolenati! im Mus.
Vindob.).
Diese Exemplare zeigen ein nicht ganz so grob und dicht
punktirtes Halsschild, auch etwas lichtere Färbung der Deck-
schilde, als die von mir im 2ten Bande der Linnaea beschriebenen
Europäischen; weitere Unterschiede finde ich jedoch nicht.
95. Cr. Mannerheimii Gebl. Schwarz mit pechbraunen
Fühlerwurzeln, drei Längsbinden des Halsschildes und vier un-
förmliche Flecke der deutlich punktirten Flügeldecken (1, 2, 1)
gelblich-weiss. L. 33 — 43’; Br. 141 — 21,
Cr, Mannerheimii Gebler in Hummel Essais Ent. IV, 56. n. 20! Ledeb.
Reise I. 2. 207. n. 22! N. Mem. de Mosc, ll. (1832) 72. n. 3!
Käfer Südwest-Sibir. 376. n. 18!
91
Die grösste der sibirischen Arten, und in ihren grössten
Stücken noch grösser als Cr. bivittatus, übrigens im Habitus
der eben genannten Art, in der Zeichnung des Halsschilds dem
Cr. variabilis, in der Zeichnung der Deckschilde dagegen dem
Cr. 6pustulatus und dessen Verwandten auffallend ähnlich, ge-
wissermaassen den Typus der letztern in der gegenwärtigen Rotte
wiederholend. Der Kopf schwarz mit weissen Seitenfeldern des
Kopfschilds, dicht und ziemlich grob runzlig punktirt, sparsam
behaart, die Stirn der Länge nach seicht niedergedrückt. Die
Fühler des S' fast von Körperlänge, des 2 merklich kürzer,
schlank; das Wurzelglied stark aufgetrieben, das 2te kurz knotig,
die folgenden allmählig verlängert, aus dem Verkehrt-Kegelför-
migen schwach zusammengedrückt und an den Spitzen etwas er-
weitert, die obern fast gleichbreit, mit kegelförmig zugespitziem
Fortsatze des Endgliedes. Die Farbe der untern Glieder tief
pechbraun mit glänzend schwarzer Oberseite des Wurzelgliedes,
die obern schwarz. Das Halsschild kurz, vorn stark übergewölbt,
und durch die tief herabgezogenen, unten wieder zusammenge-
krümmten Vorderecken sehr verschmälert, die aufgeschlagenen
Seitenränder hinterwärts merklich verbreitert; der Hinterrand je-
derseits tief ausgeschweift, die Hinterecken kurz, scharf, fast
rechtwinklig, der Mittelzipfel kurz und breit, kaum ausgerandet.
‘Die Oberfläche vor dem Schildchen breit niedergedrückt, zuweilen
mit einer seicht angedeuteten, vorn bis vor die Mitte sich erstrek-
kenden Längsrinne. Die Punktirung nicht sehr dicht, aber be-
sonders bei den 2 derb, etwas in die Länge gezogen, der Zwi-
schengrund ziemlich glänzend. Die Farbe schwarz, mit drei
weissen, ins Schmutzig-Gelbliche fallenden Längsbinden von der
Form wie bei Cr. variegatus und variabilis, die seitlichen den
besonders vorn dunkler angeflogenen aufgeschlagenen Seitenrand
begleitend, hinter der Mitte innerseits buchtig ausgeschnitten, die
mittlere vorn schmal und linienförmig, hinter der Mitte plötzlich
zu einem viereckigen, im Innern gewöhnlich eine dunkle Längs-
linie zeigenden Flecken erweitert, der Zusammenhang jener Li-
nie und dieses Flecks zuweilen, wie auch bei den genannten
Arten, unterbrochen. Das Schildchen ziemlich viereckig, hinten
grade abgestutzt, seitlich ausgeschweift, bei dem JS fast senk-
recht ansteigend, glänzend schwarz. Die Deckschilde fast 23
mal länger und vorn elwas breiter als das Halsschild, hinterwärts
92
etwas verbreitert, hinter dem Schildchen tiefer und jederseits
desselben seichter eingedrückt; auch innerseits der höckerig her-
vortretenden Schulterbeulen ein deutlicher, dreieckiger Eindruck,
Die Oberfläche derb und besonders bei dem 5° dicht punktirt,
die Punkte stellenweise zu abgekürzten Längsreihen geordnet,
daher Andeutungen von seichten Längsfurchen und erloschenen
Längsrippen besonders am Rande und vor der Spitze hervortreten.
Die Farbe schwarz mit schwachem Lackglanze, ausserdem auf
jeder Flügeldecke vier unförmliche gelblich-weisse Flecke, ein
kleinerer dreieckiger an der Mitte der Wurzel, ein breiterer sich
nach der Naht hin zuspitzender Randfleck, dessen Hinterende
gewöhnlich die Mitte des Seitenrandes erreicht; zwischen diesem
und der Naht ein unförmlicher nierenförmiger oder nach vorn
und hinten rhombisch ausgezogener Fleck, und ein grosser
Querfleck vor der Spitze: der Saum der Flügeldecken bleibt je-
doch auch bei grösserer Ausdehnung der Flecke stets schwarz.
Stücke, bei denen die beiden Mittelflecke zu einer Querbinde
zusammenfliessen, erwähnt Gebler; bei einem vorliegenden 9°
hängt diese auch noch mit dem Vorderllecke| zusammen, wo-
durch sich ein einzelner schwarzer Schulterfleck absondert: eben
so sind die beiden lichten Spitzenflecke nur durch einen schma-
len Nahtsaum von einander getrennt. Stücke dieser letztern
Beschaffenheit führen auf die richtige Deutung der Zeichnung:
die bei Cr. variabilis kirschrothen Flügeldecken sind hier gelb-
lich-weiss, eben so wie bei Jenem schwarz gesäumt, eben so
mit 4 schwarzen Flecken (2, 2) gezeichnet; zuerst fliessen die
innern mit dem Nahtsaume, dann mit den äussern, endlich die
dadurch entstandenen Querbinden in ihrer Mitte zusammen, und
zerreissen dadurch den lichten Grund in die vorher beschriebenen
Flecke, deren Unregelmässigkeit und Ungleichheit eben aus ihrer
Entstehungsweise leicht zu erklären ist. Das Pygidium fein punk-
tirt und verloschen längskielig, dünn behaart, schwarz. Auch
die Unterseite mit den Beinen einfarbig schwarz. Das letzte
Segment des g' mit einem breiten, seichten Eindruck und einer
rückwärts gerichteten Stachelspitze an dessen vorderm Rande,
des @ mit einer breiten, halb elliptischen lang greisbehaarten
Grube.
In dem ganzen südsibirischen Gebirgslande, doch, wie es
scheint, nirgends häufig. Aus dem Altai (Gebler! im Mus.
93
Mannerh. Dohrn. Berol.), von Irkutzk (Mus. Petrop.), und
aus Daurien (Mus. Mannerh.)
56. Cr. niger Gebl. Matt schwarz mit pechbraunen
Fühlerwurzeln, das Halsschild sparsam rothbunt, die Seiten hinten
weisslich gesäumt; die Flügeldecken runzlig punktirt, mit ver-
loschnen Längsfurchen. L. 34°; Br. 13°.
Cr. niger Gebl. in Ledeb. Reise Il, 2. 207. n. 23. Käf. Südwest-Sibir.
376. n. 20.
Wie in dem sibirischen Gebirgslande die vorhergehende
Art unsern Cr. variabilis und interruptus vertritt, so die vor-
liegende unsern Cr. albolineatus, dem sie durch ihre Sel-
tenheit nicht weniger gleicht, wie durch den schwarzen, we-
nig glänzenden und nur wenig lichter gezeichneten Körper und
dessen zu Runzeln verfliessende Punklirung, und von dem sie
hauptsächlich nur durch die nicht ganz so matte Oberfläche,
die nicht ganz so dichte Sculptur des dadurch etwas glänzen-
dern Halsschilds, und den etwas längern, besonders gestreck-
tern Körper abweicht. Auch die Vertheilung der Nebenfarben
scheint bei ihr nicht weniger zu wechseln als bei unserm
deutschen Hochalpenkäfer, und die nachfolgende Beschreibung
wird daher in der Zukunft noch wohl einige Abänderungen er-
fahren müssen. Gebler hat von dieser Art, welche, wie Cr.
albolineatus, einer höhern Gebirgsgegend eigen ist, und grade
dadurch diese Färbung empfangen haben mag, nur zwei und
nicht einmal in der Zeichnung ganz übereinstimmende Exem-
plare erhalten können, und das einzige mir aus dem Mus. Petrop.
zum Vergleich zugekommene ist wiederum von beiden etwas ab-
weichend. Wenig passend vergleicht Gebler den Käfer mit Cr,
bipustulatus; unter den sibirischen Arten ist er nach Habitus
und Grösse am nächsten dem Cr. biguttulatus Gebl. verwandt
vielleicht hat Gebler so schreiben wollen), von dem er indess
an der tief schwarzen, nicht blauen Färbung leicht zu unter-
scheiden ist. Der Kopf flach, zwischen und über den Fühlern
seicht niedergedrückt, deutlich aber mässig und nur auf dem
Kopfschilde dichter punklirt, mit matt seidenartigem Glanze, schwarz,
nur auf den Wangen ein kleiner, dieselben bei dem mir nicht be-
kannten &' wahrscheinlich ganz einnehmender Fleck. Die Mund-
theile tief schwarzbraun. Die Fühler bei dem vorliegenden 2
unvollständig, anscheinend derb und kräftig gebaut, das 2te Glied
94
kurz knotig, das 3te doppeltund die beiden folgenden fast dreimal
länger, die obern schon vom 5ten an etwas zusammengedrückt,
wenig verbreitert, die Farbe schwarz, das 2te und 3te nebst
der Wurzel des 4ten tief pechbraun. Das Halsschild kurz, aus
dem Kugeligen nach vorn etwas verschmälert und hier mit seiner
grössern Hälfte stark übergewölbt, hinten wieder etwas einge-
senkt und vor dem Schildchen jederseits quer niedergedrückt,
seitlich zusammengedrückt, mit besonders hinterwärts breit abge-
setztem und aufgeschlagenem Seitenrande; die’ Vorderecken fast
rechtwinklig, die hintern kurz aber scharf, der Hinterrand jeder-
seits wenig ausgeschweift, mit kurzem, breitem fast grade abge-
schnittenem Mittelzipfel. Die Punklirung der Oberfläche grob,
ziemlich dicht, etwas in die Länge gezogen, hinten mit schwacher
Andeutung einer glatten aber nicht erhöhten Mittellinie, der Zwi-
schengrund glatt und seidenglänzend. Die Farbe rein schwarz,
die Spitze der Vorderecken und die hintere Hälfte des aufge-
schlagenen Seitenrandes bei dem vorliegenden Stücke weisslich;
ausserdem zeigt dasselbe innerhalb jenes Randes und hinten in
dessen Färbung übergehend, einen innerseits unregelmässig be-
oränzten und die Vorderecken nicht erreichenden trüb kirsch-
roihen Längswisch; Gebler erwähnt bei einem seiner beiden
Stücke eine kurze gelbliche Längslinie auf der Mitte des Hals-
schilds, und einen flachen Punkt an jeder Seite; beides vermuth-
lich erst durch Alter und Verbleichen gelb geworden, und die
erwähnten Punkte nur Ueberreste des allmählig geschwundenen
Längswisches. Das Schildchen dreieckig, hinterwärts schräg an-
steigend und kurz abgestumpft, glänzend schwarz. Die Deck-
schilde gestreckt walzenförmig, längs des Rückens abgeflacht und
hinterwärts etwas erweitert, mehr wie dreimal länger als das
Halsschild, hinten kurz zugerundet und die Spitzen schräg. nach
aussen hin fast abgestutzt; die Schulterbeulen lang und höckerig
emporgeboben, mit einem grossen seichten rundlichen Eindruck
auf deren Innenseite; die Seitenlappen lang herabgezogen. Die
Oberfläche mit undeutlichen seichten, hinterwärts etwas stärker
hervortretenden Längsfurchen besetzt, dicht und fein narbig ge-
runzelt, dadurch malt (bei dem g° wahrscheinlich glänzender),
und auch mit schr vereinzelten, etwas in die Länge gezogenen,
fein eingestochenen Pünktchen bestreut. Die Farbe auch hier tief
schwarz, matter wie das Halsschild, der Kiel des Seitenlappens
95
bei dem vorliegenden © vorn leicht bräunlich-gelb angeflogen,
daher wahrscheinlich bei andern besonders g' Stücken die Fär-
bung des aufgeschlagenen Halsschildssaums fortsetzend. Pygidium,
Unterseite und Beine fein aber dicht punklirt, dünn greishaarig
einfarbig schwarz; ersteres am Rande jederseits leicht einge-
drückt; das letzte Segment des 2 mit einer tiefen halbkugeligen,
matten, an den Seitenrändern jbreit niedergedrückten, vorn greis
gewimperten Grube.
Aus Westsibirien (Mus. Petrop.). Gebler nennt insbe-
sondere Riddersk als die Heimath des Thieres.
57. Cr. biguttulatus Gebl. Stahlblau, die Seiten des
Halsschilds und ein Querfleck vor der Spitze der Flügeldecken
weiss; letztere dicht runzlig punklirt, mit verloschenen Längs-
furchen.
&‘\ Seitenrand der Deckschilde gleichfarbig.
© Derselbe bis über die Mitte hinaus schmal weiss gesäumt.
L. 23— 33°; Br. 13—13.
Cr. biguttulatus Gebl. Bullet. de Mosc, 1841. 618. n. 38. (S). Käf,
Südwest-Sibir. 370. n. 1. (ebenfalls nur das J').
Dem bekanntern Cr. ochroloma bei oberflächlicher Betrach-
tung so ähnlich, dass man ihn leicht nur für eine unbedeutende
Farbenvarielät desselben halten könnte; bei näherer Betrachtung
aber doch von demselben sehr verschieden. Es zeigt sich diese
Verschiedenheit nicht allein in dem, bei etwas geringerer Grösse
merklich gestrecktern und dadurch vielmehr dem Cr. niger ent-
sprechenden Körperbau, sondern noch mehr in der feinern Punk-
lirung des Halsschilds, der groben zu Runzeln verfliessenden,
deutliche Längsfurchen bildenden Sculptur der Deckschilde, der
abweichenden auch bei beiden Geschlechtern verschiedenen Ver-
theilung der lichten Zeichnung, endlich den sehr abweichenden
Geschlechtsmerkmalen des g, sodass an der Selbstständigkeit der
vorliegenden Art nicht weiter zu zweifeln ist. Uebrigens scheint
dieselbe, wie im Habitus, so auch in der Seltenheit, mit dem
vorbeschriebenen Cr. niger nahe übereinzustimmen; Gebler er-
hielt nur ein einziges Exemplar, und zwar ein d', und auch mir
ist bisjetzt nur ein einziges Pärchen aus Hrn. p. Motschuls-
ky’s Sammlung zu Gesicht gekommen. Der Kopf flach, mit breit
und seicht niedergedrückier Stirn, das Kopfschild oben durch ein
Paar stumpfe Querhöcker begränzt, die Punktirung fein, auf dem
96
Kopfschilde dichter, die Färbung tief schwarzblau mit pechbrau-
nen Mundtheilen und weissen Wangen. Die Fühler fehlen bei-
den mir vorliegenden Exemplaren, sind übrigens von denen der
verwandten Arten schwerlich sehr abweichend; Gebler beschreibt
sie nur als: ‚„‚corpore breviores, filiformes, nigrae, albido-
pubescentes“. Das Halsschild kurz, mit der grösseren Hälfte
vorn leicht übergebogen, seitlich tief herabgezogen und daselbst
in der Mitte rundlich erweitert, längs dem besonders hinterwärts
breit aufgeschlagenen Seitenrande zusammengedrückt und da-
durch nach vorn verschmälert, die Vorderecken spitz, die hin-
tern stumpfwinklig und etwas aufgebogen, der Hinterrand nur
vor den Schulterbeulen ausgeschweilt, der Mittelzipfel breit, we-
nig ausgerandet. Der Rücken vor dem Schildchen jederseits
eingedrückt und zwischen den Eindrücken etwas aufgetrieben.
Die Punktirung zerstreut, von mässiger Stärke, bei dem 2 feiner
als dem J', der Zwischengrund glänzend. Die Farbe schwarz-
blau, ein bei dem Z\ schmalerer, dem 2 breiterer, innerseits un-
regelmässig ausgezackter Seitenrand gelblich-weiss. Das Schild-
chen dreieckig, hinten abgeslutzt und ansteigend, längs den Sei-
ten etwas niedergedrückt, glänzend schwarzblau. Die Deckschilde
dreimal so lang als das Halsschild, gestreckt walzenförmig mit
etwas abgeflachtem Rücken, hinterwärts deutlich erweitert, um
das Schildchen nur mässig aufgeworfen, innerseits der lang hök-
kerig hervortretenden Schulterbeulen und wieder oberhalb der
starken Seitenlappen breit eingedrückt; die Spitzen einzeln ab-
gestumpft mit abgerundeten Ecken. Die Punktirung grob und
dicht, theilweise zu Runzeln verfliessend, in undeutlichen Dop-
pel- und dreifachen Reihen seichte Längsfurchen niederdrückend,
wodurch schon von der Wurzel ab flache, nur auf dem Mittel-
felde hinter der Schulterbeule ganz verschwindende Längsrippen
hervortreten. Die Farbe stahlblau, etwas dunkler als bei Cr.
ochroloma; ein bei dem kleinerer, bei dem 2 grösserer Quer-
fleck vor der Spitze, bei letzterm auch noch ein auf der vor-
dern Hälfte des Seitenlappens nur dessen Kiel einnehmender,
dann auf die Flügeldecke selbst übergehender und hier sich
verbreitender Seitenrand bis über die Mitte hinaus weissgelb.
Das Pygidium fein punktirt und behaart, fast schwarz, bei dem
d mit einem kurzen eiförmigen Längseindruck, dem Q mit zwei
deutlichen Quereindrücken, einem schwächern über der Mitte,
97
einem stärkern glänzenden am untern Rande. Die Unterseite
dicht und fein runzlig punktirt, nebst den Beinen schwarz und
fein greishaarig, am innern Ende der Schulterblätter bei dem
vorliegenden @ ein unscheinbarer weisser Punkt. Das letzte
Bauchsegment des JS blasig aufgetrieben, muldenförmig seicht
quer- und in der Mulde nochmals tiefer quer eingedrückt, der
Vorderrand dieser Mulde kappenförmig erhöht und etwas hinter-
wärts übergezogen, von einer feinen, aus dem innern Eindrucke
nach vorn ziehenden Längslinie durchschnitten; das letzte Seg-
ment des 2 mit einer grossen, halbkreisförmigen, vorn scharf
serandeten und gewimperten, seitlich breit niedergedrückten
Grube.
Der Käfer scheint mit Cr. Mannerheimii gleichen Verbrei-
tungsbezirk zu haben, aber äusserst selten zu sein. Gebler fand
ein einzelnes Z' bei Salair in Westsibirien; die mir vorliegen-
den, dem Mus. Motsch. gehörenden Stücke sind aus Daurien.
58. Cr. ochroloma Steven. Stahlblau, der Aussenrand
des Halsschilds und der derb punktirten Flügeldecken nebst zwei
mit der lichten Spitze der letziern zusammenhängenden abge-
kürzten Längslinien weiss. L. 33— 32‘; Br. 2—21',
Cr. ochroloma @ebl. in Ledeb. Reise II. 2. 208. n. 26! N, Mem. de
Mose. I. (1832) 72. n. 4! Käf. Südwest-Sibir. 378. n. 23! (9.)
Durch seine Grundfarbe dem Cr. biguttulatus, durch die
Zeichnung mehr unserm deutschen Cr. albolineatus verwandt,
und durch diese Verwandtschaft ein neues Beispiel für die Ueber-
einstimmung in dem Faunencharakter des mittelasiatischen Ge-
birges und der Alpen darbietend, wie uns ein solches ausserdem
für die Chrysomelinen-Gruppe noch durch das gleichzeitige Vor-
handensein der Gebirgschrysomelen (Oreina Chv.) — neben so
abweichenden Formen, wie der Altai sie in der Chr. altaica
und deren Verwandten aufweiset — entgegentritt. Der vorlie-
sende Käfer scheint sich nun noch besonders auszuzeichnen
durch die auffallende Seltenheit des J; Gebler beschreibt von
ihm nur das 2, und unter 16 Exemplaren, die ich nach und
nach unter Händen gehabt habe, befindet sich nur ein einziges
Sg aus Gr. Mannerheim’s Sammlung, welches von Gebler her-
stammt und wahrscheinlich von ihm ohne nähere Untersuchung
weegegeben worden ist. Der Kopf flach, der Länge nach seicht
niedergedrückt, und in diesem Eindruck manchmal nochmals von
IX. 7
98
einer feinen Kiellinie durchzogen, unregelmässig punktirt, mässig
glänzend, schwarzblau, die Mundtheile pechbraun, die Seitenfel-
der des Kopfschilds weiss. Die Fühler schlank und dünn, das
2te Glied kugelig, die folgenden verkehrt kegelförmig, bis zum
6ten allmählig: verlängert und diesem die folgenden gleich, nur
das Endglied durch den lang kegelförmigen, deutlich abgesetzten
Fortsatz noch länger ausgezogen; die untern Glieder glänzend
schwarzblau, die obern schwarz und fein behaart. Das Hals-
schild kurz, vorn deutlich übergewölbt, seitlich vor den Hinter-
ecken und noch merklicher oberhalb der Vorderecken stark zu-
sammengedrückt, und dadurch nach dem Kopfe zu verschmälert,
die aufgeschlagenen Seitenränder von der Mitte ab hinterwärts
verbreitert, die spitzen Vorderecken fast rechtwinklig, die hin-
tern stumpf abgerundet; der Hinterrand jederseils weit aber nicht
tief ausgeschweift, der Mittelzipfel fast grade. Der Rücken vor
dem Schildchen jederseits breit niedergedrückt, vor der Mitte
jeder Flügeldecke etwas herabgesenkt; auf der Mitte der Wöl-
bung zuweilen noch eine Spur einer eingedrückten Längslinie,
sowie hinter dem Vorderrande einer seichten Einschnürung. Die
Punktirung ungleich, bald feiner, mehr zerstreut und dann der Zwi-
schengrund glänzender, bald die Punkte gröber, dichter, fast zu
Runzeln verfliessend, und dann die Oberfläche matter. Die Farbe
stahlblau, der schmale Saum aller Ränder schwarz, längs den
Seiten ein breiter weisser Rand. Das Schildchen dreieckig, hin-
ten abgestutzt und schräg ansteigend, vorn jederseits etwas nie-
dergedrückt, glänzend schwarz, die Deckschilde gestreckt wal-
»zenförmig, vorn durch die eckig hervortretenden Schulterbeulen
‚breiter ‚als das Halsschild und hinterwärts noch etwas verbreitert,
die erhöhte Umgebung des Schildchens von zwei hinter demsel-
‘ ben zusammentreffenden Schrägeindrücken umgeben, auch die
Wurzel innerseits der Schulterbeulen nochmals quer eingedrückt,
die Seitenlappen wenig bemerklich, die Spitzen einzeln breit ab-
geschrägt, mit abgerundeten Ecken. Die Punktirung grob, dicht
gedrängt, stellenweise kurze Längsreihen bildend; der Zwischen-
grund fein gerunzelt, wenig glänzend, hier und da, besonders
gegen den Rand hin, mit Spuren erhöhter Längsrippen. Die
Farbe dunkel stahlblau, die Schulterbeulen und ein feiner, zu-
gleich die Seitenlappen einnehmender Saum schwarz; innerhalb
des letztern längs der Seite ein den Seitenrand des Halsschilds
al
99
fortsetzender weisser Rand, welcher am hintern Aussenwinkel
sich verbreiternd auch die Spitze umzicht, und vom Nahtwinkel
aus sich als abgekürzter, schmaler Nahtsaum bis zum Beginne
der Wölbung aufwärts erstreckt. Eine zweite ähnliche, aber ge-
wöhnlich etwas längere weisse Linie entspringt aus dem Spitzen-
rande etwa beim Beginne des innern Dritiels, und läuft in etwas
divergirender Richtung neben der erstern hin. Das Pygidium
fein punktirt und behaart, schwarzblau, beim S' mit einer tiefen
Längsrinne, statt deren bei dem 2 mit einem breiten seichten,
von einem starken beiderseits abgekürzten Längskiele durchzoge-
nen Eindrucke. Die Unterseite fein punklirt und behaart, dicht
querrunzlig, nebst den Beinen einfarbig schwarzblau; die Hinter-
enden des Prosternums kurz und stumpf. Das letzte Bauchseg-
ment des J blasig aufgetrieben, den mitllern Theil der beiden
vorhergehenden Ringe verdrängend, mit einer muldenförmigen,
scharf gerandeten Quergrube; an deren Vorderrande zwei hök-
kerartige (ohne Zweifel bei der Copula den Pygidiumskiel des
® fassende) Vorsprünge, zwischen denen sich auf dem Grunde
der glänzenden Mulde noch eine feine Kiellinie bemerklich macht;
weiter seitwärts zeigt sich jederseits noch ein kurzer aber schar-
fer und eckiger Zahn. Das leizie Segment des 2 mit der ge-
wöhnlichen halbrunden, lang und dicht gewimperten Grube.
Aus dem Altai und von Salair im Südwestsibirischen
Hüttenbezirke, wo der Käfer nach Gebler selten vorkommt.
(Gebler! im Mus. Mannerh. Dohrn. Germar. Petrop.); auch
in der Mongolei (Mus. Mannerh.). Stücke im Mus. Berol.
Vindob. Deyrolle, welche ich noch verglichen, stammen wohl
ohne Zweifel ebenfalls von Gebler her.
59. Cr. laevicollis Gebl. Linn. VII. 99. n. 26.
Aus Westsibirien bis in den Ural hinein. (Gebler! im
Mus. Petrop.; Eversmann! im Mus. Mannerh)
60. Cr. luridipennis m. Oben bleichroth mit gelben
Fühlerwurzeln, Kopf und Unterseite schwarz, das Halsschild mit
sieben, die Flügeldecken mit drei (2, 1) schwarzen Flecken, die
Schenkel weiss gefleckt; die Flügeldecken grob punktirt. L. 22°;
Br. 12.
Dem Habitus nach verhält sich dieser Käfer zu dem vorher-
gehenden etwa wie Cr. transversalis zu Cr. Prusias oder flo-
rentinus, d. h. er ist etwas flacher, breiter walzenförmig, hin-
100
terwärts deutlich verbreitert und das Halsschild weniger] kugelig;
ausserdem aber ist er durch Gestalt, Färbung und Zeichnung dem
Cr. laevicollis so analog, dass er in dessen unmittelbarer Nähe
seine passendste Stelle findet. Der Kopf flach, die Stirn der
Länge nach breit und seicht niedergedrückt, das Kopfschild fast
viereckig, auch oberwärts durch einen feinen höckerigen Kiel ab-
gegränzt, unten wenig ausgerandet. Die Farbe glänzend schwarz,
ein Querfleck auf der Mitte des Kopfschilds und die Lippenrän-
der röthlich, die Wangen weiss. Die Fühler (des 9) kurz, das
2te Glied kurz verkehrt kegelförmig, die folgenden bis zum 5ten
allmählig verlängert, die obern diesem und untereinander gleich,
wenig zusammengedrückt, mit pfriemlichem Fortsatze des End-
gliedes. Die Farbe der untern gelbbraun mit einem dunklern
Längsfleck auf der Oberseile des Wurzelgliedes, die obern
schwärzlich. Das Halsschild ziemlich kurz, nach vorn wenig
übergebogen, und daselbst durch die tief herabgezogenen, unten
wieder einwärts gebogenen Vorderecken merklich zusammenge-
drückt und verschmälert, vor dem Schildchen jederseits quer
niedergedrückt, die Hinterecken kurz und breit, die Seitenränder
besonders hinterwärls deutlich aufgeschlagen und dadurch denen
des Cr. pini ähnlich gebildet; der Hinterrand jederseits breit
ausgeschweift, mit kurzem, breitem, fast grade abgestumpftem
Mittelzipfel. Die Punktirung deutlich und ziemlich dicht, etwas
in die Länge gezogen, der Zwischengrund spiegelnd. Die Farbe
ein bleiches, längs der ganzen Hinterhälfte noch mehr verblass-
tes Roth, der Hinterrand schmal schwarz gesäumt, ausserdem
auf der Oberfläche sieben schwarze Flecke, von denen drei vor
dem Hinterrande nebst zwei vor den Zwischenräumen liegenden
Querflecken einander mit ihren Spitzen berühren und dadurch
die Gestalt eines plumpen lateinischen V bilden; ausserhalb des-
selben jederseits neben der Mitte des Seitenrandes ein ver-
einzelter kleinerer rundlicher Fleck. Das Schildchen dreieckig
mit kurz abgestutzter Spitze, vorn quer niedergedrückt, kaum
punktirt, glänzend schwarz. Die Deckschilde breit und flach ge-
wölbt, hinterwärts etwas erweitert, um das Schildchen stark er-
höht und hinter demselben breit quer eingedrückt, die Schulter-
beulen breit und höckerig hervortretend, und innerseits dersel-
ben ein längs der Wurzel sich hinziehender Quereindruck; die
Seitenlappen wenig bemerkbar, hinter ihnen die Deckschilde etwas
101
verengt. Die Spitzen einzeln und breit abgerundet, fast nach
aussen abgeschrägt, den grössten Theil des Pygidiums bedeckend.
Die Punktirung grob und ziemlich dicht, der Zwischengrund fein
gerunzelt, daher weniger glänzend als das Halsschild. Die Farbe
bleichroth, das Mittelfeld der ganzen Länge nach und seitlich bis
zu den Aussenrändern der schwarzen Flecke ins Strohgelbe ver-
blasst, sodass man die Flügeldecken auch als bleichgelb mit brei-
tem, verwaschenem röthlichen Saume bezeichnen könnte. Dabei
die Wurzel schwarz gesäumt, und auf jeder Flügeldecke drei
schwarze Flecke, genau in derselben Ausdehnung und Stellung
wie bei Cr. laevicollis und transversalis, der hintere, eine ab-
gekürzte Querbinde bildende, augenscheinlich aus zwei Flecken
zusammengeflossen. Das Pygidium fein punktirt und behaart,
schwarz, breit verwaschen gelb gesäumt; auch die Unterseite
und die Beine schwarz, erstere dicht punktirt und, wie letztere,
weisslich behaart, die Schenkelwurzeln durchscheinend röthlich,
die Schenkel vor der Spitze breil weiss gefleckt. Das letzte
Segment des 2 mit einer breiten kreisrunden Grube.
Aus Daurien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.); von Irkutzk
(Mus. Petrop.).
61. Cr. 15notatus Man. Oben gelb, der Kopf schwarz
mit zwei Stirnllecken, unten schwarz mit gelben Schulterblättern
und Beinen, das Halsschild mit sieben, die Flügeldecken mit vier
(2, 2) schwarzen Flecken; die Flügeldecken grob punklirt. L.
2— 22‘, Br. 14 —14,
Dem vorhergehenden bei oberflächlicher Ansicht so ähnlich,
dass man wohl versucht werden könnte, ihn für dessen d’, oder
mit den russischen Entomologen für blosse Form desselben zu
halten; ersterem aber steht der Umstand entgegen, dass ich von
beiden gleiche Geschlechter, nämlich 9, vor mir habe, und auch
der leiztern Annahme widerspricht eine Reihe von zwar feinen,
aber doch scharf unterscheidenden Merkmalen, nach denen ich
beide nicht wohl als Varietäten mit einander verbinden kann.
Der Käfer ist im Allgemeinen etwas kleiner als der vorherge-
hende, mehr flach, die Stirn tiefer eingedrückt, das Kopfschild
bis auf einen bräunlichen Rand gelb, auch die Fühler gelb, und
an dem obern Innenrande jedes Auges ein dreieckiger gelblicher
Fleck. Das Halsschild merklich kürzer, der Seitenrand der gan-
102
zen Länge nach gleichmässig und nur wenig aufgeschlagen, viel
weniger gekrümmt, die Punktirung im Allgemeinen gröber und
dichter, nur hinter der Mitte des Vorderrandes mehr vereinzelt,
und der Glanz hier merklich stärker. Die Farbe hellgelb, kaum
röthlich angeflogen, die sieben Punkte kleiner, sämmtlich ver-
einzelt, die vier den äussern Ring des V bildenden sämmtlich
mehr schräg nach vorn und aussen gerichtet. Das Schildchen
wie bei der vorhergehenden Art. Dje Deckschilde an der Wur-
zel gleichförmiger, weder die Umgebung des Schildchens noch
die Schulterbeulen sonderlich hervortretend, nur die Seitenlappen
länger und der über jedem liegende Eindruck stärker ausge-
prägt. Die Punktirung gleichmässig grob und dicht, der Zwi-
schengrund stärker gerunzelt, daher fast ohne Glanz; die Farbe
strohgelb, durch das dunkle Innere der eingestochenen Punkte
wie angeschmutzt, kaum vor Spitze und Aussenrand schwach ins
Röthliche fallend. Ausser der Wurzel auch die Naht schwarz
gesäumt, und daneben jede Flügeldecke mit 4 gleichgestalteten
schwarzen Längsflecken gezeichnet; jeder derselben etwa dop-
pelt länger als breit, die beiden äussern etwas grösser als die
innern, das Vorderpaar elwas mehr nach vorn gerückt, der vor-
dere Aussenfleck auch die Schulterbeule selbst mit umfassend,
der hintere etwas mehr nach hinten tretend, zugleich breiter als
die übrigen. Das Pygidium schmal gelb gesäumt; die Unterseite
schwarz, dicht punktirt und feinhaarig, Schulterblätter und Hin-
terenden der Parapleuren röthlich, auch die Beine einfarbig röth-
lich-gelb, vor den Knieen die Schenkel etwas lichter, letztere
überdem dicker wie bei der vorhergehenden Art. Das letzte
Segment des 2 mit einer tiefen halbkreisförmigen Grube.
Die bedeutendsten Abweichungen dieser Art von der vor-
hergehenden zeigen sich daher in dem verschiedenen Bau des
Halsschildrandes, der viel gröbern Sculptur der fast glanzlosen
Deckschilde, der lichten Färbung von Fühlern und Beinen, den
hellen Flecken auf Stirn, Schulterblättern und Parapleuren, und
der ganz andern Zeichnung der Deckschilde nebst schwarzer
Naht der leiztern bei gleichzeitig verminderter Ausdehnung ihrer
schwarzen Flecke.
Ebenfalls aus Daurien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.),
aus Tungusien (Mus. Mannerh.); von Irkutzk (Mus. Petrop.).
103
62. Cr. tataricus Gebl. Oben rothgelb, unten schwarz
mit rothgelben Schulterblättern und Beinen; die Flügeldecken mit
vier schwarzen Punkten (2, 2), grob punktirt. L. 24; Br. 14,
Abermals dem vorhergehenden sehr ähnlich, und von ihm
hauptsächlich durch die einfache, schmutzig rothgelbe Färbung
der Oherseite, das ungefleckte Halsschild und die zartern, punkt-
förmigen Flecke der Flügeldecken unterschieden, bei näherer Be-
trachtung aber auch durch den Bau des Halsschilds sehr abwei-
chend. Der Kopf flach, die Stirn breit rund eingedrückt, und
dieser Eindruck noch von einer feinen Längslinie durchschnitten,
deutlich aber zerstreut punktirt, rostgelb, und die Oberlippe hel-
ler gelb. Die Fühler gleichfalls rostgelb, das 2te Glied kurz
birnförmig, die folgenden kegelförmig, bis zum Tien von fast
gleicher Länge; die obern bei dem einzigen mir vorliegenden
Stücke abgebrochen. Das Halsschild kurz, vorn wenig überge-
wölbt, mit den nur fein gerandeten, vor den Hinterecken etwas
ausgeschweilten Seiten tief herabgezogen, und hinter der Mitte
durch einen breiten, schräg nach vorn und unten ziehenden Ein-
druck zusammengedrückt; die Vorderecken ziemlich spitz, die
hintern fast rechtwinklig, der Hinterrand jederseits breit und
seicht ausgeschweift, der Mittelzipfel kurz, fast grade abgeschnit-
ten, die Punktirung sehr fein aber dicht gedrängt, eiwas in die
Länge gezogen, daher der Glanz matt seidenarlig. Die Farbe
schmutzig rostgelb mit zart schwarz gesäumtem Hinterrande. Das
Schildchen dreieckig, hinten kurz abgestutzt, vorn quer nieder-
gedrückt, glänzend rostgelb. Die Deckschilde von der breiten,
flachen Wölbung der vorhergehenden Art, an dem Schildchen
und dann wieder innerseits der Schulterbeulen schmal quer ein-
gedrückt, letztere stumpf, nur nach vorn eckig heraustretend,
der Seitenlappen deutlich, die Spitzen einzeln breit abgerundet.
Die Punktirung grob und derb; aussenseits der Schulterbeulen
eine feine, fast bis zur Spitze bemerkbare Längsrippe, wie eine
solche, nur viel schwächer angedeutet, auch bei der vorherge-
henden Art wahrzunehmen ist. Der Zwischengrund kaum ge-
runzelt, wenig glänzend. Die Farbe schmutzig rosigelb, die
Wurzel schmal schwarz gesäumt, und dann auf jeder Flügel-
decke noch 4 schwarze Punkte, von der Stellung wie bei der
vorhergehenden Art, nur nicht, wie bei jener, zu Längsllecken
ausgezogen. Das Pygidium punktirt und greishaarig, schwarz,
104
verwaschen rostgelb gesäumt. Auch die Unterseite fein punk-
tirt, dicht greishaarig, schwarz, nur die Seiten der Vorderbrust,
Schulterblätter und Hinterenden der Parapleuren rostgelb; eben
so die Beine einfarbig rostgelb. Das letzte Segment des einzi-
gen vorliegenden @ mit der gewöhnlichen tiefen, halbkreisförmi-
gen Grube.
Aus der Tartarei (Gebler! im Mus. Petrop.). Ob der
Käfer von Gebler unter diesem Namen irgendwo beschrieben
worden ist, habe ich nicht ermitteln können.
63. Cr. crux Gebl. Schwarz mit gelbbunten Beinen,
Fühlerwurzeln, zwei Stirnflecke, Vorder- und Seitenrand nebst
zwei Hinterflecken des Halsschilds gelb, die grob punktirten
Deckschilde gelb mit dreifach kreuzförmig zusammenfliessenden
schwarzen Flecken.
cd" Kopfschild weiss, Pygidium und letzter Bauchring ungefleckt.
2 Kopfschild schwarz, Pygidium und letzter Ring weiss gesäumt.
L. 13 — 21, Br. 2— 14".
Cr. crux Gebl. Käf. Südwest-Sibir. 372. n. 9. — Cr. equestris Gebl. in
Ledeb. Reise 204. n. 13. (Diese Benennung hat @ebler selbst wegen
des viel früher beschriebenen nordamerikanischen Cr. equestris Olivier
verworfen.)
Wie die Zeichnung des Cr. laevicollis und luridipennis
sich bei den beiden ihnen folgenden Arten durch allmähliges
Schwinden der schwarzen Färbung vereinfacht und lichter wird,
so fliesst sie umgekehrt bei der vorliegenden durch Uebergreifen
zu kreuzförmigen, die ursprüngliche Anlage weniger oder mehr
verdunkelnden Binden zusammen. Aus der etwas unklaren
Gebler’schen Beschreibung ist dies zwar nicht sogleich zu ent-
nehmen, nichts desto weniger gehört der, auch eine entfernte
Aehnlichkeit mit einigen Arten aus der Roite des Cr. nitens
zeigende Käfer doch nach Habitus und Zeichnung im Allgemeinen
wie nach dem Bau des Halsschilds im Besondern, nicht jener,
sondern der vorliegenden Gruppe an, Der Kopf flach, mit fein
eingedrückter Slirnrinne, zwei bei dem J' grössere, dem 2 klei-
nere Stirnflecke, die Seitenfelder des Kopfschilds, und bei dem
d‘ auch das letztere selbst weisslich-gelb. Die Fühler des 9
von halber Körperlänge, des S etwas länger, ziemlich schlank
und dünn, das 2te Glied fast kugelig, das Ste und 4te verkehrt
kegelförmig, eiwas verlängert, und dem letztern die übrigen
105
gleich; die obern vom 6ten an wenig, und erst die letzten an
Länge wieder abnehmenden merklicher zusammengedrückt; die
Farbe gelblich mit rauchgrauer Spitze. Das Halsschild gebaut
wie bei Cr. tataricus, nur vorn ein wenig stärker übergebogen,
und der seitliche Schrägeindruck weniger scharf ausgeprägt; die
Punktirung dicht gedrängt, die Mitte fein längskielig, mit seiden-
glänzendem Zwischengrunde. Die Zeichnung ist eigentlich nur
eine weitere Ausbildung von der des Cr. luridipennis, d. h. die
5 grössern, das unförmliche V bildenden Flecke sind noch mehr
vergrössert, und fliessen soweit zusammen, dass nur ein schmaler
lichter, zuweilen mit einer abgekürzten Längslinie bis zur Mitte
einschneidender Vordersaum, seitlich ein breiterer, durch den
mit der Hauptzeichnung zusammenstossenden Seitenfleck ausge-
buchleter Rand, und an der Basis der Binnenraum des V in Ge-
stalt zweier eiförmiger, nach vorn und aussen gerichteter Schräg-
flecke hell bleibt. Das Schildchen dreieckig mit abgerundeter
Spitze, hinten stark ansteigend, glänzend schwarz. Die Deck-
schilde flach walzenförmig, hinterwärts etwas erweitert, jederseits
am Schildchen und wieder innerseils der breiten Schulterbeulen
etwas eingedrückt, sich hinterwärts immer mehr verflachend und
die Spitzen fast quer abgestulzt , die Seitenlappen deutlich. Die
Punktirung nicht dicht, aber derb, längs den Seiten besonders
hinterwärts eine Spur von 2—3 unordentlichen Längsreihen; die
Oberfläche ziemlich glänzend. Die Farbe gelb, ins Weissliche
fallend, durch das Ueberhandnehmen der schwarzen Zeichnung
theilweise verdrängt; letztere aber aus der Zeichnung des Cr.
laevicollis und luridipennis mit Voraussetzung des schwarzen
Nahtsaums der erstern Art und des Hinzukommens zweier Flecke
vor der Spitze unterhalb der Wölbung leicht zu erklären. Denkt
man sich nämlich bei der Grundform fünf schwarze Flecke (2,
1, 2) auf jeder Flügeldecke, von denen die 3 vordern den
Flecken des Cr. luridipennis entsprechen und der Einzelfleck
daher auch, wie bei der genannten Art, eine abgekürzte Quer-
binde darstellt; denkt man sich ferner den schwarzen Nahtsaum
soweit verbreitert, dass er mit der Mittelbinde, sowie mit dem
vordern und hintern Innenfleck zusammenstösst, und mit letzterem
vorn bis zur Wurzel überfliessend jederseits am Schildchen einen
lichten Fleck als Rest der ursprünglichen Färbung übrig lässt; so
erhält man die selienere, von Gebler a. a. O. beschriebene
106
Form, bei welcher die schwarze Naht von drei gemeinschaftlichen
schwarzen Querbinden — die vordere mit beiden Enden nach
vorn gebogen, die mittlere die längste — durchschnitten wird,
deren erste und dritte noch den vereinzelten Aussenfleck neben
sich tragen. Bei einer 2ten, gewöhnlichern Form hängt noch
der vordere Aussenfleck auf der Schulterbeule mit der vordern
Querbinde zusammen: übrigens ist bei beiden Formen die mitt-
lere Querbinde vorn und hinten deutlich ausgerandet, ihren (schon
oben bei Cr. luridipennis angedeuteten) Ursprung aus zwei
zusammengeflossenen Flecken verrathend. Das Pygidium fein
punktirt und greishaarig, bei dem S° schwarz, dem 2 weisslich
gerandet: auch die Unterseite schwarz, runzlig punktirt und greis-
haarig, der Hinterrand des letzten Ringes bei dem @ weiss ge-
säumt. Die Schenkel schwarz mit bräunlichen Hüften, ein Fleck
vor dem Knie und eine damit zusammenhängende besonders an
den Vorderschenkeln breite Längslinie an der Innenkante weiss-
lich, die Schienen schmutzig gelb, an den untern Enden nebst
den Fussgliedern rauchgrau. Das letzte Segment des g' mit einer
länglichen flach gedrückten glänzenden Stelle, des 2 mit einer
breiten und tiefen, scharf gerandeten Grube. |
In Ostsibirien häufiger: aus Daurien (Sedakoff! im Mus.
Mannerheim.), von Jakutzk (Mus. Mannerh.), von Irkutzk
(Mus. Petrop.); aus der Mongolei (Mus. Mannerh.). In West-
sibirien selten nach Gebler.
Eilfte Rotte. Fühler schlank; Körper meist schmal, walz-
lich, oben dicht punktirt, Halsschild schwarzbunt, Deckschilde
fein behaart, hellgelb oder roth, mit schwarzen Zeichnungen.
Die Geschlechtsmerkmale des & gleichfalls meist durch abnormen
Bau des letzten Bauchsegments angedeutet. Arten von durch-
aus europäischem Typus aus Sibirien; nur eine einzelne cauca-
sische Art bis nach Persien verbreitet. (Vergl. Linn. VII. 104.
Siebente Rotte.)
64. Cr. Stschukinii Fald. Schwarz mit bräunlichen Füh-
lerwurzeln, Halsschild und Flügeldecken ziegelroth oder lehmgelb,
jenes fein punktirt, schwarzgefleckt, diese grob punklirt, mit vier
schwarzen Flecken (2, 2, das Hinterpaar schräg); die Flecken bei-
der theilweise oder ganz zusammenfliessend. L. 23— 33;
Br, 13— 22,
107
Cr. Stschukinii Fald. (Col. ab ill. Bungio miss. 111.) Meın, pr. & l’acad,
d. sc. de Petersb. II, (1835). 447, n. 90. — Cr. congener Men. zu
let. sc. p. par. ’Ac. d. Sc. de Petersb. I. 181. n. 9,
Eine höchst veränderliche, mir in ihren verschiedenen For-
men als Cr. Stschukinii Fald., ramosus Mannerh., Manner-
heimi und halophilus Gebl. (aber von Gebler’s gleichnamigem
Käfer sehr verschieden), Dohrnii Angusto, dauricus Man-
derst. zugegangene Art, durch die Grösse dem Cr. coronatus
Kunze, durch die ungefleckte Stirn auch dem Cr. coloratus F.,
durch den flachen gross gefleckten Rücken dem Cr. halophilus
Gebl. verwandte, durch den plumpen breiten Körper, durch die
Neigung der Flecke zum Zusammenfliessen, durch die vorherr-
schend dunkel ziegelrothe, aber besonders bei den 2 auch ins
Lehmgelbe überschlagende Färbung der Oberseite von allen ab-
weichende, zugleich durch die Wandelbarkeit der Zeichnung an
Kopf und Schulterblättern merkwürdige Art. Der Kopf fein
punktirt mit seichter Stirnrinne und oberwärts deutlich abgesetz-
tem Kopfschilde, glänzend schwarz mit pechbraunen Mundtheilen,
die Wangen und bei den lichtern Stücken eine von jenen längs
dem innern 'Augenrande bis zur Augenbucht heraufziehende
Linie weisslich; letztere verkürzt sich bei dunkler gezeichneten
Stücken, und verschwindet bei vorwaltendem Schwarz des Hals-
schildes ganz. Die Fühler des Z von mehr als halber Körper-
länge, des 2 kürzer und dicker, das 2te Glied fast kugelig, das
Ste doppelt länger und verkehrt kegelförmig, die folgenden we-
nig vergrössert, schon von der Spitze des 5ten ab erweitert und
deutlich zusammengedrückt. Die 5 untern gelblich oder braun
mit schwarz überlaufener Oberseite des Wurzelgliedes, die obern
schwarz. Das Halsschild breit und flach gewölbt, mit seiner
Hälfte vorn übergebogen, seitlich tief herabgekrümmt, Vorder-
und Hinterecken fast rechtwinklig, der Hinterrand jederseits et-
was eingesenkt und breit ausgeschweift, der Mittelzipfel kurz und
breit, deutlich ausgerandet. Die Punktirung ziemlich fein, zer-
streut, und nur selten etwas dichter gedrängt, mit spiegelglattem
Zwischengrunde. Die Grundfarbe je nach der Grundfarbe der
Deckschilde ziegelroth oder lehmgelb, in letzterem Falle mit
schwach röthlich überflogenen Seiten, der Hinterrand schwarz ge-
säumt, und dieser Saum jederseits des Schildchens zu einem auf
dem Hinterrande ruhenden Querflecke erweitert. Ausserdem
108
zeigt das Mitteiteld noch 4 schwarze Flecke, die beiden mittlern
grösser, unförmlich drei- oder viereckig, zwischen jedem und
der Mitte des nächstliegenden Seitenrandes ein vereinzelter klei-
nerer Flek. Durch allmähliges Vergrössern fliesst zunächst jeder
Mittelfleck mit seinem, sich in die Quere verlängernden Seiten-
flecke, dann beide mit dem Aussenende des entsprechenden
Hinterflecks zusammen, und es entsteht eine lichte ankerförmige
Zeichnung, deren Stiel durch die ‚die beiden Mittelflecke tren-
nende Längslinie gebildet wird. Bald zieht sich der Querbalken
des Ankers zu einem dreieckigen Flecke, dieser zu einer blossen
Erweiterung der lichten Längslinie zusammen, von der er sich
zuletzt als vereinzelter Punkt ablöset; eben so erweitert sich die
dunkle Färbung nach vorn und an den Seiten, so dass ausser
einem schmalern Rande nur noch die breiten Vorderecken roth
bleiben. Zuletzt schwinden auch diese, und das Halsschild wird
schwarz, mit zuweilen schwachem Reste bräunlicher Färbung am
Vorder- und Seitenrande. Diese Neigung zum Zusammenfliessen
der Flecke zeigen die mir vorliegenden 9° Stücke; bei den
ebenfalls ziemlich zahlreich vorhandenen © Stücken, sowohl mit
rolher als gelber Färbung der Deckschilde, ist das Halsschild
entweder licht mit geirennten schwarzen Flecken, der Zeichnung
des Cr. coloratus und flavicollis entsprechend, oder ganz
schwarz. Das Schildchen dreieckig mit abgestutzter Spitze, ın
der Mitte der Länge nach etwas aufgewölbt, mit einzelnen feinen
Punkten bestreut, glänzend schwarz. Die Deckschilde breit und
flach walzenförmig, etwas über zweimal so lang als das Hals-
schild, jederseits vom Schildchen und dann wieder hinter dem-
selben breit niedergedrückt, die Schulterbeulen als längliche
stumpfe Höcker emporgehoben und innerseits durch einen breiten
Eindruck abgesetzt, die Seitenlappen kurz und breit, die Spitzen
einzeln breit abgerundet. Die Punktirung ziemlich derb, aber
nicht dicht, der Zwischengrund fein gerunzelt, mit lackarligem
Glanze. Die Behaarung nur ganz kurz und borstig, aus den
Punkten hervorkommend, und über dieselben nur wenig hinaus-
reichend, daher auch bloss auf den Zeichnungen deutlich zu be-
merken. Die Farbe bei dem J° ziegelroth, zuweilen längs Naht
und Schildchen verwaschen hellgelb gesäumt, oder die Spitze,
oder auch die ganze Fläche ins Roihgelbe fallend; bei den 2
schr selten ziegelroth mit gelblichem Vordersaume, meist hell
109
lehmgelb wie bei Cr. halophilus, und daher auch unter letzte-
rem Namen irrthümlich in manchen Sammlungen vorfindlich. Ein
schmaler Saum längs Naht und Wurzel schwarz, ausserdem auf
jeder Flügeldecke vier einzeln stehende schwarze Flecke in der
Stellung der nächst folgenden Arten, und nur durch die sich li-
nienförmig in die Länge streckende Gestalt der beiden Aussenflecke
abweichend. Von fehlenden Flecken, wie sie bei den folgenden
Arten häufig vorkommen, finde ich bei der vorliegenden nur ver-
einzelte Beispiele: so ein @ im Mus. Dohrn., welchem der in-
nere Vorderfleck mangelt, und ein 2tes im Mus. Petrop., wel-
chem auch der innere Hinterfleck fehlt und bei dem der äussere
zu einem Punkte zusammengeschwunden ist; das Letztere liegt
wahrscheinlich der Beschreibung des Cr. congener Men. zum
Grunde. Dagegen zeigen die Flecke ein Bestreben, sich zu ver-
grössern und zu vereinigen, und es bildet sich eine Form
ß. mit mehrfach zusammenfliessenden Flecken. Beim Umsich-
greifen aller Flecke lehnt sich zunächst der innere Hinterfleck
an die Naht, der innere Vorderfleck an Naht und Schildchen,
oder an die Wurzel, dann an beide; auch die Aussenflecke sirck-
ken sich, verbinden sich mit einander zu einer plumpen Längs-
binde, und stossen endlich mit dem inneren Hinterfleck, oder mit
dem innern Vorderfleck, oder mit beiden zusammen, wie dies
durch die mir vorliegenden zahlreichen Uebergänge dargethan
wird. Bald füllt sich dann auch der zwischen der entstandenen
Hakenzeichnung verbliebene Raum, sodass
y. nur der breite, abwärts gewölbte Theil der Deckschilde nebst
einem schmalen Seitenrande, zuweilen auch noch eine lichtere Stelle
jederseits am Schildchen hell bleibt. Bald schwindet, zumal bei
Stücken mit schwarzem, nur nach vorn und längs den Seiten ge-
bräuntem Halsschilde, der lichte Seitenrand zu einem verwaschenen
bräunlichen Saume, die lichte Spitze zu einem ebenfalls verwasche-
nen bräunlichen Spitzenfleck, und endlich wird bei einer 4ten Form
d. die ganze Oberseite bis auf den bräunlich verbleibenden
umgeschlagenen Rand des Seitenlappens einfarbig schwarz.
Pygidium und Unterseite nebst den Beinen dicht und fein
punktirt, dünn greishaarig, schwarz; bei den Stücken mit vor-
herrschend heller (rother oder gelber) Färbung von Halsschild
und Deckschilden gewöhnlich ein Längsfleck auf dem Pygidium
und die Spitze des Mittelzipfels vom ersten Bauchringe, sowie die
110
Schulterblätter röthlich oder gelb; bei andern (nicht bloss Stük-
ken mit stärker sich dunkelnder Oberseite) wird diese Färbung
beschränkter, dunkler, auch wohl bräunlich, und schwindet zuletzt
ganz. Das untere Ende der Vorderschienen bei manchen Stücken,
auch ohne Rücksicht auf die Färbung der Oberseite, ganz oder doch
auf der Innenseite verwaschen gelblich- oder röthlich-braun. Das
letzte Segment des d' der Länge nach seicht aber etwas ungleich
niedergedrückt, vorn mit einem kurzen, zusammengedrückt schar-
fen, hinterwärts gerichteten Höcker, beim 9 mit einer tiefen halb
elliptischen, an dem scharfen Vorderrande lang greis gewimper-
ten, seitlich breit niedergedrückten Grube.
Aus Ostsibirien, und dort, wie es scheint, nicht sehr selten;
aus Daurien (von Nertschinsk: Manderstjerna! im Mus. v. Hey-
den; von Kiachta: Popoff! im Mus. e. Heyden; Mus. Mannerh.
Dohrn. Motsch.); aus der Mongolei (Mus. Mannerh. Berol.
Germ. Petrop. Deyrolle). sSibirische Stücke ohne specielle
Angabe der Heimath habe ich aus dem Mus. Franc. und Müh-
lenpfordt zur Ansicht erhalten.
65. Cr. coloratus Fab. Linn. VII. 105. n. 33.
Aus Sibirien Mus. Petrop. und Motsch., in beiden mit
Cr. halophilus Gebl. und flavicollis Fab. vermengt. Der von
Gebler (Käf. Südwest-Sibir. 371.n. 6.) im dortigen Bezirke ange-
gebene Cr. coloratus wird daher wahrscheinlich auch den echten
Cr. coloratus und den Cr. flavicollis vermischt enthalten.
66. Cr. halophilus Gebl. Linn. VII. 105. c.
Aus Sibirien (Henning ! im Mus. Man.) und der Kirgisen-
steppe (Mus. Motsch.). Nach Gebler findet er sich einzeln in
der Steppe bei Lowtewsk.
67. Cr. flavicollis Fab. Linn. VII. 105. n. 35. (wo
in der Diagnose hinter: Fühlerwurzeln die Worte: „und Beinen“
durch einen Druckfehler ausgefallen sind).
Aus Sibirien (Mus. Petrop.) und der Kirgisensteppe (Mus.
Motsch.), in beiden Sammlungen mit Cr. coloratus vermengt.
68. Cr. rubi Men. Linn. VIII. 108. n. 36.
Aus Persien (Faldermann! im Mus. Mannerh.). Der un-
ter dem Namen Cr. Boschniakii Fald, an Gr. Mannerheim
von F. mitgetheilte Käfer stimmt ganz mit dem caucasischen Cr.
rubi Men. überein, zu welchem F. nachher auch selbst seinen
Käfer gebracht hat.
111
69. Cr. pilosellus Man, Metallisch schwarzgrün mit
zwei gelben Stirnflecken, Vorder- und Seitenrand des Halsschilds,
Schulterblätter und Beine gelb; Flügeldecken unordentlich längs-
reihig punktirt, gelb, mit drei theilweise unterbrochenen schwärz-
lichen Querbinden. L. 13 — 2‘; Br. 12 —13'.
Dem Cr. rubi sehr ähnlich, aber an dem metallisch-grünen
Schimmer der schwarzen Färbung, an der feinen Punktirung des
glänzenden Halsschilds und an der längern, fast wolligen Behaa-
rung der ganzen Oberseite von ihm leicht zu unterscheiden. Der
Kopf fein punktirt, nicht dicht aber lang greis behaart, metallisch-
schwarzgrün mit bräunlichen Mundtheilen; die Wangen, zwei
Stirnfllecke und ein bei dem 2 unterbrochener Querfleck zwi-
schen den Fühlerwurzeln hochgelb. Die Fühler des J von $
der Körperlänge, des 2 kürzer, das 2te Glied kurz knotig, die
folgenden verkehrt kegelförmig und bis zum 5ten allmählig ver-
längert, die obern wenig zusammengedrückt, das Endglied noch
länger, der Fortsatz desselben kegelförmig, auf der Innenseite
stark abgesetzt, etwa 2 des Gliedes bildend. Die Farbe schmuz-
zig gelb mit rauchgrauem Anfluge. Das Halsschild breit, vorn
mit seiner Hälfte kugelig übergewölbt, seitlich tief herabgezogen
und fein gerandet, vor den Hinterecken etwas ausgeschweift,
letztere breit vortretend, fast rechtwinklig, die spitzen Vorder-
ecken etwas vorgezogen, der Hinterrand jederseits breit aber
seicht ausgeschnitten. Die Oberfläche zu beiden Seiten des
Schildchens breit niedergedrückt, dazwischen schwach längskie-
lig erhöht, über der hintern Hälfte des Seitenrandes noch ein
breiter, flacher Schrägeindruck. Die Punktirung deutlich, aber
nicht dicht; der Zwischengrund melallisch glänzend, mit nicht
dichter, aber langer, zotliger, greiser Behaarung bedeckt. Die
Farbe schwarz mit grünlichem Schimmer, ein schmaler Saum
längs Vorder- und Seitenrand, auf der Hinterhälfte des letztern
sich allmählig verbreiternd und auf den Hinterrand übergreifend,
eben so zwei linienförmige, den Hintersaum der niedergedrück-
ten Stelle bildende Querflecke am Hinterrande — offenbar der
Rest der hier unterbrochenen Fortsetzung des lichten Halsschild-
randes — hochgelb. Das Schildchen breit dreieckig, hinten kurz
abgestutzt, fein punktirt und behaart, metallisch schwarzgrün.
Die Deckschilde etwa doppelt länger als das Halsschild, kurz und
breit walzenförmig, am Schildchen nur wenig erhöht, innerseits
112
der eckig hervortretenden Schulterbeulen breit eingedrückt, über
den sehr langen Seitenlappen nochmals zusammengedrückt, die
Spitzen schräg nach vorn und aussen abgestutzt, mit breit ab-
gerundeten Ecken. Die Punktirung dicht und deutlich, beson-
ders seitlich zu 2—3 ziemlich regelmässigen Längslinien anein-
ander gereiht, theilweise zu Querrunzeln ausgezogen, die Ober-
fläche mit langen greisen, aus den Punkten hervorkommenden,
hinterwärts gerichteten Härchen bedeckt. Die Farbe hellgelb,
längs den Rändern mehr ins Hochgelbe fallend, mit drei aus
Längsflecken gebildeten, daher stellenweise unterbrochenen und
den Seitenrand nicht erreichenden schwärzlichen Querbinden: die
erste zunächst an der Wurzel, aus zwei unförmlichen gewöhn-
lich getrennten Flecken bestehend, deren grösserer die Schulter-
beule und deren Umgebung einnimmt; die 2te in und hinter der
Mitte, aus 4 zusammenhängenden Längsflecken gebildet, die 3te
unter der Wölbung, aus drei am untern Ende zusammenhängen-
den Längsflecken zusammengesetzt, von der Naht nur durch einen
schmalen Zwischenraum getrennt. Das Pygidium sehr fein punk-
tirt und behaart, schwarz, der untere Rand bei dem J' schmal-,
bei dem 2 breiter gelb gesäumt. Auch die Unterseite schwarz,
fein und dicht punktirt, lang greishaarig, Schulterblätter und Hin-
terenden der Parapleuren, Hüften und Vorderrand vom Mittel-
zipfel des ersten Bauchringes, bei dem @ auch der Hinterrand
des letzten Bauchringes gelb. Die Beine gelb mit breiten, schwärz-
lichen Schenkelringen, welche bei dem 9° fast die ganze Breite
der Schenkel einnehmen, und auch der Aussenseite der Schienen
und Fussglieder einen ähnlichen Anflug mittheilen. Das letzte
Segment des J° breit rundlich niedergedrückt, des Q mit einer
nicht tiefen, aber sehr regelmässig halbkugeligen Grube.
Aus Ostsibirien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.).
70. Cr. sesquistriatus Steven. Linn. VII. 108. n. 38.
Im Südwestsibirischen Hüttenbezirke selten in der Steppe
bei Lowtewsk nach Gebler; auch in Turkomannien nach dem
Mus. Motsch. und Berol.
71. Cr. Böhmii Illig. Linn. VII. 108. n. 39.
Bei Lowtewsk selten nach Gebler. Ich habe keine von da
stammenden Exemplare geschen, aber kein Bedenken getragen,
den sehr bekannten Käfer aufzunehmen, da eine unrichtige Be-
stimmung bei Gebler nicht wohl denkbar ist.
113
72. Cr. limbellus Man. Schwarz, die Fühler, Vorder-
und Seitenrand des Halsschilds, Aussenrand und Spitze nebst
einer die Naht begleitenden Längsbinde der Flügeldecken gelb;
die letztern grob runzlig punktirt.
g‘ Kopf gelb mit schwarzer Stirnlinie.
2 Kopf schwarz, zwei Stirnflecke und die Seiten des Kopf-
schildes gelb.
L. 13 — 13; Br. 3— 1%,
Cr. limbellus Mann. apud Suffr. Linn, II. 119. n. 37. Note.
Dem Ör. Böhmii nahe verwandt, aber merklich kleiner, und
bei im Ganzen gleicher Färbung und Farbenvertheilung von ihm
durch die ganz ‚schwarzen Schulterblätter, die Breite der fast das
ganze Mittelfeld der Flügeldecken einnehmenden schwarzen Fär-
bung, und die sehr ungleiche Punktirung von Halsschild und
Deckschilden sehr gut unterschieden; bis jetzt, wie es scheint,
ausschliesslich in Ostsibirien aufgefunden, und dort den vorher-
gehenden veriretend. Der Kopf flach, längs der Stirn und dann
wieder am untern Theile des Kopfsschilds breit und seicht ein-
gedrückt, mit deutlicher Stirnrinne, zerstreut punktirt, glänzend;
die Farbe bei dem 9° gelb mit schwarzer, längs der Slirnrinne
sich hinziehender Mittellinie und schwarzen Fühlerhöckern, bei
dem 2 schwarz, jederseits am obern innern Augenrande ein
breiter gelber Fleck, welcher sich unterwärts manchmal in eine
schmale Einfassung der Augenbucht verlängert, eben so die Sei-
ten des Kopfschilds nebst den Rändern der Oberlippe verwaschen
gelb. Auch die Fühler gelb mit rauchgrauer Spitze, beim g' von
mehr als halber Körperlänge, das 2te Glied kurz birnförmig, die
folgenden verkehrt kegelförmig, das 3te doppelt-, das 4te drei-
mal und das 5te viermal länger als das 2te, diesem letztern die
obern gleich, dabei wenig zusammengedrückt und erweitert; die
Fühler des @ etwas kürzer. Das Halsschild schmal, vorn mit
halber Länge mässig übergewölbt, seitlich stark zusammengedrückt
und durch die tief eingezogenen Vorderecker verschmälert, die
Seiten fein gerandet, in schräger Richtung nach vorn und unten
geradlinig convergirend, die Hinterecken fast rechtwinklig, stark
emporgedrückt, der Hinterrand fein aber dicht gesägt, wenig
ausgeschweift; der Mittelzipfel kurz und deutlich ausgerandet.
Der Rücken hinten jederseits des Schildchens etwas niederge-
drückt, die Punktirung dicht und fein, etwas in die Länge ge-
IX.
114
zogen, mit glänzendem Zwischengrunde. Die Farbe schwarz,
ein schmaler Vorder- und ein breiterer, sich in Vorder- und
Hinterwinkel dreieckig erweiternder Seitenrand, eine vom Vor-
derrand ausgehende, bis über die Mitte hinausreichende Mittel-
linie und zwei eirunde Flecke vor der Mitte des Hinterrandes
hochgelb. Das Schildchen kurz dreieckig, hinten breit abgestutzt
und etwas ansteigend, glänzend schwarz. Die Deckschilde ge-
streckt walzlich, hinter den höckerig hervortretenden Schulter-
beulen breit zusammengedrückt, um das Schildchen eiwas auf-
geworfen, innerseits der Schulterbeulen breit quer eingedrückt,
und dieser Eindruck dann schräg nach dem Hinterende des
Schildchens zu gebogen, der Seitenlappen lang, die Wölbung
sehr kurz abfallend. Die Oberfläche dünn behaart und nach ab-
geriebener Behaarung glänzend, grob und dicht, fast runzlig punk-
tirt, ausser den Schulterbeulen auch der aufgeworfene Wurzel-
rand am Schildchen glatt und glänzend. Die Farbe schwarz, ein
sich hinter den Schulterbeulen erweiternder, Aussenseite und
Spitze der Flügeldecken umziehender Rand, und eine an der
Wurzel neben dem Schildchen beginnende und letzteres, sowie
die ihr an Breite gleiche, schwarz verbleibende Naht beglei-
tende, hinten mit dem Spitzenrande zusammenstossende Längs-
binde gelb; das Innere der in die letztere eingestochenen Punkte
schwarz. Der Käfer ändert jedoch ab mit einer Form
ß welcher diese Längsbinde ganz fehlt, und wo dann die
ganzen Deckschilde schwarz mit breitem gelben Aussenrande er-
scheinen. Gleichzeitig fehlt dann auf dem Halsschilde die gelbe
Mittellinie mit den beiden Hinterflecken, und Exemplare mit ge-
schwächter Halsschildszeichnung und eben so verschmälerter, theil-
weise verloschener oder unterbrochener Längsbinde der Flügel-
decken bilden den Uebergang zu der gewöhnlichen Form.
Das Pygidium fein punktirt und dünn greishaarig, schwarz,
mit schmal gelb gesäumtem Unterrande. Auch die Unterseite
fein punklirt, dünn behaart, schwarz; die Beine gelb, die Mittel-
und Hinterschenkel, besonders bei dem J° in der Mitte und die
Schienen auf der Aussenseite etwas gebräunt. Das letzte Seg-
ment des Jg breit flach niedergedrückt, bei dem 9 mit einer
sehr grossen, halbkugeligen Grube.
Aus Daurien (Gebler! im Mus. Yindob.; Museum Aube),
der Mongolei (Mus. Petrop. Motsch. v. Heyd.), und vom Bai-
115
kalsee (Sedakoff! im Mus. Mannerh.; auch mir ebendaher von
den Herren Siemaschko und Hochhuth zugekommen).
73. Cr. lemniscatus Man. Röthlich-gelb, zwei Längs-
flecke des Halsschilds, eine abgekürzte Längsbinde der Flügel-
decken, die Brust und das gelbgesäumte Pygidium metallisch
grün; die Flügeldecken grob unordentlich längsreihig punktirt.
L. 24°; Br. 12.
Durch den schlanken Bau und die Färbung dem Cr. late-
ralis Dej., in der Grösse mehr dem Cr. Böhmü und sesqui-
striatus verwandt, übrigens, wie es scheint, eine eben so seltene
als schöne Art. Der Kopf fein aber deutlich punktirt, dünn be-
haart, die Stirn der Länge nach breit und seicht eingedrückt,
die Farbe hell rothgelb mit einem keilförmig zugespitzten, grün-
lichen Scheitelfleck. Die Fühler dünn, das 2te Glied kurz kno-
tig aufgeblasen, das 3te doppelt länger und die beiden folgenden
noch etwas verlängert, die obern schwach erweitert und zusam-
mengedrückt; die Farbe gleichfalls rothgelb mit rauchgrauer Spitze.
Das Halsschild kurz, mit seiner vordern Hälfte mässig überge-
wölbt, seitlich tief herabgezogen und der Rand wieder deutlich
aufgebogen, die Hinterecken breit, wenig vortretend, der Hinter-
rand jederseits tief ausgeschweift. Die Oberfläche mit feinen,
etwas in die Länge gezogenen Punkten ziemlich dicht besetzt,
fast gestrichelt, wenig behaart und mit schwach glänzendem Zwi-
schengrunde; die Farbe rothgelb, der aufgebogene Rand etwas
lichter, der Hintersaum und zwei auf demselben ruhende, nach
vorn sich erweiternde und zusammenkrümmende, aber den Vor-
derrand nicht erreichende Längsflecke dunkel metallisch grün.
Das Schildchen fast gleichseitig dreieckig mit abgerundeter Spitze,
vorn etwas quer niedergedrückt, gleichfalls metallisch grün. Die
Deckschilde schlank walzenförmig, vorn innerseits der Schulter-
beulen breit und tief eingedrückt, daher letztere höckerarlig her-
austretend, der Seitenlappen deutlich, und die Spitzen einzeln
sehr stumpf abgerundet. Die Punktirung derb, auf dem Mittel-
felde unordentlich zusammengedrängt, längs Naht und Seitenrand
mehr vereinzelt und ziemlich in Reihen geordnet, der Zwischen-
grund fein punktirt und mit langen, gelblichen, ebenfalls reihen-
weise geordneten Härchen besetzt. Die Farbe schmutzig röth-
lich-gelb, auf jeder Flügeldecke eine breite, von der Wurzel ab
den entsprechenden Halsschildsfleck fortseizende und bis zur
116
Wölbung reichende Längsbinde metallisch grün. Das Pygidium
fein aber dicht längsrunzlig, dünn greishaarig, gleichfalls grün-
lich, schmal gelb gesäumt. Die Unterseite schmutzig röthlich-
gelb, gleichfalls fein punktirt, dicht greishaarig, die Hinterbrust
grünlich, auch jeder Bauchring seitlich mit einem verloschenen
grünlichen Flecke, der sich auf dem letzten Ringe zu einer fast
bis zur Mitte reichenden Querbinde erweitert. Auch die Beine
röthlich-gelb, gelbhaarig, die Vorder- und Mittelschienen ein we-
nig gekrümmt, die Fussglieder etwas in die Länge gezogen. Das
letzte Segment ‚des vorliegenden @ mit einer grossen, besonders
breiten, im Innern stark glänzenden Grube.
Aus der Mongolei (Mus. Mannerh.).
Zwölfte Rotte. Fühler schlank, Körper schmal, walzlich,
oben fein behaart, hellgelb, mit verloschenen schwarzen Zeich-
nungen auf Halsschild und Deckschilden, letztere regelmässig
punktstreifig mit gerunzelten Zwischenräumen, Eine vereinzelte
Art aus Vorderindien, im Habitus der vorhergehenden, in Zeich-
nung und Sculptur der achten Rotte ungemein ähnlich.
74. Cr. obliteratus m. Bleichgelb mit schwarzer Hin-
terbrust, das dicht punktirte Halsschild mit einer verloschenen,
die Flügeldecken mit drei theilweise zerrissenen zackig-welligen,
schwärzlichen Querbinden; die Punktstreifen regelmässig mit quer
gerunzelten und punktirten Zwischenräumen. L. 2‘; Br. 14554.
Eine vollständige Mittelart zwischen den Arten der vorher-
gehenden und der achten Rotte, der letziern durch die genau
entsprechende Zeichnung und Sculptur der Oberfläche, durch Ha-
bitus und Behaarung dagegen zunächst der vorhergehenden Rotte
verwandt, und insbesondere durch den schmalen, gestreckten Bau
dem Cr. sesquistriatus und seinen Verwandten zunächst stehend,
durch das zusammengedrückte Halsschild von beiden aber zurei-
chend verschieden. Der Kopf flach, zwischen den Augen etwas
hervoriretend, das Kopfschild oben schwach abgesetzt, kurz und
breit; die Punktirung der Oberfläche derb, aber vereinzelt, mit
glattem Grunde, auf letzterm eine kurze dünne greise Behaarung.
Die Oberlippe noch lichter gelb, die Kinnbacken schwärzlich,
auch die lang gestreckten, wenig ausgebuchteten Augen schwarz.
Die Fühler dünn, das 2le Glied kurz und knotig aufgetrieben,
das 3te doppelt- und das 4te fast dreimal länger, die folgenden
117
wenig zusammengedrückt und erweitert, die obern vom 6ten an
schwach gebräunt. Das Halsschild walzenförmig, vorn wenig
übergebogen, seitlich besonders nach vorn hin stark zusammen-
gedrückt, die Seiten sehr fein gerandet, nach vorn schräg her-
ablaufend und vor den kurzen, scharfen Hinterecken etwas ge-
schwungen, der Hinterrand jederseits nur vor der Schulterbeule
etwas ausgeschweift, dann im stumpfen Bogen zu dem deutlich
heraustretenden, doppelt ausgerandeten Mittelzipfel hinlaufend;
jederseits von dem letztern ein dem Hinterrande fast gleichlau-
fender Quereindruck. Die Punktirung deutlich und ziemlich dicht,
die Behaarung dünn, und wo sie abgerieben ist, der Grund glän-
zend. Die Farbe licht strohgelb, mit schmal bräunlich gesäum-
tem Hinterrande; auf der Mitte eine sehr verloschene, der Zeich-
nung des Cr. undatus entsprechende Zeichnung, an welcher
nur die schwarze Mittellinie deutlich, die von deren vorderm
Ende ausgehenden schrägen Arme sehr verwischt, und die an
letztere sich anschliessenden Querlinien kaum noch bemerklich
sind. Das Schildchen länglich-dreieckig, durch die ausgeschweil-
ten Seiten hinterwärts stark verschmälert und kurz abgerundet,
an der Basis das gewöhnliche Grübchen. Die mit einzelnen
Punkten bestreute Oberfläche glänzend, die Farbe hellgelb mit
dunklern Säumen. Die Deckschilde sehr regelrecht walzenfür-
mig, vorn kaum breiter als das Halsschild, hinterwärts wenig
verschmälert, vor der Spitze kurz zugerundet, die Schulterbeulen
breit, durch einen schwachen Quereindruck an ihrer Innenseite
und einen sehr flachen hinter ihnen liegenden wenig emporge-
hoben; der Seitenlappen dagegen stark entwickelt. Auch die
Punkistreifen sehr regelmässig, vorn derb, hinterwärls etwas fei-
ner, vor der Spitze in die Zwischenpunktirung übergehend; die
Zwischenräume kaum gewölbt, punktirt und querrunzlig, mit einer
aus den Punkten hervorkommenden kurzen, weisslichen, beson-
ders hinten deutlichen Behaarung besetzt. Pygidium und Hin-
terleib weisslich-gelb, dicht punktirt, fein greishaarig; am Vor-
derrande des letzten Bauchringes jederseits ein schwarzer Schräg-
fleck; die Hinterbrust schwarz, dicht silberhaarig, und auch die
Vorderbrust unter den Augen jederseits mit einem rundlichen
schwarzen Flecke gezeichnet. Die Beine dünn, mit schlanken,
gestreckten Fussgliedern, gelb; die breite Aussenfläche der Schen-
kel mit einer verloschenen schwärzlichen Längslinie; der Stiel
118
des Krallengliedes besonders an den Hinterfüssen verlängert, mit
bräunlichen an der Wurzel einen stumpfen Höcker zeigenden
Häkchen. Die Hinterenden des Prosternums breit und stumpf.
Das letzte Segment des einzigen vorliegenden @ mit einer breit
eiförmigen, im Innern stark glänzenden Grube.
Aus Vorder-Indien (von Moradabad, Dr. Bacon! im
Mus. Deyrolle). |
Dreizehnte Rotte. Fühler von mässiger Stärke; Farbe
metallisch, mit dicht und oft runzlig punklirter Oberseite. Meist
ziemlich grosse gedrungene Arten, welche sich von Europa her
über die diesem Erdtheile zunächst liegenden asiatischen Land-
striche ausbreiten. (Vergl. Linnaea VIlI. 109. Achte Roite.)
75. Cr. violaceus Fab. Linn. VII. 110. n. 42.
Aus Persien (Mus. Mannerh.).
76. Cr. virens m. Linn. VIII. 110. n. 43. |
Am Altai (Gebler! im Mus. Mannerh., als Cr. smarag-
dinus mitgetheilt, unter welchem Namen der Käfer auch in Gebl.
Käf, v. Südwest-Sibir. 381. n. 31. aufgeführt worden ist).
77. Cr. duplicatus m. Linn. VII. 110. n. 44.
In Armenien (Kolenati! im Mus. Yindob.).
78. Cr. concolor m. Linn. VIII. 111. n. 45.
In Armenien (Mus. Motschulsk.), Persien (Mus. Petro-
pol.; Faldermann! im Mus. Deyrolle), auch in Kleinasien bei
Brussa (Goede! im Mus. Vindob.).
79. Cr. sericeus L. Linn. VII. 111. n. 46.
Ueber den nördlichen und nordwestlichen Theil von Asien
weit verbreitet, und zwar in mehreren Varietäten. Grüne Exem-
plare habe ich verglichen aus Armenien (Mus. Motschulsk.;
insbesondere vom Ararat: Wagner! im Mus. Berol.), der Kir-
gisensteppe und Sibirien (Mus. Petrop.), der Mongolei (Mus.
Mannerh.); purpurrothe aus Sibirien (Mus. Petrop.) und Klein-
asien (bei Trapezunt: Mus. Loew.); ein tief schwarzgrünes,
fast schwarzes aus Sibirien (Gebler! im Mus. Dohrn.). Nach
Gebler ist der Käfer in Südwestsibirien häufig, und gedenkt
dieser Schriftsteller (Käf. v. Südwest-Sibir. 380. n. 28.) auch
der blauen Varietät.
80. Cr. aureolus m. Linn. VII. 111. n. 47.
Ein einzelnes (grünes) 2 von Jakutzk im Mus. Mannerh.
119
81. Cr. hypochoeridis L. Linn. VIN. 111. n. 48.
In denselben Gegenden, wie Cr. sericeus, und nach einer
Notiz bei Gebler (Ca. a. O.), der ihn als kleine Form jener Art
aufführt, in Sibirien häufig. Verglichen habe ich ihn blau aus
Sibirien (Menetries! im Mus. von Heyden), grün ebendaher
(Mus. Motsch.), aus Daurien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.),
und aus Persien (Faldermann! im Mus. Mannerh.).
8. Cr. rugulipennis m. Linn. VIII. 111. n. 49.
In Georgien (Kolenati! im Museum Yindob.), und wahr-
scheinlich auch über Kleinasien verbreitet, wo er bis jetzt nur
übersehen oder mit den vorhergehenden Arten vermengt sein
mag. —
Vierzehnte Rotte. Fühler von mässiger Stärke; Farbe
metallisch blau mit dicht punktirter, lang greishaariger Oberseite;
die Deckschilde des 2 mit gelbrother Spitze. Meist ziemlich
grosse, gedrungene Arten aus dem südlichen Theile von Mittel-
europa, von wo aus eine sich nach Nord- und Nordwestasien
ausdehnt. (Vergl. Linnaea VIII. 114. Neunte Rotle.)
83. Cr. lobatus Fab. Linn. VII. 114. n. 53.
In Westsibirien einzeln nach Gebler (ebendaher im Mus.
Mannerh.); in Daurien (Mus. Mannerh. als Cr. hirtipennis
Fald.), der Mongolei (ebendaselbst); in Baschkirengebiete
(Mus. Motsch.); in Turkestan (von Buchara, Eversmann! im
Mus. Berol.), Georgien (Tiflis, Kolenati! im Mus. Findob.),
Persien (Faldermann! im Mus. Mannerh. als Cr. pilosus Fald.);
auch noch in Kleinasien (bei Brussa, Mus. Vindob.).
Der von Olivier (Ent. VI. 819. n. 59) beschriebene und zwischen Cr.
sericeus und haemorrhoidalis gestellte, von keinem spätern Autor wieder an-
gezogene Cr. unicolor ist nach allen von ihm angegebenen Merkmalen auf das
I dieser Art zu bezieben, sobald man nur annimmt, dass der Autor die Schau-
feln an den Hinterschienen übersehen bat. Auch die schr roh gerathene Ab-
bildung (tab. VI. fig. 90) widerspricht bei gleicher Voraussetzung — die man
sich bei dem Zeichner der Olivier’schen Figuren wohl erlauben darf — jener
Deutung nicht.
Funfzehnte Rotte. Fühler mässig lang, derb; Körper
breit, flach gewölbt, schwarzgrün; Deckschilde unregelmässig
punkistreifig, mit Längsreihen gelber hinterwärts gerichteter Här-
chen besetzt. Eine einzelne, sehr eigenthümliche Art aus Ost-
sibirien.
120
84. Cr. semiviridis Man. Schwarzgrün, Fühlerwurzeln,
Unterkopf und Flügeldecken strohgelb; das Halsschild fein punk-
tirt, die Punktstreifen unregelmässig mit punklirten Zwischenräumen,
g' zwei Stirnflecke, und die Vorder- und Hinterecken des
Halsschilds gelb; eine breite, hinterwärts verschmälerte und abe
gekürzte Nahtbinde der Deckschilde grün;
Q Stirn ungefleckt, die Seiten des Halsschilds und die Deck-
schilde einfarbig gelb.
L. 23 — 23.4, Brod2 dla:
Eine schr ausgezeichnete, mir zwar nur in einem einzigen
Pärchen vorliegende, aber mit keiner Europäischen oder Asiati-
schen näher verwandie Art, deren Beschreibung indess nach dem
Auffinden mehrerer Stücke noch in einem oder dem andern
Punkte eine Veränderung erleiden dürfte. Sie. verbindet den
schlanken Körper des Cr. nitens mit der Sculpiur und der me-
tallischen Färbung des Cr. flavilabris und den behaarten Deck-
schilden des Cr. lavicollis, unterscheidet sich aber von allen
diesen Formen auffallend durch den flachen, sich hinterwärts bej
beiden Geschlechtern verbreiternden Körper und das ungewöhn-
lich kurze Halsschild, geringerer Abweichungen nicht zu geden-
ken. Der Kopf flach niedergedrückt, mit kaum merklicher Stirn-
rinne, fein punktirt, metallisch dunkelgrün; das Kopfschild mit
den Wangen gelb, unten schmutzig bräunlich gerandet, bei dem
d" jederseits am obern innern Augenrande ein länglichdreieckiger
gelber Fleck, Die Fühler des Z von 3 der Körperlänge, des 2
kürzer; das 2te Glied kurz birnförmig, die folgenden verkehrt
kegelförmig, bis zum 5ten allmählig und schr merklich verlän-
gert, die obern wenig zusammengedrückt und erweitert. Die
untern bis zur Mitte des 5ten schmutzig gelb, die obern schwarz,
Das Halsschild kurz, vorn mit halber Länge mässig übergebogen,
aber seitlich zusammengedrückt und dadurch stark verschmälert,
die Seiten fein gerandet, nach vorn hin merklich zusammenge-
neigt, die spitzen Hinterecken durch einen seichten Schrägein-
druck eiwas aufgequollen, der Hinterrand breit und seicht aus-
seschweilt, fein gesägt, mit kurz abgestutztem Mittelzipfel. Die
Oberfläche vor dem Schildchen jederseits breit und flach nieder-
gedrückt, ziemlich dicht aber nicht tief punktirt, glänzend metal-
lisch grün, bei dem vorliegenden 9 die Vorder- und Hinterecken,
hei dem 2 die ganzen Seiten mit verwaschener Begränzung
121
breit schmutzig gelb mit einem vereinzelten grünlichen Querfleck
an der Mitte des Seitenrandes. Das Schildchen fast viereckig
mit etwas ausgeschweiften Seiten und fein ausgerandetem Hinter-
ende, vorn stark niedergedrückt, glänzend schwarzgrün. Die
Deckschilde breiter als das Halsschild, breit und flach gewölbt,
seitlich und vor der Spitze kurz abfallend, jederseits des Schild-
chens und dann wieder innerseits der Schulterbeulen tief quer
eingedrückt, letztere selbst als längliche stumpfe Höcker hervor-
tretend; die Seitenlappen kurz, wenig bemerkbar. Die Punkt-
streifen ziemlich regelmässig, die obern längs der Naht besonders
bei dem Z seicht furchenarlig eingedrückt, die Zwischenräume
punktirt, die Punkte auf der vordern Hälfte und längs der Mitte
der Flügeldecken bis zur Wölbung grob und ziemlich dicht, die
Punktstreifen theilweise verdunkelnd; jeder der eingemengten
Punkte mit einem hinterwärts gerichteten, greisgelben Härchen
besetzt. Die Punktirung des 2 feiner und schwächer, daher die
Oberfläche etwas glänzender. Die Farbe strohgelb, der Rand
der Wurzel und des umgeschlagenen Seitenlappens schwarzgrün
gesäumt, bei dem J‘ ausserdem ein gemeinsamer dreieckiger
Nahtfleck metallisch grün, welcher vorn zwischen den Schulter-
beulen die ganze Basis der Deckschilde einnimmt, und hinter-
wärts sich mit verwaschener, ins Bräunliche fallender Begränzung
verschmälernd vor der Wölbung abbricht. Das Pygidium dicht
punktirt, nebst der feiner punktirten, dünn greishaarigen Unter-
seite schwarzgrün; die Beine ebenfalls schwarzgrün, die Hüften
und bei dem Z auch die Wurzeln der Vorderschenkel und die
Innenseite der Vorderschienen trüb gelb, bei dem 2 die Spitze
der letztern und die Fussglieder schmutzig bräunlich. Das letzte
Segment des g* der Länge nach tief muldenförmig eingedrückt,
vor welchem Eindrucke ein quer aufgerichtetes, nach oben
herzförmig erweitertes und der Länge nach eingedrücktes Schräg-
_blech hervortritt; das Q mit der gewöhnlichen, hier halbkreisför-
migen, breiten Grube.
In Ostsibirien (Sedakoff! im Mus. Mannerh., wo das
als Cr. sellatus Man., das @ mit obiger Benennung bezeich-
net ist).
Sechszehnte Rotte. Fühler dünn; Körper walzlich,
schmutzig lehmgelb, mit dicht siebartig punktirter Oberseite.
122
Hinterenden des Prosternums durch das Hervortreten eines da-
zwischen liegenden Längswulstes verkümmert, Vorderschienen
stark ausgeschweift und breit zusammengedrückt. Eine einzelne
aus Europa nach Nordasien sich verbreitende Art. (Vergl. Lin-
naca VIII. 116. Zehnte Roite.)
85. Cr. pini L. Linn. VI. 117. n. 56.
Am Irtisch selten nach Gebler, auch in Ostsibirien, von
wo aus ich einige auf der Mitte des Halsschilds und dem vordern
Theile der Deckschilde mehr oder weniger stark gebräunte,
sonst aber nicht abweichende Stücke als Cr. cembrae Motsch.
aus dem Mus. Petrop. zur Ansicht erhielt.
Siebenzehnte Rotte. Fühler dünn; Körper gedrungen,
heller oder dunkler gelb, zum Theil mit punkistreifigen und dann
stets ungefleckten Deckschilden. Vorderschienen dünn, stark
geschweift. Eine mittel- und südeuropäische, aber durch eine
vereinzelte Art auch in Vorderindien vertretene Gruppe. (Vergl,
Linnaea VI. 117. Eilfte Rotte.)
86. Cr. hecticus Fab. Hell lehmgelb mit schwarz. ge-
säumter Wurzel der Deckschilde; das Halsschild und die Zwischen-
räume der fein und regelmässig punktstreifigen Deckschilde sehr
fein punktirt, spiegelglänzend. L. 13”; Br. 3°.
Cr. hecticus Fab. Syst. Eleuth. II. 56. n. 82. (In Fabricius’ Sammlung
fehlt der Käfer, doch zweifle ich an der Richtigkeit der Bestimmung,
unter der mir derselbe zur Ansicht zugegangen ist, nicht.)
Die vorliegende Art ist zwar auch einzelnen Arten aus der
Verwandtschaft des Cr. minutus sehr ähnlich, und würde unter
diesen dem Cr. gracilis und politus zunächst gestellt werden
können; aber die dünnen, etwas geschweilten Vorderschienen,
die- wenn auch feine Punklirung auf den Zwischenräumen der
Deckschilde, und die schr breite Hinterleibsgrube des 2 — in
der Rotte des Cr. minutus hat dieselbe überwiegend eine läng-
lig elliptische Gestalt — bringen sie in eine nähere Verwandi-
schaft zu dem Cr. sulfureus Oliv., dessen Rötte in ihr ihren
einzigen Vertreter in der Asiatischen Fauna besitzt, eben dadurch
aber auch an die schon bei der sechsten Rotte bemerkte Wie-
derkehr südeuropäischer Formen in Indien erinnert. Uebrigens
scheint der Käfer zu den seltensten zu gehören, indem mir bis
jetzt von ihm nur zwei Exemplare zu Gesichte gekommen sind.
123
Der Habitus des Käfers ist ein etwas eigenthümlicher, sofern
bei einer im Grunde schlank walzenförmigen Gestalt der Körper,
welcher an und zunächst hinter den Schultern am breitsten ist,
sich nach beiden Enden hin, und zwar hinterwärts langsamer,
nach vorn hin auffallender verschmälert, und sich dann beider-
seits zurundet, wodurch der Umriss dem des etwa gleich grossen
Cr. modestus Eversm. am ähnlichsten wird. Der ‚Kopf ist breit,
flach, an den Fühlerwurzeln etwas vortretend, längs der Stirn
seicht eingedrückt, und der untere Theil des Kopfschildes tief
eingezogen. Die Oberfläche spiegelglatt, die Farbe, wie die des
ganzen übrigen Körpers, hell lehmgelb, die langgestreckten
schwarzen Augen breit aber nicht tief ausgebuchtet. Die Fühler
von mässiger Stärke, das 2te Glied knotig, das 3te doppelt- und
die beiden folgenden dreifach länger, die obern kaum noch ver-
grössert, deutlich verbreitert und zusammengedrückt. Das Hals-
schild kurz, vorn mit halber Länge übergewöibt, und durch die
eingezogenen Vorderecken verschmälert, hinten wieder etwas
eingegenkt, die Seiten fein gerandet, nach vorn in schrägen,
wenig gekrümmten Bogen convergirend; die Hinterecken breit,
kurz zugespitzt, der Hinterrand jederseits etwas wellig ausge-
schweift, mit kurzem und breitem, undeutlich doppelt ausgeran-
detem Mittelzipfel. Die Oberfläche spiegelglänzend, sehr fein aber
deutlich und ziemlich dicht punktirt. Das Schildchen viereckig,
hinterwärts etwas verschmälert und eckig abgestulzt, stark an-
steigend, gleichfalls glatt und glänzend, an der Wurzel ein kaum
sichtbares Grübchen. Die Deckschilde aus dem Walzlichen sich
hinterwärts wenig und von der Mitte ab im Bogen verschmälernd,
dann allmählig zugerundet, hinten sehr schräg abfallend, vorn
um das Schildchenende erhöht und jederseits des letztern stark
eingedrückt, auch die rundlichen derben Schulterbeulen durch
. einen breiten und flachen Eindruck an deren Innenseiten gehoben ;
zwischen beiden Eindrücken der Vorderrand der Wurzel etwas
vortretend, und die Seitenlappen lang herabgezogen. Die Punkt-
streifen sehr regelmässig, fein, und die mittleren von der Mitte
ab fast erloschen; die Zwischenräume breit, flach, fein und zer-
streut aber deutlich punklirt, spiegelglatt. Die Farbe hell lehm-
gelb, die Schulterbeulen ins Verloschen-bräunliche fallend, die
Wurzel zart schwarz gesäumt. Pygidium und Unterseite fein
punktirt, dünn greishaarig, lehmgelb mit schwach bräunlich-gel-
124
bem Anfluge der Bauchringe; die Beine dünn, licht gelb, mit
sehr dünnen, etwas geschweiften Vorderschienen, Die Hinter-
enden des Prosternums kurz, aber spitz, der Vorderrand ein
wenig bogenförmig vorgezogen. Das letzte Segment des 2 mit
einer grossen, breiten, am Rande lang greis gewimperten Grube.
In Vorderindien (von Pondichery ; Mus. Franc. Bucquet.).
Achtzehnte Rotte. Fühler dünn; Käfer schwarz oder
metallisch, zum Theil mit gelben Kopfzeichnungen, Halsschilds-
rändern und Beinen; Halsschild glatt oder fein punktirt; Deck-
schilde verworren punktirt oder unregelmässig punkistreifig, häufig
mit rothen oder gelben Rand- und Spitzenflecken. Walzenförmige,
sehr regelmässig und wohl proportionirte Arten, hauptsächlich in
Süd- und Mitteleuropa einheimisch, und sich von hier aus theil-
weise über Westasien verbreitend: ausserdem ist Sibirien von
einer Reihe eigenthümlicher hierher gehörender Arten bewohnt.
(Vergl. Linn. VII. 117. Zwölfte Rotte.) |
87. Cr. nitens L. Linn. VII. 117. n. 63,
Von Jakutzk im östlichen Sibirien (Mus. Mannerh.). In
Westsibirien scheint er zu fehlen, da Gebler seiner nicht
gedenkt.
88. Cr. nitidulus Gyl. Linn. VII. 118. n. 64.
Bei Barnaul in Westsibirien einzeln nach Gebler; in Ost-
sibirien bei Jakutzk (Mus. Mannerh.).
89. Cr. Kulibini Gebl. Oben glänzend goldgrün, unten
schwarzgrün; Fühlerwurzeln, Unterkopf, Vorder- und Seitenrand
des Halsschilds, und der Rand der Flügeldecken längs des Sei-
tenlappens mit Vorder- und Mittelbeinen gelb; das Halsschild
sehr fein, die Flügeldecken grob punktirt.
g‘ zwei Stirnflecke und das ganze Kopfschild gelb.
2 Stirn ungefleckt, am Kopfschilde nur Unterrand und Sei-
ten gelb.
L. 13 —13°; Br. 3—1.
Cr. Kulibini Gebler in d. Nouv. M&m. de Mosc. II, (1832) p. TI.
n. 2.
Dem vorhergehenden ungemein ähnlich, aber merklich klei-
ner, die Punktirung des Halsschildes deutlicher, und ausser dem
Vorder- und Seitenrande des Halsschilds auch noch die vordere
Hälfte vom Seitenrande der Flügeldecken wie bei Cr. flavipes
125
gelb. Der Kopf dicht und deutlich punktirt, mit eingeschnittener
Stirnrinne, auch das Kopfschild oberwärts deutlich abgesetzt.
Die Farbe goldgrün; bei dem Z Kopfschild und Mundtheile so-
wie ein grosser schlecht begränzter Fleck jederseits am obern
innern Augenrande, ein schmalerer Fleck längs der Augenbucht,
und die Wangen bis zur Fühlerwurzel hinauf weisslich-gelb; bei
dem 2 die Stirn einfarbig goldgrün, und diese Färbung tritt mit
einem viereckigen Zipfel auch von oben her in das Kopfschild
hinein, sodass nur dessen Seiten- und Unterrand gelb bleiben.
Die Fühler des g' fast von Körperlänge, des 2 kürzer, dünn
und schlank; das 2te Glied knotig, die folgenden bis zum 6ten
allmählig verlängert, und das Endglied durch seinen schmal
kegelförmigen Fortsatz noch mehr vergrössert, die obern kaum
erweitert. Die Farbe schwarz, die untern Glieder bis zum 5ten
gelblich. Das Halsschild kurz, vorn mit der grössten Hälfte stark
übergewölbt, seitlich breit gerandet, die Hinterecken scharf, der
Hinterrand jederseits tief ausgeschweift, mit breitem, deutlich
ausgerandetem Mittelzipfel; vor letzierm die Oberfläche jederseits
breit niedergedrückt. Die Punktirung fein und ziemlich zerstreut
aber deutlich, mit spiegelglänzendem Zwischengrunde; die Farbe
goldgrün mit schwachem Messingschimmer, der abgesetzte Sei-
tenrand licht weissgelb, der schmale Vordersaum verloschen hoch-
gelb, und der schmale Hintersaum eben so verloschen geschwärzt.
Das Schildehen dreieckig, hinten abgestumpft und erhöht, gleich-
falls glänzend goldgrün. Die Deckschilde flach walzlich, die
Wurzel jederseits vom Schildchen breit quer niedergedrückt, die
Schulterbeulen länglich-höckerig, durch einen starken Längsein-
druck an ihren Innenseiten und einen schwächern über dem Seiten-
lappen emporgehoben, auch das Vorderende der Naht am Schild-
chen buckelig erhöht. Der Seitenlappen mässig stark, die Spitzen
einzeln fast abgestuizt. Die Punktirung grob und dicht, stellen-
weise, besonders hinterwärts zu |unordentlichen Längslinien an
einander gereiht, wodurch nach Wurzel und Spitze hin Spuren
verloschener Längsfurchen entstehen. Die Farbe goldgrün, wie
bei der vorigen Art, der Kiel des Seitenlappens und der letztere
selbstbis auf einen schwarz verbleibenden Saum licht weissgelb.
Das Pygidium fein- aber dicht punktirt, nebst der ganzen, ebenfalls
fein und dicht punktirten Unterseite dunkel metallisch grün; Vor-
der- und Mittelbeine gelb mit geschwärzten Aussenkanten der
126
Schenkelspitzen, an den Mittelbeinen auch der Schienen; die
Hinterbeine schwarzgrün mit: schmutzig gelblichen Schenkel-
wurzeln, die ziemlich langen Fussglieder aller Beine heller
oder dunkler bräunlich-gelb. Das leizie Segment des &
seicht quer niedergedrückt, des @ mit der gewöhnlichen rund-
lichen Grube.
Aus Daurien (Mus. Mannerh.) und der Mongolei (Mus.
Petrop.).
90. Cr. macrodaciylus Gebl. Dunkel goldgrün, zwei
Stirnflecke und die Fühlerwurzeln nebst Schienen und Füssen
gelb; das Halsschild sehr fein-, die Flügeldecken grobrunzlig
punktirt.
d‘ Deckschilde einfarbig.
Q der Aussenrand derselben und die ganzen Beine gelb.
L. 22— 3‘; Br. 12 — 14°.
Cr. macrodactylus Gebl. in Ledebour Reise etc. II. p. 206. n. 21! (das S').
Käf, Südwest-Sibir, p- 374. n, 17!
Von Gebler a. a. OÖ. wird diese Art mit Cr. lobatus ver-
glichen; ich finde aber ausser dem Auftreten gelber Färbung auf
den Deckschilden des 2 gar keine Aehnlichkeit zwischen beiden
Arten, während der Käfer, nach seinem ganzen Habitus unzwei-
felhaft der gegenwärtigen Gruppe angehört, und sich durch die
Färbung im Allgemeinen den nächstvorhergehenden Arten, durch
die Geschlechtsverschiedenheit in der Farbe der Beine zugleich
an den Cr. nitens anschliesst, und durch den abnormen Bau
der Fussglieder bei dem 9° zugleich an den nordamerikanischen
Cr. congestus Fab. erinnert. Ausserdem aber zeichnet sich
der Käfer noch durch seinen gestreckten, schmal walzenförmigen
Bau vor seinen Verwandten aus.
Der Kopf flach, mit mehr oder weniger deutlich eingedrück-
ter Stirnrinne, dicht runzlig punktirt, metallisch grün, jederseits
am obern innern Augenrande eine bei dem 2 abgekürzte gelbe
Längslinie, die Mundtheile schmutzig gelbbraun. Die Fühler des
g‘ von mehr als Körperlänge, ziemlich derb, das lange Wurzel-
glied etwas aufgeblasen, das 2te kurz birnförmig, das 3te doppelt
länger, an der Spitze aufgequollen und dadurch anscheinend ei-
was gekrümmt; die drei folgenden allmählig noch mehr verlän-
gert, und von ihnen das 4te an seiner Spitze gleichfalls etwas
127
verdickt, die beiden andern nebst dem obern, an Länge dem
6ten gleichenden deutlich zusammengedrückt und verbreitert, das
Endglied fast gleich breit mit kegelförmigem Fortsatze. Die Füh-
ler des 2 kürzer und schlanker. Die Farbe schwarz, die untern
Glieder bis zur Milte des 5ten schmutzig gelb, das Wurzelglied
oder auch noch einige der folgenden mit dunkler überfiogener
Oberseite. Das Halsschild kurz, vorn mit der Hälfte kugelig
übergekrümmt, mit gebogenem, stark abgesetztem Seilenrande,
Vorder- und Hinlerecken wieder vorgezogen, fast rechtwinklig;
der Hinterrand jederseits mässig ausgeschweift, der Miltelzipfel
kaum ausgerandet, wenig vortretend. Die Oberfläche fein punk-
lirt, bei dem 2 fast spiegelglatt, dunkel goldgrün. Das Schild-
chen hinten breit abgestutzt mit abgerundeten Ecken, vorn quer
niedergedrückt, glänzend grün. Die Deckschilde 23 mal länger
als das Halsschild, gestreckt walzenförmig, hinten eiwas erwei-
tert, längs der Wurzel tief niedergedrückt und innerseils der
Schulterbeulen nochmals breit eingedrückt, letztere als längliche
Höcker emporgehoben, und hinter dem Schildchen ein dessen
Spitze nebst dem anschliessenden Nahtende buckelig empordrük-
kender Eindruck. Die Seitenlappen breit, die Spitzen einzeln
breit zugerundet, fast abgestutzt. Die Punklirung dicht gedrängt,
derb, mehr oder weniger deutlich zu Runzeln verfliessend, stel-
lenweise in undeulliche Furchen eingedrückt, der Zwischengrund
bei dem 2 slärker glänzend. Die Farbe heller oder dunkler
goldgrün, oder bei einer sellenern Abänderung
ß. bunt kupferfarbig, besonders hinterwäris stark ins Bläu-
liche fallend; ohne Zweifel wird es jedoch auch an ganz purpur-
violetten und blauen Stücken nicht fehlen. Bei dem 2 ist der
Seitenrand der Deckschilde, längs der Spitze sich bis zum Naht-
winkel erweiternd, hell lehmgelb. Die Unterseite dicht punktirt
und behaart, schwarzgrün; die Beine des 2 einfarbig gelb, bei
dem g* die Schenkel dunkelgrün, auch die Aussenseile der Hin-
terschienen schwärzlich überlaufen und deren Innenseite schmuz-
zig gelbbraun. Das letzte Segment des 9° breit quer niederge-
drückt, des Q@ mit der gewöhnlichen Grube. Die Haupiverschie-
denheit beider Geschlechter aber zeigt sich in dem Bau der Beine;
dieselben sind nur bei den 2 normal gebildet, bei dem J* aber
nicht allein merklich länger, besonders die vordern, sondern auch
die Schienen stark nach innen gekrümmt, und an den Vorder-
128
füssen die Fussglieder auffallend in die Breite erweitert, wie
etwas Achnliches bei Cr. Loreyi, bei dem nordamerikanischen
Cr. congestus, und bei mehreren Clythra-Arten aus der Rotte
der Cl. paradoxa Oliv. gefunden wird.
Am Nor-Saisan und im Altai nach Gebler (Gebler! im
Mus. Mannerh. und im Mus. Petrop.); auch in der Dschun-
garei (Mus. Mannerh.).
91. Cr. coerulescens Man. Blau, Unterkopf und Füh-
lerwurzeln mit Hüften, Schenkelwurzeln und Innenseite der Vor-
derschienen gelb, der Seitenrand des Halsschildes weissgelb; letz-
teres sehr fein-, die Deckschilde etwas gröber punktirt.
d mit einem verloschenen gelblichen Mittellleck zwischen
den Fühlerwurzeln.
© Mittelkopf einfarbig.
L. 13 — 22%; Br. 1—13%,
Cr. Beraten Mannerh. ap. Sufr. Linn. II. 170. Note.
Von dem Habitus des Cr. marginellus Dllig. Oliv., aber
grösser, besonders das 2 plumper, gewöhnlich das 2 des Cr.
nitens L. noch übertreffend, und ausserdem noch durch den
Mangel aller Zeichnung der Deckschilde von der genannten Art
verschieden. Der Kopf flach, dicht runzlig punktirt, daher wenig
glänzend, die Stirnrinne kurz; die Farbe dunkel metallisch blau,
der ganze Unterkopf bis zur Spitze des Kopfschildes röthlich-
gelb, und über dem letztern bei dem S noch ein rundlicher,
zwischen den Fühlerwurzeln liegender, verwaschen begränzter
röthlicher Fleck, von dem auch bei einem der mir vorliegenden
Q eine schwache Andeutung vorhanden ist, während bei andern
sich die dunklere Färbung des Oberkopfes zipfellörmig in die
Mitte des Kopfschildes hineinzieht. Die Fühler von mässiger
Länge, das 2te Glied kurz und knotig, das Ste und noch mehr
die beiden folgenden allmählig verlängert, die obern wenig er-
weitert und zusammengedrückt; die Farbe schwarz, nur die 4
untern schmutzig röthlich-gelb, mit geschwärzter Oberseite des
Wurzelgliedes. Das Halsschild kurz, mit der grössern Hälfte
vorn stark übergewölbt, auch seitlich tief herabgezogen, mit ab-
gesetztem Seitenrande und etwas aufgebogenen, kurzen Hinter-
ecken, der Hinterrand vor den Schultern jederseits tief ausge-
schweift, der Mittelzipfel kaum ausgerandet. Die Oberfläche vor
dem Schildchen jederseits breit niedergedrückt, mit vereinzelten
129
elwas in die Länge gezogenen Punkten bestreut, der Zwischen-
grund spiegelnd. Die Farbe dunkel metallisch blau, der aufgebo-
gene Seilenrand weissgelb. Das Schildchen fast viereckig, hin-
terwärts wenig verschmälert, mit abgerundeten Hinterecken ab-
geslutzt, vorn tief quer niedergedrückt, dunkelblau. Die Deck-
schilde breit und flach walzenförmig, der Rücken hinterwärts
noch flacher niedergedrückt, die Wurzel jederseits vom Schild-
chen und dann wieder jederseils der Schulterbeulen tief einge-
drückt, sodass der hintere Theil des Schildchens und seine Um-
gebung als stärkerer, die Mitte jeder Flügeldeckenwurzel als ein
schwächerer und breiterer Höcker hervortritt; hinter dem Schild-
chen noch ein die Naht durchsetzender breiter und flacher Quer-
eindruck. Die Seitenlappen wenig bemerkbar, die Spitzen ein-
zeln breit und stumpf zugerundet, die Wölbung nur sehr schräg
abfallend. Die Punktirung grob, bei dem &* deutlicher, dem 2
mehr zu Runzeln verfliessend, und bei letzterm von der Mitte
ab feiner, auf der Wölbung fast abgeschliffen; die Zwischenräume
stellenweise als stumpfe Rippen hervortretend, deren besonders
eine in der verlängerten Richtung der Schulterbeule fast bis zur
Spitze deutlich zu erkennen ist. Die Farbe dunkel metallisch
blau, der umgeschlagene Rand des Seitenlappens schwärzlich.
Die Unterseite dicht und fein punklirt, dünn greishaarig, schwarz-
blau; auch die Schenkel schwarzblau, Hüften und Schenkelwur-
zeln schmutzig gelb, welche Färbung sich an den Vorderschen-
keln zuweilen so weit ausbreitet, dass von der Grundfarbe nur
ein länglicher Wisch auf der Aussenfläche zurückbleibt. Die
Vorderschienen schmutzig gelb mit schwärzlichen Aussenkan-
ten, die Mittelschienen schwärzlich-braun, die hintern schwarz.
Die Fussglieder vorn pechbräunlich, hinten fast schwarz. Das
letzte Segment des g breit flach niedergedrückt, des Q mit der
gewöhnlichen, hier sehr grossen und tiefen Grube.
Aus Daurien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.) und der
Mongolei (Mus. Mannerh.).
Gr. Mannerheim halle diese Art früher richtig als neu er-
kannt, und sie als Cr. coerulescens sibi, auch an Hrn. Reiche,
mitgelheilt, aber in Folge einer von Letzterem erhaltenen unrich-
tigen Bestimmung jenen Namen aufgegeben, und den Käfer für
Cr. elongatus Ziegl. Grm., den im Ural vorkommenden echlen
Cr. elongatus Grm. aber für eine neue Art gehalten. (Vergl.
IX. 9
130
Linn. VII. 109. n. 41.) Ich habe daher, nachdem sich mir durch
Vergleich der in Gr. Mannerheim’s Sammlung enthaltenen Ar-
ten die Sache aufgeklärt, kein Bedenken getragen, der vorlie-
genden Art den ihr früher von dem Gr. Mannerheim gegebe-
nen ganz passenden Namen zurückzugeben.
92. Cr. flavoguttatus Oliv. Linn. VIIT. 120. n. 68.
In Sibirien (Mus. Petrop.) und dem Altai (Gebler), und
nach Letzterem dort nur selten.
93. Cr. bivulneratus Fald. Dunkelblau, Unterkopf mit
2 Stirnflecken, Fühlerwurzeln, Schulterblälter, Vorder- und Sei-
tenrand des Halsschilds, Spitze der Flügeldecken und Vorderbeine
röthlich- gelb; das Halsschild mässig-, die Deckschilde gröber
punklirt.
g‘ Pygidium und letzter Bauchring schwarz.
® Dieselben rölhlich gesäumt.
L. 13 — 23°; Br. 1— 12.
Cr. bivulneratus Fuld. (Col. ab ill. Bungio miss. Ill.) Mm. pr. ä V’acad,
d. sc. de Petersb. II. (1835) 445. n. 88. — Suffr. Linn. Il. 182. Note.
Eine sehr eigenthünliche, dem vorhergehenden und noch
mehr dem spanischen Cr. tetraspilus m. nahe stehende Art, von
beiden aber neben der mehr um sich greifenden lichten Färbung
des Halsschilds und dem Mangel des Schulterflecks auf den Deck-
schilden hauptsächlich durch die abnorme Beschaffenheit der Ge-
schlechtsmerkmale verschieden. Der Kopf flach, die Stirn sehr
seicht quer niedergedrückt, breit, äusserst fein und dicht punk-
tirt, die Punkle nur auf dem Kopfschilde eiwas gröber und mehr
vereinzelt, der Glanz mässig. Die Farbe blau, zuweilen ins
Grünliche fallend, 2 Stirnflecke, das Kopfschild und dessen etwas
ins Weissgelbe fallende Seitenfelder nebst den Mundtheilen hell
rosigelb, die Mitte der Oberlippe mit einem schwärzlichen Quer-
wisch. Bei den grössern, besonders breitern 2 sind die Stirn-
flecke kleiner, besonders schmaler, und die Mundtheile nebst der
Spitze des Kopfschildes, zuweilen die ganze Mitte des letztern,
fallen mehr ins Bräunliche. Die Fühler des $ von mehr als
halber Körperlänge, des 2 etwas kürzer, ziemlich schlank und
dünn; das 2te Glied kurz birnförmig, das 3te etwa doppelt län-
ger, und die beiden folgenden noch etwas vergrössert, sämmt-
lich hell röthlich-gelb; die sechs obern etwas zusammengedrückt
und erweitert, schwarz, mit breit kegelförmigem Fortsatze des
151
Endgliedes. Das Halsschild kurz, nur mit dem vordern Drittel
etwas übergebogen und daselbst durch die zusammengedrückten
Seiten etwas verschmälert, der Seitenrand fein aufgeworfen, fast
grade; Vorder- und Hinterecken fast rechtwinklig, letztere durch
einen breiten und seichten Eindruck wieder etwas emporgehoben.
Der Hinterrand wenig ausgeschweift, der Mittelzipfel kurz, schwach
ausgerandel. Die Oberlläche dicht und gleichmässig mit eiwas
in die Länge gezogenen Punkten besireut, dazwischen glänzend;
die Farbe metallisch blau, manchmal mit messinggrünlichem Schim-
mer, Vorder- und Seilenrand schmaler oder breiter hell gelbroth
gesäumt. Seltener erweitert sich dieser Seilensaum so weit, dass
er den vierten Theil der Halsschildsbreite einnimmt, auch kom-
men wohl vor dem Schildchen ähnliche rölhliche Wische zum
Vorschein, und dadurch bildet sich zuletzt eine Zeichnung, wie
bei manchen Stücken des Cr. Moraei, nur elwas verwaschener,
sodass von der ganzen Grundfarbe nichts als ein dunkler, mit
zwei schlecht begränzien Armen auf dem Hinlerrande ruhender
Bogen übrig bleibt. Solche mit der gewöhnlichen Form durch
zahlreiche Uebergänge verbundene Slücke erhielt ich aus dem
Petersburger Museum als Cr. clythroides Motsch. zur Ansicht.
Das Schildchen dreieckig, hinten erhoben und abgerundet, vorn
nach jeder Seite hin etwas niedergedrückt, glänzend metallisch
blau oder grünlich. Die Deckschilde walzlich, bei den 2 hinten
etwas erweitert, längs der ganzen Wurzel quer niedergedrückt,
und innerseits der Schulterbeulen nochmals der Länge nach stark
eingedrückt, daher letztere selbst als längliche Höcker merklich
hervortretend, auch die Umgebung des Schildehens durch einen
Quereindruck über die Naht hin etwas gehoben; die Seitenlappen
stark, und die Spitzen einzeln stumpf zugerundet. Die Punkti-
rung ziemlich derb, bei den S zum Theil in undeutliche Längs-
furchen eingedrückt, die Zwischenräume fein gerunzelt und mäs-
sig glänzend; die Farbe dunkel metallisch blau, die nicht punk-
irten, glänzendern Schulterbeulen manchmal ins Messinggrünliche
spielend, die Spitze der Flügeldecken breiter oder schmaler hell
‚gelbroih gesäuml; zuweilen auch noch der umgeschlagene Rand
des Seitenlappens trüb braungelb. Das Pygidium kaum punktirt,
glänzend, metallisch schwarzgrün, bei den 2 unten breit rosi-
gelb. Die Unterseite dicht und fein punktirt, dünn greishaarig,
schwarzblau, die Schulterblätter weisslich- oder röthlich - gelb,
132
meist auch die Hinterecken der Parapleuren und bei den @ noch
der Hintersaum des letzten Bauchringes röthlich-gelb. Die Vor-
derbeine nebst der Innenseite der Mittelschenkel und Schienen,
auch Wurzel und Spitze der Hinterschenkel, seltener deren ganze
Innenseite nebst den Schienenspitzen röthlich- gelb, der übrige
Theil der Beine metallisch grün.
Den Geschlechtsmerkmalen nach gehört die vorliegende Art
zu den auffallendsten der ganzen Gruppe. Bei dem d. ist das
Pygidium weit herabgezogen, gewölbt, und an dem unten wie-
der eingebogenen, elwas aufgeworfenen Rande quer abgestutzi;
der fast den ganzen Hinterleib einnehmende letzte Bauchring
halbkugelig eingedrückt, der Eindruck scharf gerandet, innen
fein punktirt und glänzend, hinten durch seinen kappenförmig
eiwas übergezogenen Hinlerrand geschlossen, in der Mille seines
Vorderrandes einen seitlich zusammengedrücklen, mit der schar-
fen Spitze nach hinten gekrümmten, weit vorspringenden Zahn
iragend, welcher fast zwischen die Hinterhüften gestellt ist, und
daher von den übrigen, stark zusammengeschobenen Bauchringen
kaum eine Spur erkennen lässt. Bei dem Q dagegen ist das
Pygidium durch eine breite und tiefe Längsfurche getheilt, deren
Saum vor dem untern Rande jederseits zu einer halbkugeligen,
stark hervorspringenden Beule anschwillt, zwischen denen und
dem Unterrande jene Längsfurche zuletzt selbst verschwindet. Es
unterliegt kaum einem Zweifel, dass bei der Copula diese Höcker
in die Bauchhöhle des g* hineintreten, und durch den in die
Längsfurche eingreifenden Zahn des letztern darin festgehalten
werden. Ausserdem zeigt der Hinterleib des 2 noch die ge-
wöhnliche halbkugelige Grube, und, wie schon bemerkt, sowohl
am Hinterrande des letztern als des Pygidiums einen auf letzterm
bis zum untern Theile der beiden Beulen vortretenden gelben
Saum, welcher dem J* fehlt, und bei dem 2 nur in äusserst
seltenen Fällen ganz vermisst wird.
In Daurien (Sedakoff! und Menetries! im Mus. Man-
nerh.; insbesondere bei Irkutzk: Runge bei Faldermann; Mus.
Petrop. und Moitsch.), und in der Mongolei (Popoff! im Mus.
Mannerh.).
94. Cr. bidentulus m. Dunkelblau, Fühlerwurzeln, Vor-
der- und Seitenrand des Halsschilds, auch die Spitze der Flügel-
decken mit den Schenkelwurzeln und der Innenseite der Vorder-
133
schienen rothgelb; das Halsschild mässig-, die Deckschilde grö-
ber punktirt. L. 13‘; Br. 1.
Dem vorhergehenden täuschend ähnlich, und deshalb mit ihm
wahrscheinlich von den russischen Sammlern vermengt, aber, wenn
mir auch nur ein einzelnes Stück vorliegt, doch unbezweifelt eine
gute Art. Grösse, Gestalt, Färbung und Farbenvertheilung im
Wesentlichen ganz wie bei dem vorhergehenden; die Abwei-
chungen aber bestehen in Folgendem. Bei ein wenig schlanke-
rem Körperbau ist die Stirn einfarbig blau und ohne Stirnflecke;
eben so das Kopfschild blau, ins Bräunliche fallend; die Mund-
theile pechbraun. Die Punktirung des Halsschilds eben so derb,
aber nicht ganz so dicht gedrängt, daher die Fläche etwas glän-
zender; die Farbe der Mittelfläche nicht ins Messinggrünliche, son-
dern ins Schwarzblaue fallend, ein schmaler Vorder- und ein
breiter Seitenrand dunkel rothgelb, sodass zugleich die Färbung
des Mittelfeldes mehr die Gestalt eines länglich-runden Flecks,
wie bei Clythra bucephala, erhält. Der Hinterrand des Hals-
schilds etwas weniger ausgeschweilt, der die Spitze der Flügel-
decken einnehmende Querfleck kleiner und dunkler; die Unter-
seite schwächer punktirt, daher glänzender, einfarbig schwarzblau,
auch die Beine schwarzblau, und nur die Schenkelwurzeln mit
der Innenseite der Schenkel und der Vorderschienen trüb roth-
gelb.
Sehr abweichend sind die Geschlechtsmerkmale der d. Das
kaum punktirte, glänzende Pygidium ist breit abgerundet, nicht
abgestuizt; der sehr breite letzte Bauchring der Länge nach tief
muldenförmig eingedrückt, die Mulde fast halbeylindrisch, nach
vorn elwas verschmälert, seitlich scharf gerandet, und dieser Rand
nahe am Vorderende jederseils in einen scharfen und spitzen,
kurz hinterwärts gerichteten Zahn auslaufend. Vor diesen Zäh-
nen bis zum Vorderrande des Ringes ist die Mulde stärker ver-
schmälert und dann kurz zugerundet, das Innere derselben isi
kaum punklirt, stark glänzend.
Aus der Umgebung des Baikalsees, ein einzelnes 9, von
Sedakoff! stammend, und mir von Siemaschko ohne Namen
mitgetheill. Das 2 bis jetzt unbekannt.
95. Cr. 4guttatus Koy. Linn. VII. 123. n. 71.
In Westsibirien einzeln bei Barnaul und Salair. (Gebler!
im Mus. Petrop. Berol. Mannerh.)
134
96. Cr. Moraei L. Linn. VIH. 123. n. 73. |
Scheint, da ihn Gebler nicht aufführt, in Westsibirien zu
fehlen; dagegen findet sich im Mus. Mannerh. ein Exemplar von
Jakutzk. Ausserdem kommt er südwärts vom Caucasus vor in
Armenien (Kolenati! im Mus. Vindob.) und auf dem Talysch
an der Persischen Gränze (Mus. Petrop.).
97. Cr. hamatus Man. Schwarz, Fühler, Schienen und
Fussglieder rostgelb, Kopf, Pygidium und Schenkel weissbunt, der
unterbrochene Vorder- und Seitenrand nebst zwei Hinterflecken
des Halsschilds, und fünf Flecke der Flügeldecken (2, 2, 1) weiss;
das Halsschild fein und zerstreut punktirt, die Deckschilde un-
ordentlich punktstreiig. L. 2—23; Br. 1134,
Die vorliegende sehr zierliche Art erinneri in der Zeich-
nung und Farbenverlheilung allerdings an manche Arten aus der
Gruppe des Cr. 6pustulatus Rossi, gehört aber ihrem ganzen
Habitus nach unverkennbar hierher, und zeigt namentlich in Scuip-
tur und Färbung eine sehr grosse Aehnlichkeit mit Cr. flavipes,
während sie durch das Ueberwiegen der gelblichen Färbung auf
Halsschild und Deckschilden manchen östlichen Varieläten des Cr.
Moraei sehr nahe kommt, und daher die beiden genannten Ar-
ten füglich mit einander verbindet. Der Kopf des schlank walzen-
förmigen, nur bei dem 2 hinterwärts etwas verbreiterten Käfers
ist sehr fein punktirt, glänzend schwarz, die Stirn flach einge-
drückt, über den Fühlern ein paar leichte Querhöcker. Jeder-
seits am obern innern Augenrande ein kurzer dreieckiger weiss-
gelber Fleck, auf der Mitte des Kopfschilds ein bei dem 2 ge-
wöhnlich geiheilter Querfleck, und eben so die Seitenfelder des
ersiern weisslich; die Mundiheile selbst schwarz. Die Fühler des
d‘ von etwas über halber Körperlänge, des @ kürzer; das 2ie
Glied kurz birnförmig, das 3te doppelt länger, verkehrt kegel-
förmig, und die beiden folgenden noch ein wenig verlängert, die
obern nur schwach erweitert und zusammengedrückt, mil kurz
dreieckigem Fortsatze des Endgliedes. Die Farbe gelb, mit schwach
röthlichem Anfluge. Das Halsschild stark kugelig gewölbt, vorn
und dann wieder nach dem Hinterrande zu abwärts gesenkt, zu-
gleich durch die sehr lief eingezogenen Vorderecken verschmä-
lert, die Seiten fein gerandet, hinter der Mitte deullich ausge-
schweift, über derselben etwas zusammengedrückt, die Hinter-
ecken breit, fast rechtwinklig, der Hinterrand jederseits weit
135
ausgeschweilt, deutlich gesägt, mit wenig vortretendem Mittel-
zipfel. Die Oberfläche vor dem Schildchen seicht quer nieder-
gedrückt, ziemlich fein und sehr zerstreut punktirt, mit spiegel-
glänzendem Grunde. Die Farbe schwarz, ein breiter, in der Mitte
schmal unterbrochener Seitenrand und ein schmaler, jederseils
abgekürzter Vorderrand, letzterer bei dem 2 auch wohl noch
unterbrochen, weissgelb, am Saume schwach ins Brandig-röthliche
fallend: eben so noch zwei, bei dem 2 schmalere eiförmige
Schrägflecke vor dem Schildchen weiss. Das Schildchen drei-
eckig, hinten abgestutzt, vorn quer niedergedrückt, sehr fein
punktirt, glänzend schwarz, an der Basis mit einem schwachen
Grübehen. Die Deckschilde schlank walzlich, bei dem © hinter-
wärts schwach erweitert, jederseits des Schildchens aufgeworfen,
längs der Basis quer niedergedrückt und innerseits der länglich-
höckerigen Schulterbeulen nochmals stärker eingedrückt, die Sei-
tenlappen lang, die Spitzen einzeln breit abgerundet. Die Ober-
fläche punkisireifig, die Streifen besonders bei dem 2 gestört
und durch überzählig eingemengte Punkte verdunkelt, manchmal
an der Wurzel und hinter den Schulterbeulen ganz unkenntlich.
Die Zwischenräume fein gerunzelt, mit mässigem Glanze. Die
Farbe schwarz, mit 5 weissgelben Flecken auf jeder Flügeldecke;
die beiden ersten länglich, aber nur klein, an der Wurzel ste-
hend, der innere längs des Schildchens, der äussere auf einer
schwachen Beule an dem die Schulterbeule begränzenden Ein-
drucke. Das 2te Paar auf der Mitte des Rückens, der äussere
ein mit seinem Vorderende die Schulterbeule umziehender und
hinter dieser sich erweiternder Schulterfieck, dem des Cr. Moraei
ähnlich, der innere ein vereinzelter grosser, von der hier ange-
deuteten Querbinde, wie bei Cr. centrimaculaltus, abgerissener
Fleck; der 5te endlich ein halbkreisförmiger, nach vorn offener,
mit beiden Enden eine Strecke längs Naht und Sceitenrand hin-
ziehender Spitzenfleck. Das Pygidium sehr fein punklirt und dünn
greishaarig, unten breit weisslich gesäumt. Auch die Unterseite
schwarz, runzlig punklirt, dünn greishaarig, die Schenkel schwarz,
ein grosser Fleck an ihrer Spitze und die Vorderhüften weiss-
lich; Schienen und Fussglieder, wie die Fühler, röthlich- gelb.
Das letzte Segment des 5 mit einer der Länge nach seicht ein-
gedrückten, glänzenden Stelle; des 2 mit einer tiefen rundlichen,
an den Seitenrändern breit niedergedrückiten Grube.
136
Aus der Mongolei (Mus. Mannerh.).
98. Cr. flavipes Fab. Linn. VII. 124. n. 76.
In Westsibirien häufig nach Gebler; auch in Östsibirien
(Sedakoff! im Mus. Mannerh.); südwärts vom Caucasus auf
dem Talysch (Mus. Petrop.), und ohne Zweifel auch in den
dazwischen liegenden Gegenden.
99. Cr. pistaciae m. Linn. VII. 124. n. 77.
Bei Brussa in Kleinasien (Goede! im Mus. Findob.).
Neunzehnte Rotte. Fühler dünn; Körper schwarz oder
metallisch, zum Theil mit gelben Zeichnungen und behaarter oder
kahler Oberseite. Halsschild punktirt, mit starken Seiteneindrük-
ken; Deckschilde (bei behaarter Oberseite) grob punklirt, oder
(bei kahler Oberseite) regelmässig und meist grob punktsireifig.
Kurze, meist breit und flach gewölbte gedrungene Arten von
überwiegend beschränkter Verbreitung, die kahlen von Europa
aus sich über West- und Nordasien verbreitend, die einzige be-
haarte Nordasien eigenthümlich. (Vergl. Linn. VII. 127. Drei-
zehnte Rotte.)
a. Oberseite behaart, Deckschilde regellos punktirt.
100. Cr. hirtipennis Fald. Blaugrün, Fühlerwurzeln und
Halsschildsecken, Hüften, Vorderschienen und Füsse gelb; das _
Halsschild und die Flügeldecken grob punktirt.
cd‘ zwei Stirnflecke und der ganze Unterkopf gelb.
2 Stirn ungefleckt, Kopfschild und Wangen schwärzlich-braun.
L. 13 — 22‘: Br. 1—12'.
Cr. hirtipennis Fald. (Col. ab ill. Bungio miss. Ill.) Men. pr. ä P’acad.
d. sc. de Petersb. II. (1835) 446. n. 89. — Or. brachialis Man. in
litt.
Der vorliegende Käfer gleicht in Grösse, Habitus und Fär-
bung dem Cr. fulcratus Grm. so auffallend, dass abgeriebene
2 von der letztgenannten Art kaum anders als durch die regel-
los punktirten Deckschilde und die gelbliche Innenseite der Vor-
derschienen zu unterscheiden sind; er kann daher auch nicht
wohl anders als in der gegenwärligen Rotle untergebracht wer-
den, in welcher er zugleich die einzige, Asien eigenthümliche
Form derselben vorstellt. Der Kopf fein aber dicht punktirt, blau-
grün, Kopfschild, Wangen und Mundtheile bei dem 9° gelb, bei
dem 2 gebräunt; bei jenem jederseits am obern innern Augen-
137
rande eine derbe, ziemlich lange gelbe Schräglinie. Die Fühler
schlank und dünn, mit bei dem g' stark in die Länge gezoge-
nen Gliedern, das 2te Glied kurz und knotig, die folgenden bis
zum 6ten stufenweise verlängert, die Farbe der untern bis zur
Mitte des 6ten schmutzig gelb. Das Halsschild kurz, mit "der
vordern Hälfte mässig übergewölbt, seitlich gerandet, die Hinter-
ecken scharf, durch einen breiten und derben Schrägeindruck
aufgebogen; der Hinterrand jederseits deutlich ausgeschweift, mit
breit ausgerandetem Mittelzipfel. Vor leizierem ein deutlicher
Quereindruck. Die Oberfläche dicht und deutlich punklirt, we-
nig glänzend, stahlblau, die Spitzen der Vorder- und Hinterecken
weisslich. Das Schildchen fast viereckig, hinterwärts kaum ver-
schmälert, quer niedergedrückt, glatt. Die Deckschilde flach walz-
lich, innerseits der stark höckerig aufgeworfenen Schulterbeulen
und wiederum über den langen Seitenlappen tief und breit ein-
gedrückt, hinten einzeln fast abgesiutzt; die Punktlirung dicht
gedrängt, noch derber wie die des Halsschilds, stellenweise zu
Längslinien aneinander gereiht, ausserdem an der Wurzel und
Spitze Ansätze zu unregelmässigen Längsfurchen bildend. Die
Farbe blaugrün, das Mitielfeld fast bis zur Wölbung hin bei einem
Stücke stark ins Schwärzlich-Violeite fallend — ohne Zweifel nur
individuell. Die Behaarung dünn und greis, schräg hinterwärts
gerichtet, oben meist abgerieben, und nur noch seitlich, beson-
ders hinterwärts und unterhalb der Wölbung bemerkbar. Das
Pygidium dicht punklirt, schwarzblau; auch die Unterseite fein
punktirt und schwarzblau, die Beine blau mit stark ins Metallisch-
Grünliche fallenden Schenkeln, die Hüften hellgelb, Vorderschie-
nen und Tarsen nebst der Innenseite der Mittelschienen schmuz-
zig gelblich mit pechbraunen Miltelfüssen. Der Hinterleib des
mit einem breit muldenflörmigen, vorn fast bis zur Mitte des er-
sten Ringes reichenden Längseindruck; des 2 mit der gewöhn-
lichen Grube.
Aus Ostsibirien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.).
Cr. hirtipennis Fald. ist von den russischen Entomologen auf sehr ver-
schiedene Käfer gedeutet worden, was Faldermann, der den Käfer nur nach
einem einzigen, ilım von Sischukin gesandten Stücke beschrieben, zum Theil
selbst veranlasst zu haben scheint (vergl. Linn. VII. 115). Indess passt die
von F. a. a. O. gegebene Beschreibung weder auf Cr. lobatus, noch auf die
einfarbig blaue Varietät des Cr. regalis; sie lässt sich vielmehr, auch wenn
die gelben Halsschildsecken sich bei einzelnen Stücken dieses blauen Cr. re-
138
galis finden sollten, wegen der gelben Hüften nur auf den vorliegenden Kä-
fer beziehen, und bezeichnet, da F. der Stirnflecke nicht gedenkt, dessen Q,
von welchem dieser Schriftsteller ein etwas dunkles Stück vor sich gehabt
zu haben scheint, da er nur die Hinterecken des Halsschilds und die Vor -
derhüften als gelb bezeichnet, aber der lichten Schienenfärbung nicht gedenkt.
Faldermann’s Exemplar war bei Irkutzk gefangen.
b. Oberseite kahl, Deckschilde punktsireifig.
401. Cr. 10punctatus L. Linn. VIN. 127. n. 79.
Bei Barnaul in Westsibirien sehr selten nach Gebler.
Ein von dort stammendes Stück habe ich nicht gesehen, aber
den Käfer ohne Bedenken aufgenommen, da eine unrichtige Be-
stimmung Gebler’s nicht wohl angenommen werden kann.
102. Cr. punctiger Pk. Linn. VII. 127. n. 81.
Ein einzelnes, sehr kleines ' mit fast verloschener Punkti-
rung des Halsschildes, sonst aber nicht abweichend, findet sich,
aus Ostsibirien von Sedakoff! geschickt, in Gr. Mannerheims
Sammlung. Von Gebler wird diese Art eben so wenig, wie
die folgende erwähnt.
103. Cr. ianthinus Schüp. Linn. VII, 127. n. 82.
Ein einzelnes, an Kopf und Halsschild wie ein 2 gezeich-
netes, sonst aber durchaus nicht verschiedenes 8, ebenfalls aus’
Ostsibirien und von Sedakoff! stammend, im Mus. Mannerh.
In Armenien (von Faldermann als Cr. megalosomus be-
schrieben).
4104. Cr. fuleratus Grm. Linn. VII. 128. n. 83.
Ueber Nord- und Westasien weit verbreitet, aber anschei-
nend überall höchst selten. Ein JS aus Syrien, im Mus. Berol,;
ein solches von Jakutzk in Ostsibirien im Mus. Mannerh.;
ein Q von Irkutzk (als Cr. elongatus Ziegl.) im Mus. Petrop.
105. Cr. flavilabris Pk. Linn. 128. n. 85.
In Sibirien ohne nähere Angabe des Fundorts (Mus. Mot-
schulsk.). Ob der von Gebler (Käf. v. Südwest-Sibir. 373.
n. 12.) als Cr. flavilabris F. aufgeführte, um Salair und Bar-
naul einzeln vorkommende Käfer zu der vorliegenden, oder der
vorbergehenden Art gehört, ist noch zu ermitteln.
Zwanzigste Rotte. Fühler dünn; Körper schwärzlich-
grün oder blau, Halsschild spiegelnd oder punklirt, meist mit
Seiteneindrücken. Deckschilde regelmässig punktstreifig. Lang
und schmal walzenförmige, an beiden Enden verschmälerte Arten
139
aus dem Norden aller drei Erdtheile, aber vorzugsweise in Asien
vertreten. (Vergl. Linnaea VII. 135. Vierzehnte Rotte.)
106. Cr. pallifrons Gyl. Linn. VII, 135. n. 9%.
Um Barnaul in Westsibirien einzeln nach Gebler; auch
in Daurien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.)
107. Cr. pumilio m. Schlank walzenförmig, vorn etwas
verschmälert, schwarzgrün, Unterkopf, Fühlerwurzeln und Vorder-
beine gelblich; das Halsschild grob punktirt, die Deckschilde fein
punkistreifig mit Sachen Zwischenräumen. L. 3— 1’; Br. 3— 3"
Dem Cr. pallifrons, noch mehr aber dem nordamerikani-
schen Cr. catarius, nahe verwandt, und von Leizlerm ausser
der etwas geringern Grösse kaum anders als durch das punk-
tirte Halsschild, den gelben Unterkopf und die mehr ins Grün-
liche als ins Bläuliche fallende Färbung der Oberseite zu unter-
scheiden; übrigens eine der kleinsten Asialischen Arten. Der
Kopf sehr flach gewölbt, mit einigen unregelmässigen Eindrücken
und schwach angedeuteter Slirnrinne, sehr fein punktirt, malt
schwarzgrün, das durch eine deulliche Querlinie von der Stirn
gesonderte lief eingezogene Kopfschild mit den Wangen hellgelb.
Die Augen nur schwach ausgerandet; die Fühler kurz, auch bei
dem Z kaum von halber Körperlänge, das 2le Glied birmförmig,
stark aufgeblasen, das 3te verkehrt kegelförmig, kaum länger,
das Ate und 5te allmählig etwas verlängert, die obern von der
Spitze des 5ten an deutlich erweitert und zusammengedrückt,
mit kurz und breit dreieckigem Forlsatze des Endgliedes. Die
Farbe der untere Glieder bis zur Mitte des 6ten dunkelgelb, der
obern schwarz; die Fühler des Q etwas kürzer, dünner und
dunkler. Das Hassschild kurz, vorn mit fast halber Länge schräg
abwärts gerichtet und stark verschmälert, hinter der Mitte seitlich
nochmals schräg zusammengedrückt und vor dem Schildchen et-
was abgeflach!, die Seiten deutlich gerandet, nach vorn zusam-
mengekrümmt; die Hinlerecken rechtwinklig, auch der Hinterand
fast grade, der Miitelzipfel kurz, aber deutlich hervoriretend,
grade abgesinizt. Die Farbe dunkler schwarzgrün, zuweilen
schwach ins Messinggelbliche spielend; die Punktirung grob aber
nicht sehr dicht, .die Oberfläche dazwischen matt seidenartig
schimmernd. Das Schildchen dreieckig mit abgerundeter Spitze,
vorn quer niedergedrückt, gleichfalls schwarzgrün. Die Deck-
schilde im Ganzen gebaut wie bei Cr. pallifrons, nur verhält-
140
nissmässig elwas breiter, daher der ganze Körper nicht so ge-
streckt, hinterwärls sich allmählig zurundend; die Deckschilde
hinter der Wurzel ansteigend, innerseits der schmalen Schulter-
beulen kaum eingedrückt, die Seitenlappen sehr schwach, die
Spitzen einzeln sehr breit zugerundet, fast abgestutzt. Die
Punktstreifen sehr regelmässig und nur hinter den Schulterbeulen
durch einige überzählig eingestreute Purkte getrübt, bei den
hinterwärts etwas feiner, bei den 2 von der Mitte ab sehr fein
und auf der Wölbung fast abgeschliffen. Die Zwischenräume
flach, fein querrunzlig, mässig glänzend, die Farbe schwarzgrün,
schwach ins Messingfarbene überspielend. Pygidium und Unter-
seite fein punktirt, schwärzlich, Vorder- und Mittelbeine gelb, bei
den @ etwas dunkler; die Hinterbeine schwärzlich. Das letzte
Segment des J* breit flach eingedrückt, des 2 mit einer halb-
. elliptischen, vorn scharf gerandeten Grube.
Aus Daurien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.).
108. Cr. confusus m. Schlank walzenförmig, vorn ver-
schmälert, schwarzblau, Unterkopf, Fühlerwurzeln und Vorderbeine
gelblich; das Halsschild kaum punktirt, spiegelglatt, die Deck-
schilde regelmässig grob punktstreifig mit vorn kielförmig erho-
benen Zwischenräumen. L. 1°; Br. 73‘.
Ob dieser, dem vorhergehenden habituell sehr ähnliche und
mit ihm in Gr Mannerheim’s Sammlung vermengte Käfer wirk-
lich dieser Rotte angehöre, lässt sich nach dem einzigen vor-
liegenden, an den Fühlern defecten Stücke nicht unbedingt
bestimmen, ist aber bei jener habituellen Uebereinstimmung, be-
sonders mit Cr. pallifrons, mehr als wahrscheinlich. Das Stück
Cein 2) ist so lang wie die längsten 2 des vorhergehenden, aber
etwas schmaler und gestireckter, in der Mitte weniger bauchig
erweitert, von ganz Halliken-artigem Ansehen. Die Farbenver-
theilung ganz wie bei jener Art; die Unterschiede bestehen in
Folgendem, Die Farbe ist schwarz, tief ins Bläuliche fallend,
besonders auf den Deckschilden; das Gelb der Fühlerwurzeln
und Beine ist lichter, klarer, und umfasst auch die Schenkelwur-
zeln, Schienenspitzen und Fussglieder der Hinterbeine, während
das Kopfschild dunkler und kaum pechbraun gefärbt ist. Der
Rücken der Deckschilde ist flacher, daher deren Wölbung hinter-
wärts weniger abfallend, die Einsenkung zwischen Halsschild und
Deckschilden weniger merklich. Das Halsschild bei schwächer
141
vortretendem Mittelzipfel doch etwas länger, die Firste schwach
aber regelmässig vorn herabgekrümmt, der Rücken seitlich nicht
zusammengedrückt, die Punktirung ziemlich dicht, aber äusserst
fein, kaum bemerkbar, daher der Glanz fast spiegelnd. Die
Punktstreifen der Deckschilde regelmässig, lief und fast furchen-
arlig eingedrückt, hinterwärts kaum schwächer; die Zwischen-
räume vorn rippenarlig erhöht, erst von der Mitte ab sich all-
mählig verbreiternd und verflachend. Alles Uebrige wie bei der
vorhergehenden Art.
Ebenfalls aus Daurien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.).
Ein und zwanzigsie Roite. Fühler sehr dünn; Körper
meist schwarz, sellener gelb, oft mit gelber oder gelb gezeich-
neter Oberseite; das Halsschild meist spiegelglatt, zuweilen punk-
tirt oder gestrichelt. Die Punkistreifen sehr regelmässig, oft
schon hinter der Mitte verschwindend. Das Grübchen auf dem
letzten Segmente des 2 meist länglich-elliplisch, nicht sehr tief
eingedrückt. Zierliche, schlank walzenförmige Arten von meist
geringer Grösse, die nord- und westasialischen sämmtlich auch
in Europa einheimisch. (Vergl. Linnaea VII. 139. Achtzehnte
Rotte.)
109. Cr. lucifer m. Schwarz, Fühlerwurzeln, Beine, Vor-
der- und Seitenrand nebst zwei Hinterflecken des Halsschildes
gelb, Flügeldecken gelb mit schwarzem Saume und schwarzer
Längsbinde; das Halsschild spiegelglatt, die Punkistreifen derb
mit flach gewölbten, glänzenden Zwischenräumen. L. 24%;
Bri41 2%
Von dem Habitus und der Färbung des Cr. Böhmii, aber
noch ein wenig breiter, und durch die ganz abweichende Sculp-
tur der vorliegenden Gruppe angehörig, übrigens eine der zier-
lichsten Arten der ganzen Galtung. Der Kopf (des 9) schwarz,
fein punktirt und längsrunzlig. Die Stirn seicht niedergedrückt,
der untere Theil des Kopfschildes eiwas eingezogen, die Mund-
theile schmutzig gelbbraun. Die Augen lang gestreckt, in der
Mitte tief ausgebuchlet, die unter ihnen liegenden Wangen hell-
gelb. Die Fühler kurz und mässig stark, das 2te Glied birn-
förmig, das 3te wenig länger, verkehrt kegelförmig, das Ate noch
etwas länger und den folgenden gleich, letztere breit erweitert
und zusammengedrückt, auch der Fortsatz des Endgliedes nur
142
kurz und breit. Das Wurzelglied dunkelgelb mit einer schwar-
zen Längslinie auf der Oberseite, die folgenden pechbräunlich
die obern vom 5ten ab ganz schwarz. Das Halsschild kurz, mit
der vordern Hälfte etwas übergebogen, hinten kaum eingesenkt,
nach vorn elwas verschmälert; die Seiten fein gerandet, wenig
zusammengekrümmt, mit scharf hervorgezogenen, durch einen
Schrägeindruck leicht aufgebogenen Hinterecken; der Hinter-
rand jederseits tief ausgeschweift, mit kurzem, breitem, doppelt
ausgerandetem Mittelzipfe. Die Oberfläche spiegelglänzend,
kaum merklich und sehr zerstreut punktirt; die Farbe schwarz,
ein zarter Vorder- und ein sehr breiter Seitenrand licht gelb,
von welchem leiztern sich bei einem Stücke eine feine unter-
brochene Querlinie längs dem dicht gesägten, fein schwarz ge-
säumten Hinterrande hinzieht; an dem letztern vor dem Schild-
chen zwei eiformige gelbe, hinterwärts zusammenstossende
Schrägflecke. Das Schildchen fast gleichseitig-dreieckig, hinten
abgerundet, vorn etwas quer niedergedrückt und mit dem 'ge-
wöhnlichen Grübchen, glänzend schwarz. Die Deckschilde kaum
breiter als das Halsschild, gestreckt walzenförmig und hinterwärts
kurz zugerundet, mit breiten, stumpfen, innerseits durch einen
deutlichen Längseindruck abgesetzten Schulterbeulen und kurzen
Seitenlappen; auch die Wurzel am Schildchen tief quer nieder-
gedrückt. Die Punkistreifen sehr regelmässig, derb und bis zur
Spitze deutlich; die Zwischenräume flach gewölbt, besonders auf
den schwarzen Längsbinden der dichtern und derbern Punkte
wegen schmaler und stärker hervorlretend, stark glänzend. Die
Farbe licht gelb, ein schmaler, auch den Seitenlappen umziehen-
der Saum längs Wurzel und Aussenrand, ein breiterer gemein-
samer Nahtsaum, und auf jeder Flügeldecke eine vorn breite,
sich hinterwärts allmählig verschmälernde und vor der Spitze
abgebrochene, aber auch hier noch vom 3ten bis zum Tien Streifen
reichende Längsbinde schwarz. Das Pygidium fein punktirt und
behaart, schmutzig gelb mit bräunlichem Saume; auch die Unter-
seite fein punktirt und greishaarig, schwarz, mit schmutzig bräun-
lichem Hinterrande des letzten Ringes, Die Beine dunkelgelb mit
lichtern Schenkelspitzen und bräunlichen Krallenhäkchen, die Hin-
terenden des Prosternums nur als kurze stumpfe Lappen bemerkbar.
Das letzte Segment des Q mit einer halb ciförmigen, hinten grade
abgeschnittenen Grube; das S' unbekannt.
143
Aus Vorderindien (von Pondichery, Perrotet! im Mus.
Deyrolle).
110. Cr. tesselatus Germ. Linn. VII. 140. n. 101.
In Ostsibirien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.), der Mon-
golei (Mus. Petrop.); auch in Transcaucasien (die var, Jucun-
dus Fald. im Mus. Motsch.; im Caucasus dieselbe mit der Stamm-
art vermischt).
111. Cr. bilineatus L. Linn. VII. 140. n. 102.
In den Ländern südwärts vom Caucasus, von wo ihn
Faldermann unter dem Namen Pachybrachys armeniacus
beschrieben hat, und zwar die Varietät mit gelbgeflecktem Hals-
schilde.
112. Cr. connexus lllig. Linn. VII. 141. n. 1093.
In Georgien (Kolenati! im Mus. Vindob.) und Klein-
asien (bei Makri, Loew!).
113. Cr. notogrammus m. Schwarz, Fühlerwurzeln, 2
kleine Stirnflecke, Vorder- und Seitenrand des Halsschilds und
die Beine gelb, die Flügeldecken gelb mit breiter schwarzer Naht-
und Mittelbinde; das Halsschild kaum punktirt, die Punkistreifen
deutlich: L. 1; Br. 25'*.
Der Varielät des Cr. pygmaeus F. mit schwarzer Längs-
binde auf den Flügeldecken täuschend ähnlich, aber nach meiner
Meinung doch eine selbstständige Art. Das einzige vorliegende
® ist nicht allein kleiner — es gleicht kaum einem kleinen 9 des
Cr. pygmaeus — sondern weicht von ihm auch ab durch den
glänzend schwarzen, kaum punktirten Kopf, welcher ausser den
trübgelben Wangen nur zwei kleine und unscheinbare verwa-
schene Stirnflecke von gleicher Farbe zeigt, durch die grössere
Breite und intensivere Färbung der schwarzen Naht- und Mittel-
binde, und durch das einfarbig schwarze Pygidium, während an-
drerseits in den Vorderwinkeln des Halsschilds das Gelb sich
soweit wie bei den lichtesien 9 des Cr. pygmaeus ausdehnt,
und auch die Beine eine gleichmässig lichte gelbe Färbung
zeigen.
Der Kopf flach, mit fein linienförmig eingedrückter Stirnrinne
und unten etwas eingezogenem Kopfschilde, äusserst fein und
zerstreut punktirt, stark lackglänzend, die Mundtheile bräunlich-
gelb, die Wangen trüb gelb, und von derselben Färbung ein klei-
ner, verwaschener Längslleck jederseils am obern innern Augen-
144
rande; bei dem bisjetzt unbekannt gebliebenen Z wahrschein-
lich die gelbe Zeichnung des Kopfes weiter ausgedehnt. Die Füh-
ler etwa von halber Körperlänge, mässig stark, das 2te Glied
eiförmig, die folgenden kegelförmig, das Ste und 4te doppelt-,
das 5te drittehalbmal länger als das 2te, alle durchscheinend
honiggelb; die obern vom 6ten an deutlich zusammengedrückt
und erweitert, schwärzlich mit angedrückter greiser Behaarung.
Die Augen langgestreckt, wenig und merklich schwächer als bei
Cr. pygmaeus ausgebuchtet. Das Halsschild kurz, mit der Hälfte
seiner Länge vorn kugelig übergewölbt, seitlich fein gerandet,
durch die eingezogenen Vorderecken verschmälert, und hinter
der Mitte des Seilenrandes eiwas zusammengedrückt, vor dem
jederseits ausgeschweiflen Hinterrande wieder eingesenkl; die
Hinterecken kurz und breit vorgezogen, der Miltelzipfel gleich-
falls kurz, breit, fast grade abgestutzt. Die Oberfläche äusserst
fein und zerstreut punklirt, spiegelglatt, schwarz; ein schmaler
Vorder- und ein breiterer Seitenrand, und durch deren Zusam-
menfliessen mit eckiger Erweiterung auch die Vorderwinkel dun-
kelgelb. Das Schildchen fast gleichseitig dreieckig, hinterwäris
etwas erhöht, gleichfalls glänzend schwarz. Die Deckschilde
längs der Wurzel etwas erhoben, nicht ganz so regelmässig wal-
zenförmig wie bei Cr. pygmaeus, vielmehr hinterwärts etwas
verschmälert und dadurch mehr dem Cr. vittula ähnlich, hinten
kurz abgerundet, die Schulterbeulen breit und flach, innerseits
durch einen schwachen dreieckigen Eindruck abgeseizt, die Sei-
tenlappen wenig bemerkbar. Die Punktsitreifen sehr regelmässig,
längs ihrer ganzen Ausdehnung deutlich, etwas stärker als bei
Cr. pygmaeus, daher auch die glänzenden Zwischenräume ei-
was mehr erhöht. Die Farbe gelb, ein schmaler Saum längs
Wurzel und Aussenrand, eine breite gemeinsame Nahtbinde, und
eine noch breitere, auf der Schulterbeule beginnende, bald sich
aber nach Innen biegende und den ganzen Raum zwischen dem
Aten und 8ten Streifen einnehmende, innerseils etwas verwa-
schen begränzte Längsbinde auf jeder Flügeldecke schwarz; alle
drei Binden erst auf der Wölbung dicht vor der Spitze abge-
brochen. Unterseite und Pygidium fein punklirt, dünn greishaa-
rig, einfarbig schwarz. Die Beine gleichmässig gelb mit kaum
lichtern Schenkelspitzen. Das letzte Segment des einzigen vor-
liegenden @ mit einer länglich-elliptischen, glänzenden Grube.
145
Aus dem nördlichen Theile von Forderindien (von Lon-
dour, Bacon! im Mus. Deyrolle).
114. Cr. minutus Fab. Linn. VII. 142. n. 110.
Durch Nordasien weit verbreitet, aber, wie es scheint, nicht
häufig. Bei Jakutzk in Ostsibirien (Mus. Mannerh.); west-
wärts am Irtisch nach Gebler, und in der Kirgisensteppe
(Mus. Motschulsky). Ob cin dem nordischen Cr. minutus
nahe stehender Käfer aus dem Mittelmeere, welcher sich durch
ein einfarbig gelbes Pygidium auszeichnet, und von dem sich ein
von Hedenborg herrührendes, von Boheman an Gr. Manner-
heim gegebenes Stück von Rhodus in der Sammlung des Letz-
tern befindet, mehr als eine blosse Yar. des minutus ist, wage
ich nicht mit Sicherheit zu entscheiden. Uebrigens kommt die
letzt erwähnte Form oder Art auch auf Creta und dem griechi-
schen Festlande (Attika) vor.
1415. Cr. heraldicus m. Gelb, Hinterbrust, Hinterleib
und ein doppelt zweiarmiger Nahtfleck nebst einem Längswisch
am Aussenrande der Deckschilde schwarz; das Halsschild spie-
gelglait, die Punktstreifen deutlich, mit flachen glänzenden Zwi-
schenräumen. L. 14; Br. 3‘,
Von dem gestreckten Bau und der Grösse des Cr. populi,
und diesem auch durch das nach hinten kaum eingesenkte Hals-
schild einigermassen verwandt, durch die eigenthümliche Farben-
vertheilung aber von allen Arten dieser Gruppe sehr abweichend.
Der Kopf flach, die Stirn zwischen den Augen wenig heraustre-
tend, das Kopfschild nur seitlich deutlich abgesetzt, mit dem un-
tern Rande eingezogen und hier fein runzlig punktirt, übrigens
wie die ganze Oberfläche des Kopfes glatt, licht gelb, nur die
langgezogenen, wenig ausgebuchteten Augen schwarz. Die Füh-
ler dünn und schlank, das 2te Glied birnförmig, das 3te stielrund
und doppelt länger, die beiden folgenden noch mehr verlängert,
und die obern dem Ö5ten gleich, kaum zusammengedrückt. Die
Farbe licht durchscheinend gelb, die obern mit rauchgrauem An-
fluge. Das Halsschild kurz, kugelig, mit der vordern Hälfte ab-
wärts gewölbt, und durch das Zusammenlaufen der fein geran-
deten, etwas gekrümmten Seiten verschmälert, die Hinterecken
kurz und hreit zugeschärlt, wenig vorgezogen, der Hinterrand
jederseits breit aber seicht ausgeschweift, deutlich gesägt, mit
kurzem, fast grade abgestutztem Mittelzipfel; die Oberfläche jeder-
IX. 10
146
seits am Schildchen etwas flachgedrückt, spiegelglatt. Die Farbe
dunkelgelb, ein schmaler Hintersaum rein schwarz. Das Schild-
chen dreieckig mit etwas gerundeten Seiten, hinten kurz abge-
stutzt und deutlich ansteigend, gelblich-braun mit dunklerm Rande.
Die Deckschilde eng an das Halsschild angeschlossen, eleichbreit
und hinten kurz zugerundet, um das Schildchen eiwas erhöht,
und hinter demselben wieder quer niedergedrückt; der Rücken
breit und flach gewölbt, die Schulterbeulen durch einen Längs-
eindruck an ihren Innenseiten deutlich gehoben, die Seitenlappen
sehr stark herabgezogen. Die Punkistreifen schr regelmässig,
hinterwärts kaum feiner. Die Zwischenräume nur flach, und erst
die seitlichen schwach gewölbt, spiegelglatt. Die Farbe dunkel-
gelb, mit einem zarten, die ganzen Flügeldecken umziehenden
‚schwarzen Saume; an diesen gelehnt liegt längs dem ganzen
Aussenrande ein an der Schulterbeule beginnender, sich hinter-
wärts bis zur Krümmung des Randes hinziehender, innerseits
verwaschen begränzter bräunlicher Wisch, und auf der Naht ein
grosser gemeinsamer schwarzer Längsfleck, welcher an seiner
schmalsten Stelle (etwas vor der Mitte des Rückens) 'jederseits
bis zum 2ten Punkistreifen reicht, sich vorn jederseits mit einem
schrägen Arme bis zum 4ten Streifen, hinterwärts mit einer
grossen rundlichen Ausbiegung bis zum 6ten Streifen ausdehnt
und hier (am Beginne der Wölbung) dem Innenrande des Längs-
wisches sehr nahe kommt. Dabei ist die Aussenseite dieses
Nahtflecks gleichfalls schlecht begränzt, ins Bräunliche fallend,
und es könnte daher wohl Stücke geben, wo dieser Nahtfleck
mit dem Randwische theilweise oder ganz zusammenfliesst, und
dadurch die Deckschilde sich überwiegend schwärzen. Pygidium,
Hinterleib und Hinterbrust fein punktirt, dünn behaart, schwarz;
Vorder- und Mittelbrust nebst Hüften und Beinen gelb mit etwas
dunklern Fussgliedern. Die Hinterenden des Prosternums kurz
und rundlich. Das letzte Segment des einzigen vorliegenden 2
mit einer länglichen, glänzenden Grube. . ö
Aus dem nördlichen Theile von YVorder-Indien (von Mas-
soorie, Bacon! im Mus. Deyrolle).
116. Cr. deficiens m. Schwarz, die Vorderhälfte der
Deckschilde und die Beine gelb; das Halsschild spiegelglatt, die
Punktstreifen hinterwärts feiner, mit flachen, schwach gerunzelten
Zwischenräumen. L. 14; Br. 2”.
147
‘Von dieser Art habe ich nur ein einzelnes und schlecht
erhaltenes Stück vor mir, und war daher anfangs zweifelhaft,
ob ich ihn überhaupt aufnehmen sollte; ich habe ihn jedoch nicht
übergehen mögen, weil die Beschaffenheit jenes Exemplars im-
mer noch hinreicht, die Art zum Wiedererkennen zu charakte-
risiren. Im Habitus gleicht sie am meisten der vorher beschrie-
benen Art, nur ist sie ein wenig grösser, besonders vorn breiter,
und zeigt ein vorn stärker zugerundetes, mehr übergebogenes
Halsschild: in der Färbung aber ist sie von allen übrigen mir
bekannten Arten gänzlich abweichend.
Der Kopf mit Fühlern und Mundtheilen fehlt dem einzigen,
mir vorliegenden Exemplare, doch lässt sich nach der Analogie
verwandter Arten und der übrigen Farbenvertheilung muthmassen,
dass er spiegelglatt und schwarz sein, und höchstens an den
Mundtheilen und Fühlerwurzeln eine lichtere Färbung zeigen
werde. Das Halsschild ist kurz und breit, vorn mit der grössern
Hälfte stark übergebogen, seitlich fein gerandet und durch die
in breiten Bogen convergirenden Seiten vorn verschmälert, die
breiten Hinterecken spitz vorgezogen, der Hinterrand jederseits
ausgeschweift, der Mittelzipfel kurz, breit, doppelt ausgerandet.
Die Oberfläche längs dem Hinterrande wieder etwas eingesenkt,
spiegelglatt, schwarz. Das Schildchen länglich - dreieckig, hinten
abgerundet und etwas ansteigend, mit dem gewöhnlichen Grüb-
chen an der Basis, gleichfalls glänzend schwarz. Die Deckschilde
reichlich doppelt länger als das Halsschild, ziemlich gleichbreit
und hinten kurz zugerundet, oben flach gewölbt und mässig zur
Spitze abfailend, längs der Wurzel schwach wulstig erhoben, die
Schulterbeulen länglich, innerseits durch einen dreieckigen Ein-
druck abgesetzt, die Seitenlappen kurz, aber deutlich. Die
Punktstreifen sehr regelmässig, vorn deutlich, hinterwärts schwä-
cher, aber doch bis zur Spitze kenntlich; die Zwischenräume
flach, mässig glänzend, und besonders die äussern fein querrunz-
lig.. Die Wurzel schmal schwarz gesäumt, dahinter die Vorder-
hälfte der Deckschilde hellgelb, die hintere wieder schwarz; die
Gränzlinie nicht ganz grade, sondern auf der Mitie jeder Flü-
geldecke hinterwärts herzförmig einschneidend. Das Pygidium
dicht und fein punklirt, dünn greishaarig, schwarz; auch die Un-
ierseite schwarz, fein punktirt und querrunzlig; die Beine mit
den Vorder- und Mittelhüften hellgelb, die Hinterhüften bräunlich,
148
die Fussglieder ziemlich breit. Die Hinterenden des Prosternums
als deutliche Dornspitzen vortretend; der letzte Bauchring des
vorliegenden S*‘ mit einem tiefen, glänzenden Quereindruck.
Aus dem nördlichen Theile von Yoorder-Indien (von Lon-
dour, Bacon im Mus. Deyrolle, auf Tannen gefangen).
417. Cr. labiatus L. Linn. VII. 144. n. 116.
In der Mongolei (Mus. Motsch.). Von Gebler wird diese
Art nicht erwähnt.
418. Cr. Wasastjernii Gyl. Linn. VII. 144. n. 118.
Von Irkutzk in Ostsibirien (Mus. Peirop.), und zwar
eine Varietät thorace subtilius striolato, sonst aber von der
Stammform nicht verschieden. Auch dieser Art wird von Gebler
nicht gedacht.
| 449. Cr. querceti Er. Linn. VII. 145. n. 122.
Ein einzelnes Exemplar vom Baikal, von Sedakoff! stam-
mend, mir vom Prof. Siemaschko mitgetheilt. Dasselbe hat
schwarze Schenkel und war deshalb früher von mir zu Cr. la-
biatus gezogen worden, gehört aber sicher hierher.
420. Cr. frontalis Mrsh. Linn. VII. 146. n. 125.
In Daurien; ein® in Gr. Mannerheim’s, ein J% in Herrn
vo. Motschulsky’s Sammlung.
Zwei und zwanzigste Rotte. Fühler sehr dünn; Kör-
per schwarz, die Flügeldecken mit vier gelben oder rothgelben
Flecken (1, 2, 1.); das Halsschild spiegelglatt, bei dem g\ vorn
gelb gerandet, die Punkistreifen sehr regelmässig. Glatte und
zierliche Arten, vorzugsweise in Afrika einheimisch; über die
ganze Mittelmeersfauna ausgebreitet, eine Art über Nordosteuropa
bis Westsibirien vordringend, eine andere, Asien ausschliesslich
eigene, diese Form in Indien vertretend. (Vergl. Linn. VII. 137.
Sechszehnte Rotte.)
421. Cr. 6pustulatus Rossi. Linn. VII. 138. n. 95.
Nach Gebler, der die Art als Cr. Sguttatus Fab. aufführt,
um Barnaul und Lowtewsk nicht selten; im Baschkirenlande
(Mus. Petrop.) und Turkomannien (Mus. Motsch.), wo auch
die Form mit-einer durch Zusammenfliessen der Mittelflecke ge-
bildeten gelben Querbinde. Südwärts vom Caucasus bei Astera-
bad in Persien (Mus. Mannerh.).
149
122. Cr. exsulans m. Schwarz, der Unterkopf und ein
unterbrochener Seitenrand nebst Mittellängsfleck des Halsschilds,
vier Flecken der Flügeldecken (1, 2, 1) und den Beinen gelb,
Pygidium und Unterseite gelbbunt; das Halsschild spiegelglatt, die
Punktstreifen fein mit flachen Zwischenräumen. L. 23‘; Br. 13°.
Von dieser, wie es scheint sehr seltenen, den Verbreitungs-
bezirk dieser eigentlich afrikanischen Gruppe bis tief in das asia-
tische Hochland erweiternden Art habe ich nur ein einziges 9 vor
mir, und es ist daher nicht zu bezweifeln, dass nach künftiger
Auffindung des J° die Beschreibung durch besiimmtere Fassung
der sexuellen, dem 2 allein angehörenden Merkmale nach Analo-
gie der verwandten Arten noch eine Veränderung erleiden müsse;
wie ich denn schon jetzt kaum daran zweille, dass die malte
Oberfläche der Deckschilde lediglich dem 2 angehört, ‘und das
d‘ ausser glänzenderen, gröber punkistreifigen Deckschilden zu-
gleich noch eine weitere Ausdehnung der gelben Färbung an Kopf,
Halsschild und Unterseite zeigen werde. An Grösse gleicht der Kä-
fer etwa einem mittelmässigen Stücke des Cr. 6pustulatus, und ist
dieser Art auch durch die licht gelbe Färbung der Flecke ähnlich;
er steht aber durch den mehr schlanken Körperbau dem Cr. anticus
näher, und entfernt sich von allen übrigen Arten der Gruppe durch
die Zeichnung des Halsschilds und die Gestalt des äussern Mittel-
flecks auf den Deckschilden, welcher nicht, wie bei jenen, mit sei-
nem Vorderende die Schulterbeule von aussen bis zum Schulterwin-
kel umschliesst. Der Kopf flach, mit stark hervortretenden Rändern
des Kopfschilds, fein und zerstreut punktirt, die Stirn der Länge
nach seicht niedergedrückt und zwischen den Fühlerwurzeln
nochmals zur Abgränzung des Kopfschilds quer eingedrückt.
Die Farbe gelb mit schmutzig bräunlicher Oberlippe; die lang-
gestreckten, breit aber seicht ausgebuchteten Augen und der
obere Theil der Stirn zwischen den obern Augenrändern schwarz.
Die Fühler von 3 der Körperlänge, dünn und schlank, das 2te
Glied verkehrt kegelfürmig, das 3le gestreckt, 2Zmal länger als
das 2te, die beiden folgenden noch etwas verlängert, die obern
dem 6ten gleich, wenig erweitert und zusammengedrückt, das
Endglied mit kurzem, schmal dreieckigem Fortsatze. Die 5 un-
tern Glieder durchscheinend honiggelb, das 6te bräunlich, die obern
schwarz. Das Halsschild ziemlich kurz, vorn mit seiner Hälfte
mässig übergewölbt und durch die tief eingezogenen Vorder-
ecken verschmälert, die Seiten fein gerandet, nach vorn im Bogen
150
zusammengeneigt, die Hinterecken breit zugespitzt, durch einen
deutlichen Schrägeindruck elwas aufgetrieben; der Hinterrand je-
derseits ausgeschweift, mit kurzem, breitem, doppelt seicht aus-
gerandetem Mittelzipfel. Die Punktirung zerstreut, kaum bemerk-
bar, daher die Oberfläche spiegelglatt; die Farbe schwarz, ein
sehr schmaler Vordersaum, ein sehr breiter, durch einen Quer-
zipfel der Grundfarbe fast in zwei ziemlich gleiche Eckflecke
gelheilter Seitenrand, und ein am Vorderrande beginnender, hin-
terwärts bis über die Mitte reichender und sich hier keilförmig
verschmälernder Längsfleck gelb. Das Schildchen kurz und sehr
breit dreieckig, hinten abgestutzi, mit wenig merklichem Hinter-
zipfel, spiegelglatt, schwarz; an der Wurzel mit einem deutlichen
Grübchen. Die Deckschilde walzenförmig, ziemlich gleich breit
und vorn breiter als das Halsschild, hinten kurz zugerundet und
bei allmählig sich abflachendem Rücken die hintere Wölbung sehr
schräg abfallend; die Schulterbeulen sehr stark hervortretend, auf
ihrer Innenseite durch einen breit dreieckigen Längseindruck ab-
gesetzt, auch die Seitenlappen lang herabgezogen; die Wurzel
jederseits des Schildchens flach niedergedrückt. Die Punktstrei-
fen sehr regelmässig, ziemlich fein, die Vorderenden und auf der
Wölbung auch die Hinterenden fast erloschen; die Zwischenräume
durch feine Querrunzeln matt, nur vorn und hinten etwas mehr
glänzend. Die Farbe schwarz, mit 4 gelben Flecken auf jeder
Flügeldecke, in der Stellung der verwandten Arten, nur der vor-
dere ein deutlicher grösserer Schrägfleck zwischen Schildchen und
Schultereindruck, durch einen zarten schwarzen Saum von der Wur-
zel selbst geirennt, und der äussere Mittelfleck mehr rundlich, ohne
den bei den verwandten Arten die Schulterbeule von aussen um-
fassenden Vorderarm. Die Färbung der Flecken licht gelb, fast
noch heller wie bei Cr. 6pustulatus. Das Pygidium fein punk-
tirt, dünn greishaarig, schwarz, mit breit gelbem Saume, Auch
die Unterseite schwarz, Hüften, Vorderzipfel des ersten und Hin-
terrand des letzten Bauchringes nebst einem verloschenen Schräg-
fleck auf den Schulterblättern, eben so auch die Beine schmutzig
röthlich-gelb. Die Hinterenden des Prosternums als kurze, aber
scharfe Spitzen bemerkbar. Das letzte Segment des vorliegen-
den @ mit einer grossen und tiefen rundlichen, am Rande lang
greis gewimperten Grube.
Vom Himalaya (Mus. Westermann).
151
Dreiundzwanzigste Rotte. Fühler lang; Körper schwarz,
Halsschild spiegelglatt, Deckschilde roth oder gelb, mit schwar-
zen Punkten und regelmässigen Punktsireifen. Gedrungene, wal-
zenförmige Arten von zum Theil weiter Verbreitung in Nord- und
Mitteleuropa, von wo aus einige in die nächstgelegenen Theile
Asiens vordringen. Eigenthümliche hierher gehörende Arten be-
sitzt dieser Erdiheil nicht. (Vergl. Linnaea VII. 135. Funfzehnte
Rotte.)
123. Cr. salicis Fab. Linn. VII. 135. n. 9.
In Kleinasien bei Brussa (Mus. Findob.).
124. Cr. bipunctatus L. Linn. VIH. 136. n. 93.
Nach Gebler mit seiner var. bipustulatus Fab. bei Bar-
naul und an andern Orlen in Westsibirien einzeln; im Basch-
kirenlande (Mus. Motsch.), und auch in Ostsibirien (Seda-
koff! im Mus. Mannerh.). Auch auf der Südseite des Cau-
casus nach Faldermann, insbesondere bei Tiflis (Kolenati im
Mus. Vindob.).
4. Pachybrachys Chevr.
(Linn. II. 1115 VIT. 138.)
Augen ausgerandet.
Fühler fadenförmig, oben zusammengedrückt.
Halsschild nach oben frei beweglich; Vorderbrust längs-
rinnig, länger als breit, hinten durch einen dreieckigen
Zipfel geschlossen, ohne Halskragen.
Schildchen vorhanden.
Erste Rotte, Fühler meist lang und dünn, Körper breiter
und flacher, oder schmaler und mehr gestreckt walzenförmig. Kopf
und Halsschild feiner, die Deckschilde vorn gröber punktirt, von
der Mitte ab unordentlich längsrippig, mit mehr oder minder deut-
lich hervortretenden Punktstreifen oder Furchen. Farbe schwarz,
mit gelben Zeichnungen. Ausschliesslich europäische, nach Nord-
und Westasien sich verbreitende Arten. (Linn. VI. 157. Vierte
Roite, und VI. 147. Zweite Rotte.)
1. P. scripticollis Fald. Linn. VIN. 147. n. 6.
Südwärts vom Caucasus nach Faldermann. Exemplare
von dorther habe ich nicht gesehen, aber den Käfer aufgenom-
152
men, da Faldermann’s Beschreibung genau auf den caucasischen,
mir als Cr. scripticollis Fald. zugegangenen Käfer zutrifft, und
daher an dessen Vorkommen auch auf der Südseite des Cauca-
sus nicht zu zweifeln ist.
2. P. hieroglyphicus Fab. Linn, VIII. 148. n. 8.
Nach Gebler in Westsibirien bei Barnaul, Lowtewsk und
am Irtisch in mehreren Abänderungen häufig; in der Kirgisen-
steppe, auch Stücke mit ganz gelber Oberseite (Mus. Motsch.),
der Mongolei (Mus. Mannerh.) und Daurien (Sedakoff! im
Mus. Mannerh.). Was Faldermann unter seinem P. histrio
aus Transcaucasien verstanden haben möge, ist bei den wider-
sprechenden, von ihm darunter zusammengebrachten Citaten nicht
aufzuklären; der von ihm selbst unter diesem Namen an Gr.
Mannerheim gegebene persische Käfer gehört zu P. fimbriolatus.
3. P. maculatus Parr. Linn. VII. 149. n. 11.
Bei Brussa in Kleinasien (Goede! im Mus. Findob.).
4. P. limbatus Men. Linn. VII. 149. n. 12.
In Kleinasien (sowohl auf dem Festlande als der Insel Le-
ros) von Loew! gesammelt; eben so von Kindermann! (bei
Amasia im alten Cappadocien) im Mus. Berol., sowohl die
gefleckte als schwarze Varietät.
% P. fimbriolatus Müll. Linn. VII. 149. n. 13.
In der Kirgisensteppe (von Hochhuth! mitgetheilt), süd-
wärts vom Caucasus in Persien (Faldermann! im Mus. Man-
nerh.).
Zweite Rotte. Fühler ziemlich lang und dünn; Körper
walzenförmig, Kopf und Halsschild dicht punktirt, Deckschilde
deutlich und ziemlich regelmässig punktstreifig. Die Farbe (der
asiatischen Arten) bleichgelb, ohne schwärzliche Zeichnungen.
Wenige Arten aus dem Gebiete zwischen dem Tigris und Indus
dem in Europa ganz mangelnden Typus des nordamerikanischen
P. abdominalis Say angehörend. (Vergl. Linn. VII. 211. Fünfte
Rotte.)
6. P. nigropunctatus Mus. Vind. Oben bleichgelb mit
dunklerm Kopfe und Halsschilde, unten schwarz, Schulterblälter,
Beine und Bauchrand bleichgelb; das Halsschild derb punktirt,
die Deckschilde unordentlich punktstreifig mit ziemlich glänzen-
den Zwischenräumen. L. 14—13; Br. 3— 2‘.
153
Dem folgenden, bekanntern Käfer nicht unähnlich, aber etwas
grösser, lichter gelb, viel schwächer punktirt, Kopf und Hals-
schild deutlich röthlich-gelb; noch näher ist er dem oben ge-
nannten P. abdominalis Say verwandt, und auch von diesem
hauptsächlich nur an der nicht kerbstreifigen Punktirung der Deck-
schilde zu unterscheiden. Der Kopf flach, mit schmaler aber lan-
ger Stirnrinne und tief ausgerandeten Augen; die Oberfläche zer-
streut aber derb punklirt, daher wenig glänzend, röthlich- gelb;
Stirnrinne und ein Fleckchen über jeder Fühlerwurzel verwaschen
bräunlich, bei einem vorliegenden 2 stärker und breiter geschwärzt,
auch die Flecken über den Fühlern schräg aufwärts bis zu dem
Längswische auf der Slirnrinne vergrössert. Die Mundtheile schmuz-
zig gelblich. Die Fühler von halber Körperlänge, dünn und
schlank, das 2te Glied kurz verkehrt kegelförmig, das 3te dop-
pelt und das 4te fast dreimal länger, die folgenden bis zum Tien
noch etwas zunehmend; die obern wieder mehr dem 6ten gleich,
wenig erweitert und zusammengedrückt, mit lang kegelförmigem,
innerseits durch einen tiefen Einschnitt abgesetztem Fortsatze des
Endgliedes. Die untern Glieder gelb, das 5te bis Tte bräunlich
mit lichterm Unterende, die obern schwarz mit greiser Behaa-
rung. Das Halsschild kurz, breit- und besonders hinten abge-
flacht walzenförmig, doch hier nur wenig bemerkbar quer nie-
dergedrückt, vorn durch die tief eingezogenen Vorderecken ver-
schmälert; die Seiten fast gerade, die Hinterwinkel stumpf, und
der Hinterrand jederseits wenig geschwungen, nur durch die ihn
nicht ganz erreichende Punktirung schwach erhöht, der durch
eine feine Querlinie abgesonderte Mittelzipfel wenig bemerkbar.
Die Oberfläche derb und ziemlich dicht punktirt, nur der schmale
Vorder- und Hinterrand ohne alle Punkte, daher etwas empor-
gehoben, auch lichter gefärbt als die übrige deutlich rothgelbe,
wenig glänzende Oberfläche. Das Schildchen fast viereckig, hin-
terwärts wenig verschmälert, stark ansteigend, grade abgeschnit-
ten, mit deutlichem, flach niederliegendem Hinterzipfel. Die Farbe
bleichgelb mit dunklerm Rande. Die Deckschilde gestreckt wal-
zenförmig, hinten kurz zugerundet, hinter dem Schildchen der
Länge nach seicht eingedrückt, der Wurzelrand nur schwach
kantig erhöht, mit breiten wenig hervortretenden Schulterbeulen
und kurzen Seitenlappen. Die Punktstreifen ziemlich regelmässig,
durch tief eingestochene aber nicht dicht gedrängie, daher auch
154
keine Furchen eindrückende Punkte gebildet, auf der vordern
Hälfte etwas unordentlich wellig, durch überzählige Punkte ge-
stört und stellenweise verdoppelt, je weiter hinterwärts, desto
regelmässiger und zugleich feiner, die Spitze fast ohne Punkte.
Die Zwischenräume vorn stärker und hinterwärts schwächer ge-
wölbt, ziemlich glänzend; die Farbe bleichgelb, das Innere der
eingestochenen Punkte schwarz. Das Pygidium äusserst fein runz-
lig punktirt, dünn greishaarig, gleichfalls bleichgelb. Auch die
Unterseite fein runzlig punktirt, dünn behaart, schwarz; die Schul-
terblätter, die Seiten der Bauchringe und die Hinterhälfte des letz-
ten Ringes bleichgelb; die Beine röthlich-gelb, Wurzel und Spitze
der Schenkel verwaschen lichter. Die Vorderschenkel mässig
verdickt und die Schienen nur schwach gebogen. Das letzte
Segment des J* seicht quer niedergedrückt, des @ mit einer
kleinen, auch nicht tiefen kreisförmigen Grube.
Von Schiras (Mus. YVindob.) und Bagdad (Mus. Franc.).
Aus dem Pariser Museum erhielt ich die hier beschriebene
Art als Cr. glycyrrhizae Ol., und die folgende als Cr. gale-
gae Cat. Mus. zur Ansicht; die von Olivier selbst herrühren-
den Stücke seines Cr. glycyrrhizae im Mus. Berol. gehören
jedoch bestimmt zu der folgenden Art.
7. P. glyeyrrhizae Oliv. Greisgelb, Hinterbrust und
Vorderbauch schwärzlich; das Halsschild dicht und sehr grob
punktirt, die Deckschilde grob gefurcht kerbstreifig mit glänzen-
den Zwischenräumen. L. 13‘; Br. 3°. |
Cryptocephalus glycyrrhizae Ol. Ent. VI. 838. n. 92. tab. VII, fig. 120!
Merklich kleiner als der vorhergehende, schlanker, und durch
Färbung und Punktirung von ihm verschieden, in der Sculptur
der Deckschilde fast ganz mit P. abdominalis übereinkommend.
Der Kopf flach, mit tief eingedrückter Stirnrinne, oben zerstreu-
ter- unterwärts dicht grob punktirt und dadurch auch die obere
Begränzung des Kopfschildes unkenntlich, die grossen Augen
etwas unter der Mitie tief ausgebuchtet. Die Farbe schmutzig
greisgelb mit dunklerm Innern der Stirnrinne. Die Fühler schlank
und dünn, gelb, das Wurzelglied mit einem schwärzlichen Längs-
fleck; Jie obern Glieder deutlich zusammengedrückt, etwas er-
weitert, mit rauchgrauem Anfluge. Das Halsschild. walzlich, mit
fast grader, vorn und hinten wenig herabgekrümmter Mittelfirste,
nach vorn hin wenig verschmälert, längs dem Hinterrande kaum
155
quer niedergedrückt. Die Seitenränder grade, schräg nach vorn
herablaufend, kaum aufgeschlagen, die Hinterecken stumpfwinklig,
scharf, der Hinterrand seitlich nur wenig ausgeschweift, mit
schwach vortretendem, stumpf zugerundetem Mittelzipfel. Die
Oberfläche grob und ziemlich dicht punktirt, die Punkte den Hin-
terrand nicht ganz erreichend, daher letzterer als eine schmale,
stumpfe, hinterwärts durch die gewöhnliche feine Querlinie dieser
Gattung begränzte Querrippe etwas erhöht hervortritt. Die Farbe
knochengelb, zuweilen etwas ins Röthliche fallend, das Innere
der Punkte schmutzig braun, der Zwischengrund ziemlich glän-
zend. Das Schildehen schräg aufsteigend, viereckig, hinterwärts
etwas verschmälert, der abgesetzte dreieckige Hinterzipfel fach
niedergelegt; die Farbe glänzend knochengelb. Die Deckschilde
gestreckt walzenförmig mit etwas abgeflachtem Rücken, hinter-
wärts wenig verengt, die Spitzen einzeln schräg nach aussen
zugerundet, der Wurzelrand durch einen zwischen Schildchen
und Schulterbeule liegenden Quereindruck leistenförmig erhöht
und mit der breiten, flachen Schulterbeule zusammenfliessend,
die Seitenlappen wenig bemerkbar. Die Punkistreifen regelmäs-
sig, ausser dem gewöhnlichen abgekürzten Nahtstreifen auch der
erste bald hinter jenem abgerissen und dadurch der 2tie etwas
nach innen gebogen; die Punkte schon vor der Mitte so dicht
an einander gereiht, dass in die Oberfläche furchenartige Längs-
linien eingedrückt und die einfachen Punktstreifen in Kerbstrei-
fen umgewandelt werden, zwischen denen die Zwischenräume
als gewölbte Rippen sich erheben; letztere sehr fein querrunz-
lig, glänzend, hier und da, besonders vor der Spitze, mit ver-
einzelten groben Punkten besetzt; der Randstreifen noch den
äussern Theil der Schulterbeule umziehend. Die Farbe schmuz-
zig greisgelb oder knochengelb, das Innere der Punkte auch hier
geschwärzt. Das Pygidium fein und dicht punktirt, licht gelblich,
mit feinen greisen Seidenhärchen besetzt. Die Unterseite schwarz,
die Seiten der Vorderbrust, Schulterblätter, Hüften, Seiten der
Bauchringe und der letzte Ring, einmal auch der ganze Hinter-
leib nebst den Beinen schmutzig gelb; Brust und Bauch fein
aber dicht greishaarig. Das letzte Segment des 9 flach nieder-
gedrückt, in der Mitte glänzend; das @ kenne ich nicht.
Von Bagdad (Mus. Franc., Olivier! im Mus. Berol.).
156
Dritte Rotte. Fühler kurz und dünn, oben zusammenge-
drückt. Körper schmal walzenförmig; die ganze Oberfläche dicht
siebartig punktirt. Farbe oben schmutzig greis, ohne bestimmte
Zeichnungen, unten schwarz. Gleichfalls eine nordamerikanische,
in Europa fehlende Form. «(Vergl. Linn. VI. 221. Sechste Rotte.)
8. P. vermicularis Moisch, Lang walzenförmig, oben
greisgelb mit schwärzlichen Längswischen, unten schwarz mit
bräunlich gesäumten Bauchringen; das Halsschild deutlich-, die
Deckschilde dicht siebartig punktirt. L. 24°; Br. 125°.
Auch dieser Käfer zeigt auf den ersten Blick ein so fremd-
arliges Ansehen, dass man darin eher eine nordamerikanische,
als eine der alten Welt angehörende Art vermuthen sollte, ohne
dass ich jedoch, da eine ähnliche, fast noch mehr walzenförmige
Art auch in Aegypten vorkommt, die Vaterlandsangabe geradezu
in Zweifel ziehen möchte. Die eigentliche Heimath bleibt jedoch
noch spätern Nachforschungen zu ermitteln. Der Kopf des mir
nur in einem einzigen Exemplare vorliegenden Käfers ist gross,
vorn grade abgeschnitten, dicht punktirt, die Augen weit ge-
trennt, unterwärts etwas verschmälert, breit stumpfwinklig aus-
gebuchtet; die Farbe schmutzig greisgelb, durch den schwarzen
Grund der Punkte noch trüber, und die Fühlerhöcker fast schwärz-
lich, mit verwaschener, unregelmässiger Begränzung. Die Mund-
theile gelblich. Die Fühler (des 9) kurz, fadenförmig, nur die
9 obern Glieder etwas erweitert und zusammengedrückt, eben-
falls trübgelb mit gebräunter Oberseite des kurzen, dick aufge-
triebenen Wurzelgliedes. Das Halsschild mässig lang, aber breit
gewölbt, längs des ganzen Hinterrandes eingedrückt und dadurch
die Mitte, besonders seitlich, wulstig erhöht, die Seiten fein ge-
randet, nach den spitzen Vorderecken zu schräg abwärts gerich-
tet, die stumpfwinkligen Hinterecken abgerundet, der Hinterrand
fast grade, nur vor dem Schildchen schwach erweitert. Die
Oberfläche dicht und ziemlich grob runzlig punktirt, auf der Mitte
eine erhöhte, gleichfalls punktirte Kiellinie. Die Farbe schmutzig
greisgelb, durch das geschwärzte Innere der Punkte stellenweise
ungleich verdunkelt. Das Schildchen viereckig, doppelt breiter
als lang, fein punktirt, schmutzig knochengelb, der abgesetzte
Hinterzipfel wenig bemerkbar. Die Deckschilde breit, flach ge-
wölbt, hinter der scharfen Wurzelleiste furchenarlig quer nieder-
gedrückt; die Schulterbeulen länglich, die Seitenlappen lang her-
157
abgezogen, die Spitzen einzeln sehr breit zugerundet. Die Ober-
fläche gleichmässig und ziemlich dicht siebartig punktirt, die
Punkte erst auf der Wölbung etwas feiner und sparsamer,
schwache Spuren unregelmässiger Längslinien zeigend, aber ohne
alle Andeutung von Furchen, ein ziemlich breiter lichterer Saum
über dem Randstreifen fast ohne alle Punktirung. Die Farbe
greisgelb, durch das geschwärzte Innere der Punkte auch hier
wie angeschmutzt, auf der Wölbung je ein unscheinbarer schwärz-
licher Wisch, und eine ähnliche Längslinie hinter der Mitte; die
Zwischenräume der Punkte fein narbig gerunzelt. Das Pygidium
punktirt, schwarz mit verwaschen gelblichem Saume. Die Unter-
seite gleichfalls fein punktirt, dünn greishaarig, schwarz; Schul-
terblätter, Hüften und Hintersäume aller Bauchringe bräunlich-
‚gelb. Auch die Beine gelb mit weisslichen Schenkelspitzen, die
Schenkel dick aufgetrieben, Vorderschienen stark gekrümmt, auch
die mittlern mit einer schwach angedeuteten Krümmung. Die
Vorderhüften weiss gefleckt. Das letzte Segment des einzigen
vorliegenden 2 mit einer flachen, halbkreisförmigen Grube.
Im Museum Motschulsky ist das südöstliche Russland als
Vaterland dieses Käfers angegeben. Europäisch ist derselbe ge-
wiss nicht, vielmehr ohne Zweifel asiatischen Ursprungs, wenn-
gleich das Wiederauffinden der speciellen Heimath spätern Er-
mittelungen vorbehalten bleiben muss.
5. Stylosomus m.
(Linn. III. 146.)
Augen eiförmig.
Fühler fadenförmig, oben zusammengedrückt.
Rückentheile oben zusammenschliessend ; Vorderbrust
flach.
Schildchen nicht sichtbar.
1. St. erythrocephalus m. Feinhaarig, strohgelb, Kopf
und Halsschild röthlich, eine hinten abgekürzte und daselbst je-
derseits fleckenartig erweiterte Nahtbinde schwarz; die Deck-
schilde fein punktstreifig. L. 3—1'; Br. 2— 2“,
St. erythrocephalus Sufr. Linn. VIII. 151. (unter St. tamaricis erwähnt).
Dem bekannten St. tamaricis bei oberflächlicher Betrach-
tung zum Verwechseln ähnlich, aber doch nach meiner Meinung
158
eine gute Art. Er ist bei im Ganzen gleichem Habitus schmaler,
gestreckter, hinterwärts weniger verbreitert, oberseits etwas mehr
abgeflacht, die Behaarung feiner und dünner, daher die Ober-
fläche glänzender, die Zwischenräume schmaler, mehr linienför-
mig emporgehoben. Kopf und Halsschild dunkel rostroth, letzte-
res nur zuweilen längs dem Hinterrande etwas lichter. Während
jedoch auf diese Weise die schwarze Färbung, welche St. ta-
maricis am Kopfe zeigt, hier gänzlich zurücktritt, tritt dieselbe
auf den Deckschilden um so stärker hervor. Die letztern zeigen
nämlich eine breite, hinterwärts nicht verschmälerte, aber auf der
Wölbung plötzlich abbrechende und sich nur als ein zarter Naht-
saum fortsetzende schwarze Nahtbinde, an welche sich die bei
St. tamaricis nur zuweilen vorkommenden, hier aber stets vor-
handenen Seitenflecken vor der Wölbung jederseils so eng an-
schliessen, dass dadurch eine an den Seitenrändern der Deck-
schilde sich wieder erweiternde Querbinde gebildet wird. Aus-
serdem zeigt die Schulterbeule gewöhnlich noch einen schwärz-
lichen Längsfleck. Bei schwächer ausgefärbten Stücken ist die
ganze Zeichnung matter, mehr verloschen bräunlich, aber stets
in derselben Weise vorhanden.
In Mesopotamien von Helfer gesammelt, und mir aus dem
Mus. Berol. und Mannerh. (von Kolenati mitgetheilt) zum Ver-
gleiche zugekommen.
Unbekannt geblieben sind mir folgende, von den Schrift-
stellern erwähnte Arten.
I. Cr. dentipes Fab. ‚‚Aeneus cupro-nitidus, femoribus
posticis dentatis. Habitat Tranquebariae. Mus. D. de Sehestedt.‘“
Fab. Syst. Eleuth. II. 47. n. 88.
Der Käfer ist gewiss kein Cryptocephalus: in der Fabric.
Sammlung fehlt derselbe, und es wird daher eine sichere Aus-
kunft über ihn nur aus der K. Sammlung in Copenhagen zu
erlangen sein. i
I. Cr. Lundii Fab. ,‚‚Supra testaceus, oculis atris.
Habitat Tranquebariae. Mus. D. de Sehestedt.
Statura praecedentium (Cr. congesti, ornali ete.). Caput, tho-
rax, elytra laevia, glabra, testacea, immaculala, oculis Solis ni-
gris. Corpus nigrum, mox testaceum.“ |
Fab. Ent. Syst. Suppl. 107. n. 54. 55. Syst. Eleuth. II. 48. n. 42.
159
Ich möchte diesen Käfer, besonders wegen des allerdings
etwas unklaren Schlusses der Beschreibung, für die einfarbig gelbe
Varietät des oben beschriebenen Cr. indicus Reiche halten, wage
aber darüber nichts Sicheres zu entscheiden.
I. Cr. Vahlii Fab. „Rufus, thorace maculis duabus atris,
elytris atris, fascia punctoque rufis.
Habitat in India orientali. Dom. Daldorff. Mus. Dom. Lund.
Medius. Caput rufum, oculis cinereis. Thorax glaber, rn-
fus, nitidus, maculis duabus magnis, oblongis, atris. Elytra sub-
tilissime punctato-striata atra, fascia media rufa, quae ad suturam
extenditur. Versus apicem punctum parvum, rufum. Corpus rufum.“
Fab. Ent, Syst. Suppl. 108. n. 54—55. Syst. Eleuth. II. 48. n. 44.
IV. Cr. Spengleri Fab. ‚Thorace rufo, nitido, puncltis
duobus nigris, elytris testaceis, macula poslice cyanea.
Habitat Tranquebariae. Dom. Daldorff. Mus. de Sehestedt.
Statura praecedentium (C. colorali, pustulati, Vahlii), An-
iennae nigrae basi rufae. Caput rufum, orbita oculorum nigra.
Thorax rufus nitidus, punclis duobus dorsalibus atris. Elytra
laevia, testacea, macula postica cyanea. Corpus obscurum pedi-
bus testaceis.“
Fab. Ent. Syst. Suppl. 109, n. 81—82. Syst. Eleuth. II, 56. n. SI,
Diese und die vorhergehenden Arten halte ich für Varie-
täten des vielgestalligen Cr. parasiticus m., dessen var. y. dem
Cr. Spengleri, var. d. dem Cr. Vahlii entsprechen würde. In
Fabricius Sammlung sind beide eben so wenig wie Cr. Lundii
vorhanden.
V. Cr. latimanus Oliv. ,Testaceus, elytris punclalis,
tibiis anticis compressis.
Parvus, cylindricus. Antennae testaceae, apice fuscae. Ca-
put punctulatum, testaceum labio flavo. Thorax punctulatus, testa-
ceus, margine pallidiore. Elytra punctata testacea. Corpus testa-
ceum. Tibiae anlice compressae.
Il se trouve au Bengale.“
Oliv. Ent. VI. 825. n. 70. tab. VI. fig. 100.
Nach Beschreibung und Abbildung scheint es keinem Zwei-
fel-zu unterliegen, dass die genannte Art in die nächste Ver-
wandtschaft des Cr. pini gehören werde.
VI. Cr. Lundii Oliv. „Supra testaceus, infra nigro-brun-
neus, antennis nigris.
160
‘'Parvus. Antennae nigrae, arliculo primo rufescente. Caput
testaceum oculis nigris. Thorax testaceus laevis nitidus. Elytra
vix punctato-striata testacea nitida. Corpus nigro-brunneum, ab-
dominis apice femorumque basi rufescente.
Il se trouve aux Indes orienlales. Du Cabinet de M. Bron-
gniart.‘“
Oliv. Ent. VI. 827. n. 73. tab. VI. fig. 103.
Olivier eitirt den gleichnamigen Fabricischen Käfer nur mit
einem ?, und zweifelt daher selbst an der Identität beider Thiere.
Mir scheint dieser Zweifel wohlbegründet, und ich halte die von
Olivier beschriebene Art für eine mir unbekannte aus der Roite
des Cr. parasiticus, und dem letiziern nahe verwandt.
VU. Cr. decorus Oliv. „Nigro-aeneus, capite thorace
pedibusque rufis.
Parvus. Antennae desunt. Caput rufum, oculis nigris. Tho-
rax rufus laevis nilidus. Elytra vix punctato-siriata nigro-aenea
nitida. Corpus nigrum pedibus rufis. '
Il se trouve aux Indes orientales. Du Cabinet de M. Bron-
gniart.‘“
Oliv. Ent. VI. 828 n. 74. tab. VII. fie. 104.
Die beigefügte französische Beschreibung giebt noch an, dass
das Schildchen schwarz sei, und bezeichnet die Punktstreifen als
nur längs dem Aussenrande bemerkbar. Ueber die Stellung der
Art vermag ich bei der ungenügenden Beschreibung eine Ver-
muthung nicht auszusprechen; die Figur zeigt einen kleinen Kä-
fer mit blauen Deckschilden, von dem Habitus eines Monachus;
sie kann aber auf den Ruhm der Genauigkeit schon deshalb kei-
nen Anspruch machen, weil in ihr, dem beschriebenen Stücke nicht
entsprechend, das Thier mit Fühlern dargestelit worden ist.
VII. Cr. atomarius Gebl. ‚Thorace brevi, elylris pun-
ctatis, supra pallidus nigro-irroratus. Long. 24; lat. 3‘.
Unicum specimen in Peucedano paniculato montis Arka-ul m.
Majo legit D. Meyer.“
Gebl. in Ledeb. Reise 11. 2. 201. n. 2.
Der Autor hat diese Art später stillschweigend wieder fallen
lassen, und es unterliegt wegen des in der ausführlichern Be-
schreibung angegebenen thorax margine postice reflexo
keinem Zweifel, dass darunter ein Pachybrachys verstanden sei.
Wahrscheinlich ist der Käfer nur eine Varielät des P. hierogly-
161
phicus F., zu welchem auch der von Gebler a. a. 0. S. 205.
n. 17. aufgeführte Cr. Aistrio als Form gehört.
IX. Cr. trivittatus Gebl. „Supra niger, thoracis mar-
gine elytrisque flavis, his subtiliter punctato-striatis, vitta laterali
alteraque communi suturali basi didyma nigris. Long. 13—2'”;
lat. 2—1'.
Nitidus, subtus sparsim albido-pilosus. Caput retractum pun-
ctulatum, punctis 2 verlicis, 2 infra inserlionem antennarum, la-
broque flavis. Antennae dimidio corpore longiores, articulis pri-
mis 5 flavis, caeteris nigris. Thorax conicus, lateribus deflexus,
postice bisinuatus, supra valde convexus, dense punctatus, mar-.
gine antico, laterali, et angulis posticis flavis. Scutellum laeve.
Elytra thorace paulo latiora et triplo fere longiora, supra con-
vexa, humero et margine antico prominulis, subtiliter punctato-
striatis, interstitiis profunde punctalis, vitta lata medio dilatata, a
basi humeri ad apicem fere producla, alteraque suturali communi
antice utrinque arcuala nigris. Corpus subtus dense punctulatum,
pedes breves validi nigri, femoribus subtus et apice tibiisque fla-
vis. Duo specimina, alterum prope Barnaul, alterum in montibus
altaicis capta. Cr. vittato et wawario affinis, at colore, magnitu-
dine, punctura etc. satis differt.“
Gebl. in Ledeb. Reise II. 2. 209. n. 39.
Später (Käf. Südwest-Sibiriens. 381. n. 32) hat der Autor
die Diagnose in folgender Weise erweitert:
„Niger nitidus, thorace fornicato punctato, elytris profunde
striato-puncialis, interslitiis vage punclalis, illo margine anlico ei
laterali, antennis basi, tibiis elytrisque flavis, his utrinque siria
lata terliaque suturali antice didyma nigris.“
und setzt dem noch hinzu:
„Dem Cr. vittatus sehr ähnlich, aber, ausser der Zeichnung,
durch stärkere Punktur des Halsschildes und der Flügeldecken
verschieden.“
Die Art scheint jedoch dem nur in der erstern Beschreibung
gedachten Cr. wawarius (= vittula m.) ungleich näher als dem
Cr. vittatus zu stehen, und hiernach im Systeme auch ihre Stelle
erhalten zu müssen.
X. Cr. Wydleri Fald. ,‚Totus anihracinus, supra glaber
nitidus antennarum basi capite pedibusque testaceis, femoribus
IX. 11
162
posticis externe nigro-plagiatis; thorace gibbo polito; elytris abs-
que ordine disperse punclatis. Long. 23‘; lat. 12“.
Statura fere Crypt. nitenli Fab. proximus, tamen brevior ei
latior, aliisque nolis facile dignoseitur.
Caput valde retractum, totum testaceum subnitidum, obsolete
variolosum et subtiliter remote punctatum, fronie inaequali, in
medio canalicula brevi sed profunda notata. Oculi reniformes,
vix prominuli, nigri. Antennae validiusculae, dimidio corpore paulo
iongiores, articulis quatuor baseos testaceis, nilidis, subglabris,
subsequentibus nigris opacis, griseo-pubescentibus, et setulis rigi-
dis nigris parce adspersis. Thorax brevissimus, vel longitudine
plus triplo latior, basi utrinque late nec profunde sinuatus, lobo
medio obtuse rotundato fere truncato, concinne -crenato-margi-
nato; lateribus modice rotundatis, aequaliter late reflexis, antror-
sum valde decumbentibus; apice truncatus, tenuissime marginatus,
margine ipso ferrugineo; supra valde convexus, atro-violaceus,
nitidus, politus, vero sub oculo acute armato minutissime ubi-
que disperse punctulatus, foveolis aliquot detritis in latere utrin-
que leviter impressus. Scutellum triangulare, paulo elongatum,
atro-violaceum, politum, nitidum, modice convexum, postice non-
nihil adscendens, apice ipso truncato. Elytra thoracis basi ae-
qualia, lateribus reflexo-marginata, pone humeros lobato-dilatata,
dein nonnihil constricta, et apicem versus iterum gradatim dila-
tata, apice singulaiim obtuse rotundata et parum dehiscentia, su-
pra valde convexa, atro-violacea, nitida, glabra, obsolete remote
grosse punctata nec non evidenter rugosa, punctis interdum sub-
seriatim collocatis; intra basin uirinque late et sat profunde im-
pressa, latere pone humerum tenuiter compressa, humeris valde
elevatis, politis; margine laterali antico ferrugineo. Corpus sub-
tus totum atro-violaceum subopacum, subtilissime alutaceum, vage
at coneinne punclatum, parce pubescens, pectore valde producto,
ventre tenuissime transversim striolato, in femina segmento ul-
timo ventris in medio late et profunde excavato. Pedes brevius-
culi, validi, testacei, femoribus valde compressis, posticis externe
nigro-plagiatis, tibiis tarsisque pilosis.
Mas dimidio minor, praesertim angustior in elytris; antennis
longitudine corporis, tenuioribus et densius pubescentibus, capite
magis producto, lurido-testaceo, verlice anguste nigro-marginato;
ihorax magis longior, anlice angustior, ei angulis anticis cum
163
margine antico flavis; elytra crebrius, fortius et magis absque
ordine punctata, margine laterali anlico concinnius testaceo, femo-
ribus tenuioribus nee non parum longioribus, quatuor posterio-
ribus externe anguste nigro-picea signatis, segmento ullimo ven-
trali integro, baud impresso.“
Falderm, Fauna transcauc. 11. 388. n. 566.
In Armenien. Die trotz ihrer Ausführlichkeit sehr allge-
mein gehaltene und (wie auch die der folgenden Art) im Ori-
ginaltexte durch viele Druckfehler entstellte Beschreibung lässt
sich sowohl auf Cr. flavipes, als auf Cr. pistaciae m. und eine
Varietät des Cr. 4pustulatus Gyl. deuten. Ich wage. deshalb
lieber gar keine Deutung, und bemerke nur, dass auch auf den
Color atro-violaceus der Beschreibung kein Werth zu legen ist,
da der Autor auch seinem (als Var. zu Cr. tesselatus Grm.
gehörenden) Cr. jucundus eine gleiche Farbe beilegt,
XI. Cr. rusticus Fald, „‚Breviter ovatus, laete viridi-
coeruleus nitidus; capite toto lurido-testaceo, macula verticali
parva triangulari viridi-aenea signato, antennarum basi ferruginea
thorace aeneo micante, rude crebre punciato, utrinque rugoso;
elytris concinne profunde punclato-strialis, apice singulatim rolun-
datis, interstitiis minute dense punctulato-rugosis.
Long. 13‘; lat. 4”. |
Praecedente (Cr. megalosomo Fald. = ianthino Germ.)
minor, sed slatura simillimus, modo signalura capilis et elytrorum
‘ punciura majore praecipue diversus,
Caput evidenter producium, ubique obsolete exaralo-puncla-
tum, totum lurido-iestaceum opacum, vertice macula triangulari
punetoque parvo inter antennas utrinque viridi-aeneis nitidis si-
gnatum; praeterea verlice canalicula longitudinali obsoleta instru-
clum. Antennae dimidio corpore non longiores, tenues, parce
pubescentes, nigrae, opacae, exirorsum nonnihil incrassatae, ar-
\culis quaiuor baseos ferrugineis glabris nitidis, vero articulo
basali primo supra mäcula viridi-aenea notato.. Oculi modice
prominuli, sublunati, luridi; ore ferrugineo. Thorax longitudine
plus duplo latior, viridi-aeneus nitidus, basi utrinque sat profunde
emarginatus, lobo medii magno, rolundato, laleribus reclis, non
rotundatis, angusie reflexo-marginatus, dorso ante medium valde
fornicato, postice parum depresso; undique grosse et confertim
punclatus, latera versus obsolete rugosus, intra basin ante scutellum
164
foveolis duabus parvis obsoletis oblique impressus. Scutellum trian-
gulare, parum elongatum, apice acuminalum, supra nonnihil con-
vexum laeve, obscure viride, nilidum, postice valde adscendens.
Elytra thoracis basi haud latiora, sed mox pone basin lobo lato
dependente dilatata, dein apicem versus sensim angustalta, apice
dehiscentia, singulaiim obluse rotundata, fere truncala et anum
non tegentia, supra convexa, confertim et rude punctato- siriata,
interstitiis subtilissime at dense punciulalis subrugulosis; laete satu-
rate viridi-coerulea, nilida, glubra; pone humerum parum coarc-
tata,| basi ipsa Iransversim pulvinala ibique utrinque leviter impressa, _
sutura ad apicem scutelli valde elevata; callo humerali concinne
elevato, rotundato et magis nilido. Corpus subtus atro-coeruleum,
nitidum, ubique crebre puncialum et rugosum, parum nilidum, -
glabrum, pectoris lateribus dense at minute granulatis, segmento
anali integro; pygidium sat productum, modice convexum, crebre
evidenter punctatum, viridi-coeruleum, subnilidum, margine valde
elevato cinctum. Pedes robusti, breviusculi; femoribus incrassa-
tis, viridi-aeneis, nilidis, remote ei valde obsolete punctulatis
glabris, tibiis tarsisque obscure altro-violaceis, parce pube-
scentibus.““
Falderm. Faun, transcauc, II. 395. (lege 392) n. 568,
Ebenfalls in Armenien.
Ich habe bereits in der Linnaea VII. 125 n. 82. die Ver-
muthung ausgesprochen, dass das von Faldermann a. a. 0. 390.
n. 567. beschriebene vermeintliche 9 seines Cr. megalosomus
(= ianthinus Germ.) ‚‚segmento ultimo ventrali obsoletius
excavato‘‘ auch nur ein Q mit schwächer ausgebildeter Bauch-
grube bezeichne. Ist diese Vermuthung begründet, so würde
Cr. megalosomus Fald. a. a. O. lediglich zu dem Cr. ianthi-
nus Germ. 2 als Synonym gehören, und ich hätte alsdann nicht
das mindeste Bedenken, anzunehmen, dass Faldermann unter
dem vorstehend beschriebenen Cr. rusticus das g‘ eben dessel-
ben Cr. ianthinus verstanden habe, zumal auch die Kopfzeich-
nung der beiden Faldermann’schen Arten genau den beiden
Geschlechtern der genannten Art entspricht.
165
Register.
I. Systemalisches Artenverzeichniss.
l. Monachus Chevr.
i, peregrinus m. ER
3, Melıxanthus m.
1, intermedius m,
"3. Cryptocephalus Geoffr.
1,
2.
4.
1, Rotte.
trifasciatus Fab. - .
maleficus m- » .
‚ trieincetus Kollar et Redt.
bis-sexguttatus m.
2. Rotte.
. colon Germ. .
tetrastigma Mus. Berol,
3, Rotte,
. guttifer Mus. Fr.
,‚ pulvillatus Man. .
Herbstiiı Mus. Ber, »
. floriger m. . . .
Sehestedtii Fab. .
‚„owmlumm ,+..
. vittipennis Boh, - .
. virgula m. ,
. eircumductus m.
semirufulus m.
‚Insubidus m, » ;
. sanguinolentus Olıv.
. sobrius m.
20.
21,
22,
Billardierii Fab. .
parasiticus m.
pilularıus m. - .
Seite
{
10
12
14
15
18
19
21
22
24
25
27
28
30
3
32
33
35
36
37
39
40
42
45
23.
24,
25.
26.
27.
28.
29,
80.
31.
32,
33.
34.
39.
36.
37.
38.
39.
40.
al.
42.
49.
dichotomus ın.
abbreviatulus m: :
4. Rotte.
virgatus Gene.
laetus Fab.
regalis Gebl, .
5. Rotte.
ilicıs Oliv. :
6. Rotte,
sexsignatus Fab. .
bissexsignatus m. .
indicus Mus. Fr. ,
dodecaspilus Chevr,
Sannıo Koll. et Redt: .
crucipennis m,
quadratus m. .
analıs Oliv.
cınnabarınus m. .
7. Rotte,
Sandrocotius m.
8, Rotte,
undatus m,
undulatus Man. ,
Sinaita m. .
petraeus m.
arabs m.
9, Rotte.
®
44, atrıcıllus Mus, Berol, :
45.
46.
lutescens m. , . „,
faustulus m. : : ,
Seite
8l,
82.
10. Rotte:
, coryli Lin.
„ bivittatus Gebl.
. Prusias m. .
‚ transversalis m. .
, cordiger Lin. . $
2, distinguendus Schneid.
. 6punctatus Lin, .
. cribratus m. Se,
. Mannerheimiı Gebl.
niger Gebl,
. biguttulatus Gebl.
‚ ochroloma Steven
. laevicollis Gebl, .
‚ luridipennis m.
‚ 15notatus Man.
. tatarıcus Gebl.
‚ crux Gebl, .
11. Rotte.
. Stschukini Fald.
. coloratus Fab,
. halophilus Gebl, .
. Slavicollis Fab.
. rubı Men. .
. pilosellus Man. .
. sesquistriatus Stev.
. Böhmii 1llie. .
. limbellus Man.
. lemniscatus Man.
12. Rotte,
‚ obliteratus m.
13. Rotte.
. violaceus Fab,
. virens m,
- duplicatus m.
. concolor rn.
. sericeus Lin.
. aureolus m.
hypochoeridis L.
rugulipennis m. .
14. Reotte.
83 lobatus Fab. .
15. Rotte.
84. semiviridis Man.
+
K
%
’
90
101
103
104
106
110
110
110
110
111
112
112
113
115
116
118
118
118
118
118
118
119
119
119
120
16. Botte.
85. pini L, . Kerze Lig]
17. Rotte.
86, hecticus Fab. .
100.
101.
102.
103.
104.
105.
106.
107.
108.
109.
110.
111.
112,
113.
114.
115.
116.
117,
118,
119.
120.
121,
122.
18. Rotte,
. nitens Lin.
. nitidulus Gyl.
Kulibinı Gebl.
. macrodactylus Gebl.
coerulescens Man.
. flavoguttatus Olıiv.
. bivulneratus Fald.
. bidentulus m.
. Aguttatus Koy.
. Moraei Lin. . .
. hamatus Man.
. flavipes Fab. .
. Pistaciae m.
19, Rotte.
hirtipennis. Fald.
1Opunctatus L.
punctiger Pk.
ianthinus Schüp.
fuleratus Grm.
flavılabrıs Pk. .
20. Rotte.
pallifrons Gyl.
pumilio m. . .,
confusus m, 4
21. Rotte.
lucifer m, .
tesselatus Germ. ,
bilineatus L.
connexus 11. .
notogrammus m,
minutus Fab. .
heraldieus m,. .
deficiens m.
labiatus Lin,
WVasasijernii Gyl.
querceti Er,
frontalis Mrsh.
22, Rotte.
6pustulatus Rossi
exsulans m. . „
167
Seite
23. Roite.
123. salıcıs Fab.
124. bipunctatus L.
151
151
4. Pachybrachys Chevr.
1. seripticollis Fald,
2. hieroglyphicus Fab.
3. maculatus Parr. .
4. limbatus Men,
5. fimbriolatus Müll. ,
2. Rotte.
151
152
152
BR 5)
ER Ey
6, nigropunctatus Mus. Vind. , 152
7, glycyrrhizae Oliv.
3. Rotte.
8. vermicularıs Motsch.
Abbreviatulus m.
alni Men. .
analıs Ol. .
arabs m, . .
armeniacus Fald,
atomarius Gebl. ,
atricıllus Mus. Ber.
aureolus m,
bidentulus m. »
biguttulatus Gebl.
bilineatus L,
Billardiern Fab.
bipunctatus L.
bissexguttatus m.
-bissexsignatus m.
bivittatus Gebl. ,
bivulneratus Fald.
Böhmii Illie. .
Boschniaki Fald.
brachialis Man. .
cembrae Motsch,
154
156
5. Styloso Mus I,
h be erythrocephalus ın.
I. denupes Fab.
II, Lundiı Fab. .
III. Vahlıı Fab. .
IV. Spengleri Fab.
V. latimanus Oliv. .
VI. Lundii Olıv. .
VII. decorus Oliv.
VIII. atomarıus Gebl,
IX. trivittaius Gebl. :
X. Wydleri Fald..
AT. rusticus Fald.
Alphabetisches Register.
. ..143
, 1. ® 160
® [} 118
er 27
. 143
151
130
112
110
136
122
cınnabarınus m. .
circumductius m. s
clythroides Motsch. .
coerulescens Man.
colon Germ. :
coloratus Fab,
concolor m. .
con/luens Man. ,
confusus m, . . . .
congener Men. .
connexzus Illig,
cordiger L. ro
earylı LER 8
crıbratus m.
crucipennis m.
crux Gebl.
dauricus Mand. .
dauricus Man.
decempunctatus L, .
decorus Oliv.
deficiens m.
v
Seite
104
107
158
160
146
dentipes Fab. . .».
dichotomus m. . «
distinguendus Schneid.
dodecaspilus Chevr.
Dohrnü Ang. . . . . »
duplicatus m. .»
equestris Gebl. .
erythrocephalus m. .
exsulans m, N ER EN
faustulus m.
fimbriolatus Müll.
flavicollis Fab. . .
flavilabrıs Pk,
flavipes Fab. .
llavoguttatus Oliv. .
floriger m.
frontalıs Mrsh.
fulcratus Grm. ., .
galegae Mus. Fr...
glycyrrhizae Mus. Fr.
glycyrrhizae Oliv.
guttifer Mus. Fr.
halophilus Gebl.
hamatus Man:
hecticus Fab.
heraldicus m. .
Herbstiı Mus. Br, ne
hieroglyphicus Fab. . - - .
hirtipennis Fald.
hirtipennis Mus. Petrop.
histrio Fald. .
hypochoeridis L.
ianthinus Schüp.
ılıcıs Olıv.
indicus Mus, Fr.
insubidus m. .
intermedius m. .
jucundus Fald, .
Kulibini Gebl.
labiatus L.
laetus Fab.
laevicollis Gebl.
latimanus Oliv.
lemniscatus Man.
lımbatus Men.
limbellus Man. .
% [2 ” * 3
®
lobatus Fab. ,
lucifer m.
Lundiı Fab. .
Lundii Olıv. .
luridipennis m. .
lutescens m. . ne
macrodactylus Gebl, SUR
maculatus Parr. -
maleficus m. -
Mannerheimiı Gebl.
megalosomus Fald.
minutus Fab.
Moraeı Lin. .
niger Gebl.
nigropunctatus Mus, Vind. .
nitens Lin.
nitidulus Gyl.
notogrammus m. .
obliteratus m . ,
ochroloma Stev. »
ovulum m,
pallifrons Gyl.
parasiticus m.
peregrinus m,
petraeus m. eher
pilosellus Man. . . .
pilosus Fald. .
pilularius m. .
pinı Lin.
pistaciae m.
Prusias m. SET
pulvillatus Man. . «
pumilio m.
punctiger Payk. . :
pustuliger Mus. Petrop.
pustulipes Men. .
quadratus m.
quadriguttatus Koy.
querceti Erichs,. . .
quindecimnotatus Man,
ramosus Man. .
regalis Gehl. .
rubi Men.
rugulipennis m, .
rusticus Fald.
salicıs Fab, ,
%
%
%
169
{ Seite
Sandrocettus m. :. .........7
sanguinolentus Oliv. , . :» » 837
Sannio Koll. et Redt. Ne 5
seripticollis Fald. . » . .. 21
Schestedtn Rab}... .. =. 27028
selöates. Man... . :-.:.. „al
semirufulu m. :. : 2.2.2.3
semiviridis Man. . » . » 120
serreeustlin. -,. .%., ...2.'. 118
sesquistrlatus Ste... » . „ » 112
sexnotatus Oliv. . . . ...50
sexpunctatus Lin. - . » »...9
sexpustulatus Rosi . . . . 148
sexsignatus Fab. |
signatieollis. St... 0... 78
Bean N ae nd
Bose ee 89
Spengleri Fab. ‚159
Steveni Adams . ee DO
Stschukinii Fald. a 1],
tatarieus :Gebl. ‚sr... 20103
tesselatus Grm. . ö
tetrastigma Mus. Berol, ,
transversalis m. .
transversomaculatus Motsch.
tricinctus Koll. et Redt. .
trıfasciatus Fab.
trivittatus Gebl. .
undatus m.
undulatus Man. .«
unicolor Oliv,
Vahlıı Fab.
variegatus Gebl. .
vermicularıs Motsch.
violaceus Fab.
virens m. » . .
virgatus Gene.
yirgnla:mi De Hr
vittipennis Boh, .
Wasastjerniı Gyl. ,
VVydleri Fald. .
zonatus Reiche
— ee
Seite
143
161
119
159
156
118
118
148
161
Beiträge
zur
Mennitniss deutscher Bienen,
von
Dr. 3). Kriechbaumer.
1.
Die Schmarotzerhummeln.
Psithyrus Lep. Apathus Newm.
D: nächste Veranlassung zu dieser kleinen Arbeit war das
vergebliche Bemühen, die von mir in grosser Anzahl gesammel-
ten Hummeln (Bombus und Psithyrus) nach den vorhandenen
Hülfsmitteln sicher und richtig zu unterscheiden. Obwohl die
Litteratur über diese interessanten Thiere nicht arm ist, so ist
selbe doch qualitativ unzureichend, da in keinem der mir bekannt
gewordenen Werke auch nur die deutschen alle enthalten, und
die Unterschiede der beschriebenen Arten, auch in den neueren
Werken, grösstentheils nur nach der theilweise sehr unbeständi-
gen Farbe der Behaarung aufgefasst sind, Auf mein eigenes
Nachforschen angewiesen, musste selbes zunächst danach gehen,
standhaftere Merkmale aufzusuchen. Solche haben sich mir in
der Form des Kopfes, den hinteren Fusswurzel (Ferse), der
Hinterleibspitze, den Fühlern dargeboten, wozu noch als sehr
charakteristisch die männlichen Geschlechtszangen kommen. Da
die Arbeit über die eigentlichen Hummeln noch längere Zeit er-
fordert, namentlich der äusserst schwierigen und weitläufigen
Synonymie wegen, so bitte ich, indess dieses Wenige als einen
Beweis meines Strebens nach genauer Unterscheidung unserer
Bienenarten mit Nachsicht aufzunehmen.
171
Zu grossem Danke bin ich meinem geehrten Freunde, Pro-
fessor Dahlbohm in Lund, verpflichtet, der mir durch eine reich-
haltige Sendung schwedischer und lappländischer Hummeln eine
genaue Kenntniss der dortigen Arten verschaffte, sowie auch
den Herren Bremi und Graeffe in Zürich, Dr. Imhoff in Ba-
sel, Dr. Herrich-Schaeffer in Regensburg, v. Kiesenwetter
in Leipzig, Professor v. Siebold in München, die mit grösster
Bereitwilligkeit theils ihre Exemplare zur Ansicht mittheilten,-
theils durch Bücher mich unterstützten, sowie endlich meinem
Freunde Dr. Gemminger, welcher die Zeichnung beiliegender
Tafel bereitwilligst übernahm.
Kirby) machte zuerst auf die wichtigen Unterschiede auf-
merksam, welche manche seiner Bienen aus der letzten Abthei-
lung, die unter dem Namen Hummeln bekannt sind, von den
übrigen unterscheiden, nämlich den Mangel des Fersenhenkels,
des Korbes und Kammes der Hinterschienen, den eingekrümmten
Hinterleib, lässt sie aber dennoch zerstreut unter den eigentli-
chen Hummeln stehen. Iliger bildete dann ?) eine besondere
Abtheilung aus denselben und schloss richtig aus dem Mangel
der oben angegebenen Sammelorgane auf eine verschiedene Le-
bensweise derselben; da jedoch die angegebenen Unterschiede
nur bei den Weibchen Anwendung finden, so blieben mehrere
dazu gehörige Männchen unter den eigentlichen Hummeln stehen.
Lepelletier 3) vereinigte die bezüglichen Arten zu einer be-
sondern Gattung, die er genauer feststellte und Psithyrus nannte;
zwei Jahre später bezeichnete Newman (ob aus Nichtkenntniss
des bereits vorhandenen Namens?) dieselbe als Apathus. Erste-
xer wies auch die parasitische Lebensweise dieser Thiere nach
und stellte sie als Ste Familie an die Spitze seiner parasitischen
Bienen.
So leicht es nun ist, ein Weibchen dieser Gattung von einer
ächten Hummel zu unterscheiden, so schwierig ist dies (ohne Un-
tersuchung der Mundtheile) bei den Männchen. Die besten
äussern Unterschiede geben dazu die Hinterschienen und die
Fühler, Erstere sind auf ihrer Aussenfläche wie die des 2 immer
Y) Ap. Angl.
2) Mag. V.
°) In den Annal. Ent. Fr. (1832) und Hym.; ersteres sowie Drewsen
Bombi Daniae konnte ich nicht bekommen.
172
gewölbt, rauh und behaart (bei den Hummeln fast immer flach,
glatt und glänzend, nur bei einer Art, B. pomorum Pz.?, wie
bei Psithyrus gebildet, aber grade diese Art hat dünnere, am
Ende etwas erweitert gliedrige Fühler); letztere sind immer
dicker als bei den verwandten Hummelarten, mit einfachen, wal-
zenförmigen oder nur schwach gekrümmten, niemals erweiterten
Gliedern. | |
Die Unterschiede zwischen Q und 5 sind ausser dem einge-
krümmten, durch sehr charakteristische, nach den Arten verschieden
gebildete Spitze des Endringes ausgezeichneten Hinterleib dieselben
wie bei den eigentlichen Hummeln: Das 2 ist bedeutend grösser,
die Fühler sind 12gliedrig, der Hinterleib 6gliedrig, die Ober-
seite des Endringes mit feinem, kurzem, gegen das Ende dichte-
rem, fast filzigem Flaum bedeckt, die Flügel dunkler. DieFühler des
Jg sind länger, 13gliedrig, der Hinterleib 7gliedrig, die Behaa-
rung dichter, namentlich der Endring so lang wie die übrigen
behaart, derselbe unten flach, oder mit nur wenig umgebogenem,
zuweilen 2 kleine Höcker bildendem Spitzenrande.
Die Farbe der Behaarung, die bisher fast ausschliesslich, bei
den Diagnosen wenigstens, zur Unterscheidung der Arten benutzt
wurde, hat sehr ungleichen Werth. Am standhaftesten ist sie
immer an der äussersten Spitze des Hinterleibes, nach dem Ge-
schlechte jedoch zuweilen verschieden, schon etwas wandelbarer
namentlich in der grössern oder geringern Ausdehnung, auf den
unmittelbar vorhergehenden Ringen. Bald sehr standhaft, bald
mehr oder weniger wandelbar sind Vorderrand des Brusischildes
Scheitel unb Schildchen. Der grössten Verschiedenheit unter-
worfen sind die ersten 2 oder 3 Hinterleibsringe; auf diese,
sowie auch auf Scheitel und Schildchen, hat das Geschlecht
meistens bedeutenden Einfluss, namentlich zeichnet sich das &
sehr häufig durch zahlreichere helle Haare dieser Theile aus, in
manchen Varietäten bis zum Verschwinden der dunklen Grund-
farbe. Bei manchen Arten (z. B. Ps. vestalis, quadricolor)
findet auch, abgeschen von der Veränderung durch das Alter,
eine Stellvertretung gewisser Farben für einander statt, z.B. zwi-
schen Gelb und Weiss, Gelb und Grau. Die Grösse ist zwar zur
Unterscheidung einzelner Exemplare meistens unzuverlässig, zur
Unterscheidung zweier Arten von einander aber oft ein sehr
wichtiges Merkmal. Die Unterschiede in Form und Länge des
173
Kopfes, bei den Bombis sehr wichtig, werden bei den Psithyris
durch die Hinterleibsbildungen überwogen; dagegen giebt die
Beschaffenheit der hintern Fusswurzel, namentlich beim 9, die
Länge der Fühler beim g' zuweilen wichtige äussere Unterschei-
dungsmerkmale.
_ Die Weibchen erscheinen in den ersten warmen Frühlings-
tagen, wo man sie entweder träge auf Weiden, Löwenzahn etc.
sitzen, oder langsam herumfliegen sieht, um die Nester der Hum-
meln aufzusuchen und, gleich dem Kukuk unter den Vögeln, dort
ihre Eier abzulegen. Mitte Juni ohngefähr sind die ersten frisch-
entwickelten Männchen zu sehen, und dann bis in den Spätherbst
im Verhältniss zu den Weibchen, meistens in viel grösserer
Menge, vorhanden, am liebsten die Distelblüthen besuchend.
Sehr auffallend war mir immer das höchst sparsame Erscheinen
frisch entwickelter Weibchen im Sommer und Herbst; wahr-
scheinlich suchen sie sich kurz nach der Begaitung ihre Winter-
wohnung oder finden es bequemer, bei ihren Wirthen noch län-
ger ihre Nahrung zu suchen. Die Männchen gehen vor Eintritt
des Winters zu Grunde. Arbeiter, wie bei den ächten Hummeln
und Bienen, kommen bei den Psithyrus nicht vor, wie schon
aus ihrer Lebensweise hervorgeht.
Psithyrus rupesitris.
Niger, quandoque griseo- aut flavescenti-signalus, abdomine
oblongo-ovali, planiusculo, postice fulvo, talis') posticis elongato
sublinearibus.
2. Alis nigro-violaceis, scutello abdominisque segmenlis 3
primis plerumque nigris, segmento anali subtus apice margine
reflexo acuto, utrinque triangulariter producto.
Long. 18— 22mm.
g. Alis hyalinis, apice infuscatis, scutello abdominisque basi
plerumque griseo-signatis, forcipi ulrinque apice semilunari-dila-
tatis, albido-pellucidis.
Long. 13— 15mm. Long. flagelli antenn. 443 — 5mm.
') Der Kürze der Bezeichnung wegen, und da der sonst richtigere Aus-
druck tarsus für den ganzen auf die Schienen folgenden Fuss gebraucht
wird, nehme ich diese Bezeichnung für die Fusswurzel an.
174
Var. 2.
1. Thorace abdominisque basi
nigris.
Dazu var. 4. Lep. Hym.
2. Thorace antice maculis
duabus griseis.
3. Thorace anlice fascia gri-
sea aut lutea.
Dazu var. 3. Lep. Hym. —
Var. ß. Eversm.
4. Thoracis fascia anlica et
scutello margine postico, hoc
interrupte-luteis; segmenti se-
cundi abdominis in margine la-
terali postico pilis paucis luteo-
griseis, quarli lateribus rufis.
Var.2.Lep. Hym. Dazu auch
var. y. Eversm.
9. Thoracis fascia antica, scu-
tello postice, abdominisque seg-
ment. 2 et 3 margine laterali
post. luteis, 4t0 nigro.
Var. 1. Lep. Hym.
NB. Die beiden letzten Va-
rieläten sind mir nie vorge-
kommen.
Var. d.
1. U var. 1. ©,
2. Thorace antice, scutello
postice abdominisque segmen-
tis anterioribus lateribus griseo
mixlis.
Lep. Hym. var. 1.
3. Margo posticus segm. 2.
iotus griseus, ceterum var. 2.
similis.
Lep. Hym. var. 2.
4. Segmentum 2 etiam medio
grisescens.
5. Segmenta tria prima gri-
sea aut flavescentia, excepto
terlii macula media nigra.
6. Praec. similis, segm. ter-
tii pili nigri pauei aut nulli.
Synonyma.
Apis lapidaria var. Brünn. Ins. Siell. pag. 19. not. aa. (Kby.)
Apis subterranea Geoffr. Ins. Par. II. 416. 20. (Kby.)
Schaeff. 69. 9. (HS.)
B? rupesiris F. Syst. Ent. 320. 26. (Walck.)
? Fourcer. Ent. Par. n. 21? (Kby.)
175
Apis subterranea Christ. Hym. p. 125. tab. 6. f. 5? (Kby.)
(var. 3 m.)
Apis rupestris F. Ent. Syst. II. 320. 26. (var. 1. m.)
Apis arenaria Pz. Fn. Germ. 74. 12. — Rev. 258.
Apis rupestris Kby. Ap. Angl. II. 369. 108. (var. 1. m.)
1.
Bombus rupestris Walck. Fn. Par. II. 147. 9. (Dhlb.)
F. S. P. 348. 26. (var. 1. m.)
ll. Mag. V. 74. 61. (var. 1. m.) ’)
Billb. Cat. IN. CDhlb.)
Dhlb. Bomb. Scand. 51. 33. fig. 21. (var.
1. m.)
* Drewsen,
*Psithyrus Vasco Lep. in Ann. Ent. Fr. I. 375. 1.
Pyrenaeus id.
arenarius id.
rupestris id.
Psithyrus rupestris Lep. Hym. II. 426. 1. c. var.
g.
Apis frutetorum Pz. Fn. Germ. 75. 20.?) — Rev. 261.
Apis albinella Kby. Ap. Angl. I. 361. 104. I. tab. 13. f. 25.
(segm. anale inf. feminae.)
Bombus frutetorum Ill. Mag. V. 168. 28.
Psithyrus frutetorum Lep. in Ann. Ent. Fr. I. 381. 5. (Hym.)
interruptus id.
frutetorum Lep. Hym. II. 456. 5.
Qu
Psithyrus rupestris H.S. Nel. II. 203.3)
Schenck Nass. Bien. 74. 1. c. var.
!) Durch einen Druckfehler ıst bei dem Panzer’schen Citat „lapidaria“ statt
„arenaria“ angegeben.
2) Lep. (Hym, 436. Nota) vermuthet mit Unrecht in der Panzer’schen Fi-
gur ein ©.
B. frut. F. S. P. 350. 38. lautet zu verschieden, als dass er hierher
gezählt werden könnte, daher auch F. die Panzer’sche Art mit Unrecht
mit der seinigen verbindet, Ob F. wirklich ein typisches Exemplar von
Pz. vor sich hatte, wie Ill, angiebt, muss ich bezweifeln.
®) Nach H. S. hat Klug zuerst den Ps, frutetorum L. als das 5 des rupe-
stris erkannt,
176
Psithyrus rupestris Eversm. Fn. Volg, — Ural. 126. 1.')
c. var.
Dhlb. in litt. 2)
@. Durch die beträchtliche Grösse, den etwas flachen und
parallelen Körper und die schwarzblauen Flügel sehr ausgezeich-
net. Schwarz, Brustrücken entweder wie der grösste übrige Theil
des Körpers eben so, oder am Vorderrande zwei graue Flecken
(var. 2), oder eine bald schwächer bald stärker entwickelte graue
oder gelbliche Binde (var. 3). Schildchen und die 3 ersten Hin-
terleibsringe sind bei den mir bekannten Formen einfarbig schwarz
(nach Lep. und Eversm. zuweilen mit Gelb gemischt); zuweilen
dringen die schwarzen Haare auch noch auf die Basis des vier-
ten Ringes vor, nach Lep. und Eversm. ist er zuweilen ganz
schwarz, während in andern Fällen die rothen Haare dieses Rin-
ges auf die Seiten des Hinterrandes des 3ten Ringes sich fort-
setzen. Der fünfte Ring roth, der Endring oben mit kurzen, auf
der Mitte beider Seiten etwas mehr entwickelten rothen Flaum-
haaren bedeckt, unten am Ende mit zurückgebogenem, scharfem,
auf beiden Seiten in ein Dreieck erweitertem, roih gewimpertem
Rande.
d. Vonseinem® besonders durch die weit geringere Grösse,
die glashellen, nur am Aussenrande etwas dunklern Flügel und
meistens auch durch die mehr ausgebildete graue Behaarung ver-
schieden. Zwar finden sich öfters Exemplare von der Färbung
des @ (var. 1.), meistens aber sind das Schildchen (besonders
am Hinterrande), der Hinterrand der beiden ersten Ringe und
der Vorderrand des dritten, namentlich an den Seiten, mehr oder
weniger grau (var. 2. und 3.). Zuweilen breitet sich das Grau
auch über die Mitte des zweiten Ringes (var. 4.) oder fast über
die ganze Oberfläche desselben (var. 5.) aus, wobei der dritte
noch vorherrschend schwarz bleibt, oder die graue Farbe eben-
falls annimmt (var. 6.). Der vierte Ring ist wie die folgenden
roth, zuweilen am Vorderrande noch schwarz. Die Zangenarme
enden in eine sehr deutlich halbmondförmige, weisslich durch-
scheinende Erweiterung, die beiden Hörner nach innen gekehrt.
!) Von dem f' nichts als die helleren Flügel erwähnt.
2) „Die beiden Geschlechter dieser Art wurden mehrmals in der Begatiung
beobachtet und gefangen.“
177
Die Fühler sind ziemlich kurz und dick, mit walzenförmigen, aus-
sen schwach bogenförmig eingedrückten Gliedern. Die Schie-
nenhaare meistens rot, namentlich bei den hellern Varietäten,
bei den dunklern öfters schwarz.
Vaterland: Wahrscheinlich über ganz Europa verbreitet,
wenigstens über das mittlere, östliche und nördliche: Deutsch-
land, um München und Tegernsee von mir gefunden, auf der
Neureuth im August 1853 alle 6 Var. des 9%, 2 und 3 am häu-
figsten; Regensburg (H S.); Nassau (Schenck); Danzig (v. Sieb.);
Schweiz, um Chur ziemlich selten; Zürich (Bremi), Basel (Im-
hoff); Frankreich bis in die Pyrenäen (Lep.); England (Kby.);
Dänemark (Westerm. nach Dhlb.); Schweden, im mittleren und
südlichen nicht selten (Dhlb. in litt.); Russland (Eversm.).
Psithyrus campestris.
Niger, pilis in verlice, thoracis fascia antica scutelligue mar-
gine postico (hoc fasciculatim) luteis, rarius obsoletis, abdomine
postice (plerumque interrupte) flavo, dein nigro.
2. Abdömine rotundato-ovali, nitido, segmenlis penultimis
plerumque interrupte aureo-flavis, anali summo apice rufo-pube-
scente, infra ante apicem oblique incrassato -elevalo, elevatione
medio incisa.
Long. 15-—17 mm.
g. Abdomine ex globoso triangulariter anguslalo, fortius
punctato, basi plerumque flavo signato, postice subcontinuo-flavo,
summo apice nigro, segmento anali infero late semiovali, apice
obtuso, forcipe utrinque apice late pellucido spathuliformi.
Long. 12—16mm. Long. flagelli antenn. 52 —6$ mm.
Var. 9.
1. Niger, abdominis segmen-
tis posterioribus utrinque pilis
paucis aureo-lavis.
2. Thoracis fascia obsolete
flava, cet. ut 1.
Ps. inops Lep. in Ann. (var.
3 Hym.)
IX,
Var. d'.
1. Niger, abdominis segmen-
tis posterioribus interrupte flavis.
Apis Francisana Kby. — Var.
2. subv. Lep. Hym. ex parte. —
Var. e. Schenck.
2. Thorace antice, scutello
postice angustius flavis, cet. ut 1.
Apis Leeana Kby. — Ps. Ros-
siellus Lep. in Ann. (v.2 Lep.).
— Var. d. Schenck.
12
178
3. Thoracis fascia scutellique 3. Thorace antice scutelloque
fasciculis obsolete flavis. postice angustius abdominis seg-
mento 1 utrinque flavis, segm.
post. ut 1 et 2.
4. Thoracis fascia scutellique 4. Verlice, thoracis fascia an-
fascicullis et plerumque verticis tica, scutelli fasciculis margina-
medio flavis. libus et abdominis segm. 1, 2.
margine postico, 3—6 maxima
parte flavis.
Apis Rossiella Kby. — Ps.
ornatus Lep. in Ann. (var. 4
Hym.) et varius Ann. (var. 5
Hym.). — Var. a. Schenck. —
Dazu auch dessen Var. b. u. c.
5. Abd. segm.?. medio ch
cet. ut var. 4.
Syn. ©.
Apis campestris Pz. Fn Germ. 74. 11.*). — Rev. 261.
Kby. Ap. Angl. 335. 88. tab. 18. fig. 2.
Bombus campestris Ill. Mag. V. 173. 58.
Syn. d'.
Schaeff. Icon. tab. 241. fig. 7. 8. (Kby.)
Apis sylvarum Schr. Ins. Austr. 400. 807.2)
carduorum id. Fn. boic. II. 364. 2225.
Apis Rossiella Kby. Ap. Angl. II. 331. 85.
Leeana id. 333. 86.
Francisana id. 334. 87.
Bombus Rossiellus Il. Mag. V. 165. 12.
Leeanus id. 13.
') Pz. hat sein Exemplar für ein A gehalten, da er in der krit, Rev. sagt:
„Ist wahre Art, wozu ich auch das 2 kenne.“
Bonmbus campestris F. S. P., den Ill. hier citirt, muss nach den VVor-
ten der Diagnose „abdomine apice albo“ und des Zusatzes „nimis praec.
(B. ruderat.) affınis“ zu Ps. saltuum gerechnet werden. Schon Dhlb.
bezweifelt die Richtigkeit des Illiger’schen Citats.
23 Kby., Ill. und Dhlb. citiren auch Apis sylvarum Rossi Fon. Etr. II. 165.
906; nach den Synonymen (von 11.) wäre kaum ein Zweifel, nach der
Diagnose aber würde man kaum diese Art darunter verstehen können.
179
Bombus Francisanus Ill. Mag. V. 165. 14.
Rossiellus Dhlb. Bomb. Scand. 40. 15.
Syn. 2g.
Bombus campestris Dhlb. Bomb. Scand. 52. 35. fig. 23. 9.
HS. Nmel 202.
Psithyrus campestris Lep. in Ann. Ent. Fr. I. 370. 4.
id. Hym. II. 435. 4.
Schenck Nass. Bien. 74. 2.
Eversm. Fn. Volg.-Ural. 127. 4.
Q. Schwarz, Scheitel in der Mitte mit gelben Haaren ge-
mischt, eine breite Binde am Vorderrande des Brustrückens, und
zwei längliche, die Seitenränder des Schildchens einnehmende
und nach hinten in einem Winkel zusammenstossende Büschel
gelb. Der Hinterleib eiförmig, bei starker Einkrümmung der letz-
ten Ringe fast kugelig, glänzend, meistens nur der seitliche Hin-
terrand des drilten und die Seiten des vierten goldgelb, in der
Mitte schwarz oder fast kahl. Zuweilen breitet sich die schwarze
Behaarung mehr aus, so dass manchmal von der gelben kaum
mehr eine Spur übrig bleibt; ich sah ein solches von Hrn. Gräffe
‚bei Zürich gefangenes Exemplar, das ausser einer Spur gelber
Haare an den beiden Seiten des dritten Ringes ganz schwarz ist.
Der Endring ist vor der Spitze unten schief wulslig erhöht, die
Erhöhung in der Mitte bis auf den Grund eingeschnilten, oben
zuletzt mit kurzem, röthlichem, feinem Flaumfilze bekleidet.
d‘. Die Farbe der Behaarung zeigt ähnliche Verschieden-
heiten wie beim 2, doch sind die Formen mit mehr ausgebilde-
ter heller Zeichnung die häufigern, und überdies ist auch der erste
Hinterleibsring meist mit dem Schildchen gleichfarbig "), die gelbe
Behaarung der hintern Ringe mehr ausgedehnt, weiter nach vorn
vordringend, so dass gewöhnlich der zweite Ring schwarz ist,
das Schwarz keilförmig nach hinten in die nächsten Ringe ein-
dringt. Bei einem meiner Exemplare dringt das Gelb auch auf
die Mitte des zweiten Ringes vor, so dass nur zwei seitliche
Flecken und ein kleines Stück in der Mitte des Hinterrandes
noch schwarz bleiben. Der Endring ist steis schwarz, auch hier
!) Lep. giebt irrihümlich diese von Dhlb. beschriebene Form des A für
eine Subvar. des Q an, da Dhlb. doch beim 2 deutlich sagt: „Abd:
etiam bası nigrum, non ut in JS ıbı pallide maculatum.“*
1850
das Schwarz mehr oder weniger in die nächstvorhergehenden
Ringe vordringend, unten breit halb-eiförmig, durch den Mangel
der Höcker am Ende von dem des Ps. Barbutellus unterschieden.
Das Ende der Zange ist beiderseits spathelförmig erweitert, gelb-
lich durchscheinend, die abgestutzten Ränder gegen einander ge-
kehrt. Die Fühler sind etwas länger als bei den übrigen Arten,
die mittlern Glieder schwach bogenförmig gekrümmt,
Vaterland: Soweit mir bekannt, eben so weit verbreitet
wie rupestris, und häufiger.
Psithyrus saltuum.
Niger, verticis fasciculo, thoracis fascia antica scutellique
margine postlico, hoc fasciculatim, luteis, abdomine postice albido,
dein nigro; talis postieis tibiarum apice angustioribus.
9. Abdomine subovali, basi plerumque nigro, segmento anali
apice summo rufo-pubescente, infra ante apicem transversim la-
minato-elevato, elevatione utrinque rotundata, medio incisa.
Long. 153 — 18; mm.
d. Abdomine ex ovali angustato, basi plerumque scutello
concolore, apice nigro, segmento anali apice emarginato-bituber-
culato, forcipe utrinque apice glanduliformi, flavescenti-pellucido.
Long. 13—16mm. Long. flagelli antenn. 5—6mm.
Var. ©. Var. d.
41. Abdomine nigro, margine 1. Abd. basi nigra.
postico laterali segmenti quarli
lateribusque quinti albis.
Ps. vestalis Lep. v. 1. (Bar-
butellus Ann.)
2. Abd. segm. quarto tolo 2. Abd. segm. 1. utrinque
albo, cet. ut 1. flavescente.
Ps. vestalis Lep. v. 6. (leu-
coproctus Ann.)
3. Abd. segm. tertio margine 3. Abd. segm. secundi mar-
laterali postico albo, cet. ut 2. gine postico albido, cet. ut 2.
Ap. saltuum Pz.
4. Abd. segm. primo et terlio 4. Abd. segm. secundo me-
albo-mixtis, cet. ut praec. dio albido, cet. ut 3. |
181
Syn. ®.
Bombus campestris F. S. P. 344. 7. excl. Panzeri Synon.
Psithyrus vestalis Lep. Hym. II. 430. 3. var. 1. (Barbulellus
' Amn.)') und var. 6. (leucoproctus Ann.).
Syn. d".
Apis autumnalis F. Ent. syst. II. 324. 43.)
Apis monacha Christ. Hym. 131. tab. 8. fig. 7. (Kby.)
Apis saltuum Pz. Fn. Germ. 75. 21.°).
Syn. 2JI.
Apis Barbutella Kby. Ap. Angl. II. 343. 93.
Bombus saltuum Ill. Mag. 174. 59. except. Fabricii Synon.
Dhlb. Bomb. Scand. 53. 36.
Psithyrus vestalis Lep. Hym. II. 430.
Schenck Nass. Bien. 75. 4.
2. Schwarz, ein dichter, aus gewöhnlichen längeren und
kurzen dazwischen liegenden Filzhaaren bestehender, fast immer
gut entwickelter Fleck auf dem Scheitel gelb. Eine Binde am
Vorderrande des Brustrückens und zwei längliche, die Seiten-
ränder des Schildchens einnehmende und nach hinten in einem
_ Winkel zusammenstossende Büschel gelb. Hinterleib schwarz, der
erste Ring selten am Hinterrande mit Weiss gemischt, häufig der
dritte Ring an den Seiten des Hinterrandes, der vierte gewöhn-
lich ganz und der fünfte auf beiden Seiten weiss, zuweilen mit
einem Stich ins Gelbe. Der letzte Ring oben an der Spitze rölh-
lich flaumhaarig, unten vor der Spitze der Quere nach erhöht,
die Erhöhung auf beiden Seiten breit abgerundet, in der Mitte
bis auf den Grund eingeschnitten. Die hintere Fusswurzel ist
bedeutend schmaler als das Ende der Schienen und dadurch al-
lein schon diese Art leicht von Ps. veslalis zu unterscheiden.
1) Nach den unzweifelhaften Synonymen von Kby. und Dhlb.;5 die Worte
bei var. 6.: „anus niger‘ scheinen auf einem Uebersehen der rothen
Spitze zu beruhen.
”) F. sagt: „caput atrum“, daher etwas zweifelhaft; dieser Name hätte,
wenn er sicher wäre, das Prioritätsrecht.
3) Pz. sagt zwar auch „caput nigro hirsutum“, die Abbildung stellt jedoch
ziemlich zuverlässig das 5 dieser Art vor, wofür auch die Worte des
Textes sprechen: ,‚Antennae longiusculae“. Bomb. saltuum F. S. P.
31. 46. gehört sicher zu Ps. vestalis.
182
d. Erster Hinterleibsring mit weissen Haaren an den Sei-
ten und am Hinterrande, dieselben Haare auf dem dritten und
fünften mehr ausgebreitet, seitlich über den sechsten sich er-
streckend, die Mitte desselben und der Endring schwarz. Zu-
weilen ist auch der Hinterrand des zweiten, seltener auch die
Mitte desselben mehr oder weniger weiss. Der letzte Bauchring
ist an der Spitze etwas wulstig erhöht, die Erhöhung in der Mitte
schmal ausgerandet, so dass sie zwei schiefe, längliche Höcker
bildet, wodurch sich dieses d‘ namentlich von dem des campe-
stris und vestalis unterscheidet. Die Zange endet in ein eichel-
förmiges, oberhalb der Basis mit einem Zahne versehenes, durch-
scheinend gelbliches Stück.
Vaterland: Deutschland; um München und Tegernsee von
mir gefangen; Regensburg (H.S.); Nassau (Schenck); Danzig
(v. Sieb.); Schweiz; um Chur nicht selten; Zürich (Bremi); Ba-
sel (Imh.); Frankreich (Lep.); England (Kby.); Schweden und
Lappland (Dhlb.). }
Psithyrus vestalis.
Niger, quandoque albo- aut flavo-signatus, thoracis fascia an-
tica latiore (rarius obsoleta) lutea, abdomine postice albo aut
lavo, dein nigro, talis posticis ad tibiarum apicis latitudinem am-
pliatis.
9. Scutello abdominisque basi nigris, rarius flavo-mixlis,
hujus segmento anali ante apicem margine utrinque late, sed
breviter et obiuse triangulari elevato, supra apice fulvo-pube-
Scente.
Long. 143 — 19mm.
d. Scutello abdominisque basi crebrius flavo-mixtis, apice
nigro hujus segmento anali infra late semiovali, plano, forcipe
ulrinque processu conico, basi dentato.
Long. 12 —16mm. Long. flagelli antenn. 453 — 53mm.
Var. 2. Yan...
1. Scutello abdominisque basi 1. Thoracis fascia obsoleta,
ei segm. 5to nigris. scut, et abd. basi nigris.
Var. 5 Lep. Hym. (Ps. bel-
Jus Ann.)
183
2. Scutello abdominisque basi
nigris aut parum pallido-mixtis,
segm. 3 et 5 ulrinque albis.
Dazu Var. 2. Lep.
3. Abd. segm. 3 utrinque
flavo, cet. ut var. 2.
4. Scutello postice abdomi-
nisque segm. 1. pallidis.
2. Thoracis fascia angusliore,
cet. ut 3—D.
3. Vertice, scutello abdomi-
nisque basi flavo-mixlis, segm.
posterioribus laete flavis. |
4. Segm. 3 ulrinque flavum,
cet.. ul:
9. Segmenta posteriora alba,
cet. ut 3.
Syn. 9.
Geoffr. Hist. Ins. I. 419. 26. (Kby.)
Apis vestalis Fourer. Ent. Par. n. 26. (Kby.)
Bremus aestivalis Pz. Fn. Germ. 89. 16.
Psithyrus aestivalis Lep. in Ann. Ent. Fr. I. 378.
bellus
id. 379.
Syn. d.
Bombus saltuum F. S. P. 351. 46.
Psithyrus metaleucus Lep. in Ann. Ent. Fr. I. 378. 99
Syn. DI.
Apis vestalis Kby. Ap. Angl. 347. 95. tab. 18. fig. 3 (2)
et 4. (8) ?)
Bombus vestalis Ill. Mag. 174. 60.
Bombus aestivalis Dhlb. Bomb. Scand. 51. 34. (ad v. 2. m.)
Psithyrus vestalis Lep. in Ann. Ent. Fr. I. 377. 3.
id. Hym.Il. 430. 3. except. var. 1. et 6.3)
Psithyrus aestivalis Schenck Nass. Bien. 75. 3. c. var.
vestalis Eversm. Fn.-Volg. Ural. 127. 3.
0. Schwarz, ziemlich kurz behaart.
Scheitel selten mit
einigen gelblichen Haaren gemischt. Brustschild vorn mit breiter
gelber Binde.
Zuweilen das Schildchen und der Hinterrand des
1) Lep. sagt: „Segm. sexti et anı latera alba, dorso rufo-fusca“ ; Letzteres
deutet auf Verwechslung mit quadricolor.
2) Die Abbildung des Z' stellt eine selten vorkommende Form desselben
vor,
®) s. Ps. saltuum.
184
ersten, seltner auch des zweiten Hinterleibsringes mit weissen
oder gelben Haaren, aber fast immer nur sparsam gemischt, nur
bei Var. 4 sind diese Haare zahlreicher, wodurch einige Aehn-
lichkeit mit saltuum entsteht. Dritter Ring an den Seiten, oder
auch am ganzen Hinterrande weiss oder gelb"), vierter fast im-
mer ganz weiss, selten in der Mitte mit schwarzen Haaren ge-
mischt, fünfter in der Mitte schwarz, an den Seiten weiss, selten
ganz schwarz. Der Endring an der Spitze oben fein roih flaum-
haarig, unten beiderseits der Rand breit-, aber stumpf- und kurz
dreieckig erweitert. Die hintere Fusswurzel breit, gegen die
Basis kaum, gegen das Ende aber stark verschmälert, und da-
durch allein schon jedesmal leicht von ähnlichen Arten zu unter-
scheiden. |
d. Die hellen Haare auf dem Scheitel, Schildchen und er-
sten Hinterleibsring meistens zahlreicher, auch wenn die Brust-
schildbinde verschmälert oder gar unterbrochen ist, 'theilweise
wenigstens noch vorhanden; der erste Hinterleibsring häufig ganz
gelb. Die helle Behaarung der hintern Ringe bald rein weiss,
bald Anfangs, bald ganz gelb, bald über den ganzen dritten
Ring ausgebreitet, bald auf den Seiten- und Hinterrand desselben
beschränkt, zuweilen sogar am Vorderrande des vierten noch
elwas verdrängt, der Endring immer schwarz?), fast immer
auch die Mitte des vorhergehenden sechsten. Die Zange endet
in einem kegelförmigen, weisslich durchscheinenden, an seiner
Basis mit einem Zahn versehenen Fortsatz.
Von dem J des Ps. campestris unterscheidet sich dieses
am leichtesten durch die kürzeren Fühler, von dem des saltuum
durch die fehlenden Höcker des Endringes, von dem des quadri-
color durch die schwarze Hinterleibsspitze.
Vaterland: Deutschland: um München und Tegernsce
von mir gefangen; Regensburg (H. S.); Nassau (Schenck) Dan-
zig und Freiburg (v. Sieb.). Schweiz: um Chur gemein; Zürich
(Bremi); Basel (Imh.); Frankreich (Lep.); England: (Kby.);
Dänemark (Westerm. nach Dhlb.); Schweden) und Lapp-
land (Dhlb.); Russland (Eversm.).
!) Letzteres die Panzer’ sche und Kirbsy‚che Form,
?) Eversm. sagt „saepe‘‘; daher sicher eine Vermengung mit quadricolor
vorhanden.
185
Psithyrus quadricolor.
Niger, quandoque flavo- mixtus, thoracis fascia antica laliore
lutea, abdomine subgloboso, apicem versus flavo aut albo, dein
plerumque nigro, apice ipso fulvo, talis posticis oblongis.
Q Segmento anali infero apice e globoso compresso acumi-
nato, conico-foveolato, margine apicali utrinque vix elevato,
Long. 1453 — 16 mm.
g' Segmento anali apice subemarginato, forcipe utrinque tri-
angulariter compresso-dilatato, processu styliformi, brevi.
Long. 12 — 15mm. Long flagelli antenn. 42 — 53 mm.
Var. 2. Var.
1. Scutello et abd. segmento 1..Ut var 1.2.
primo nigris, quinto et anali
fulvis.
2. Scutello et abd. segm, 1 2. Ut var. 2. 2.
flavo-mixtis, cet. ut 1.
3. Scutello et abd. segm, 1 3, Übiyarı 9.9,
nigris, quinto medio nigro.
4. Scutello et abd. segm. 1 4, Ut var. 4. 9, abd. segm.
flavo-mixtis, cet. ut 3. 3 et 4 flavis.
5. Ut var. 4 9, abd. segm.
3 et 4 albis.
Synon.
quadricolor Lep. in Ann. Ent. Fr. I. 376.2. (2.)
sylvestris id. 300. 2:1)
quadricolor Lep. Hym. II. 428. 2, (QM)
Schenck Nass. Bien. 76. 5. (N).
2. Schwarz, auf dem Scheitel mehr oder weniger gelbe
Haare beigemischt; vorn auf dem Brustrücken eine breite, über die
Schulterecken verschmälert hinablaufende gelbe Binde; Schildchen
und öfter noch Seiten und Hinterrand des ersten Ringes mit blas-
sen Haaren gemischt, der dritte Ring meistens nur an den Sei-
ten, der vierte ganz weiss oder gelb, der fünfte nach Lep. roth,
bei den meinigen schwarz, nur am Hinterrande roth, an den
Seiten zuweilen noch weiss. Der Endring ist ganz ähnlich wie
bei Ps. globosus gebildet, jedoch etwas mehr kugelig, die Spitze
etwas kürzer, die Erhebung des Randes noch geringer; der
Psithyrus
186
Rücken desselben ist, namentlich am Ende, mit kurzem, feinem
rothen Flaumfilze bedeckt, — Die hintere Fusswurzel ist ziem-
lich länglich viereckig, gegen die Basis wenig verschmälert.
d.. Die gelben oder weissen Haare auf dem Schildchen
und ersten Hinterleibsring meistens zahlreicher, auf dem dritten
oft über die ganze Fläche verbreitet, zuweilen sogar auf den
zweiten vorrückend, das Gelb meist lebhafter, die rothen End-
haare lang und deutlich (dadurch am leichtesten von den & des
Ps. vestalis zu unterscheiden); der fünfte und gewöhnlich auch
die Basis des sechsten schwarz. Der untere Endring ist an der
Spitze eiwas umgebogen und zeigt zwei durch einen seichten
Ausschnitt getrennte kleine Höcker. Die Zangen sind ebenfalls
ähnlich denen des Ps. globosus gebildet, aber etwas stärker ge-
bogen, der griffelförmige Fortsatz etwas kürzer.
Vaterland: Wegen der sehr gewöhnlichen Verwechselung
mit andern Arten, namentlich Ps. vestalis, bisher meistens über-
schen. Die schwarzgemischten Var. fand ich um Chur in der
Schweiz, besonders am Fusse des Bizokelberges; bei Tegernsee
im baier. Gebirge, hier besonders im August 1853 die Männchen
in grosser Anzahl zwischen der Neureuth und Gündelalpe auf
Arnica montana. Auch sah ich ganz gleiche Exempl. von Imhoff
aus Basel, von Dhlb. aus Schweden; nach Schenck kommt die-
selbe Form auch in Nassau, nach Lep. um Paris und in den Py-
renäen vor. Von Var, .... sind mir nur Exempl. aus Schweden
und (nach Lep.) den Pyrenäen bekannt.
Einige von Dahlb. aus Schweden gesandte Exempl. 122 N.
weichen von dieser Art darin ab, dass auf dem fünften Hinter-
leibsring keine Spur von schwarzen Haaren vorhanden ist, son-
dern derselbe wie dasEnde roth, und die vorhergehenden 3 und
4 blass weissgelb behaart sind. Mir sind solche Exemplare im
Freien nie vorgekommen, ebenso auch das von Lep. beschriebene
© nicht, bei dem auch jene schwarzen Haare fehlen, die Seiten
des drilten und der vierte Ring aber weiss angegeben sind,
während das von ihm beschriebene ganz gut mit einigen
meiner Exempl. übereinstimmt. Bei flüchliger Betrachtung könn-
ten obige Exempl. für Iheilweise verblasste Individuen des Ps.
globosus gehalten werden, um so mehr, als auch ein Exempl.
(2) sich darunter befindet, das von meinen Exempl. der eben
genannten Art nur durch ein wenig blassere Behaarung des öten
187
und 4Aten Hinterleibsringes sich unterscheidet; auf dieses letzte
Individuum könnte auch Eversmann’s Ps. globosus bezogen wer-
den. Ich empfehle diese Formen weiterer Nachforschung.
Psithyrus globosus.
Niger, quandoque griseo- aut flavescenti-signatus, abdomine
subgloboso, segmentis 3 (saltem postice), 4, 5 (et 6 in 9)
fulvis.
9. Segmento anali infero apice ex ovali compresso-acu-
minalo, conico-foveolato, margine utrinque ante apicem vix obluse-
subangulato.
Long. 15— 17 mm.
d. Segmento anali infero semiovali, forcipe utrinque apice
styliformi, introrsum laminato et dentato.
Long. 12 — 15mm. Long. flagell. antenn. 43 — 53 mm.
Var. ©.
1. Thorace nigro.
2. Thorace antice utrinque macula grisea.
3. Thorace fascia antica grisea aut flavescenti.
Var. d.
1. Thorace abdominisque basi nigris.
2. Thorace antice posliceque griseo- mixto.
3. Thorace antice posliceque et abd. basi griseo- mixlis.
Synon.
Psithyrus globosus Eversm. Fn Volg.-Ural. 126. 2. (2.)?°)
@. Schwarz, auf dem Vorderrande des Brustschildes zu-
weilen ein grauer Fleck auf jeder Seite, die bei einem meiner
Exempl. zu einer Binde zusammentreten, die jedoch weit schma-
ler ist als bei Ps. quadricolor; das Schildchen manchmal mit spar-
samen blassen Haaren gemischt; Hinterleib fast kugelig, meistens
schon der ganze dritte, sowie der vierte und fünfte Ring roth,
der Endring oben mit, gegen das Ende hin dichtern, rothen
Flaumhaaren besetzt; unten am Ende zusammengedrückt zuge-
spitzt, beiderseits mit einem rhombischen Grübchen, der untere
Rand dieses Grübchens ein wenig dreieckig vorspringend, und
!) Die Beschreibung Eversmann’s bezieht sich auf meine Var. 3. 9, welche
vielleicht dort die gewöhnliche Form ist, das A ist ihm nicht bekannt.
S, die Bemerkung bei Ps, quadricolor.
188
ein kegelförmiges, an der Basis offenes Grübchen begränzend,
das jedoch wegen der dichten, filzigen Flaumhaare nicht deutlich
sichtbar ist. Die hintere Fusswurzel ist länglich viereckig, hinten
schwach gewölbt, die Flügel sind bräunlich-glashell, am Aussen-
rande geschwärzt.
d‘. In der Farbe wenig von dem 2 verschieden, nur kom-
men häufiger blasse Haare auf dem Vorderrande des Brustschil-
des und auf dem Schildchen vor, zuweilen auch auf den Seiten
des ersten Hinterleibringes; der sechste und Endring gleich den
vorhergehenden roth behaart. Die Zange ist hinter der Mitte
nach innen in eine weissliche, durchsichtige, hackenförmige Platte
erweitert, und endigt in einen griffelförmigen, an seiner Basis
nach innen mit einem Zahn versehenen Fortsatz.
Vaterland: Wahrscheinlich weniger bekannt als selten.
Ich fand diese Art bei Chur in der Schweiz, besonders am Fusse
des Bizokelberges, Herr Med. Cand. Brügger die JG‘ in grosser
Anzahl auf der Lenzerhaide; bei Tegernsee im baier. Gebirge
im August 1852 die 0° auf Disteln nnd Scabiosen am südwest-
lichen Ufer, auch um München ob der Menterschwaige, Russ-
land (Eversm.). Ä
189
Die Depressarien
und 4
/
einige ihnen nahe stehende Gattungen
r
beschrieben
von
P. CO. Zeiler.
(Tafel I. und III.)
D:s Genus Depressaria ist eins der natürlichsten unter den Scha-
ben und daher im Allgemeinen wenig durch fremdarlige Bestand-
theile verunreinigt worden. Wenn es aber hinsichtlich seiner
Erkennbarkeit als Genus wenig Schwierigkeit bietet, so steht es
dafür desto schlimmer hinsichtlich der Unterscheidung seiner zahl-
reichen Arten; sie gehörig von einander zu trennen und durch
feste Merkmale kenntlich zu machen, ist eine der schwierigsten
Unternehmungen. Um in dieser Hinsicht etwas Genügendes leisten
zu können, habe ich eine Menge Material vereinigt, wofür ich den
Herren v. Heyden, Lederer, Mann, Metzner, Reutti, Schmid
in Frankfurt am Main, Speyer, dem Kaiserlichen Museum zu Wien
und dem Königlichen zu Berlin zu besonderem Dank verpflichtet
bin. Wenn ich aber auch durch so vielfache Unterstützung in
den Stand gesetzt war, einen guten Theil der bisher aufgestell-
ten Arten mit krilischem Auge zu betrachten und auf eine siche-
rere Basis als die bisherige zu bringen, auch manche noch un-
beschriebene Art vorzuführen, so fehlt doch noch sehr viel, dass
nicht über den von mir behandelten Arten manches Dunkel schwe-
ben sollte. Die Zahl der Arten, die ich beschreibe, ist nicht un-
ansehnlich; sie könnte beträchtlicher sein, wenn ich alle, die ich
190
kenne, hätte beschreiben wollen. Bei der Veränderlichkeit der
meisten Arten, bei der Unangreifbarkeit vieler, wenn es sich
darum handelt, sie durch Worle kenntlich zu machen, habe ich
es vorgezogen, etwa ein Dutzend Unica, von denen ich manches
selbst besitze, wegzulassen und ihre Bekanntmachung für die Zeit
aufzusparen, wo sie für mich oder Andere keine Unica mehr
sind. Nicht selten habe ich mir während der Arbeit die Frage
gethan, ob es nicht zweckmässiger wäre, wenn ich diese und
jene nur in einem oder wenigen Exemplaren vorhandene Art,
die ich dennoch beschrieb, trotz ihrer anscheinend leichten Er-
kennbarkeit wegliesse; denn die Sicherheit der Wiedererkennung
nicht von der Genauigkeit der Untersuchung nnd der Aufstellung
standhafter Merkmale, sondern davon abhängig zu machen, dass
man sich die Ansicht des Originals verschafft, scheint mir ein
unserer Zeit ganz unwürdiges Verfahren zu sein. Darum konnte
ich aber meinen Beschreibungen keine geringere Länge geben,
und ich denke, dass man mir darüber keinen Vorwurf machen
werde, wenn man nur die Merkmale darin findet, nach denen
man seinen Arten ihre Namen. mit befriedigender Sicherheit an-
weisen kann.
An die Depressarien schliesse ich die Gattungen, welche den
Uebergang zu Gelechia bilden. Es sind eine europäische, an
Arten arme, und mehrere exotische, von denen wenigstens zwei
an Arten reich zu sein scheinen. Hier habe ich es hinsichtlich der
Beschreibung der Arten ziemlich leicht gehabt, da diese gross,
auffallend gezeichnet und gebildet und unter sich meistens sehr
verschieden sind. Man wird aber auch ihre Beschreibungen nicht
kurz finden. Was wir von exotischen Microptern-Arten in den
Sammlungen haben, ist ein höchst winziger Bruchtheil des in der
Wirklichkeit vorhandenen Ganzen. Wie viel einander höchst ähn-
liche Arten muss die üppig schaffende Natur der heissen Länder
hervorbringen, wenn es schon bei uns so viele giebt! Wer also
ein Thier vor sich hat, das von den andern ihm bekannten sehr
verschieden ist, darf nicht glauben, er habe mit ein paar hinge-
worfenen Worten genug gelhan, um es für die Zukunft unver-
kennbar zu characterisiren; in den meisten Fällen wird die Zu-
kunft noch eine ganze Schaar Arten anreihen, auf welche die-
selben Worte anwendbar sind. Die Anweisung auf das Original
ist nur zu vermeiden, wenn man dasselbe als von einem Dutzend
191
sehr ähnlicher Arten umgeben ansieht und sich gewissenhaft be-
müht, seine Beschreibungen so einzurichten, dass Merkmale darin
vorkommen, die dem unsichtbaren Dutzend mangeln. Bei aller
Genauigkeit und Ausführlichkeit wird aber doch keine Sicherheit
erzielt, wenn der Gegenstand an wichtigen Theilen beschädigt
ist. Von dieser Beschaffenheit ist leider ein grosser Theil un-
seres exotischen Materials an Microptern, und daher beschränkt
sich die Zahl der von mir beschriebenen Cryplolechien und Ant-
aeotrichen ungefähr auf die Hälfte der Arten, die mir zur Ver-
fügung gestanden haben.
Von der Galtung Depressaria hat Stainton eine Art unter
dem Namen Exaceretia abgesondert. Ich würde sie, nach Her-
rich-Schäffer’s Beispiel, wieder damit vereinigt haben, wenn sie
nicht erstlich im Flügelgeäder (Tin. brit. p. 82) einen ziemlich
erheblichen Unterschied zeigte. Während nämlich bei allen De-
pressarien, deren Flügel ich abgeschuppt habe, der untere Ast
der Adergabel, welche den letzten Ast der Subcostalader bildet,
oberhalb der Flügelspitze ausläuft, geht er bei Exaeretia in der
Flügelspitze selbst in den Rand aus. Stainton führt noch als
Merkmal die pubescirend gefranzten Fühler des Männchens an,
worüber ich nicht zu urtheilen vermag, da ich blos ein Weib-
chen zur Ansicht habe. Das dritte Merkmal: alae anteriores co-
sta leviter sinuata ciliis sub apicem leviter retusis, halte ich für
unwesentlich, da es nur einen höhern Grad der Bildung anzeigt,
die wir der Depressaria costosa, an welche sich Exaeretia zu-
nächst anschliesst, gleichfalls zusprechen müssen. Nach Stainton
sind die Flügel bei Exaeretia brevius ciliatae. Allein an den Vor-
derflügeln sind die Franzen nur wegen ihrer Zeichnung schein-
bar kürzer, und der Schein verschwindet bei Betrachtung der
Unterseite; den Hinterflügelfranzen giebt blos die dunklere Linie,
welche leicht für die Hinterrandlinie gehalten wird, das Anschen,
als ob sie wirklich kürzer seien als bei Depr. costosa. — Viel
wichliger ist zweitens der Unterschied in der Vorderflügelzeich-
nung. Exaeretia Aliisella, die sich ohne Zweifel an die Abthei-
lung Aa von Depressaria anschliesst, entbehrt des kurzen, am
Innenrand in der Nähe der Wurzel schräg aufsteigenden Striches,
zwischen welchem und der Wurzel der Grund auffallend hell ist,
wie wir ihn als Regel bei der Verwandtschaft der Depr. costosa
sehen; dagegen hat die Wurzel am Vorderrande eine gelichlete
192
Grundfarbe und auf dem Innenrande selbst eine kurze, ganz helle,
einwärts sehr dunkel gerandete Linie — ziemlich so, wie wir es
bei der Abtheilung Ab von Depressaria sehen. Gar nicht den
Depressarien analog ist der schräge, vom Vorderrand gegen den
Innenwinkel gerichtete, einwärts scharf abgeschnittene Schatten.
— Auch zeigt drittens der Hinterleib von Exaeretia im weib-
lichen Geschlecht etwas Eigenthümliches, indem er sowohl auf
dem Rücken wie auf dem Bauch convex und auf ersterem mit
schwach erhabener Mittelleiste versehen ist. Die Seitenränder
der Ringe haben spärliche, wenig absiehende, nach unten ge-
neigte Schuppen, und der Afterbusch ist kurz, spärlich, zusam-
mengezogen — also sehr übereinstimmend mit Depressaria. Aber
bei letzterer ist der zusammengedrückte, am Ende abgerundete
Legestachel ganz eingezogen und wird bei getrockneten Exem-
plaren nur nach gänzlicher Abreibung des Afterbusches sichtbar;
bei Exaerelia ist er zwar eben so gestaltet, wird aber durch die
Haarschuppen des Afterbusches weder von oben, noch von unten
verdeckt und reicht noch etwas über sie hinaus. — Nach $tain-
ton ist der Saugrüssel von Exaeretia mittelmässig lang (haustel-
lum mediocre), also ungefähr von Hinterleibslänge. An meinem
Exemplare fand ich ihn von Länge des Kopfes und nur eine
Spirale bildend. *)
Aus allem diesem ergeben sich für Exaeretia Stainton
folgende wesentliche Charactere:
Antennae Z° pubescenli-ciliatae. Palpi labiales articulo secundo
infra scopiformi, scopis longitudinaliter divisis. Alae ante-
riores vena apicali furcata, furcae ramo inferiore in apicem
exeunte; posteriores margine poslico ante angulum analem
sinuato. Abdomen ® convexulum, oviductu exserlo.
Depressaria stimmt im Tasterbau ganz mit Exaeretia über-
ein; die Längsfurche in der Bürste, welche die dichten Schup-
pen auf der Unterseite des zweiten Lippentastergliedes bilden,
unterscheidet beide Genera von allen Verwandten.**) Bei einer
Art (Dictamnella) ist sie in einen langen Busch verwandelt, der
*) Doch will ich diese Angabe nicht als völlig sicher vertheidigen, da der
Saugrüssel, den ıch abgelöst hatte, noch während der Untersuchung ver-
loren ging.
**) Ihr Mangel lehrt aufs Sicherste, dass Lutosella fig. 438. bei Herrich-
Schff. keine Depressarie, sondern eine wahre Gelechie ist.
193
aber auf der Oberseite auch die characteristische Furche zeigt.
Das Endglied der Lippentaster ist dünn, dornenförmig, mit kleinen,
eng anschliessenden Schüppchen bekleidet, bei wenigen Arten mit
einigen längern, lockeren Schuppen gegen die Wurzel. — Das
zweite Hauptmerkmal bietet der flache, durch Schuppenbüsche, deren
jedes Segment an jeder Seite einen hal, gerandete, auf der Un-
terseite schwach convexe Hinterleib. Beim Männchen ist er auf
der Oberseite mehr concav als beim Weibchen, und seine Seiten-
büsche sind aus mehr Haaren zusammengesetzt und gedrängter;
auch ist sein Analbusch länger, reicher an Haaren und dabei
weniger zugespilzi, — Das dritte Hauptmerkmal giebt die Ge-
stalt der Hinterflügel. Diese sind länglich, am Innenwinkel ab-
gerundet und vor der Mitte des Hinterrandes busig einge-
drückt. Dieser Busen ändert in der Deutllichkeit nach den Arten
sehr ab, es giebt ein paar Arten, bei denen er als fehlend an-
zunehmen ist.
Das Geäder der Vorderlügel hat hinsichtlich seiner obern
Parthie die grösste Uebereinstimmung bei allen untersuchten
Arten. Die Subcostalader giebt an den Vorderrand drei Aeste
ab und endigt mit einer Gabel, die gleichfalls in den Vorderrand
oberhalb der Flügelspitze ausläuft. Die Adern der untern Parthie,
nämlich die Aeste der Medianader, zeigen eine zweifache Ver-
schiedenheit. Entweder ist der erste der 4 Aeste, in die sich
die Medianader auflöst, weit abgerückt von den übrigen, und
diese sind ziemlich nahe bei einander, ohne sich zu verbinden;
oder er fehlt scheinbar ganz, indem er mit dem zweiten zu einer
Gabel zusammengeflossen ist, von der er den kürzern, nächst
der Falte auslaufenden Ast darstellt. (So ist es nach Stainton
auch bei Exaeretia.) Die Falte geht an ihrem Enddrittel stets
in eine Ader über, und die Subdorsalader ist an der Wurzel in
eine Gabel gespalten. — Auf den Hinterflügeln nimmt Stainton
drei Subdorsaladern an, von denen die dritte an der Wurzel sich
in eine Falte umgestaltet; richtiger ist jedenfalls die Ansicht,
dass nur zwei Subdorsaladern vorhanden sind, und dass die
Falte, welche sich zwischen der zweiten Subdorsalader und dem
ersten Aste der Medianader befindet, an ihrem Ende röhren-
förmig wird.
Als wesentliche Charactere ergeben sich für Depressaria
folgende: |
IX. 13
194
Antennae denticulatae. Palpi labiales articulo secundo infra
scopiformi, scopis longitudinaliter divisis. Alae anteriores
vena apicali furcata, furca in costam terminata; posteriores
margine postico ante angulum analem sinuato. Abdomen
planum squamis marginatum, oviductu abscondito.
Als eine Eigenthümlichkeit der meisten Arten ist noch zu
erwähnen, dass die Glieder des Vordertarsus dunkel, braun oder
schwarz, am Ende aber hell gerandet sind, dass aber das 3te und
Ale oder doch das Ate keinen hellen Rand hat und sich überdies
durch Dunkelheit der Färbung auszeichnet.
Exaeretia Stainton.
1. Allisella Staint.
Alae anteriores nebuloso-cinereae, striga ex costa media ad-
versus angulum interiorem intus albido-marginata, exterius
fusco-adumbrata, costa poslice maculis parvis fuscis notata,
linea marginis postici tenui fusca.
Exaeretia Allisella Stainton T'ranst. Ent. Soct. V, p. 152, pl. 17. fie. 1.
— Cat. of Brit. Tin. p. 16. — Companion ed. 1. p. 14, 40 et 50.
— ed. 2. p. 11, 37, 43. — Tin. brit. p. 82. — Cat. of brit. Microlep.
p. 55. — Depressaria Allisella Herrich-Schäffer S. 115.
Da Staintons ausführliche Beschreibung und Abbildung in
den Transactions zwar ohne specifischen Unterschied von meinem
weiblichen Exemplare abweicht — der Hauptunterschied ist der,
dass dort auf den Vorderflügeln zwischen Basis und Mitte noch
ein schräger dunkler Strich vom Vorderrand herabkommt, dass
der darauf folgende in der Abbildung nicht soweit verlängert
ist, wie an meinem Exemplar, und von dem starken Schatten
dahinter schwache Reste besitzt, und dass der Vorderrand vor
der Flügelspitze nicht braunfleckig ist — so gebe ich zuerst die
Uebersetzung seiner Worte:
„Diese Art hat auf den ersten Blick einigermaassen das An-
„sehen einer Peronea (Teras Tr.). Vorderflügel etwas glän-
„zend bleigrau mit einem rosigen Anstrich an der Basis gegen
„den Innenrand; etwas vor der Mitte ist ein kurzer, schräger
„rosiger Strich, der vom Vorderrand herabkommt, nur über
„den halben Flügel reicht und sich in einen dunklern Fleck
„endigt. Ihm parallel, etwas hinter der Mitte ist ein ähnlicher,
195
„bis zum Innenwinkel reichender Strich, der ein linienförmiges,
„schwarzes Fleckchen in dem letziern enthält. Hinter diesem
„Strich ist der ganze hintere Raum des Flügels mehr oder
„weniger röthlich angelaufen, und ein dunklerer Schatten geht
„aus dem Innenwinkel bis zur Spitze, indem er die Aussen-
„seite des dreieckigen Fleckes bildet (der auf dem Bilde ganz
„fehlt). Der Theil des Flügelraums, welcher dem schwarzen
„Fleck folgt, ist etwas blasser als der umgebende Raum. Vor
„dem Anfang der Franzen ist eine dunkle Randlinie. Franzen
„an ihrer Wurzel grau, am Ende grau-röthlich, am dunkelsten
„um die Flügelspitze. — Hinterflügel graulich, mit dunklerer
„Randlinie vor den blässeren Franzen.“
Zu bemerken ist, dass die Abbildung statt der rosigen oder
röthlichen Färbung eine rostfarbige zeigt; da sie mit der Be-
schreibung nicht genau stimmt, so scheint sie nicht recht gerathen
zu sein.
Beschreibung meines Exemplars. Kopf und Rückenschild
braun-röthlich-grau; Gesicht nach unten ins Gelbliche. Taster
von mehr als Rückenschildslänge, stark aufgekrümmt zusammen-
gedrückt, am 2len Gliede durch Beschuppung gleichmässig ver-
dickt, nur gegen die Spitze ein wenig dünner, auf der Bauch-
seite locker beschuppt. Das Endglied von halber Länge des
zweiten Gliedes, zusammengedrückt pfriemenförmig, sehr spitz,
nach unten durch etwas lockere Beschuppung verdeckt und sich
fast ohne Gränze an das vorhergehende Glied anschliessend.
Farbe aussen und auf der Bauchseite bräunlich-grau, innen längs
dem Rücken bleichgelblich, wie die Endhälfie des Endgliedes.
Beine hell röthlich-grau, die vordern und die an den Enden bleich
gelblichen Tarsenglieder verdunkelt. Die Hinterschiene dick, auf
dem Rücken mit langen, anliegenden, grau-gelblichen Haaren,
vier ziemlich lange Dornen, das obere Paar wenig hinter der
Mitte, sind schmutzig gelblich, aussen bräunlich. -- Hinterleib
auf beiden Seiten etwas convex, bleichgelb, am Bauch schwärz-
lich bestäubt, am meisten seitwärls.
Vorderflügel 42° lang, gestreckt, mit scharfem Vorder- und
etwas erweiteriem, abgerundetem Innenwinkel und ziemlich
senkrechtem Hinterrande, sind aschgrau, kaum etwas glän-
zend, an der Wurzel mit braunröthlicher Verdunkelung, welche
sich gegen die Flügelhälfte allmählig lichtet; der Innenrand nahe
196
der Wurzel ist scharf abgeschnitten hellgelb. Von der Vorder-
randmitte geht eine sanft gekrümmte rothbraunschattige Linie
nach dem Innenwinkel; sie ist einwärts weisslich gerandet, aus-
wärts sehr breit dunkel schattirt und über ihrer Mitte mit einem
schwarzen, wischförmigen Fleck bezeichnet. Der Raum bis zur
Flügelspitze ist verdunkelt mit zwei hellen Stellen, wovon die
eine schräg gegen die Flügelspitze gerichtet ist, die andre am
Hinterrand entlang zieht. Auf dem Vorderrand vor der Flügel-
spitze sind 4 schwärzliche Fleckchen. Die Franzen, welche un-
ter der Flügelspitze schwarz busig eingedrückt sind, haben eine
braunschwarze, den Innenwinkel nicht erreichende Wurzellinie,
die zugleich Hinterrandlinie ist; sie sind röthlich-grau, gegen die
Flügelspitze dunkler und an dieser braunröthlich.
Hinterflügel vor dem abgerundetem Schwanzwinkel am Hin-
terrande seicht eingedrückt, seidenglänzend bleichgelb, gegen den
Vorderwinkel grau bestäubt. Franzen um die Flügelspitze mit
feiner schwärzlicher Wurzellinie, übrigens hier grau, gegen den
Schwanzwinkel allmählig blassgelblich.
Unterseite etwas seidenglänzend; Vorderflügel grau, am Vor-
derrand auf der hintern Hälfte mit schwärzlichen, schmalen Fleck-
chen; Franzen graubraun. Hinterflügel bleich gelblich, am Vor-
derrand und vor der Flügelspitze schwärzlich bestäubt, hier auch
mit schwärzlicher, durch die Adern unterbrochener Randlinie.
Die seltene Schabe wurde von Herrn Allis in Yorkshire
entdeckt und auch in Cumberland aufgefunden. Sie fliegt im Juli
und August an Artemisia vulgaris. Ein Exemplar sah ich in einer
Determinandensendung, wie ich glaube, aus Holstein. Das meiner
Sammlung stammt aus der Gegend von Danzig, wo es Herr
v. Tiedemann fing; das Herrich-Schäffer’sche war gleichfalls
aus Preussen.
Depressaria Haworth.
Die Arten theilen sich in zwei obere Abtheilungen, wovon
die zweite bisher nur eine Art umfasst.
A) Palporum articulus secundus infra scopiformis. Vena alarum
anteriorum mediana aut in 4 ramos solvitur aut in 3, quo-
rum primus longe furcatus est.
sp. 1 — 62.
‚B) Palporum articulus secundus infra longe fasciculatus. Vena
alarum anleriorum mediana 4 ramos simplices exserit,
Die durch ihre Taster so auffallende und den Hypso-
lophen sich nähernde Art ist im Uebrigen eine so ächte
Depressarie, dass sie nicht einmal einen besondern Ab-
theilungsnamen erhalten kann.
sp. 69.
Die Abtheilung A löst sick sehr natürlich in zwei Unterab-
theilungen auf:
a) Die Medianader der Vorderflügel hat drei Aeste, deren er-
b)
ster nicht weit vom zweiten enlfernt ist und sich in eine
lange, kurzgestielte Gabel endigt. (Untersucht sind Litu-
rella, Laterella, Thapsiella, Propinquella, Applana.) Dieselben
Flügel haben ein hell beschupptes, schmales Wurzelfeld, wel-
ches sich am Vorderrand erweitert und vor der Hälfte dessel-
ben verliert; es wird unterhalb dieser Erweiterung durch
einen dunkeln Strich, der auf dem Innenrand steht und nach
aussen geneigt ist, scharf gegen die Grundfarbe abgegränzt.
Einige Arten (Liturella, Pallorella) haben eine so helle
Grundfarbe, dass sich das Wurzelfeldchen nicht absondert;
dann ist aber seine Gränze gewöhnlich durch einen schwar-
zen, an der Stelle des Strichs befindlichen Punkt angedeu-
tet. Bei einer einzigen Art (Culcitella) ist das ganze
Wurzelfeldchen schwarz und ohne Erweiterung am Vor-
derrande.
sp. 1.— 40.
Die Medianader der Vorderflügel hat 4 einfache Aeste,
deren erster weit abgerückt ist, (Untersucht sind Depres-
sella, Badiella, Heracliana, Chacrophylli.) Das Wurzelfeld-
chen fehlt stets; dafür ist der Innenrand von der Wurzel
aus in einer dünnen Linie ganz hell, gewöhnlich gelblich
weiss; diese ist nach innen schwarz oder braun ge-
säumt, und an diesem Saum ist die Grundfarbe meist ver-
dunkelt.
sp. 41 — 62.
198
Abtheilung A, a.
1. Costosa Haw.
Alis anterioribus acutiusculis flavidis, macula media obliterata
fuscescenti, ciliis apicalibus sanguineis vel rufo-fuscis.
Depress. costosa (the dingy Siraw) alis rufis, macula magna oblonga
media costali fusca, ciliis roseis Haworth Lep. Brit. III., p. 508 (1811)-
— Steph. Cat. 7171. — Iliustr. IV. p. 203.20. — Stainton Transact,
Ent. Soc. V. p. 153.1. — Tin. brit. 84. — Cat. pag. 16.1. — Suppl.
2l. — Companion ed. 1. pag. 14, 46, 50, 59. — ed. 2. p. 11, 37,
43. 76. — Cat. Brit. Tin. P- 56.
Tinea depunctella Hübn. 378.
Pinaris depunctella Hübn. Cat. 411. 3962.
Haemylis — Tr. IX. 1. p. 260. X., 3. 280. — Kollar Vzchn. p. 92.
Hämilis depunctella (Hemilide deponctuee) Dup. Hıist. VII., pP: 148. pl.
291. f. 2. — Cat. p. 334,
Depressaria depunctella Z. Isis 1839. , p. 195, 1 — Schles. Schmttlgs-
tauschb!. IV. (1843) p. 18. — Ent. Ztg. XI. (1850). — Beutti
Beitr. p. 186. 22.
Tortrix spartiana H. 199.
Var. b) macula media minula subobsoleta, punctulis nigris cre-
bris ubique sparsis.
In der Flügelgestalt am nächsten der Exaeretia Allisella, mit
viel schärfer vortretendem Vorderwinkel der Vorderflügel als bei
jeder andern Depressarie. Am ähnlichsten ist ihr darın Assimi-
lella, welcher aber der busige Eindruck unter der Flügelspitze
gänzlich fehlt, und die ausserdem leicht durch die ganz hellen
Franzen von ihr zu unterscheiden ist.
Grösse veränderlich wie bei Liturella. Kopf weiss, wie die
Taster und die Beschuppung des Rüssels. Taster von Rücken-
schildslänge; 2les Glied durch die an der Bauchseite lockere
Beschuppung stark verdickt, nach unten viel weniger, auf der
Aussenseile mit rothbräunlichen Stäubchen; Endglied dünn, pfrie-
menförmig, von 3 Länge des vorhergehenden Gliedes, an der
feinen Spitze und in einem Ringe unter derselben schwarz. Am
untern Augenrande sind einige roihe Haarschuppen. Fühler
bräunlich, am gelblich-weissen Wurzelgliede mit einigen weiss-
lichen abstehenden Haarschuppen. Rückenschild weisslich-gelb
mit rosibraunem Schuppenhöcker auf dem Schildchen. Beine
199
schmulzig hellgelb, spärlich braun bestäubt; die vordern an der
Innenseite von Schenkel und Schiene braun, sowie am Fussende;
die Schiene auf der Vorderseite mit gerötheter Wurzel. Mittel-
schiene aussen gerölhet und öfters gebräunt. Hinterleib weiss-
gelblich, am Bauche mit 4 Reihen schwarzer Punkte, wovon die
äussersten die grössten und schärfsten sind.
Vorderflügel 4-— 5‘ lang, länglich, am Innenwinkel etwas
erweitert und abgerundet, unter der rechtwinkligen Spitze schwach
eingedrückt, hellgelb, mehr oder weniger röthlich angeflogen.
Die hellgelbe Basis ist durch einen vom Innenrand schräg nach
aussen aufsteigenden, bis zur Subcostalader reichenden rothbräun-
lichen Strich begränzt und zieht sich, nach und nach an ihrer
Reinheit verlierend, am Vorderrand hin. Die Schulterwurzel hat
einen schwarzen Punkt. Vor der Flügelmitte ist im Mittelfelde
ein tiefschwarzer Punkt, über welchem bisweilen, schräg ein-
wärls, ein andrer liegt. Auf der Flügelhälfte unterhalb des Vor-
derrandes liegt ein dunkel violeitgrauer Fleck von sehr wechseln-
der Grösse, mit verflossenen Rändern und länger als breit; bis-
weilen ist von ihm fast nichts als die schwärzlichen, kurzen Quer-
strichelchen vorhanden, die man sonst in ihm schwer wahrnimmt;
an seinem untern Rande wird er rostroth, welche Farbe stets
sichtbar bleibt, und worin gewöhnlich ein feines weisses Pünkt-
chen vorhanden ist. Die ganze Fläche des Flügels ist hier und
da, am meisten gegen den Vorderrand, mit schwärzlichen Punkten
bestreut. Die Hinterrandfranzen sind von der Flügelspitze aus
fast blutroth, mehr oder weniger mit Violettbraun gemischt
diese Farbe verblasst unter der Hälfte des Hinterrandes und geht
in blasses Gelb über.
Hinterflügel eiwas seidenglänzend, bleichgelblich, in der Flü-
gelspitze von der durchscheinenden Färbung der Unterseite el-
was grau.
Unterseite der Vorderflügel grau, oft sehr dunkel, an den
Rändern schmal bleichgelb, am breitern Vorderrand schwärzlich
besprengt; Franzen lichter als auf der Oberseite. Hinterfüügel
lichter als die Oberseite, am Vorderrande und in der Flügelspitze
hellgrau oder gelblich-grau, mit schwärzlichen Pünktchen oder
Querstrichelchen bestreut.
Var. b) Zwei Weibchen haben die Grundfarbe wenig ver-
dunkelt und den Wischlieck der Flügelmitte schr klein und
200
hauptsächlich durch die Querstrichelchen angedeutet. Die Fläche
ist mit schwarzen Pünktchen reichlich bestreut, am meisten auf
der Vorderrandhälfte. Die Unterseite der Vorderflügel ist gelb-
lich-hellgrau, der Hinterflügel am Vorderrand und der Flügel-
spitze blassgelblich und ohne Glanz. |
Diese im Allgemeinen nicht häufige Art findet sich in meh-
reren Gegenden Deutschlands (Schlesien, Mark Brandenburg (Z);
Böhmen (FR.), Wien (Kollar), Sachsen (v. Tischer), Baden
(Reutti!); um Frankfurt am Main und Wiesbaden (v. Heyden!);
in Ungarn (Tr.); in England ist sie gemein im Juli und August
zwischen Spartium und Ulex europaeus (Stainton). Bei uns
wird sie im Juli und August auf trocknen Waldstellen aus Dorn-
gesträuch, Kieferbüschen, Farrnkraut etc. aufgescheucht.
Die Raupe lebt nach Stainton an den 2 vorhin genannten
Pflanzen, wahrscheinlich noch an andern, da der Schmetterling
vorkommt, wo keine von beiden wächst; o. Heyden zeigt auch
das Spartium als die Futterpflanze an. 2
Anmerkung: Herr v. Tiedemann beschreibt in den Pıeuss. Provinzial-
blättern Jahrg. 1845 S. 536 eine der Costosa nahe stehende oder damit iden-
tische Art, die ich einst sah, an deren Aussehen ich mich aber nicht erinnere.
mit folgenden Worten: „einmal im Juli aus VVeissbuchen geklopft (bei
„Danzig); sie ist wenig grösser als Liturella und von gleicher Grundfarbe,
„hat an den Franzen der Vorderflügel eine ziegelrothe Färbung, die sich nach
„dem Innenrande in eine dunkel rothbraune Linie verliert, welche dann diesen
„scharf begränzt. Von der Wurzel der Vorderflügel ab sind die beiden äussern
„Flügeladern bis zu 4 der Flügellänge sehr fein dunkelgrau, dann tritt diese
„Farbe, nur noch feiner, auf die mittlere Flügelader in gleicher Länge über.
„Zwischen den Adern finden sich, wo der Farbenwechsel eintritt, zwei kleine
„schwarze Punkte. Die Unterflügel unterscheiden sich von denen der Litu-
„rella durch die dunkler hervortretenden Flügeladern.“ Ein Naine ist ıhr
nicht ertheilt.
2, Liturella SV.
(Fig. 5.)
Palpis pallidis, articulo terminali non annulato, antennis tarsis-
que 4 anterioribus fuscis, seriebus ventris 4 punctorum
nigrorum; alis ant. subacutis pallidis, punctis disci duobus
valde distanlibus nigris, macula sub posteriore fusco-fer-
ruginea.
201
‘ Tin. liturella, gelblichter Schabe mit niederen dunklen Flecken, Wien.
Vzchn. 137. 4. — ed. Illig. II, 99. — ed. v. Charp. 129, — Schrank
Fn. II, p. 115.
Haemylis — Tr. 1X, 1, 257. u. X, 3. 280. — Kollar Vzchn, p- 91. —
Zetterstedt Ins. lapp- p. 1000. — (Hem. raturee): Duponchel Hist.
VI, p. 123. pl. 291. fig, 1. — Cat. p. 334.
Depressaria — Z. Isis 1839. 195. 2. — 1846., 279. 1. — Entom, Ztg. XI
(1850) p. 149. — Schläger Tauschvereinsblatt S. 86 u, 129. — Schles.
Schimtauschvereinsbl. II (1841) p. 18. III (1842) p. 17. IV (1843) p.
18. V. (1844) p. 17. VIII (1846) p. 13. — v. !iiedemann Pr. Provin-
zialbl. 536, 2 — Tengström Fjäril Fn. 122. — Reutti Vzchn. 186,
23. — Slainton Cat. 16, 2 — Suppl. 21. — Companion ed. 1. p.
14, 29, 46, 50, 59. — ed. 2. p. 11, 25, 37, 44, 76. — Trausact, V.
p. 153. 2 — Tin. brit. p. 85. — Cat. Brit. Tin. p. 56.
Depressaria Sparrmanniana Stephens Cat. 7175. — Illlustr. IV. 200. 10.
Tinea flavella Hon. fig. 97. — Pinaris Hbn. Cat. 411. 3971.
Depressaria flavosa (the Straw-coloured) Haworth Lep. brit. IV, 507. 6.
Var. b, ut a, al. ant. rare nigro-irroralis, macula nulla.
Pyral. Sparmanniana Fabr. Ent. Syst. 3, b. 285.
Var. c, alis ant. unicoloribus, punclis disci duobus minulissi-
mis, macula nulla.
Durch ihre mit den Flügeln gleichgefärbten Franzen ist sie
leicht von Costosa zu unterscheiden. Andere darin, in der hel-
len Grundfarbe und der Deutlichkeit eines Winkels, den die Fran-
zen um die Vorderflügelspitze bilden, übereinstimmende Arten
haben, wie Assimilella und Nanatella, auf der ganzen Vorderflü-
gellläche reichlich braune Stäubchen und Pünktchen aufgestreut,
am Endgliede der Taster vor der Spitze einen grauen Ring und
die Vorderlarsen auf dem Rücken hell gefleckt, nicht einfarbig
braun. Am ähnlichsten ist Pallorella, welche in der Färbung der
Taster, Fühler und Beine ganz mit Liturella übereinstimmt; aus-
serdem aber dass ihre Vorderflügel ein wenig abgerundeler sind
und zur Grundfarbe ein helleres, mehr fahles Gelb haben, fehlt
der rostbraune Fleck, den Liturella fast immer besitzt, und alle
rostfarbene Bestäubung gänzlich, und als besonderes Kennzeichen
geht von der Stelle dieses Flecks ein schwärzlicher Streif schräg
gegen die Wurzel zu und endigt nahe derselben am Innenrande ;
ausserdem ist der schwarze Punkt an der Wurzel stets vorhan-
den und sehr scharf; endlich führt der Bauch zwei nur am Ende
unterbrochene schwarze viitas laterales, wofür Liturella nur zwei
Punktreihen aufweist.
202
Grösse sehr veränderlich, im Durchschnitt wie von einer an-
schnlichen Assimilella. Rückenschild bleichgelb, Kopf und Taster
noch etwas heller. Letztere von Rückenschildsläinge, am 2ten
Gliede aurch die Beschuppung über der Mitte am meisten er-
weitert, aussen bis zur Wurzel bräunlich angeflogen, bisweilen
ganz einfarbig bleichgelb; das Endglied kürzer als das 2te Glied,
pfriemenförmig, ganz ohne Zeichnung. Rüssel bleichgelb. Füh-
ler braun oder bräunlich; das Wurzelglied an der Schattenseite
bleichgelb. — Die 4 vordern Beine sind an den Schienen und
Füssen, die vordern auch an den Schenkeln, auf der Rückenseite
braun ohne helle Flecke; die Hinterbeine einfarbig bleichgelb, an
den Tarsengliedern etwas bräunlich; bisweilen sind auch die
Schienenwurzel und die beiden äussern Dornen auf einer Seite
gebräunt. — Hinterleib bleichgelb beschuppt, am Bauche mit 4
Längsreihen schwarzer Punkte, von denen die der miltlern Reihe
die kleinsten sind. |
Vorderflügel 4— 5° lang, länglich, doch nicht ganz so ge-
streckt wie bei Costosa, mit deutlichem, rechtem Winkel, den die
Franzen um die Flügelspilze bilden, blassgelb, mehr oder weni-
ger reichlich mit blassen roströthlichen Wischchen bestreut, be-
sonders gegen den Innenrand und auf der hintern Flügelhälfte,
und mit spärlichen, oft fehlenden schwarzen Stäubchen. Ein
schwarzer Punkt, der nicht immer deutlich ist, steht nahe der
Basis am Innenrande. Ein zweiler, stets deutlicher (nur nicht
bei Var. c) ist im Miltelraum vor der Flügelhälfte, ein dritter
grösserer in gleicher Höhe hinter der Flügelmitte. Unter dem
letztern liegt ein brauner, roslfarbig verlliessender, länglich-run-
der Fleck. Bei den deuilichsten Exeinplaren geht von ihm ein
roströthlicher, etwas schwärzlich bestäubter Schattenstreif schräg
einwärts gegen den Punkt an der Basis, also ähnlich wie bei
Pallorella, nur mehr gekrümmt und in der Falte unterbrochen.
Bei undeutlicher gezeichneten Exemplaren ist von ihm nur ein
Rest unter der Falte vorhanden, der nicht selten gänzlich fehlt,
Der Hinterrand ist mit einer Reihe mehr oder weniger deutlicher
schwarzer Punkte bezeichnet; sie fehlt öfters völlig. Franzen
ganz einfarbig, wie die Grundfarbe.
Hinterflügel etwas glänzend, weisslicher als die Vorderflügel,
gegen die Spitze gelblicher und bisweilen von der durchschei-
nenden Unterseite elwas grau. Franzen weisslich, gegen die
203
Flügelspitze gelblicher und hier von der Fläche durch eine nicht
immer vorhandene Reihe schwärzlicher Strichelchen getrennt.
Unterseite der Vorderflügel grau, oft sehr hell und gelblich
gemischt, mit gelblichem Vorderrande. Die schwarzen Punkte
des Hinterrandes sind kleiner und zahlreicher als auf der Ober-
seite. Hinterflügel weisslich- gelb, öfters gegen die Spitze mit
grau beflogenen Adern und am Vorderrande mit grauem Anflug.
Var. c, ein Männchen aus Mann’s Sammlung, zeichnet sich
sehr aus, doch nicht als Art. Es hat etwas über mittlere Grösse
und ein wenig breitere Vorderflügel, deren Grundfarbe eine doch
sehr schwache Neigung zum Fahlgelben hat. Rostfarbe und
schwarze Bestäubung ist gar nicht vorhanden; von dem Fleck
ist blos auf dem rechten Flügel eine äusserst geringe Spur zu
entdecken. Die zwei Punkte des Mittelfeldes sind zu ungemein
kleinen Pünktchen geworden. Der Punkt an der Basis fehlt, so
wie jede Bezeichnung der Ränder auf Ober- und Unterseite. —
An den Hinterflügeln fallen die Franzen um die Flägelspitze durch
intensiveres Gelblich auf und haben hier nahe der Wurzel eine
etwas dunklere Linie. Die Vorderbeine sind auf dem Rücken
braun, die Schienen und Tarsen der Mittelbeine schiefergrau. Der
Bauch hat nur die zwei äussern Punktreihen und die Punkte darin
sehr klein. — Zu dieser Varietät besitze ich Uebergänge, die ich
mit der gewöhnlichen Art aus gleichen Raupen erhielt. Zu ihnen
gehört Var. b, welche in der Grundfarbe und den schwarzen
Punkten mit der Stammart übereinstimmt, aber auch des Flecks
entbehrt und gar nichts Rostgelbes hat; ihre scharfe Vorderflü-
gelspitze und der Punkt nahe der Wurzel zeigt, dass sie nicht
eiwa Herrich’s fig. 448 sein kann.
Diese gemeine Art ist fast über ganz Europa verbreitet. Am
nördlichsten wurde sie beobachtet bei Abo in Finland (Tengstr.),
am südlichsten in Toscana bei Badia (Mann), am östlichen in Ungarn
(FR). Sie bewohnt wohl am meisten die flachen Gegenden; doch
kommt sie auch in Gebirgsgegenden vor, z.B. bei Zürich (Bremi!),
beiSils im Ober-Engadın 5600’ hoch (v. Heyden !). Ihre schwarze
Raupe mit glänzend schwarzem Kopf, Nackenschild und Vorderfüssen
lebt am gewöhnlichsten auf feuchten Wiesen, bei uns auf Cen-
taurea jacea, in England auf Cent. nigra, in Röhren, die sie aus
den Blattzipfeln bildet; erwachsen ist sie im Juni. Die Schabe
fliegt im Juli und August, in Toscana schon im Juni.
204
3. Pallorella Z.
(Fig. 1. 2.)
Palpis pallidis, articulo terminali non annulato, antennis tarsis-
que quatuor anterioribus vittisque ventris duabus fuscis;
alis ant. pallide osseis, punctis duobus disci valde distan-
tibus nigris, litura longitudinali fusca prope dorsum.
Depressaria pallorella Z. Isıs 1839, S.195. — Entom. Ztg. XIV (1853)
p- 83. — Schles. Schmtanschbl. 1V (1843) p. 18. VI (1845) p- 14.
— Herrich-Schff. tab. 52. fig. 449. — Stainton Cat. p. 16. Suppl,
p. 21. — Companion ed. l, p- 14. 64. — ed. 2. p. 11. 8. —
Transact. V, p- 153. — Tin. brit. p- 8, 3. — Cat. of brit. Tin,
p- 56, 3.
Haemilis pallorella Dup. Cat. 335.
Var. b, ut a, sed al. ant. nigro-irroralis, cosla puriore.
* Var. c, ut a, sed alis ant. litura nulla.
Herrich-Schff. ıab. 52. fig. 448.
Ihre Unterschiede von Liturella sind bei letzterer angegeben.
Wenn der braune Längswisch der Vorderflügel nicht beständig
sein sollle (s. Anm. zu Var. c.), so bleiben doch die fahlere,
hellere Grundfarbe mit den feinen, braun angeflogenen Längs-
adern vor dem Hinterrande, der scharfe, starke, tiefschwarze
Punkt an der Basis, der Mangel alles röthlichen Anfluges und
des braunen Flecks unter dem Queraderpunkt, und die schwarze
Doppelstrieme des Bauches als gute Merkmale übrig.
Rückenschild und Kopf so fahl-gelblich wie die Vorderflügel.
Die am Endgliede ganz ungezeichneten Taster sind am zweiten
Gliede aussen bräunlich angeflogen. Fühler schwarzbraun, am
Wurzelglied auf einer Seite bleich gelblich. Die vier vordern
Beine ausser an dem Mittelschenkel auf der Lichtseite graubraun,
ohne helle Flecke der Tarsen. Hinterbeine bleichgelb; die zwei
Aussendornen auf einer Seite braun; Tarsen grau angelaufen. —
Hinterleib bleichgelb, am Bauche mit zwei lateralen schwarzen
Striemen, die sich nach hinten verdünnen und mehr oder weni-
ger in Fleckchen auflösen; zwischen beiden Striemen sind zwei
Reihen sehr kleiner, meist verloschener, schwarzer Punkte.
Vorderflügel des & 5—54‘, des Q 4—4%° lang, mit we-
niger scharfem Vorderwinkel, sonst in der Gestalt wie bei Litu-
rella, sehr hell fahl- oder beingelb; die Längsadern treten durch
braunen Anflug, der hier und da mit schwarzen Pünktchen ver-
205
stärkt wird, als feine, den Hinterrand nicht erreichende Linien
hervor. Bei Var. b (einem Exemplar der FR’schen Sammlung)
ist die Fläche, ausser längs des Vorderrandes, reichlicher schwarz
gepünktelt als gewöhnlich. Nahe dem Innenrande und der Basis
ist ein sehr scharfer, schwarzer Punkt von wechselnder Grösse.
Der erstes chwarze Punkt des Mittelraums ist kleiner als der eben
angegebene und als der folgende, und oft kaum zu erkennen.
Der dritte, grössere ist an der Querader. In einiger Entfernung
von dem Innenrandpunkt beginnt der aus braunen Stäubchen zu-
sammengesetzte streifenähnliche Wisch, welcher schräg aufwärts
steigt, eine ziemlich gerade Richtung behält, sich allmählig ver-
dunkelt und hinter dem Queraderpunkt verschwindet. Der Hin-
terrand ist mit einer über dem Innenwinkel verschwindenden
Reihe schwarzer Punkte bezeichnet. -
Hinterflügel seidenglänzend, viel heller als die Vorderflügel,
gegen den Aussenwinkel ins Graue übergehend und hier mit einer
verloschenen Reihe brauner Randstrichelchen versehen. Franzen
fast weisslich, um die Flügelspitze mit undeutlicher grauer Linie
vor der Wurzel.
Unterseite der Vorderflügel bräunlich-grau, am Vorderrande
bleichgelb wie die Franzen; Hinterrandpunkte klein und undeut-
lich. Hinterflügel wie oben, am Vorderrande und vor der Flü-
gelspitze mit bräunlich bestäubten Adern. Die braunen Hinter-
randstrichel deutlicher als auf der Oberseite.
Diese seltene Schabe habe ich bei Frankfurt a. d. Oder zwei-
mal, bei Glogau öfters gefangen. Sie findet sich in Kieferwäldern
unter Haidekraut, Heidelbeergesträuch, Kieferbüschen, wo man
sie im Herbst und Frühjahr schwer herausklopft. Ich fing sie
auch schon zwischen Spartium, so dass ich darin ihre Fulter-
pflanze vermuthen würde, wenn nicht vo. Heyden als solche Cen-
taurea jacea, auf welcher die Raupe zu Anfang Juni lebt, an-
zeigte. — Die Art findet sich bei Frankfurt am Main zu Anfang
Juli und bei Hannover (v. Heyden!), ist in England selten (bei
Dover und auf der Insel Wight: Stainton) und kommt auch in
‚Ungarn bei Ofen (v. Heyden!) vor.
Anmerkung. Das Original der Var, c habe ich nicht gesehen. Ich
bezweifle, dass Pallorella wirklich so abändert, dass der braune Längswisch
der Vorderflügel ganz fehlt. Die Fig. 448 stellt darin richtiger Pallorella vor
als fig. 449, dass die braunen Adern den Hinterrand bei ihr nicht erreichen,
206
während dies bei 449 geschieht; aber statt dass letztere naturgemäss einen
schwarzen Punkt nahe der Innenrandwurzel zeigt, sehen wir in 448 einen
kurzen schwarzen Strich, der schräg vom Innenrand selbst aufsteigt. Ausser-
dem ist der erste Punkt des Mittelraums grösser als der zweite, und von den
vielen auf die Fläche gestreuten Pünktchen scheint gar eins dazu zu treten,
um mit ihm einen Doppelpunkt (wie bei Assimilella) zu bilden. Ich glaube
daher, dass fig. 448 eine ganz andere Art als Pallorella vorstellt, und zwar
vielleicht eine Varietät der Atomella.
4. CGuleitella HS.
Thorace, capite basique alarum anleriorum nigris, his pallidis,
punctis disci duobus distanlibus punctorumque serie mar-
ginali nigris (SP).
Culcitella HS. tab. 60. fig. 435.
Depressaria morionella Z. in lit. Heydenreich Cat. p. 34. 466.
Eine der kleinsten Arten, sehr ausgezeichnet durch die
schwarzbraune Färbung des Ko Rüglennsahildes und der
Vorderflügelwurzel.
Rückenschild einfarbig schwarzbraun. Kopf gleichfalls, in
dem Gesichte meines Exemplars unrein gelblich. Fühler hell-
braun mit sehr dunklem Wurzelgliede. Taster so lang wie Rük-
kenschild und Kopf zusammen; das 2te Glied stark zusammen-
gedrückt, durch die Beschuppung gleichmässig erweitert, dunkel-
braun, aussen fast schwarz, innen und gegen die Wurzel hell;
das Endglied kaum halb so lang, dünn, fein gespitzt, hellgelb-
lich, aussen bräunlich, doch mit ganz reiner Spitze. Rüssel klein,
bräunlich beschuppt. — Die 4 vordern Beine auf der. Lichtseite
violettlich-braun; Vordertarsen bleichgelb, an den Enden der
Glieder grau. Hinterbeine bleichgelb; die Schienen auswärts an
der hintern Hälfte dunkelgrau, die Tarsen noch dunkler mit hel-
len Wurzeln der Glieder. — Hinterleib bleichgelb, am Bauch mit
drei braunen Schattenstriemen, deren mittelste die undeutlichste ist.
Vorderflügel 33 — 32‘ lang, länglich, mit deutlichem, doch
fast abgerundetem Vorderwinkel, sehr blassgelb mit spärlichen,
äusserst feinen schwarzen Stäubchen, besonders gegen den Hin-
terrand, die aber auch oft ganz fehlen. Die Wurzel ist vom
Vorder- bis Innenrande in einem schmalen Fleck schwarz. Im
Mittelfeld ist ein feiner schwarzer Punkt vor der Flügelhälfte;
ein zweiter grösserer, eben so tief schwarzer liegt in gleicher
Höhe auf der Querader. Der Hinterrand hat eine Reihe von 6
207
schwarzen Punkten, und vor der Flügelspitze liegen auf dem
Vorderrande 4 schwärzliche Flecke; letztere fehlen ganz und er-
stere sind sehr klein und theilweise verloschen bei Mann’s Exem-
plar und in HS’s Abbildung.
Hinterflügel scidenglänzend, fast weisslich, gegen den Tin-
terrand kaum elwas grau.
Unterseite der Vorderflügel gelblich-grau, nach hinten dunk-
ler, am Vorderrande mit dunkeln Fieckchen, am Hinterrande mit
einer schwarzen Punktreihe. Hinterflügel wie oben, aber am
Vorderrande in beträchtlicher Breite und in der Flügelspitze grau
bestäubt. Den Hinterrand säumt eine Reihe braungrauer Strichel-
chen, und die Franzen sind von einer grauen, gegen den Schwanz-
winkel verschwindenden Schattenlinie durchzogen.
Mein weibliches Exemplar fing Schläger Mitte Juli bei Jena
im Gehölz. Mann sammelte am 30. Mai und 1. Juni einige
Exemplare, wovon ich eins zur Ansicht erhielt, im Oestreichi-
schen auf dem Kalvarienberge bei Perchiholdsdorf an Artemisia.
Nach Lederer fliegt die Art auch bei Ofen und im Banat. Aus
Herrn Schmid’s Sammlung sah ich ein Männchen, das aus der
Gegend von Regensburg stammt, wo die Art „von Ende Juni
bis Mitte Juli um Echium schwärmt“.
5. Schmidtella Mann.
Palporum articulo terminali fusco-annulato; alis anterioribus sub-
aculis, rufescenli-flavidis, tenerrime fusco-strigulatis, litura
Iransversa rulo-fuscescenti media, in dorso valde ampliata,
macula parva venae Iransversae nigricanli.
Depressaria Schmidtella Mann: Ilyr. Blau 1849. S. 263. — Ent. Ztg.
XI (1851) S. 81.
Doronicella HS. tab. 82. fıe. 623.
Tortrix doronicana Schilling in den vaterländ, Berichten f. 1831. S. 75.
Var. b, alis ant. post Iiluram rufo-fuscenti obscuralis.
Doronicella HS. tab. 82, fig. 622.
Depress. duronicella: al. ant. minus obtusis, ochraceis, fusco-nebulosis, basi
dilutiore, striga obligna ante pnnetoque post medium fuscis, posteriori-
bus obscure griseis} palpıs ochraceis externe fusco-adspersis, annulo ar-
tieuli tertii fusco. Wocke in den vaterländ. Berichten f. 1849. S. 73.
— Breslauer entom. Zeitschr. Lepid. $S. 46.
Diese Art, die mir wegen ihrer ziemlich scharfen Vorder-
flügelecke am besten hier zu stehen scheint, ist in ihrer hellen
208
Varietät durch den sich vom Vorderrand herabsenkenden und am
Innenrande weit ausbreitenden rothbräunlichen Schatten und die
vielen braunen, gekrümmten Querstrichelchen zu erkennen; in
der dunklen Varietät, bei der sich der Schatten bis zum Hinter-
rande ausbreitet, wird dadurch der hellere, röthlich-gelbe Wur-
zeltheil des Flügels um so mehr hervorgehoben, welchen er zu
einem grossen, ovalen Fleck abgränzt.
Grösse veränderlich wie von Assimilella, bisweilen über dieser.
Rückenschild röthlich-ochergelb, Kopf heller, im Gesicht ins Gelb-
lichweisse. Fühler braun; Wurzelglied fahlgelb, auf dem Rücken
bräunlich. Taster von Rückenschildslänge, hell fahlgelb, am 2ten
Gliede aussen braun bestäubt; dies an der obern Hälfte durch die
lockere Beschuppung gleichmässig verdickt; Endglied von halber
Länge, pfriemenförmig, unter der Spitze mit einem auf dem Rük-
ken unterbrochenen, schwärzlichen Ringe. Beine bleichgelb, die
4 vordern auf der Lichtiseite braun angeflogen; die Vordertarsen
braun auf der Rückenseite, mit gelblichen Spitzen der 3 ersten
Glieder, während die 2 letzten oft ganz schwarz sind; die Mit-
tellarsen grau gefleckt, am dunkelsten an den 2 Endgliedern;
Hinterbeine einfarbig. — Hinterleib oben grau mit gelblichen oder
grauen Schuppenrändern und gelblichem Afterbusch; Bauch hell-
gelb, bei den grössten Exemplaren mit 4 Längsreihen schwacher,
schwarzer Punkte; sie fehlen bisweilen ganz auf der hellen Fläche;
bisweilen ist diese schwärzlich bestäubt.
Vorderflügel 4!—34° lang, länglich gestreckt, mit fast schar-
fer, rechtwinkliger Spitze und abgerundetem Innenwinkel, röth-
lich-hell-ochergelb, reichlich mit feinen, braunen, welligen Quer-
strichelchen bestreut. Die Schulterwurzel ist, von oben kaum
kenntlich, braun. Das Wurzelfeldchen ist selten kenntlich, durch
einen schwachen dunklen Innenrandstrich abgegränzt und nicht
heller als der folgende Raum. In diesem ist vor der Flügelmitte
meist ein feines tiefschwarzes Pünktchen. Hinter ihm kommt
vom Vorderrande ein rothbräunlicher, nur wurzelwärts ziemlich
scharf abgeschnittener Schatten herab, der sich unter der Hälfte
der Flügelbreite stark erweitert und am Innenrand sich zwischen
dem Innenwinkel und dem Anfange des 2ten Viertels der Innen-
randlänge ausbreite. An ihn schliesst sich ein schwärzliches,
gerundetes Fleckchen der Querader. Bei Var. b ist der ganze
übrige Raum des Flügels mit derselben, nur etwas gelichteten,
209
rothbräunlichen Farbe gefüllt. Dann zeigt sich der helle Wur-
zeltheil als ein ovaler Fleck, der von der Basis des Innenwinkels
her sich nach aussen verlängert und auf dem Vorderrande ver-
dunkelt ist. Die Franzen, in der Grundfarbe, sind von der Flü-
gellläche durch eine feine schwärzliche Linie gelrennt und von
einer grauen Schattenlinie durchzogen; am Innenwinkel sind sie
grau. Bei Var. b ist die Verdunkelung der Fläche auch über sie
ausgebreitet, so dass von den Linien wenig zu sehen ist.
Hinterflügel etwas seidenglänzend, dunkelgrau. Franzen hel-
ler, bei den hellsten Exemplaren gelblich; eine feine graue Linie
durchzieht sie nahe der Wurzel, eine lichtere, oft nicht merk-
liche Schattenlinie nahe an ihrem Ende.
Unterseite grau, bei Var. b fast einfarbig, bei Var. a auf
den Vorderflügeln von der Wurzel aus und am Vorder- und
Hinterrande gelblich gelichtet; Hinterflügel am Vorderrand und
an der Flügelspitze gelblich mit Grau bestäubt.
Meine 5 von Dr. Wocke erhaltenen Exemplare gehören zur
Var. b und sind auch in den Hinterflügelfranzen dunkler als die
4 von Schmidt erhaltenen, die ich als Stammfärbung ansehe;
letztere sind auch mit Ausnahme eines Männchens, das in der
Färbung den Uebergang bildet, beträchtlich grösser. Ich glaube,
dass Futtermangel und Erziehung in einem finstern Behältniss die
Var. b am meisten hervorbringt. Doch habe ich auch ein sehr
kleines Weibchen der Var. a.
Die erste Nachricht über diese Art finden wir in den Schrif-
ten der schlesischen Gesellschaft für vaterl. Cultur mit den Wor-
ten: „Herr Schilling hatte in zusammengesponnenen Blättern des
Doronicum scorpioides am (Glatzer) Schneeberge mehrere
Räupchen gefunden und aus diesen eine neue Art von Tortrix
erzogen, welche doronicana genannt wurde.“ Eine Beschreibung
der Art ist nicht mitgetheilt. Weitere Nachricht liefern Schmidt
und Wocke. Die Schabe ist eine rein alpine Art, die bis jetzt
auf den Krainer Gebirgen, dem Glatzer Schneeberge und dem
Altvater beobachtet wurde. Herr Metzner hat sie aus dem Ba-
nat. Die a. a. O. beschriebene Raupe lebt im Mai an Doronicum
austriacum, dessen Blätter sie zu einem Wulst zusammenzieht.
In der Endhälfte des Juni erscheint der Falter, der auf dem Alt-
vater noch zu Ende Juli, Abends um die Futterpflanze auffie-
gend, in Menge gesammelt wurde. |
IX. 14
210
6. Umbellana Steph.
Palporum articulo terminali pallido, non annulato, tarsorum an-
ticorum apice fusco; alis ant. subaculis pallide osseis, fu-
scescenti venosis, puncto ante punctuloque post medium
nigris SQ.
Depressaria umbellana, alıs ant. striatis griseis, maculıs approximatis
emarginatis disci nigris, posticis pallidis: Steph. Illustr. IV, 197. —
Cat. 7157. — Stainton Tin. brit. 85. — Cat. of brit. Tin. 56. —
Companion ed. 2. p. ıl, 25, 44, 48, 49.
Depressuria ulicetella Staint. Cat. 16, 4. — Companion ed, 1. p- 14, 29,
46, 50, 59. — Transactions V, p. 154.
Ulicetella HS, tab. 82. fıg. 626.
? Depress. umbellarum (the large streaked Flat-body): alis planis striatis
griseis, maculis approximatis emarginatis disci nigris, Haworth Lep.
Brit. IV, p. 506. 2.
Sehr ausgezeichnet durch die braunen Längslinien der Vor-
derflügel, welche sich auf allen Längsadern zeigen und hier und
da, besonders auf der Medianader, zu einem braunen Schatten
verstärkt werden. Nur Putridella kommt ihr darin nahe; denn
auch bei dieser bilden alle Adern braune Längslinien; aber bei
ihr fliessen sie im Mittelfelde zu einem breiten Schatten zusam-
men, der von der Wurzel anfängt und sich erweitert bis in den
Vorderrand vor der Flügelspitze verlängert, während bei Umbel-
lana stets in der Mittelzelle eine feine Längslinie der Grundfarbe
übrig bleibt. In dieser hellgelblichen Längslinie stehen die zwei
schwarzen Punkte der Umbellana, und von ihnen ist der hintere,
auf der Querader stehende klein und mehr braun; er fehlt sogar
manchmal. Statt dieses zweiten Pünktchens hat Putridella einen
braunen, weiss ausgefüllten Ring, an dem sie am leichtesten un-
terschieden wird. Ferner verdicken sich die in den Hinterrand
laufenden Linien bei Puiridella; bei Umbellana verschwinden sie
zum Theil und verdünnen sich vielmehr. Putridella hat ausser-
dem eine fast abgerundete Vorderflügelspitze und ist beträchtlich
kleiner.
Grösse wie die einer anschnlichen Pulverella, wenig ver-
änderlich. Rückenschild sehr hell fahlgelb, zu beiden Seiten bis
unter die unverdunkelten Schulterdecken mit braunem, striemen-
förmigem Schatten, der oft hinter dem Kragen zusammenfliesst.
Kopf wie die Schulterdecken, im Gesicht fast weisslich. Fühler
bräunlich, Taster so lang wie Kopf und Rückenschild zusammen,
211
stark aufgekrümmt, blass fahlgelb; das 2te Glied stark und gleich-
mässig durch Beschuppung erweitert, aussen braun angeflogen;
das Endglied halb so lang, glatt, fein gespitzt, unbezeichnet. —
Vorderbeine an Hüfte, Schenkel und Schiene auf der Lichtseite
braun, auf dem Rücken der 2 letzien Tarsenglieder dunkelbraun;
die übrigen Beine bleich fahlgelb, an den Schenkeln aussen grau;
die äussern Hinterschienendornen auf einer Seite braun. — Hin-
terleib grau-gelblich mit bleichgelblichem Schuppenrand und Af-
terbusch; Bauch mit 2 seitlichen, aus Flecken zusammengeseizten,
braunen Striemen. |
Vorderflügel 43 — 5° lang, gestreckt, am abgerundeten In-
nenwinkei kaum erweitert, mit rechtwinkliger, schwach abge-
stumpfer Franzenecke des Vorderwinkels. Grund sehr hell fahl-
. gelb, wie bei Pallorella. Alle Adern sind hellbraun angelaufen
und nach aussen verdünnt; die in die Flügelspitze auslaufenden
fliessen gegen ihre Wurzeln zusammen; die Medianader ist bis
in ihre Endäste hinein von einem breiten Schatten begleitet, der
an der Wurzel der Mittelzelle quer bis zum Innenrand gekrümmt
ist, wodurch das helle Wurzcelfeldchen begränzt wird. Auch der
Innenrand ist mit einer bräunlichen Linie gesäumt. In der Mit-
telzelle ist eine helle Längslinie, in welcher vor der Flügelmitte
ein schwarzer Punkt, bisweilen in ein Strichelchen verlängert,
steht, über dem sich selten ein Pünktchen wurzelwärts zeigt; in
derselben hellen Längslinie ist auf der Querader ein braunes,
nicht selten fehlendes Pünktchen. Auf dem Hinterrand ist eine
Reihe schwärzlicher Strichelchen, die sich gewöhnlich bis in den
Vorderrand herumzieht. Die bleichgelben Franzen sind an der
Wurzel verdunkelt und gegen die Spitze von einer grauen Schal-
tenlinie durchzogen; bisweilen sind sie grau angelaufen.
Hinterflügel schwach glänzend, sehr hellgrau, gegen die Spitze
etwas dunkler und hier auf dem Rande mit mehr oder weniger
deutlichen schwärzlichen Strichelchen umzogen. Franzen viel hel-
ler als die Grundfarbe der Vorderflügel, mit zwei verloschenen
Schattenlinien.
Unterseite der Vorderflügel grau, mit gelblichem Vorderrand,
der öfters spärliche, schwarze Pünktchen hat, und mit unrein
gelblichen Franzen. Hinterflügel wie oben, gegen die Spitze gelb-
lich, und hier auf den Adern bräunlich bestäubt und mit deut-
lichern schwarzen Strichelchen des Hinterrandes.
212
Bis jetzt auf dem Continent noch nicht aufgefunden, in Eng-
land gemein, im Juli, August und September in den dort sehr
häufigen Gebüschen von Ulex europaeus. Wahrscheinlich lebt sie
auch in der Normandie, wo ihre Futterpflanze häufig ist, an der
die Raupe im Juni gefunden wird. |
Anmerkung. In Merrich’s Abbildung einer Varietät mit fehlendem
Punkt auf der Querader sind die Vorderflügel viel zu schmal, mit viel zu ab-
gerundetem Innenwinkel und ohne spitzen Vorderwinkel; auch laufen die
Adern zu dick in den Hinterrand, und der Innenrand hat keine braune Linie,
Doch lässt sich die Species aus diesem Bilde erkennen.
7. Assimilella (Tischer) Tr.
Palporum articulo terminali exalbido, in basi et ante apicem
fusco-maculato; alis ant. elongatis subaculis dilute flavidis,
creberrime fuscescenti-irroratis, puncto saepe geminato
nigro ante medium; posterioribus dilutissime pallidis vel
flavescenti - cinereis. 5
Haemylis assimilella: alıs pallidıs, atomis fuscıs Tr. IX, 1. 259 u.
X, 3. 185 u. 280. — FR. Beitr. S. 61. Taf. 31 u. 32. fig. 1. a. c.
— (Hemilide assimilee) Dup. Hist. VIN. p. 146, pl. 291. fig. 1. —
Cat. 335. Ä
Depressaria — Z. Isis 1839, S. 195. 4. — Schles. Schmtauschbl. III (1842),
17. IV (1843), 18. — Richter Ent. Ztg. XI (1850), S.26. — Mann:
Ent. Ztg. XI (1850) S. 149. — FLeutti Beitr. S. 186, 26. — Stain-
ton Cat. p. 16. Suppl. 21. — Companion ed. 1. p. 14, 29, 30, 40, 50.
ed. 2. p. Il, 32, 37, 71, 72. — Transact. V, p. 154, 5. — Tin. brit.
p- 86, 9. — Cat. of brit. Tin. p: 57.
Depress. arenella Reutti Beitr. S. 186, 27.
Depress. irrvrella Steph. Cat. 7172. — Illustr. IV, p- 204, 21.
Var. b, al. ant. litura rotundata venae transversae fuscescenti.
ER. 1. c.fe..l. a.
Var. c, palporum articulo terminali vix signato; alis ant. parce
el obsolete irroratis, posterioribus pallidissimis. 9.
Depress. assimilella Z. Isis 1847. 837 (VVeibchen statt Männchen zu lesen).
Von Costosa leicht durch die blassen, nicht braunrothen
Franzen unterschieden, trennt sie sich von Liturella durch ge-
fleckte, nicht einfarbig braune Vordertarsen, durch die 2 Flecke
des letzten Tastergliedes und durch den Mangel von rostfarbiger
Beimischung auf den Vorderflügeln, sowie durch den Mangel eines
braunen Wisches unter der Querader, während sie öfter einen
213
hellen Nebelfleck auf der Querader zeigt; von Pallorella durch
dieselben Merkmale an den Vordertarsen und dem letzten Taster-
gliede, und auf den Vorderflügeln durch reichliche braungraue
Bestäubung, durch Kleinheit und Undeutlichkeit der schwarzen
Punkte und durch den Mangel des braunen Längswisches unter-
halb der 2 Mittelpunkte, endlich noch durch die 2 schwarzen
Punktreihen auf dem Bauche statt der zwei schwarzen Längs-
striemen. — Leichter ist die Verwechslung mit den hellen Va-
rietäten der Atomella, von denen sie weit weniger sicher durch
die zwei Flecke am letzten Tastergliede, da Atomella bisweilen
eben so gezeichnet vorkommt, als durch den Mangel des rölh-
lichen Anstriches auf der Innenrandhälfte der Vorderflügel und
durch das beständige Fehlen der 2 weissen Punkte, die bei Ato-
mella hinter den 2 schwarzen Punkten des Mittelfeldes hinter ein-
ander liegen, sowie durch die mehr rechtwinklige Vorderflügel-
spitze zu unterscheiden ist. — Am nächsten steht aber Assimi-
lella der Nanatella; nur ihre kleinsten Exemplare kommen die-
ser in der Grösse gleich. Den am leichtesten zu erkennenden
Unterschied geben die Hinterflügel; diese sind bei Assimilella sehr
hellgelblich, nur selten licht gelblich- grau; bei Nanatella haben
sie einen rein grauen, und zwar nach aussen immer dunkler
werdenden Grund. Ausserdem sind bei ihr die Vorderflügel ent-
schieden kürzer und stumpfer. — Var. b der Assimilella lässt
sich von Arenella, Propinquella und Subpropinquella aus-
ser durch den schärfern Ausdruck des Flecks auf den Vorder-
flügeln dieser 3 Arten am besten dadurch unterscheiden, dass
bei ihnen die 2 schwarzen Punkte dicht an diesem Flecke ste-
hen, bei Assimilella aber um die ganze Breite desselben davon
getrennt sind.
Grösse veränderlich, fast immer unter der von Pulverella,
gewöhnlich wie die der kleinsten Exemplare der Liturella. Rük-
kenschild hell bleichgelb mit gleichfarbigem Schuppenhöcker auf
dem Schildchen. Kopf noch heller. Fühler bräunlich, am Wur-
zelgliede mit hellgelblichem Längsstrich und so gefärbtem Löck-
chen. Taster länger als das Rückenschild, von der Farbe des
Kopfes, innen gelblich-weiss; das zweite Glied ist auf der End-
hälfte durch lockere Beschuppung stark und ziemlich gleichmässig
verdickt und auf der Aussenseite braun angeflogen; das Endglied,
etwas länger als die Hälfte des 2ien Gliedes, ist eiwas zusam-
214
mengedrückt, feinspitzig, ganz glatt und auf der Innenseite mit
einem schwarzen Fleckchen an der Wurzel und einem grössern
or der Spitze bezeichnet, welcher letztere sich mehr oder we-
niger zu einem Ringe ausbreite. — Die 4 vordern Beine sind
auf der Lichtseite gebräunt, am dunkelsten die Vorderbeine; die
4 Tarsen an den Enden der Glieder gelblich; Hinterbeine bleich-
gelblich, die Tarsen auf dem Rücken an der Wurzel der Glieder
schwach gebräunt. — Hinterleib bleichgelb, am Bauche mit 4
schwarzen Punktreihen, wovon die 2 mittleren die wenigsten und
kleinsten Punkte enthalten.
Vorderflügel 42 — 34° lang, länglich, mit rechtwinkliger,
doch nicht ganz scharfer Vorderecke und ziemlich grade herab-
laufendem Rande der Franzen, der sich um den Innenwinkel zu-
rundet, bleichgelb, manchmal etwas gesättigter, mit reichlichen
bräunlichen Stäubchen verdunkelt, besonders auf der Innenrand-
hälfte. Das Wurzelfeldchen ist rein bleichgelb, nach aussen scharf
begränzt durch einen aus gehäuften Stäubchen gebildeten Rand,
in welchem nahe am Innenrand ein schwarzer, nicht scharfer
Punkt liegt. An der Schulterwurzel ist ein schwärzlicher Punkt.
Im Mittelraum liegt vor der Mitte ein tief schwarzer Punkt und
nicht selten etwas hinter und uuter ihm ein solches Pünktchen.
Auf der Querader ist bei Var. b ein graubrauner, gerundeler
Staubfleck, bisweilen unterwärts mit röthlicher Beimischung. Am
Hinterrand ist eine Reihe schwarzer Strichelchen, die sich selten
bis in den Vorderrand zieht. Die Franzen sind durch grauen
Schatten verdunkelt.
. Hinterflügel elwas seidenglänzend, weisslich-gelb, selten so
mit Lichtgrau gemischt, dass das Gelbliche blos auf die Innen-
randgegend gedrängt ist. Der Hinterrand hat gegen die Flügel-
spitze eine Einfassung durch graue Strichelchen.
Unterseite der Vorderflügel gelblich-grau mit schmalem, gelb-
lichem, schwärzlich bestäubtem Vorderrande und gelblicher Wur-
zelhälfte der Franzen; Hinterrand mit schwarzer Punktlinie. Hin-
terflügel heller als die Vorderflügel, am Vorderrande schwach
bestäubt; die Hinterrandlinie dunkler als auf der Oberseite.
Var. c hat sehr helle Grundfarbe der Vorderflügel mit blas-
ser, spärlicher Bestäubung, weisslich-gelbe Hinterflügel und fast
einfarbige, gelblich-weisse Taster.
215
Diese Art bewohnt das ganze mittlere Europa. Am weite-
sten gegen Süden wurde sie von mir bei Neapel in einem Exem-
plare gefunden, welches die Var. c bildet. Ihre Flugzeit ist der
Juni, Juli und August (das neapolitanische, unverflogene Weib-
chen am 15. August). Mann erhielt sie bei Livorno schon Mitte
Mai, und Stainton giebt für England den Mai und Juni als die
Flugzeit an. Man findet den Schmetterling im Waldgestrüpp in
der Nähe und zwischen der Futterpflanze. Diese ist Sparlium
scoparium, woran man im März und Anfang April die Raupe
grösstentheils erwachsen sammeln kann. Sie lebt einsam, doch
stets in mehrerer Zahl an einer Pflanze. Ihre Wohnung ist ein
weisses Gespinnst, welches sie zwischen zwei Aesten anlegt, und
welches durch seine Farbe ziemlich leicht in die Augen fällt.
Das in der Jugend schwärzliche, erwachsen graugrüne Thier
nährt sich von der Rinde des Strauches und von den Blattknos-
pen. Zur Verpuppung geht es an die Erde und baut sich zwi-
schen Moos oder auch an der Oberfläche der Erde aus Sand-
körnchen ein innen mit Seide ausgesponnenes länglich-rundes
Gehäuse. FR., der die Anlegung eines Puppengehäuses auch
zwischen den Blättern der Nahrungspflanze (wohl abgefallenen ?)
beobachtete, fand noch junge Raupen im Mai, aus denen die
Schmetterlinge sich im August entwickelten. Ich habe zu der
Zeit, wenn der Besenstrauch in Blüthe steht, nur leere Raupen-
wohnungen angetroffen und kann demnach die Abbildung des
blühenden Strauchs als Aufenthalt der Raupe nur als eine Ver-
lockung zu vergeblichen Nachforschungen ansehen.
Anmerkung 1. FR. giebt die Abbildung und Beschreibung der Raupe
und Puppe a. a. O. Seine Bilder der Schmetterlinge haben zu kurze Vor-
deıflügel und zu dunkle Hinterflügel; am besten ist das Bild auf Taf. 31 ge-
rathen. Bei denen der Taf. 32 ist der braune Schatten der Längsader, der
in der Wirklichkeit ganz fehlt, schr auffallend und störend, und namentlich
fig. 1b hat ein ganz Iremdartiges Ansehen,
Anmerkung 2. FReutti’s Arenella ist ein schönes, stark bestäubtes,
auch in der Grundfarbe ein wenig verdunkeltes Männchen unserer Assimilella,
das ich jetzt vor mir habe.
Anmerkung 3. Stainton führt die Stephens’sche Depress. atomella
(Illustr. 1V. p. 202, 19) als fragliches Synonym auf. VVenn die Bezeichnung:
„alis ant. rufescentibus aut testaceis‘* und „Ant. wings reddish or testaceous‘*
nicht auf die wahre Atomella hinweist, so schliesst sie die Art doch sicher
von Assimilella aus.
216
8. Nanatella Stainton.
Palporum articulo teminali ante apicem fusco; alis ant. oblon-
gis, vix aculis, dilute flavidis, crebro fuscescenti-irroratis,
puncto disci ante medium atro; posterioribus cinereis ex-
terne obscuralis.
Depressaria nanatella: alae ant. breves, 'obtusae, pallide ochraceae, ir-
roratae numerosis atomıs fuscis quarum duae longitudinaliter positae
conspicuiores sunt: Stainton Trans. V, p. 154. pl. 17. fig 2, — Com-
panion ed. 1. p. 14. 59, ed, 2. p. 11, 44. — Cat, of brit. Tin. p«
57,6. — Tin. brit, 86, 6.
Var. b, al. ant. litura parva rotundata cinerea paulo post pun-
elum alrum.
Depress. assimitella Z. Entom. Ztg. 1850. S. 149, 108,
Am verwandtesten mit Assimilella, von ihr verschieden 1)
durch die Kleinheit, indem nur die kleinsten, aus dürftig genähr-
ten Raupen entstandenen Exemplare der Assimilella ihr gleich
kommen; 2) durch die kürzern, also etwas breitern und dabei
an dem Vorderwinkel mehr abgestumpfien Vorderflügel; 3) durch
das von der übrigen Fläche nicht abstechende, sondern sanft in
dieselbe übergehende Wurzelfeldchen; 4) durch die viel dunkler
grauen Hinterflügel; 5) durch den Mangel eines schwarzen Fleck-
chens an der Wurzel des Endgliedes der Taster; 6) durch die
geringere Zahl schwarzer Punkte am Bauche, indem blos je eine
aus 4 Punkten bestehende Seitenreihe vorhanden ist.
Rückenschild und Kopf sehr licht fahlgelb. Fühler wenig
dunkler, also viel heller als bei Assimilella. Taster eiwas länger
als das Rückenschild; das zweite Glied an der Endhälfte durch
lockere Schuppen stark verdickt, weisslich-fahlgelb, aussen un-
verdunkelt; Endglied glatt, nur vor der Spitze mit-einem verlosche-
nen, braunen, schmalen, unterbrochenen Ringe. Beine von der
Farbe der Taster, die 4 vordern kaum etwas verdunkelt, an den
Tarsen auf dem Rücken mit grauen Gliederwurzeln; an den Vor-
dertarsen ist die Spitze schwärzlich. — Hinterleib bleichgrau mit
weissgelblichem Rande, Afterbusch und Bauch; letzterer hat nur
2 seitliche Längsreihen aus je 4 ungleichen schwarzen Punkten.
Vorderllügel 33 — 33°‘ lang, länglich, weniger gestreckt
als bei Assimilella, am Innenwinkel etwas stärker erweitert und
daher nicht so fach abgerundet und mit stumpferem, doch nicht
abgerundelem Vorderwinkel, schr hell fahlgelb, ganz ohne Glanz,
217
reichlich mit grauen Stäubchen bestreut. Das Wurzelfeldchen
sticht nicht ab, indem es nicht durch einen grauen Innenrand-
strich begrenzt wird, statt dessen ein schwärzlicher Punkt nahe
am Innenrand vorhanden ist. Im Mittelfelde vor der Flügelmitte
ist ein tief schwarzer Punkt, (Stainton erwähnt in den Transact.
2 oder 3 Punkte; ich finde nur bei meinem englischen Exemplar
etwas einwärts und etwas höher ein sehr feines Pünktchen.)
Dicht hinter und etwas höher als dieser Punkt ist bei Var. b ein
runder, kleiner aschgrauer Fleck, ähnlich wie bei Propinquella,
aber viel blasser. Der Hinterrand ist ohne schwarze Punktreihe.
Die Franzen werden von einer feinen bräunlichen Linie durch-
zogen, welche das gesälligtere Gelb der Wurzelhälfie von dem
lichtern der Endhälfte trennt.
Hinterflügel grau, seidenglänzend, gegen die Wurzel heller.
Franzen hell mit breiter, dunklerer Schattenlinie an der gelb-
lichen Wurzel und sehr feiner Schattenlinie vor der Spitze.
Unterseite der Vorderflügel grau oder gelblich-grau; der
weissgelbliche Vorderrand erweitert sich an der Wurzel und an
der Flügelspitze; Franzen wie der Vorderrand und wie oben be-
zeichnet. Hinterflügel heller grau, am Vorderrand und an der
Spitze weissgelblich; die Franzen um die Spitze am hellsten.
Diese seltene Art wurde bis jetzt in England, Italien und bei
Arolsen (in einem schönen @ Exemplar) gefunden. In England ist
die Flugzeit im Juli und August; mein schönes weibliches Exemplar
brachte ich vor der Mitte des Juli in Charlton saud-pit am Ost-
ende Londons an einem Abhange durch Niedertreten von Brom-
beergestrüpp zum Auffliegen; in der Nähe befand sich einiges
Gebüsch von Spartium. Mein zweites Exemplar, an Kopf und
Hinterleib beschädigt, in den Flügeln schön erhalten und durch
Dunkelheit der Oberseite der Hinterflügel und der ganzen Unter-
seite ausgezeichnet, wurde von Mann mit andern, als eine nicht
seltene Art, schon Mitte Mai bei Livorno gefangen; überwintert
ist es bestimmt nicht. — Nach einer brieflichen Nachricht entdeck-
ten Stainton und Douglas die Raupe bei Mickleham auf der
Oberseite der jungen Blätter von Carlina vulgaris, wo sie unter
den Haaren, die die’ Blattlläche bekleiden, gewissermaassen mini-
rend lebte.
Anmerkung: WVahrscheinlich giebt es schon eine ältere Abbildung
dieser Art, s. Atomella var. ee Dann käme die Art auch ın Sachsen vor.
218
9. Putridella SV.
Palporum articulo terminali pallido non annulato; ventre late-
raliter fusco-vittato; alis ant. obtusis, osseis, fusco-venosis,
nube longitudinali media ex basi in apicem ducta fuscescente
annulum nigrum albo expletum venae transversae includente.
(9 Mus. Mann.) | |
Holzbräunlichter Schabe mit einem kleinen weissen: Mittelpunkt, Tin. pu-
tridella WVien. Vzchn, S. 138, 10.
Tin. putridella ed. Charpent. p. 130. — ed, Illiger 11., p. 100,
Tinea putridella Hübn. fig. 244
Putridella HS. tab. 62. fig. 450.
Agonopterix pudridella H. Car. 411,, 3960.
Viel kleiner als die vorige, mit kürzern, stumpfern Vorder-
flügeln, einem breiten, hellbraunen Schattenstreifen von der Wur-
zel bis zur Flügelspitze und darin mit einem braunen weiss aus-
gefüllten Ringe als dem Hauptmerkmal.
Grösse wie Culcitella oder Nanatella. Rückenschild fahlgelb,
dunkler als bei Umbellana, in der Mitte etwas gebräunt. Kopf
fahlgelb, im Gesicht heller. Fühler bräunlich, Wurzelglied dunkel-
braun, auf der Schatlenseite gelblich. Taster etwas länger als das
Rückenschild, fahlgelb, das 2te Glied an den letzten zwei Dritteln
stark und gleichmässig durch die abstehenden Schuppen erwei-
tert, aussen und an den Spitzen der Schuppen braun; Endglied
von halber Länge des 2ten, glatt, dünn, zugespitzt, ganz unbe-
zeichnet. Alle Beine auf der; Lichiseite dunkel bräunlich-grau
angelaufen, auf der Schattenseite fahlgelb; Hinterfüsse an den
Gliederspitzen verloschen gelblich. — Hinterleib grau; Afterbusch
gelblich-grau, auf der Unterseite mit heller Wurzel; Bauch nur in
der Mitte hellgelblich, hinten und an den Seiten grau, an jeder
Seile mit einer siriemenarligen Verdunkelung.
Vorderflügel 4° lang, länglich, weniger gestreckt als bei
Umbellana, mit etwas stumpferem Vorderwinkel und sehr zuge-
rundetem Innenwinkel, bleich beingelb, etwas dunkler als bei
jener Art, mit hellbraunen, doch nicht sehr scharf ausgedrückten
Längsadern. Aus dem Innenrand nächst der Flügelbasis geht
eine violeitlich-hellbraune, breite Schattenstrieme bis in den Vor-
derrand vor der Flügelspitze, von welcher aus ein Schatten vor
dem Hinterrand heruntergeht und die in den Hinterrandauslaufen-
der Adern stark verdickt. Das Vorderrandfeld von der Basis
219
bis zur Vorderrandmitte ist ziemlich rein in der Grundfarbe;
hierauf ist es braun bestäubt und geht in die Schattenstrieme
über; etwa 5 braune, nicht scharfe Flecke liegen in den Franzen
des Vorderrandes vor der Spitze. In der Mittelzelle lassen sich
vor der Flügelmitte zwei schwarze Punkte, schräg hinter einan-
der, und zwar der erste grössere am deullichsten, erkennen; auf
der Querader liegt ein schwärzlicher, weiss ausgefüllter Ring,
und vor ihm ein verloschener, kaum kenntlicher, brauner Punkt.
Der Raum zwischen der Schattenstrieme und dem Innenrand
zeigt die Grundfarbe am reinsten und die braunen Adern am
dünnsten. Den Hinterrand fasst eine Reihe schwarzer Strichel-
chen ein. Die Franzen sind hell bräunlich-grau.
Hinterflügel seidenglänzend, sehr hell gelblich-grau, gegen
die Spitze dunkler; diese ist mit einer Reihe dunkelgrauer Stri-
chelchen umzogen, und die hier gelblichern Franzen sind aus-
sen grau.
Unterseite grau, auf dem grössten Theil der Hinterflügel
sehr hell; die Franzen haben um den Hinter- und Vorderrand
der Vorderflügel und um die Spitze der Hinterflügel eine scharfe,
hellgelbe Wurzellinie, an welcher der Flügelrand mit einer gelb
unterbrochenen schwarzen Linie gezeichnet ist.
Vaterland: Oestreich (Wien. Vzchn.) Das beschriebene
Exemplar fing Mann. in der Wiener Gegend bei Liesing an
einer Gartenmauer am öten Juni.
Anmerkung. Hüdner’s Abbildung, die die richtige Putridella des VVien.
Vzchn. vorstellt, wovon FR, sich durch die Ansicht der Schiffermiller’schen
Sammlung überzeugte, weicht ın vielen Dingen ab: die Taster zu lang, die
Vorderflügel zu breit, die Adern zu dick, die Schattenstrieme nicht bis in den
Vorderrand verlängert und hier ohne Franzenflecke, die Hinterrandstrichelchen
zu stark, der weiss ausgefüllte Ring zu gross; die Hinterflügel ıniıt falscher
Gestalt, zu hell und mit zu sehr hervortretenden Adern. — HS’s Abbildung,
vielleicht nach einem WVeibchen gemacht, zeigt von der Schattenstrieme nur
Bruchstücke, nämlich zwei sehr dunkle als Grenze des VVurzelfeldchens, und
daun die Gegend des Queraderzeichens, während die 2 Punkte davor in einem
ganz hellen Baume liegen und dadurch und durch ihre Grösse sehr hervor-
stechen; der Vorderrand ıst bloss durch die Adern verdunkelt, und von dem
Schatten, der sich von der Flügelspitze in einiger Entfernung vom Hinterrand
herabzieht, ist nichts zu sehen. Jedenfalls ist die Art etwas veränderlich, und
nicht alle an beiden Bildern bemerkten Abweichungen werden sich als Feh-
ler erweisen.
220
10. Atomella SV.
Alis ant. oblongis obtusangulis, fuscescenti-irroralis, basi costaque
pallide 'osseis, ceterum rufescenti-suffusis, punetulis duobus
oblique positis nigris ante, duobus albis deinceps positis
post medium.
Tin. Atomella, graulichter, dunkel gesprengter Schabe Wien Vzchn.
$. 137,6. — ed. Illig. II, S. 99. — ed. v. Charp. S. 129.
Depressaria Atomella Z. Isis 1839, 195. — Schles. Schmtausbl. IV.
(1843), 18. — Mann. Ent. Ztg. XI, (1850) S. 150. — Stainton
Cat, 16. Suppl. 2l.e — Companion ed, 1, p. 14, 36, 46, 59. 64. ed.
2. p. 11, 44, 48, 73, 76. — Transact. V. p- 155, 7. — Cat. of Mi-
erol. p. 57, 7. — Brit. Tin. 86, 7,
Haemylis pulverella, alis ant. testaceis, rubro nebulosis, atomis fuscis
Tr. IX, 1.252. 1%, 2'274. X, 3. 183, und’ 279. —°°Schles.
Schmtauschbl. II. (1841), 18. — Dup. Cat, 335. — F, v. Rösl. Bei-
träge S. 62. Taf. 32. fıg. 2. a.
Depress. atomosa (the powdered Flat-body) Haw, Lep. brit, IV.,
, 507, 5.
l
Var. a, palporum articulo terminali exalbido unicolore.
Var. b, palp. art. term. fusco-bimaculato.
—+- Var. c) al. ant. punctulis nigris albisve nullis.
Tin. Atomella Hübn. fig. 240.
Tichonia pulverella Hübn. Car. 412, 3981, — Haemylis — F. v. Rösl.
Beitr. Taf. 32. fıg. 2 b.
Hacmylis respersella, alis ant. testaceis rufo -micantibus atomis fuscis Tr.
1X, 2. 275. X, 3. 280. — F. v. Röslerst Beitr. Taf. 33. fig. 1.
S. 63.
Var, d, palpis ut in b signatis, cum capite, thorace alisque
anterioribus obscure luteo-rufescentibus, punclis disci di-
slinclis.
—4- Var. e, alis ant. flavidis.
FR. Beitr. Taf. 32. fig. 2. c. d.
Die hellen Varietäten ausser e, worüber unten, unterschei-
den sich von Nanatella und Assimilella durch die röthliche
Färbung der Vorderflügel, welche sich auch auf die Hinterrand-
franzen erstreckt und nur das Wurzelfeldchen und den Vorder-
rand in einiger Breite frei lässt, ausserdem von Nanatella durch
beträchtlichere Grösse, von Assimilella durch den stumpfern Win-
kel der Vorderflügelspitze und die weniger gelb gemischten,
grauern Hinterfllügel. Die dunkel lehmgelb-röthliche Varietät d
zeichnet sich durch ihre Farbe sehr aus und nähert sich der
221
Applana, welche aber so wie ihre Var. Ciliella grösser, auf den
Vorderflügeln dunkler und gröber braun bestäubt und marmo-
rirt ist, die beiden hinter einander stehenden Punkte grösser
und schwarz umzogen, und das Endglied der Taster nicht nur
mit zwei schwarzen Ringen eingefasst, sondern auch mit schwar-
zer Spitze versehen zeigt, während bei Atomella die beiden
Tasterringe unvollständig und blass, die Vorderflügel mit deutli-
chem, wenn auch stumpfem Aussenwinkel versehen und auf der
Fläche hier und da verloschen braungrau verdunkelt sind und
die weissen Punkte sich wie die schwarzen durch Feinheit aus-
zeichnen und nur in grauem Grunde stehen.
Eben diese Varietät d weicht nicht durch die Flügelgestalt,
wohl aber durch die Färbung, zu welcher ich keinen Uebergang
habe, so bedeutend von den andern ab, dass ich ihr eigne Art-
rechte zugesiehen würde, wenn nicht mein einzelnes Exemplar
der Var. b, das sich von a in der Flügelfärbung nicht unter-
scheidet, dieselbe Tasterfärbung besässe.
Var. a, die allein ich bis jetzt bei Glogau gefangen und aus
der Raupe gezogen habe, hat die Grösse einer gewöhnlichen
Assimilella. Rückenschild und Kopf sind sehr hell fahlgelblich,
unreiner als bei Pallorella, ein wenig mit Grau gemischt. Fühler
bräunlich-grau mit hellgelblichem Längsstrich des Wurzelgliedes.
Taster länger als das Rückenschild, von der Farbe des Kopfes,
innen und am Endgliede so weisslich wie das Gesicht. Das
zweite Glied ist an der Endhälfte durch die lockern Schuppen
stark und gleichmässig verdickt und aussen sowie an den Enden
derselben bräunlich bestäubt; das Endglied ist länger als das
halbe vorhergehende Glied, stark zusammengedrückt, ganz all-
mählig zugespitzt, feinspitzig, auf der Schneide von der Wur-
zel aus abnehmend locker beschuppt (welche Beschuppung bei
Assimilella gänzlich fehlt), ohne alle dunkle Bezeichnung. Beine
hell fahlgelblich, die 4 vordern aussen grau bestäubt; alle Tar-
senglieder an der Wurzel hellgrau, die Vordertarsen an den 2
Endgliedern schwärzlich. — Hinterleib gelblich-grau mit hell-
gelblichem Rande, Afterbusch und Bauch; letzterer hat 4 schwarze
Punktreihen, die 2 mittelsten aus kleinen, mehr oder weniger
ausbleibenden Punkten besiehend.
Vorderflügel 43 — 4° lang, länglich, ziemlich gestreckt und
darin nur wenig veränderlich, am abgerundeten Innenwinkel et-
222
was erweitert, mit stumpfem, doch deutlichem Vorderwinkel, bleich-
gelblich, auf der ganzen Fläche ausser an der Wurzel und längs
des Vorderrandes röthlich angelaufen und überall, ausser an der
Wurzel, mit braunen oder braungrauen Stäubchen bestreut. Das
Wurzelfeldchen ist scharf gegen die röthliche Färbung abgegrenzt,
geht aber in die helle Farbe des Vorderrandes über. Im Mittel-
raum liegen zwei schwarze Pünktchen, das obere etwas grösser,
das untere nach aussen bisweilen weisslich eingefasst, schräg
übereinander. Von den 2 weissen Pünktchen, die darauf hin-
ter einander folgen, und die keine weitere Einfassung als die
röthliche Farbe der Flügelfläche haben, ist selien mehr als das
hintere sichtbar; öfters fehlen auch beide. Den Hinierrand fasst
eine nicht selten fehlende Reihe grauer, verloschner Punkte oder
Strichelchen ein. Die Franzen sind röthlich, gegen den Innen-
winkel verblichen.
Hinterflügel etwas glänzend, sehr hell grau, gegen die Flü-
gelspitze dunkler und hier sehr selten am Hinterrande mit einer
Reihe dunkler grauer Strichelchen.
Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrand striemen-
artig bleichgelblich mit braunen einzelnen Stäubchen. Die aussen
röthlichen Franzen haben eine feine bleichgelbliche Wurzellinie,
an welcher der Hinterrand selten schwärzliche Punkte zeigt.
Hinterflügel weisslich-grau, am Vorderrand und der Spitze blass-
gelb und spärlich schwärzlich bestäubt, selten um die Spitze mit
einer Linie aus schwärzlichen Strichelchen eingefasst.
Var. b, ein von Stainton erhaltenes Weibchen hat am
Endgliede der Taster die Wurzel und vor der Spitze einen
auf dem Rücken unterbrochenen Ring bräunlich-grau. Rücken-
schild und Kopf sind grau-fahlgelblich. Die Vorderflügel, 43
lang, haben an der Wurzel und dem Vorderrand die Farbe des
Rückenschildes, so dass sie von der übrigen Färbung weniger
abstechen. Die übrige Fläche ist grauer und nur schwach röth-
lich gemischt, was auch von den Franzen gilt. Die 4 Punkte
sind sehr deutlich, und der 2te schwarze ist aussen weiss ein-
gefasst. Auf der Unterseite sind die Vorderränder und die Spitze
der Hinterlügel ziemlich reichlich schwarz bestäubt.
Var. c, die nach Treitschke einfach braungraue Vorderflü-
gelfranzen haben soll (das Braungrau des Kopfes, Rückenschil-
223
des und der Vorderflügel ist wohl nur ungenaue Bezeichnung),
hat nach FR’s Abbildung weder in der Grundfarbe der Fläche,
noch in den Franzen eine Abweichung von Var. a. Den Haupt-
unterschied geben die grau bestäubten, in den Vorder- und
Hinterrand auslaufenden Adern und der Mangel der 4 Punkte
im Mittelraume. Wie das Endglied der Taster gefärbt ist, wird
weder von Tr. noch von FR. angegeben.
Var. d, wovon ich 8 Exemplare in beiden Geschlechtern
vergleiche, hat Rückenschild, Kopf,. Taster und Vorderflügel dun-
kel lehmgelb-rötliiich, dunkler als bei Laterella. Das Endglied der
Taster ist an der Wurzel und in einem Ringe vor der Spitze
grau oder braungraun. Die graue Bestäubung der Vorderflügel
tritt wenig aus der Grundfarbe hervor, bildet aber wolkige Stel-
len, deren eine die 2 schr deutlichen weissen Pünktchen trägt;
auch die 2 schwarzen sind scharf uud gewöhnlich beide hinten
weisslich gerandet. Das Wurzelfeldchen ist wenig ausgezeich-
net, doch am Innenrande durch eine graue Einfassung begrenzt.
Am Hinterrande ist eine sehr verloschene Reihe grauer länglicher
Punkte, die aber auch fehlt. Die Franzen sind so gefärbt
wie die Flügelläche. Auf der Unterseite ist die Färbung wie
die Var. b.» Am Bauche bestehen die seitlichen Reihen aus
schwärzlichen Flecken (doch fehlen sie bei einem Männchen) und
die zwei mitilern sind aus kleinen, nur hinterwärts deutlichen
Punkten gebildet. Diese Var. erhielt lich durch o. Tischer und
sah sie durch v. Heyden als aus Spartiumraupen gezogen.
Var. e, die ich nicht in der Natur sah, bin ich sehr ge-
neigt für eine zu gross abgebildete Nanatella zu halten. Ihre
Vorderflügel sind ganz so gelblich wie bei dieser, ohne alles
Roth. Von den zwei schwarzen Punkten vor der Mitte ist der
obere der grössere, wie es vielleicht bei Varietäten der Nana-
tella vorkommt. Die Flügelspitze ist zu sehr abgerundet; aber
dieser Fehler findet sich auch bei den übrigen Abbildungen in
fig. 2, und nur fig 2 d zeigt links die richtige Gestalt von Alo-
mella, während sie rechts falsch ist.
In mehrern Gegenden von Deutschland (Berlin, Glogau (Z.),
Dresden (v. Tischer!), Wien (Tr.), Arolsen (Speyer!) — .in
Baden (Reutti!), Frankfurt am Main (v.;Heyden!), Hannover
(Krösmann bei po. Heyden!), und in England (Stainton!), nir-
224
sends häufig. Die Raupe, die ich selbst schon an Genista tin-
ctoria fand, aber nicht beschrieb, ist nach FR. weissgrün oder
gelbgrün mit 3 schmutzig grünen Längsstreifen, schwärzlichen
Wärzchen, braungelbem Kopf und schmutzig grünem, zu jeder
Seite mit schwärzlichem Fleck bezeichnetem Nackenschilde. Aus-
ser an der Genista lebt sie nach ev. Tischer auch an Cylisus ni-
gricans, nach vo. Heyden an Genista germanica und an Spartium
scoparium. Die Raupenzeit ist der Mai und die erste Hälfte des
Juni. Der Schmetterling, der sehr verborgen lebt, erscheint vom
Juli an; ein Exemplar fing ich bei Berlin am 14. December, ein
anderes bei Glogau am 25. August, beide durch Ausreissen von
Haidekraut. Als Flugzeit zeigt v. Heyden das Ende Juni und
den Juli an; doch fing er auch Exemplare im September und
März.
Anmerkung. Stainton zieht seine in den Transactions neu anfgestellte
Intermediella in den Tin. brit. als Varietät zu Atomella. Zwei Exemplare
derselben, jedes mit der Bezeichnung Intermediella, hat er mir auf meine Bitte
zur Ansicht geschickt. Sie gehören ganz bestimmt nicht zu Atomella, was
schon daraus hervorgeht, dass der Vorderrand der Vorderflügel dieselbe röth-
liche Grundfarbe wie der Innenrand und wie die ganze Fläche hat. Sie zei-
gen unter dem dunklen Fleck sehr undeutliche, nur durch die Loupe zu ent-
deckende Spuren von 2 weissen Pünktchen wie bei Atomella; aber die zwei
schwarzen Punkte sind ganz ohne die weisse Einfassung, die Atomella hat.
Sie gehören nach meiner Ansicht zu Subpropinquella, und stimmen mit
den von Stainton erhaltenen Exemplaren dieser Art sehr genau überein, so
dass ich mich wundere, wie er sie erst für besondere Art, dann für Atomella
halten konnte. Die Abbildung zeigt die Lage des schwärzlichen Flecks, nur
etwas zu weit von den 2 schwarzen Punkten entfernt, und dies ist die einzige
Abweichung von Subpropinquella var. a5 aber die Grundfarbe sollte mehr
wie in fig. 3 (Subpropinquella) sein, — Herrich-Schäffer’s Intermediella
S, 118, hinter Applana und Giliella als identisch mit der Stainton’schen auf-
gestellt, ist in den aus dem Schwarzwalde stammenden Exemplaren wohl ge-
wiss einerlei mit der bei Reutti S. 186 unter Nro. 32 als eine ıhm dem Na-
men nach unbekannte Art aufgestellten Depressarie- Diese habe ich vor mir,
und sie ist mit völliger Sicherheit Subpropinquella var.a. Da aber Her-
rich die Art vielleicht nur nach seinem französischen Exemplare bespricht und
sie nur mit Applana vergleicht, so wage ich sie trotz der aus Stainton ent-
lehnten Diagnose nicht als Synonym zu Subpropinquella mit Sicherheit zu
stellen.
11. Retiferella Kollar.
Palporum articulo terminali fuscescenti-bimaculato; alis ant. ob-
longis, obiusangulis, fuscescenti-griseis, venae subcostalis
225
basi plicaque lineas flavidas tenuissimas formantibus, pun-
ctis duobus disci ante medium atris, inferiore in lineam
tenuissimam flavidam producto. d&.
Depressaria retiferella Ent. Ztg. 1850. S. 150. 110.
Var. b, alis ant. creberrime canescenti-sirigulosis.
Die beiden Exemplare gehören ungeachtet ihrer Verschie-
denheit in den Vorderflügeln als Art zusammen, und da die drei
feinen gelblichen Längslinien bei beiden gleich und sehr ausge-
zeichnet sind, da auch die 2 schwarzen Punkte vor der Flügel-
mitte durch ihre Nähe und längliche Gestalt sehr von denen der
Atomella abweichen, so trage ich nicht länger Bedenken, Retife-
rella vorläufig als eigene Art anzuerkennen, für welche aber der
Name im Allgemeinen sehr unpassend ist.
Grösse einer grossen Atomella. Rückenschild und Kopf dun-
kel staubgrau, im Gesicht gelblich-weiss. Taster wie bei Ato-
mella, aussen und an den Enden der abstehenden Schuppen
schwärzlich bestäubt; das Endglied an der Wurzel bräunlich und
am Ende aussen mit einem grauen Fleckchen; die Schuppen der
Schneide scheinen weniger locker zu liegen als bei Atomella,
obgleich die Basis des Gliedes eiwas verdickt ist. Fühler bräun-
lich- grau, gegen die Basis auf einer Seite weisslich-gelb; das
braune Wurzelglied mit solchem Längsstrich, Beine bleichgelb-
lich, auf der Lichtseite ausser an den Hinterschienen grau ange-
laufen; alle Tarsen auf dem Rücken grau gefleckt. — Hinterleib
grau, am Bauche beim 5 gelblich-grau mit 2 Seitenreihen gros-
ser, schwarzer Punkte, beim 2 gelblich mit den Anfängen der
2 Punktreihen.
Vorderflügel 45‘ lang, wie bei Atomella gestaltet, dunkel
bräunlich-grau, bei Var. a, mit röthlicher Beimischung, eiwas
wolkig, bei Var. b reichlich mit sehr feinen, hellgrauen, etwas
ineinander fliessenden Querstrichelchen bestreut, die der Fläche
ein netzarliges Ansehen geben. Das wenig helle Wurzelfeldchen
ist aussen mit einer feinen gelblichen Querlinie begränzt, von
welcher aus eine feine gelbliche Linie auf der Subcostalader hin-
geht, die bei Var. a die Höhe der 2 schwarzen Punkte erreicht,
bei Var. b. viel früher aufhört. In der Falte ist eine zweite, län-
gere solche Linie, die nicht ganz das Wurzelfeldchen erreicht
und etwas hinter den 2 schwarzen Punkten aufhört. Die 2 tief
IX. 15
226
schwarzen Punkte sind sehr deutlich, nahe aneinander, der obere
länglich, der untere in eine kurze Linie ausgezogen, von deren
Ende eine feine gelbliche Längslinie ausgeht, die bei Var. a den
Hinterrand über der Mitte erreicht, Var. b weit davor erlischt;
in dieser Längslinie ist auf der Querader ein kaum merkliches
weisses Pünktchen. Die Franzen haben eine sehr feine, ver-
loschene, gelbliche Wurzellinie.
Hinterflügel hellgrau, nach aussen dunkler; die hellern Fran-
zen haben eine deutliche, feine, gelbliche Wurzellinie.
Unterseite grau, an den Vorderrändern hellgelblich, schwarz
bestäubt; die Vorderflügel sind viel dunkler grau als die Hinter-
flügel, deren Spitze hellgelblich und schwarzstaubig und mit einer
Reihe schwarzer Strichelchen umzogen ist. Franzen wie auf der
Oberseite.
Mann fing 2 Exemplare der Var.b bei Livorno am 26. Mai;
mein Exemplar, das ich als Stammart ansehe, erhielt ich als si-
cilisch.
12. Arenella SV.
Palporum articuli terminalis apice annulisque duobus nigris; alis
ant. obtusangulis, dilute ochraceis, fuscescenti-irroralis in
costaque maculatis, punctis disci duobus atris oblique po-
sitis ante maculam mediam fuscam. |
Tinea arenella, bleichsandfärbigter Schabe mit bleifarbenem Mittel-
punkt, Wien. Vzchn. 8.137, 3. — ed. Illig. II, 99. — ed. v. Charp.
S. 128. — Kollar Vzchn. S. 92. — Zetterstedt Ins. lapp- p. 1000.
Haemylis — alis ant. flavidis, atomis fuscis, macula media serieqne puncto-
rum nigris Tr. 1X, 1. 258. X, 3. 184 u. 280. — F.v, Röslst. Beitr.
S. 65. Taf. 33. fig. 22 — Hem. graveleuse, Dup. Hist. VIII, p. 125.
1511. pl. 290. fig. 2 — Cat. 334. — Eversm. Fn. Volg. 569.
Depressaria — Z. Isis 1839, S. 195, 6. — Lienig Isıs 1846, S. 280. —
Tengström Fin. Fjäril. 122. 2, — Schles. Schmtauschbl. II (1841)
18. III (1842), 17. 1V (1843), 18. V (1844), 17. VI (1845), 8.
VIII (1846), 13. — FRichter Ent. Ztg, XI (1850) S. 26. — Mann
ib. S. 150. — v. Tiedemann Preuss. Provinzialbl, 1845. 536. — Stain-
ton Cat. 16. Suppl- 2l-: — Companion ed. 1. p, 14, 27, 29, 46, 56,
59, ed. 2. p. 11, 24, 25, 44, 76, 77. — Transact. V. p. 15.8, —
Tin. brit. 87.8. — Cat. of brit. Microl. 57.
Tortr. Yeatiana Thunberg. Dissert. p. 64.
Tinea gilvella Hübn. fıe. 96.
Pinaris — H. Cat. p. 411. 3971.
Depressaria — Steph. Cat. 7170. — Illastr. IV. 199. 9.
227
Depress. gilvosa (the brindled Straw Flat-body) Haw. Lep. Brit. IV.
p. 507. 7.
Var. Depress. immaculana Steph. Ilustr. IV, p. 200. 12.
Am nächsten kommt sie der Propinquella; sicher von
dieser zu unterscheiden ist sie durch die 2 schwarzen, vollstän-
digen Ringe des letzten Tastergliedes und durch den dicken,
schwarzbraunen Innenrandstrich der Vorderflügel, der das Wur-
zelfeldchen nach aussen scharf begränzt; ausserdem ist die Grund-
farbe der gestrecktern Vorderflügel heller und mit dunklern und
reichlichern Punkten bestreut, und der braune Fleck auf der Mitte
ist weniger gerundet und nach aussen verwischt. — Mit Sub-
propinquella hat sie gestrecktere Vorderflügel gemein; aber
die Grundfarbe ist auf denselben bei Subpropinquella ein gleich-
förmiges, ziemlich dunkles und trübes Fahlröthlich; der Mittellleck
ist verloschen und die Begränzung des Wurzelfeldchens schwach
angedeutet; eben so hell sind die Tasterringe, und der Bauch
hat nur schwarze Punkte statt der wenigstens auf den ersten
Segmenten starken Flecke der Arenella. — Petasitis wird durch
die ganz hellgelbe Grundfarbe der Vorderflügel, durch den schwar-
zen Punkt hinter dem Mittelfleck, durch den einfachen Punkt vor
demselben, sowie durch den einfachen Ring des letzten Taster-
gliedes leicht erkannt. — Assimilella var. b hat zwar den
Mittelfleck der Vorderflügel, aber ganz verloschen, die 2 Punkte
davor weit getrennt, die Taster schwach gefleckt etc.
Grösse sehr veränderlich. WRückenschild und Kopf blass
ochergelb, ersterer bräunlich bestäubt. Fühler bräunlich; Wur-
zelglied schwarzbraun mit gelblicher Spitze und gelblichem Längs-
strich. Taster so lang wie Kopf und Rückenschild, hell ocher-
gelb, innen heller; das zweite Glied an den 2 Enddritteln stark
durch abstehende Schuppen erweitert und aussen braun bestäubt;
das Endglied mehr als halb so lang, zusammengedrückt, auf der
Schneide etwas locker beschuppt, an der Wurzel mit schmalem,
vor der Spitze mit sehr breitem schwarzen Ringe und an der fei-
nen Spitze selbst schwarz. Beine hell ochergelblich, aussen braun
bestäubt,; alle Tarsen, am dunkelsten die 4 vordern, aussen
schwärzlich mit hellen Enden der Glieder; nur das vorletzte
Vordertarsenglied ganz schwarz; an den unbestäubten Hinter-
schienen sind die Dornen auf einer Seite braun, ausser an der
Spitze. — Hinterleib hell ochergelblich, am Bauche mit zwei
228
Seitenreihen schwarzer Fleckchen, wovon die 2 ersten besonders
gross sind. |
Vorderflügel 5— 33 lang, ziemlich gestreckt mit stumpfem,
nicht völlig abgerundetem Vorderwinkel und abgerundetem Innen-
winkel, blass ochergelb, hier und da verdunkelt, reichlich mit
braunen Atomen bestreut, die vorzüglich längs des Vorderrandes
vor der Spitze zusammenfliessen. Das Wurzelfeldchen hell und
durch einen braunen, dicken Innenrandstrich scharf begränzt,
längs des Vorderrandes in die Grundfarbe verfliessend. Der
Vorderrand mit zerstreuten schwärzen Pünktchen, vor der Flü-
gelspitze mit einigen grauen oder schwärzlichen Flecken. Im
Mittelraum vor der Miite liegen zwei schwarze Punkte schräg
unter einander, der untere grösser. Dicht dahinter kommt ein
wenig gerundeter, schwärzlicher, nach hinten verwischter Fleck.
Der Hinterrand trägt eine Reihe schwarzer Punkte. Franzen hell
mit verloschener Schattenlinie. |
Hinterflügel etwas glänzend, sehr hellgrau, nach hinten eiwas
verdunkelt, selten mit grauen Randstrichelchen. Franzen gelb-
lich, aussen mit grauer Schattenlinie.
Unterseite der Vorderflügel grau, auf dem striemenarlig
gleichmässig breiten, gelblichen Vorderrand mit schwarzen Punk-
ten und Fleckchen; Franzenwurzel gelblich. — Hinterflügel sehr
hellgrau, gegen die Spitze und am Vorderrand gelblich, mit
schwarzen Pünktchen bestreut.
Stephens’ Depr. immaculana, die Stainton für eine aus-
serordentliche Varietät erklärt, wird so beschrieben: alis ant. pal-
lide flavis, immaculalis, atomis perpaucis minulissimis atris, posti-
cis fuscescentibus. 8‘. Vorderflügel blassgelb oder citronen-
farbig, ganz ungefieckt, mit etlichen sehr kleinen schwarzen
Atomen; Hinterflügel gelblich-aschgrau mit schwachem Purpur-
schimmer. — Stainton bemerkt, das einzelne Exemplar sei weit
entfernt, gänzlich ungefleckt zu sein.
Diese nach Stainton in England gemeine, nach Stephens
auch um Edinburg vorhandene Art kommt auf dem Continent,
so viel bekannt, fast nirgends häufig vor. Am nördlicksten wurde
sie bei Helsingfors und Abo und zwar im Juni und Juli beob-
achtet (Tengström!), am südlichsten in Toscana bei Pratovecchio
im März (Mann), am Ööstlichsten im Casanischen und Orenburg-
schen, als nicht selten im April, Mai und Juni (Eversmann), am
229
westlichsten in Frankreich bei Avesnes (Dup.). F. v. Rösler-
stamm erhielt sie aus Ungarn, Böhmen, Oestreich, Schlesien,
Brandenburg, Sachsen und der Schweiz; v. Heyden (!) erzog
sie im Juli, August und September aus Raupen, die an Kletten
im Juli lebten; Lienig beobachtete sie in Lievland, v. Tiedemann
in Preussen. Bei Glogau fand ich sie nur selten.
Die Raupe, nach Lienig, fahlweiss, oben etwas grünlich,
mit blassgelblichem Kopf, drei umbragrünen Längslinien und gros-
sem schwarzen Fleck an jeder Seite des kaum grünlich ange-
flogenen Halsschildes, lebt an Centaurea jacea (Lienig), Cent.
nigra (Stainton), Cent. macrocephala, Cent. scabiosa und Son-
chus carolina (Zincken), auf Kleiten (Richter) im Juni und Juli
zwischen umsponnenen Blättern. Der Falter erscheint im Juli
und August und überwintert nach obigen Angaben.
Anmerkung. Heutt’s Exemplar seiner Arenella ist Assimilella, s. dort.
13. Petasitis Stand/uss.
Palporum articulo terminali semel fusco-annulato; alis ant. sub-
aculis flavidis, puncto humerali nigro, macula disci media
nigra utrimque puncto atro terminata. IQ.
Depressaria petasitis al. ant. pallıidissime luteis, atomis rartssimis nigris,
macula media pustulaque in margine anteriore nigra. Stand/uss im
Breslauer Vereinsblatt (1851), ZLepidopt. S. 59.
Dep. Subflavella FR. Mus. v, Heyden!
Die helle Grundfarbe der Vorderflügel, der von Liturella
ähnlich, der schwarze Punkt an der Wurzel des Vorderrandes,
der einfache schwarze Punkt dicht vor dem schwarzen, durch
Bestäubung mit dem Vorderrande verbundenen Mittellleck, der
schwarze, hinten an demselben hängende Punkt, die ganz hellen,
weissgelblichen Hinterflügel lassen diese Art schnell von Are-
nella und Propinquella unterscheiden. Der einfache schwarze
Ring am letzten Tastergliede, der einfache schwarze Punkt auf den
"viel reiner gelben Vorderflügeln und der bloss schwarz punktirte
Bauch geben leichte Merkmale zur Unterscheidung von Arenella.
Der ganz helle, unbestäubte Thorax trennt am sichersten Peta-
silis von der mit schwarzen Schulterdecken versehenen Rhodo-
chrella. — Liturella hat auf den Vorderflügeln die zwei
schwarzen Mitielpunkte, aber dazwischen nicht den schwarzen
Fleck der vorliegenden Art.
230
Grösse wie Liturella. Rückenschild und Kopf weisslich-gelb,
unbestäubt. Fühler bräunlich; Wurzelglied braun mit gelblichem
Längsstrich. Taster so lang wie Kopf und Rückenschild zusam-
men; das 2te Glied sehr zusammengedrückt, fast von der Wur-
zel aus durch die lockere Beschuppung bis zur Spitze ziemlich
gleichmässig verdickt, ohne starke Ausbreitung der Schuppen und
mit schwacher Furche gegen die Spitze; auswärts ist die Mitte
braun angeflogen; Endglied von halber Länge des 2ten Gliedes,
spitz, doch nicht fein zugespitzt und nach unten auf der Schneide
lockerschuppig; vor der Spitze ist ein schwarzer Ring. Beine
bleichgelb; Vorderhüften und -schenkel bräunlich angeflogen.
Alle Tarsen auf dem Rücken der letzten Glieder schwärzlich
mit gelblichen Spitzen; die Vordertarsen an den 2 Endgliedern
schwarz. Aussendornen der Hinterschienen gebräunt. — Hinter-
leib bleich fahlgelb, am Bauch mit 2 seitlichen Reihen aus je
4 schwarzen Punkten. |
Vorderflügel 4%—43° lang,; länglich mit scharfem Vor-
derwinkel und ziemlich grade herabgehendem, am Innenwinkel
abgerundetem Hinterrande, blassgelb mit hellerem, nach aussen
am Innenrand rostbräunlich begrenztem Wurzelfeldchen. Vor-
derrandwurzel mit schwarzem Fleckchen, unterhalb dessen am
Anfange der Subcostalader ein schwarzes, kaum kenntliches
Pünktchen. Im Mittelraum liegen 2 tief schwarze, starke Punkte,
der hintere grösser, und zwischen ihnen, näher gegen den Vor-
derrand, ein schwärzlicher, aussen nebliger Fleck; von diesem
reicht schwarze Bestäubung bis zum Vorderrand, welcher hier
mit schwarzem, zu Fleckchen zusammenfliessendem, Staube und
gegen die Spitze mit verloschenen grauen Fleckchen bezeichnet
ist. Unterhalb des ersten Mittelpunktes ist in der Flügelfalte
ein schwaches schwarzes Pünktchen. Zwischen dem 2ten Mittel-
punkt und der schwarzen Punktreihe des Hinterrandes ist ein
gelbgrauer Querschatten vom Innenrand bis zum Vorderrand, oben
winklig gebrochen; er ist sowie der Raum unter den grauen
Vorderrandfleckchen spärlich mit schwarzen omen bestreut.
Franzen einfarbig, blassgelb.
Hinterflügel eiwas glänzend, weissgelblich, beim Q mehr
lichtgrau gemischt.
Unterseite der Vorderllügel grau mit striemenartig blassgel-
bem, schwach grau bestäubtem Vorderrand und schwärzlicher
231
Punktreihe des Hinterrandes. Hinterflügel wie oben, am Vorder-
rand spärlich grau bestäubt, mit verloschener schwärzlicher Strich-
reihe des Hinterrandes vor der Spitze.
Vaterland: die Grafschaft Glatz in der Gegend bei Reinerz;
auch der östreichische Schneeberg, wo Mann (!) mehrere
Exemplare Ende Juli und im August Abends an Daphne in der
Krummbolzregion fing. |
Die Raupe lebt in den Stengeln von Petasites albus, die
daran kenntlich sind, dass sie unter der Blüthe an einer Seite
durchgefressen und dadurch umgeknickt sind; sie ist schmutzig
blassgrün, über den Rücken rosa angeflogen; jedes Gelenk oben
mit 4 schwarzen, wie gewöhnlich gestellten Punkten; in den
Seiten ist noch eine Reihe schwarzer Punkte. Kopf herzförmig,
dunkelbraun; Nackenschild hell braungrün. Verpuppung Ende
Mai. Flugzeit von Ende Juni an (Standfuss).
14. Rhodochrella HS.
Palporum articulo terminali fusco-bimaculato; thorace fusco;
alis ant. obtusangulis, elongatis, pallide ochraceis, obsolete
et parce fuscescentii-irroralis, macula media nigricanti ob-
soleta antice punclis duobus, poslice puncio uno nigro ter-
minala.
Rhodochrella HS. tab 59. fıg. 425.
Kleiner als Arenella, mit gestreckten Vorderflügeln, von allen
Arten, welche einen schwärzlichen Mittellleck auf denselben und
1—2 schwarze Punkte davor und einen dahinter haben, sogleich
durch das schwarzbraune Rückenschild zu unterscheiden.
Rückenschild schwarzbraun mit hier und da durchscheinen-
dem ochergelblichen Grunde; die Schulterdecken ganz schwarz-
braun. Kopf blass ochergelb, auf dem Scheitel bräunlich bestäubt.
Fühler graugelblich; Wurzelglied obenauf braun. Taster länger
als das Rückenschild, weisslich-ochergelb, das 2te Glied an der
Endhälfte durch reichliche, lange, gesträubte Schuppen stark ver-
dickt, aussen und an den Enden dieser Schuppen bräunlich be-
stäubt; Endglied halb so lang wie das 2te Glied, stark zusam-
mengedrückt, fein gespitzt, an der Wurzel und vor der Spitze
mit schwärzlichem, unvollständigem, verloschenem Ringe. — Beine
blass fahlgelblich, die vordern auf der Lichtseite braungrau an-
232
gelaufen, und an den zwei Endgliedern der Tarsen schwärzlich.
Hinterbeine einfarbig, nur die äussern Schienendornen auf einer
Seite schwärzlich. — Hinterleib bleich ochergelb (an der Wur-
zel des 2ten und 3ten Segments bräunlich bestäubt?); Bauch
heller mit 2 seitlichen Reihen schwarzer, nach der Wurzel zu
sich verstärkender Punkte.
Vorderflügel 443 — 43°, ziemlich gestreckt, mit deutlichem,
ziemlich stumpfem Vorderwinkel, blass röthlich-fahlgelb, gesät-
tigter und mehr mit Gelb gemischt als bei Propinquella, selten un-
bestäubt, gewöhnlich mit wenigen, zersireuten, beim Weibchen
reichlichern Stäubchen ohne wolkige Stellen. Das Wurzelfeldchen
ist nicht heller und kaum am Innenrande etwas begränzt. In
der Flügelmitte ist ein braungrauer, gerundeter Fleck, vor dem-
selben ziemlich nahe 2 schräg gestellte schwarze Pünktchen, das
obere kleiner und beim Weibchen kaum kenntlich; hinter dem
Fleck ist ein grösserer, doch verloschenerer Punkt. Auf dem
Hinterrande ist eine Reihe gegen den Innenwinkel verlöschender
schwärzlicher, oft sehr kleiner und sehr verloschener Punkte.
Franzen wie die Grundfarbe.
Hinterflügel seidenglänzend, graugeiblich; auf dem Hinter-
-rand gegen die Spitze eine Reihe grauer Strichelchen. Franzen
mit feiner grauer Schattenlinie nahe der Wurzel.
Unterseite der Vorderfllügel gelbgrau mit striemenförmig
hellgelbem Vorderrand. Hinterflügel am hellgelben Vorderrand
schwärzlich bestäubt; die Randstrichelchen schärfer und schwär-
zer als oben.
Vaterland: Das südliche Europa (Lederer!); bei Marseille
und Barcelona (v. Heyden‘).
Anmerkung: Herrich’s Abbildung zeigt die Grundfarbe der Vorder-
flügel zu trüb und zu sehr wie bei Propinquella, die Stäubchen zu dunkel
und auf dem Vorderrand vor der Spitze zu deutliche graue Flecke. Auf den
zu wenig gelblichen Hinterflügeln treten die Adern zu deutlich hervor. Auch
ist der Hinterleib nicht hell genug.
15. Propinquella Tr..
Palporum articulo terminali ante apicem fusco-annulato; alis
ant. oblongis obtusis, dilute ochraceis, costa crebrius fusco
irrorata, macula media fusca, punctis 1—2 ante eam
nigris.
233
v Haemylis propinquella: alıs ant. testaceis, stigmate medio atomisque fu-
scis} posticis dilute cinereis: Tr, X, 3. 184 und 280. — F. v. Röslerst
Beitr. S. 65. Taf. 33. fig. 3, — Eversmann Fn. Volg. 570.8. — Dup.
Cat. 335.
Depressaria propinquella Z. Isis 1839, 195. 7. — Schles. Schmtauschbl.
IV (1843), 18. V (1844), 17. — Stainton Cat. 16. — Companion
ed. 1. p. 14, 29, 64, 67. ed. 2 p. 11, 48, 49, 77, 79. — Transact. V,
156. — Cat. of Brit. Micr, 58, 9. — Brit. Tin. 87, 9. — v, Tiede-
mann Pr. Provinzialbl, 1845, S. 536, 5.
Depress. gilvosa var. £, Haworth Lep. Brit. IV. 507.
Var. b) Palporum art. term. macula parva fusca notato.
Kleiner und kurzflügliger als Arenella, auf den dunklern
und schwächer braun bestreuten Vorderflügeln ohne den scharfen
Punkt hinter dem Mittelfleck; mit gelbem Thorax statt des brau-
nen bei Rhodochrella; am ähnlichsten der Subpropinquella,
die gestrecktere und dunkler röthliche Vorderflügel und den Mit-
telleck verloschen und an den Rändern verflossen zeigt, und
bei welcher ausserdem am Endgliede der Taster die Wurzel
schwarzbraun gefärbt ist. Ein Mittelglied zwischen Propinquella
und Subpropinquella bildet Var. b der letztern, bei welcher die
Vorderflügel einen ganz röthlichen, sich dem der Subpropinquella
‚sehr nähernden Ton und in der Streckung fast dasselbe Ver-
hältniss der Länge zur Breite haben.
Grösse einer kleinen Liturella. Rückenschild und Kopf hell
ochergelblich. Fühler gelblich-grau; Wurzelglied braun mit gelb-
lichem Längsstrich. Gesicht weisslich-gelb. Taster länger als
der Thorax, von der Farbe des Kopfes; das 2te Glied an
der Endhälfte durch die Beschuppung gleichmässig erweitert,
aussen bräunlich angeflogen. Das dünne, feingespitzte, auf der
Schneide etwas lockerbeschuppte Endglied ist etwas länger als
.das halbe zweite Glied und zeigt bei sieben Exemplaren die
Wurzel ganz ungefleckt, dagegen einen deutlichen, schwarzen
oder braunen, ziemlich breiten Ring vor der Spitze. Ein 2
Exemplar hat aber an der Wurzel auf der Schneide ein schwar-
zes Fleckchen (Var. b). Beine blass fahlgelb, die 4 vordern
aussen braungrau angelaufen mit hellen Gliederenden; nur die
2 vorletzten Vordertarsenglieder sind nicht am Ende hell. Hin-
terbeine an der Aussenseite der Tarsenglieder ausser an den
Enden grau bestäubt; die Aussendornen der Schienen auswärts
gebräunt. — Hinterleib graugelblich, an den Seiten und Enden
s
234
der Ringe hell. Bauch zu jeder Seite mit einer Reihe schwarzer
Punkte, die bisweilen eiwas ineinander fliessen; selten ist noch
eine verloschene Reihe kleinerer Punkte dazwischen.
Vorderflügel 33— 32 lang, länglich, bisweilen etwas ge-
streckter als gewöhnlich, bei unversehrten Exemplaren mit deut-
lichem, wenn auch abgestumpftem Vorderwinkel; bleich ocher-
gelb, hier und da mit rölhlicher Beimischung, besonders am
Wurzelfeldchen und um den schwärzlichen Fleck. Wurzelfeld-
chen sehr deutlich, durch einen bräunlichen, verloschenen Innen-
randstrich begrenzt. An der Vorderrandwurzel ist ein verflos-
sener schwärzlicher Punkt mehr oder weniger deutlich. Die
2 schwarzen, schräg gestellten Punkte, wovon der obere kleiner
ist und bisweilen ausbleibt, ruhen auf nicht geröthetem Grunde
dicht vor dem gerundeten, dunkelschwärzlichen Fleck. Ueber
diesem bilden angehäufte schwarze Stäubchen eine bis zur Flü-
gelspitze reichende, verloschene Reihe Vorderrandfleckchen. An-
dere Stäubchen sind auf die Vorderrandhälfte der Fläche ge-
streut. Bisweilen lässt sich mitten zwischen dem Fleck und dem
Hinterrand ein Querstreif in ungerötheter Grundfarbe erkennen,
welcher dicht unter den Costalfleckchen sich spitzwinklig bricht.
Hinterrand mit verloschener, oft fast ausbleibender Reihe schwärz-
licher Strichelchen.
Hinterflügel etwas glänzend, gelblich-grau, an der Endhälfte
dunkler, an der Spitze selter mit der Spur einer dunkelgrauen
Hinterrandlinie. Franzen blassgelblich mit grauer Schattenlinie
nahe der Wurzel.
Unterseite der Vorderflügel grau. Vorderrand schmal hell-
gelb, mit grauen Fleckchen. Franzenwurzel gelblich. Hinterflü-
gel blassgrau, auf dem gelblichen Vorderrand und an der Spitze
spärlich schwärzlich bestäubt, die schwärzlichen Hinterrandstri-
chelchen deutlicher als oben.
Var. b, ein sehr reines Weibchen von Dr, Speyer, hat helle,
fast nicht röthlich gemischte, gewöhnlich gestaltete Vorderflügel;
die einzige Auszeichnung giebt der scharfe schwarze Punkt unten
am Endgliede der Taster. — Ein fast ebenso unversehrtes Weib-
chen von Mad. Lienig zeigt wenigstens einen Schatten dieses
Punktes. Die gewöhnlich gestalteten Vorderflügel zeichnen sich
vor den andern Exemplaren durch stärkere röthliche Beimi-
schung aus.
235
Ob etwa die beiden Geschlechter dieser Art sich in der
Zeichnung der Taster standhaft unterscheiden, muss die Unter-
suchung einer grössern Zahl von Exemplaren lehren.
Diese Art findet sich in Lievland (Lienig!); im Casanischen
und in den Vorbergen des Ural (Eversm.); Ungarn (FR);
Preussen bei Danzig (v. Tiedemann!);, Schlesien bei Glogau (Z.);
Böhmen bei Reichstadt (FR’); im Hessenschen bei Arolsen
(Speyer!); bei Hannover (Krösmann bei v. Heyden’); in Eng-
lend (Stainton!). Sie erscheint, in wenigen Gegenden häufig,
im Juli und später und überwintert ohne Zweifel, so dass sie
im Mai wieder gefangen wird.
Die Raupe lebt nach Stainton an der Unterseite von Distel-
blättern (z. B. an Cirsium lanceolatum) in einer seidenen Röhre;
die im Juli nnd August vorkommenden Raupen sind schwerlich
von einer zweiten Generalion, die Treitschke bei dieser Art
vermutbet.
Anmerkung: Tin. Yeatiella H. 418 (Pinaris — Cat. 411. 3969) hat
auf den Vorderflügeln von dem Fleck aus einen breiten grauen Vorderrand
und in diesem hellgelbe Costalflecke; diese Verdunkelung, sowie die gesättigte
Grundfarbe geben die einzigen Bedenken gegen die Vereinigung mit unse-
rer Art.
16. Subpropinquella Stainton.
Palporum articulo terminali fusco-bieincto; alis ant. elongatis
obtusis, obscure rufescentibus, costa cinerascenti-maculata,
punclis duobus nigris oblique positis ante maculam rotun-
datam nigricantem obsoletam.
Depr. subpropinquella: alae ant. elongatae, apice obtuso, ochraceae,
punctis duobus nigris oblique positis ante et macula fusca rare distincta
pone medium, Staint. in Transact. V, p. 156. pl. XVII. fig. 3. — Tin.
Brit. p. 88, 10. Cat. p, 16. — Companion ed. 1. p- 14, 64. cd 2,
p- 11, 44, 48, 76. — Cat. of Brit. Micr. 58, 10.
Depress. spec, Reutti Beiir. S. 186 spec. 32.
? Haemylis heracliella Dup. Hist. VIII. pl. 290 fig. 12.
? Depress. intermediella Stainton Transact. V, 156. pl» 17. fie. 8.
Var. b, paulo minor, alis ant. minus elongatis, dilutioribus,
macula media majore ac distinctiore 9.
Meine zwei, von Stainton selbst erhaltenen weiblichen
Exemplare weichen von Propinquella sehr ab durch die stark
236
gestreckten Vorderflügel, das gleichmässige trübe Roth der Grund-
farbe auf denselben, die verloschene Farbe des kleineren,
schwärzlichen Mittelflecks und den deutlichen, fast vollständigen
Ring am letzten Tastergliede. Sie haben eine bedeutende Achn-
lichkeit mit Laterella, unterscheiden sich aber leicht durch die
scharfe, nicht abgerundete Vorderflügelspitze und durch den Man-
gel eines schwarzen Queraderpunkts in dem dunkeln Fleck. —
Ich habe 4 bei Glogau gefangene Exemplare (2° 22), die ich
bisher für Propinquella selbst hielt, die sich auch in der Grund-
farbe der Vorderflügel und der Deutlichkeit und Grösse des
schwarzen Fleckes ganz eng an ein Lienig’sches Exemplar an-
schliessen, aber durch den fast vollständigen schwärzlichen Basal-
ring des letzten Tastergliedes und durch die fast wie bei Sub-
propinquella gestreckten Vorderflügel abweichen und sich viel
mehr als zur letztern gehörig auszuweisen scheinen. Da nun
aber meine von Stainton erhaltenen 2 Propinauella offenbar et-
was länger gezogene Vorderflügel haben als die ächte von FR.
erhaltene Art, so scheint weder die Flügelgestalt (denn eine
schärfere Spitzung erkenne ich bei Propinquella nicht an), noch
die Farbe der Flügel und Taster einen sichern Unterschied zu
gewähren, sondern die Möglichkeit vorhanden zu sein, dass hier
eine veränderliche Art vorliegt, an deren einem Ende die im
männlichen Geschlecht nur mit einem Tasterringe gezierte und
mit kurzen gelblichen Vorderflügeln mit scharfem schwarzen
Fleck versehene Propinquella, am anderen aber die zweiringlige
Subpropinquella mit langgestreckten, trübröthlichen und trüb ge-
zeichneten Vorderflügeln steht.
Meine 2 Stainton’schen und 4 v. Heyden’schen Subpro-
pinquella sind ansehnlich grösser als die 2 englischen Propin-
quella. Rückenschild und Kopf trüb röthlich; Gesicht weisslich.
Taster in der hellgelblichen Färbang der Propinquella, auch
' ebenso gebaut; das Endglied auf der Schneide noch lockrer be-
schuppt, zusammengedrückt, mit einem schmälern schwarzen Ringe
nahe der Wurzel und einen breitern über der Mitte, beide auf
dem Rücken schmal unterbrochen. Vorderbeine auf der Lichtseite
dunkel schwärzlich angelaufen, am Tarsus haben alle Glieder auf
dem Rücken gelbliche Enden, ausser an den 2 letzten. Hinter-
beine fahlgelblich, an den Tarsen wie gewöhnlich sehr blass grau
237
gefleckt. — Hinterleib am Bauch mit 2 seitlichen Reihen starker,
scharf gesonderter, schwarzer Punkte.
Vorderflügel 45— 44° lang, viel länger gestreckt als die
Stamm-Propinquella, doch schon weit weniger im Verhältniss zu den
2 englischen Propinquella, an der Vorderecke nicht mehr abge-
rundet, sondern mit stumpfem, erkennbarem Winkel, trüb roth,
etwas verloschen (bei dem einen Exemplar etwas ins Ochergelb-
liche spielend), auf der Vorderrandhälfte schwärzlich bestäubt,
wodurch an dem Vorderrand graue, gegen die Basis an Grösse
abnehmende Flecke entstehen. Wurzelfeldchen nicht durch hel-
lere Farbe ausgezeichnet, doch durch einen schwärzlich- grauen
Innenrandstrich begrenzt. Der schwärzliche Mittelfleck ist kleiner
als bei Propinquella, verloschen und ringsum verfliessend. Die
zwei dicht davor stehenden schwarzen Punkte sind schr deutlich
— beide gleich gross oder der obere grösser — und befinden
sich in keinem auffallend hellen Grunde. Die grauen Hinterrand-
strichelchen bei dem einen Exemplar sehr verloschen. Franzen
von der Grundfarbe, an der Wurzel mit kaum hellerer, feiner
Wurzellinie.
Hinterflügel lichtgrau, kaum nach hinten dunkler; Franzen
viel heller, mit dunklerer Schattenlinie dicht an der Wurzel.
Unterseite ganz so, wie bei Propinquella beschrieben wurde.
Var. b, mit 33 — 4° langen, weniger gestreckten Vorder-
flügeln. Diese haben ein helleres, am Endviertel in bleiches
Gelb übergehendes Roth; ihr Wurzelfeld ist hell und sticht stark
ab, indem auch der braune Innenrandstrich, der es begrenzt,
breiter ist und sich nach aussen schattirt. Der Mittelfleck ist so
lebhaft schwarz wie bei Propinquella, und bei einem 2 Exemplar
klein und scharf begrenzt, bei einem Q und zwei J' gross mit
verflossenen Rändern. Die 2 schwarzen Punkte davor, wovon
der obere bei einem 2 fehlt, stehen in hellem, fast gelblichem
Grunde. Der schwärzliche Staub auf der Vorderrandhälfte ist so
dunkel wie bei Propinquella und bildet auch deutlichere Fleck-
chen auf dem Vorderrande. Das 4te Glied der Vordertarsen
stimmt wie die übrige Färbung der Beine mit Propinquella. Die
seillichen Reihen auf dem Bauche enthalten beim Weibchen
grössere, mehr zu Strichen verlängerte Punkte als beim Männchen,
Taster in beiden Geschlechtern wie bei der englischen Subpro-
pinquella gezeichnet.
238
Var. a kommt vor: im südlichen England, wo sie bei Folk-
stone gemein ist; in Irland bei Dublin (Stainton); in Baden
(Reutti!); bei Frankfurt am Main und bei Birstein (o. Heyden”).
Die Raupe lebt nach Stainton’s Nachricht an der Unterseite der
Distelblätter im Juni, und die Schabe fliegt im August und Sep-
tember, auch noch im October und November (p. Heyden?).
Var. b lebt in Lievland und bei Glogau, wo ich ein Exemplar
am Aten November, ein zweites am 18ten April, ein drities am
23sten April fing.
Anmerkung 1, Ueber Stainton’s Intermediella s. Anmerkung bei
Atomella.
Anmerkung 2. Mit Stainton bin ich sehr geneigt, Duponchel’s Hera-
cliella für Subpropinquella var. a anzusehen, deren Grundfarbe aber ganz
verfehlt, nämlich angenehrn ochergelb, und deren dunkler Fleck zu blass ge-
geben ist.
17. Alstroemeriana L. h
Capite ac thorace niveis; alis ant. albidis, impuris, punctis duo-
bus oblique positis atris ante maculam costae mediae fu-
scam infra ferrugineam.
Phalaena Alströmeriana: alıs albidis, superioribus macula medio
laterali fusco-ferruginea Linn. $. Nat. I, b. 879, 314. — Clerck tab.
10. fig. 1. (Ent. Ztg. XIV (1853), S. 279.)
Depressaria — Steph. Cat. 7178. — Hlustr. IV. 202. 17. — Z. Isis
1839, S. 195. 8. 1846, S. 280. 4. -— Tengström Finl. Fjäril. p. 123.
3. — Stainton Cat. 16. Suppl. 21. — Companion ed. 1. p. 14, 29,
59. ed. 2. p. 11, 25, 44, 77. — Transact. V. p, 157. 11. — Tin.
Brit. 88, 11, — Cat. of Brit. Microl. p. 58, 11.
Phal. Alströmiana Linn. Fn. p. 348. 1335.
Pyralis — Fabr. Syst. Ent. p. 653, 44. Ent. syst. 3, b. p. 275. 141.
Depressaria Alströmeri (Alstroemer’s Flat-body) Haworth Lep. Brit.
IV. p. 508. 10.
Agonopterix Alströmerella Hübn. Cat. 410. 3956.
Haemylis — Tr. IX, 1, 255. X, 3. 184 u. 280. — Zetterstedt Ins. lapp.
p- 1000. — (Hem. d’Alströmer) Dup. Hist. VIll. p. 131. 1514. pl.
290. fig. 5. — Cat. 334.
Depressaria — Reutfi Beitr. S. 186. 28. — Richter Ent. Zig. XI (1850)
p. 27. — v. Tiedemann Pr. Provinzialbl, 1845, S. 536. 6. — Schles,
‚Schmtauschbl. IV (1843), 18,
Tinea monilella, weisslichter Schabe mit 1 bunten Mackel am Aussen-
rande WVien. Vzchn, 138, 11, — ed. Illig. 11, 100, — ed. v. Charp.
131. — Kollar Vzchn. S. 91.
Tinea puella Hübn. fig. 82.
Haemylis albidella Eversmann Fn. Volg. 570.
239
Var. b, ventre nigricante, segmentorum marginibus albidis. 9.
‘ Eine der kleinern Arten, schon mit ganz abgerundeter Vor-
derflügelspitze, sehr kenntlich an der rein weissen Farbe des,
Kopfes und Rückenschildes und der weisslichen Grundfarbe der
Vorderflügel. |
Rückenschild und Kopf schneeweiss. Fühler bräunlich-grau;
Wurzelglied dunkler, an der Spitze und in einem Längsstrich
weiss. Taster länger als das Rückenschild, rein weiss; das 2te
Glied an der Endhälfte durch lange Schuppen, die sich gegen
die Spitze allmählig verkürzen, erweitert und aussen schwarz-
braun bestäubt; Endglied halb so lang, auf der Schneide etwas
locker behaart, über der Wurzel urd über der Mitte mit einem
schwärzlichen Ringe, an der feinen Spitze schwarz. Beine weiss,
schwarz gefleckt und bestäubt; Vordertarsen schwärzlich mit
weissen Enden der Glieder, mit Ausnahme des vierten; Hinter-
schienen wenig bestäubt; Hintertarsen auf dem Rücken grau, am
Ende jedes Gliedes weiss. — Hinterleib grau mit weisslichen
Hinterrändern und Seitenbüschen der Ringe und gelblich-weissem
Afterbusch. Bauch mit zwei seitlichen tief schwarzen Punktreihen
und dazwischen gestreuten schwärzlichen Stäubchen, die biswei-
len noch zwei Mittelreihen schwarzer Pünktchen bilden. Bei
einem Weibchen (Var. b), das sonst gar keine Auszeichnung
hat, ist der ganze Bauch violeltlich-schwärzlich mit schmalen
weisslichen Hinterrändern der Segmente.
Vorderflügel 33 — 4‘ lang, stark gestreckt, am Innenwinkel
erweitert, am Hinterrande convex, am siumpfen Vorderwinkel
abgerundet, mit weissem Grunde, der aber nur im Wurzelfeld
chen und von diesem aus längs des Vorderrandes rein bleibt,
übrigens aber gelblich-grau angelaufen ist, am meisten am Wur-
zelfeldchen und vor dem Hinterrande. Die beiden tief schwarzen,
schräg gelegten Purkte ruhen dicht vor dem Mittelzeichen in
weissem Grunde. Das Miltelzeichen ist ein grosser bläulich-
schwarzer Fleck, der nach unten rostroth und scharf abgeschnit-
ten ist, nach oben aber durch reichliche schwarzbraune Bestäu-
bung mit dem Vorderrand verbunden wird, so dass er bei ober-
flächlicher Betrachtung an diesem selbst zu hängen scheint. Vor
und hinter ihm trägt der Vorderrand schwärzliche Fleckchen.
Schwarze Stäubchen zeigen sich am reichlichsten auf der Vor-
derrandhälfte und vor dem Hinterrande. Dieser trägt eine Reihe
240
tief schwarzer Strichelchen, die nach innen weisslich gesäumt sind
und gegen den Innenwinkel an Länge und Deutlichkeit abneh-
men. Franzen weisslich, mit 3 staubgrauen Linien durchzogen.
Hinterflügel glänzend grau, gegen den zugespitzten Vorder-
winkel dunkler. Franzen weisslich, mit grauer Schattenlinie nahe
der Wurzel.
Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau; Vorderrand weiss-
lich, nach hinten erweitert, überall schwarz gestrichelt. Flügel-
spitze mit sehr kleinem, tief schwarzem Strichelchen. Franzen
gelblich-weiss mit staubgrauen Schatten durchzogen. Hinterflügel
lichtgrau; Vorderrand und Spitze weisslich-gelb, mit schwarzen
Stäubchen bestreut; Franzen etwas trüber als oben.
» Diese sehr verbreitete, doch nirgends sehr häufige Art wurde
am weitesten gegen Osten im Gasanischen und an den Vorber-
gen des Ural (Eversmann), gegen Norden bei Helsingfors und
Abo (Tengström), gegen Süden in Krain (FR), gegen Westen
in England gefunden. Ihre eigentliche Flugzeit ist der Herbst
vom August an. Sie überwintert selbst in Finland. Im Frühling
fliegt sie im April und Mai Abends an Hecken.
Die Raupe lebt nach Stainton’s Angabe im Sommer in den
Dolden des Conium maculatum (woran ich jedoch nie eine Raupe
bemerkte).
18. Purpurea Haw.
Parva; alis ant. rufo-purpureis, basi abrupte sordide exalbida,
macula magna costae mediae nigricanli infra punclum al-
bum includente.
Depressaria purpurea (the Lesser purple) alis rufo-purpureis macula
magna costalı fusca pallido adnata, costa roseo-punctata. Haworth Lep.
Brit. III, p- 51ll, 20. — Staint. Cat. p- 16. 12. — Suppl. p- 21.
— Companion ed. I. p. 14, 29, 59, 64. — ed. 2. p. 11, 25, 44, 48.
— Transact. V, p. 157. 12. — Tin. brit. p. 89, 13. — Cat. of Bit.
Microl. 59, 13.
Tinea vaccinella Hübn. fıg. 416.
Epeleustia vaccinella H. Cat. 410. 3950.
Haemylis vaccinella Tr. IX, 1. 236. X, 3. 177 u. 278, — (Hemil. du
mirtille) Dup. Hist. VIII, p. 156. 1525. pl. 261. fig. 6. — Cat. 335.
Depressaria vaccinella Z. Isis 1839, S.195. 9. 1846, S.280.5. — Rich-
ter Ent. Ztg. XI (1850) S. 27. — Mann ib. S. 150. — Z. XIV
(1853), S. 81. — Schles. Schmtauschbl, Ill (1842), 17. IV (1843),
241
18. — Herrich-Schff. Text S. 117, 218. — Schläger Tauschbl. S.
218. 118.
Depressaria vacciniella Reutti Beitr. S. 186, 29,
Die kleinste bekannte Art, kenntlich an den rothsteinfarbe-
nen Vorderflügeln mit gelblich-weissem, scharf begränztem Wur-
zelfeldchen und grossem, schwärzlichem, gelblich bestäubtem Co-
stalfleck.
Rückenschild und Kopf hell gelblich-grau, braun bestäubt,
an den Rändern am reinsten, Gesicht hellgelb. Fühler schim-
mernd gelblich-braungrau; Wurzelglied braun, auf der Schatten-
seite gelblich. Taster länger als das Rückenschild, hellroth, in-
nen schmutzig weisslich; das 2te Glied an der Endhällte durch
abstehende Schuppen verdickt, aussen bräunlich bestäubt, am Ende
des Schuppenbusches schwärzlich oder braun; Endglied beträcht-
lich länger als das halbe zweite Glied, pfriemenförmig, kaum zu-
sammengedrückt, fein gespitzt, glatt, mit einem schwarzen Ringe
an der Wurzel und einem unter der Spitze. Beine schmutzig
weisslich-grau; die 4 vordern aussen gebräunt, an den Schienen
roth angeflogen, an den Tarsen schwarz mit gelblichen Enden
der Glieder, mit Ausnahme des 4ten an dem Vordertarsus. Hin-
tertarsus grau, nach aussen ins Schwärzliche, an den Enden der
Glieder gelblich. — Hinterleib grau mit hellgelblichem Rande und
Bauch; letzterer mit 2 seitlichen Reihen schwarzer Punkte, die
nach der Wurzel zu stärker werden, und bisweilen mit 2 Mit-
telreihen schwarzer Pünktchen.
Vorderflügel 3—23’' lang, gestreckt, am Vorderwinkel stark
abgerundet und mit sehr convexem Hinterrande, dunkel rothstein-
farben, etwas wolkig, mit sehr scharf abgeschniltenem, weissli-
chem oder gelblich-weissgrauem, schwarz punktirtem Wurzel-
feldchen. An dem letztern verdunkelt sich die Grundfarbe zu
einem braunen begränzenden Innenrandstrich. Der aussen gerö-
thete Vorderrand der Flügel ist von der Wurzel aus weisslich
bestäubt; schwarze Stäubchen verdecken das Weissliche mehr
oder weniger vor der Flügelhälfte, und bilden hinter derselben
schwärzliche Costalflecke. An der Vorderrandmitte breitet sich
ein schwärzlicher, grosser, nirgends scharf begränzter Fleck aus,
in dessen unlterem Theil ein scharfer weisser Punkt auf der Quer-
ader und öfters vor diesem in gleicher Höhe ein solches Pünkt--
chen liegt. Vor dem Flecke und durch weissliche Bestäubung
IX. 16
242
getrennt liegen die 2 schräg gestellten schwarzen Punkte, deren
unterer sich oft zu einem kleinen Längsstrich verlängert. Der
Hinterrand hat selten Spuren von schwärzlichen Staubfleckchen.
Franzen etwas heller als die Grundfarbe.
Hinterflügel grau, nach aussen stark verdunkelt. Franzen
heller mit dunklerer Schattenlinie nahe der Wurzel.
Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau mit gelblichem,
schwärzlich geschecktem Vorderrand und gelblicher Wurzellinie
der grauen Franzen. Hinterflügel hellgrau, am Vorderrand und
in der Flügelspitze gelblich, schwarz bestäubt; der Hinterrand an
der letztern mit einer Reihe schwarzer Strichelchen.
Sie ist verbreitet, ohne häufig zu sein. Am weitsten nörd-
lich fand sie sich in Lievland (Lienig), am südlichsten in Tos-
cana (Mann), am westllichsten bei Barcelona (Himmighoffen
bei v. Heyden!). Ich fand sie bei Berlin, Frankfurt a. d. Oder
und Glogau ziemlich selten, in guten Exemplaren im. September
und October, in verflogenen während des Winters und im Früh-
jahr, und damit stimmen auch die mir durch v. Heyden (!) mit-
getheilten Nachrichten. Sie hält sich an Zäunen und schattigen
Hecken und Alleen auf trocknem Boden. Ihre Futterpflanze ist
noch unbekannt.
19. Hypericella Tr.
Capite ac thorace flavescentibus, scapulis praeter apicem fuseis;
palporum flavescentium articuli terminalis apice nigro; alis
ant. badiis, basi costaque violaceo-fuscis costa flavido con-
spersa, lineola disci ante medium curva atra.
Haemylis hypericella: capite thoraceque flavidis, alis ant. purpureis,
basi et ad marginem anteriorem caeruleo nigricantibus, atomis flavidis,
macula media nigricante- Tr. IX, 1. 236. X, 3. 278. — du mille-
pertuis Dup. Hist. VII, p. 135. 1516, pl. 290. fig. 7. — Cat. 335.
Depressaria — Z. Isis 1839, S. 195. 10. 1846, S. 280. 7. — Schles.
Schmtauschbl. IV (1843), 18. V (1844), 17. — Schläger Tauschbl.
S. 128. 43. — v. Tiedemann Pr. Provinzialbl, 1845, S. 536.7. —
Stainton Cat. 16. Suppl. 2l. — Companion ed, 1. p. 14, 36, 46, 50.
ed. 2. p. 11, 38, 73, 76. — Transact. V, 158. 15. — Tin, brit. p.
90, 15. — Cat. of brit. Microl. p. 59. 15.
Depress. liturella HS. Text S. 115. 215. tab. 60, fıg. 433,
? Tin. liturella U. fig. 83.
? Epeleustia — II. Cat. 410. 3949.
243
2 Depressaria — Stephens Cat. 7164. — Illustr. IV. p. 203. 22.
2 — liturosa (the purple Flat-body) Haworth Lep. brit. IV. p. 508. 9.
Am nächsten verwandt mit Conterminella, von der sie
durch die schwarzbraune Farbe der nur am hintern Ende gelb-
lichen Schulterdecken am leichtesten unterschieden wird; ausser=
dem ist ihr Thorax und Kopf lebhaft gelb, ihre schmalern und
spitzern Vorderflügel sind viel dunkler braunroih, mit einer gros-
sen schwärzlichen Stelle an der Mitte des Vorderrandes, und ihre
Hinterflügel haben den Hinterrand vor dem Schwanzwinkel auf
die gewöhnliche Weise busig eingedrückt.
Grösse ungefähr wie Costosa. Rückenschild und Kopf hell-
gelb, in der Mitte gewöhnlich verdunkelt. Schulterdecken schwarz-
braun, am Ende gelblich, selten ganz schwarzbraun. Gesicht an
den Seiten brandig gelb. Fühler violettlich-braun. Taster so
lang wie Kopf und Rückenschild zusammen, .blassgelb; das zweite
Glied von der Wurzel aus gleichmässig und nicht stark verdickt,
aussen der ganzen Länge nach braun; Endglied etwas länger als
das halbe vorhergehende Glied, wenig zusammengedrückt, auf
der Schneide kaum etwas locker behaart, mit breitem, schwar-
zem Ringe dicht an der gelblichen Spitze und bisweilen mit
schwarzem Fleck an der Wurzel. Saugrüssel ziemlich lang, hell-
gelb beschuppt. Beine schwarzbraun mit hellgelblichen Enden der
Glieder und hellgelber Innenseite der Hinterschiene; die 4 vor-
dern Schienen dunkelroth gefleckt; das 4te Glied der Vordertar-
sen ganz schwarz. — Hinterleib bräunlich-grau mit gelblichen
Rändern der Ringe; Bauch in der Mitte gelblich bestäubt, mit 2
beim Weibchen schärfern seitlichen Reihen länglich - dreieckiger
schwarzer Strichelchen und 2 Mittelreihen schwarzer Pünktchen.
Vorderflügel 4—44‘' lang, gestreckt, mit deutlichem, etwas
abgerundetem Vorderwinkel und sanft convexem Hinterrande der
Franzen, dunkel braunroth, mehr oder weniger lebhaft, an der
innern Vorderrandhälfte und gegen das Wurzelfeldchen in violett-
liches Schwarz übergehend. Wurzelfeldchen schmal, oft schwärz-
lich überzogen, gelblich, an der Wurzel dunkelgrau bestäubt, so
dass gewöhnlich nur der Aussenrand in einer Linie hell bleibt,
am Innenrand mit einem tief schwarzen Fleckchen. Der Vorder-
rand ist hellgelblich bestäubt, reichlicher an der Endhälfte, wo
die gelblichen Stäubchen zu Costalfleckchen zusammentreten, die
oft durch tief schwarze Zwischenräume getrennt sind .Im Mittel-
244
raum liegt vor der Mitte ein tief schwarzer, gekrümmter, etwas
schräger Strich, der offenbar aus zwei Punkten zusammengeflos-
sen, und dessen zugespitztes Ende weiss-gelblich gesäumt ist.
Hinter ihm folgt eine schwarze, nirgends scharf begränzte Stelle,
die bis zum Vorderrand reicht. Hinter ihr bemerkt man öfters
eine schwach angedeutete, aus gelblichen Stäubchen gebildete
Querlinie, die über der Hälfte der Flügelbreite sich stark wink-
lig bricht und sich oben mit einem Costallleckchen vereinigt. Die
schwarze, öfters in Strichelchen aufgelöste Hinterrandlinie wird
nach unten schwächer und verschwindet weit vor dem Innen-
winkel. Franzen etwas heller als die Grundfarbe.
Hinterflügel etwas glänzend grau, an der Endhälfte stark
verdunkelt. Franzen hell mit dunklerer Schattenlinie nahe der
Basis.
Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau; Vorderrand schmal
hellgelb, schwarz bestäubt und gefleckt. Die feine schwarze Hin-
terrandlinie wird durch die gelbliche feine Wurzellinie der Fran-
zen sehr gehoben. Hinterflügel hellgrau, am Vorderrand und in
der Spitze dunkler grau mit gelblichen Stäubchen; die Spitze und
ein Theil des Hinterrandes ist mit einer aus schwarzen Strichen
bestehenden feinen Linie umzogen.
Sie bewohnt die Ebene und niedere Berge. In Schweden
um Stockholm am 8. August gefangen (Boheman!); in Lievland
öfters (Lienig!); in Preussen an der Ostseeküste (v. Tiedemann!);
in Schlesien bei Glogau und in den Vorbergen bei Salzbrunn (Z.),
in der Grafschaft Glatz (v. Prittwitz!); in Sachsen bei Dresden
und Schandau (v. Tischer!); in Böhmen und Baiern (FR.); in
Oestreich bei Wien und in Krain bei Laybach (Tr.); bei Jena
nicht selten (Schläger!); bei Aachen (Kaltenbach!); bei Frank-
furt a.M. (v. Heyden!). In England als Raupe gemein (Stain-
ton). Sie lebt sehr versteckt und wird daher selten aus Gebüsch
auf trocknem Boden zum Auffliegen gebracht, im Juni und Juli.
Die Raupe, aschgrau oder trüb grün, seidenglänzend, mit gel-
bem Kopf und gelber Schwanzklappe (Tr.), lebt in den zusam-
mengesponnenen Endblättern des Hypericum perforatum im Mai
und Juni (Stainton), nur im Mai (Schläger); auch an andern
Hypericum-Arten (Schläg.),
Anmerkung Il. AHüöner’s Liturella fig. 83 ist ein sehr schlechtes
Bild, das man wegen seines ganz dunklen Rückenschildes und seiner nicht
245
aasgeschwungenen Hinterflügel mit gleichem, wo nicht mit besserem Recht
für eine dunkle Conterminella annehmen kann. Doch hat nach einer briel-
lichen Notiz des Herrn F. v. Röslerstamm Hübner selbst Herrn Freyer ächte
Exemplare der Hypericella als seine Liturella bestimmt. — Hypericella 4
fig. 441 erklärt Herrich-Schffer für Conterminella, und es möchte schwer
sein, seine Behauptung zu widerlegen, obgleich ich noch kein Exemplar der
Conterminella sah, das so röthlich auf den Vorderflügeln war. WVenn er
aber zur Vermeidung von Verwirrung unserer Hypericella den Namen Litu-
rella giebt, so glaube ıch, dass eher die Verwirrung dadurch vermehrt wird,
weil nun die Liturella SV‘, anders zu benennen wäre, und behalte den von
der Nahrungspflanze gegebenen Namen, nur unter veränderter Autorität, bei.
Anmerkung 2. Hawortl’; Liturosa alis cinereo-purpureis, fascia te-
nuissima recta juxta basin pallida (Tin. liturella 4. 83. Exp. al. 8°. Alae
ant. sordide purpureae sen cinereo-purpureae. Posticae pallide fuscescentes)
scheint mir gar kein Bederken zu haben, zumal da er Conterminella abgeson-
dert als Curvipunctosa aufführt, und ich folge in der Beifügung des Frage-
zeichens nur dem Vorgange Sfainton’s, Vielleicht hat ihn der Haworth’sche
etwas sonderbare Zusatz: Simillima praecedenti (1. e. Costosae), differt solum
in colore in seiner frühern Sicherheit (Transactions) wankend gemacht.
Anmerkung 3. Auch die Stephens’sche Liturella, für synonym mit
der Haworth’schen erklärt, bezweifle ich nicht, obgleich sie zu einer Abthei-
lung: „Vorderflügel ziemlich schmal, hinten gerundet, im Mittelraum pur-
purfarben mit blässern Zeichen‘ gezogen wird. Ihre Beschreibung lautet so:
„Al. ant. cinereo-purpureis, fascia tenuissima recta juxta basin, strigisque ab-
g,breviatis cosialibus pallidis; posticis fuscescentibus.s 8—85'”, Vorderflügel
s;jdüster- oder aschgrau -purpurfarben mit einigen schlecht begränzten, tief
„schwarzen WVolken gegen die Basıs, einigen unregelmässigen abgekürzten
„blassen Strichen auf dem Vorderrande und einer graden Binde von dersel-
„ben Farbe gegen die Basis; Hinterrand ungefleckt; Hinterflügel bräunlich 5
„Kopf, Rückenschild und Taster ochergelb.“‘
20. Conterminella (FR.) Z.
Thorace toto griseo; palporum articulo terminali ante apicem
late nigro-annulato; alis ant. fusco cinereoque nebulosis,
dorso rufescenti-mixto, lineola disci ante medium curva
atra; posterioribus ante angulum analem non sinualis.
Depressaria conterminella Z. Isıs 1839, S. 196. 27. — HS. Text
$. 116. 216. — Stainton Cat, 16. — Companion ed. I. p. 14, 36
41, 46, 50. ed. 2. p. 11, 38, 44, 73, 76. — Transact. V, p. 158, 16.
— Tin. brit. p- 90, 16. — Cat. of brit. Microl. 59, 16.
Haemylis — Dup. Cat. 339.
? — ceurvipunctosa (ihe curve-dotted Flat-body) Haw. Lep. brit. IV,
p. 511. 19. — Stephens Cat. 7167. — Illustr. IV, p- 201. 15,
? Tin. Hypericella H. 441.
? Epeleustia — H. Cat, 410. 3947.
246
Var. b, thorace et abdomine flavescentibus, scapularum basi
rufescente, alis ant. rufo-suflusis, ceterum ut Var. a. (2
Mus. v. Heyden.)
Gewöhnlich viel blasser als Hypericella, an den Enden der
Schulterdecken nicht auffallend hell, auf den breitern und stun-
pfern Vorderflügeln ohne die hellgelblichen Stäubchen längs des
Vorderrandes, dagegen mit deutlichem, weissem, dunkel einge-
fasstem Punkt auf der Querader, und an den Hinterflügeln ohne
den busigen Ausschnitt des Hinterrandes gegen den Innenwinkel.
Grösse wie Hypericella. Rückenschild hell gelblich -staub-
grau, mit dunklerem, öfters röthlichem Staube mehr oder weni-
ger reichlich bestreut. Kopf gelblicher, besonders in dem zu
beiden Seiten bräunlich-grauen Gesicht. Fühler braungrau, nach
unten dunkler. Taster in der Gestalt und Bekleidung wie bei
Hypericella, das 2te Glied bräunlich, innen grau-gelblich; End-
glied schmutzig weisslich mit breitem braunen Ringe dicht unter
der Spitze. Beine bleich gelblich, aussen braun bestäubt; die vier
vordern Schienen selten schwach geröthet; die 2 vorletzten Glie-
der des Vordertarsus ganz schwarzbraun; Hintertarsen auf dem
Rücken grau mit gelblichen Enden der Glieder. — Hinterleib
gelblich-grau; Bauch bleich gelblich, bräunlich bestäubt, mit zwei
seitlichen Reihen schwarzer, länglicher Punkte, die beim S ge-
wöhnlich zusammentliessen, beim @ schärfer gelrennt bleiben.
Vorderflügel 4—4%‘ lang, etwas gestreckt, mit deullichem,
doch abgerundetem Vorderwinkel und weniger schräg als bei
Hypericella herabgehendem Hinterrande; Grundfarbe ein Gemisch
aus Braun, Grau und Roth, welches letztere in einer lichten und
unreinen Mischung hauptsächlich die Innenrandhälfte einnimmt, ge-
gen den Vorderrand zu aber in Braungrau verschwindet. Wur-
zelfeldchen gelblich-grau, an der Wurzel dunkler bestäubt, am
Innenrand mit tief schwarzem Punkt, und mit schwärzlicher, auf
dem Innenrand anfangender Begränzung. Der Vorderrand ist
schwärzlich bestreut, nach hinten mit lichtgrauen, oft fehlenden
Fleckchen. Der tief schwarze, krumme Strich vor der Flügelmitte
ist wie bei Hypericella am zugespitzien Ende gelbweisslich ge-
säumt und bisweilen in der Mitte getrennt. In gleicher Höhe
mit seiner Spitze liegt auf einer nur wenig verdunkelten Stelle
auf der Querader ein weisser, eiwas quergezogener, dunkel ge-
randeter Punkt. Auch bei dieser Art ist eine helle Querlinie,
247
wie bei Hypericella, in einiger Entfernung hinter der Querader
angedeutet; meist ist sie weniger spitzwinklig gebrochen. Den
Hinterrand fasst eine aus schwarzen Strichelchen zusammenge-
setzte Linie ein, die im Innenwinkel verschwindet. Franzen trüb
bräunlich-roth.
Hinterflügel etwas glänzend, sehr hellgrau, gegen den Vor-
derwinkel nicht verdunkelt, dieser mit einer aus verloschenen
grauen Strichelchen zusammengesetzten Hinterrandlinie. Der Hin-
terrand geht vom Innenwinkel in fast grader Linie bis zu der
am 2ten Aste der Medianader beginnenden Krümmung, enibehrt
also der das Genus characterisirenden Concavität. Franzen an
der Wurzelhälfte gelblich - grau.
Unterseite der Vorderflügel hellgrau ; Vorderrand schmal
weisslich, braungrau bestäubt. Hinterrandlinie sehr fein, schwärz-
lich, durch die gelblichen Aderenden unterbrochen und von der
feinen Wurzellinie der Franzen gesäumt. Hinterflügel noch hel-
ler als oben, längs des Vorderrandes und in der Flügelspitze
grau und gelblich bestäubt; die unvollständige Hinterrandlinie
schwärzlicher als oben.
Var.b ist sehr ausgezeichnet durch die hellgelbe Farbe der
Oberseite des Körpers; der Thorax ist nicht verdunkelt wie bei
Hypericella, die Schulterdecken sind gegen die Wurzel hellroth;
die Vorderflügel haben eine angenehme, mit lebhaftem Roth ge-
mischte braune Grundfarbe.
Weniger verbreitet als Hypericella. In Lievland (Lienig!).
Bei Jena (Schläger!); bei Augsburg nicht selten (Freyer!);
bei Regensburg (HS.); bei Frankfurt am Main (v. Heyden!). In
England als Raupe häufig (Stainton!). Die Raupe, nach Lienig:
spangrün, mit weissen Einschnitten und fast weissem Kopf, mit
bräunlichem Maul und braunem Fleck zu jeder Seite desselben,
lebt nach Stainton im Mai und Juni in den Endtrieben von Woll-
und glatten Weiden. Schläger schickte mir eine ächte Conter-
minella zur Ansicht mit der Angabe: „Hypericella, sehr häufig in
‚den Spitzen der verschiedenen Arten von Hypericum“. Hier
kann nur eine Verwechslung stattgefunden haben; ich erhielt die
ächte Hypericella in Mehrzahl von Jena. — Die Schabe fliegt vom
Ende Juni an bis in den August (Stainton).
Anmerkung. Stainton spricht in den 'T'ransact. die Vermuthung aus,
dass Haworth’s Curvipunctosa sich vielleicht nur als Varietät der Applana
248
erweisen möchte, Haworth’s WVorte sind: „Alis griseis, fusco-subatomosis,
lineola minuta, media, curvata, subinde interrupta atra-. Hab. ad sepes, priore
(i. e. Characterosa) longe infrequentior. Imago ı. Mar. Exp. al. 7— 8,
Applanae valde affınis, at duplo minor, absque punctis albis: costa fusco pun-
ctata ut in ılla. In exemplariis (!) optimis caput, ihorax et ipsa basis alarum
anticarum albida seu pallida sunt. , minor quam ©, alis anticis omnino fu-
scis, puncto medio curvato atro; costa maculis obsoletis saturatioribus.“ —
Stephens characterisirt diese Curvipunctosa in der Abtheilung: „Vorderflügel
hinten abgerundet, im Mittelraum blass, gewöhnlich mit einem gekrünmten
Zeichen in der Mitte fulgendermaassen: ‚al. ant. griseis fusco -subatomosis,
lineola sinuata, media, curvata, subinde interrupta, nigra (7—8’’). Vorder-
flügel greis, mit zerstreuten braunen Atomen und einem kleinen gekrümnmten
schwarzen Strich in der Mitte, welcher bisweilen unterbrochen ist; der Vor-
derrand mit einigen braunen Punkten, die sich bisweilen zu kleinen Flecken
vereinigen oder sehr verlöschen; Kopf, Thorax und Vorderflügelbasis biswei-
len blass; oder die Vorderflügel gänzlich purpurbraun mit einer kleinen, krum-
men, tiefschwarzen Linie; Hinterflügel aschgraubraun mit weisslichen Franzen.“
21. Ledereri n. sp.
Magna, palporum articulo terminali infra hirto; alis anl. elon-
gatis, rufescenti-griseis, fuscescenti-marmoratis, basi ab-
rupte cinerea nigro-terminala, puncto venae transversae
albido; posterioribus ante angulum analem vix sinualis.
(2 Mus. Lederer.)
Ohne die schwarze, gekrümmte Linie im Mittelfelde der Vor-
derflügel und auch sonst sehr verschieden aussehend, aber doch zu-
folge der von der Wurzel aus beginnenden, gleichmässigen Ver-
dirkung des 2ten Tastergliedes und wegen der kaum angedeu-
teten Aushöhlung des Hinterrandes der Hinterflügel hierher gehörig.
Eine Hauptauszeichnung dieser Art ist der Schuppenbusch an der
Wurzel des letzten Tastergliedes.
Grösse wie Heracliana. Rückenschild grau, Schulterdecken
nach hinten (durch die Beschuppung) erweitert und sich bis auf
die Vorderflügelwurzel ausbreitend. Kopf grau, bräunlich bestäubt;
Gesicht weisslich. Fühler bräunlich-grau, gegen das Ende auf-
fallend verdünnt. Taster länger als das Rückenschild, dunkel-
braun, hellbraun und weisslich bestreut, am meisten weisslich auf
der innern Seite und am Endgliede; das 2te Glied von der Wur-
zel aus gleichmässig und ziemlich ansehnlich verdickt, mit tiefer
Furche zwischen der Beschuppung bis zur Wurzel; Endglied kaum
so lang wie das halbe 2te Glied, an der Wurzelhälfte durch lok-
249
kere Beschuppung der Schneide stark verdickt, an der Mitte mit
schwarzem Ringe, am feingespitzten Ende schmutzig weisslich.
Saugrüssel kurz, mit weisslichen, langen Schuppen. — Beine hell
grau-gelblich, aussen braun bestäubt; Vorderschienen fast unbe-
stäubt; Vorderfuss gelblich, an den 3 letzten Gliedern schwarz;
an den Mittelfüssen sind die Glieder auf dem Rücken grau mit
hellgelblichen Spitzen, das letzte Glied schwärzlich; Hinterfüsse
mit verloschen grauen Wurzeln der Glieder. — Hinterleib fahl-
gelblich, Bauch heller, mit tief schwarzer, nach hinten sich in
schmälere Strichelchen auflösender Längslinie zu jeder Seite und
mit bräunlicher Mittellinie.
Vorderflügel fast 6‘ lang, sehr gestreckt, mit ganz stum-
pfem, abgerundetem Vorderwinkel und sehr convexem Rande der
Hinterrandfranzen. Grundfarbe ein trübes, aus schmutzigem Gelb,
unreinem Roth und lichtem Braun gebildetes Gemisch, hier und
da mit wolkigen Stellen. Wurzelfeld hellgrau, scharf abgeschnit-
ten durch eine tief schwarze, feine, auf dem Innenrand stehende,
nach innen geneigte Linie und mit einem schwarzen Punkt
nahe am Innenrand. Dicht hinter der schwarzen Gränzlinie am
Innenrand sind die Schuppen ausserordentlich verlängert. Der
Vorderrand ist seiner ganzen Länge nach mit verloschenen
schwärzlichen Fleckchen von ungleicher Grösse bezeichnet. Vor
der Flügelmitte liegt am Ende eines schwärzlichen Längsschat-
tens ein weisslicher Punkt, und auf der Querader, also ziemlich
weit von jenem, ist ein zweiter solcher Punkt, zwischen welchem
und dem Vorderrand der Grund schwärzlich gemischt ist. Zwischen
dem 2ten Punkt und dem Hinterrand ist eine lichte Querlinie
angedeutet, die über ihrer Hälfte in einen scharfen, spitzen Win-
kel gebrochen ist. Der Hinterrand trägt eine Reihe kleiner schwar-
zer, verloschener Punkte. Franzen gelblich- grau mit breiter
grauer Schattenlinie nahe der Basis.
Hinterflügel etwas glänzend, licht staubgrau, nach hinten ver-
dunkelt und mit ziemlich deutlichen Adern; der Hinterrand ist vor
dem Schwanzwinkel kaum merklich eingedrückt. Franzen heller
und gelblicher als die Fläche mit grauer Schatteniinie nahe der
Basis.
Unterseite der Vorderflügel hellgrau; Vorderrand ziemlich
schmal, trüb gelblich-weiss, schwärzlich punktirt. Franzenwurzel
schmal gelblich-weiss. Hinterflügel grauweisslich, am Vorder-
250
rand gelblich, und an ihm wie in der Flügelspitze grau bestäubt.
Die Querader trägt einen starken braungrauen Punkt. Die Flü-
gelspitze umzieht eine feine schwarze, durch die e Ader-
enden unterbrochene Linie.
Das sehr schön erhaltene einzelne Exemplar, das zwar stark
erhobene Ränder des Hinterleibes, aber keinen gesträubten After-
busch und dabei feine, ungezähnelte Fühler !hat, halte ich für
ein Weibchen. Herr Lederer empfing es aus Cypern.
22. Ocellana Fabr.
Palporum articulo secundo semel, terminali bis fusco-annulato;
alis ant. rufescenti-canis lineola curvala nigra ante, annulo
rufo albo-expleto post maculam mediam fuscescentem.
Pyralis ocellana: alıs cinereis, litura media sanguinea, puncto albid»
Fabr, Syst. Ent. p- 652, 40. — Ent. syst. 111, b. 272.
Tortr. — (le point) Fillers Ent. Linn. 2, p. All, 715,
Depressaria — Steph. Cat. 7169. — Illustr. IV, p. 201. 13. — Sftainton
Companion ed. 2. p- 12, 24, 25, 44, 77. — Tin. brit. p. 92. 19. —
Cat. of brit. Micr. p. 60, 19.
T'inea characterella, graulichter Schabe mit S-lörmigten Mittelzeichen
WVien. Vzchn. S. 137. 2 — cd. Illig. 1, 99. — cd. v. Charp. S,
"128. — Brahm Ins. Kal. 2, S. 223. 118.
Haemylis characterella Tr. IX, 1. 254. 1X, 2. 275. X, 3. 280. — Evers-
mann Faun. Voleg. 569, 5. — KHollar Vzchn. S. 91, — Hem. carac-
terisee, Dup. Hist. VII, p. 127, 1512. pl. 290. fig. 3. Cat. 334. —
Zetterstedt Ins. lapp. p- 1000.
Depressaria — Z. Isis 1839, S. 195. 13. 1846, S. 280, 10. — Schles.
Schmtauschbl. III (1842), 17. 1V (1843), 18. VII (1846), 13. —
Schläger Tauschbl. S.162. 78. — Stainton Cat. 17. Suppl. 21. Com-
panion ed. 1. p. 14, 27, 29, 56, 59. — Tengström Finl. Fjäril. p,
123. 4. — v. Tiedemann Pr, Provinzialbl. 1845, S. 536. 9, — Rich-
ter Ent. Zıig. XI (1850), S. 27. — Z. Ent. Ztg. XIV (1853), S. 81.
Tinea signella Hübn. fig. 80. — Schmetterl, d. Donauquellen S. 37, 301.
Agonopterive — Hbn. Cat. 410. 3955.
Tin. signiferella, zeichentragende Schabe, Hübner Text S, 39. 7,
Depressaria signosa (the red Letter Flat- body) Haworth Lep. brit. IV,
p- 508. 11.
Var. b, puncto lineolaque atris pro lineola curvala in alis ante-
rioribus.
Var. c, thorace cum alis ant. dense fuscescenti - pulverulentis,
lineola curvata in puncta duo mulala. d*.
251
Vor allen Depressarien kenntlich durch den kleinen rothen,
weiss ausgefüllten Ring auf der Querader der Vorderflügel, am
nächsten verwandt der Yeatiana, von der sie sich ausserdem
durch beträchtlichere Grösse, durch breitere Vorderflügel und
durch den grössern, an der untern Seite rothen und mit dem
rothen Ring zusammenhängenden Mittelfleck unterscheidet.
Grösse der Applana. Rückenschild und Kopf weissgrau mit
sehr schwacher röthlicher Beimischung. Fühler gelblich- grau;
Wurzelglied auf dem Rücken braun mit heller Spitze. Taster
länger als das Rückenschild, weisslich-grau; das 2te Glied an et-
was mehr als der Endhälfte durch abstehende Schuppen fast
gleichmässig verdickt, aussen braun besprengt und vor der Spitze
mit starkem, braunem, doch unterbrochenem Ring; Endglied halb
so lang, zusammengedrückt, feinspitzig, auf der Schneide etwas
locker beschuppt mit einem schwarzbraunen Ring an der Wurzel,
einem breitern in der Mitte und ebenso gefärbter Spitze. Beine
hell gelblich-grau, die vordern auf der Lichtseite dunkel braun-
grau mit hellen Gliederenden, nur das 4te Tarsenglied ganz dun-
kel; Mittelbeine braun bestäubt wie die Hinterschenkel; die 4 hin-
tern Tarsen grau mit hellen Enden der Glieder. Hinterleib staub-
grau mit heilen Ringrändern und hellem Bauch; dieser hat zu
jeder Seite eine Reihe starker schwarzer Punkte, welche nach
innen zu grösser werden und zusammenfliessen, oder dafür eine
schwarze Strieme, die sich nach hinten in Punkte auflöst.
Vorderflügel 5— 53‘ lang, gestreckt, am stumpfen Vorder-
winkel fast abgerundet, mit convexem Hinterrand, weissgrau mit
sehr schwacher, röthlicher Beimischung, mit braunen Stäubchen
gewöhnlich spärlich bestreut, die sich auf dem Vorderrand häu-
fen und gegen die Spitze verloschene graue Fleckchen bilden.
Wurzelfeldchen hell, durch einen braunen, aussen etwas schat-
lirten, auf dem Innenrand stehenden Strich scharf begrenzt. Im
Mittelfelde ist vor der Flügelmitte eine etwas gekrümmte schwarze
Längslinie, die sich bei der nicht seltenen Var. b in einen Punkt
und eine ziemlich grade kurze Längslinie trennt, bei Var. c aber
sogar auf die gewöhnlichen 2 schräg gestellten Pnnkte reducirt.
Ist sie vollständig, so reicht ihre Spitze gewöhnlich bis an das
untere Ende des ziemlich eckigen, schwarzbraunen, nach hinten
verlöschenden, unten rothen Mittelflecks, welcher vom Vorderrand
durch die helle Grundfarbe getrennt bleibt und mit seinem hin-
252
tern Ende den rothen, weiss ausgefüllten Ring der Querader be-
rührt. Der Hinterrand trägt eine Reihe grober schwarzer Punkte,
welche gegen den Innenwinkel kleiner und verloschener werden.
Franzen nach aussen etwas röthlicher als die Grundfarbe,
Hinterflügel glänzend, bleich gelblich-hellgrau, nach hinten
grauer, Selten an der Spitze mit grauen, verloschenen Rand-
strichelchen. Franzen heller.
Unterseite der Vorderfügel grau, am Vorder- und Hinter-
rand gelblich-weiss, an ersterem mit schwarzen Stäubchen. Hin-
terflügel viel heller, am Vorderrand und in der Spitze gelblich-
weiss und schwarz bestäubt.
Var. b, in beiden Geschlechtern vorkommend, hat keine an-
dere Auszeichnung als die in der Diagnose angegebene.
Var. c, ein Männchen, hat Rückenschild, Kopf und Vorder-
flügel auffallend dicht dunkel bestäubt, auf dem Vorderrande der
letzteren bildet der schwärzliche Staub kurze Längslinien; statt
der gekrümmten schwarzen Mittellinie sind nur 2 gleich grosse,
gerundete, schräg gestellte Punkte, deren unterer nahe an der
Spitze des Mittelflecks stcht.
Eine sehr verbreitete Art, die im Casanischen und Oren-
burgschen in Hainen und Wäldchen häufig ist (hversmann); in
Lievland (Lienig!); in Schweden (Zetterstedt); in vielen Thei-
len des nördlichen und südlichen Deutschlands; im nördlichen
Frankreich (Dup.); in England (Stainton). Sie erscheint im
August, nach Lienig schon im Juli, und wird dann bis in den
Herbst hinein und nach der Ueberwinterung im Frühling in feuch-
ten Weidenbüschen, zwischen Rohr etc. angetroffen. Die Raupe,
licht spangrün mit gelblichen Einschnitten, gelblichem, am Munde
schwarzfleckigem Kopfe, schwarzen, feinen Borstenwärzchen und
schwarzgezeichnetem Afterschild (nach Lienig), lebt im Juli an
Wollweiden (Salix caprea, viminalis etc. v. Heyden!)
23. Yeatiana Fabr. |
Palporum articulo secundo ante apicem externe fusco, termi-
nali fusco-biannulato; alis ant. elongatis, obtusis, pallide
griseis, punctis duobus nigris distinclissimis ante maculam
parvam fuscam lituratam, puncto albo, fusco-annulato, obso-
leto in vena transversa.
253
Pyralis V’eatiana: alıs anticis griseis, macula punctisque duobus cen-
tralibus nigris Fabr, Ent, syst. III. b. 274. 136.
Tortrix Yeatiana Villers Ent. Linn. 2, 411. 716.
Depressaria — Stainton Cat. 17. — Companion ed. 1. p. 15, 64, ed. 2.
p. 12, 48. — Transact. V p. 160, 23, — Cat. of Brit. Microl, p.
60, 20. — Tin. brit p. 92, 20.
Depress, V'eatsii (Feates’s Flat-body) Haworth Lep. brit. IV. p. 509,
12. — FVeatsiana Stephens Cat. 7177. — lliustr. IV. p. 200. 11.
*?Depress. albidana Donov. Brit. Ins. X. pl. 377. fig. 2 — putrida
(the brown-veined Flat-body) alıs pallidis, venis anticarum omnibus
fuscis punctisque medio nigris Haw. Lep: brit. 1V. p. 509, 13. — pu-
tridella Steph. Cat. 7158. — Illust. IV. p. 202. 18.
Depress. ventosella Reutti Beitr. S. 186. 36.
Viel kleiner als Ocellana, mit gestrecktern Vorderflügeln,
weniger convexem Vorderrande, ohne die rothe Farbe des Mit-
telflecks und des Punktes der Querader. Die helle, nur wenig
bestäubte, gelblich-staubgraue Grundfarbe ihrer Vorderflügel un-
terscheidet sie von der gewöhnlich viel grössern Arenella und
von Propinquella und Subpropinquella, die viel gestreck-
tere Gestalt derselben ausserdem noch von Propinquella.
Grösse der Alstroemeriana. Rückenschild gelblich-staubgrau,
Gesicht gelblich-weiss. Fühler gelblich-grau, Wurzelglied auf
der Rückenseite ausser am Ende braun. Taster länger als das
Rückenschild, weisslich; das 2te Glied an der Endhälfte gleich-
mässig verdickt, aussen braun bestäubt und gegen das Ende mit
einem braunen Fleck; Endglied länger als das halbe 2te Glied, zu-
sammengedrückt, auf der Schneide etwas locker beschuppt, mit
feiner Spitze; über der Wurzel und an der Mitte ist je ein
schwarzbrauner, unvollständiger Ring, und die Spitze selbst ist
ebenso gefärbt. Rüssel mässig lang, schmutzig weisslich be-
schuppt. Beine bleich gelblich; die 4 vordern auf der Lichtseite
braun angelaufen mit hellen Spitzen der Glieder; nur die 2 vor-
letzten Vordertarsenglieder sind ganz braun. Hintertarsus auf
einer Seile grau angelaufen ausser an den Gliederspitzen. Hin-
terleib gelbgrau mit hellen Hinterrändern der Gelenke; Bauch
bleich gelblich, an jeder Seite mit einer Längsreihe tief schwarzer
starker Punkte die sich einwärts verstärken.
Vorderflügel 4—4#° lang, sehr gestreckt mit deutlichem,
aber abgerundetem Vorderwinkel und sehr convexem Hinter-
rande, bleich gelblich-staubgrau, spärlich braun bestäubt; biswei-
len ist der Staub am meisten auf die aus der Mittelzelle hervor-
254
gehenden Adern vertheilt, ohne jedoch dunkle oder starke Linien
zu bilden. Wurzelfeldchen heller als der Grund, durch einen
starken, braunen, auf dem Innenrande stehenden Strich begrenzt,
hinter welchem die Fläche bis zum Innenwinkel ein wenig ge-
sättigter gefärbt ist als anderwärts. Vor der Flügelmitte liegen
zwei scharfe schwarze Punkte schräg hinter einander; der hin-
tere ist elwas länglich; nahe bei ihm ist die Spitze des kleinen
schwarzbraunen, nach hinten verloschenen Flecks, welchem ge-
genüber auf dem Vorderrande ein paar graue, bisweilen schwärz-
lich bestäubte, undeutliche Fleckchen liegen. Auf der Quer-
ader hinter dem Mittelleck ist ein weisses, grau gerandetes,
wenig auffallendes Pünktchen. Der Hinterrand hat eine Reihe
von 4-—5 nach unten kleiner werdenden schwarzen Punkten.
Franzen wie die Grundfarbe.
Hinterflügel seidenglänzend, gelblich-weissgrau, nach hinten
grauer, mit verloschener grauer Strichreihe auf dem Hinterrande
gegen die Flügelspitze. Franzen heller als die Fläche, an der
Wurzel etwas gelblich.
Unterseite .der Vorderflügel hellgrau mit schmalem, weiss-
lich- gelbem, schwarz bestäubtem Vorderrande und gelblicher
Wurzel der Franzen an der undeutlichen schwarzen Punktreihe
des Hinterrandes. Hinterflügel sehr hellgrau, am Vorderrande
weisslichgelb und braun bestäubt, in der Flügelspitze mit gelblich
und braun bestäubten Adern; die Strichreihe des Hinterrandes
schwarz. Franzen wie oben.
In England an vielen Stellen um London im Herbst (Stain-
ton!). In Deutschland: um Glogau (einmal von mir im Frühling
gefangen), bei Freiburg (Reutti!); bei Baden-Baden Mitte Octo-
ber, und im Schwarzwalde bei Gernsbach ((v. Heyden?).
Anmerkung 1. Depr. putrida Haw. ist nach Stainfon (Transact.)
eine Var, mit auf der Endhälfte der Vorderflügel verdunkelten Adern, welche
so beschrieben wird: Ultimae (Yeatsianae) simillima, sed sufficienter dilfert
venis fuscis. Exp. al. 83°. Alae anticae striga brevissima juxta basin mar-
ginis tenuioris atra. In medio, at costam versus, puncta 4 quadratim posita:
horum duo antica minuta atra; tertium triplo majus rotundatum fuscum;
quartum minutum subocellare, iride nıgra, alba pupilla. Margo ipse posticus
ordine punctorum nigrorum. Posticae albidae ciliis amplis, stramineis, sericeis.
Anmerkung 2, Stainten citirt Boieella Freyer N. B. II, S, 120.
Taf. 168 fig. 3. als sicheres Synonym zu Yeatiana. Ich kann darin keine
255
mir- bekannte Depressaria erkennen, sondern vermuthe in ihr nichts weiter
als eine Varietät der Orthotel. sparganella.
Anmerkung 3. FHeutt’s Ventosella habe ich in einem Original ge-
sehen.
24. Ciniflonella Lienig.
Alis ant. elongatis apice rotundato canis, crebrius fusco-pul-
verulentis, basi, costae parte basali margineque postico al-
bidioribus, puncto lineolaque nigris ante, annulo fusco albo-
expleto post medium subobsoletis. I.
Depressaria ciniflonella Isis 1846, p. 280. 11. — Tengström Finl. Fjäril.
p- 123. 5. — Herrich-Sch/ff. tab. 60. fig. 434. S. 116. 217. — Stain-
ton Vransact. V. p- 159. 21. — Tin. brit. p. 89. 12, — Cat. of brit.
Mierolep. p- 59, 12. — Companion ed. 2. p. 11.
Var. b, al. ant. basi costaque abruptius puriusque albidis, co-
lore disci ante medium rufo-brunnescente, litura magna
nigra media.
Sie hat eine oberflächliche Aehnlichkeit mit Semioscopis avel-
lanella, und zeichnet sich durch ihre silbergrauen, an der Wurzel
und am Vorderrande fast weissen Vorderflügel vor allen Depres-
sarien aus.
Grösse sehr veränderlich, wie Alströmeriana und Arenella.
Rückenschild und Kopf weissgrau, rothbräunlich bestäubt; Schul-
terdecken mit weissiichen Rändern. Fühler graubraun mit dunk-
lerem Wurzelgliede. Taster von Rückenschildlänge, weissgrau;
das 2te Glied fast gleichmässig und nicht beträchtlich verdickt
durch wenig lockere Beschuppung, aussen dicht braun bestäubt,
ausser an der Spitze; Endglied von halber Länge des zweiten
Gliedes, zusammengedrückt, feinspitzig; mit schwarzbraunem,
breitem Ringe über der Mitte und verloschnerem, unvollständigem
an der Wurzel; Spitze weisslich. Rüssel mässig lang, grau be-
schuppt. — Beine hellgrau, die 4 vordern auf der Lichtseite
rothbraun mit weisslichen Enden der Glieder, mit Ausnahme des
Aten Vordertarsengliedes, welches ganz braun ist; Hinterfüsse
grau mit weisslichen Gliederspitzen. Hinterleib dunkelgrau, am
Bauche weisslich-grau, wie es scheint, ohne schwarze Punkt-
reihen.
256
Vorderflügel des 543 — 53, des Q 45—4:'4 Jang, ge-
sireckt, beim Z° hinten viel mehr erweitert als beim Q, mit ab-
gerundetem Vorderwinkel und sehr convexem Innenwinkel;
Grundfarbe weissgrau, fast silbergrau, mit braunen, feinen Stäub-
chen, die den Grund auf dem Wurzelfeldchen und in einer von
diesem fast bis zur Flügelhälfte reichenden Costalstrieme am
reinsten lassen und auch in der Gegend des Hinterrandes in
ziemlicher Breite weniger reichlich gestreut sind; vom Wurzel-
feldchen aus bis über die Querader ist die Grundfarbe ausser
durch die reichlichere Bestäubuug auch gewöhnlich noch durch
eine röthliche Beimischung verdunkelt. Das Wurzelfeldchen ist
durch braune, nach aussen allmählig gelichtete Farbe abgegrenzt.
Im Mittelfelde liegen vor der Milte etwas schräg unter einander
ein schwarzer Punkt und eine solche kurze Längslinie, beide im
verdunkellen Grunde nicht sonderlich auffallend und bisweilen zu
einem winkligen Haken zusammengeflossen. Auf der. Querader
ist ein mehr oder weniger deutlicher, brauner, weisslich ausge-
füllter Ring, über und vor welchem sich der Grund bräunt und
bei Var. b einen schwärzlichen Fleck bildet. In einiger Entfer-
nung vom Hinterrand geht ein lichter Querschatten, der sich
über seiner Mitte nach innen biegt und am Vorderrande ver-
schwindet, wo einige graue Costalflecke sich bis zur Flügelspitze
hinziehen. Den Hinterrand fasst eine Reihe ziemlich dicker
schwarzer Striche ein, welche sich bis in den Vorderrand ver-
längert, über dem Innenwinkel aber verschwindet. Franzen
lichtgrau, gegen die Flügelspitze etwas verdunkelt und bisweilen
schwach röthlich angeflogen.
Hinterflügel schmaler als gewöhnlich, etwas glänzend licht-
grau, gegen die Spitze dunkler. Franzen heller mit feiner dunk-
lergrauer Linie nahe der Wurzel,
Unterseite der Vorderflügel grau mit schmalem weissgrauen
Vorder- und Hinterrand, letzterer hat eine Reihe dünner schwar-
zer Striche. Hinterflügel weissgrau, in der Spitze weisslich mit
spärlichen braunen Stäubchen; den Hinterrand umzieht gegen
die Spitze eine Reihe schwärzlicher, dünner Linien.
Var. b, ein Weibchen, von Douglas zur Ansicht geschickt,
ist auf Kopf und Rückenschild noch weisser als gewöhnlich, so
auch in dem Wurzelfeldchen und der Vorderrandbasis; die Flü-
gelfläche ist auf der Wurzelhälfte braunröthlich verdunkelt und
gegen das Wurzelfeldchen schwarz abgegränzt. Die 3 schwar-
zen Punkte sind zu einem Haken zusammengeflossen. Der weiss
ausgefüllte, schwarzbraune Ring hängt an der Unterseite eines
ziemlich grossen, schwarzen, der Länge nach liegenden, nirgends
scharf begränzten Fleckes, über welchem, wie oft bei Var. a,
eine schwarze, kurze Längslinie liegt. Die schwarzen Hinter-
randstrichelchen sind scharf und breit von einander getrennt. —
Ein Weibchen meiner Sammlung bildet in der Stärke des Schat-
tenflecks den Uebergang zu dieser Varietät.
Diese von Madame Lienig in Lievland entdeckte Art
wurde auch in Finnland bei Helsingfors und Abo (Tengström?!)
und in Preussen bei Danzig (v. Tiedemann!) aufgefunden. Da
sie im Anfang April vorkam, so ist ihre Entwickelungszeit jeden-
falls der hohe Sommer. Sie lebt auch in Schottland, wo sie an
Kieferstämmen gefunden wurde (Stainton).
Anmerkung. HS’ Abbildung lässt die Art erkennen, ist aber nicht
ganz richtig. Der Querschatten vor dem Hinterrande ist zu scharf. und
schmal und bildet unnatürlich eine Linie, von welcher nach dem Hinterrande
dicke Striche auslaufen, die gar nicht vorhanden sınd. Das VVurzelfeldchen
fehlt. Die 2 Mittelpunkte liegen zu weit getrennt, und der untere ist, gegen
die verglichenen Exemplare, in der Gestalt vom oberen nicht verschieden,
statt in einer Linie verlängert zu sein. Dem Queraderpunkt fehlt die weisse
Pupille, und das schwarze Längsstrichelehen darüber ist durch einen Punkt
ausgedrückt. Statt der schwarzen Hinterrandstriche sind undeutliche, sehr
weit getrennte Punkte.
25. Impurella (Metzn.) Tr.
Palporum articuli terminalis basi et apice nigris; alis ant. clon-
gatis apice rotundato fusco-rubentibus, nigro-pulverulentis,
costa, nebula transversa media fasciaque postica albidis,
puncto venae transversae nigro.
Haemylis impurella alıs ant. rubro hepaticis, costa fasciague ad api-
cem albo adspersis, fuscis, posticis rubescenti cinereis Tr. X, 3, 178 u.
19. — FR. Beitr. S, 125. Taf, 48, fig. 3 a. b. — Duponchel Caı.
p- 339.
Depressaria impurella Z. Isis 1839. 196. 18. — 1846. S. 281. 14. —
Schles. Schmtauschbl. IV (1843), 18. — Schläger Tauschbl. S. 162.
79. — Z. ent. Ztg. XIV. (1853) S. 84. 8. — Reutti Beiträge
S. 187, 39.
Ihre braunrothen Vorderflügel, welche vom Wurzelfelde aus
am Vorderrande breit weissbestäubt sind und einen bindenför-
IX. 1%
258
migen, scharf gebrochenen @Querstreif hinter der Mitte haben,
zeichnen sie vor allen Arten aus. Mit Gelech. sororculella findet
gar keine Achnlichkeit stalt, von der doch Tr. spricht.
Grösse wie die kleinsten Exemplare der Alströmeriana.
Rückenschild und Kopf weisslich-grau, rosig angehaucht; ersterer
in der Mitte bräunlich-roth, die Schulterdecken grauroth mit hel-
Ien Rändern; Gesicht weisslich. Fühler roth-bräunlich, am. Wur-
zelgliede röthlich, auf der ganzen Unterseite blass rosenfarbig.
Taster länger als das Rückenschild; das 2te Glied ziemlich
schlank, mit anliegender Beschuppung, fast überall gleichmässig
dick, weisslich, aussen braun und röthlich bestäubt und mit brau-
nem Fleck vor der Spitze; Endglied über halb so lang, dünn,
spitz, ganz schwarz, an der Mitte mit breitem weisslichen Gür-
tel. — Beine gelblich-weiss, die 4 vordern aussen braun und
rosig angelaufen, an den Enden der Glieder weisslich; Hinter-
schienen und erstes Hinterfussglied grau bestäubt, die übrigen
Glieder schwärzlich mit weisslicher Spitze. — Hinterleib grau,
an der Seite gelblich-grau, Afterbusch ochergelblich; Bauch bleich
gelblich, an jeder Seite mit einer Längsreihe von 3—4 schwärz-
lichen, verloschenen Punkten.
Vorderflügel 4° lang, gestreckt, an der Spitze ziemlich ab-
gerundet, mit convexem Hinterrand, angenehm braunroth, reich-
lich schwarz bestäubt. Das breite, hinten schwarz gesäumte Wur-
zelfeldchen geht in eine breite, sich am Querstreifen verlierende
weissliche, besonders auf der Costa braun punktirte Vorderrand-
strieme über, von der vor der Flügelmitte ein weisslicher Haken
schräg nach hinten herabgeht und mit weisslichem, bis zum In-
nenrand reichenden Staube eine etwas undeutliche, auch wohl
in der Mitte unterbrochne, rechtwinklig gebrochne Binde darstellt.
Hinter der Spitze des Winkels dieser Binde ist der schwarze
Queraderpunkt, der bisweilen einige weisse Stäubchen vor sich
hat. Der Querstreif hinter der Mitie ist bindenförmig, über sei-
ner Hälfte stumpfwinklig gebrochen und erreicht den Innenwinkel
und den Vorderrand. Hinier ihm ist der Grund heller als ander-
wärts. Die schwarze bis auf den Vorderrand reichende Punkt-
reihe des Hinterrandes hat in den Zwischenräumen weisse Punkte.
Franzen rölhlich-grau mit brauner Schaitenlinie vor der Mitte.
259
Hinterflügel hellgrau, gegen die Spitze stark verdunkelt mit
schwärzlicher Hinterrandlinie. Franzen hellgrau, mehr oder we-
niger rosenfarbig angelaufen.
Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, am Vorderrande
schmal gelblich und schwärzlich gefleckt, Franzen grau, röthlich
angelaufen mit gelblicher Wurzel. Hinterflügel hellgrau, in der
Spitze gelblich und dunkelgrau bestäubt. Hinterrandlinie schwärz-
lich, auf den Adern gelblich unterbrochen. Franzen wie oben.
Diese ziemlich seltne Art wohnt in der Mark bei Frankfurt
an der Oder (Metzner) und Berlin (Simon!), bei Glogau (Z.);
ferner bei Dresden (FR.), bei Jena (Schläger), in Böhmen bei
Reichstadt (FR.), in Baden bei Freiburg häufig und bei Karls-
ruhe (Reutti!) — in Lievland (LienigN).
Sie fliegt ohne Zweifel eigentlich im Herbst — Schlägern
kroch ein Exemplar am 1iten September aus; — doch erhielt
ich von Reutti, der den April und Mai angiebt, schöne Exem-
plare. FR. giebt den August und Mai für die Gegend von
Reichstadt an. Ich selbst fing im Mai nur stark verflogene
'Schaben in etwas feuchten, grasreichen Theilen des aus Laub-
holz bestehenden Randes unsers Stadiwaldes, wo sie bei Sonnen-
untergang aus dem Gesträuch aufgetrieben wurden. Nach FR.
klopfte Mann die Art von Fichten, also in trockner Lokalität.
Anmerkung 1. FR’s Abbildung ist nicht gut; die Vorderflügel sind
viel zu kurz und breit, die hintere Querlinie falsch, die mittlere kaum ange-
deutet, die braunen Längsstriche vor dem Hinterrande unnatürlich.
Anmerkung 2. Hier möge Sordidatella Tengstr. (Finl. Fjäril.
p- 124. 11.) wegen der Verwandtschaft, die Tengstr. mit Impurella findet,
ihren Platz erhalten: alae ant. sordide griseae fusco adspersae litura in medio
striisque ante apicem divergentibus fuscis. Long. al. ant. 8 millim. — Species
(Dom. Zeller antea ignota) vix sine figura agnoscen@a, magnitudinem et affı-
nitatem remotam cum Impurella Fit. tab. 48 praebet. Ex uno tantum
specimine minus bene conservato characteres magis illustrantes deligere non
potui, Dieses Exemplar, auf dessen Aussehen ich mich nicht besinne, hätte
Tengström viel zweckmässiger unbenannt und unerwähnt gelassen,
26. Adspersella Koll.
Palporum articuli terminalis annulo medio antennarumque arli-
culo basali nigris; alis ant. elongatis, subcarneo-albidis,
fuscescenti irroralis, basi pura, punctis disci duobus nigris
oblique positis ante, annulo fusco albido-expleto post me-
dium (S Mus. Caes. Vindob.).
260
Haemylis adspersella Koll. Vzchn. in Landeskunde Oestr. II, $. 92. — alıs
anticis pallide testaceis, atomis maculis costalibus punctisque disci nigris
Tr. 1X, 2. p- 276. X, 3. p. 280.
In der Grösse der Ocellana und Arenella, aber mit etwas
gestrecktern Vorderflügeln, deren Grundlarbe ganz des gelblichen
Tons der Arenella entbehrt, dagegen sich der Mischung der
Ocellana nähert, nur dass das Weissliche darin vorherrscht und
das Röthliche noch mehr verdrängt; das Wurzelfeldchen und der
anstossende Vorderrand ist fast weiss, also viel auffallender als
bei den 2 genannten Arten. Der schwärzliche Fleck vor dem
Queraderzeichen fehlt ganz, und dieses ist schwach und ohne
roihe Einfassung. Das letzte Tasterglied hat nur um die Mitte
einen schwarzen Ring und ist an der feinen Spitze selbst
schwarz. — Die an den Tastern und auf den Flügeln ähnlich
gezeichnete Thapsiella hat die leizern weniger gestreckt und
an der Spitze noch abgerundeter; ihre lederbräunliche Grundfarbe
unterscheidet sie sehr leicht. |
Rückenschild und Kopf weisslich mit sehr schwacher fleisch-
farbner Beimischung, welche auf ersterem grau getrübt ist. Füh-
ler braun, Wurzelglied schwarz, auf der Schattenseite mit heller
‚Spitze. Taster länger als das Rückenschild, von der Farbe des
Kopfes; 2tes Glied an wenig mehr als der Endhälfte durch die
Beschuppung stark erweitert, doch nach oben schwächer, auf
der Aussenseite gelbbraun, am Ende hell; Endglied halb so lang,
zusammengedrückt, schlank, mit schwarzem Ring um die Mitte
und mit feiner schwarzer Spitze. Die 4 vordern Beine auf der
Lichtseite stark gebräunt mit weisslichen Gliederenden; am Vor-
dertarsus sind die 2 vorletzten Glieder schwarzbraun (Hinterfüsse
fehlten). — Hinterleib grau mit hellen Hinter- und Seitenrändern;
Bauch hell gelblich-grau, an jeder Seite mit einer Reihe schwärz-
licher, dreieckiger Fleckchen.
Vorderflügel 53° lang, stark gestreckt mit stumpfem, abge-
rundetem Vorderwinkel und convexem Hinterrand, weisslich mit
sehr schwacher, fleischfarbner Beimischung, mit reichlichen brau-
nen, hier und da etwas gehäuften Stäubchen und gelbbräunlichen
Verdunkelungen, deren dunkelste und grösste das Wurzelfeldchen
begränzt. Dieses ist so rein und weisslich wie der Kopf; die
gleiche Farbe zieht sich von der Wurzel am Vorderrand hin,
doch trübt sie sich bald, da der Rand mit schwärzlichen Quer-
261
strichelchen und Fleckchen bezeichnet ist, die nach hinten grös-
ser und verloschener werden. Im Mittelfelde liegen vor der Mitte
schräg untereinander zwei schwarze Punkte, der obere grösser,
beide wegen der umgebenden Stäubchen nicht sehr auffallend.
Der undeutlichere, mit weisslicher Pupille versehene Punkt der
Querader liegt beträchtlich weit von den beiden Punkten ab. Auf
der Mitte des Hinterrandes sind ein paar verloschene schwärz-
liche Punkte. Franzen sehr hell fahlröthlich.
Hinterflügel etwas glänzend lichtgrau, nach hinten dunkler,
und auf dem Hinterrande mit dunkelgrauen, undeutlichen Strichen.
Franzen hell, gegen die Flügelspitze getrübt.
Unterseite der Vorderflügel grau mit hellem, etwas schwärz-
lich bestäubtem Vorderrand; Hinterflügel viel heller, gegen die
Spitze grau bestäubt und mit schwärzlichen Strichen auf dem
Hinterrande.
Diese seltene Art findet sich selten, im Juli, um Mödling und
Baden bei Wien, aufBergen, in Felsschluchten versteckt (Kollar.).
27. Thapsiella Z.
(Fig. 4.)
Palporum articuli terminalis annulo medio antennarumque basi
nigris; alıs ant. subelongatis, apice rotundato, carneo gri-
seis, fusco-conspersis, costa fusco-maculata, punctis duo-
bus disci oblique posilis ante, uno albo-expleto post me-
dium nigris.
Depressaria thapsiella Z. Isis 1847, S. 838. — Stainton Transacı. V, p.
159, 22.
Thapsiae Herrich- Schff. tab. 62. fig. 454.
Var. b, macula diffusa fuscescenli supra punclum albo-expletum.
Var. c, puncto disci ante medium inferiore deficiente.
Wohl am nächsten mit Adspersella verwandt, mit weniger
gestreckten, an der Spitze abgerundetern Vorderflügeln und viel
dunklerer , röthlich - staubgrauer Grundfarbe derselben. Ihre viel
dunklere Grundfarbe, der Mangel des rothen Ringes auf der
Querader der Vorderflügel, die nieht zu Linien ausgezogenen
und weit getrennten 2 schwarzen Punkte vor der Mitte etc. un-
terscheiden sie leicht von Ocellana.
Grösse der Depr. ocellana. Rückenschild und Kopf staub-
grau, mehr oder weniger reichlich fleischfarben gemischt, Gesicht
262
weisslich, Fühler braungrau, gegen die Spitze heller; Wurzelglied
braun, mit hellem Längsstrich der Schattenseite. Taster länger
als das Rückenschild, schmutzig weisslich; 2tes Glied fast von der
Wurzel aus durch Beschuppung stark verdickt, gegen die Spitze
elwas dünner, zusammengedrückt, auf der Aussenseite bräunlich
bestäubt; Endglied über halb so lang, zusammengedrückt, zuge-
spitzt, mit schwarzbraunem Mittelring und feiner schwarzer Spitze;
an der Wurzel aussen selten elwas verdunkelt. Beine bleich
gelblich; die 4 vordern auf der Lichtseite gebräunt, mit hellen
Gliederenden; nur die 2 vorletzten Glieder des Vordertarsus ganz
bräunlich. Hinterfüsse auf dem Rücken grau mit hellen Glieder-
enden. — Hinterleib grau, Seitenrand und Afterbusch bleich gelb-
lich wie der Bauch, welcher 2 seitliche Reihen schwarzer, ecki-
ger, nach der Basis zu öfters zusammenfliessender Fleckchen
zeigt.
Vorderflügel 53 — 41 lang, etwas gestreckt, am Vorder-
winkel stärker abgerundet als bei Ocellana, staubgrau und fleisch-
farben gemischt, mit deutlichem, durch einen braunen, hinten
schaitirten Innenrandstrich begränztem Wurzelfelde. Vorderrand
mit kleinem braunen Schulterfleck und solchen Flecken von un-
gleicher Grösse in seinem ganzen Verlauf; die grössten und
schärfsten sind die mittelsten; die gegen die Flügelspitze sind
klein und verloschen. Die Fläche ist grau bestäubt, am meisten
hinten, und mit wolkigen Stellen. Vor der Mitte stehen zwei
schwarze Punkte schräg untereinander, der obere gewöhnlich
grösser; bei Var. b ist der obere klein, und der untere fehlt.
Auf der Querader sieht ein grösserer, nicht so tief schwarzer
Punkt mit weisslicher Mitte. Zwischen ihm und dem Costalfleck
der Mitte ist meist ein Nebelfleckchen, das sich bei Var. b zu
einem braunen Längswisch verdunkelt und erweitert, der oben
verengt ist und mit dem Costalleck zusammenhängt. Der Hin-
terrand hat eine Reihe schwärzlicher, bis in den Vorderrand fort-
geseizter Punkte. Franzen röthlicher als die Fläche.
Hinterlüügel licht gelklich-grau, hinten dunkler, mit einer um
die Spitze verdunkelten bräunlichen Hinterrandlinie; Franzen hell,
nahe an der gelblichen Basis mit grauer Schattenlinie.
Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, mit gelblichem, braun-
fleckigem Vorderrande und schwarzer, dünner, auf den Adern
gelblich unterbrochener Hinterrandlinie. Hinterflügel sehr hell-
263
grau, am Vorderrand gelblich; die Hinterrandlinie um die Spitze
wie auf den Vorderflügeln. Alle Franzen mit feiner gelblicher
Wurzellinie.
Sie lebt bei Messina am Mecresufer und an den Bergen,
desgleichen am Aeina am untern Rande der Waldregion, und bei
Syracus — wahrscheinlich überall in Südeuropa, wo Thapsia gar-
ganica, die Futterpflanze, wächst. Die Raupe lebt in Menge an
den Blättern dieser Pflanze in Seidenröhren, die sie in den Blati-
zipfeln anlegt. Am frühesten ist sie zu Anfang April erwachsen.
Ihre Verpuppung erfolgt am Boden, ihre Entwickelung nach etwa
4 Wochen. Näheres über die Raupe und ihre Lebensweise ist
in der Isis mitgetheilt.
28, Laterella SV.
Palporum artieuli terminalis basi fuscescenli, annulo medio lusco;
alis ant. subelongalis, apice rotundato, gilvis, fuscescenli
crebro irroralis, punclis duobus disci oblique positis ante,
unoque post maculam obsoletam fuscescentem. nigris.
Tinea laterella, ziegellärbigter Schabe, Wien. Vzchn. S. 137.7. —
ed. Illiger 11, S. 99. — ed. v. Charp. S. 129.
Depressaria — 2. Isis 1839, S. 195. 12. 1846, S. 280. 9. — Schles.
Schmtauschbl. IV (1843), 18. V (1844), 17. VI (1846), 13. —
Richter Ent. Ztg. XI (1850), S.27. (Mann) S. 150. 115. (Z.) XIV
(1853), S. 84. 5. — Schläger Tauschbl, S, 161. 77. — JReutti Beitr,
S. 186. 31. — Stainton Transact. V, p. 159. 18. — v. Tiedemann
Pr. Provinzialbl. 1845, S. 536. 8,
Haemylis laterella FIR. Beitr. S. 66.
Haemylis heracliella: capite thoraceque flavis, alıs ant. rubro testa-
ceis, puncto medio gemino maculaque nigris. Tr. IX, 1. 250. X, 3.
183 u. 279. — KHollar Vzehn. S. 91.
Tinea heracliella FR. Beitr. Taf. 33. fig. 4 ab. — — Hübn. fig. 417.
Pinaris — H. Cat. 411. 3968.
Ihre nahe Verwandischaft mit Thapsiella fällt wenig auf,
weil sie ihr durch die hell ziegelrothe Farbe auf Kopf, Rücken-
schild und Vorderflügeln sehr unähnlich sieht. Aehnlicher ist sie
der Arenella; aber diese hat auf den gestrecktern, schärfer
gespitzten Vorderflügeln ein viel helleres Gelb zur Grundfarbe,
worin keine röthliche Beimischung ist; auch hat ihr letztes Taster-
glied einen schr deutlichen schwarzbraunen Ring und ihr Bauch
gegen die Wurzel grosse schwarze Flecke zu jeder Seite, statt
264
der Punkte der Laterella. — Applana und Ciliella, die der
Laterella nur wenig ähnlich sehen, haben auf den viel gestreck-
tern Vorderflügeln eine bräunlich-rothe Grundfarbe und stets 3
bis 4 weisse Punkte, die der Laterella stets fehlen; auch hat ihr
letztes Tasterglied 2 schwarze Ringe und ihr Bauch 2 Reihen
schwarzer, zusammenfliessender Flecke. — Angelicella kommt
in der Grösse nur den Zwergexemplaren der Laterella gleich und
hat auf den Vorderflügeln ein viel lebhafteres Rothgelb, worin
das Rothe vorherrscht und welches viel weniger durch bräun-
liche Stäubchen getrübt ist; der Punkt auf der Querader ist stark
und oft weisslich gefüllt und befindet sich in einem Nebelfleck,
statt dass er bei Laterella frei und hinter einem kleinern Nebel-
fleck steht; auch hat Angelicella einen hellern Kopf und Thorax,
und ihr letztes Tasterglied ist oft ganz ungefleckt. — Incarna-
tella ist bestimmt nahe verwandt mit Laterella und in der Grösse
wie ein Zwergexemplar derselben; ihre viel blassere, mit Fleisch-
farbe gemischte Grundfarbe, in welcher diese Mischung längs des
Vorderrandes am stärksten hervortritt, nebst der geringen, mehr
aus einzelnen Punkten bestehenden Bestäubung unterscheidet sie
davon sehr sicher. — Carduella, in der Grösse der Zwerg-
exemplare von Laterella, hat hinten grade abgeschnittene Vor-
derflügel und eine gesätligtere, etwas röthlich gemischte Grund-
farbe auf denselben.
Grösse sehr veränderlich, gewöhnlich wie Arenella, biswei-
len wie Angelicella. Kopf und Rückenschild ziemlich satt ocher-
gelb mit bräunlicher Bestäubung; Gesicht sehr hell gelblich. Füh-
ler hell bräunlich-grau. Taster länger als das Rückenschild, hell
ochergelb, besonders innen; das 2te Glied aussen mehr oder
weniger bräunlich bestäubt, durch oben und unten kürzere Be-
schuppung stark erweitert; Endglied mehr als halb so lang, dünn,
glatt, über der Mitte mit einem schwärzlichen Ringe und an der
Wurzel auf der Innenseite mit einem verloschenern, oft fast feh-
lenden Fleck. Saugrüssel mässig lang, bleichgelb beschuppt.
Beine hleichgelb, aussen braun bestäubt, besonders die vordern;
Tatsen aussen grau, mit heller Spitze; das 4te Glied des Vor-
dertarsus ganz schwarz. Hinterleib grau, gelblich bestäubt; Bauch
grau-gelblich mit 2 Seitenreihen schwarzer Punkte.
Vorderflügel 5—32° lang, ziemlich gestreckt mit stark ab-
gerun.detem Vorderwinkel und ganz gerundetem Innenwinkel, ziem-
265
lich satt röthlich-ochergelb, sehr reichlich bräunlich bestäubt, hier
und da mit dunklern Stellen, besonders an der Aussenseite des
wenig hervortretenden Wurzelfeldes, das durch keinen Innen-
randstrich abgeschnitten ist. Auf dem Vorderrand gegen die Flü-
gelspitze sind 4—5 graue Fleckchen. Im Mittelfelde sind vor der
Flügelmitte zwei schräg untereinander stehende schwarze, gleich
grosse, wegen der umgebenden Bestäubung nicht sehr auffallende
Punkte in gleichem Abstand zwischen dem Wurzelfeldchen und
dem etwas grössern, doch weniger scharfen Punkt der Querlinie.
Vor und etwas über diesem ist ein braungrauer Nebelfleck von
wechselnder Grösse und Dunkelheit; selten reicht er bis zum Vor-
derrand. Am Hinterrand ist eine Reihe verloschener schwärz-
licher Punkte, die bis in den Vorderrand, reicht. Franzen mit
2 grauen gehattänlinien.
Hinterflügel bleich gelblich-grau, hinten etwas dunkler. Fran-
zen heller mit feiner grauer Schattenlinie nahe der Basis.
Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau mit ziemlich breitem
gelblichen, schwärzlich besprengten Vorderrand und feiner, auf
‚den Adern unterbrochener, schwärzlicher, gelblich eingefasster
Hinterrandlinie. Hinterflügel lichtgrau, am Vorderrand und in der
Spitze gelblich, mit bräunlicher Bestäubung. Hinterrand an der
Endhälfte mit einer Reihe schwärzlicher Linien. Franzen mit fei-
ner hellgelber Wurzellinie.
Das Weibchen ist kleiner und hat etwas schmalere, nach
hinten gespitztere Vorderflügel.
In Deutschland sehr verbreitet. Nach Norden hinauf wurde
sie bis Lievland (Lienig!) beobachtet, gegen Süden bis Toscana
(Mann!). In England hat sie noch nicht aufgefunden werden
können. Sie bewohnt hauptsächlich die Ebene, aber auch in den
schlesischen Vorbergen kommt sie vor, und’ zwar vom Juli an.
Die Raupe lebt zu Ende Mai und Anfang Juni auf Lehm-
boden in Roggenfeldern in zu Rollen zusammengezogenen Blät-
tern und Blattzipfeln der Kornblume (Centaurea eyanus), oft zu
einem Dutzend an einer Pflanze, stets in grosser Zahl über ein
ganzes Feld verbreitet. Sie ist bei Treitschke richtig beschrie-
ben. Ihre Verpuppung erfolgt an der Erde. Der Schmetterling
hält sich bei Tage in den Gesträuchen in der Nähe der Felder
tief am Boden, oft in Menge, versteckt und wird durch Nieder-
treten desselben oder durch starkes Klopfen zum Auflliegen ge-
266
bracht. Unter angehäuftem trocknen Laube, in Spalten von Zäu-
nen, unter lockern Rinden, in Gartenhäusern überwintert er bei
uns häufig und kommt dann noch bis in den April vor.
Anmerkung. WVegen Heracliella Dup. sche man HE 'Subpropinquella
nach. Als Heracleella 4. 417, (Zetterstedt Ins, lapp. p- 999) erhielt ich
von Zetterstedt nur Exemplare der Applana.
29. Incarnatella n. sp.
Palporum articuli terminalis annulo medio fusco; alis ant. sub-
elongatis rolundatis dilute ochraceo-carneis, costa laetiore,
fusco rarius pulverulentis, punctulis nigris duobus disci
oblique positis ante, uno post maculam parvam nigrican-
tem obliteratam. (9.)
Ganz verschieden von der gleich grossen Angelicella durch
ihre blasse Fleischfarbe auf den kürzern, gerundetern Vorderflü-
geln, durch den schwärzlichen Nebelfleck in der Mitte, der nicht
den Punkt der Querader einhüllt, sondern frei davor schwebt wie
bei Laterella, durch das nicht gelichtete und abweichend gefärbte
Wurzelfeldchen, durch die fleischfarbigen Taster mit deutlichem
schwärzlichen Ringe vor der Spitze, während Angelicella blass-
gelbe Taster hat und höchstens einen Fleck vor der Spitze. —
Sie kann nicht gut Rubidella MH. 221. sein, welche zwar in
der Grundfarbe ziemlich stimmt, aber viel gestrecktere,, spitzere
Vorderflügel mit vielen schwarzen Costalpunkien und ohne den
schwärzlichen Nebelfleck hat. — Jedenfalls ist sie der Laterella
nächst verwandt, aber verschieden durch die viel hellern, fleisch-
farben oder fast rosig gemischten, spärlich mit schwärzern Stäub-
chen bestreuten Vorderflügel; auch sind die 2 Punkte des Mit-
telfeldes kleiner und viel weiter getrennt, und der obere ist der
grössere. — Von der gleich grossen Carduella ist sie durch
die schmalern, hinten stark gerundeten Vorderflügel, die viel
hellere Grundfarbe auf denselben und den dort ganz fehlenden
gerötheten Anflug der Ränder zu unterscheiden.
Rückenschild und Kopf in der schon hinsichtlich der Vor-
derflügel angegebenen Mischung; Gesicht mehr weisslich. Fühler
'graubräunlich. Taster innen weisslich, sonst fleischfarbig, beson-
ders an den Schuppen, wodurch das 2te Glied stark und ziem-
lich gleichmässig verdickt ist; das halb so lange, zusammenge-
267
drückte, feinspitzige Endglied hat über der Mitte einen bräun-
lichen, auf dem Rücken unterbrochenen Ring. Beine gelblich-
weiss; die 4 vordern fleischfarbig angeflogen, besonders an den
Schienen, ausserdem an der einen Seite braunstaubig, und ihre
Tarsen grau mit hellen Spitzen, nur das 4te Vordertarsusglied
ganz grau. — Hinterleib bleich gelblich; Bauch heller, zu jeder
Seite mit einer Reihe nach innen grösser werdender schwarzer
Punkte und zwei unvollkommenen Pünktchenreihen in der Mitte.
Vorderflügel 33’ lang, ziemlich gestreckt, an der Spitze noch
stärker abgerundet als bei Laterella, mit einer Mischung von sehr
blassem Gelb und Fleischfarbe als Grundfarbe, letztere tritt längs
des Vorderrandes und auf den Franzen etwas gesätligter hervor.
Das Wurzelfeldchen ist nicht heller, aber durch einen verlosche-
nen, auf dem Innenrand stehenden bräunlichen Bogen begränzt.
Die Fläche ist mit schwärzlichen Stäubchen weitläufig bestreut,
am meisten auf der Vorderrandhälfte. Der Vorderrand ist mit
grauen, verloschenen Fleckchen bezeichnet, die nach hinten etwas
grösser werden. Die 2 schwarzen Punkte des Mittelfeldes vor
der Mitte sind sehr klein und wenig ausgezeichnet; sie sind viel
weiter voneinander als bei Laterella, und der obere ist grösser.
Hinter dem untern folgt ein schwärzlicher Nebelfleck, und an
dessen unterm Ende der wenig auffallende kleine Punkt der Quer-
ader. Am Hinterrand ist eine Reihe schwärzlicher, verloschener,
kleiner Punkte, die die Flügelspitze nicht erreicht. Franzen blass
fleischfarben, aussen heller.
Hinterflügel etwas glänzend, trüb gelblich-weiss, unverdun-
kelt gegen die Spitze.
Unterseite der Vorderflügel gelblich, am Vorderrand spärlich
schwärzlich bestäubt; Franzen fleischfarben. Hinterflügel wie oben,
am Vorderrand und in der Spitze schwärzlich bestäubt, auf dem
Hinterrand vor der Spitze mit kurzer, durch die Adern unter-
brochener schwärzlicher Linie.
Mein einzelnes Exemplar, ein wohlerhaltenes Weibchen, er-
hielt ich durch Dr. Speyer aus der Gegend von Arolsen.
Anmerkung. Rubidella HM. 221, Text S. 41. 16. „hell brannroth
gefärbt und auf den Oberflügeln ım Mittelraum mit einem schwarzen Punkt,
auch vor diesem mit mehrern Pünktchen gezeichnet und am Schwingrand
schwarz sprenglicht; von Mazzola erhalten“; Cat. p. 411. 3964 (Pinaris) hat,
_ wie oben angegeben, nur in der Farbe der Vorderflügel einige Aechnlichkeit
268
mit meiner Incarnatella;5 ausser den andern Unterschieden sind auch die grauen
Hinterflügel gar nicht Depressarien-artig gestaltet. Jedenfalls wäre das Bild
gänzlich verfehlt und unkenntlich. Stainton citirt es mit ? bei Angelicella,
wohin ich es nicht zu stellen wage. — Haemylis rubidella Eversmann
Fn. Volg. 570 stimmt mit der als identisch citirten Rubidella H., weicht aber
in den alae anticae e luteo et rubescenti albidae pulvere fuscescenti
raro adspersae und posticae albidae davon ab. WVenn dies sich mit mei-
ner Art vereinigt, so scheinen doch die puncta costalia punctaque ciliaria fusca
als viel zu dunkel und auffallend zu widersprechen, es müsste denn mein ein-
zelnes Exemplar ein besonders blasses sein, und von dem schwärzlichen Ne-
belfleck, der doch so characteristisch wie bei Laterella zu sein scheint, ge-
schieht keine Erwähnung. Diese Rubidella bewohnt das Casanische Gebiet:
— Rubidella Dup. pl. 290. fig. 6. (Hemilide rougeätre pag. 133. 1515,
Haemilis rubidella Cat. 335.) — aus Finland oder Litthauen — ist zufolge
der ziegelröthlichen Grundfarbe der Vorderflügel und des den hintern Punkt
einhüllenden, gegen den Vorderrand hin ausgedehnten Nebelflecks zuverlässig
nichts als Angelicella.
Rs
30. Carduella H.
Palporum articuli terminalis basi interne et annulo pone medium
fuseis; alis ant. subelongatis, apice rotundalo, saturate ru-
fescenti-gilvis, fuscescenti-irroratis, punclis duobus oblique
positis anle unoque post maculam parvaımn obsolelissimam
fuscescentem nigris. (2 Mus. Stainton.)
Tin. carduella H. fig. 439.
Pinaris carduella H. Car. All. 3963.
Depressaria — Steph. Cat. 7173. — Alıs ant. rubro-testäceis, atomis sa-
turatioribus, punctis duobus minutissimis maculaque postica nigris; po-
sticis flavescentibus Steph. Illustr. IV. p. 199. 8. — Stainton Cat. p.
17. — Transacı. V. p. 159. 19. — Companion ed. 1, p. 14, 50, 59.
ed. 2. p. 12, 38, 44. — Tin. brit. p. 91. 18, — Cat. Brit. Micro-
lep- p. 60. 18.
* Wood Index Ent. fig. 1170,
Am nächsten verwandt mit Laterella, sicher verschieden
durch die gesättigt röthlich-gelben, hinten grader abgeschnittenen
Vorderflügel und den verloschenern bräunlichen Fleck hinter der
Mitte, in der Grösse der kleinsten Exemplare dieser Art oder
wie Incarnatella.
Rückenschild trüber als die Vorderflügel, besonders vorn
verdunkelt; Gesicht hell gelblich. Fühler hell bräunlich. Taster
länger als der Thorax, wie bei Laterella gestaltet; das 2te Glied
innen gelblich, aussen und an der Bürste röthlich-gelb, aussen
269
bräunlich bestäubt; das fein gespitzte Endglied ist auch röthlich-
gelb, innen an der Wurzel braun und über der Mitte mit einem
unregelmässigen braunen Ringe. Beine bleichgelb; die vordern
auf der Lichtseite röthlich-gelb, am Schenkel und der Wurzel der
Fussglieder bräunlich, am Rücken der Schiene hellroth, Mittel-
schenkel innen bräunlich angeflogen. Hinterleib grau, an den
Seiten, dem Afterbusch und dem Bauch hell gelblich, letzterer mit
2 seitlichen Reihen scharfer schwarzer Punkte und in der Mitte
mit 2 Reihen schwarzer, innen verlöschender Pünktchen.
Vorderflügel 33° lang, wie bei Laterella gestaltet, nur mit
gerader herablaufendem Hinterrande und daher weniger abge-
stumpftem Vorderwinkel, röthlich-ochergelb, viel gesättigter als
bei Laterella, bräunlich bestäubt, ohne dass die Grundfarbe da-
durch bedeutend geändert würde. Am Vorderrande ist die Wur-
zelhälfte verloschen bräunlich gefleckt. Die 2 schwarzen Punkte
vor der Mitte und der einzelne auf der Querader sind wie bei
Laterella; dazwischen liegt aber ein kleinerer und ganz verlo-
schener bräunlich - grauer Nebelfleck. Das Wurzelfeldchen ist
kaum durch etwas dunklere Färbung abgegränzt. Franzen etwas
heller als die Grundfarbe, aussen bräunlich bestäubt.
Hinterflügel mit ein wenig spitzerem Vorderwinkel als bei
Laterella, grau, gegen die Wurzel und am Innenwinkel merklich
heller als dort. Franzen bleich gelblich, gegen die Spitze an den
Enden grau, gegen den Innenwinkel nur mit grauer Schaltenlinie
nahe der Basis.
Unterseite der Vorderflügel gelblich-grau, am Vorderrand
und der Franzenwurzel gelblich; Hinterflügel bleichgelb, in der
Spitze braun bestäubt.
Zufolge des Hübner’schen Registers zu seinen Tafeln kommt
die Art bei Augsburg vor. In England ist sie sehr selten und
fliegt im Juli und August (Stainton!) im New Forest bei Brok-
kenhurst (Stephens).
Anmerkung. Ganz genau stimmt Hübner’s Figur nicht; in ihr ist der
Vorderrand hell gelblich mit 6 bis 7 auf die ganze Länge gleichmässig ver-
theilten braunen Fleckchen, statt dass an dem Stainton’schen Exemplar die
“Farbe hier gar nicht heller ist als auf der übrigen Fläche und fast nur auf
der VWVurzelbälfte kleine, ganz verloschene Fleckehen zeigt, wovon das an der
Mitte das grösste und nebelartig ist. Ferner ist das WVurzelfeldchen durch
eine gelbliche, gebogene Querlinie abgegränzt, wovon das Exemplar der Stain-
270
ton’schen Sammlung nicht die mindeste Spur zeigt; ihm fehlt auch durchaus
die gelbliche Hinterrandlinie der Abbildung. — Die Punkte (nur zu grob),
der Nebelfleck, die übrige Farbe der Vorderflügel und ihre Gestalt, sowie die
Färbung der Hinterflügel stimmen dagegen so gut, dass ich den Engländern
folge, die ihre Art für diese Hübner’sche erklären. — Stainton eitirt auch ein
Raupenbild der Hübner’schen Tafeln; ich finde es nicht im N Beten der En-
tomologischen Gesellschaft.
31. Applana Fabr.
Palporum articulo terminali bis nigro-annulato; alis ant. elon-
gatis, rotundatis, rubido-fuscescenlibus obseurius irroratis
nebulosisque, basi abrupte diluliore, punclis duobus disci
nigris oblique positis approximalis superne albido margi-
natis ante, duobus albidis nigro-marginalis longiludinaliter
positis post medium.
Pyralis Applana: alis depressis fuscis, punctis 3 centralibus albis Fabr.
Gen. Ins. p. nn 56—57. — Ent. syst. 3, b. 285. 174.
Tortrix applana: Villers Ent. Linn. II, 414. 724, — Thunberg Dissert,
p- 69.
Depressaria — the common Flat-body, Haworth Lep. brit. IV, p. 510, 17.
— Stephens Cat. 7166. — Illlustr. IV. p. 201. 14. — Stainton Cat.
17. — Companion ed. 1. p- 15, 27, 29, 46, 50, 59, 64, 67. ed. 2.
p. 12, 24, 25, 38, 44, 48, 49, 76. — Transact. V, p. 161. — Cat.
of brit. Microl. p.6l. 2l. — Tin. brit. p. 93, 21. — Reutti Beitr.
186, 34, — Z. Isis 1839, S. 394 u. 304. 1846, p-. 281. 1%, —
Schles. Schmtauschbl. IV (1843), 18. V (1844), 17. — Tengström
Finl. Fjäril. p. 123. 6. — Z. Entom. Ztg. XIV (1853), S. 84.6. —
Herrich-Schff. Text S. 118. 222.
Tinea applanella Fabr. Suppl. p. 484, 18.
Haemylis applanella F. v. Röslst. Beitr. S. 122. Taf. 47. 48. fig. l. —
Dup. Cat. 334. — Richter Ent. Ztg. XI (1850), S. 27. — v. Tiede-
mann Pr. Provinzialbl. 1845, S. 536, 10.
Phalaena cerefolii Retz Gen. Deg. 45. 99,
Tinea cicutella Hübn. fıg. 79 u. 419.
Agonopteriv — Hübn, Cat, 410. 3958.
Haemylis — Tr. IX, 1, 248. X, 3. 182 u. 279. — Eversmann Faun.
Volg. p. 569. 4. — Hem. de la cigu& Dup. Hist. VII, p. 129. 1513,
pl. 290. fig. 4. — Zetterstedt Ins. lapp- P- 999. — Schles. Schm-
tauschbl. II (1841), 18.
Phal. heracliana Degeer I, 13te Abhdl. S. 27 u. 99. Taf. 29, fig. 1—8.
1, 1. S. 294.
Haemyl, heracleella Zetterstedt Ins. lapp. p- 99.
Var. b, alis ant, laetius rufescenti-mixtis, posteriorum ciliis ex-
terne obsolete roseis.
271
Depressaria eiliella Stainton Cat. 17. — Transact. V, p. 161. pl. XV1.
fig. 7. — Companion ed, 1, p. 15, 56, 59. ed. 2. p. 12, 44, 48, 77.
— Tin. brit. p. 93. 21. — Cat. of brit. Microl. 61. 22. — Zoolo-
gist 1851, p. 3288. — Herrich-Schff. Text S. 118. 23.
Diese in der Grösse der Ocellana stehende Art unterschei-
det sich von Laterella durch ihre trüb rothbräunliche Grund-
farbe, die gestrecktern Vorderflügel, die 3 bis 4 weissen oder
doch weiss gesäumten Punkte im Mittelraum, den starken schwar-
zen Ring an der Wurzel des letzten Tastergliedes. — Die etwas
kleinere Cnicella hat auf den Vorderflügeln 4 ähnlich gestellte
weisse: Punkte, aber die Grundfarbe ist ein gesälligtes, fast ein-
farbiges Rothbraun, das Wurzelfeldchen ist hellgrau und bis zum
Vorderrand scharf und gradlinig abgeschnitten, und die Vorder-
flügelspitze ist scharf wie bei Atomella; der obere Ring am letz-
ten Tastergliede ist auf ein aus wenigen Stäubchen bestehendes
Fleckchen reducirt, und die Spitze dieses Gliedes ist nicht schwarz,
sondern hell. — Hepatariella hat auf den spitzern Vorderflü-
geln ein tieferes, trüberes Röthlich-braun als Applana, und besitzt
nur den weissen Punkt der Querader; auch sind ihre Taster viel
schlanker mit einem verhältnissmässig kürzern Endgliede. — Die
nächste Verwandte der Applana ist jedenfalls die zwergarlige Ca-
preolella; sie hat auf den Vorderflügeln nichts Röthliches bei-
gemischt, sondern ihre Grundfarbe ist ein dunkles Staubgrau, hier
und da etwas gelichtet.
Grösse veränderlich. Rückenschild und Kopf dunkel staub-
grau, röthlich angeflogen und bräunlich bestäubt. Fühler bräun-
lich-grau; Wurzelglied braun, am Ende und innen hell. Taster
etwa so lang wie Kopf und Rückenschild zusammen, bleich gelb-
lich; das 2te Glied ist an den letzten 3 durch die Beschuppung
stark verdickt, aussen und am Ende der lockern Schuppen braun
besprengt; Endglied über halb so lang, zusammengedrückt, fein:
zugespitzt, oft rosıg angeflogen, an der Wurzel mit einem schma-
lern, über der Mitte mit einem sehr breiten schwarzen Gürtel;
die Spitze schwarz. Saugrüssel mittelmässig lang, bleich gelb--
lich beschuppt wie das Gesicht. An der Seite des leiziern ist ein
beim g' rothgelblicher, beim 2 ochergelblicher Schuppenbusch. —
Die 4 vordern Beine aussen schwarzbraun mit hellen Glieder-
enden und röthlichen Schuppen an den Schienen; das 4te Vor-
derfussglied schwarzbraun. Hinterbeine bleichgelb mit bräunlichen
272
Stäubchen; die äussern Schienendornen auf einer Seite braun; die
Fussglieder an der Wurzel schwarzbraun, am lichtesten das erste.
— Hinterleib dunkelgrau mit hellen Ringrändern; Bauch bleich
gelblich, am meisten an den Seiten bräunlich bestäubt, an jeder
Seite mit einer Reihe grosser, länglicher, schwarzer Punkte.
Vorderflügel 5—44#‘ lang, gestreckt mit fast abgerundeter
Spitze und convexem Hinterrande, hell röthlich-braun, in trüberer
oder lebhafterer Mischung, reichlich mit braunen Stäubchen be-
streut und dunkel marmorirt. Das Wurzelfeldchen ist heller als
die übrige Farbe und breitet sich am Vorderrande hin eiwas aus;
ausserdem ist es durch die verdunkelte, weiter hin lichter wer-
dende Grundfarbe begränzt. Der Vorderrand ist verloschen braun
punktirt, nach hinten braungrau gefleckt. Im Mittelfeld stehen vor
der Mitte schräg untereinander und so nahe beisammen, dass sie
oft zusammenfliessen, ein tiefschwarzer Punkt und ein kurzer sol-
cher, selten zu einem Punkt verkürzier Strich, beide nach aussen
weiss beschuppt. In gleicher Höhe mit dem Strichelchen folgt in
einiger Entfernung ein weisses Längsstrichelchen oder ein sol-
cher Punkt, schwarz gesäumt, und in fast gleicher Entfernung
steht etwas tiefer der weisse, schwarz eingefasste Punkt der
Querader; die beiden letztern Zeichen befinden sich in verdun-
keltem Grunde. In gleicher Entfernung zwischen dem Querader-
punkt und dem Hinterrand ist der über der Mitte spitzwinklig
gebrochene Querstreif durch lichtere Grundfarbe gewöhnlich ganz
unkenntlich ausgedrückt. Der Hinterrand hat eine Reihe verlo-
schener schwärzlicher, bis in den Vorderrand reichender Punkte.
Franzen etwas heller als die Grundfarbe.
Hinterflügel etwas glänzend, grau, gegen die Spitze oft et-
was dunkler und dann hier mit dunklerer Hinterrandlinie. Fran-
zen hell bleichgelblich-grau mit dunklerer Schattenlinie nahe der
Basis.
Unterseite der Vorderflügel grau, mehr oder weniger dun-
kel, mit schmal striemenförmig gelblichem, schwärzlich bespreng-
tem Vorderrande und feiner gelblicher Wurzellinie der grauen,
schwach röthlich schimmernden Franzen. Hinterflügel heller, längs
des Vorderrandes und in der Spitze gelblich und reichlich braun-
grau grob besprengt. Hinterrandlinie vor der Spitze schwärzlich.
Franzen wie oben.
273
Var. b ist meist etwas grösser (Vorderfl. bis 53°), auf
den Vorderfiügeln heller mit reichlicherer, röthlicherer Mischung,
auf den Hinterflügeln heller grau und an den Franzen mit mehr
oder weniger starkem rosigen Anflug.
Im mittleren und nördlichen Europa bis zum 64.°; im Osten
bis ins Casanische (Eversmann) beobachtet, ist sie fast überall
häufig. Sie erscheint bei uns schon zu Ende Juli (ein Weib-
chen der ächten Applana fing ich schon am 20sten) und über-
wintert in Menge, worauf sie an den ersten warmen Frühlings-
abenden an Heckenzäunen gesellig schwärmt. Treitschke’s An-
gabe, dass sie sich auf Wiesen auf den Schierlingsblumen finde,
ist eine aus Hübner aufgenommene Erdichtung.
Die Raupe lebt nach FR. im Juli erwachsen in Blattröhren
des Chaerophyllum sylvestre (ich fand sie an Ch. bulbosum), nach
Allen Hill und v. Heyden an Angelica. Stainton giebt auch
Cicuta virosa und Heracleum sphondylium als Futterpflanze an;
letztere Pflanze nährt sie wenigstens bei Glogau nicht, und die
Cicuta scheint nach ihrem Wohnort in offenen Sümpfen und
Pfützen auch wenig dazu geeignet. Daucus carota und Aego-
podium bei Tr. scheinen eben so zweifelhaft wie die Raupenzeit
(Septbr.) und, zufolge FR., auch die Raupe selbst. Nach FR. isi
die Raupe erst grasgrün, später gelbgrün, oft auf dem Rücken
mit röthlichem Anflug, immer mit 3 dunklern Längsstreifen und
schwachen schwarzen Wärzchen; der Kopf und Prothorax gelb-
braun oder grünlich. Verwandlung in der Erde.
Anmerkung 1. Ciliella ( Stainton) oder meine Var. b. (auch be
F. v. Röslst. erwähnt) kann ich darum nicht als eigne Art anerkennen, weil
ich zwischen den dunkelsten Exemplaren mit grauen Hinterflügelfranzen die
sanftesten Uebergänge bis zu den hell braunröthlichen mit rosig angeflogenen
Hinterflügelfranzen vor mir habe; Giliella ändert in der Grösse ab, und ich
fing sie an derselben Stelle, wo ich die gewöhnliche Applana — an einer
sehr reichlich mit Chaerophyllum sylv. bewachsenen Laubholzstelle — von
Bäumen klopfe oder aus dem Grase aulftreibe. — Zwei Exemplare des Dr,
Speyer, von vorzüglicher Grösse und mit schwach röthlich angeflogenen Hin-
terflügelfranzen, zeichnen sich durch die überall auf den hellen Vorderflügeln
hervortretende ocherfarbene Mischung aus, welche auch das WVurzelfeldchen
färbt, sich von der WVurzel weiter als gewöhnlich am Vorderrand hinzieht
und auch den winkligen Querstreifen, wenigstens in seinem obern Theil,
ziernlich deutlich zeichnet. Von 3 andern zusammengehörigen Speyer’schen
Exemplaren, deren Hinterflügelfranzen des rötllichen Anstrichs entbehren, sind
2 etwas, eins viel kleiner als jene 2; ihre Färbung ist viel matter, die helleu
IX. 18
274
Stellen wie dort, nur bedeutend blasser; die Querstreifen in dieser lichten
Farbe sehr deutlich und vollständig und hinterwärts dunkelgesäumt, mit einigen
verloschenen braunen Längsstrichen, wie sie auch dort zu sehen sind. Das
kleinere Exemplar hat aber den Querstreif und den Schatten dahinter ganz
undeutlich und unvollständig, Noch ein Speyer’sches schön erhaltenes Männ-
chen ist so dunkel wie meine eigentliche Applana und hat durchscheinende
Hinterflügel. Noch mehrere Verschiedenheiten nach der Grundfarbe und
selbst nach der Gestalt der Vorderflügel könnte ich aus den durch ®. Heyden
zur Ansicht geschickten Exemplaren angeben. — Hier liessen sich ein halbes
- Dutzend verschiedene Arten annehmen, wenn nicht zwischen allen Bindeglie-
der da wären. Die Entscheidung, ob Applana nach Lokalität und Futter-
pflanze abändert, ‘wie ich glaube, oder ob es mehrere höchst ähnliche Arten
giebt, wird am besten von der Zucht aus den Raupen abhängig gemacht.
Anmerkung 2. CGiliella Staint, fig. stimmt mit den Speyer’schen röth-
lich gefranzten Exemplaren, hat aber zu dunkeln Grund und zu wenig gelb-
liche helle Färbung; auch bildet der Querstreif nicht den richtigen Winkel,
Meine von Stainton erhaltene Ciliella, ein Weibchen, ist viel heller, einfar-
biger und mit lebhafterem Roth und zeigt von den braunen Längsstrichen
hinter dem nur in seinem obern Theile schwach vorhandenen Querstreifen
so geringe Spuren, wie meine hier gefangenen Exemplare der Ciliella.
Anınerkung 3. Hübdner’s fig. 419 ist gut, aber fig. 79 — mit weiss-
lichen Hinterflügeln und schwarz geschecktem Vorderrande der Vorderflügel
sieht so fremdartig aus, dass sie kaum unsere Art vorstellen kann. Im Text
$. 39. 6. wird nur dies Bild beschrieben und die Notiz beigefügt, dass die
Art bei Augsburg auf Wiesen schon in den ersten Frühlingstagen und fast
dien ganzen Sommer hindurch auf den Schierlingsblumen anzutreffen ser. —
Die Fischer’schen Bilder zeigen zu viele und deutliche graue Quernebel.
Anmerkung 4. Ueber Zettersted!’s Heraclceella s. beı Laterella.
32. Capreolella 2.
Parva; palporum arliculo terminali bis fusco-maculalo; alıs ant.
elongalis rolundalis fusco-griseis, basi abrupte diluliore,
punctis disci duobus oblique positis atris albo-notalis ante,
duobus longitudinaliter positis albis post medium dB.
Depress. capreolella Z. Isis 1839, S. 196. 15. — 1846, S. 280. 6
— Schläger Schmtauschbl. $. 129. 44. — Schles. Schmtauschbl. TV,
(1843), 18. VII. (1845), 8 — Herrich- Schäffer Texı S. 120. 230.
Taf. 62. fig, 453. — Stainton Transact. V, p. 158. 14. — Tin, brit.
90. 14. — Cat. of brit. Microl. 59, 14. — Companion ed, 2, p.
11. 48. ’
Haemylis Capreolella Dup. Cat. 335.
Drepress. Caprella: parva, alac anteriores griseo-rufae, punctis duobus
nigris oblique positis ante medium, et pone medium punctis duobus
275
albis, longitudinaliter positis. Staint. Transact. p. 157. pl. XVII, fie.
9. — Cat. 13. — Companion ed. 1, p. 14, 64.
Depressella HS. Taf. 62. fıg. 452.
Eine der kleinsten Depressarien, von Applana eben dadurch,
sowie durch die unvollständig geringelten Taster und durch die
bräunlich-graue, wenig marmorirte Grundfarbe der Vorderflügel
verschieden. — Granulosella Staint. ist ziemlich gleich gross
und hat eine ähnliche Färbung; aber die Vorderflügel sind reich-
lich mit bräunlichen Punkten und Fleckchen bestreut, und der
bräunliche Nebelfleck, an dessen unterem Rande der weisse Punkt
der Querader hängt, reicht bis gegen den Vorderrand, statt dass
bei Capreolella die 2 weissen, hinter einander folgenden Punkte
nur auf einem nebelarlig verdunkelten Grunde stehen. —
Rotundella hat eine noch viel hellere Grundfarbe der Vor-
derflügel ganz ohne Wurzelfelächen und ohne weisse Punkte
oder weisse Einfassung der schwarzen, anders gestellten Punkte.
In der Grösse wie eine ansehnliche Depressana. Rücken-
schild und Kopf wie die Vorderflügel bräunlich-staubgrau, Gesicht
viel heller. Fühler staubgrau. Taster länger als das Rücken-
schild, innen schmutzig weisslich; 2tes Glied aussen braun be-
stäubt, an den letzten 3 gleichmässig, ziemlich stark verdickt;
Endglied mehr als halb so lang, zusammengedrückt, zugespitzt,
an der Wurzel mit ziemlich breitem braunen Ringe, über der
Mitte mit einem schmalen, unvollständigen, mehr aus zerstreuten
braunen Stäubchen zusammengesetzten Ringe, die Spitze braun.
Beine staubgrau, die 4 vordern aussen braun angelaufen, und
ihre Tarsen mit hellen Enden der Glieder; nur das 4te Vorder-
tarsenglied ganz dunkelbraun; Hinterfüsse aussen dunkelgrau, an
den Spitzen der Glieder heller. — Hinterleib dunkelgrau, am
Bauche fahlgelblich mit 2 seitlichen Reihen schwarzer, länglicher,
nach innen grösser und schärfer werdender Punkte.
Vorderflügel 33° lang, gestreckt mit abgerundeter Vorder-
ecke und convexem Hinterrand, bräunlich-staubgrau, etwas ge-
glättet, spärlich und verloschen braun bestäubt. Das hellere, in
den Vorderrand auf eine kurze Entfernung sich ausdehnende
Wurzelfeldchen ist durch einen verloschenen braunen Innenrand-
strich begränzt, hinter welchem die Grundfarbe eiwas verdunkelt
ist. Im Mittelraum vor der Mitte sind 2 schwarze Punkte schräg
276
unter einander; sie fliessen nie zusammen, und der untere ist
nie in einen Strich verlängert; beide oder der obere, meist
grössere, sind hinten durch weisse Schuppen gesäumt. In glei-
cher Höhe mit dem unteren folgen 2 weisse, schwarz gesäumte
Punkte auf wolkig verdunkeltem Grunde; der erste, in gleicher
Entfernung von dem folgenden und dem vorhergehenden, ist
meist grösser und länglich. Der Vorderrand ist auf der hintern
Hälfte verloschen grau gefleckt. Selten ist der lichte Querstreif
hinter dem Queraderpunkt angedeutet; er bricht sich dann in
einen spitzen Winkel, dessen oberer Schenkel nur kurz ist.
Hinter ihm verdunkelt sich der Grund nur wenig. Der Hinter-
rand hat eine Reihe undeutlicher schwarzer Punkte. Franzen
wie die Grundfarbe.
Hinterflügel hellgrau, nach hinten dunkler mit noch dunkle-
rer Hinterrandlinie. Franzen viel heller.
Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau mit siriemenarlig
selblichem, braunfleckigem Vorderrand. Hinterflügel heller, längs
des Vorderrandes und in der Spitze gelblich, grob bräunlich be-
'stäubt; Hinterrand vor der Spitze mit einer Reihe schwärzlicher
Striche.
Diese nicht häufige Art lebt in England (Stainton); Preussen
bei Königsberg (Dr. Sauter’); Böhmen bei Reichstadt und in
Ungarn (FR.); in der Schweiz (Bremi!); im Weimarschen bei
Jena (Schläger!); bei Frankfurt am Main (Schmid!) und bei
Wien (Mann bei ve. Heyden’); in Schlesien bei Glogau. Im
April habe ich sie öfters auf Geireidefeldern und in den an die-
selben gränzenden Kiefersträuchern Abends aufgescheucht, meist
in sehr verdorbenem Zustande; ein ganz frisches Exemplar klopfte
ich in ähnlicher trockner Lokalitäi aus Gesträuch am 4ten Juli.
In England wurden Exemplare im September aus Strohdächern
geklopft. :
Anmerkung 1. Stainton’s Abbildung der Caprella, in der Grundfarbe
besser mit Capreolella stimmend als das reddish-grey und griseo-rufae der Be-
schreibung in den Transact., nur dass die Vorderflügel zu wolkig erscheinen,
hat zu spitze Vorderwinkel derselben; die 2 schwarzen Punkte sind nicht
weiss gerandet, und die 2 folgenden weissen Punkte fehlen ganz, obgleich we-
nigstens die letztern zufolge der Beschreibung da sein sollen.
Anmerkung 2. Zephyrella Hübn, 414. 415 ist viel zu hell mit zu
schmalen Vorderflügeln, ohne weisse Punkte auf denselben, als dass sie un-
sere Art sein könnte, wie Stainton. vermuthet. In fıg, 415 sind sogar statt
277
der 2 nach einander stehenden weissen Punkte zwei schräg gestellte schwarze
auf hellem Grunde, während sie bei:41l4 wenigstens auf einem gelbbraunen
Fleck stehen. — Eine mir zur Ansicht geschickte Abbildung eines Originals
in Zincken’s Sammlung durch Dr. Schreiber stimmte mit Hübner’s fig. 415
ziemlich überein und liess keinen Gedanken an Identität mit Capreolella auf-
kommen.
33. Granulosella Staint.
Parva, palporum arliculo terminali bis fusco-annulato; alıs ant.
elongatis rotundatis pallescenti-griseis, fuscescenti-irroralis,
basi abrupte pallida, costa obsolete fusco-maculata, punclis
duobus disci nigris oblique positis ante lituram fuscescen-
tem costae adhaerentem ac punctum venae transversae al-
bum continentem. (J* Mus. Douglas.)
Depress. granulosella: alis ant. griseo-ochreis, fusco-nebulosis, punctis
duobus disci ante medium nigris, inferiore paululum elongato, puncto
pone medium subobsoleto albo Staint. Tin, brit. p. 94, 23. — Cat.
of brit. Microlep. p. 62, 23, — Companion ed. 2. p, 12. 48.
Von Capreolella durch hellere Grundfarbe und reichli-
chere dunkle Bestäubung der Vorderflügel, sowie durch den
Mangel weisser Bezeichnung der 2 schwarzen Punkte und durch
das Fehlen des ersten weissen Punktes, ferner durch den bis
zum Vorderrand reichenden bräunlichen Mittelfleck verschieden. —
Zephyrella, mit der ich sie zu vereinigen geneigt war, hat
schmälere, zu wenig abgerundete, hellere Vorderflügel mit zu
schmalem, bis zum Vorderrande scharf abgeschnittienem Wurzel-
feldchen; die 2 Punkte hinter der Mitte sind anders, die braunen
Fleckchen um die Spitze sind nicht gross und gelrenni genug,
und die Hinterflügel zu dunkel. Das Bild würde die Art nicht
kenntlich machen. _
Grösse der Capreolella. Rückenschild und Kopf fahlgelblich
und braun bestäubt; Gesicht weisslich-gelb. Taster fahlgelblich ;
das 2te Glied an der Endhälfte durch die verlängerten Schuppen
gleichmässig verdickt und aussen bräunlich bestäubt; das Endglied
halb so lang, dünn, mit 2 breiten schwärzliehen Gürteln, dem
ersten an der Basis, dem zweiten über der Mitte. Beine bleich,
die 4 vorderen aussen braunlleckig; die Vorderlarsen braun, mit
hellen Spitzen der Glieder (ausser am 4ten?). Hinterschienen
weisslich-gelb, Hintertarsen bleich, aussen mit grauen Wurzeln
278
der Glieder. — Hinterleib grau; Bauch bleichgelb mit 2 seitlichen
Reihen kleiner brauner Fleckchen.
Vorderflügel gestreckt, nach hinten allmählig e erweitert, am
Vorderwinkel abgestumpft und gerundet, bräunlich- a,
nach hinten gelichtet, gegen das gelbliche Wurzelfeldchen dunk-
ler und dasselbe scharf abgränzend, reichlich mit grössern und
kleinern Punkten und Fleckchen bestreut. Wurzelfeldchen in
gewöhnlicher Breite fahlgelblich, aussen bis zur Subcostalader
scharf begränzt, darüber am Vorderrand hin sich verlierend und
reichlich mit bräunlichen Pünktchen bestreut. Auch der übrige
Vorderrand ist in unbestimmter Breite licht, fahl, mit Querstri-
cheln, die hinter der Mitte deutliche bräunliche Flecke bilden,
nämlich bis zur Flügelspitze etwa 5, wovon der an der Mitte
noch etwas deutlicher ist; an ihm hängt der kleine bräunliche
Nebelfleck, an dessen unterm Ende der weisse, dunkel gesäumte
Punkt der Querader bemerkt wird. In einiger Entfernung vor
diesem sind die 2 ziemlich grossen, schwarzen, schräg gestellten
Punkte. Am Hinterrande gehen die braunen Flecke des Vorder-
randes allmählig in Linien über, die den Innenwinkel nicht er-
reichen. Franzen etwas heller als die Grundfarbe.
Hinterflügel hellgrau, heller gefranzt.
Unterseite grau, auf den Hinterflügeln heller; die Vorder-
ränder bleich gelblich, mit bräunlicher Bestäubung.
In England bei Deal im Sepibr. gefangen (Stainton?).
34. Rotundella Dougl.
Parva, palpis non annulatis, alis ant. elongatis, rotundatis, dilute
griseis, puncto nigro uno longe ante, uno post medium
disci, uno prope basim juxta dorsum.
*Depress. rotundella Dougl, Zoologist p. 1270. F. 8. — Stainton Cat.
23, — Companion ed. 1. p. 15, 64. ed. 2. p. 12, 48, 77, — Transact,
V. p. 162, 27. — Tin. brit. p.. 94. 24, — Cat. of brit Microlep, p-
62, 24. — Mann Ent. Ztg. XI. (1850) S. 150, 114.
Depress. peloritanella Z. Isis 1847, p. 837, 388.
Sehr ausgezeichnet durch den gänzlichen Mangel eines
Wurzelfeldchens, durch das schwarze Pünktchen nahe der Basis
am Innenrand und durch das Vorhandensein nur eines der 2
Punkte vor der Mitte des Mittelraums; dabei klein und un-
scheinbar.
279
- Grösse der Capreolella. Rückenschild und Kopt fahlgelblich
und staubgrau gemischt. Gesicht sehr hell. Fühler staubgrau,
Wurzelglied hell mit dunklerem Rücken. Taster länger als das
Rückenschild, das 2te Glied durch die Beschuppung über der
Wurzel schnell zunehmend verdickt und dann an der Spitze sehr
schnell abnehmend, innen weissgelblich, aussen hellbräunlich ;
Endglied mehr als halb so lang, zusammengedrückt, feingespitzt,
hell staubgrau, ungeringelt, auf der Schneide locker beschuppt:
Saugrüssel miltelmässig lang, weisslich-gelb beschuppt. Beine
hell staubgrau, die 4 vordern aussen braungrau angelaufen, an
den Enden der Tarsenglieder schmal hell, ausser am 4ten der
Vorderbeine. — Hinterleib dunkelgrau mit graugelblichem Afler-
busch; Bauch fahlgelblich, an jeder Seite mit einer Strieme aus
länglichen, nach innen mehr zusammenfliessenden und vergrösser-
ten, schwärzlichen Flecken.
Vorderflügel 33 —33‘ lang, gestreckt, an der slumpfen
Spitze abgerundet, am Hinterrand schr convex, einfarbig fahl-
gelblich-staubgrau, mit sehr spärlichen braunen Stäubcehen, be-
sonders gegen den Hinterrand und mit einer mehr oder weniger
fehlenden verloschenen, schwärzlichen Punktreihe auf demselben.
Das Wurzelfeldchen fehlt ganz. Nahe an der Wurzel und dem
Innenrande ist ein lief schwarzes Pünktchen. Weit vor der Mitte
liegt auf der Costalader ein kleiner, länglicher, lief schwarzer
Punkt, und auf der Querader ist ein noch kleinerer.
Hinterflügel lichigrau, gegen den auffallend spitzen Vorder-
winkel verdunkelt und mit dunkelgrauer Hinterrandlinie. Franzen
hellgrau, dicht an der gelblichen Wurzel mit grauer Schat-
tenlinie.
Unterseite grau, auf den Vorderflügeln dunkler; alle Franzen
mib verloschener gelblicher Wurzellinie. Die Hinterrandlinie vor
der Spitze der Hinterfllügel ist mehr oder weniger deutlich und
aus schwärzlichen Strichen zusammengeselzl.
Diese im westlichen Europa einheimische Art ist in Sicilien
um Messina häufig; sie fliegt vom Februar bis zum März in dem
Gesträuch der Berge in überwinterten Exemplaren. Ihre Ent-
wickelung fällt in den Juli. Ein Exemplar sah ich auch aus der
Gegend von Palermo. Mann fing einige im Frühjahr bei Livorno,
Da die Art auch im südlichen England (Stainton!) und bei
Trier (v. Tiedemann!) vorkommt, so kann ihre Nahrung nicht
280
‚wohl Erica arborea oder Sparlium junceum sein, aus welchen
Sträuchern ich sie am meisten aufscheuchte. Auch meldet
Stainton, dass die an den Blüthen von Echium vulgare lebende
Raupe in England entdeckt wurde.
35. Angelicella Hübn.
Minor, palpis flavidis, articulo terminali non aut semel annulato ;
alis ant. subelongatis, obtusis, rufescenti-gilvis, fuscescenti-
irroralis, puncto majore venae transversae nigro fusce-
scenti-circumfuso.
Tinea angelicella H. fig. 335. (schl.) Pinaris angelicella H, Cat.
411, 3961.
Haemylis angelicella, alis ant. flavo-ferugineis, atomis, punctis mar-
ginalıbus maculaque media fuscis Tr. 1X, 2. 273. X, 3. 183 und 279.
— Dup. Cat. 334.
Depressaria angelicella Z. Isis 1839, S. 195. 11. — 1846, S. 280, 8.
Schles, Schmtauschbl. VII (1846), 13. — Stainton Cat. 16. — Com-
panion ed, 1. p. 14, 46, 50. ed. 2. p. 11, 38, 76. — Transact. V. p.
158, 17. — Tin brit. 91. 17. — Cat. of brit, Microl, p. 60, 17.
Depress. parilella Reutti Beitr. 264. 37.
Haemylis rubidella (Hcmil. rougeätre) Dup, Hist. VII, p. 133. 1515.
pl. 290. fig. 6 — Cat. 335.
Var. b, puncto venae transversae albo-pupillato.
Var. c, al ant., vix irroratis, puncto venae transversae non fu-
Scescenti circumfuso. (P). |
Var. d, alis ant. ut Var. c, sed al. ant. laete ochraceis, mar-
ginibus rufo tinctis. (2 Mus. v. Heyden.)
In der Färbung veränderlich, doch mit lebhaft ochergelbli-
chem, besonders am Vorderrande und gegen das Wurzelfeldchen
ziegelroth angelaufenem Grunde der Vorderflügel, ziemlich ähn-
lich den kleinern Exemplaren der Laterella, aber verschieden
durch das Endglied der Taster, das nie 2 braune Ringe hat,
sondern entweder ganz einfarbig hellgelb ist wie der Kopf und
das Rückenschild, oder nur vor der Spitze einen verloschenen,
unvollständigen Ring trägt, ferner durch die lebhaft hellgelbe
Farbe des Kopfes und Rückenschildes und die Stärke des schwar-
zen Punktes auf der Querader der lebhafter gelb gefärbten Vor-
derflügel. — Am verwandtesten ist sie der Parilella, obgleich
diese gewöhnlich durch ihre fast einfarbig dunkelröthlichen Vor-
281
derflügel leicht zu unterscheiden ist; die hellen Varietäten der
Parilella kommen aber der Angelicella bisweilen so nahe, dass
ich keine bestimmteren Merkmale sehe, als das reichlichere Weiss
in dem schwarzen Ringe der Querader bei Parilella und die Ge-
stali der Taster. Diese, bei Parilella stets ohne braunen Ring,
sind am 2ten Gliede ausser an der Wurzel und der Spitze gleich
dick; bei Angelicella aber erweitert sich dieses Glied von der Wur-
zel aus so, dass es seine grösste Dicke in der Mitte hat und sich
von da aus wieder allmählig verdünnt. Ausserdem stimmen beide
Arten nicht nur in der Farbe des Rückenschildes und des Ko-
pfes mit seinen Theilen, sondern auch in dem wenig ausgebuch-
teten Hinterrande der Hinterflügel. — Schmidtella ist an den
scharf spitzigen Vorderflügeln und dem längs des Queraderpunk-
tes herabziehenden und wurzelwärts scharf abgeschnittenen brau-
nen Schatten leicht zu unterscheiden.
Grösse etwas über der gewöhnlichen von Parilella.. Rücken-
schild und Kopf hell ochergelb, ersterer bisweilen röthlich ange-
laufen, am lebhaftesten an den Schulterdecken. Fühler braun;
'Wurzelglied am dunkelsten mit einem gelblichen Längsstrich. Ge-
sicht wenig heller als der Scheitel. Taster etwas länger als das
Rückenschild, hell ochergelb; das 2te Glied aussen gewöhnlich
bräunlich angeflogen, durch die am Ende etwas gesättigter gelbe
Beschuppung mässig verdickt, gleich breit, nur am Wurzeldrittel
und am äussersten Ende dünner; Endglied länger als halb so
lang, zugespitzt, entweder ganz einfarbig oder selten vor der
Spitze auf der Innenseite mit einem braunen Fleck, noch seltener
mit einem unvollständigen Ringe. Saugrüssel millelmässig lang,
weisslich-gelb beschuppt. Beine bleichgelb, die 4 vordern auf
einer Seite violettbraun angelaufen mit mehr oder weniger deut-
licher gelblicher Spitze des ersten und zweiten Tarsengliedes; die
hintern aussen grau bestäubt, mit grauen Schienendornen und
grauer Aussenseite der am Ende gelblichen Tarsenglieder. Hin-
terleib grau, beim Weibchen graugelblich mit hellgelbem After-
busch. Bauch an jeder Seite mit einer Reihe verflossener brau-
ner Fleckchen, die aber bei manchem Weibchen in scharf ge-
trennte dunkelbraune Punkte verwandelt sind.
Vorderlügel 4—33‘’ lang, etwas gestreckt mit ziemlich
rechtwinkliger abgerundeter Spitze und sanft zugerundetem Hin-
ierrand, mehr oder weniger dunkel röthlich-gelb, am meisten am
282
Vorderrand, und vor dem Hinterrande mit braunen Stäubchen
bestreut. Das Wurzelfeldchen ist hellgelb, doch manchmal ge-
trübt und wenig auffallend; es ist aussen nur durch die verdun-
kelte Grundfarbe begränzt. Der Vorderrand ist von der Wurzel
aus verdunkelt und mit braunen Stäubchen bestreut. Im Mittel-
felde liegen vor der Mitte auf hellem Grunde 2 tief schwarze
Pünktchen schräg untereinander, das obere ist grösser; oft fehlt
das untere, und dann ist das obere sehr klein und bisweilen
ganz undeutlich. Unterhalb des untern ist gewöhnlich in der
Mitte der Flügelfalte ein schwarzes Längsstrichelchen, das aber
bisweilen fehlt. Die Querader hat einen grossen schwarzen Punkt
(bei Var. b in der Mitte mit einigen gehäuften weissen Schup-
pen) auf einem mehr oder weniger gegen den Vorderrand ausge-
breiteten braungrauen oder schwärzlichen Nebelfleck. Bei Var. c,
deren Vorderflügel wenig braun bestäubt, sonst aber mit dem
Doppelpunkt und dem Faltenpunkt scharf gezeichnet sind, fehlt
der Nebelfleck ganz, wofür aber der Punkt besonders stark und
in die Quere gezogen ist. Der Hinterrand hat eine bis in den
Vorderrand fortgesetzte Reihe brauner Punkte. Franzen aussen
blass, mit 2 grauen Schatten durchzogen.
Hinterflügel vor dem Schwanzwinkel nur sanft eingedrückt,
bleich gelblich, gegen den Hinterrand grau angelaufen oder auch
ganz hellgrau, doch einwärts heller, oft um die Spitze mit brau-
ner, auf den Adern unterbrochener Hinterrandlinie. Franzen hell,
an der schmal gelblichen Wurzel mit dunklerer Schattenlinie.
Unterseite der Vorderflügel grau oder graugelblich mit gelb-
lichem Vorderrande und gelblicher, schmaler Franzenwurzel. Hin-
terflügel heller als auf der Oberseite, nur mit schärferer brauner
Hinterrandlinie.
Var. d, ein ausgezeichnet grosses Weibchen, sieht der Var. c
ähnlich, hat aber auf den angenehm ochergelben Vorderflügeln
den Vorderrand schön hellroth; weniger schön hellroth sind die
Franzen und die Gegend des Innenwinkels bis zur Hälfte des
Innenrandes; die Hinterflügel sind hell gelblich-grau. (Vaterland
Hannover: Krösmann bei v. Heyden’)
Von dieser Art fand ich in der Mitte Juni am Probsthainer
Spitzberge die Raupen in den noch wenig entwickelten, mit Sei-
denfäden zusammengesponnenen Wurzelbläitern einer Umbellate,
die, so viel ich mich erinnere, Angelica offieinalis war. Die
253
Schaben entwickelten sich daraus nach einem Monat. Standfuss
und Dr. Wocke erzogen die Art nicht selten in andern Theilen
des schlesischen Gebirges. In der Ebene scheint sie nicht vor-
zukommen; wenigstens fand ich hier an den Angelicapflanzen bis
jetzt keine Spur davon. — Sie findet sich auch in Ungarn und
Öestreich (Tr.), in Baiern bei Augsburg (FR!), in Baden bei
Freiburg (Reutti!). In England ist sie nicht selten bei Cam-
bridge und Bristol um Angelica sylvestris und erscheint im Juli
aus der im Juni gefundenen Raupe (Stainton). Die Raupe soll
auch an Weiden leben, wie an Stainton berichtet wurde; ich
bezweifle die Richtigkeit der Mittheilung.
Anmerkung 1. Haemylis angelicella bei Zversm. Faun. Volg.
569. 6. ist nicht so characterisirt (alae anticae fuscescenti testaceae, fusco pul-
veratae, macula subcostali media fusca; posticae e luteo grisescentes), dass sie
mit Sicherheit auf unsere Art gedeutet werden könnte. Diese Angelicella ist
im Casanischen im Herbst häufig.
Anmerkung 2. Ueber Duponchel’s Rubidella s. Anmerkung zu In-
carnatella.
36. Parilella Tr.
Palpis flavidis non annulatis, capite ac thorace flavidis, anten-
nis nigro-fuscis; alis ant. oblongis obtusis saturate rufis,
basi abrupte flavida, puncto venae transversae albo nigro-
ceincto.
Haemylis parilella: alıs ant. testaceo hepaticis, bası punctoque medio
flavidis; posticis einereis Tr. X, 3. 178 u. 279. — Dup. Cat. 335.
Depressaria — Z. Isis 1839, S. 196. 16. 1846, S. 281. 13, — Schles.
Schmtauschbl. IV (1843), 18. — Stainton Transact. V. p. 162, 28,
— Illerrich-Schff, tab. 62. fig. 451. Text S. 117, 219,
Haemylis humerella, Hemil, humerale Dup. Hist. VIII, p. 619, 1723.
pl. 312. fig. 7. — Cat. p. 335.
Var. b, ut a, sed pro puncto uno duobus deinceps posilis ex-
albidis. S 2.
Var. c, al. ant. fusco-hepaticis, puncto venae transversae
saepe minulissimo. 2.
Var. d, ut a, sed alis ant. griseo-ochraceis. 2.
Var. e, magna, al. ant. colore ut in var. a, sed capite, thorace
et al. ant. basi rufo-ochraceis, punclis ut in var.a ct. Q.
Diese in Grösse, Farbe und Zeichnung sehr veränderliche
Art unterscheidet sich von Angelicella durch die gewöhnlich
284
dunklere, einförmigere Grundfarbe der Vorderflügel, wodurch das
helle Wurzelfeldchen um so schärfer hervortritt, durch die Schärfe
und meist viel beträchtlichere Grösse des weissen Punktes der
Querader, die etwas weniger gestreckte Gestalt der Vorderflügel,
die dunklern Fühler und das einfarbig helle Endglied der Taster.
— Von der gewöhnlich bedeutend grössern Furvella trennt sie
sich viel leichter durch die gestrecktern, an der Spitze abgerun-
deten, unreiner gefärbten Vorderflügel, den merklichen Ausschnitt
am Hinterrande der Hinterflügel, den am Vorderrand, besonders
an den Schulterdecken, dunkel angelaufenen Thorax und durch
den gänzlichen Mangel eines Ringes am letzten Tastergliede. —
Viel weiter ab stehen D. cnicella, hepatariella und feru-
lae, alle gewöhnlich viel grösser als Parilella, jene zwar mit
scharf abgesetztem Wurzelfeldehen der Vorderflügel, aber mit
grau getrübter Farbe desselben und leicht kenntlich an den ge-
ringelten Tastern; Hepatariella hat zwar ein ungeringeltes, aber
auffallend kurzes Endglied der Taster, einen grauen Kopf, Tho-
rax und Antang der trüb rothbraunen Vorderflügel eic. Feru-
lae, mit ganz hellgelbem Wurzelfeldchen, aber braunem Thorax,
hat an den bunten Tastern ein sehr sicheres Merkmal.
Grösse meist wie Capreolella. Rückenschild und Kopf hell-
gelb, nicht selten röthlich angeflogen, immer nach vorn etwas
verdunkelt, am meisten auf den Schulterdecken, und hier biswei-
len mit braunem Anfange; Kopf unverdunkelt, im Gesicht weiss-
lich-gelb. Fühler braun, gegen die Wurzel ins Schwarze mit
gelblichem Längsstrich am Wurzelgiede; beim Weibchen sind sie
heller. Taster so lang wie Kopf und Thorax zusammen, hellgelb,
bei den dunklen Männchen aussen gebräunt, bisweilen auch am
Endgliede, doch nicht so dunkel; das 2te Glied ist an den letz-
ten 2 durch die Beschuppung ganz gleichmässig erweitert und
nur am äussersten Ende verdünni; das Endglied ist über halb
so lang, fein gespitzt, zusammengedrückt, ohne braunen Ring.
Beine bleichgelb, die vordern aussen braun, mit hellen Fussglied-
spitzen ausser am 4ten Tarsengliede, bisweilen auch ganz ein-
farbig. Hinterschienen aussen gegen die Spitze und die Tarsen
aussen grau angelaufen. — Hinterleib gelblich, bei den dunklen
Männchen grau mit hellerem Afterbusch; Bauch gelblich, an je-
der Seite mit einer braunen, nach hinten sich in Punkte auflö-
senden Sirieme, und in der Mitte mit zwei braunen Punkten auf
285
jedem Segment; oft ist aber diese Zeichnung durch graue Be-
stäubung ganz verdeckt, und nur der Afterbusch unten gelblich.
Vorderflügel 3— 33.0 bei 2 Krainer Exemplaren 44° lang,
ziemlich gestreckt, mit stumpfem, abgerundetem Vorderwinkel und
sanft convexem Hinterrand, bräunlich-roth, mehr oder weniger
lebhaft, gewöhnlich nur am Wurzelfeldchen Br um die Querader
bräunlich verdunkelt, bisweilen aber, namentlich bei dunkel braun-
rother Grundfarbe, auch vor dem Hinterrande und mit ziemlich
reichlicher brauner Bestäubung. Wurzelfeldchen hellgelb, hinten
senkrecht abgeschnitten, am Vorderrande röthlich oder rothbräun-
lich. Die 2 schwarzen Pünktchen im Mittelfelde, wovon das obere
das grössere ist, fehlen eben so oft wie sie da sind, und auch
mit dem Punkt in der Falte ist das der Fall. Die Querader hat
einen meist ansehnlichen, selten sehr kleinen weissen oder gelb-
lich-weissen, schwarz gesäumten Punkt in dunklem Grunde. Oft
ist in geringer Entfernung davor ein schwarzer Punkt, bei Var. c
mit weisslicher Pupille. Der Hinterrand trägt eine verloschene
Reihe kleiner, theilweise ausbleibender Punkte. Franzen aussen
heller als der Grund.
Hinterlügel schwach ausgebuchtet am Hinterrande vor dem
Schwanzwinkel, hellgrau, gegen die Wurzel heller, bei den hell-
rolhen Exemplaren sehr licht und gelblich gemischt, mit bräun-
licher Hinterrandlinie an der Flügelspitze. Franzen heller als die
Fläche mit dünner gelblicher Wurzellinie.
Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande nur an
der Hinterhälfte etwas gelblich; Franzenwurzel in einer feinen
Linie gelblich. Hinterflügel viel heller, am Vorderrande etwas
verdunkelt mit brauner, auf den Adern gelblich unterbrochener
Hinterrandlinie um die Spitze.
Var. b, aus Böhmen, Lievland und der Glogauer Gegend,
hat die rothe Grundfarbe der Stammart und unterscheidet sich
blos dadurch, dass der schwarze Punkt vor dem Queraderpunkt
auch weisslich ausgefüllt ist.
Var. c, von Schläger zahlreich aus Raupen an Athamanta
cervaria erzogen, hat die Grösse und Gestalt mit Var. a und b
gemein; die Grundfarbe der Vorderflügel stark durch Braun ver-
dunkelt, beim Weibchen weniger, immer mit kleinem weissen
Punkt der Querader, der oft so klein ist, dass er nur durch die
Loupe erkannt wird; die Hinterflügel sind viel dunkler grau als
256
bei a und b, und selbst die Franzen der Aussenhälfte nehmen
daran Theil; auch der Hinterleib ist dunkelgrau. Eine eigene
Art kann ich für jetzt nicht hierin anerkennen, da die etwas
hellern Weibchen den Uebergang zu bilden scheinen.
Var. d, ein Weibchen aus Preussen, sehr auffallend und un-
kenntlich durch die grau-ochergelbe Grundfarbe der Vorderflügel,
auf welcher viele zerstreute schwarze Stäubchen liegen, beson-
ders am Vorderrande. Die schwarzen Punkte vor der Mitte und
der in der Falte sind vorhanden, und die Hinterrandreihe ist
deutlich. Fühler sehr hell; Taster nur am 2ten Gliede aussen
schwach braun bestäubt. Bauch in der Mitte gar nicht punktirt,
seitwärts nur ganz verloschen.
Var. e, zwei Weibchen aus Krain, von sehr bedeutender
Grösse, nämlich wie Hepatariella, mit Ki Grundfarbe der Var. a;
das eine Exemplar hat Oberkopf, Thorax und Wurzelfeld der
Vorderflügel röthlich-gelb, das andere heller und gelber; bei je-
nem sind die 2 weissen Punkte der Var. b sehr deutlich und
stehen überdies in unverdunkeltem Grunde; auch die schwarzen
Punkte im Mittelfelde und in der Falte sind vorhanden. Bei dem
2ten Exemplar ist nur der Queraderpunkt da; er ist, wie dort,
weiss und steht auf einem bräunlichen Nebelfleck. Hinterflügel
beider grau, doch nicht so dunkel wie bei Var.c. Bauch scharf
gezeichnet.
Sie lebt in Lievland (Lienig!) — in Preussen bei Danzig
(v. Tiedemann!) — in Schlesien bei Glogau, wo ich in den letz-
ten Julitagen zwei Exemplare in einem Erlbruch abklopfte, — in
Böhmen bei Reichstadt im Juli und August an Birkenstämmen
(FR!) — in Oestreich bei Wien (M$.) — in Krain bei Lay-
bach (Schmidt!) — im Weimar’schen bei Jena (Schläger!) —
in Hessen bei Mainz zu Ende Juli (Schmid!) — im nördlichen
Frankreich (Dup.).
Die von Mad. Lienig entdeckte, abändernde Raupe lebt im
Juni und Juli auf Athamanta oreoselinum und Selinum. carvifolia,
nach Schläger nur auf Athamanta cervaria, woran sie die ein-
zelnen Blattlappen zusammenwickelt, so dass das erwachsene Blait
aussieht, als ob es eben erst aus der Wurzel kommt. (In dem
Erlbruch bei Glogau, wo ich die Art fing, giebt es weder Oreo-
selinum noch Cervaria.)
287
37. Furvella Tr.
Thorace et capite dilute flavis, palporum arliculo terminali ante
apicem nigro-annulato; alis ant. subacultis rufo-hepalicis,
basi abrupte puncloque post medium flavidis; alis post. ante
angulum analem non sinualis.
Haemylis [urvella: capite thoraceque flavis, alis anticis pallide hepaticis,
bası punctoque medio flavis Tr. IX, 1. 239. X, 3. 279. — Dup. Cat.
334, — KHollar Vzchn. S. 91.
Depressaria — Z. Isis 1839, S, 196. 28. — Stainton Transact. V, p- 163.
30. — Herrich-Schff. Text S. Taf. 61. fig. 440,
Leicht zu unterscheiden von Parilella durch die gespitzien
kürzern Vorderflügel, die reine Grundfarbe, den grossen Quer-
aderpunkt, den Mangel einer Ausbuchtung der Hinterflügel, den
breiten schwarzen Ring vor der Spitze des letzten Tastergliedes
und die gewöhnlich sehr beträchtliche Grösse. Cnicella und
Hepatariella haben ausser andern Unterschieden einen dunk-
len Thorax und Kopf und ein graues Wurzelfeldchen der Vor-
derflügel. Aehnlicher ist Ferulae durch das scharfe, wenn auch
schmalere hellgelbe Wurzelfeldchen; ihr Thorax ist aber bräun-
lich und nur die Schulterdecken gelb; ihre Taster haben zwei
schwarze Ringe; die Vorderflügel sind stumpf und am Hinterrand
stark gerundet, und die Hinterflügel sind wie bei Parilella seicht
ausgebuchtet.
Grösse einer mittlern Applana. Rückenschild und Kopf hell-
gelb, ungetrübt. Fühler schwärzlich-braun, mit gelblichem, bis
auf die Geissel verlängertem Längsstrich des Wurzelgliedes. Ta-
ster länger als das Rückenschild, hellgelb, am 2ten Gliede aussen an
der untern Hälfte spärlich braunstaubig; dieses fast von der Wur-
zel aus gleichmässig und nicht bedeutend durch die Beschuppung
erweitert. Endglied über halb so lang, dünn, zugespitzt, vor der
Spitze mit breitem schwärzlichen Gürtel. Rüssel mittelmässig,
gelblich beschuppt. Vorderbeine aussen violettlich-braun mit gelb-
lichen Enden der Tarsenglieder. Hinterbeine blassgelb, an den
Schienen und deren Dornen aussen grau angeflogen, an den Tar-
sen aussen grau mit gelben Spitzen der Glieder. Hinterleib hell-
grau mil hellgelbem Afterbusch; Bauch gelblich, grau bestäubt,
am Hinterrande der 3 letzten Segmente mit einer Querreihe von
4 verloschenen grauen Punkten.
258
Vorderflügel 44 — 5°’ lang, länglich mit ziemlich scharfer
Spitze und schwach convexem Hinterrand, dunkel braunroth, ge-
gen das Wurzelfeldchen dunkler, unbestäubt, nur am Vorderrand
hinter der Mitte hellroth. Wurzelfeldchen von der Farbe des Tho-
rax, fast grade abgeschnitten, am Vorderrande nicht verdunkelt,
Auf der Querader ist ein starker gerundeter, weissgelber Punkt
mit schwarzer Einfassung. Mitten zwischen ihm und dem Wur-
zelfeldchen liegt in gleicher Höhe ein gelbliches, wurzelwärts
schwarz gesäumtes Pünktchen. Franzen heller als der Grund.
Hinterflügel ohne Ausbuchtung, hellgrau mit etwas dunklerer
Hinterrandlinie. Franzen heller mit bleicher Wurzellinie.
Unterseite der Vorderflügel grau, an der Wurzel fleckarlig
weissgelblich; Vorderrand in einer vor der Flügelspitze anfan-
genden, sich einwärts verdünnenden und weit von der Wurzel
aufhörenden Linie ochergelblich. Hinterflügel hell gelbgrau, in
der Spitze grau besläubt; die Hinterrandlinie deutlicher: als oben,
aber auf den Adern unterbrochen.
In Oesireich in Gebirgsgegenden zwischen Gesträuch, bei
Baden, im Juli selten (Kollar, Lederer!). In Ungarn (Tr.).
Bei Frankfurt am Main (v. Heyden!).
Die Raupe beschreibt v. Heyden so: 16füssig, gleich breit,
eiwas niedergedrückt, glanzlos, graugrün, mit kleinen schwarzen,
ein helles Härchen tragenden Wärzchen besetzt. Die Einschnitte
sehr schmal, etwas gelblich. Kopf glänzend schwarz, Mund weiss-
lich. Nackenschild glänzend schwarz, am Vorder- und Seiten-
rande grünlich- weiss, letzterer mit zwei schwarzen Fleckchen.
Afterschildchen glänzender, etwas dunkler grün als der Körper.
Vorderfüsse schwarz, grünlich gefleckt. Bauchfüsse mit dem Kör-
per gleichfarbig; an den hintersten beiderseits ein dunkleres
Fleckchen.
Die Puppe ist ziemlich dick, vorn breit, stumpf, glatt, sehr
glänzend, braun. Die Scheiden anliegend, gleich lang, etwas
über die halbe Körperlänge reichend. Am drittlleizien Segment
beiderseits ein kleines Höckerchen. Spitze stumpf, mit einigen
Borstenhäkchen besetzt.
Die sehr flüchtige Raupe lebt im Frankfurter Walde einzeln
auf Dictamnus fraxinella zwischen einem oder mehrern zusam-
mengelegten und mit wenigem Gespinnst zusammengcehefteten
Blättern, und wird auch hier zur Puppe. Die Raupen der ersten
289
Generation sind Ende Mai, die der zweiten Ende Juli erwachsen,
und die Motten entwickeln sich Mitte Juni und Mitte August.
38. Cnicella Tr.
Thorace et capite supra griseo-rubescentibus, palporum articulo
terminali fusco bis annulato; alis subelongatis, subacutis,
badiis, basi abrupte cinerea fuscescenti-notata, puncto ve-
nae transversae albo.
Haemylis cnicella: alıs ant. hepaticis, puncto medio gemino flavo,
BT 237. X, 3.177 0.279. F ou.R Beitrs-S, 124, Tor
48. fig. 2. a—d. —, du panicaut Dup. Hist. VIII p, 137. 1517. pl.
290. fig. 8 — Cat. 335.
Depressaria — Z. Isis 1839. S.196, 17. — Stainton Transact. V, p. 163.
3l. — Herrich-Schff. Text S. 117. 221.
Näher mit Furvella als mit Hepatariella verwandt, von jener
sowie von Parilella und Ferulae sogleich durch den nicht gelben
Thorax und Kopf, von allen durch das Wurzelfeldchen zu unter-
scheiden, welches hellgrau ist und nahe am Innenrand einen grau-
braunen Fleck hat, welchen Fleck jene Arten nie haben.
Grösse wie Atomella. Rückenschild grau, aber stark bräun-
lich-roth überflogen, so dass die Hinterränder des Scutellums-
busches und der Schulterdecken grau bleiben. Kopf oben grau-
röthlich, im Gesicht gelblich-weiss. Fühler bräunlich-grau; Wur-
zelglied braun mit gelblichem Längsstrich, der sich weit an der
Unterseite der Geissel fortsetzt. Taster so lang wie Kopf und
Thorax zusammen, gelbweisslich, am 2ten Gliede aussen und auf
der Schneide braunröthlich bestäubt; dieses Glied ist an den 2
Enddritteln ziemlich gleichmässig und beträchtlicher als bei Fur-
vella verdickt; Endglied länger als das halbe 2te Glied, fein zu-
gespitzt, zusammengedrückt, an der Wurzel mit breitem, auf der
Schneide unterbrochenem, braunem Bande, über der Mitte mit
schmalerem, oft aus wenigen Stäubchen zusammengesetztem, un-
vollständigem Bande. Beine bieich gelblich, aussen grau bestäubt;
die 4 vordern Tarsen grau, an den Enden der Glieder gelblich;
das Ste und 4te Glied des Vordertarsus schwarz. Hinterleib grau,
an der Seite hell; Bauch gelblich, in der Mitte mit 2 schwarzen
Punktreihen, an jeder Seite mit einer mehr oder weniger zusam-
menfliessenden Reihe schwarzer Flecke.
IX. 19
290
Vorderflügel 4— 43‘ lang, etwas gestreckt, mit deutlichem,
wenig abgerundetem Vorderwinkel und mässig convexem Hinter-
rande, trüb braunroth, am dunkelsten gegen die Wurzel und um
die Querader; der stumpfwinklig gebrochne Querstreif hinter der
letztern ist in lichterer Färbung selten vollständig und stets sehr
undeutlich zu erkennen. Bisweilen ist die lichtere hintere Flü-
gelhälfte verloschen und spärlich braun bestäubt. Wurzelfeldchen
hellgrau oder gelblich-grau, scharf abgeschnitten und auf der
Subcostalader mit einer zahnartigen Verlängerung versehen; an
der Basis des Vorderrandes ist ein verloschner, röthlich-brauner
Fleck, am Innenrande nahe dem Ende des Wurzelfeldchens ein
grösserer und deutlicherer. Die Querader hat ein scharfes
weisses Pünktchen. Die beiden andern Punkte vor der Mitte
sind weisslich und oft kaum kenntlich, und bisweilen ist zwischen
ihnen und dem Queraderpunkt noch ein weissliches undeutliches
Pünktchen. Franzen einfarbig.
Hinterflügel vor dem Afterwinkel deutlich ausgebuchtet, grau,
gegen die Wurzel etwas lichter. Franzen hellgrau mit dunklerer
Schattenlinie nahe der Wurzel.
Unierseite der Vorderflügel dunkelgrau, Vorderrand schmal
striemenartig hellgelb, schwärzlich bestäubt; Franzen hellgrau,
mit feiner gelblicher Wurzellinie und röthlichem Aussenrande.
Hinterflügel hellgrau, am Vorderrand und in der Spitze gelblich,
grob braun bestreut, mit brauner, in den Adern unterbrochner
Hinterrandlinie. Franzen heller grau mit feiner gelblicher Wur-
zellinie.,
Bei Dresden (v. Tischer!), Wien (Lederer!) und ER
furt am Main (v. Heyden!). Die grüne, dunkler längsstreifige
Raupe mit schwarzbraunem Kopf und Nackenschild lebi an Eryn-
gium campestre zwischen den anschliessenden Blättern im Mai,
und die Schabe erscheint im Juni (Tr., v. Heyden). Ein Exem-
plar das alle Merkmale der Cnicella hat, erhielt ich von ». Heyden
Mitte Juni in einem Gefäss, worin sich nur Raupen befanden, die
an Birken lebten.
39. Hepatariella Lienig.
Palporum articulo terminali breviusculo, fuscescenti biannulato;
alis ant. elongatis apice rotundato sordide badiis (basi prae-
291
' sertim Q abrupte cinerascente) postice fusco transverse
conspersis, puncto venae transversae obsoleto albido.
Depress, hepatariella Lg. Isıs 1846, p. 282. — Tengström Finland
Fjäril. p. 123. 7. — Herrich-Schäffer tab. 60. fig, 436. — Stainton
Transact. V, p. 163. 32,
Obgleich in der Färbung der Cnicella ziemlich ähnlich,
doch nicht dieser Art nahe verwandt; ihre Flügel sind etwas
stärker gestreckt, an der Spitze mehr abgerundet, und als
Hauptmerkmal zur Unterscheidung von den meisten Depressarien
ist das letzte Tasterglied nur $ so lang wie das vorhergehende.
Das nicht selten ganz verdunkelte graue Wurzelfeldchen nebst der
lichten, schmutzig braunrothen Grundfarbe der Vorderflügel nebst
der röthlich-grauen Farbe des Kopfes und Rückenschildes geben
die Verschiedenheit von Ferulae, und der Mangel von brau-
nen Flecken im Wurzelfeldchen die von Cnicella auf den ersten
Blick zu erkennen.
Grösse der Cnicella. Rückenschild braunröthlich-grau, beim
Weibchen helle; Kopf dunkler, im Gesicht nur röthlicher, nicht
wie gewöhnlich sehr heil. Fühler bräunlich-grau. Taster so
lang wie Kopf und Rückenschild zusammen, grauröthlich; das
lange 2te Glied aussen braunstaubig, durch die Beschuppung nur
mössig verdickt und ausser am Anfang und Ende überall gleich-
mässig dick; das Endglied ist nur 5 so lang, zugespilzt, aussen
an der Wurzel und über der Mitte mit mehr oder weniger spär-
licher brauner Bestäubung, die sich selten um das ganze Glied
als Ring herumzieht. Beine röthlich- weissgrau, aussen braun-
röthlich, die 4 vordern am dunkelsten; alle Tarsen mit verloschen
grauen Gliederenden. Hinterieib dunkelgrau mit etwas hellerem
Afterbusch und Bauch; letzterer hat beim Weibchen 2 Seiten-
reihen verloschener schwärzlicher Fleckchen, beim Männchen 2
undeulliche oder ganz fehlende dunkelgraue Längslinien.
Vorderflügel 43— 42‘ lang, gestreckt, am Vorderwinkel
stärker abgerundet als bei Cnicella, mit wenig convexem Hinter-
rande, trüb und verdünnt braunroth, gegen die Wurzel dunkeler,
am meisten auf der lichtern Hinterhälfte braun bestäubt, so dass
sie fast quergestrichelt aussehen. Vorderrand an der Wurzel-
hälfte mit braunen Pünktchen, hinten mit verloschenen braunen
Fleckchen. Wurzelfeldchen grau, röthlich bestäubt, bisweilen ganz
in der Grundfarbe verschwindend; beim Weibchen (wenigstens
292
bei meinem Exemplar) ist es ganz hell und ziemlich scharf abge-
schnitten. Auf der Querader liegt in verdunkeltem Grunde ein
verloschener, oft kaum erkennbarer, weisslicher Querpunkt. Am
Hinterrande zieht eine Reihe verloschener schwärzlicher Siriche.
Franzen lichter als der Grund, gegen den Innenwinkel ins
Graue. '
Hinterflügel wie bei Cnicella gestaltet, grau, an der Wurzel
kaum heller. Franzen hell.
Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, auf dem röthlichen
Vorderrande braun gepünkteli. Franzen heller. Hinterflügel
lichtigrau, am Vorderrande dunkler und röthlich bestäubt. Hinter-
rand mit einer auf den Adern unterbrochnen braungrauen Linie
gegen die Spitze.
Selten, in Lievland von Madame Lienig entdeckt, auch in
Finland bei Abo aufgefunden (Tengström) wahrscheinlich eine
nur nordische Art. Flugzeit im Juli. |
40, Ferulae Z.
Epistomio patagiisque flavidis, palporum articulo terminali fusco-
bieincto; alis ant. elongatis, apice rotundato, violaceo-fuscis,
basi abrupte flavida, puncto disci nigro ante, albo post
medium.
Depressaria ferulae Z. Isis 1847, p. 840. 390. — Stainton T'ransact. V.
p- 162. 29. — Herrich-Schff. Text S. 117, 220. tab, 60. fig. 437.
In der Grösse der Furvella, aber mit etwas gesirecktern
und gerundetern Flügeln, und ausser durch die viel dunklere,
violettbraune Grundfarbe derselben noch durch den auf der vor-
dern Hälfte gebräunten Thorax und das braungeringelte Taster-
glied verschieden. Diese Farbenmerkmale geben nebst der ge-
wöhnlich viel ansehnlichern Grösse auch den Unterschied von
Parilella, die hellgelben Schulterdecken und das hellgelbe
Wurzelfeldchen der Vorderflügel den von Cnicella und Pa-
rilella.
Rückenschild gelbbräunlich, vorn dunkler, hinten hellgelb
wie die Schulterdecken. Kopf oben bräunlich-grau, im Gesicht
heilgelb. Fühler braun; Wurzelglied unten mit gelblicher, bis
auf die Geissel verlängerter Längslinie. Taster so lang wie Kopf
und Rückenschild zusammen, innen hellgelb; das 2te Glied fast
ın ganzer Länge gleichmässig und ziemlich stark verdickt, aussen
293
und auf der Schneide braunstaubig; Endglied mehr als halb so
lang, zusammengedrückt, feingespitzt, an der Wurzel und über
der Mitte mit schwarzem, nicht scharf begärnztem Ringe; Spitze
selbst schwarz, Rüssel mässig lang, hellgelb beschuppt. — Beine
hellgelb, aussen bräunlich, mit gelblichen Gliederspitzen; das 4te
Vordertarsenglied ganz braun; Hinterschienen und Füsse aussen
nur grau. Hinterleib braungrau mit solchem Afterbusch; Bauch
in der Mitte gelblich, an jeder Seite mit schwarzer, nach hinten
in Fleckchen aufgelöster Strieme, in der Mitte bisweilen mit
2 Reihen schwarzer Punkte.
Vorderflügel 5— 41‘ lang, ziemlich gestreckt, am Vorder-
winkel stark abgerundet, mit stark convexem Hinterrande, violett-
lich-braun *), ungefähr wie bei Parilella var. c, am dunkelsten
gegen das Wurzelfeldchen, welches hellgelb und scharf abge-
schnitten ist. Auf der Querader steht ein weisser, kleiner Punkt.
Mitten zwischen ihm und dem Wurzelfeldchen ist ein schwarzer
Punkt, hinten bisweilen mit einigen weissen Pünktchen gesäumt;
näher an dem Queraderpunkt ist bisweilen noch ein weisses
Pünktchen. Auch die Falte hat einen schwarzen Punkt bald hin-
ter dem des Mittelfeldes. Die schwärzlichen Hinterrandpunkie
sind sehr verloschen oder fehlen. Franzen eiwas heller als der
Grund.
Hinterflügel mit schwach ausgebuchtetem Hinterrande, grau,
gegen die Wurzel heller. Franzen nahe der Wurzel gewöhnlich
mit dunklerer Schattenlinie.
Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, Vorderrand auf der
Endhälfte dunkler und gelblich gefleckt. Hinterflügel heller,
Vorderrand sehr schmal gelblich; Hinterrandlinie gegen die Spitze
braun, auf den Adern gelblich unterbrochen.
Vaterland: Südeuropa. Die Raupen fand ich Mitte April bei
Messina an den Blättern der Ferula communis, an denen sie nach
der Weise der Thapsiella lebten. Die Schaben krochen Mitte
Mai aus.
*) In der Isis durch ein Versehen gelblich-bLraun.
294
Abtheilune 4 0
41. Depressella Hbn.
Parva, capite ac thorace pallide flavis, palporum flavidorum ar-
ticulo terminali ante apicem fusco-cincio; alis ant. apice
rotundato badiis, antice rubris, litura iransversa postica
flavido-pulverulenta.
Tinea depressella H. fig. 407. Acompsia — H. Cat. 409, 3939.
Haemylis — Bouche Naturgesch. d. Ins. I, S, 125. —, Hemil. deprimee,
Dup. Hist. VII, p. 139. 1518, pl. 290. fig. 9. 10. — Cat. 335,
Depressaria depressella Stainton Tin. brit. p, 94. 25. — Cat, of brit.
Mier. p. 62. 25. — Companion ed. 2. p. 12, 49, 77, 79. — Richter
Ent. Ztg. XI (1850), S. 27. — Mann Ent. Zig. X1. (1850), S. 150, 116.
Depress. depressana Z. Isıs 1839, S. 196. 19. — Schles. Schmtausch.
blatt IV (1843), 18. — Stainton Cat. 17. — Companion ed, 1, p.
15, 56, 67. — Transact. V, 163. 34. — Z. Ent. Zıg. XIV (1853).
S. 84, 9, — Reutti Beitr. S. 187. 40.
Depress. Bluntii Curtis Brit. Ent. V. tab, 221.
Haemylis collarella: palpis, capite thoraceque supra pallide flavis, alıs
anticis rufo-ferrugineis unicoloribus. Zetterstedt Ins. lapp. p- 999. 6,
?Pyralis depressana Fabr. Syst. Ent. 655, 57. — Ent. syst. III, b.
287, 180. — Tortr. — Villers Ent. Linn. II, 414, 725.
? Tin. depressella F, Suppl. 482, 22. 7
Eine der kleinsten Arten, von der etwas grössern Pimpi-
nellae durch die hellgelbe, unbestäubte Farbe des Kopfes und
Thorax, den einfachen braunen Ring am letzten Tastergliede, die
nicht mit schwärzlichen Mittelzeichen versehenen Vorderflügel
verschieden. Der gänzliche Mangel eines hellen Wurzelfeldchens
der Vorderflügel unterscheidet sie leicht von andern mit gelbem
Kopf und Thorax versehenen Arten. ”
Grösse sehr veränderlich. Rückenschild und Kopf blass
ochergelb. Fühler bräunlich mit gelblichem oder gelbbräunlichem
Wurzelgliede. Taster von mehr als Rückenschildslänge, blass
ochergelb; 2tes Glied aussen mehr oder weniger reichlich hell
gelbbräunlich bestäubt, an den obersten 3 stark uud gleichmässig
durch die Schuppen verdickt; Endglied halb so lang, feinspitzig,
zusammengedrückt, vor der Spitze mit braunem Ringe, Saug-
rüssel klein, gelblich beschuppt. Beine bleichgelb; die vordern
am dunkelsten aussen gebräunt, und ihre Tarsen nicht immer an
den 2 ersten Gliedern am Ende gelblich, wie die der übrigen
295
überall. Hinterleib ‘grau, Bauch hell gelblich, an den Seiten
grau bestäubi, so dass in der Mitte eine helle breite Strieme
übrig bleibt. |
Vorderflügel 33 — 23° lang, gestreckt mit abgerundetem
Vorderwinkel und sehr convexem Hinterrande, mehr oder weniger
dunkel rothbraun und mit hellrother Farbe des Vorderrandes, die
ganz allmählig in die dunklere übergeht. Wurzelfeldchen ganz
fehlend; nur der Innenrand ist an der Wurzel sehr schmal gelb-
lich, und hier ist die Grundfarbe am dunkelsten. Auf: dem hin-
tern Flügeltheil sind weissgelbliche Schüppchen zu mehrern, in
einanderfliessenden Querwischen gestreut; der hauptsächlichste und
steis vorhandene ist der der gewöhnlichen Querlinie weit vor dem
Hinterrande; er ist zu einem spitzen Winkel gebrochen, ‘dessen
oberer, dünnerer Schenkel kurz und verloschen ist und den
Vorderrand nie erreicht. Franzen an der Aussenhälfie grau.
Hinterflügel grau, kaum an der Wurzel heller; Franzen hell.
Unterseite der Vorderflügel grau mit dünner, gelblicher Vor-
derrandlinie; Hinterflügel hellgrau, gegen die Spitze dunkler und
weisslich-gelb bestäubt.
Vaterland: Schweden bis ins südliche gebirgige Lappland
(Boheman!); das südliche England, doch ist die Schabe hier
selten (Stainton). In Deutschland: bei Braunschweig (v. Hei-
nemann!), bei Hannover (Krösmann bei v. Heyden!), in Meck-
lenburg (Kindermann bei v. Heyden!), in Berlin und bei Glo-
gau (Z.), bei Dessau (Richter), in Baden bei Constanz (Reuiti);
bei Frankfurt am Main (v. Heyden!).
Die Raupe ist cylindrisch, nach hinten und vorn verengt,
blass grünlich-roth, in den Einschnilten grünlich-hellgrau, nach
hinten blasser, auf den 3 ersten Ringen am dunkelsten, mit glän-
zend schwarzem Kopf und solchem, in der Mitte durch eine feine
helle Linie getheiliem und vorn hell gesäumtem Prothorax; Vor-
derbeine und Luftlöcher ebenfalls glänzend schwarz. Die ge-
wöhnlichen Warzen sind alle gross, flach und weisslich; ihre
Borsten blond und klar. Afterschild glänzend, ungefleckt, uneben.
Die Hakenkränze an den: Mittelbeinen vollständig, an den Nach-
' schiebern hinten zu $ unterbrochen. — Sie lebt wohl am häu-
figsten an der Möhre (Daucus carota) und wird, wie ich in
Herrn Bouche’s Garten sah, den Samenpflanzen sehr nachlheilig.
Im Freien fand ich sie am gewöhnlichsten an den Möhren, die
296
auf frisch aufgeschütteten Dämmen wuchsen. Die von ihr be-
wohnten Pflanzen sind schon von ferne kenntlich durch die im
Innern unnatürlich braunen Dolden; doch verlässt sie auch diese
braunen Dolden und bezieht frische, die dann kein äusseres
Kennzeichen haben. Nach Bouche geht sie noch lieber an Pa-
stinak, den man daher zwischen die Gartenmöhren pflanzen soll.
Ich fand sie nicht häufig am wilden Pastinak, sondern nur an
einzelnen, sonnig wachsenden und sehr mit Blattläusen behafteten
Pflanzen, dann mehrere an einer Pflanze. Sie kommt auch an
Pimpinella saxifraga vor, in deren Dolden sie ohne nähere Be-
trachtung von der Pimpinellaeraupe dadurch leicht unterschieden
wird, dass sie ihre seidene Röhre zwischen den Döldchen anlegt,
während die andre sie an den Strahlen herab, also senkrecht,
baut. Endlich traf ich auch mehrere Raupen auf Peucedanum
silaus, woran sie aber ganz einzeln lebten, und eine Puppe so-
gar in der Dolde des Selinum oreoselinum. Erwachsen oder fast
erwachsen ist die Raupe in der zweiten Hälfte des August.
Die Verpuppung erfolgt in einem lichten, weissseidenen Ge-
webe, in irgend einem Versteck, im Freien häufig zwischen der
Dolde der Futterpflanze. Die Puppe ist schwarz, schwach glän-
zend, in der Mitte flach, ohne Auszeichnung.
Am frühesten kroch mir die Schabe am 24sten August aus,
am meisten geschieht es wohl zu Anfang Septembers. Manche
Exemplare überwintern,
Anmerkung: Die Fabricius’sche Depressana: alis depressis fuscis,
capite thoraceque niveis, wozu sogar noch der Zusatz kommt: corpus par-
vum, totum depressum, nıveum, ist so unsicher, dass ich mit Stainton die
Hübner’sche Benennung vorziche.
42. Heydenii n. sp.
Palporum articuli terminalis basi maculaque nigris, apice albo;
alis ant. elongalis, rotundatis, fuscis, lineolis nigris sparsis,
costa poslice canescenti-pulverulenta; posteriorum apice
valde rotundato. (2 Mus. Heyden.)
Sehr ausgezeichnet durch den ganz abgerundeten, stumpfen
Vorderwinkel der Hinterflügel; die starke Abrundung der Vor-
derflügel scheint sie in die Nähe der Pulcherrimella etc. zu
verweisen; es fehlt aber jede Andeutung eines hellen Quer-
297
aderpunktes; ich stelle sie zu der Verwandtschaft der Badiella,
obgleich diese keinen vor der Spitze eingedrückten Vorderrand
der Vorderflügel und keinen so lang gefranzten Hinterleib hat.
Grösse einer mittlern Pimpinellae 2. Rückenschild und Kopf
bräunlich-grau, dunkler bestäubt, am Kragenrand und an den
Enden der Schulterdecken heller. Fühler bräunlich-grau; Wur-
zelglied schwarzbraun, am Ende und in einem Längsstrich der
Unterseite weisslich. Gesicht an der Seite braun, und hier oben
und unten mit einem eckigen gelblichen Punkt. Taster so lang
wie Kopf und Rückenschild zusammen, an der Wurzel gelbweiss-
lich beschuppt; 2tes Glied ziemlich stark und gleichmässig ver-
dickt, braungrau, braun bestäubt, innen hellgrau; Endglied über
halb so lang, zusammengedrückt, aussen schwärzlich bestäubt,
innen an der Wurzel schwarz, dann hellgrau, endlich vor der
weissen Spitze mit einem schwarzen Fleck. Rüssel gelbweiss-
lich beschuppt. Beine schmutzig gelblich-weiss, braun bestäubt;
die vordern an Schiene und Fuss, die mitllern nur an der Schiene
röthlich angeflogen; Hinterschenkel ausser am Endviertel dicht
schwarz beschuppt. Hinterleib lang und breit, dunkel braungrau,
mit langen, gelbweisslichen, seitlichen Haarbüscheln gefranzt; After-
busch braungrau, an der Seite und am Ende gelbweisslich; Bauch
gelbweisslich, an jeder Seite mit einer Reihe verloschner schwar-
zer Flecke.
Vorderflügel 4° lang, gestreckt, hinten ganz abgerundet,
am Vorderrand vor der Spitze schwach eingedrückt, braungrau,
röthlich schimmernd, Innenrand ziemlich breit schwarz; die Falte
ist schwarz, mit einzelnen hellgrauen Schuppen; ebenso ist eine
aus der Basis kommende und dort verdickte Linie längs der
Medianader; alle diese schwarzen Zeichnungen treten erst unter
der Loupe deutlich hervor und geben der Fläche für das blosse
Auge ein dunkleres Ansehen, als sie wirklich hat. Der Vorder-
rand ist bis zur Subcostalader weisslich-grau bestäubt, doch an
der Wurzel und hinter der Mitte am lichtesten, von wo ein
lichter Streif querüber geht und einen sehr unvollständigen, kaum
erkennbaren rechten Winkel bildet, dessen oberer längerer
Schenkel der helle Staub des Vorderrandes ist. Diesen längern
Schenkel durchschneiden 2 schwarze Linien, die zwischen den
Aesten der Subcostalader liegen und am Anfange verdickt sind;
ihre Enden schliessen sich oben an die Querreihe schwarzer,
298
ziemlich dicker, verflossener Längsstriche, die den: Raum: zwi-
schen dem untern Schenkel des Winkels und dem Hinterrand
füllen. Die Franzen sind hell röthlich-grau, an der Wurzelhälfte
braun bestäubt und am Hinterrande mit einer wunordentlichen
Reihe weissgrauer Stäubchen umzogen. I
Hinterflügel mit stumpferer und mehr abgerundeier Spitze
als bei allen mir bekannten Arten, mit deutlicher Einbiegung vor
der Mitte des Hinterrandes, grau, an der Spitze am dunkelsten,
gegen die Wurzel fast ins Weissliche gelichtet. Franzen hell-
grau, nahe der Wurzel mit hellbrauner Linie, dann mit dunkel-
grauem, breitem, verloschenem Schatten durchzogen.
Unterseite der Vorderflügel hellgrau; Franzen gelblich-grau,
aussen dunkelgrau, röthlich schimmernd. Hinterflügel noch heller,
am Vorderrand gelblich, in der Spitze dunkelbraun bestäubt und
mit einer Reihe schwarzer Staubstrichelchen am Rande. Franzen
wie an. den Vorderflügeln, doch ohne röthlichen Schimmer.
Vaterland: die Schweiz. .Der Herr Bürgermeister o.,Heyden
fand im August 1847 auf dem Faulhorn,. der Grimsel und. dem
Col de Balme Puppen unter Steinen, aus denen sich jedoch nur
das eine oben beschriebene weibliche Exemplar zu Anfang Sep-
tembers entwickelte.
Die gelbbraune Puppe hat Aehnlichkeit mit der von Thap-
siella, ist aber etwas kleiner und glänzender, mit dunkleren Flü-
gelscheiden. _Die kleine, stumpfe Schwanzspitze hat am: Ende
ein paar sehr kleine, abwärts gerichtete Hakenborsien, und die
Analgegend darunter ist mit mehrern zerstreuten, ebenfalls ab-
wärts gerichteten Hakenborsten bekleidet,
45. Pimpinellae Z.
Capite ac thorace rufo-griseis, palporum articulo terminali nigro-
bicincto; alis ant. apice rotundato rufo-fusceescenlibus costa
rubescente, linea disci longitudinali pulvere exalbido in
2 —3 striolas nigras divisa.
Depressaria pimpinellae Isis 1839, S. 195. 20. 1846, S. 282. — Ent,
Zıig. XIV. (1853) S. 84, 12. — v. Tiedemann Pr. Provinzialbl. 1845,
S. 536. 11, — Schles. Schmtauschbl. III. (1842) p: 17. IV (1843),
p: 18. VII (1845) p. 8. VIII (1846) p. 13. — Stainton Cat. p. 17. 25,
— Companion ed. 1. p. 15, 56, 59, 64. ed. 2. p. 12, 44, 48, 77, 79,
— Transact, V p. 164. 385. — Tin. brit. p. 95 26. — Cat. of brit.
299
Microl, p- 62. 26. — Tengström Finl. Fjäril. p- 123. 9 — Reutti
Beitr, 187, 41.
Tinea pimpinella HS. tab. 61. fıg. 439.
* Anacampsis pimpinella Dup, Suppl. IV. p. 424. pl. 84. fig. 4.
? Depress, characterosa (the lesser Flat-body): alıs griseis subnebu-
losis, costa rosea, nota? nigra interrupta media. Haw. Lep. brit.
II. p. 511, 18 (sec. Stainton). — Steph. Cat. 7163, — Illustr.
IV. p. 199. 7.
Haemylis pulverella: alae ant. fusco rubricosae, longitudinaliter fusco-
substriatae, costa aeque ac thorax et caput saepe dilute rubricosa;
posticae nigricantes, bası dilutiores. Eversm. Fn. Volg. 568. 1.
Depress. libanotidella Reutti Beitr. S. 187, 46.
Von Depressella leicht durch grauröthlichen Kopf und Rük-
kenschild, 2ringlige Taster, schwarzfleckige, weniger lebhaft
rothe Vorderflügel zu unterscheiden, kommt sie nach den Kenn-
zeichen der Diagnose der Libanotidella am nächsten. Wäh-
rend sie aber zu den kleinern Arten des Genus gehört, ist Liba-
notidella eine der grössten und hat viel gestrecktere, am Vor-
derrande heller röthliche und stets mit weisslicher, weniger spitz-
winklig gebrochner Querlinie versehene Vorderflügel; auch sind
ihre Hinterflügel heller. Die im Flügelbau ähnliche Badiella
gehört gleichfalls zu den grössern Arten und entbehrt so wie
manche helle, kleine Exemplare der Veneficella des röthlichen
Vorderllügelrandes.
In der Grösse meist unter Assimilella, fast immer über De-
pressella.. Kopf und Thorax schmutzig grauröthlich oder hell
bräunlich-roth. Fühler bräunlich, am Wurzelgliede und an der
ganzen Geissel unten mit gelblicher Linie. Taster länger als
der Thorax, innen bleich; das 2te Glied an den letzten 3 stark
und gleichmässig durch die Beschuppung erweitert, diese. am
Ende, besonders an der Innenseite dunkel rosenroth, aussen etwas
bräunlich bestäubt; Endglied halb so lang wie das 2te Glied,
röthlich, an der Wurzel und vor der ganz hellen Spitze mit
schwarzem Ringe. Saugrüssel kurz, weisslich beschuppt. Beine
schmutzig bleichgelb, aussen braun angelaufen, an den 4 vordern
Schienen roth gemischt, an der Hinterschiene nur staubig gelblich;
die Fussglieder, mit Ausnahme des 4ten vordern, am Ende gelb-
lich. — Hinterleib grau, gelblich gerandet,' Bauch mit gelblicher;
breiter Mittelstrieme, sonst grau staubig und jederseits mit schwar-
zer, nach hinten gelichteter Fleckensirieme.
300
Vorderflügel 43 —3%‘ lang, ziemlich gestreckt, an der
Spitze sehr abgerundet und mit sehr convexem Hinterrande,
rothbraun, auf der Innenrandhälfte mit braunen und weissgelb-
lichen länglichen Schüppchen bestreut, längs des Vorderrandes
in veränderlicher Breite und Lebhaftigkeit rothsteinfarbig. Ein
Wurzelfeldchen fehlt ganz; der Innenrand ist an der Wurzel in
einer dünnen Linie gelblich, die durch Braun oder Schwarzbraun
einwärts gerandet ist. In der Flügelmitte, längs der Medianader,
liegt eine dicke schwarzbraune Linie, die durch weissgelblichen
Staub siellenweise verdeckt und gewöhnlich in 3 kurze Längs-
striche zerlegt wird. Auch die Flügelfalte trägt oft in der Mitte
einen schwarzen, weissgelblich bestäubten Längsstreif. In der
Mitte zwischen der schwarzen Mittellinie und dem Hinterrande
ist meist ein spitzer, aus weissgelblichem Staube gebildeter Win-
kel, dessen unterer Schenkel selten etwas gegen den Innenrand
verlängert ist. Am Hinterrande sind undeutliche schwarze Punkte,
an den Enden der bisweilen schwarz bestäubten Adern. Fran-
zen aussen grau, vor der Mitte mit einer schwärzlichen Staub-
linie durchzogen.
Hinterflügel grau, nach hinten dunkler und mit dunkler Hin-
terrandlinie. .
Unterseite der Vorderflügel grau mit schmalem gelblichen
Vorderrande. Hinterflügel hellgrau, am Vorderrande und in der
Spitze dunkelgrau und gelblich bestäubt; die Hinterrandlinie vor
der Spitze schwärzlich, auf den Adern gelblich unterbrochen.
Vaterland: Das Casanische (Eversm.) — Finland (Teng-
ström!) — Lievland (Lienig!) — Preussen (v. Tiedemann!)
— Schlesien um Glogau — Sachsen bei Jena (Schläger!) —
Baden (Reutti!) — Frankfurt am Main (v. Heyden!) — Oest-
reich (Mann) — südliches England (Stainton).
Die Raupe: braungrau oder grünlich- dunkelgrau mit zwei
Dorsalreihen doppelter, und einer Seitenreihe einfacher, glänzend
schwarzer, weiss umzogener Warzen; Kopf, Prothorax, Vorder-
beine, Afterschild und Fleck am Nachschieber glänzend schwarz
— habe ich ausführlich in der Isis 1846 beschrieben. Sie lebt
im August und September in den Dolden der Pimpinella saxi-
fraga, sowohl im Schatten der Bäume und Gesträuche, als auch
an freien, der Sonne ausgesetzten Stellen, z. B. Ackerrainen,
Hohlwegen, Chausseegräben, immer aber in einiger Nähe von
301
Häusern und Zäunen, wahrscheinlich weil die Schabe sich gern
an diesen versteckt und daher beim Eierablegen die nächsten
Pflanzen zuerst besucht. Sie wohnt einsam in einem lichten weis-
sen Gewebe, welches sie zum grössern Theil zwischen den
Schirmstielen anlegt, so dass sie darin eine mehr senkrechte
Stellung hat. Ihre Verwandlung geschieht am Boden in einem
schwachen weissen, mit Schmutztheilen bedeckten Gespinnst. Die
Puppe ist gelbbraun oder schwarz, mit 8 Widerhäkchen an der
Afterspitze. Nach etwa 3 Wochen kriecht der Schmetterling aus,
der sich bei Tage zwischen Brettern, Balken, dürrem Gestrüpp
versteckt und nicht selten überwintert.
Anmerkung l. Stainton, auf dessen Autorität allein ich die Haworth-
sche Depress. characterosa als zweifelhaftes Synonym beifüge, obgleich Pimpi-
nellae nie auf den Vorderflügeln etwas einem Fragezeichen Aehnliches hat,
führt in den Transact. eine Var, & major, tarsis onınıbus externe ru’escenti-
bus auf, in der er eine möglicher WVeise eigene Art erblickt. \WVenn auch
Pimpinellae in der Grösse abändert, so habe ich doch nur die Schienen und
ausnahmsweise die vordern Tarsen bei ihr roth angeflogen gesehen. — Pul-
verella Zversm., bei Stainton als fraglich eitirt, scheint mir nicht zweifelhaft.
Anmerkung 2, Libanotidella Zeutti habe ich selbst geschen und
als sichere Pimpinellae erkannt,
44. Libanotidella Schlg.
Major, thorace et capite rufescenti-griseis, palporum articulo
terminali nigro-bicincto ; alis ant. elongatis,' apice rotun-
dato, fuscescentibus, costa rubricante, linea media pallide
pulverulenta puncto majusculo nigro terminata, margine
poslico nigro-punctato.
Depress. libanotidella Schlg. lepid. Tauschverein (1849) S. 44. — Her-
rich-Schff. tab, 59. fig. 423. 424.
Am ähnlichsten in der Färbung der Depr. pimpinellae,
verschieden durch die sehr beträchtliche Grösse, die gestrecktern
Vorderflügel, die deutliche, aus hellem Staube gebildete Querlinie,
‚die deutliche Reihe schwarzer Punkte am Hinterrande, die weiss-
lichern Hinterflügel. Der geröthete Vorderrand der Vorderflügel
unterscheidet sie von den übrigen verwandten Arten: Badiella,
Veneficella, Heracliana.
Grösse etwas unter Heracliana; bei der Zucht kommen durch
Futtermangel auch kleine Exemplare zum Vorschein, doch sah ich
keins, das so klein wie meine grösste Pimpinellae war, wie sie
302
aber doch nach Schläger vorkommen. Rückenschild und Kopf
grauröthlich, im Gesicht nach unten heller. Fühler an der gan-
zen Unterseite mehr oder weniger hell, bis ins Röthlich- gelbe,
auf dem Rücken röthlich-braun, am Wüurzelgliede schwarzbraun.
Taster länger als der Thorax, innen bleich gelblich; das 2te Glied
fast der ganzen Länge nach stark und gleichmässig durch die
Beschuppung verdickt, aussen und an deren Ende oft sehr reich-
lich braun bestäubt; Endglied über halb so lang, an der Wurzel
und vor der Spitze mit je einem breiten schwarzen Gürtel, an
der feinen Spitze weisslich. Beine bleich gelblich, die 4 vor--
dern aussen stark braun bestäubt, an den Schienen geröthet und
an den dunklern Tarsengliedern, mit Ausnahme des vierten am
‚Vorderbein, mit weisslichen Enden; Hinterbeine aussen nur schwach
bestäubt, an den Tarsen bräunlich, mit hellen Gliederenden. Hin-
terleib grau, mit gelblichen Seitenhaaren und solchem Afterbusch;
Bauch gelblich, an jeder Seite mit einer mehr oder weniger in
Flecke aufgelösten, nach hinten verblassenden schwarzen Strieme.
Vorderflügel 55 — 43‘ lang, sehr gestreckt mit abgerun-
detem Vorderwinkel und sehr convexem Hinterrande, braun mit
hell rothsteinfarbenem, mehr oder weniger lebhaftem Vorderrand-
drittel der Flügelbreite, welche Farbe sich gegen die Wurzel auf
einen schmalern Raum beschränkt. Der braune Raum ist reich-
lich mit schwarzen und bleich gelblichen Schuppen bestreut; ge-
gen die Wurzel nehmen die erstern überhand und füllen den
Winkel zwischen der Subcostalader und der schmalen bleich gelb-
lichen Innenrandlinie. Wurzel des Vorderrandes mit einem schwar-
zen verfliessenden Punkt. In der Mittelzelle ist ein dicker, aus
bleich gelblichen gestreckten Schuppen gebildeter Längsstrich, wel-
cher bei genauerer Betrachtung nur die Decke eines schwarzen
Strichs ist, der entweder durch Abfliegen der gelblichen Schup-
pen oder auch durch Variiren stückweise oder bisweilen in einem
schmalen Strich, fast nie aber in so deutlichen 3 Stücken wie bei
Pimpinellae hervortritt und immer durch einen schwarzen, star-
ken, fleckartigen Queraderpunkt endigt. In einiger Entfernung
hinter diesem ist der aus bleich gelblichem Staube gebildete
Querstreif; er ist über der halben Flügelbreite zu einem Winkel
von etwa 70° gebrochen, dessen unterer breiterer Schenkel fast
den Innenrand erreicht, der obere in der röthlichen Vorderrand-
färbung verschwindet. Hinter ihm ist ein dunkler Schatten, worin
303
die Adern mehr oder weniger deutliche schwarze Linien bilden;
darauf folgt bis zum Hinterrand ein diesen begleitender Schatten
aus bleich gelblichen Schuppen. Der Hinterrand trägt eine Reihe
schwarzer, theilweise eckiger Punkte von verschiedener Grösse
und Deutlichkeit. Franzen hell röthlich-grau, auf der Innenhälfte
schwärzlich bestäubt.
Hinterflügel hellgrau, nach hinten etwas dunkler, mit dunk-
lerer Hinterrandlinie. Franzen trübgrau, nahe der Wurzel mit
dunkler Schattenlinie.
Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande gelblich
bestäubt. Hinterrandfranzen an der Wurzel graugelblich, aussen
bräunlich- grau. Hinterflügel sehr hellgrau, am Vorderrand und
in der Spitze gelblich bestäubt. Hinterrandlinie um die Spitze
schwarz, auf den Adern hellgelb unterbrochen.
Vaterland: die Gegenden von Jena (Schläger!) und von
Wien (Mann!). Die Raupe lebt an Athamanta libanotis im Juli
und August, anfangs in den Blättern, die sie zu Röhren zusam-
menzieht, welche sie mit Seide fultert, später unter den durch
Seide zusammengezogenen Dolden in einer an beiden Enden offe-
nen Seidenröhre. Bisweilen wohnen 6—8 Raupen in einer Dolde.
Die Raupe wird bis einen Zoll lang, ist dunkel, grünlich-
schwarzgrau und der von Pimpinellae ähnlich. Kopf glänzend
schwarz, mit einzelnen Borstenhärchen; Nackenschild glänzend
schwarz, mit feiner grünlich-grauer Längslinie durch die Mitte.
Der Meso- und der Metathorax haben diese Linie verloschen
fortgesetzt und zu jeder Seite derselben erst eine kleine schwarze
Warze, darunter eine grosse, und etwas nach vorn darunter eine
noch etwas grössere. An den folgenden Ringen stehen an der
Seite des Rückens 3 schwarze Warzen im Dreieck; dicht unter
der 2ten über dem Seitenwulst ist das schwarze Stigma. Der
Seitenwulst hat am Anfange des Ringes eine schwarze Warze,
und unter ihm steht am Ende des Ringes noch eine grosse Warze,
Alle diese Warzen sind weisslich umzogen und jede ist mit einer
dunklen Borsie versehen. Afterschild schwarz mit einzelnen Haa-
ren. Vorderfüsse schwarz, an den Absätzen der Glieder mit
srünlich - weissem Endringe. Bauchfüsse an der Wurzel mit
schwarzem, glänzendem, länglich-dreieckigem Warzenfleck, und
über dem mit vollständigem Hakenkranz versehenen Fusse mit
einem schwarzen Fleck, so dass sie dem blossen Auge schwarz
304
erscheinen. Auch die Nachschieber führen einen schwarzen Sei-
tenfleck. Zwischen den Brustfüssen hat jeder Ring 2 schwarze
Wärzchen; diese werden grösser am Bauche jedes folgenden
fusslosen Ringes, wieder kleiner an jedem folgenden. In der
Jugend ist die Raupe fast schwarz; sie wird je älter desto lichter.
Zur Verpuppung sucht sie eine geeignete Stelle unter den
niederliegenden Blättern der Futterpflanze oder im Steingeröll;
selten bleibt sie in der Dolde. In der Gefangenschaft legt sie
in einem dunklen Winkel ein dünnes weissliches Gespinnst an.
— Die Puppe ist röthlich-braun mit dunkelbraunen Flügelschei-
den, am Uremaster mit 6 Widerhäkchen, an beiden Seiten des
mit einer Längsfurche versehenen Afterendes mit 6— 8 kleinen
Hakenborsten. — Der Schmetterling erscheint von Ende August
bis Mitte September. (Alles nach Schläger.)
Anmerkung. Libanotidella Zeutti gehört zu Pimpinellae,
45. Veneficella Z.
Major; palporum articulo terminali fusco-bicineto; alis ant. elon-
gatıs obscure brunneo-griseis, linea disci nigra longitudi-
nali partim pallido-squamata, lineolis nigris radiantibus post
strigam pallidam obsoletam acute fractam.
Depress. veneficella Z. Isıs 1847, S. 842. 391. — Stainton Transact,
V, p. 168. 46.
— veneneficella Herrich-Schff. tab. 59. fig. 422.
Sie kommt in der Flügelgestalt und Zeichnung der Libano-
tidella am nächsten, hat aber die Vorderflügel noch gestreckter
und entbehrt der hellen röthlichen Färbung längs des Vorderran-
des. In der Färbung der Vorderflügel ist sie der Badiella am
ähnlichsten, von der sie sich aber durch viel schmalere und ge-
strecktere Vorderflügel unterscheidet. Dadurch weicht sie auch
von Cervicella ab, die überdies an dem von der Basis ausge-
henden zersplitterten schwarzen Längsstreifen und den schwar-
zen, in den Vorderwinkel und den Hinterrand ausgehenden Li-
nien sichere Merkmale hat.
Grösse von Heracliana und Libanotidella. Rückenschild und
Kopf hell röthlich-braun oder hell gelblich-braun, ins Staubgraue;
ersterer vorn etwas verdunkelt; Gesicht fahl gelblich. Fühler
röthlich- oder gelblich-braun mit hellern Anfängen der Glieder,
an der Unterseite auch des dunkelbraunen Wurzelgliedes fahl-
305
gelblich. Taster länger als der Thorax; das 2te Glied innen
bleich gelblich, aussen und an der starken, durch die Schuppen
hervorgebrachten, fast in der ganzen Länge gleichmässigen Ver-
dickung dunkel rothbräunlich; Endglied kürzer als das halbe 2te
Glied, dünn, bleich gelblich, an der Wurzel und in einem brei-
ten schiefen Gürtel schwarzbraun, an der feinen Spitze blass
gelblich. Beine bleichgelb, auf der Lichtseite bräunlich, an den
4 vordern Schienen schwach geröthet, an den 4 vordern Tarsen
schwarzbraun mit gelblichen Gliederenden; das Ate Vorderfuss-
'glied ganz schwarz. Hinterschienen aussen schwach bestäubt;
Hinterfüsse wie die Mittelfüsse, nur viel heller. Hinterleib grau,
an der Seite mit langen fahlgelben Haarbüscheln gefranzt; After-
busch etwas grauer. Bauch gelblich, zu jeder Seite mit breitem,
aus dunkelgrauen Stäubchen zusammengesetziem, nach hinten hel-
lerem und schmalerem Streif.
Vorderflügel 6—44 lang, schr gestreckt, hinten erweitert,
mit sehr abgerundetem Vorderwinkel und sehr convexem Hinter-
rand, hell röthlich- oder gelblich-braun, längs des Vorderrandes
etwas lichter, mit zerstreuten bleich gelblichen und schwarzen
Stäubchen und schwarzen oder schwarzbraunen Flecken. Ein
solches Fleckchen liegt an der Basis an der schmalen gelblichen,
kurzen, von der Basis ausgehenden Innenrandlinie. Einzelne
solche Wische liegen noch am Anfange der Mittelzelle, in der
Falte und gegen den Innenwinkel. Eine schwarze Längslinie liegt
in der Mittelzelle an der Medianader; sie ist mehr oder weniger
mit gelblichen gestreckten Schuppen verdeckt, und nur ihr Ende
ist als eine kurze längliche Linie oder als länglicher starker Punkt
der Querader schwarz. Unter und über diesem Queraderstrich
liegen noch ein paar mit ihm parallele schwärzliche oder schwarze
Längsstriche, viel weniger auffallend als bei der hellern Hera-
cliana. Hierauf folgt der zu einem spitzen Winkel gebrochene,
sehr verloschene, aus hellerer Grundfarbe und gelblichen Schup-
pen gebildete Querstreif, dessen oberer Schenkel weniger wei-
ter gegen den Vorderrand verfolgt werden kann, als der untere
gegen den Innenwinkel. Hinter ihm bilden die Adern schwarze
Längslinien von verschiedener Länge, worauf nach hellerer Be-
stäubung oder doch hellerem Grunde schwarze, eckige, mehr oder
weniger scharfe Hinterrandpunkte folgen. Franzen aussen heller
als die Grundfarbe.
IX. 20
306
Hinterflügel hellgrau, hinten dunkler und mit dunkler Hinter-
randlinie. Franzen staubgrau, nahe der Wurzel mit dunklerer
Schaltenlinie.
Unterseite grau, mit gelblichem Vorderrande und gelblicher
Wurzellinie der heller grauen, aussen etwas verdunkelten Fran-
zen. Hinterflügel weissgrau, am Vorderrand und in der Spitze
mit braunen und gelblichen Stäubchen bestreut. Der Hinterrand
ist um die Spitze mit 6 kurzen schwärzlichen Strichen gezeich-
net. Franzen gelblich-grau, gegen die Flügelspitze grau.
| Vaterland: Syracus, der Aelna und wahrscheinlich überall,
wo die Futterpflanze Thapsia garganica wächst. Die Raupe: blass-
grün, am Rücken röthlich mit 3 dunklern verloschenen Rücken-
linien, deren mittelste die deutlichste ist, mit glänzendem Nacken-
und Afterschild und gelbbraunem, obenauf schwarzbraunem Kopf
— lebt an der Thapsia gesellig in der ungeöffneten Dolde, im
April und Mai bis zum Juni hin. Sie verpuppt sich unter abge-
fallenen Blättern in schwachem Gespinnst. Die Schmellerlinge
entwickelten sich vom 20. Mai bis zum 5. Juni. Im Juni fand
ich einen an der Erde unter verdorrien Thapsiapflanzen. Aus-
führlicheres s. Isis a. a. O.
46. Badiella Hübn.
Major, capite ac ihorace griseis, fusco -pulverulenlis, palporum
arliculo terminali nigro-bicineto; alis ant. elongatis (2 bre-
vioribus) rolundalis fuscescenti-badiis canescenti-pulveru-
lentis, puncio venae transversae majore punclisque mar-
ginis poslici nigris.
Tinea badiella Hübn. fig. 92. Texı S. 39. 3.
Pinaris — Hübn. Cat. All. 3965,
ilaemylis —: alis ant, fusco-corticeis, atomis albis, puncto medio obsoleto
venisque nigrisz; posticis griseis Ir. X, 3. 180 u. 279. — Erversmann
Faun, Volg. 568, 3.
Depressaria — Z. Isis 1839, S. 196. 24. 1846, S. 284. 15. — Schles.
Schmtauschbl. III (1842), 17, IV (1843), 18, VII (1845), 9. —
v. Tiedemann Pr. Provinzialbl. 1845, S. 536. 15. — Richter Enı.
Zug. Xl (1850), S. 27, Mann ib. S. 150. 117. — Stainton Cat. 33.
— Companion cd, 1. p. 15, 59. ed. 2. p. 12, 44. — Transact. V.
p« 168. 44. — Tin. brit, 99, 35. — Cat. of brit. Microl. 64, 35.
— Herrich-Schff. ıab. 61. fig. 447, |
Haemylis pastinacella Dup, Hist. VII. pl, 291. fig. 5.
307
® Depress. badiella, alis ant. fuscis, lineolis sparsis numerosis saturatioribns,
postieis fuscis Steph. Illustr, IV. p. 198, 6. (Secund. Staint.)
Von Thapsiella durch viel dunklere und kürzere Vorder-
flügel mit weniger spitzem Winkel des hellstaubigen Querstreifs,
von Libanotidella durch den Mangel eines röthlichen Vorder-
randes derselben Flügel, von Heracliana durch die viel dunk-
lere Färbung verschieden, kommt sie der Altaica am nächsten,
welche aber auch heller ist und auf den mehr mit Staubgrau ge-
färbten Vorderflügeln schwarze dünne Längsstriche hat, welche
in die Hinterrandfranzen auslaufen, ohne durch schwarze Punkte
beendigi zu werden. Solche Striche, aber viel schärfer, dunkler
und länger, hat auch Gervicella, welche ausserdem einen dik-
ken schwarzen, aus der Wurzel entspringenden Mittelstrich zeigt.
Grösse etwas unter der von Libanotidella, wie von einer
kleinen Heracliana. Rückenschild und Kopf staubgrau, mehr oder
weniger braun bestäubt, besonders auf der Schulterdeckenwurzel.
Fühler bräunlich, am Wurzelgliede schwarzbraun, an der ganzen
Unterseite bleich gelblich. Taster länger als der Thorax; das
2te Glied braun ausser an der Innenseite des Rückens, stark
durch Beschuppung erweitert, am meisten am Anfange; Endglied
halb so lang, spitz, an der Wurzel und in einem schiefen Ringe
vor der weisslichen Spitze schwarz, in der Mitte gelblich. Saug-
rüssel kurz, weissgelblich beschuppt. Beine bleichgelb, aussen
braun, am hellsten die hintern; Füsse mit hellen Gliederenden, nur
das 4te Vorderfussglied ganz braun. — Hinterleib bräunlich-grau,
heller gefranzt; Bauch fahlgelblich, bräunlich bestäubt, an den
Seiten am dichtesten.
Vorderfllügel 53—43‘ lang, ziemlich gestreckt, doch weni-
ger als bei Libanotidella, beim 9 mehr als beim 2, hinten er-
weitert, mit stark abgerundetem Vorderwinkel und sehr convexem
Hinterrand, ziemlich dunkel röthlich- oder gelblich-braun, mit
sehr veränderlicher Reichlichkeit grauweisser Stäubchen, die im
Allgemeinen am reichlichsten längs des Vorderrandes liegen. Die
schwarzen oder schwarzbraunen Zeichnungen sind wenig deut-
lich; am meisten nimmt sich ein Punkt auf der Querader aus.
Vor ihm liegen längs der Medianader helle Stäubcehen, die jedoch
keine schwarze Längslinie verdecken, obgleich am Anfange der
Mittelzelle öfters ein undeutliches Fleckchen in dieser Farbe sich
zeigt. Am Innenrande nahe der Wurzel ist dicht an der schma-
308
Ien gelblichen, aus der Basis kommenden Innenrandlinie ein grös-
screr undeullicher Fleck. Näher dem Queraderpunkt als dem
Hinterrande geht der undeutliche, aus weissgrauen Stäubchen ge-
bildete, über der Mitte spitzwinklig gebrochene Querstreif, oft
sehr wenig zu bemerken und gegen den Vorderrand weniger
weit zu verfolgen als gegen den Innenrand. Hinter ihm sind
einige Adern schwärzlich gefärbt, mehrere von weisslichem Staube
begleitet. Der Hinterrand hat eine meist recht deutliche, bis auf
den Vorderrand forligeseizie Reihe schwarzer, grober Punkte.
Franzen aussen heller, ins Graue.
Hinterflügel ziemlich hellgrau, hinten dunkler. Franzen nahe
an der Wurzel mit grauer Schallenlinie, gegen die Flügelspitze
verdunkelt.
Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, am Vorderrande hel-
ler bestäubt. Hinterflügel hellgrau, am Vorderrand und in der
Spitze gelblich und dunkelgrau staubig;; Hinterrandlinie um die
Spitze braun, auf den Adern gelblich unterbrochen.
Vaterland: Das Casanische (Eversmann) — Lievland (Lie-
nig!) — Preussen bei Danzig (v. Tiedemann!) — in Deulsch-
land: bei Glogau (Z.), Dessau (Richter), Augsburg (Il.), Wien
(Tr.), Frankfurt am Main (Schmid!) — Frankreich (Dup.) —
Toscana (Mann) — England (Stainton! Z.).
Sie bewohnt bei Glogau den trockenen lehmigen Hügelzug
im Süden der Stadt und erscheint Ende Juli und im August. Sie
sitzt an den Stämmen der Kiefern und Weiden versteckt, oft in
orossen Gesellschaften, so dass ich einst von ein paar Weiden,
die durch dichte, reich belaubte Zweige einen guten Schutz bo-
ten, über 50 Exemplare abklopfte, welche nicht alle auf einmal
abflogen, sondern nach jeder Erschülterung des Stammes uur zu
2 bis 3. In England klopfte ich mit Herrn Douglas mehrere
Exemplare aus Wachholderbüschen bei Mickleham in der End-
hälfte des Juli.
Anmerkung 1. Hübner’s Abbildung hat zu wenig abgerundete Vor-
derflügel mit undeutlichen Hinterrandpunkten und eine unrichtige Färbung
der Hinterflügel, gehört aber zu den am wenigsten bestäubten, vielleicht etwas
abgeflogenen Exemplaren, Herrich’s Bild, obgleich in der Gestalt richtig,
scheint mir die Art viel weniger kenntlich zu machen. Die in den Hinter-
vand- auslaufenden Adern sind alle in ansehnlicher Länge schwarz, und in der
Mittelzelle sind drei schwarze gerundete Fleckchen mit weissen Pupillen, wie
.309
ich sie an keinem Exemplar sehe; weisslicher Staub zeigt sich weiter nırgends.
Dennoch bezweifle ich nicht, dass unsere Badiella dargestellt ıst,
Anmerkung 2. Depress. apicella Steph. Ulustr. IV. 198 (alıs anı.
rulo-fuscescentibus, siriis interruptis nigris, atomis albo-cinerascentibus, posti-
cis cinereis. 10. Vorderflügel röthlich-braun mit zahlreichen undeutlichen,
unterbrochenen, schwärzlichen Strichen und kleinen weissgrauen Atomen; eine
düstere Wolke an der Basis des Vorderrandes und eine zweite gegen die
Basis des Innenrandes; Hinterflügel aschgrau, mit dunkler Spitze; Franzen
ochergelblich) wurde von Stainton in den Transactions als sicheres Synonym
zu Badiella gestellt, steht aber jetzt in dem Cat. of brit, Microl. als frag-
liches Synonym bei Depress. nervosa, wahrscheinlich weil auch die Ste-
phens’sche Sammlung keine sichere Auskunft gewährt,
4%. Altaica n. sp.
Magna, palporum articulo terminali Q nigro-bieincto; alis ant.
elongatis, apice rotundato, fuscescenti-cinereis, venis in
apicem ei marginem poslicum excurrenlibus nigris. (2 S
1 2 Mus. Lederer.)
Am nächsten der Badiella, viel grösser, auf den Vorder-
flügeln viel heller, nämlich bräunlich-grau, fast ohne Spuren von
schwarzen Zeichnungen in der Mittelzelle, ohne Hinterrandpunkte,
dagegen mit viel vollständigern schwarzen, in die Ränder aus-
laufenden Adern. Discipunctella ist viel kleiner, hat schma-
lere gelblichere Vorderflügel und entbehrt der schwarzen Adern,
wofür sie deutliche schwarze Zeichnungen in der Mittelzelle besitzt.
In der Grösse wie Heracliana. Kopf und Rückenschild trüb-
grau, letzteres vorn etwas dunkler. Gesicht hell. Fühler dun-
kelgrau, am Wurzelgliede etwas dunkler, an der ganzen Unter-
seite gelblich. Taster länger als der Thorax, gelblich-grau, das
2te Glied durch sehr verlängerte Schuppen, die jedoch nach vorn
merklich kürzer werden, stark verdickt, aussen und an den En-
den der Schuppen braungrau bestäubt; Endglied länger als das
halbe 2te Glied, feinspitzig, beim Männchen an der Wurzel ohne
oder mit wenigen schwarzen Schuppen, beim Weibchen mit
schwarzem Ring; in der Mitte bei beiden Geschlechtern mit sol-
chem Ringe, der beim Weibchen breiter ist und auf der Schneide
mit dem Wurzelringe zusammenfliesst; Spitze in beträchtlicherer
Ausdehnung als bei Badiella weissgelblich. Saugrüssel mittel-
mässig, gelblich beschuppt. Beine bleich gelblich, die Vorder-
beine aussen am dunkelsten grau bestäubl, an den Tarsen braun
310
mit hellen Gliederenden; das Ate Glied ist bei einem Männchen
in grösserer Ausdehnung gelblich als die andern. — Hinterleib
gelblich-grau, an den Seiten reichlich haarig gefranzt; Bauch hell-
gelblich, an den Seiten (des einen unverölten Männchens) kaum
merklich dunkler bestäubt.
Vorderflügel 63— 53 lang, gestreckt, beim Q etwas we-
niger, am Vorderwinkel stark abgerundet, am Hinterrande sehr
convex, dunkel gelbbräunlich-grau, an der aus der Wurzel kom-
menden kurzen gelblichen Innenrandlinie mit einem schwärzlichen
Wischfleck. In der Mittelzelle liegt an der Medianader ein aus
langen Schuppen gebildeter Strich, aus welchem beim. Weibchen
am Anfange ein schwarzer Punkt, also auf $ der Flügellänge,
und in beiden Geschlechtern hier und da ein schwarzes Längs-
strichlein hervorsieht. Von dem gebrochenen hellen Querstreifen
ist nur beim Weibchen eine sehr unkenntliche Spur vorhanden.
Die in den Vorderrand vor der Spitze und in den Hinterrand
mündenden Adern sind, in halber Länge von der Querader an
gerechnet, von ziemlich dünnen schwarzen Längslinien begleitet,
welche sich auf der verdunkelten Wurzelhälfte der Franzen ver-
lieren. Diese sind staubgrau, an der Spitze etwas verdunkelt.
Hinterflügel bleichgrau, ziemlich stark glänzend mit dunkle-
rer Hinterrandlinie. Franzen staubgrau, an der Wurzel mit dunk-
lerer Schaltenlinie.
Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande ziemlich
breit, am Hinterrande in einer feinen Linie graugelblich; Hinter-
flügel heller grau, längs des gelblichen Vorderrandes bis in die
Spitze dunkler.
Vaterland: der Altai (Kindermann in Nit.).
48. Cervicella HS.
Palporum articulo terminali nigro-bicineto; alis ant. elongalıs,
poslice ampliatis, rotundatis, fuscescentibus, linea nigra
ex basi ultra medium producta, venis in apicem margi-
nemque exeunlibus nigris. (g' Q Mus. Caes. Vind.)
Üervicella H.-Schäff. tab, 60. fig. 431 A. 432 9.
Kleiner als Badiella, besonders das Weibchen, und durch die
dicke, zersplitterte, schwarze Mittellinie und die schwarzen, in den
Vorder- und Hinterrand auslaufenden Adern sehr ausgezeichnet.
s3ll
Kopf und Rückenschild gelblich-hell-braungrau, letzteres hin-
ten heller; Scheitel braun, Gesicht bleich gelblich. Fühler braun,
besonders am Wurzelglied, an der Unterseite gelbbräunlich, Ta-
ster länger als der Thorax; 2tes Glied innen bleichgelb, aussen
und an der starken, nach vorn sanft abnehmenden Erweiterung
durch die Schuppen dunkelbraun; Endglied halb so lang, bleich-
gelb, an der Wurzel und über der Mitte mit schwarzem Gürtel.
Beine aussen gebräunt, am dunkelsten die vordern, deren 3tes-
und 4tes Tarsenglied schwarzbraun sind; die übrigen Glieder am
Ende kaum heller. Hinterleib grau, an den Seiten fahlgelblich
gefranzt; Bauch (verölt), wie es scheint, zu jeder Seite mit einer
braunen Fleckenstrieme.
Vorderflügel des & 53‘ lang, hinten stark erweitert und am
Vorderwinkel ganz abgerundet, des 2 4° lang, hinten weniger
erweitert, bei beiden ziemlich gestreckt, beim g' angenehmer hell-
' braun als beim 2, wo sie lichter, mehr grau gemischt sind. An
der aus der Wurzel kommenden gelblichen, kurzen Innenrandlinie
ist ein schwarzer Fleck; eine schwarze Linie geht in der Falte von
der Wurzel aus bis + ihrer Länge; nahe an ihr fängt die schwarze
Längslinie an, welche in der Mittelzelle an der Medianader bis zur
Querader geht und in ihrer Mitte der Länge nach mit graubräun-
lichen langen Schuppen bekleidet iss — der Fleck und diese zwei
Linien bilden den aus der Basis kommenden, etwas verästelten
schwarzen Längsstrich, der beim Männchen schärfer ist als beim
Weibchen. Nahe an seinem Ende gehen 2—3 schwarze Striche
als Begleiter der Adern in den Vorderrand vor der Flügelspitze;
5 dergleichen Linien endigen in der Flügelspitze und dem Hin-
ierrande unter derselben, schärfer und länger beim JS als beim 9,
und die untersten länger als die obersten. Die Gegend des In-
nenwinkels hat keine solche Linien. Franzen wenig heller als
die Grundfarbe, beim S° mit dunklerm Mittelschatten.
Hinterflügel schmutzig weissgrau, nur in der Spitze elwas
dunkler und mit grauer Hinterrandlinie. Franzen staubgrau, um
den Innenwinkel sehr hell.
Unterseite der Vorderflügel bräunlich-grau, gegen den Vor-
derrand dunkler. Hinierfügel wie oben, längs des gelblichen
Vorderrandes und in der Spitze braungrau bestäubt. Franzen
um die Spitze am dunkelsten.
312
Nach Mann’s Nachricht wurden einige Exemplare um alte
Baumstämme in Steyermark auf dem Gahns, und ein Exemplar
zu Ende Aprils an Kiefern bei Rodaun in der Wiener Gegend
gefangen. |
Anmerkung, . Herrich’s Bilder sind zu hell, und der schwarze Mittel-
strich ist unnatürlich in der Mitte unterbrochen, so dass er zwei Paar Längs-
striche bildet, Der Fleck am Innenrande nächst der Basis fehlt ganz. Die
ın den Hinterrand auslaufenden Linien sind beim Männchen zu hellbraun.
49. Heracliana Deg.
(Fig. 9.)
Magna, palporum articulo terminali nigro-bicincto, alis ant. elon-
galis apice roiundato, coriaceis, puncto venae transversae
nigro ante lineolas nigras radiantes, punctis marginis poslici
nigris.
Phal. Tin. Heracliana (Phalene ä ailes croisees de laBerce) De Geer
11, 1. 294. -
Depress. Heracliana Z. Isis 1839. 305. — Stainton Tin. brit. 100, 37.
— Gat. of brit. Microl. 64. 37.
Depress. Heracleana: alıs ant. pallide griseis, lineolis disci approxi-
matis nigris strigaque angulata pallida Steph. Cat. 7156. — Illustr.
IV. 197. 1. — Z, Isis 1839, S. 196 25. — Stainton Cat. 35.
Suppl. 21. — Companion ed. 1. p. 15, 29, 46, 56, 59, 64. ed. 2. p.
12, 25, 44, 48, 76, 77. — Schles, Schmtauschbl. IV (1843), 18. VII
(1845) 9. — Richter Ent. Ztg. XII (1851) p- 27. — Tengström
Finl. Fjäril. p. 124. 10.
Pyralis Heracleana, Pirale de la Berce. Latreille Hist. Orust. XIV.
p- 246.
Phalaena Heraclei Retz Gen. Degeerii p. 45, 100.
Depressaria —, the Cow-Parsnip Flat-body, Haworth Lep, brit. IV, p.
505. 1.
Haemilis pastinacella, Hemilide du panais Dup. Hist. VII. p.153 pl.
291. fıg. 5, — Cat. 335.
Haemilis pastinacella: Bruand in Annal. Soc. Ent. 1844, p, 189, pl. Vi.
n.,1.B.a b.
Haemylis umbellella Zetterstedt Ins. lapp. 99.
? Pyralis umbellana Fabr. Ent. Syst. 3, b. p. 286, 177.
Eine der grössten Arten, durch ihre ledergelbe Grundfarbe
und die strahlenförmig auseinanderlaufenden schwarzen Linien
hinter dem schwarzen, oft mit hellen Schuppen bezeichneten
Queraderpunkt der Vorderflügel leicht kenntlich.
Rückenschild und Kopf ledergelb. Fühler bräunlich, auf der
untern Seite hell ledergelb. Taster länger als der Thorax; 2tes
313
Glied innen bleich gelblich, aussen und an der Schneide braun,
ziemlich stark durch die Beschuppung verdickt, nach vorn wenig
verdünnt; Endglied halb so lang, bleichgelb, an der Wurzel und
in einem breiten Gürtel über der Mitte schwarz. Rüssel mittel-
mässig lang, bleichgelb beschuppt. Beine bleichgelb, die 4
vordern aussen braun bestäubt; die 4 vordern Tarsen aussen
schwarz, die hintern bräunlich, alle mit hellen Enden der Glie-
der; nur an den Vordertarsen sind das 3te und das 4te Glied
ganz schwarz. Hinterleib grau, an den Seiten reichlich mit fahl-
gelben Haarbüscheln gefranzt; Afterbusch fahlgelb, in der Mitte
grau gemischt. Bauch bleichgelb, an jeder Seite mit schwarzer,
nach hinten verlöschender Fleckenstrieme.
Vorderflügel bis 64° lang, bei kärglich genährten Exemplaren
aber bis zu 43°’ reducirt, ziemlich gestreckt, beim Weibchen
kürzer, mit abgerundeter Spitze und sehr convexem Hinterrande,
bleich ledergelb, mit schwärzlichen Fleckchen bestreut, am dun-
kelsten zwischen der Falte und dem Innenrand, am hellsien an
der Mitte des Vorderrandes, in der Gegend vor dem Innenwin-
kel und in der gebrochnen Querlinie, welche in der Mitte zwi-
schen dem Queraderpunkt und dem Hinterrande liegt, in einen
spitzen Winkel gebrochen ist und die geraden Schenkel dieses
Winkels fast bis zu den Flügelrändern verfolgen lässt. An der
Flügelbasis an der kurzen, gelblichen Innenrandlinie ist ein
schwarzer Wisch, und in der Flügelfalte eine in der Mitte breit
unterbrochne, am Ende gabelig gespaltene solche Längslinie. In
der Mittelzelle zieht längs der Medianader eine aus gelblichen,
langen Schuppen gebildete Längslinie, aus welcher hier und da
ein schwarzer Längsstrich hervorblickt, und welche in dem
schwarzen Queraderpunkt endigt. Ueber und aus diesem selbst
gehen schwarze Längslinien strahlenartig auf dunkler Grundfarbe
auseinander; sie endigen an der hellen Querlinie und daher sind
die in den Winkel hinein reichenden die längsten. Am Hinter-
rand zieht sich eine Reihe starker, verlängerter schwarzer
Punkte bis in den Vorderrand. Etwas hinter der Mitte hat der
Vorderrand einen schwarzen Längsstrich, an welchem der obere
Schenkel der hellen Winkellinie endigt,
Hinterflügel hell gelblich-grau, gewöhnlich gegen die Spitze
dunkler grau. Franzen graugelblich, nahe der Wurzel mit grauer
Schattenlie.
314
Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande ver-
loschen gelblich, am Hinterrande mit verloschenen dunkelgrauen
Punkten. Hinterflügel noch heller als oben, am Vorderrand und
in der Spitze gelblich und grau bestäubt. Die Hinterrandlinie
ist um die Spitze durch die gelblichen Aderenden in kurze, ziem-
lich dicke, schwarzgraue Striche zerschnitten, an welchen sich
auch die Franzen verdunkeln.
Sie bewohnt mehrere Gegenden von Deutschland, Frankreich
(Bruand), England, Schweden (Zetterstedt!), und kommt bis
nach Finland hinauf vor. In Berlin und bei Glogau ist sie als
Raupe häufig.
Die Raupe, von Treitschke fälschlich zu Badiella gezogen,
„bläulich-grau mit schwarzem Kopf, Nackenschild und Brustfüssen
und starken schwarzen Borstenwarzen, an den Seiten und dem
Bauche hellgelb,* lebt an eiwas geschützten, selten an ganz
freien Stellen in den Blüthen der Pastinaca sativa und des Hera-
cleum sphondylium, in Finland in denen des Heracleum sibiricum
(Tengstr.), im Juli und August. Sie bewohnt einen ziemlich
grossen Raum, der zwischen den Blüthen und Früchten durch
weissliches Gespinnst gebildet wird, und verräth dadurch ihre
Gegenwart schon von weitem. Stets sind mehrere Raupen an
einer Pflanze, oft aber von sehr verschiedenem Alter. Zur Ver-
wandlung bohren sie sich an den Blatiachseln in den untern
Theil des Stengels eimer starken Pflanze und verpuppen sich in
einem lockern mit Marktheilchen überzogenen Gespinnst. Der
Schmetterling, der nach etwa 3 Wochen auskriecht, lebt sehr
verborgen und ist mir im Freien kaum jemals vorgekommen.
Von den erzogenen fand ich einzelne in kalten Kammern mitten
im Winter, zum Zeichen, dass sie ihn auch im Freien aushalten.
Anmerkung 1. Linne’s Heracleana (Faun. p. 347. 1334) ist sufolge
der Diagnose (elinguis recurvirostris, alis griseis puncto obsolete fusco,
thorace flavicante) sicher nicht die oben besehriebene; aber seine Raupe (ha-
bitat in umbellis Heraclei, quas quotannis devastat et involvit, sub metamor-
phosi demum caules penetrat) gehört eben so sicher zu dieser. Von Fabri-
cius®’ Pyr,Heracleana lässt sich ausser der aus Linne abgeschriebenen Notiz
über die Lebensweise, die Diagnose: alıs depressis griseis, antieis lineolis disci
approximatis nigris, gut auf Heracliana Deg. anwenden; aber die larva viridis
uigro punctata, lineis dorsalibus 3 obscurioribus ist eine fremde und gehört
vielleicht zu Chaerophylli. — Seine Umbellana (alis planis striatis griseis,
suaculis approximatis eimarginatis discı nigris) gewinnt durch den Zusatz:
315
paulo major P. Heracleanä (der dafür die Deutung der Heracleana F. wieder
erschwert) einen grössern Anschein, als ob sie unsere Heracliana bedeute; er
wird aber durch das sogleich folgende: obscurior wieder geschwächt und durch -
die larva viridis etc. fast aufgehoben, da diese jedenfalls einer andern Art an-
gehört. Linne’s und Fabricius’ und ihrer Abschreiber Namen werden also
am sichersten als nicht vorhanden angesehen,
Anmerkung 2. Zetterstedt’s Haem,. umbellella ist sicher unsere Art,
da ich 2 gute Exemplare von ihm mit diesem Namen erhielt; aber Daucus
carota als Futterpflanze ist nothwendig ein Irrthum.
Anmerkung 3. Duponchel stellt unter Haem. pastinacella pl. 291.
fig. 4 (2), 5 (SV) ohne Zweifel zwei Arten vor, von denen die eine, fig. 5,
nach einem aus dem nördlichen Frankreich erhaltenen Männchen geliefert,
offenbar Badiella ist. Die zweite erhielt er, zufolge des Textes S. 155, von
Fischer v. Röslerstamm als eine häufig aus der Pastinakraupe erzogene Art.
Das Bild ist für Heracliana zu röthlich (Text: d’un gris plus ou moins me&-
lange de rougeätre) und zeigt zu wenig schwarze Längsstriche, die winklige
helle Querbinde in falscher Gestalt und den dunkeln Raum dahinter zu schmal,
Dem Text nach (avec des stries noires longitudinales interrompues, corre-
spondantes aux nervures, et se terminant ä l’extremit€ de l’aile par autant
de petits points) sollen aber ınehr Längsstriche da sein, Der Hauptfehler
kommt daher, dass die strahlenden Linien hinter dem Queraderpunkt zu sehr
an einander gedrängt und ausser zweien zu sehr verkürzt sind. Eben diese
zwei langen, aus dem Queraderpunkt hervorgehenden Längslinien sind das
sicherste Zeichen, dass Heracliana wirklich vorgestellt ıst, und dass Disci-
punctella MS. (wofür Stainton das Bild ansieht), die dieser Gabel und
der sie umgebenden Striche der Figur, sowie auch der zwei an der Mitte
der Falte abgebildeten Längsstriche gänzlich entbehrt, nicht das Original sein
konnte, eine Art, die sowohl FR. wie Dup. für sehr verschieden von Ba-
diella fig. 5 und von Heraclıana hätte erkennen müssen.
50. Weirella Stainton.
Palporum articuli terminalis basi rarius fuscescenti, annulo ante
apicem nigro; alis ant. elongalis, apice obtuso, fuscescenti-
badiis dorso dilutiore, stiriga post puncium venae trans-
versae parvum albidum dilutiore obsoleta acule fracta.
Depress. Weirella: alac ant. rufo-brunneae, puncto fusco_ albido-
cincto paululum ante medium, punctis 2 parvis ab atomo albo sepa-
ratis pone medium; palporum articulus terminalis pallide ochraceus,
annulo fusco ante apicem. Staint. Transact. V p. 165. pl. XVII, fig. 5.
— Companion ed, 1. p. 15, 36, 41, 46, 50. ed. 2, p. 12, 32, 38, 73,
76. — Tin, brit. p. 97. 31. — Cat. of brit. Microl. p. 63. 31.
— Herrich- Schff. Text S. 120. 228. — Allen-Hill in Zoologist
1851, p, 3288.
? Depress, apiosa (the brindled Flat-body); alis grisco-cinereis, lineolis
sparsis fuscis, punctoque minimo albo. Expl. al. 84. Statura om-
316
nino Applanae. Alae anticae griseae, cinereae, fusco-nebulosae, puncto
exacte in medio, minutissimo, niveo, fusco-cinceto. Posticae fuscescentes
Haworth Lep. brıit. 1V, p. 509. 14. (Secundum Stainton,)
Diese Art unterscheidet sich von Nervosa, Chaerophylli und
andern, mit denen sie in der Grösse übereinstimmt, durch etwas
grader abgeschnittene und gar nicht mit schwarzen Aderlinien
bezeichnete Vorderflügel; sie kommt in dem Mangel dieser Li-
nien mit Albipunctella überein, hat aber nicht die abgerun-
dete Gestalt der Vorderflügel, eine trübere Grundfarbe, ein
schwaches weissliches Pünktchen auf der Querader statt des
starken weissen, gerundeten, schwarz gesäumten Punktes dieser
Art, und ausserdem unterscheidet sie sogleich die Färbung des
letzten Tastergliedes, welches nur vor der Spitze einen schwar-
zen Ring und selten eine bräunliche Basis hat, statt dass es bei
Albipunctella ganz schwarz ist mit weisslicher Spitze. Meist hat
Weirella am Innenrande der Vorderflügel eine Färbung, die sie
von allen Depressarien unterscheidet: vor der Mitte ist nämlich
ein halb eiförmiger, gegen die Wurzel mehr als nach hinten
‘gerundeter Fleck in etwas hellerer Farbe als der umgebende
Grund.
Grösse der Albipunctella Rückenschild und Kopf röthlich,
grau, mehr oder weniger verdunkelt; Gesicht nicht oder wenig
heller. Fühler bräunlich, unten an der Wurzelhälfte gelblich.
Taster länger als der Thorax; 2tes Glied stark und gleichmässig
durch die Beschuppung verdickt, innen. bleichgelb, übrigens
sraubraun, doch aussen am Rücken mit einem hellen Mittelfleck,
Endglied über halb so lang wie das 2te Glied, gelblich, an der
Wurzel selten bräunlich bestäubt, vor der hell weissgelblichen
Spitze mit breitem schwarzen Bande. Saugrüssel ziemlich lang,
gelblich. Beine bleichgelb, aussen graubraun bestäubt, am schwäch-
sten die hintern; Vorderschienen röthlich angeflogen; die 4 vor-
dern Füsse schwarzbraun mit hellen Gliederenden; nur das 4te
Vorderfussglied ganz schwarz. Hinterleib grau, am Bauch gelb-
lich, bräunlich bestäubt.
Vorderflügel 4° lang, gestreckt, mit rechtwinkliger, abge-
rundeter Spitze und wenig convexem Hinterrande, rolhbraun,
mehr oder weniger braun getrübt, am hellsien am Innenrande
in dem schon beschriebenen halb ovalen Raum vor der Mitie, am
dunkelsten gegen die Flügelwurzel. Die dünne, gelbliche, von
317
der Flügelwurzel ausgehende Innenrandlinie ist einwärts von
dunkler Grundfarbe, selten mit einem kennbaren schwarzen Fleck
begränzt, und bald hinter ihr beginnt der helle ovale Raum. Die
Flügelfläche ist hier und da mit weisslichen Stäubchen bestreut,
am meisten am Vorderrand gegen die Wurzel. In der Mittel-
zelle ist längs der Medianader ein undeullicher schwarzer Strich,
der dald hinter seinem Anfange durch eine Anhäufung weiss-
licher Schuppen, die wohl auch eine kurze Linie bilden, zum
Theil verdeckt und auf der Querader, hinter der er verschwin-
det, durch ein aus wenigen weisslichen Schüppchen bestehendes
Pünktchen bezeichnet wird. Der helle Querstreif, in gleicher
Entfernung von diesem Pünktchen und dem Hinterrande ist spitz-
winklig ‚gebrochen; der obere Schenkel verliert sich am Vorder-
rande weit hinter der Mitte desselben. Vor der aus schwarzen,
ziemlich verflossenen Punkten bestehenden Hinterrandlinie ist der
Grund durch weissliche Stäubchen etwas gelichtet. Franzen bräun-
lich, aussen heller. |
Hinterhügel weisslich-grau, hinten dunkler. Franzen hell-
grau, um die Spilze am dunkelsten.
Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande wenig
gelblich bestäubt. Hinterflügel hellgrau, am Vorderrande und in
der Spitze grau und gelblich bestäubt; Hinterrandlinne um die
Spitze schwärzlich, auf den Adern unterbrochen. Franzen mit
dünner gelblicher Wurzellinie.
Als Vaterland ist bis jetzt nur das südliche England und
die Gegend von Wien (von wo ve. Heyden (!) ein Exemplar
als Albipunctella erhielt) bekannt. Die Raupe ist der von Applana
sehr ähnlich und lebt im Mai und Juni bei Mountsfield häufig an
den Blättern von Chaerophyllum sylvesire, und die Schabe er-
scheint im Juni und Juli und hält sich bis zum Herbst zwischen
ihrer Futterpllanze auf.
Anmerkung. Stainton’s Abbildung, die AS. mit Recht für unkennitlich
erklärt, hat etwas zu gestreckte Vorderflügel mit zu dunklem, gar nicht ge-
röthetem Grunde, mit schwarzen Aderstrichen vor dem Hinterrande, ohne
weissliche Pünktchen und ohne Andeutung des hellen halb ovalen Inneurand-
raumes. Da AS. sechs Exemplare, die ich von Stainton erhalten habe, vor
sich hatte, so hätte er ein besseres Bild liefern sollen.
318
51. Discipunctella HS.
Major; palporum articuli terminalis basi annuloque fuscis; alis
ant. elongatis rotundalis, griseis, punctis quatuor, partim
elongatis, in seriem longitudinalem dispositis nigris mediis. &.
Discipunctella HS. tab. 61. fig. 446,
Depressaria pasiinacella Stainton Transact, V. p. 168, 45. — Cat.
p- 34. — Companion ed. 1. p. 15, 64, ed. 2. p. 12, 48, — Tin. brit.
p- 99. 36. — Cat. of brite Microl, p. 64. 36.
Diese zu den grössern Depressarien gehörige, auf ihren
gelblich-staubgrauen Vorderflügeln mit 4 schwarzen, längs der
Oberseite der Medianader in eine unterbrochne Längslinie ge-
stellten länglicheu Punkten oder Strichen gezeichnet, ist von
Heracliana so sehr verschieden, dass sie nicht als ihr nächst
verwandt angesehen werden kann. Schwarze, sirahlig gestellte
Adern hat sie hinter dem Queraderpunkt gar nicht, und auch
die in den Hinterrand auslaufenden schwarzen Linien sind wie
die Hinterrandpunkte sehr verloschen (bei HS. wohl zu scharf
ausgedrückt).
Grösse der Badiella. Rückenschild und Kopf von der Farbe
der Vorderflügel. Fühler hellbraun. Taster länger als der Thorax;
2tes Glied bleichgelb, aussen und an den verlängerten Schuppen
bräunlich, stark verdickt, gegen die Spitze abnehmend; Endglied
halb so lang, hellgelblich, an der Wurzel und in einem breiten
Gürtel über der Mitte schwarz. Rüssel ziemlich lang, gelblich.
Beine bleichgelb, aussen bräunlich bestäubt; Mittelschiene braun
mit hellem Mittellleck; die 4 vordern Füsse schwarzbraun mit
hellen Gliederspitzen, ausser an den 2 leizien Vorderfussgliedern.
Hinterleib grau mit bleich gelblichen Seiten und Afterbusch; Bauch
hellgelb mit schwärzlicher, nach hinten in verloschenere kleine
Fecke aufgelöster Strieme zu jeder Seite. |
Vorderflügel 5° lang, stark gestreckt, nach hinten allmählig
erweitert, mit abgerundeter Spitze und stark convexem Hinter-
rande, gelblich-staubgrau, dunkler bestäubt, besonders vor dem
Hinterrand und am Vorderrand gegen die dunkel gefärbte Schul-
ier, An der gelblichen, schmalen, aus der Wurzel kommenden
Innenrandlinie ist ein schwarzes Wischfleckchen. Längs der
obern Seite der Medianader liegen 4 schwarze Zeichnungen: ein
Punkt und ein kurzer Längsstrich, beide ziemlich nahe beisammen,
und ersterer ein wenig höher; dann in einiger Entfernung erst
319
' ein Längstrichelchen und hierauf wieder näher der Querader-
punkt; diese 4 Zeichnungen können als eine dreimal unterbro-
chene Längslinie angesehen werden. Der helle gewöhnliche
Querstreif ist höchst undeutlich; der obere Arm des spitzen Win-
kels, in den er sich bricht, ist der längere und endigt etwas
hinter der Mitte des Vorderrandes. Hinter diesem Querstreif ist
der Grund etwas verdunkelt, kaum längs der Adern schwarz be-
stäubt; die schwarzen Hinterrandpunkte klein und sehr undeut-
lich. Franzen staubgrau.
Hinterflügel weisslich-grau, hinten dunkler; die schwach ins
Gelbliche schimmernden Franzen haben nahe der Wurzel eine
dunklere Schattenlinie.
Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande, hinten
breiter, gelblich. Hinterflügel weisslich-grau, am Vorderrand und
in der Spitze grau bestäubt.
Nach Stainton (Transact.), von dem ich meine 2 Exemplare
habe, ändert die Art ab, so dass sie manchmal fast so dunkel
wie Badiella ist und dann an den schmalern Vorderflügeln er-
kannt wird. Nach ihm befinden sich „auf der Mitte der Vorder-
flügel zwei augenähnliche Zeichnungen, viel deutlicher als bei
Nervosa“, von denen ich weder an meinen Exemplaren, noch
an H$’s gutem Bilde eiwas erblicke.
Nach Stainton lebt diese Art im südlichen England auf Kalk-
boden und fliegt im September. Ein Männchen, das ich ver-
gleiche, fing Lederer bei Ronda in Andalusien.
Anmerkung. Ueber Stainton’s Gitat aus Duponchel s, bei Heracliana
>2. Albipunctella H.
Palporum arliculi terminalis nigri apice exalbido; Ihorace ci
capite cupreo-fuscescenlibus, alis ant. subelongatis roiun-
datis cupreo-fuscis, siriga post punctum medium album
nigro-cinelum diluta subrectangula, linea punctorum ni-
grorum in margine poslico.
Tinea albipunctella H. fig. 149. "Text S. 39. 5.
Haemylis —: alıs ant, fuscis seu ferrugineis, striis longitudinalibus inter-
ruptis nigris, puncto medio albo Tr. IX, 1. 245. X, 3. 170 u. 279.
— Eversmann Faun. Volg. p. 968. 2, — Kollar Vzchn. S. 91. —
320
Hemylide point-blane Dup. Hist. VII. p. 617. pl. 312. fig. 6. — Cat.
p- 335. |
Depressaria — Stephens Cat, 7168. — Illustr. IV, p. 202. 16. — Z,
Isis 1839, S. 196. 21. 1846, S. 284. 16. — Schles. Schmtauschbl.
IV (1843),.18. V (1844), 17. — Schläger Tauschbl. $. 218, 119.
— Reutti Beitr. S. 187. 42. — Richter Ent. Ztg. XI (1850), S. 27.
— Z. ib. XIV (1853), S. 84. 10. — Stainton Cat. 17. — Compa-
nion ed. 1. p. 15, 27, 50, 59, 64. ed. 2. p. 12, 38, 44. — Transact.
V, p. 164. 36. — Tin. brit. p. 95. 27. — Cat, of brit. Microl. p.
63. 27. — Herrich-Schff. Text S. 119. 225.
— albipuncta (the rufous Brindled) Haworth Lep. Brit. IV. p. 510. 16.
Agonopterix aegopodiella HHübn. Cat. All. 3959.
Unter den Arten mit ganz oder fast ganz schwarzem, nur
an der Spitze weisslichem Endgliede der Taster kommt sie
in der Dunkelheit der kupferrothbraunen Vorderflügel am näch-
sten der Emeritella, mit der sie auch die Schärfe des weissen
Queraderpunktes gemein hat. Sie unterscheidet sich aber leicht
durch ihren dunklen, nicht hellgelblichen Thorax und Kopf, und
ist ausserdem etwas kleiner mit weniger gestreckten Vorderflü-
geln; auch ist ihr letztes Tasterglied ausser an der Spitze tief
schwarz, während es bei Emeritella auf dem Rücken von der
Wurzel aus gelblich und an der Mitte licht bestäubt ist. — Am
nächsten verwandt ist sie mit Olerella, die leicht für eine helle
Varielät von ihr angesehen werden kann, wenn sie nicht gar mit
Nervosa verwechselt wird (von der sie sich durch die Taster
und die Gestalt des hellen Quersireifs leicht unterscheiden lässt).
Ölerella hat gestrecktere Vorderflügel und eine viel hellere braun-
röthliche Grundfarbe, ähnlich wie Nervosa, in welcher der weisse
Punkt bald deutlich, bald sehr verloschen ist; sie verdunkelt sich
gegen die Wurzel eiwas, während sie bei Albipunctella dunkel
röthlich-braun wird. Bei Olerella hat das letzte Tasterglied auf
dem Rücken von der Wurzel aus helle Bestäubung, die der Al-
bipunctella ganz fehlt; endlich ist bei ihr auch Rückenschild und
Kopf bedeutend heller. — Von Kollari (die vielleicht ähnlich
gefärbte Taster hat) unterscheidet sich Albipunctella durch Klein-
heit und viel kürzere, dunklere Vorderflügel. — Chaerophylli
entbehrt des weissen Queraderpunktes der Vorderflügel völlig und
steht auch ausserdem so fern, dass sie schwerlich mit Albipun-
clella verwechselt werden kann. — Von Tenebricosa trennt
sich Albipunctella durch das dunkle Gesicht, geröthete Hinterflü-
gelfranzen etc.
321
Grösse von Chaerophylli oder darüber. Rückenschild braun-
röthlich, nach hinten heller, an den Seiten dunkler; Schulter-
decken dunkel rothbraun, hinten heller. Kopf rothbräunlich, an
den Seiten dunkler. Fühler schwarzbraun. Taster viel länger
als der Thorax, an der Wurzel und der Innenseite des 2ten
Gliedes blassröthlich, ziemlich stark verdickt, doch gegen die
Spitze etwas abnehmend, an den langen Schuppen braun, röth-
lich schimmernd. Rüssel ziemlich lang, blassgelblich. An der
Seite des Halses ein hellrother Haarschuppenbusch. Beine bleich-
gelb, blassroth oder rosenfarbig angelaufen; die 4 vordern Schie-
nen und Füsse braun mit hellen Gliederenden, am verloschensten
am Vordertarsus. Hinterschienen bleich gelblich, am Ende braun
bestäubt mit aussen braun angelaufenen Aussendornen; Hinter-
tarsen heller als die übrigen. — Hinterleib dunkelgrau mit grau-
gelblichen Seitenfranzen; Bauch hellgelblich, an den Seiten grau
bestäubt.
Vorderflügel 4; — 4’ lang, etwas gestreckt, nach hinten
erweitert, mit sehr abgerundeier Spitze und sehr convexem Hin-
terrande, kupferrothbraun, an der Wurzel, besonders längs des
Vorderrandes, stark gebräunt. Die schmale gelbliche, aus der
Wurzel entspringende Innenrandlinie ist einwärts schwarz ge-
säumt. In der Mittelzelle vor der Flügelmitte liegen 2 schwarze
längliche Punkte schräg hinter einander, die oft in eine schräge
kurze Linie zusamınenfliessen, unter welcher öfters in der Flü-
gelfalie ein schwarzer Punkt oder kurzer Strich bemerkt wird.
Der scharfe weisse Queraderpunkt liegt auf einem schwärzlichen
Längsstrich, der ihn schwarz gesäumt erscheinen lässt. Der helle
Queraderstreif, der näher dem weissen Punkt als dem Hinter-
rande steht, ist oberhalb desselben fast rechtwinklig, selten ganz
rechtwinklig gebrochen; die beiden Schenkel sind fast gleich lang
und verlieren sich, der obere gegen den Vorderrand hinter der
Mitte, der untere gegen den Innenwinkel; hinter ihm ist der
Grund, doch nicht bis zum Hinterrand, verdunkelt, und in ihm
treten die Adern als mehr oder weniger deutliche, doch nie
scharfe, schwarze Längslinien hervor; noch undeutlicher sind die
strahligen Striche vor dem Querstreif. Der Hinterrand trägt eine
Reihe tief schwarzer, meist zusammenfliessender Punkte. Fran-
zen etwas heller als die Grundfarbe.
IX. 21
322
- Hinterflügel lichtgrau, hinten etwas dunkler. Franzen an
der Aussenhälfte röthlich angelaufen, mit grauer Schattenlinie
nahe der Wurzel,
Unterseite der Vorderflügel grau mit heller bestäubtem Vor-
derrand; Hinterflügel hellgrau, am Vorderrand dunkler; Hinter-
vandlinie um die Spitze schwarz, auf den Adern unterbrochen.
Alle Franzen rothschimmernd.
In Deutschland an mehrern Stellen: bei Wien in niederem
Gebüsch (Kollar); in Krain (FR.); bei Dresden (e. Tischer);
Jena (Schläger!); Glogau und Frankfurt a. d. Oder (Z.); in
Böhmen und der Schweiz (FR.); in Baden bei Freiburg nicht
selten (Reutti!); bei Frankfuri am Main (HS.); im Taunus bei
Soden (v. Heyden!). Ausserdem in Russland: im Casanischen
und um Menselinsk (Eversmann); in Lievland (Lienig!). In
England nicht selten (Stainton!).
Bei Glogau hält sich die Schabe in einem Gebüsch, worin
Chaerophyllum sylvestre den Boden bedeckt; hier klopfe ich sie
in Gesellschaft der selinern Pulcherrimella und Applana zu Ende
Juli und im August von den Stämmen. Treitschke beschreibt
die Raupe als an Artemisia campestris lebend; diese Nahrungs-
pflanze möchte ich mit Stainton und Schläger bezweifeln.
53. Emeritella Heyden.
Palporum articulo terminali nigro, in medio flavescenti-pulve-
rulento, apice exalbido; capite ac thorace flavidis; alıs
ant. elongatis rotundatis badiis, basi fusca, striga dilutiore
post punctum venae transversae album acute fracta.
Depress. emeritella Stainton Transact. V, p. 167. 43. — Cat. Suppl.
p. 221. N Companion ed. 1. p. 56, 59. ed. 2. p. 12, 44, 77. —
Tin. brit. p- 96. 283, — Cat. of brit. Microl. p. 63. 28, — Herrich-
Schff. Text S. 120. 229. Taf. 61. fig. 444.
Von Albipunctella als der ähnlichsten Art sogleich durch
den hellgelben Kopf und Thorax zu unterscheiden, ausserdem
durch beträchtlichere Grösse, gestrecktere Flügel und das in
der Mitte etwas hell bestäubte letizie Tasterglied. Ihre: viel
dunklern und weniger gestreckten Vorderflügel und die dunkel-
braunen Schulterdecken unterscheiden sie von Kollari.
Grösse wie eine kleine Applana. Rückenschild hell ocher-
gelb mit dunkelbraunen Schulterdecken. Kopf hell ochergelb, im
323
Gesicht am hellsten, am Augenrande bräunlich. Fühler schwarz-
braun. Taster länger als der Thorax; 2tes Glied an der Wur-
zel und der Innenseite des Rückens bleich gelblich, durch die
Schuppen stark verdickt, gegen die Spitze weniger, an der Bürste
roth- oder gelbbräunlich, aussen braunstaubig mit hellem Fleck
in der Mitte; Endglied halb so lang, schwarzbraun, aussen an
der Wurzel, innen an der Mitte ochergelb bestäubt, die Spitze
gelblich-weiss. Saugrüssel ziemlich lang, hellgelb. An der Seite
des Halses ein roihgelber Haarschuppenbusch. Beine bleich gelb-
lich, aussen braun mit hellen Gliederspitzen. Hinterschienen un-
bestäubt; die äussern Dornen aussen grau. Hinterleib dunkelgrau
mit graugelblichen Seitenfranzen und gelblichem Afterbusch; Bauch
gelblich, besonders an den Seiten grau bestäubt.
Vorderflügel 5— 52‘ lang, gestreckt, nach hinten etwas
erweitert, an der Spitze ganz abgerundet, mit sehr convexem
Hinterrande, rothbraun, doch mit weniger lebhafter Beimischung
des Rothen als bei Albipunctella, gegen die Wurzel ganz dun-
kelbraun; die schmale hellgelbe Innenrandlinie an der Wurzel
(bei HS. viel zu breit dargestellt) ist einwärts schwarz gesäumt.
In der Mittelzelle ist oberhalb der Medianader ein dicker schwar-
zer Längsstrich, der auf seinem Anfange der Länge nach weiss-
lich bestäubt ist und hinter dem weissen, ziemlich grossen Quer-
aderpunkt in eine Gabel ausläuft, welche nebst mehrern schwärz-
lichen Längslinien bis zu dem hellen Querstreif reicht. Dieser
wird durch weissliche Stäubchen gebildet, und bricht sich unter
einem spitzern Winkel als bei Albipunctella; der obere dünnere
Schenkel verschwindet gegen den Vorderrand hinter der Mitte,
der untere gegen den Innenwinkel. Hinter ihm sind mehrere
schwärzliche, theilweise undeutliche parallele Längslinien. Vor
dem Hinterrande ist der Grund hell bestäubt; die Hinterrand-
punkte verfliessen in eine schwarze, etwas verloschene Linie.
Franzen röthlich-grau.
‚Hinterflügel weisslich-grau, gegen die Spitze dunkler mit
grauer Hinterrandlinie. Franzen hellgrau mit dunklerer Schatten-
linie nahe der Wurzel.
Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande gelblich
bestäubt. Hinterflügel weisslich-grau, am Vorderrande und in
der Spitze grau und gelblich bestäubt. Hinterrandlinie um die
Spitze grau, auf den Adern unterbrochen.
324
Als Vaterland dieser Art kenne ich die Gegend von Frank-
furt am Main, wo Herr v. Heyden sie entdeckte und aus der
auf Tanacelum vulgare lebenden Raupe erzog, die Gegend von
Hannover, wo Krösmann zufolge einer Nachricht v. Heyden’s
sie fand, und England, wo sie jedoch erst einmal vorkam. Flug-
zeit von Ende Juli bis Anfang September (ve. Heyden!).
54. Tenebricosa n. sp.
Palporum articulo terminali nigro, apice ipso pallido; epistomio
albido; alis anterioribus rubiginoso-fuseis, basi obscuriore,
punclo venae transversae albido, siriga obsoleta postica
dilutiore acute fracla, crure superiore longiore, lineolis
adhaerentibus nigris. (2 Mus. Mann.)
Die röthliche Mischung der braunen Vorderflügelfarbe und
die Flügelgestalt und Zeichnung nähern diese Art der Albipun-
ctella, Pulcherrimella, Douglasella und Chaerophylli. Mit Chaero-
phylli und Albipunctella hat sie das schwarze, nur an der Spitze
helle Endglied der Taster gemein. Sie ist kleiner als beide Ar-
ten und unterscheidet sich von Albipunctella durch das weiss-
liche Gesicht, die viel geringere rothe Mischung der Vorderflü-
gel, welche daher weit trüber braun sind, und durch die nicht
gerötheten Hinterflügelfranzen — von Chaerophylli durch den
hellen, nicht gerötheten Kopf, die gegen die Basis gebräunten
Vorderflügel, die hier am Vorderrande ganz des characteristi-
schen Roths der Chaerophylli enibehren, die am Innenwinkel hel-
lern Hinterflügel und die am 2ten Gliede blos braun bestäubten,
nicht schwarzbraunen Taster. — Pulcherrimella und Dougla-
sella haben auf den Vorderflügeln eine mehr übereinstimmende
Farbenmischung, sind aber gegen die Wurzel weniger verdun-
kelt und haben an der Mitte des leizien Tastergliedes einen
grauen Ring. — Die viel grössere, mehr gelbbraune Cortici-
nella hat die Taster wie die zwei genannten Arten und entbehrt
auf den Vorderflügeln des weisslichen Queraderpunktes.
Grösse etwas über Pulcherrimella. Das (verölte) Rücken-
schild scheint hellgelblich zu sein, die Schulterdecken sind dun-
kel röthlich-braun. Kopf weisslich, hinten etwas röthlich. Füh-
ler schwarzbraun. Taster etwas länger als das Rückenschild, an
der Wurzel und am Stiele des 2ten Gliedes hellgelblich, dieses
325
Glied fast von seinem Anfang an durch die Beschuppung stark
verdickt, nach der Spitze hin etwas abnehmend, aussen und auf
der Bauchseite röthlich-braun, aussen an der Mitte mit einem
gelblichen Fleck; Endglied halb so lang wie das 2te Glied, auf
der Schneide etwas locker beschuppt, ganz schwarz, nur an der
feinen Spitze gelblich. — Beine bleich gelblich, die 4 vordern auf
der Lichtseite braun; der Vordertarsus an der Spitze hellröthlich,
am vorletzten Gliede schwarz; die Mittelschiene an der Mitte und
am Ende und die Mittelfussglieder am Ende hellröthlich; Hinter-
fuss auf dem Rücken mit dunkelgrauer Wurzel der Glieder. —
Hinterleib (verölt) am Bauch mit heller Mittelstrieme.
Vorderflügel 4’ lang, ziemlich gestreckt, hinten etwas er-
weitert und ganz abgerundet, röthlich-braun mit hellen Stäubchen,
am Wurzeldritiel verdunkelt, am Innenrand nahe der Basis schwarz.
Die helle schattenartige Querlinie zwischen dem weisslichen Punkt
der Querader und dem Hinterrande ist sehr verloschen, spitz-
winklig über der Mitte gebrochen, und ihr oberer, etwas länge-
rer Schenkel nimmt die rückwärts gehende Richtung gegen die
Mitte des Vorderrandes, vor der er aber verlöscht; an ihn leh-
nen sich 3 schwarze, kurze Längslinien auf verdunkeltem Grunde,
der sich auch um den untern Schenkel der Querlinie fortsetzt
und nur eine kurze schwarze Längslinie deutlich erkennen lässt.
An der Flügelmitte ist noch eine schwarze Längslinie an der
Subcostalader, und vor ihr eine im dunklen Grunde verschwin-
dende. Hinterrand mit verloschener, sich bis auf den Vorderrand
ziehender Reihe schwarzer Punkte. Franzen wenig heller als
die Grundfarbe, braun bestäubt.
Hinterlügel weisslich- grau, eiwas glänzend, nach hinten
dunkler mit grauen, ziemlich deutlichen Adern. Franzen licht-
grau mit dunkler Schattenlinie nahe der Wurzel.
Unterseite der Vorderflügel einfarbig grau, am Vorderrande
schwach gelblich; Franzenwurzel in einer feinen Linie gelblich.
Hinterflügel heller, am Vorderrand gelblich bestäubt mit grauer,
gelblich unterbrochener Hinterrandlinie vor der Spitze. Franzen-
wurzel wie bei den Vorderflügeln.
Mann fing diese Art sehr selten bei Brussa im leizien Drit-
ieb des Juli an Cypressenstämmen.
326
55. Pulcherrimella Stainton.
Palporum articulo terminali nigro-bicincto; capite ac thorace
canescentibus; alis ant. elongatis rotundatis rufescenti-fu-
scescentibus, crebro nigro- striolatis, punclis duobus me-
diis deinceps positis albidis saepe fuscedine junctis, striga
postica diluta subrectangula.. JS 2.
Depressaria pulcherrimella: alae ant. rufae, numerosis striis atris, stria
obliqua atra ante, puncto albo post medium; caput thoraxque pallıda;
palporum articulus terıninalis intus pallidus, puncto fusco basi altero-
que ante apicem, articulus secandus infra rufo-brunneus. Stainton
Transact. V, p. 164. 37. pl. 17. fig. 8 — Cat. Suppl. p. 2l. —
Companion ed. 1. p. 15, 50. ed 2. p. 12, 33. — Tin. brit, p- 96.
29. — Cat, of brit. Microl. 63. 29. — HS. Texı S. 119. 226.
Ihr weisser Punkt auf den Vorderflügeln liess sie ehemals
für eine kleine verflogene Albipunciella oder als helle Varie-
tät davon gelten; sie ist aber nicht nur durch ihre Kleinheit, ihre
helle Grundfarbe, ihr schwarz geringeltes letztes Tasterglied, ih-
ren hellen Thorax von ihr verschieden, sondern steht der Chae-
rophylli und Douglasella näher. Von ersterer unterscheiden
sie dieselben Merkmale nebst den 2 weissen Vorderflügelpunkten,
von letzterer die Kleinheit, die gerundetern Vorderflügel, die
röthliche Mischung derselben und der spitzere Winkel des lich-
ten Querstreifs.
Grösse der kleinsten, durch Hunger reducirten Chaerophylli.
Rückenschild und Kopf schmutzig weissgrau, Schulterdecken roth-
braun, hinten weisslich-grau; Gesicht weisslich. Fühler braun,
über dem schwarzen Wurzelgliede mit hellem Punkt, auf der
Unterseite bleich gelblich. Taster länger als der Thorax; 2tes
Glied stark verdickt, nach oben etwas dünner, bleich gelblich,
an der Bürste röthlich, braun bestäubt, aussen vor und hinter der
hellen Mitte mit einem braunen Fleck. Endglied halb so lang,
mit schwarzer Wurzel und breitem schwarzen Ringe vor der
weissgelblichen Spitze. Saugrüssel mässig lang, bleich gelblich.
An der Seite des Halses ein röthlich-weisses Schuppenhaarbüsch-
chen. Beine bleichgelb, aussen braun mit hellen Fussglieder-
spitzen; die 4 vordern an den Schienen und den hellen Fuss-
stellen schwach geröthet. Hinterleib grau, mit bleich gelblichen
Seitenfranzen und solchem Afterbusch; Bauch bleichgelb, zu jeder
327
Seite der breiten Mittelstrieme mit breiter grauer, nach hinten
schmalerer Strieme.
Vorderflügel 32 —4° lang, gestreckt, mit sehr abgerunde-
ler Spitze und sehr convexem Hinterrand, blass rothsteinfarben
und braun gemischt, schwärzlich und weissgrau bestäubt. Der
schmale blassgelbliche, aus der Wurzel kommende Innenrandstrich
ist innen fleckartig schwarz begränzt. In der Mittelzelle ist vor
der Mitte ein etwas schiefer, hinten verdünnter schwarzer Längs-
strich und über ihm oft ein schwarzer Punkt, beide nicht selten
durch schwärzlichen Staub zu einem bis zum Vorderrand rei-
chenden Fleck vereinigt. Hinter dem Längsstrich folgt an der
Medianader weisslicher Staub, der sich weiterhin zu einem meist
ganz deutlichen Punkt sammelt; von diesem bis zu dem weiss-
lichen Queraderpunkt ist ein schwarzer Längsstrich; über diesem
ein anderer von veränderlicher Länge, und darüber ein schwar-
zes Vorderrandfleckchen. Der helle Querstreif endigt hinter die-
sem; er ist dem Queraderpunkt näher als dem Hinterrande und
bricht sich öfter zu einem rechten als zu einem spitzen Winkel,
bei einem Weibchen sogar auf dem rechten Flügel zu einem
stumpfen; beide Schenkel sind ziemlich gleich lang, der untere
steht fast senkrecht auf dem Innenwinkel. Hinter dem Querstreif
ist der Grund verdunkelt, selten mit deutlichen schwärzlichen
Längslinien, die gegen den Vorderrand dunkler sind und inein-
ander fliessen. Vor dem Hinterrand ist der Grund weisslich be-
stäubt oder doch hell; die Hinterrandreihe schwarzer, nicht im-
mer getrennter Punkte zieht sich bis in den Vorderrand. Fran-
zen heller als der Grund, an der Wurzelhälfte braunstaubig.
Hinterflügel sehr lichtgrau, hinten dunkler. Franzen mil
dunkler Schattenlinie nahe der Wurzel.
Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande schwach
gelblich bestäubt; Franzen heller grau mit gelblicher Wurzel.
Hinterflügel sehr hellgrau, längs des gelblichen Vorderrandes und
in der Spitze reichlich grau bestäubt. Hinterrandlinie um die
Spitze schwarz, auf den Adern gelblich unterbrochen.
Vaterland: das südliche England, um London (Stainton!);
Schlesien bei Glogau und im Vorgebirge bei Schönau (Z.); Dres-
den (HS$.); Jena, wo Schläger ein Exemplar aus einer unbe-
achteten Raupe erhielt; Frankfurt am Main zu Ende Juli (v. Hey-
den!). Die Schabe fliegt bei Glogau zugleich mit Albipunclella
328
in einem an Chaerophyllum sylvestre sehr reichen Gehölz, worin
sie von den Stämmen geklopft wird, zu Ende Juli und im August.
Im Gebirge erhielt ich bei Schönau in einem Laubgehölz am 20.
Juli ein Weibchen.
Anmerkung, Stainton’s Abbildung hat einen zu gelben Thorax, zu
reichliche schwarze Striche auf den zu lebhaft rothen Vorderflügeln, den Quer-
streifen nicht deutlich genug und die Hinterflügel an der Spitze zu schr ab-
gerundet:
6. Corticinella n. sp.
Palpis externe fusco-nigris, articuli terminalis medio et apice
cinereis; alis ant. subelongatis, rotundatis, brunneo-fusce-
scenlibus, canescenti-pulverulentis, siriga postica pulverea
acute fracla (erure superiore longiore), lineolis Juxia ve-
nam subcostalem nonnullis punctisque marginis postici ni-
gris. (2 Mus. Mann.) |
Nahe verwandt mit Chaerophylli, kräftiger, etwas grösser
und mit kürzern, stumpfer gerundeten Vorderflügeln, welche gar
keine röthliche, sondern eine zimmibräunliche Beimischung haben,
so dass die Grundfarbe der von Badiella sehr ähnlich wird; die
gebrochene, aus hellgrauem Staub gebildete Querlinie ist in glei-
cher Entfernung zwischen dem Queraderpunkt und der schwar-
zen Punktreihe des Hinterrandes (statt dass sie bei Chaerophylli
dem erstern näher ist), und die schwarzen Adern zwischen ihr
und dem Hinterrande sind nicht nur sehr verloschen, sondern
auch viel kürzer; ebenso sind die schwarzen Längsstrichel an der
Subcostalader kürzer und unvollständiger. Endlich ist das letzte
Tasterglied weniger tief schwarz und hat an der Mitte eine graue
Stelle, und die Spitze des 2ten ist kaum heller als die übrige
Färbung der Aussenseite.
Von Tenebricosa unterscheidet sie sich durch noch be-
trächtlichere Grösse, das nicht weisse Gesicht, die Färbung des
Endgliedes der Taster (bei Tenebricosa wie bei Chaerophylli ),
den Mangel röthlicher Beimischung in der Grundfarbe der Vor-
derflügel, sowie durch den Mangel eines weisslichen Punktes auf
der Querader und durch die dunklern Hinterflügel. — Mit Dou-
glasella stimmt sie in der Färbung des letzten Tastergliedes,
aber nicht in der des zweiten, welches bei ihr aussen schwarz,
bei Douglasella graubraunstaubig ist. Beide stimmen ungefähr in
329
dem Tone der gelbbräunlichen Beimischung der Vorderflügel; nur
ist das Braun bei Corticinella dunkler und lässt so die Fläche
dunkler erscheinen. Douglasella hat auf der Querader einen
weisslichen Punkt, während Corticinella einen schwarzen hat, vor
welchem einige gelblich-graue Schuppen ein Häufchen bilden. —
Pulcherrimella ist viel kleiner, mit gelblich-weissem Kopf und
Rückenschild, hellem zweiten Tasterglied, viel gestrecktern, viel
hellern, stark röthlich gemischten Vorderflügeln mit weissem Quer-
aderpunkt.
Rückenschild staubgrau, dunkler angelaufen ; Schulterdecken
ebenso hell. Kopf heller, besonders im Gesicht. Fühler braun;
Wurzelglied noch dunkler. Taster länger als das Rückenschild,
an der Wurzel heilgelblich; 2tes Glied gleichmässig durch Schup-
pen stark verdickt, an der Spitze etwas dünner, aussen und auf
der Bauchseite tief schwarzbraun, innen schmutzig gelblich, an
der Spitze ins Graue übergehend; Endglied halb so lang wie das
2te Glied, zusammengedrückt, zugespitzt, glatt, an der Wurzel
und über der Mitte mit breitem schwarzbraunen Gürtel, sonst
trüb gelblich-grau. Saugrüssel fahlgelblich beschuppt. — Beine
sehr licht gelblich, aussen braungrau angelaufen und dunkel be-
stäubt mit etwas hellern Fussgliederspitzen; die 2 vorletzten des
Vorderfusses schwarzbraun. — Hinterleib dunkelgrau; Bauch dunk-
ler, an jeder Seite der breiten gelblichen Mittelstrieme schwärzlich.
Vorderflügel 43° lang, ziemlich gestreckt, ganz abgerundet,
dunkel gelbbräunlich, von der Wurzel aus längs des Vorderran-
des am hellsten, am Innenrande nahe der Basis fleckarlig schwarz-
braun. Hellgraue Stäubchen sind am meisten auf der Vorder-
randhälfte und sind gewöhnlich zu länglichen Punkten gehäuft;
ein solcher Punkt gränzt an den dahinter auf der Querader lie-
genden schwärzlichen Punkt, und solcher Staub bildet die wenig
deutliche Querlinie, welche milten zwischen diesem Punkt und
dem Hinterrande liegt; sie ist spitzwinklig gebrochen und ihr
oberer, längerer Schenkel läuft fast dem Vorderrande parallel.
Von diesem Schenkel aus laufen 4 kurze schwarze Längslinien
an den Adern. Vor der Flügelmitte ist ein aus einem paar
schwarzen zusammenlaufenden Längslinien gebildeter winkliger
schwarzer Fleck an der Subcostalader. Hinter der hellen Quer-
linie ist ein dunklerer Querschatten, auf welchem die schwärz-
lichen, kurzen Längsstriche wenig sichtbar sind. Eine Reihe
330
starker schwarzer Punkte zieht auf dem Hinterrande bis weit in
den Vorderrand, jeder Punki hat vor sich ein Häufchen hellgrauer
Stäubchen. Franzen heller als die Grundfarbe, mit dunklem
Schatten durchzogen.
Hinterflügel hellgrau, nach hinten stark verdunkelt. Franzen
grau mit dunklerer Schattenlinie nahe der Basis.
Unterseite grau, mit schmaler gelblicher Wurzellinie der
Franzen; Hinterflügel am Vorderrande und im Vorderwinkel gelb-
lich und grau bestäubt; Hinterrand um die Spitze mit schwärz-
lichen Strichen,
Mann fing 2 Exemplare, von denen das eine bei der
Beschreibung vorlag, bei Brussa an einer Cypresse zu An-
fang Juli.
97. Chaerophylli Z.
(Fig. 6.)
Palporum articuli terminalis nigri apice exalbido; thorace griseo,
verticis rufescentis lineola media fusca; alis ant. elongatis
rotundatis, rufescenti-fuscescentibus, crebro nigro-striolatis,
puncto venae transversae nigro, costae basi rufescente,
striga postica diluta acutangula, cruribus subaequalibus.
Depressaria chaerophylli Z. Isıs 1839, p. 136. 22, — Ent, Zıg. XIV
(1853), S. 84. 13. — Schles. Schmtauschbl. II, (1842), p. 17. — IV
(1843), p 18. — VII. (1845) p. 8 — Schläger Tauschbl. $. 218,
119. — Reutti Beitr. S. 187, 43. — Stainton Cat. p- 17. — Suppl,
p. 21. — Companion ed, 1, p. 15, 27, 50, 56, 59, 64. ed. 2. p. 12,
44, 48, 77. — Transact. V p. 166, 40. — Tin. brit. p. 98. 32. — Cat.
of brit, Microl. p. 63, 32.
Chaerophyllinella HS. tab. 61. fig. 441. — Dup. Cat. p. 339.
? Depress. badia (the brown Brindled) alıs fuscis, lineolis sparsis nume-
rosis saturatioribus. Haw. Lep. brit, IV, p: 509. 15.
? Tin, daucella, Möhrenschabe, WVien. Vzchn. S. 137. 5. — ed. Hli-
ger 11, S. 99. — ed. v. Charp. S. 129.
Var. b, alis ant. .fusco-obscuratis SQ.
Var. c, nana, alis ant. dilutis J.
Ihr schwarzes, nur an der Spitze weissliches letztes Taster-
glied, ihr röthlicher, allermeist in der Mitte brauner Scheitel, ihre
stark und reichlich der Länge nach schwarz gestrichten und
steis gegen die Wurzel am Vorderrand gerötheten Vorderflügel
zeichnen sie vor den Verwandten aus.
33l
Grösse wie Albipunctella. Rückenschild bleich gelblich, auf
der vordern Hälfte braun bestäubt, Schulterdecken braun, hinten
gelblich. Scheitel hellroth, in der Mitte mit einer selten fehlen-
den, schwarzbraunen, kurzen Längslinie; Gesicht etwas glänzend
grau, unten bleichgelb. Fühler braun, am Wurzelgliede schwarz,
auf der Unterseite von der Wurzel aus weit herauf mit hellgelb-
licher Linie. Taster länger als der Thorax, 2tes Glied durch
die Beschuppung ziemlich stark verdickt, gegen die Spitze ein
wenig abnehmend, schwarz, an der Innenseite des Rückens, an
der Spitze und aussen in einem Mittelfleck hellgelblich; Endglied
mehr als halb so lang, tief schwarz mit feiner weisslich-gelber
Spitze. Saugrüssel ziemlich lang, weisslich-gelb; an der Seite
des Halses ein ochergelber Haarschuppenbusch. Beine bleichgelb,
aussen dunkelbraun; die vordern an der Schiene und den Enden
der 2 ersten Fussglieder röthlich; die mittlern an der Mitte und
der Spitze der Schiene bleichgelb oder schwach röthlich, an den
Fussgliederenden bleichgelb; die hintern an der Schiene schwä-
cher braun bestäubt mit aussen bräunlichen Dornen, an den Füssen
wie die Mittelbeine. Hinterleib grau, die Seitenfranzen und der
Afterbusch gelblich; Bauch mit breiter, blassgelber, hinten be-
stäubter Mittelstrieme, an den Seiten dunkelgrau staubig, gegen
die Wurzel schwärzlich.
Vorderflügel 43— 4‘, bei Var. ce nur 34‘ lang, ziemlich
lang gestreckt, nach hinten wenig erweitert, an der Spitze ab-
gerundet, am Hinterrande sehr convex, röthlich-braun, mit vielen
schwarzen Längsstrichen, besonders an der Mitte des Vorder-
randes weissgrau bestäubt, am Vorderrande gegen die Wurzel
hellroth, was einwärts nach und nach verlöscht. Die dünne,
gelbliche, aus der Wurzel kommende Innenrandlinie ist innen
schwarz gerandet. In der Mittelzelle liegt an der Medianader
ein schwarzer Längsstrich, der gewöhnlich durch hellen Staub
unterbrochen wird, und dessen erstes Stück über sich ein paral-
leles Strichelchen hat, mit dem es oft durch schwärzlichen Staub
zusammenfliesst. Ueber und vor dem schwarzen, dicken Quer-
aderpunkt sind 2 schwarze Längsstrichelchen und ein schwarzes
Fleckchen des Vorderrandes. Der helle Querstreif ist weiter
vom Hinterrand als vom Queraderpunkt entfernt, spitzwinklig
gebrochen mit ziemlich gleich langen und gleich dicken Schenkeln,
deren oberer am Vorderrand hinter der Mitte endigt. Der ver-
332
dunkelte Raum hinter dem Querstreif hat viele lange schwarze
Längslinien, von denen die gegen den Hinterrand gerichteten die-
sen selten erreichen und dann an der dicken schwarzen Punktreihe
endigen, die sich bis in den Vorderrand zieht; dieser ist an der
hintern Hälfte gewöhnlich schmal röthlich. Franzen grau, röth-
lich schimmernd mit dunklem Mittelschatten. ;
Hinterflügel hellgrau, gegen die Wurzel heller, mit grauer
Hinterrandlinie. Franzen gelblich-grau, an der Wurzel mit
grauer Schattenlinie. |
Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, am Vorderrand
schmal gelblich, durch Grau unterbrochen. Franzen hell, oft
röthlich schimmernd. Hinterflügel hellgrau, am gelblichen Vor-
derrand und in der Spitze dunkelgrau bestäubt. Hinterrandlinie
um die Spitze schwärzlich, auf den Adern unterbrochen.
Var. b zeichnet sich durch Dunkelheit der Vorderflügel
aus, die nur wenig rölhlich gemischt sind, und auf denen das
Röthliche gegen die Wurzel nur schwach aus dem schwärzlichen
Staube hervorschimmert. |
Var. c, drei kleine Exemplare, die mir mit den gewöhnli-
chen auskrochen, sind auf allen Flügeln sehr hell, so dass die
nicht so zahlreichen schwarzen Längsstriche deutlicher getrennt
erscheinen; einem fehlt auf dem Scheitel der dunkle Fleck.
- Diese Art findet sich in England an mehrern Stellen (Stain-
ton!); in Deutschland kenne ich die Gegenden von Glogau, von
Jena (Schläger!) und von Carlsruhe (Reutti) als ihren Aufent-
halt. Sie bewohnt die schattigen Gebüsche, in denen die Futter-
pflanze ihrer Raupe wächst, und fliegt vom August an. Nach
der Ueberwinterung fing ich noch ein einzelnes Weibchen am
40ten Juni.
Die Raupe lebt hier überall im Laubgebüsch in den Blüthen-
dolden des Chaerophyllum bulbosum, selten auch an den dazwi-
schen wachsenden Ch. temulum. Zu Anfang Juli ist sie meist
noch klein; stets aber findet sie sich in sehr verschiedener
Grösse in einer Lokalität verbreitet. Sie legt zwischen den mit-
telsten Blüthenstielen dicht unter oder zwischen den Blüthen eine
schwache, weissseidne, horizontale, oben fast offene Röhre an,
in welcher sie sich aufhält und mehrere Döldchen bis auf die
Stiele abfrisst. Sie läuft sehr hurtig vor- und rückwärts. Ge-
wöhnlich bewohnt eine Raupe eine Dolde; selten fand ich meh-
333
rere, noch ungeöffnete, junge Dolden, die sich einander sehr nahe
waren, zu einen Knäuel zusammengezogen und darin dann 2 —3
junge blasse Raupen.
Diagnose: angenehm hellgrün, auf dem Rücken jedes Ab-
satzes, mit Ausnahme des ersten und der 2 letzten (welche letz-
tere einen Strich haben), mit einem grossen dunkelgrünen Fleck
und an jeder Seite des Rückens mit einer breiten dunkelgrünen
Längslinie.
Länge bis 9°. Körper schlank, beiderseits etwas verdünnt,
hellgrün mit einer breiten dunkelgrünen Längslinie an jeder
Seite des Rückens; beide Längslinien fangen am Vorderrande
des Nackenschildes an, indem sie etwas divergiren, verdünnen
sich nach hinten allmählig, fassen das Afterschildchen ein und
vereinigen sich hinter demselben. Kopf grünlich honiggelb mit
schwarzen Punkten und Fleckchen, besonders hinten. Das Nak-
kenschild hat neben der Mittellinie vorn je einen Punkt, in der
Mitte je ein Fleckchen und hinten noch ein grösseres. Jedes
folgende Segment trägt auf dem Rückengefäss einen schwärzlich-
grünen, mehr oder weniger gerundeten Längsfleck, es sind also
im Ganzen 11 Flecke, doch die letzten strichförmig und etwas
verflossen. Die Wärzchen sind schwarz, klein, deutlich, jedes
mit einem dunkeln Börstchen. Die Haut am Hinterrande der
Segmente oben am Rücken meist gelblich. Krallenfüsse schwarz;
Bauchfüsse ungefleckt; Nachschieber oben mit einem grünen
Fleck. |
Die Verpuppung geschieht an der Erde in einem leichten
Gespinnst. Puppe mehr oder weniger dunkel gelbbräunlich, ohne
Auszeichnung.
Bo kung 1. Herrich’s Bild ist kenntlich; doch sollte die Vorder-
randwurzel der Vorderflügel auffallender röthlich, der gelbliche Innenrandstrich
hei weitem nicht so breit, der lichte Querstreif deutlicher und spitzwinklig
gebrochen, auch die Hinterflügel gegen die Spitze nicht so auffallend verdun-
kelt sein.
Anmerkung 2. Siainton citirt Heracleana F. E. S. 3, b. 286. Die
Diagnose mit alis griseis passt aber gar nicht her, die aus Linne genom-
mene Angabe über die Lebensart der Raupe gehört zu Heracliana, und nur
die Beschreibung der letztern liesse sich zur Noth auf Chaerophylli anwenden.
Da Schläger Heracliana in Fabricius’ Sammlung fand, so mag die der Ent.
syst- wohl dazu gehören. Vergl. Anmerk, bei Heracliana.
334
Anmerkung 3. Fischer v, Röslerstamm fand in der Schiffermüller-
schen Sammlung als Daucella ein „sehr schönes ungespanntes Exemplar‘ der
Chaerophylli. WVie es möglich ist, die letztere für einerlei mit Hübner’s
Bild von Apiella anzusehen, was Charpentier und Treitschke thaten, ist unbe-
greiflich. Sollte nicht nach Treitschke’s Vergleich der Sammlung ein Ver-
tausch von Exemplaren darın vorgekommen sein? Lebte die Raupe von
Chaerophylli auch auf Daucus, was ich nicht glaube, so würde ıch mit FR.
den Namen Daucella auf diese Art übertragen; für jetzt halte ıch für das
Rathsamste, es bei Chaerophylli zu lassen. |
58. Douglasella $taint.
Palporum articuli terminalis nigri medio diluto, apice exalbido;
thorace et capite albido-griseis; alis ant. elongatis apice
subrotundato brunneo-fuscescentibus fusco-striolatis, punctis
duobus mediis (priore saepe obsoleto) deinceps posilis al-
bidis nigro junclis, striga diluta postica obtusangula vel
rectangula.. J%.
Depress. Douglasella: alae anticae sordidae brunneae, numerosis ato-
mis albis irroratae, obtusae; caput thoraxque albida5 palporum articulus
secundus infra griseus, Stainton Transact. V, p. 165. 38. — Cat. p.
17. 28, — Companion ed .l. p. 15, 50, 59. ed. 2. p. 12, 38, 44. —
Tin. brit. p. 97. 30. — Cat. of brit. Microl. p- 63. 30.
Sie steht der Chaerophylli sehr nahe, kann aber wegen
der mancherlei Abweichungen nicht dazu gezogen werden. Statt
einer ausführlichen Beschreibung gebe ich nur die Verschieden-
heiten an. 1, Kopf und Rückenschild sind hell staubgrau, ohne
jedes Roth; ersterer ist im Gesicht weisslich, auf dem Scheitel
ein wenig dunkel bestäubt; die Sehulterdecken sind ledergelblich,
nach vorn braun bestäubt. 2, das letzte Tasterglied ist schwarz
mit weisslich-gelber Spitze und um die Mitte mit gelbbräunlichem,
aussen hellem Staubringe; das 2te Glied ist an der Bürste reich-
lich braunstaubig, aussen am Rücken vor und hinter der weiss-
lichen Mitte mit einem braunen Fleck. 3, die Vorderflügel sind
am Hinterrande weniger abgerundet, so dass der Vorderwinkel
mehr hervoriritt; die Grundfarbe enthält nicht die rothe Bei-
mischung am Vorderrande gegen die Wurzel, sondern ist gelb-
braun mit brauner und hellgrauer Bestäubung. Die schwarzen
Striche sind wie dort, nur hinter dem untern Schenkel des Quer-
streifens sehr verloschen. Auf der Querader steht ein gerun-
335
deter weisslicher Punkt, und vor ihm in gleicher Höhe, durch
einen schwarzen Strich mit ihm verbunden, ein eben so grosser,
doch bei Stainton’s Exemplar in Staub, der die Verlängerung
des schwarzen Sirichs deckt, aufgelöst. Der Querstreif ist stumpf-
winklig oder fast rechtwinklig gebrochen und bleibt daher mit
seiner Spitze viel weiter von der Flügelspitze getrennt; der un-
tere Schenkel steht senkrecht auf dem Innenwinkel, der obere
geht schräg zum Vorderrande, wo vor ihm ein schwarzes Längs-
strichelchen, noch hinter der halben Flügellänge, steht; am Stain-
ton’schen und an mehrern 9. Heyden’schen Exemplaren ist die
Spitze dieses Winkels nach aussen ein wenig verlängert, während
bei den andern Exemplaren diese Verlängerung fehlt. Die
schwarze verflossene Hinterrandlinie erreicht nicht den Innen-
winkel, und die Fleckchen des Vorderrandes vor der Spitze sind
undeutlich. 4, die Hinterflügel sind dunkler grau.
Grösse der Chaerophylli. Die 4 vordern Schienen, und
zwar die mittlern an der Mitte, röthlich; die 4 vordern Füsse
haben an den Gliedern helle, kaum merklich röthliche Spitzen.
Der Afterbusch ist bei einem Exemplar viel dunkler gelblich als
die Seitenfranzen, bei dem andern etwas grauer.
Diese Douglaseila stimmt zwar mit Pulcherrimella in den
2 weisslichen Punkten der Vorderflügel, dem stumpfern Winkel
des lichten Querstreifs, ist aber durch die beträchtlichere Grösse,
die weniger abgerundeten Vorderflügel, den gänzlichen Mangel
fast rosenröthlicher Beimischung auf denselben, sehr bestimmt
verschieden.
Ein Exemplar, das wahrscheinlich aus Böhmen stammt, er-
hielt ich einst von F. v. Röslerstamm als Varietät der Albi-
punctella; ein anderes, englisches erhielt ich von Stainton zur
Ansicht; ein drittes, etwas helleres, schickte mir Schläger aus
der Jenaer Gegend zur Bestimmung; mehrere aus der Wiener
Gegend und bei Hannover gefangene Exemplare vergleiche ich
aus v. Heyden’s Sammlung. Die noch seltne Art kommt im
südlichen England bei Mickleham, Folkstone, Dover und auf der
Insel Wight im Juli und August vor; bei Wien wurde sie im
August um Eichengebüsch gefangen.
Anmerkung. Die meisten Exemplare der v. Heyden’schen Sammlung
und eins im Kaiserlichen Museum heissen Miserella. Herrich’s Miserella
fig. 426, S. 119, für wahrscheinlich identisch mit Douglasella erklärt, will
336
nicht recht stimmen, kann auch nicht ganz genau abgebildet sein, da der lichte
Querstreif eigentlich gar nicht wiedergegeben ist, nach den Begränzungen aber
einen sanft gekrümmten, nach aussen convexen Verlauf hat. Das viele VVeiss
in dem Bilde lässt mich vielmehr an Pulcherrimella, die 48. nicht abgebildet
hat, als an Douglasella denken, und in den WVorten des Textes sind keine
rechten Anhaltspunkte zur Entscheidung gegeben. Ich wage also diese Mise-
rella weder hier noch bei Pulcherrimella zu citiren,
59. Kollari n. sp.
Palpis — -—, thorace et capite griseis, alis ant. valde elon-
gatis apice rolundato fuscescenti-rufis, costae basi sub-
abrupte cana, puncto venae transversae albo.
(2 Mus. Caes. Vindobon.)
Grösser als Nervosa, mit viel länger gestreckten, lebhafter
und dunkler röthlichen Vorderflügeln, deren weisser Querader-
punkt an Albipunctella erinnert, und deren weissgrauer Schulter-
fleck eine Auszeichung vor allen bekannten Arten bildet.
Rückenschild und Kopf fast weissgrau (ersterer in der Mitte,
letzterer auf dem Scheitel abgerieben); Gesicht weisslich. Füh-
ler röthlich mit aussen bräunlichem Wurzelgliede. (Taster bis
auf das weissliche Wurzelglied abgebrochen.) Saugrüssel mittel-
mässig, weisslich. (Vorderbeine abgebrochen.) Beine bleichgelb,
die mittlern aussen braun bestäubt, an den Füssen dunkler mit
hellen Spitzen der Glieder; Hinterfüsse nur grau an den Glie-
derwurzeln. Hinterleib grau, an den Seitenfranzen und dem
Afterbusch graugelblich; Bauch bleichgelb; zu jeder Seite der
Mitte mit dunkelgrauem, nach hinten hellerem und weit vor der
Spitze verlöschendem Schattenstreif.
Vorderflügel 54° lang, sehr gestreckt, an der Spitze abge-
rundet, am Hinterrande sehr convex, hell rothsteinfarben mit et-
was bräunlicher Beimischung, weissgrau bestäubt, besonders an
der Mitte des Vorderrandes. An der Wurzel des letztern ist
ein kleiner weissgrauer, etwas eckiger, ziemlich scharf begränz-
ter Fleck, dessen Wurzel auf dem Vorderrande, also dicht am
Thorax, schwärzlich ist. Die dünne, gelbliche, aus der Flügel-
wurzel kommende Innenrandlinie ist blos durch verdunkelten
Grund begränzt. Die Mitielzelle enthält bis zur Querader weiss-
grauen Staub, zwischen dem hier und da Schwarz durchblickt.
Der weisse Queraderpunkt ist ziemlich gross, gerundet und scharf.
337
Der lichte Querstreif ist äusserst verloschen und kaum kenntlich;
er bricht sich zu einem spitzen Winkel, dessen oberer Schenkel
sich gegen die Mitte des Vorderrandes verliert, während der
untere im Innenwinkel verschwindet. Der folgende Raum ist ein
wenig verdunkelt mit etwas dunklern, wenig auffallenden Längs-
linien. Vor dem Hinterrande, der bis in den Vorderrand rei-
chende, verloschene, schwärzliche Punkte trägt, ist etwas weiss-
grauer Staub. Franzen wie die Grundfarbe.
Hinterflügel weissgrau, hinten wenig dunkler. Franzen gelb-
lich-staubgrau.
Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande verloschen
gelblich bestäubt. Franzen röthlich schimmernd. Hinterflügel
sehr hell grau, längs des gelblichen Vorderrandes und besonders
in der Spitze grau bestäubt. Hinterrandlinie um die Spitze
schwärzlich, auf den Adern breit gelblich unterbrochen.
Das Vaterland des einzelnen, mit den bemerkten Ausnahmen
gut erhaltenen Exemplares ist Sidney in Neuholland.
60. Olerella n. sp.
Palporum articuli terminalis fusci apice exalbido; capite ac iho-
race rufescenli-pallidis, epistomio pallido; alis ant. elongalis
apice rolundato dilute fuscescenti-rufis, fusco-pulverulentis,
siriga post puncium venae transversae albidum dilutiore
aculangula angulo non producto.
In der hellen Färbung der Vorderflügel kommt sie der Ner-
vosa am nächsten; sie unterscheidet sich aber leicht von ihr
durch geringere Streckung derselben, den deutlichen weissen
Punkt der Querader, der dort immer fehlt, und durch die helle
gebrochne Querlinie, deren Spitze sehr weit von der Flügelspitze
enifernt bleibt, während sie dort erst an derselben verschwindet.
Das Endglied der Taster, das bei Nervosa auf der Mitte einen
hellen Ring hat, ist bei Olerella mit Ausnahme der Spitze braun
und nur auf dem Rücken von der Wurzel aus bisweilen etwas hell
bestäubt. — Durch den weissen Vorderflügelpunkt hat sie Aehn-
lichkeit mit Albipunctella; sie ist aber viel heller und hat ver-
hältnissmässig grössere und gestrecktere Vorderflügel,. — Helle
Färbung und grösserer Umfang der Flügel, dazu der Mangel des
schwarzen Fleckes mitten auf dem Scheitel etc. lassen sie der
IX. 22
338
Chaerophylli nicht nächststehend erscheinen. Die kleine Pul-
cherrimella wird leicht durch die 2 schwarzen Gürtel des
letzien Tastergliedes unterschieden.
Grösse der Nervosa. Rückenschild und Kopf bleich gelblich,
röthlich angeflogen, auf dem ersiern nach vorn, und auf dem
Vordertheile der Schulterdecken braunroth, an den Seiten des
Scheitels braunröthlich, im Gesicht unrein weisslich-gelb. Fühler
rothbraun, Wurzelglied braun mit heller Spitze. Taster länger als
der Thorax; 2tes Glied durch Beschuppung stark verdickt, doch
gegen die Spitze etwas abnehmend, innen gelblich-weiss, sonst
rothbräunlich, aussen an der Mitte mit einem hellen Fleck; End-
glied mehr als halb so lang, schwarzbraun, bisweilen auf dem
Rücken von der Wurzel aus hell bestäubt, an der Spitze weiss-
gelblich. Saugrüssel ziemlich lang, gelblich-weiss. An der Seite
des Halses ist ein mehr oder weniger lebhaft hellrother Haar-
schuppenbusch. Beine bleichgelb, aussen gebräunt, die vier vordern
Schienen und Füsse roth angelaufen; alle Tarsen am dunkelsten
braun mit hellen Gliederspitzen. Hinterleib grau, mit graugelb-
lichen Seitenfranzen und Afterbusch; Bauch bleichgelb, dunkler
bestäubt, besonders an den Seiten.
Vorderflügel 44 — 4” lang, ziemlich gestreckt, an der Spitze
gerundet, am Hinterrand sehr convex, nach hinten wenig erwei-
tert, hell rothsteinfarben mit Braun bestäubt.e An der schmalen
gelblichen, aus der Wurzel kommenden Innenrandlinie ist ein
schwärzlicher Wischlleck. Ein schwarzes, schräges, nach hinten
gespitztes, bisweilen in der Mitte unterbrochnes Längssirichelchen
steht vor der Flügelmittie, darunter in der Falte ein länglicher
Punkt. Der weissliche, ziemlich deutliche Queraderpunkt ist theil-
weise schwärzlich eingefasst. Der helle Querstreif, vor dem keine
oder wenige und unmerkliche schwärzliche Strahlstriche stehen,
ist etwas näher am Queraderpuukt als am Hinterrande und bricht
sich in einen spitzen Winkel, dessen Spitze von der Flügelspitze
weit getrennt bleibt; der längere obere Schenkel verliert sich
gegen den Vorderrand etwas hinter dessen Mitie, der untere
in der Flügelspiize. Im dunkeln Raume hinter dem Querstreif
sind schwärzliche Längsstreifen, doch oft undeullich. Vor dem
Hinterrande ist der Grund lichter; die schwarzen Punkte dessel-
ben verloschen; die Franzen lichter als der Grund.
339
Hinterflügel hellgrau, hinten wenig dunkler. Franzen gegen
die Flügelspitze schwach röthlich schimmernd.
Unterseite der Vorderflügel grau mit schmaler bleichgelb-
licher Vorderrandstrieme. Franzen heller grau, aussen etwas
-geröthet. Hinterflügel hellgrau, längs des gelblichen Vorderran-
des und in der Spitze grau bestäubt; Hinterrandlinie um die
Spitze dunkelgrau, auf den Adern unterbrochen.
Vaterland: die Gegenden von Glogau, Frankfurt an der Oder
und Frankfurt am Main. Nur von einem überwinterten, abge-
flogenen, am 14ten Mai gefangenen Männchen weiss ich die Lo-
kalität: den sumpfigen Erl- und Birkenrand des Glogauer Stadt-
waldes. Herr v. Heyden fing sein einzelnes Männchen zu An-
fang. März.
61. Nervosa Haworth.
Palporum articulo terminali nigro-bicincto; alis ant. valde elon-
gatis, apice rotundatis, rubricanlibus, striga postica diluta
peracute fracta, crure superiore valde obliquo.
Depressaria nervosa (the coarse WVainscot) alıs rufis, venis postiee
saturatioribus, annulo medio geminato rufo minutissimo Haworth Lep.
»« Brit. IV, p: 506. 4. — Steph. Cat. 7161, — Illustr, IV, p- 198. 4.
— Allen Hill in Zoologist 1851. p. 3288. — Stainton Transact, V.
p- 167. — Cat. 17. — Suppl. 21. — Companion ed. 1. p. 15, 56, 64.
ed. 2. p. 12, 48, 78. — Tin. brit. p. 98. — Cat. of brit. Microl. 64.
Haemylis daucella: alis ant. fuscescentibus, striis interruptis nigris,
atomis albo cinerascentibus Tr. IX, I. 247. X, 3. 180 u. 279.
Depressaria daucella Z. Isis 1839, S. 196. 1846, S. 284. — Schles.
Schmtauschbl. III (1842), 17. 1V (1843), 18. V (1844), 17.
Tinea apiella Hübn. fig. 9. Pinaris — H. Cat. All. 3966.
? Tinea rubricella, braunröthlichter kleingestrichter Schabe, Wien.
Vzehn. S. 142,5. — ed. Illig. 11. S. 115. — ed. Charp. S. 155.
2 Depress, ultimella Stainton Transact. V. p. 166. pl. 17. fig 6. — Tin.
brit. p. 98. 33.
In der Grösse der kleinern Exemplare von Applana, sehr
ausgezeiehnet dadurch, dass die Spitze des Winkels, in. den sich
der helle Querstreif bricht, weit gegen die Flügelspitze verlän-
gert ist und sie manchmal fast erreicht. Es giebt freilich auch
Exemplare, bei denen der Querstreif ganz verloschen ist und
nur durch die ihn begränzenden dunkeln Aderstriche angedeu-
tet wird.
340
Rückenschild und Kopf etwas heller als die Vorderflügel, im
Gesicht am hellsten. Fühler rothbräunlich mit dunklern Einschnit-
ten, am Wurzelgliede braun, auf der Unterseite röthlich. Taster
länger als der Thorax; 2tes Glied durch die Beschuppung ziem-
lich stark und fast gleichmässig verdickt, auf der Innenseite bleich®
gelblich, an der Bauchseite röthlich-braun, aussen rothbräunlich,
an der Wurzel und Spitze heller, in der beiderseits durch einen
braunen Fleck eingefassten Mitte hellgelblich; Endglied halb so
lang, an der Wurzel und vor der gelblich-weissen feinen Spitze
mit einem schwarzen Bande; diese 2 Bänder laufen auf der Aus-
senseite fast zusammen, sind aber auf der Innenseite durch den
bleich gelblichen Grund scharf getrennt. Saugrüssel mittelmässig
und wie die ganze Gegend der Kehle weissgelb beschuppi. An
der Seite des Halses ist ein hellrother Haarschuppenbusch. Beine
bleich gelblich, die hintern aussen grau bestäubt; die 4 vordern
aussen braun, an den Schienen besonders in der Mitte hellröth-
lich bestäubt, an den schwarzbraunen Füssen mit heller Spitze
des isten, 2ten und 5ten Gliedes. . Hinterleib grau, mit graugelb-
lichem Seitenrande und Afterbusch; Bauch bleichgelb, zu jeder
Seite mit schwarzer, nach hinten verengter und verloschener
Fleckenstrieme.
Vorderflügel 5— 33‘ lang, schr gesireckt, beim 2 weni-
ger, mil stark abgerundeter Spitze und sehr convexem Hinter-
rand, mehr oder weniger lebhaft rothsteinfarben, öfter ins Röth-
lich-hellbraune, reichlich mit grauweisslichen Schuppen bestreut;
am hellsten ist gewöhnlich die Wurzelhälfie des Vorderrandes
und immer der breite Querstreif, der sich in einen sehr spitzen
Winkel bricht; die Spitze dieses Winkels verlängert sich stets
weit gegen die Flügelspitze; der breitere untere Schenkel ver-
liert sich gegen den Innenrand, der obere, viel dünnere ist sehr
schräg gelegt und verliert sich an der Mitte des Vorderrandes
in den lichtern Vorderrandraum. An der Wurzel ist an dem
feinen, hellen, aus der Wurzel kommenden Innerrandstrich ein
starker schwarzer Fleck. In der Mittelzelle an der Medianader
ist ein hellgrauer, schwärzlich gerandeter, hier und da unterbro-
chener Längssirich, der an der Querader endigt; über ihm sind
in verschiedener Höhe hinter einander kurze schwärzliche Längs-
linien, deren hinlerste, durch den Schenkel des Winkelstreifs
unterbrochen, in den Vorderrand vor der Spitze auslaufen: zwei
341
solche bis an den Querstreif reichende Linien kommen aus einem
undeutlichen, bisweilen weisslich gezeichneten Queraderpunkt und
helfen eine Reihe schwarzer, etwas strahlig gestellter Längslinien
bilden, die auf dunklem Grunde bis an den Querstreif reichen.
In den Hinterrand laufen auch 3—4 solche schwärzliche Längs-
linien aus, deren obere bisweilen einwärts den hellen Querstreif
durchschneiden. Eine verloschene, oft sehr undeutliche Reihe
schwärzlicher Punkte umzieht den Hinterrand. Franzen aussen
heller als der Grund.
Hinterflügel sehr hell weissgrau, in der Spitze dunkler, mit
feiner dunkelgrauer Hinterrandlinie. Franzen am Innenwinkel
gelbweisslich, allmählig dunkler und um die Spitze nicht ganz
selten hellroth angelaufen; nahe an der Wurzel sind sie von
einem grauen Schatten durchzogen.
Unterseite der Vorderflügel grau, mit hellröthlichem Vorder-
rande und heller Wurzellinie der Franzen. . Hinterflügel grau-
weisslich, längs des gelblichen Vorderrandes und in der Spitze
grau bestäubt; die auf den Adern unterbrochene Hinterrandlinie
ist um die Spitze schwärzlich, und die Franzen um die Spitze
sind grau.
In England (Stainton!) und mehrern Gegenden von Deutisch-
land, z. B. bei Glogau nicht selten (Z.); bei Frankfurt am Main
und an der Bergstrasse (v. Heyden!); bei Hannover (Krösmann
bei v. Heyden!).
Die Raupe ist gelblich, mit glänzend schwarzem Kopf, einem
schwarzen Fleck an jeder Seite des Prothorax und 3 schwärz-
lichen Längsstreifen, wovon der mittelste in der Rückenmitte, die
andern zu jeder Seite laufen. Von den glänzend schwarzen
Warzen sind die obersten die grössten; jede von diesen ist in
einen hellgelben Ring eingefasst, der in die schwärzlichen Strei-
fen eingreift und darin einen Ausschnitt bildet. Die Vorderbeine
und das Afterschild sind honiggelb. (Eine genauere Beschrei-
bung nach der lebenden Raupe behalte ich mir vor.) Ich habe
sie bisher nur im Juni und Juli in den Blüthen des Phellandrium
aquaticum gefunden, die sie durch eine weissseidene Röhre, in
der sie wohnt, etwas zusammenzieht. Nach Schläger’s Auskunft
wurde ein sicheres Schmetterlingspärchen, das ich zur Ansicht
erhielt, bei Leipzig aus Raupen erzogen, die in den Stengeln
des Sium latifolium lebten Can welcher Pflanze ich noch keine
342
Raupe fand). Die Raupe bohrt sich zur Verpuppung in den un-
tern Stengeltheil ihrer Nahrungspflanze. Die Puppe ist dunkel-
braun, mit gelbbraunem Hinterleibe, ganz ohne Auszeichnung.
Der Schmetterling kriecht nach etwa 3 Wochen aus, hält sich
im Gesträuch an den Rändern der Sümpfe auf, hat eine lange
Lebenszeit und wurde von mir nach der Ueberwinterung noch
am 3. Juni in mehrern Exemplaren von Weidenstämmen geklopfi.
— Allen Hill erklärt die Pflanze, worauf er die Raupe fand,
für Cicuta virosa, vielleicht ein botanischer Irrthum!
Anmerkungl. F.v. Röslerstamm fand in der Schiffermüller’schen
Sammlung „einen Vorder- und einen Hinterflügel“ der Hübner’schen Apiella
als Rubricella. Die WVorte im WViener Vzchn.: „aus der Sammlung des
Grafen v. Traun“ lehren, dass Schiffermüller die Art nicht besass, und die
Charpentier’sche Notiz: „Rubricella war nicht vorhanden“, beweist, dass er
sie auch später nicht bekam. Dass sie jetzt in der Sarumlung existirt, ist doch
wohl nicht anders möglich, als dass Jemand ein Exemplar, auf das die deut-
schen WVorte neben dem Namen zu passen schienen, später machgesteckt hat?
Den Namen Rubricella für die Art anzunehmen, wie FAR. vorschlägt, halte
ich daher für unzweckmässig,
Anmerkung 2. Ich habe zwei Exemplare der Nervosa und zwei der
Ultimella aus Stainton’s Sammlung vor mir. Die erstern gleichen völlig mei-
nen grössten erzogenen Männchen. Die letztern, mit veröltem Hinterleibe —
ein Uebel, das die Depressarien in den englischen, reichlich mit Campher ver-
sehenen Sammlungen noch öfter befallen muss als in den unsrigen — kann
ich durchaus nicht von den Exemplaren unterscheiden, die ich für Nervosa 2
halte und nicht selten zugleich mit Männchen aus Phellandriumraupen erzog;
sie sind kleiner, heller, mit kürzern Flügeln; der helle Querstreif ist zwar
nicht so deutlich, wie bei den dunklen Exemplaren, hat aber durchaus die
Lage und Gestalt wie meine Phellandriumschabe und kann, wenn dieser Quer-
streif das entscheidende Merkmal giebt, durchaus keine andere Art sein.
62. Hirtipalpis n. sp.
(Fig. 7. 8.)
Palporum arliculo terminali piloso-squamato; alis ant. rotunda-
tis griseo-fuscescenlibus, pulvere fusco exasperatis, basi
obscurata. (2 Mus. Mann.)
Ein sehr ausgezeichnetes Thier; die Schuppen des zweiten
Tastergliedes sitzen lockerer’ und in etwas anderer Richtung und
sind länger als gewöhnlich; das Endglied ist bis zur Spitze mit
angen Haarschuppen bekleidet, welche auf dem Rücken weniger
abstehen als auf der Schneide; das Wurzelglied der Fühler trägt
343
lockere Schuppen und Haare und die Vorderschiene auf dem
Rücken lange Haarschuppen bis zur Spitze; selbst am ersten
Vordertarsengliede sind die Schuppen stark verlängert und ste-
hen ab; der breite Hinterleib ist mit langen, lachen Haaren ge-
franzt; der Saugrüssel scheint ganz zu fehlen. — Ausser durch
die Haarschuppen des letzten Tastergliedes wird sie durch die
grobe, gleichsam aufgestreute braune Bestäubung der dadurch
rauhen, hell graubraunen Vorderflügel leicht erkannt.
Grösse und Gestalt der Douglasella. Rückenschild und
Kopf grau-gelbbräunlich; Schuppen der Schulterdecken verlängert
und locker. Fühler graubräunlich, Wurzelglied braun mit heller
Spitze, Augen klein. Taster so lang wie Kopf und Rückenschild,
hell gelbbräunlich, am 2ten Gliede dunkler bestäubt an den En-
den der Schuppen; die Schuppenhaare des Endgliedes mehr ocher-
gelblich. Beine bleich gelblich. Vorderbeine auf der Vorderseite
gebräunt, an den Gliederenden hell; die 2 vorletzten Glieder des
Tarsus ganz braun. Hintertarsen auf dem Rücken graubräunlich,
gegen das Ende dunkler, mit hellen Spitzen der Glieder. — Hin-
terleib graubräunlich mit hellern Hinterrändern der Segmente; die
Haare des Seitenrandes werden gegen das Ende länger und ge-
hen in den Afterbusch über. Bauch bräunlich, an den Ringrän-
dern, und zwar an der Mitte und jeder Seite, ohne scharfe Be-
gränzung gelblich.
Vorderflügel 44‘ lang, gestreckt, an Vorder- und Innen-
winkel ganz abgerundet, staubgraubräunlich mit rölhlicher Beimi-
schung, an der Wurzel braun ohne scharfe Begränzung. Der
reichliche, grobe, braune Staub bildet einige breite, lichte Quer-
schatten. Die gewöhnliche Querbinde hinter der Flügelmitte zeigt
sich als unbestäubterer Grund sehr verloschen; sie biegt sich über
ihrer Mitte stark wurzelwärts. Vor der Flügelmitte liegen in glei-
chem Abstande von den beiden Gegenrändern 2—3 schwärzliche
Staubhäufchen und weiter gegen die Wurzel noch eins. Der
Vorderrand hat an der Wurzel ein schwarzes Fleckchen und
zwischen der Mitte und der Spitze 4 verloschene Costalfleckchen,
die 3 letzten nahe aneinander. Auf dem Hinterrande ist eine
ganz verwischte Reihe brauner Staubpunkte, Franzen etwas hel-
ler als der Grund.
Hinterflügel mit ziemlich abgerundeter Spitze, glänzend, grau-
weisslich, hinten etwas verdunkelt, Franzen von einer Schatten-
344
linie nahe der Wurzel durchzogen und um die Flügelspitze grau
angelaufen. |
Unterseite der Vorderflügel hellgrau mit hellerer Wurzellinie
aller Franzen. Hinterflügel wie oben, längs des Vorderrandes |
und in der bräunlich umzogenen Spitze graustaubig; Franzen mit
gelblicher Wurzellinie.
Mann fing diese Art bei Spalato am 15. Juli und bei Brussa
am 1. August aus Dornhecken.
Abiıhiestn ng .B
63. Dictamnella Tr.
(Fig- 3.)
Magna, palporum articulo secundo longe fascieulato-piloso; alis
ant. dilute brunneis, basim versus fuscis, costa ex basi
einerascenli. (I 2.)
Haemylis dictamnella: alıs ant. fusco corticeis, costa bası rubescenti
alba, atomis albidis ; posticis dilute griseis Tr, X, 3. 181 u. 279. —
F. v. Röslerstamm Beitr. S. 68. Taf. 33. fig. 5. — Dup. Cat. p- 335,
— (Hemilide du dictame) Dup. Hist. VIII, p. 150. 1523. pl.291, fig.3. J.
Depressaria — Z. Isıs 1839. S. 196. 26. — Stainton Transact. V, p. 169, 48.
* Var. b, costa prope basim rufescente, interne albo - margi-
nata, venis in costam ei marginem posiicum exeunlibus
nigris. Herrich-Schff. üg. 429.
In der Grösse und Gestalt der D. altaica, vor allen Gattungs-
verwandten durch den verlängerten Tasterbusch ausgezeichnet.
Kopf und Rückenschild hell röthlich-grau, mit schwarzbrau-
nen Schulterdecken und solchen Seiten des weissgrauen Unter-
gesichts. Fühler hell gelblich-grau, Wurzelglied rothbraun. Lip-
pentaster langer als Kopf und Rückenschild zusammen, hellgrau,
öfters rölhlich- grau, aussen von der Wurzel aus bis zur Hälfte
des 2ten Gliedes roihbraun; dieses mit verlängerten Schuppen,
welche einen zusammengedrückten, dreieckigen, auf der Ober-
seite mit der gewöhnliehen Längsfurche versehenen Busch bil-
den; Endglied so lang wie das 2te Glied, aufgerichtet, dornför-
345
mig, an der Wurzel braun und mit braunem Fleck vor der Spitze.
Saugrüssel kurz. Beine hell röthlich-grau; Vorderschenkel aus-
ser einer weissgrauen Rückenlinie, Mittelschenkel an der Licht-
seite, Mittelschiene ganz ausser an der weissgrauen Bauchschneide,
Hinterschenkel an der Lichtseite dunkelbraun; die besonders auf
der Rückenschneide langhaarige Hinterschiene hat aussen an der
untern Schneide eine mehr oder weniger dunkelbraune Strieme
und braune, an der Spitze weissgraue Dornen. Hinterleib hell-
grau, an den Seiten stark mit röthlich-grauen oder staubgrauen
Schuppenhaaren gefranzt und mit reichlichem röthlich-grauen Af-
terbusch; der Bauch hat 2 breite, nach hinten verdünnte, laterale
schwarzbraune Striemen.
Vorderflügel beim 9 63 — 52°‘ lang, beim 2 eine Linie
kürzer, ziemlich gestreckt, am Vorderwinkel fast abgerundet und
mit stark convexem Hinterrand, hell rothbraun, gegen die Wur-
zel gesätligter, nach hinten mehr grau gemischt, vor dem Hin-
terrande mit kurzen, parallelen, verloschenen, schwarzen Längs-
linien, von denen die am Innenwinkel die schärfsten und läng-
sten sind. Der Vorderrand ist in einer breiten Strieme an der
Wurzel hellgrau und einwärts schwarz gesäumt, nach hinten all-
mählig dunkler und in die Grundfarbe verfliessend. Der schwarze
Queraderpunkt ist meist mit weissgrauen Schuppen verdeckt; von
ihm gehen etwa 4 schwärzliche Linien strahlig aus. Am Hinter-
rand ist eine bis in den Vorderrand fortgesetzte Reihe schwärz-
licher Fleckchen. Franzen bräunlich- grau.
Hinterflügel am Hinterrand stark ausgeschwungen, eiwas sei-
denglänzend weisslich-grau, nach hinten dunkler; Franzen grau,
um den Vorderwinkel röthlich schimmernd.
Unterseite seidenglänzend; Vorderflügel dunkelgrau mit hel-
lem Vorderraud; Hinterfiügel hellgrau, am Vorderrand und in der
Spitze dunkelstaubig.
Herrich-Schäffer bildet eine männliche Varietät ab, bei
welcher sich die Grundfarbe der Vorderflügel gegen die Wurzel
kaum verdunkelt; alle in die Ränder auslaufenden Adern sind in
ziemlicher Länge schwarz; eine solche Linie kommt aus der Wur-
zel und läuft in der Falte etwa bis zur Hälfte derselben. Der
Vorderrand ist von der Wurzel bis zur Flügelhälfte fuchsroth und
wird durch eine kurze weisse, auf der Subcostalader von der
Wurzel hinlaufende Linie begränzt.
346
Die grünlich-graue, schwarzköpfige Raupe lebt im Juni auf
Dictamnus albus; der Schmetterling kriecht Ende Juli und im
August aus.
Vaterland: Ungarn (FR!); Oestreich bei Wien (Lederer);
Frankfurt am Main (». Heyden!).
Orthotelia Steph.
(Fig. 10— 13.)
Orthotaelia Steph. Agoniopteryx Tr. Caulobius Dup. Haemylis Z.
Char. essent. Abdomen elongatum, convexum, non margi-
natum. Palpi breviusculi, eylindrici, reflexi, articulo ter-
minali praecedentem longitudine superante. Alae brevi-
ter ciliatae, anleriores iruncalae.
Char. natural. Caput laevigatum, oculis parvis, ocellis nullis.
Antennae abdomine breviores, articulis distinctis, elon-
gato-obconicis.
Haustellum brevissimum, squamis obtectum.
Palpi maxillares brevissimi, distincli, cylindrici.
Palpi labiales thoracis longitudine, reflexi, graciles, cy-
lindriei, acuminati, articulo ultimo penultimum longitu-
dine superante,
Abdomen elongatum, convexum, subcarinatum, non mar-
ginatum, fasciculo anali exiguo, truncato.
Alae oblongae, breviter ciliatae, anteriores postice di-
latatae, truncatae, costa subtus prope basim reflexo-pi-
losa; posteriores ante apicem non relusae, costa sub-
rectangula.
Orthotelia bildet den Anfang der Reihe von Gattungen, welche
sanft in die echten Gelechien übergeht, aber gegen Depressaria
scharf abgegränzt ist. Alle Arten derselben scheinen in Stäm-
men und Stengeln zu leben und auch im ausgebildeten Zustande
eine andere Lebensweise als Depressaria zu haben. Orthotelia
ist, so viel ich jetzt ohne Ansicht eines Exemplars aus dem Ge-
nus Cryptophasa urtheilen kann, diesem Genus am nächsten ver-
wandt. Sie haben beide einen sehr kurzen Saugrüssel, verhält-
nissmässig kurze Lippenlaster und wenigstens im weiblichen Ge-
schlecht auffallend kurze Fühler. Bei Orthotelia ist das Endglied
347
fast so dick wie das zweite Glied, nur mit feiner Spitze, und
übertrifft dasselbe in der Länge; diese Verhältnisse gelten auch
bei der Unterscheidung von Cryptolechia, Loxotoma, Auxocrossa,
Mesoptycha und Antaeolricha. Dei Orthotelia sind ferner die
Glieder wenigstens an der Endhälfte stark abgesetzt und umge-
kehrt kegelförmig. Ausserdem sind die Vorderflügel hinten ge-
rade abgeschnitten mit scharf gespitztem Vorderwinkel, und am
Vorderrande befindet sich auf der Unterseite nahe der Wurzel
ein Kamm verlängerter Schuppen, der beim Männchen länger ist
als beim Weibchen. Die Hinterflügel sind ziemlich lang gestreckt
und am Hinterrand vor der Spitze etwas eingedrückt. Auch mö-
gen die beiden zurückgekrümmten Hörner an der Stirn der Puppe
einen generischen Unterschied von den unbewaffneten Puppen der
Cryptophasen bieten. Die Gürtel von Dörnchen an den Hinter-
leibsringen sind wahrscheinlich ein Eigenthum aller Puppen aus
den im Folgenden behandelten Gattungen. |
Der älteste Gattungsname ist der von Stephens gegebene;
ihn aber in seiner Urgestalt zu lassen, ist, da er offenbar von
vEAos abstammt, unmöglich.
1. Sparganiella Thunberg.
Alae ant. lutescentes vel dilute ochraceae, obscurius venosae
postice obscurae violaceo-nitidulae; posteriores sericeae
pallidae. (* 2.)
Tinea sparganella: ferrugineo-aurea, alis punctis tribus fuscis T’hund,.
dissert. VII, p. 95.
Haemylis sparganiella Tr. IX, 1. p. 261. — Z. Isıs 1839, S, 195.
— Schles. Schmtauschbl. IV (1843), S. 18,
Agoniopteryz (!) sparganiella Tr. X, 3. p. 185 u. 278.
Caulobius sparganiellus Dup. Hist. VII, p. 160. 1526. pl. 291. fig.
7-9. — Cat. p. 333.
Orthotaelia sparganiella Stainton Transact. V, p, 151. — Cat. 16.
— Suppl, 21. — Companion ed. 1. p. 14, 46, 50.
Orth. sparganella St. Companion ed. 2. p. 11, 37, 43, 73, 76. — Cat.
brit. Microl. p. 53%. — Brit. Tin. pag....
Depress. venosa (the wainscot Flat-body) Haw. Lep. brit. IV, p. 506.
3. — Steph. Cat. 7159. — Illustr. IV, p. 198.
Orthotaelia venosa Steph, Cat. 7155. — lllustr. IV, p, 195. pl. 35. fig. 3.
* Orthotaenia nervosa Ent, Mag. 1, 442 (secund. Stainton).
Tinea tostella Hübn. fig, 456.
Haemylis tostella Kollar Vzchn, S. 92.
? Tinea Boieella Freyer N. B. 11, S, 120. "Taf. 168. fig. 3.
348
In veränderlicher Grösse, wie Depr. Herachana. Rücken-
schild und Kopf ochergelb, ersterer dunkler angelaufen. Fühler
hell ochergelb, & etwas kürzer als der Hinterleib, @ nur halb
so lang, ziemlich fein, an den mehr cylindrischen Gliedern ge-
gen die Wurzel hin etwas verdickt; die übrigen Glieder sind
cylindrisch, am Ende erweitert, also umgekehrt kegelförmig, die
obern mit je einem Borstenzähnchen am Ende an jeder Seile,
alle microscopisch pubeseirend gefranzt. Taster hell ochergelb,
aussen gesätligter, kaum von Rückenschildslänge, ziemlich schlank,
fast cylindrisch, an der Bauchseite etwas locker beschuppt; das
Endglied länger als das 2te Glied mit scharfer Spitze. — Beine
bleich gelblich, die vordern an der Lichiseite gebräunt, die mitl-
lern auf dem Rücken weniger dunkel; Hinterschiene ziemlich
schlank und ohne besonders lange Schuppen. Hinterleib weit
über die Hinterlügel hervorstehend, beim Weibchen stark ver-
längert, bleich ochergelb, mit schwachem, beim 9 schärferem
Mittelkiel; die Segmente hinten durch die Schuppen gefranzt, die
an den Seiten nicht als Büschel hervorstehen; Afterbusch dünn,
kurz, abgestulzi; der weibliche Legestachel steht kaum daraus
hervor.
Vorderflügel 9 5 —53, 2 55 — 6%’ lang, etwas gestreckt,
mit sanfı convexem, hinten fast gradlinigem Vorderrand, spitzem,
schwach abgerundetem Vorderwinkel, etwas concav herabgehen-
dem Hinterrand und abgerundetem Innenwinkel. Die glänzende
Grundfarbe ist mehr oder weniger dunkel, hell ochergelb bis
lehmgelb, oberhalb der Medianader verdunkelt, welche Verdun-
kelung sich in der Breite und Intensität zunehmend bis an den
Hinterrand verlängert und mehr oder wenig lebhaft purpurfarbig
schimmert, wie öfters die ganze Fläche. Die Adern treten in
etwas hellerer Färbung hervor, und die Zellen sind von mehrern
verloschenen dunklern Längslinien durchzogen, so dass die ganze
Fläche eft vielstreifig erscheint; bei manchen Exemplaren fehlen
diese Längslreifen völlig. Die lebhaft gestreiften haben in der
hellen Flügelfalte eine Reihe von 4, 3 oder 2 braunen, mehr
oder weniger scharfen Punkten, und auch in dem dunklen Raume
zwischen der Querader und dem Hinterrand sind bisweilen einige
zerstreule Punkte sichtbar. Die Vorderrandlinie ist hell, die Fran-
zen gebräunt, glänzend.
349
Hinterflügel gestreckt mit kurzem Innenrand, ganz stumpfem
Innenwinkel, convexem, vor der Spitze schwach eingedrücktem
Hinterrande und spitzem, etwas abgerundetem Vorderwinkel, sei-
denglänzend bleichgelb oder schmutzig weisslich, am Hinterrand
vor der Mitte grau angeflogen.
Unterseite gelblich oder graugelblich, im Mittelfelde in wech-
selnder Ausdehnung und Dunkelheit braun angelaufen, was nicht
selten die ganze Fläche überzieht; Vorderrandlinie gelblich. Fran-
zen an der Wurzel ochergelb, dann violetibraun. Hinterflügel
bleich gelblich, längs des Vorderrandes bisweilen grau ange-
laufen.
Die gewöhnlich nicht häufig vorkommende Schabe fliegt im
Juli und August in Sümpfen, Teichen, Gräben und Pfützen, worin
ihre Nahrungspflanzen, Sparganium ramosum und Iris pseudacorus,
wachsen, in Schweden (Thunberg) — in England an mehrern
Stellen (Stephens, Stainton) — in Frankreich bei Chäteaudun
(Guenee bei Dup.) — in Deutschland bei Frankfurt am Main
häufig in allen Sümpfen (v. Heyden); bei Darmstadt (Tr.); in
der Mark Brandenburg bei Berlin (Kirchner!) und im Havellande
bei Hage (Moritz bei Tr.); bei Hannover (v. Heyden!); in Schle-
sien bei Glogau an einem See (Z.); in Pommern bei Stettin (He-
ring); in Oestreich bei Wien (Kollar).
Die Raupe, bei Tr. durch Moritz, bei Duponchel durch
Guenede genau beschrieben, lebt in einer Röhre, die sie in den
Blättern des Sparganium oder (nach Guenee) an der Wurzel der
Irisblätter gräbt; sie verpuppi sich in dieser Röhre. Nur Puppen
fand ich Mitte Juli, und nach diesen kann ich den vorhandenen
Beschreibungen hinzufügen, dass die ganze Gegend um die bei-
den zurückgebogenen Stirnhörner gekörnelt ist, und dass statt
der 2 Seitenhörner eigentlich nur 2 glatte, zahnarlige Höcker
vorhanden sind. Ob beim Auskriechen die Puppe mit hervor-
dringt, oder wie bei den Nonagrien zurückbleibt, konnte ich nicht
beobachten, da mir kein Schmelterling auskam. Moritz fing ein
verflogenes Männchen schon am 28. Juni.
Anmerkung l. Stainton citirt Depr. venosa Steph. nur mit ? Al-
lein Stephens hat die Diagnose der Haworth’schen Venosa wörtlich abgeschrie-
ben und die Beschreibung derselben fast Wort für WVort übersetzt. Es war
sicher nur eine Nachlässigkeit, die Art nicht als Depressarie zu streichen, als
er sie zu einem besondern Genus erhob, In diesem nennt er die Taster son-
350
derbarer Weise »schr lang«, während Tr. sagt: »die kurzen, aufgekrümmten
Palpen«.
Anmerkung 2. Agon. palustrella Tr. in Jit., die in manchen Ca-
talogen aufgeführt und von Stainton in den Transactions I. c. erwähnt wird,
habe ich in einem von Treitschke an F.v. Röslerstamm gegebenen Exemplar
gesehen ; es war nichts als ein Männchen der Sparganiella mit hellen Vorder-
flügeln, auf denen die Adern in strohgelblicher Farbe etwas stärker als ge-
wöhnlich hervortraten,
Anmerkung 3. Ich nehme mit den Autoren an, dass Sparganella bei
Thunberg nur ein Druckfehler ıst; obgleich das Sparganıum dort nicht er-
wähnt wird, so ist es doch zu offenbar, dass Bjerkander die Schabe durch die
Zucht gewonnen und als ächter Linneaner nach der Futterpflanze benannt hat.
Anmerkung 4. Ueber Boicella s. Yeatiana Anm. 2,
Cryptophasa Lewin.
Char. essent. Palpi breviusculi reflexi acuti. Haustellum
brevissimum. Antennae J ciliatae, apicem versus nudae,
Q breves. Abdomen carinatum. Alae breviter cilialae.
Dies Genus ist von Orthotelia sehr sicher verschieden, von
Cryptolechia mag der Unterschied weniger scharf sein. Doch
mögen die kurzen Taster, der kurze Saugrüssel und die kurzen
Fühler des Weibchens zur Trennung von der ohne Zweifel sehr
artenreichen Gattung genügen. Da ich jetzi nur die Beschrei-
bung einer Art und die ungenügenden Mittheilungen Lewin’s zur
Hand habe, so kann ich im Allgemeinen nicht mehr sagen, als
dass Cryptophasa hauptsächlich auf Australien angewiesen und
nicht arm an Arten zu sein scheint, und dass einige Arten eine
Grösse haben, nach welcher Lewin sie zu den Spinnern rechnete.
1. Albacosta Lewin.
Magna, alis ant. oblongis albis, interius latissime lilacino -niti-
dulis, margine postico luteo; posterioribus nigro-fuscis,
margine ciliisque albis. (Q.)
* Cryptophasa albacosta Lewin Prodromus of Entomology (Natural
History of Lepidopterous Insects of New-South-VVales) p. 12. pl. 11.
fig. 1-4. — Thon’s Archiv I, S. 36. Taf. 3. fig. 2, ad.
In der Grösse der Triph. subsequa. Kopf und Rückenschild
gelblich-weiss; Scheitelhaare etwas locker, Die weiblichen Füh-
ler verhältnissmässig sehr fein und dabei sehr kurz, fadenförmig,
351
weiss mit starkem, länglichem, oben gerade abgeschnittenem
Wurzelglied. Taster aufgekrümmt, mit der Spitze nur die Höhe
der Stirn erreichend; an dem 2ten Gliede cylindrisch, wenig zu-
sammengedrückt, mässig dick, mit gleichmässiger Beschuppung;
Endglied nicht scharf abgesetzt, kürzer als das 2te Glied, dünn
und sehr fein zugespitzt. Saugrüssel kaum 2° lang, dünn, ho-
niggelb, auf dem ganzen Rücken weissschuppig. Beine weiss
und kräftig; die 4 vordern Tarsen haben braune Wurzeln der
Glieder; vom Hintertarsus ist nur das erste Glied da, welches
auf der Unterseite viele honiggelbe Stacheln trägt; die Hinter-
schiene hat auf dem Rücken lange gelblich- weisse, angelegte
Haare, und die 4 Dornen, von denen das obere Paar ein wenig
vor der Mitte ist, laufen jeder in einen honiggelben Stachel aus.
Hinterleib viel schlanker als im Bilde, convex mit scharfem Mit-
telkiel des Rückens, braun, an der Wurzel mit weissen, am Ende
mit hellbraunen Haaren. Afterglied am Ende und an den Seiten
ochergelb. Legestachel dick, rothbraun, röthlich borstig. Bauch
und Randbüschel der letzten Segmente hell ochergelb.
Vorderflügel 12 lang (beim zufolge des Bildes etwa
2‘ kürzer), länglich, mit schärferer Spitze und abgerundeterm
Innenwinkel als im Bilde, weiss. Von der Unterseite scheint die
dunkle Farbe durch, und so erscheint ein Raum, der 3 der Flü-
gelbreite und 3 der Länge beiträgt, den Innenraum einnimmt, aber
die Basis frei lässt und hinten scharf und schräg (nicht senkrecht
wie im Bilde) abgeschnitten ist, grau und mit lilafarbigem Schim-
mer. In und über der Falte sind einige schwarzbraune Schup-
pen; (es giebt vielleicht noch mehr Zeichnungen, die aber ver-
wischt sein mögen). Vor und hinter der Querader ist der Grund
weisslich, und so entsteht hier ein grauer Winkel, für welchen
das Bild einen in der Wirklichkeit nicht vorhandenen Ring giebt.
Der schmale rostbraun schuppige Hinterrand hat vor sich eine
schmale graue, lilaschimmernde Binde. Franzen grau, gegen den
Innenwinkel weisslich, mit grauer Schattenlinie nahe der Wurzel
durchzogen.
Hinterflügel schwarzbraun, an der Wurzel mit braunen Haar-
büscheln, deren Wurzeln zum Theil weisslich sind. Der Hinter-
rand ist schmal weisslich (nicht gelb und von braunen Adern
durchschnitten wie in fig. d.), was sich in der Flügelspitze er-
352
weitert, gegen den Innenseinlsel; aber sehr verengert, Die Vor-
derrandzelle ist weiss.
Unterseite der Vorderflägel: an der Wurzel und den Rändern
weiss, im Mittelraum braun, welche Farbe sich nach hinten ver-
dunkelt und ziemlich scharf abschneidet. Der Hinterrand ist an
der Flügelspitze lehmgelblich angeflogen. Hinterflügel wie oben.
Vaterland: Ostküste von Neuholland. Die Raupe lebt in den
Stämmen der Banksia serrata, verpuppt sich im Januar in der
Höhle ohne Gespinnst und der Schmetterling erscheint im Fe-
bruar an den Spitzen hoher Sträucher (Lewin).
(Ein Exemplar, von Herrich-Schäffer zur Ansicht geschickt.)
— 2. Irrorata Lewin.
Magna; alis omnibus obscure cinereis, ciliis albido fuscoque
alternatis; ant. oblongis, fusco-alboque irroratis, annulo
venae transversae nigricante. (d' 2.) |
* Cryptophasa irrorata Lewin ]. c. p. 11. pl. 10. fig. 1-5, — Thon’s
Archiv I, S. 35. Taf. 3. fig. 1. a—d.
Vaterland der vorigen. Die Raupe lebt im Stamm einer Ca-
suarina und trägt in der Nacht Blätter zum Futter in ihre Höhle
(?). Der Schmetterling im Februar.
+ 3. Rubescens Lewin.
Magna; alis anterioribus oblongis, 9 fusco-Iuteis, costa ex basi
ultra medium strigaque ante medium pallidis, 2 luteis, ro-
seo-suffusis; posterioribus dilute ochraceis.
* Cryptophasa rubescens Lewin ]. c. p. 13. pl. 12. fig. 1-5. — Thon’s
Archiv I, S, 36. Taf. 3. fig. 3, a—d.
Vaterland der vorigen. Die Raupe lebt auf gleiche Weise
in Mimosa ensifolia; der Schmetterling kommt nach einer längern
Puppenruhe zu Ende Februar aus.
+ 4. Pultenaeae Thon.
Abdominis basi supra rufa; alis ant. oblongis, punclis disci me-
dii tribus majusculis serieque punctorum marginalium ni-
gris; posierioribus g' nigris albo-ciliatis, 2 albis, in mar-
gine poslico nigro-punctatis.
Cryptophasa Pultenaeae Thon Archiv I, S.36, Taf. III. fig. 4. a—d.
*» — Pultenae Lewin 1. c. p. 14. pl. 13. fig. 1—5.
353
Schon merklich kleiner als die vorige, zumal das Männchen.
Vaterland: Neu-Südwales. Die Raupe in den Stämmen von
Pultenaea villosa, die Schabe nach einer Puppenruhe von 31 Ta-
sen im März in Wäldern.
+ 5. Strigata Lewin.
Alis fuscescenti-albidis nitidulis, ant. stria ex basi in apicem
fusca. 2.
* Cryptophasa strigata Lewin 1. c. p. 15. pl. 14, fig. 1-5. —
Thon Archiv I, S. 36. Taf. III. fig. 5. a—d,
So gross wie Tortr. piceana. Raupe in Banksia serrata;
Schmetterling nach einer 22tägigen Puppenruhe im Februar auf
Banksiensträuchern um Sidney.
Cryptolechia Z.
Char. essent. Palpi longi reflexi corniformes. Antennae ab-
dominis longitudine, & ciliatae. Alae ant. costa prope
basim convexa, posteriores latae costa g‘ simplici, mar-
gine poslico ante apicem retuso, breviter ciliatae. Abdo-
men dorso carinato convexum.
Char. naturalis: Caput squamis decumbentibus, ocellis nul-
lis, oculis majusculis.
Antennae abdominis longitudine vel longiores, articulis
confertis, S\ ciliatae.
Haustellum mediocre basi squamalta.
Palpi maxillares breves, filifformes, conniventes.
Palpi labiales thorace longiores, reflexi, modice incras-
sati, articulo terminali selaceo acuminato.
Pedes mediocres, tibiae posticae in dorso longius pilo-
sae, calcaribus validis.
Abdomen modice longum, convexulum, dorso distincte
carinatum, poslice planum ac subcoarctatum, fasciculo
g\ anali mediocri.
Alae anteriores latiusculae, tortriciformes, costa prope
basim convexa, postice rectilinea vel modice convexa,
apice acuto vel obtuso vel obtuse rotundato; venae sim-
plices,
IX, 23
Alae posteriores amplae, breviter ciliafae, costa vix
convexula, margine postico ante apicem impresso, ve-
nis simplieibus.
354
Alle hier vereinigten Arten haben mehr als die Depressarien
ein wicklerähnliches Ansehen; in ihrer Flügel- und Hinterleibs-
bildung weichen sie aber bedeutend unter einander ab, so dass
zu erwarten ist, dass, obgleich ich mein Genus Stenoma einge-
zogen habe, eine Auflösung in mehrere Gatlungen erfolgen muss;
als Typus für Cryptolechia-sehe ich meine Cr. flava_ an, die ich
nur im männlichen Geschlechte. ‚kenne, bei welchem der Hinter-
eib nur einfach convex und an den Seiten reichlich mit abwärts
gerichteten verlängerten Schuppen gefranzt ist. Bei den andern
Arten haben die bekannten Männchen den Hinterleib nach hinten
verengt, wodurch der Afterbusch um so stärker hervortritt; bei‘
Straminella ist er sogar wie bei den Antaeotrichen wulstig ge-
== randet. Die Vorderflügel zeigoen eine grosse, durch Uebergänge
ausgeglichene Verschiedenheit in der Breite und Zuspitzung; wäh-
rend sie bei flava, immunda, albella nach hinten breiter werden,
verengen sie sich bei Loxogrammos, Schlaegeri, Leucillana so
beträchtlich, und bilden bei Indecora, decora, picta so sanfte
Bindeglieder, dass ich die mit wer übereinstimmend
gebauten frühern Stenomala nicht länger getrennt halten kann .
In seinem jetzigen Bestande unterscheidet sich Cryptolechia
von Cryptophasa durch die längern Taster, deren Spitze weit
über den Kopf sich erhebt (jedoch nicht so sehr bei Cr. Schlae-
geri), den ausgebildeten Saugrüssel und die in beiden Geschlech-
tern gleiche, beträchtliche Länge der Fühler.
Loxotoma stimmt in Tastern, Fühlern und Saugrüssel über-
ein, hat aber ein phryganeenähnliches Ansehen und weicht also
schon durch den Habitus von Cryptolechia sehr ab. Als Haupt-
verschiedenheit hat Cryptolechia die grösste Convexität des Vor-
derrandes nahe der Basis, worauf er in gerader oder sanft ge-
krümmter Linie hinläuft, stalt dass bei Loxotoma nach der Mitte
eine zweite, viel slärkere Convexilät und dann eine sehr schräg
abwärts gerichtete Linie folgt; ausserdem hat Cryptolechia ein-
fache Vordertarsen.
Auxocrossa möchte zufolge der Vorderflügelgestalt in die
Nähe von Crypt. grandaeva und tristrigala gestellt werden; allein
355
diese Arten haben wie alle Cryptolechien und wie Loxotoma
kurze Franzen gegen die Spitze des Vorderrandes, während sie
bei Auxocrossa ganz die Beschaffenheit und Länge der Hinter-
randfranzen annehmen und dem Theil des Vorderrandes, auf dem
sie sitzen, ganz das Ansehen geben, als ob er einen Theil des
Hinterrandes selbst ausmacht.
Mesoptycha kommt in der Vorderflügelgestalt am nächsten
der Cr. Renselariana; nur hat der Innenwinkel durch Verlänge-
rung der Franzen eine convexere Abrundung, und dieses Merk-
mal muss genügen, wenn man nur die Weibchen vergleicht. Bei
den Männchen von Cryptolechia fehlt an den Hinterflügeln die
fallig zusammengezogene Längslinie und an den Vorderschienen
die starke Verdickung durch verlängerte Schuppenhaare; auch ist
der Hinterleib nicht so auffallend wulstig gerandet wie bei Me-
soptycha und Antaeotricha.
Antaeotricha ist blos auf die Eigenheiten der Männchen
gegründet; im weiblichen Geschlecht kommt diese Gattung den
Cryptolechien, die wie Loxogrammos, Leucillana und Schlaegeri
gebildete Vorderflügel haben, so nahe, dass ich befürchte, Albi-
cilla und bicolor, von denen ich nur Weibchen zur Untersuchung
habe, werden sich später als Antaeotrichen ausweisen. Im männ-
lichen Geschlecht hat Cryptolechia an den Hinterflügeln eine un-
beträchtliche Convexität des Vorderrandes vor der Mitte, welcher.
des sonderbaren Schuppenbesatzes von Antaeotricha ermangelt,
und überdies fehlt auch der nahe der Wurzel entspringende,
unter dem Innenrande der Vorderflügel verborgene lange Haar-
busch.
1. Uncinella n. sp.
Parva; alis ant. longiusculis subfalcatis luteis, costa vitellina,
macula costali ciliisque externe nigris; posterioribus di-
lute flavis.
In der Grösse und Filügelgestalt ungefähr wie eine kleine
Tortr. heparana Q, durch die ziemlich stark sichelförmigen, unter
der Spitze eingedrückten Vorderflügel ausgezeichnet. Rücken-
schild röthlich-lehmfarben. Kopf grau, Gesicht am Rande hell
dottergelb. Fühler grau, lang gefranzt, am Wurzelgliede mit
heller Längslinie. Maxillarlaster blassgelb, gegen einander ge-
neigt. (Lippentaster fehlen.) Saugrüssel von Thoraxlänge, gelb,
356
an der Wurzel etwas beschuppt. — Vorderbeine: Hüfte dolter-
gelb; Schenkel rostbraun, oben braun, aussen purpurroih-braun;
Schiene braun mit blutrothem Haarbusch der Unterseite; Fuss
braun. Mittelbeine dottergelb; Schiene innen weissgelblich, am
Ende grau; Fuss hellgelb, mit grauem Rücken. Hinterbeine hell-
gelb, aussen doltergelb angelaufen mit gelbgrauen Schienendor-
nen und gelbgrauem Fuss. (Hinterleib fehlt.)
Vorderfllügel 5° lang, ziemlich länglich mit sehr schwach
convexem dottergelben Vorderrande, fast sichelförmig vortreten-
der Spitze und seicht eingedrücktem Hinterrande unter der Spitze.
Grundfarbe sehr gesätligt röthlich-lehmfarben, vor dem Hinter-
rande mehr mit Rostgelb gemischt, sonst mit einem grauen Reif
überzogen. An der Mitte des Innenrandes ist ein kleiner braun-
grauer Nebelfleck, auf der Querader ein schwärzlicher Punkt und
ihm näher als der Flügelbasis ein kleinerer. Am Vorderrande,
dessen Dottergelb sich an der Flügelspitze etwas erweitert, :hängt
hinter dem Queraderpunkt ein violeitlich- schwarzer, schmaler,
nach innen gespitzter und nach aussen gerichteter Fleck. Fran-
zen rosibraun, aussen, wenigstens auf der Vorderrandhälfte, bran-
dig schwarz.
Hinterflügel einfarbig hell dottergelb; Franzen blass rosen-
farbig.
Unterseite der Vorderflügel ochergelb, am Vorderrand hell,
im Mittelraum gegen den Innenrand braungrau. Franzen blut-
roth, aussen schwarz. Hinterflügel wie oben, in der Spitze bräun-
lich-roth besläubt, auf dem Hinterrande vor derselben mit 5 fei-
nen schwarzen Punkten. Franzen hell blutroth, aussen hellgrau.
Vaterland: Neuholland. (Ein Männchen in meiner Sammlung.)
2. Straminella Z.
Parva; alis ant. brevibus sulphureis, costae basi anguste nigra,
puncto disci postico fusco.
Cryptolechia siraminella Z, Lepidopt. micropt. Caffr. p. 107.
Wie eine sehr kleine Tortrix viridana in der gelben Varie-
tät, hinreichend kenntlich durch die in der Diagnose gegebenen
Merkmale. Beschreibung s. a. a. O.
Vaterland: das Land der Kaffern und die Gegenden um den
Orange- und den Limpopofluss. (2 Exemplare in meiner Sammlung. )
357
3. Castella Z.
Capite, thorace alisque ant. brevibus salurate carneis, alarum
posteriorum apice carneo-suffuso.
Cryptolechia castella Z. Lepid. micropt. Caffr. p. 107.
Fast so klein wie Straminella mit ähnlich gebauten Vorder-
flügeln, deren Grundfarbe gesätligt fleischfarben ist.
Vaterland: der Berg Bosjesmansrand im Kafferlande. (1 2
Mus. Holm.)
4. Flava Z.
Alis ant. brevibus poslice ampliatis, sub apice subrelusis, fer-
rugineo-flavis, linea ciliorum roseorum violacea. (d".)
Depressaria flava Z. Isıs 1839. S. 195. 30.
Keiner mir bekannten Art ähnlich, in der Grösse veränder-
lich wie Tortrix sorbiana. Rückenschild und Oberkopf etwas hell
dottergelb; die Haarschuppen des Hinterkopfs sträuben sich auf-
wärts und die der Seiten des mehr weisslichen Gesichts gegen
einander, wodurch letzteres fast verdeckt wird. Fühler bräun-
lich, gegen das rosigelbliche Wurzelglied in diese Farbe über-
gehend, lang und dicht zart gefranzt, gegen die Spitze nur laa-
rig. Taster so lang wie Kopf und Rückenschild zusammen, stark
gekrümmt, schlank, von der Wurzel aus bis zur Spitze allmählig
verdünnt, eiwas zusammengedrückl, blass doltergelb, aussen ge-
sättigter und gegen die Wurzel bräunlich besläubt; das Endglied
so lang wie das 2te Glied. Rüssel ziemlich lang, weissgelblich be-
schuppt. Brust schneeweiss. Vorder- und Mittelbeine an Schen-
kel und Schiene innen weiss, aussen staubig braun mit weisser
Spitze der Schiene und des ersten Tarsengliedes; Hinterbeine am
Schenkel weiss, sonst blassgelb mit reichlich behaarter Schiene,
an welcher die äussern Dornen aussen geschwärzt sind. — Hin-
terleib blass dottergelblich, flach convex, nach hinten reichlich
haarschuppig, an den Seiten durch Haarschuppen gefranzt, die
besonders an der Endhälfte reichlich sind. Afterbusch ziemlich
lang, aber nicht dick. Bauch weiss. |
Vorderflügel 6— 42‘ lang, doppelt so lang wie an der
breitsten Stelle breit, nach hinten erweitert, am Vorderrand stark
convex; der Hinterrand geht von der stumpfwinkligen, aber nicht
abgerundeten Flügelspitze schr schwach einwärls herab und krümmt
N
Ei
358
sich dann in einem convexen Bogen um den Innenwinkel. Grund-
farbe hell goldgelb mit etwas Dottergelb gemischt, oder auch ent-
schieden hell dottergelb. An der Wurzel des Vorderrandes ist
ein schwarzer, hinten scharf abgeschnittener Punkt. Im Mittel-
raum ist auf der Querader ein zimmtbrauner Punkt, und in glei-
cher Entfernung zwischen ihm und der Flügelbasis ein kleinerer;
beide sind bei einem Exemplar verloschen, und bei dem klein-
sten fehlen sie ganz. Vom Queraderpunkt geht eine senkrechte,
feine, undeutliche, zimmtbräunliche Linie herab, die 2 Exempla-
ren fast fehlt. Mitten zwischen dem Queraderpunkt und dem
Hinterrand ist eine schr feine zimmibräunliche Querlinie, die einen
nach aussen convexen Bogen bildet und weit vom Innenrand ver-
schwindet. Franzen blass rosenfarbig, auf dem Wurzeldrittel von
einer violettbraunen Linie durchzogen,
Hinterflügel hellgelb, gegen die Wurzel wenig blässer. Fran-
zen hellgelb, gegen die Flügelspitze schwach geröthet.
Unterseite der Vorderflügel blass dottergelb, in der Spitze
gesättigter. Der vorletzte Ast der Subcostalader endigt_mit._einer
„Gabel, die etwas kürzer als der Stiel, ‚ist, _in_der Flügelspitze,
"Präfleen' violeltbr aun, um den Innenwinkel gelb.
Hinterflügel wie auf der Oberseite; die Franzen an der Flü-
gelspitze hell ziegelroth.
Vaterland: Brasilien. (2 Exemplare in meiner Sammlung;
ein 3tes, lebhafter gefärbtes, in der Grösse die Mitte zwischen
jenen haltendes im Königl. Berliner Museum.)
5. Tripusiulalta n. sp.
(Fig. 14.)
Alis ant. subelongatis, acutis, pallide siramineis puslulis disei
tribus (infima magna) fusco-atris. (2.)
Durch die drei grossen gerundelen, brandig schwarzen Flecke
der spitzen blass strohgelben Vorderflügel vor den bekannten Ar-
ten ausgezeichnet; die in der Zeichnung ähnlichste Sesquiter-
tia hat einen abgerundeten Vorderwinkel der gelblich - grauen
Vorderflügel und auf diesen 4 schwarze Flecke in anderer Lage,
Grösser und schmalflügliger als flava. Körper bleich siroh-
gelb, auf dem Hinterleibe mehr grau, im Gesicht weisslich; die
Haare des Hinterkopfs sind über die Stirn gestrichen. Füller
359
bräunlich-grau, gegen das schmutzig gelbweissliche Wurzelglied
in diese Farbe übergehend, microscopisch pubescirend gefranzt.
Taster von Länge des Kopfes und Thorax zusammengenommen,
schlank, stark aufgekrümmt, weisslich; das 2te Glied aussen bis
über die Hälfte schwarzbraun; Endglied fast eben so lang, dünn,
zugespitzt, mit schwarzer Spitze. Vorderbeine: Schenkel innen
bleich gelblich, aussen braun; Schiene gelblich, aussen mit schwar-
zer, vollständiger Längslinie und unten mit rostgelblichem Haar-
busch; Fuss schwarz, ausser an der gelblichen Aussenseite des
ersten Gliedes. Mittelbeine: bleich gelblich, am Knie schwarz,
an der Schiene aussen gebräunt, am ersten Fussglied bräunlich
bestäubt. Hinterbeine: Schenkel seidenglänzend weisslich; Schiene
hell ochergelb; Fuss gesättigter. — Hinterleib mit schwachem
Mittelkiel des Rückens, hinten durch einige Haarschuppen geran-
det, Afterbusch schwach, ocherbräunlich.
Vorderflügel 73’ lang, ziemlich gesireckt, mit stark con-
vexem, sich etwas umschlagendem Vorderrande, spitz, am Hin-
terrande um den Innenwinkel convex, blass strohgelb, mit staub-
grauen Schüppchen besireut und einigen kleinen Nebelfleckchen,
die sich im Bogen um den Queraderfleck ziehen. Dieser ist
gross, gerundet, quer und, wie die 2 andern, tief schwarzbraun.
Der zweite Fleck ist eben so gross und gestaltet, liegt aber der
Länge nach in der Mitte zwischen jenem und der Flügelwurzel.
Der dritte ist dreimal so gross, länglich-rund und liegt der Länge
nach auf der Falte näher dem ersten Fleck als dem 2ten. Vor
dem Hinterrande geht eine nach aussen convexe Querreihe
schwärzlicher Möndchen; zwischen ihr und dem Hinterrande ist
der Grund verdunkelt. Der Hinterrand hat eine Reihe schwar-
zer Punkte. Franzen an der Innenhälfte bleich ochergelb, aus-
sen noch lichter.
Hinterllügel einfarbig, blasser aber reiner als die Vorder-
flügel. Franzen an der Flügelspitze aussen grau.
Unterseite der Vorderflügel blass ochergelb, gegen den Vor-
derrand lebhafter. Die 3 Pusteln schimmern verloschen durch.
Hinterrand mit einer schwärzlichen, nach innen schattirten, durch
die gelben Adern unterbrochnen, gegen den Innenwinkel verdünn-
ten Linie. Franzen an der Flügelspitze dunkelgrau; eine Reihe
grauer Fleckchen zieht herab auf der Gränze der gelbern Wur-
‚zelhälfte und verschwindet gegen den Innenwinkel. — Hinter-
360
flügel wie oben; Hinterrandlinie ochergelb. Der graue Fleck in
den Franzen ist dunkler und ausgedehnter als oben. — Alle
Adern treten auf der Unterseite der Flügel sehr stark hervor.
Vaterland: Venezuela in Südamerika. (Ein schönes Weib-
chen in meiner Sammlung.)
6. Immunda n.sp.
Palporum articulo terminali albido; alis ant. brevibus acutis ca-
nescenlibus, punctis tribus distantibus disci, striga puncto-
rum postica subobsolela serieque punctorum marginalium
fuscis. |
In der Zeichnung ganz mit Tripustulata übereinstimmend,
nur dass statt der grossen Pusteln schwache Punkte sind; auch
die Flügelgestalt ist dieselbe, nur viel breiter. Von der Exo-
leta, die mit ihr auch in der Farbe stimmt, unterscheidet sie
sich durch das einfarbige Endglied der Taster, die scharfe Vor-
derflügelspitze, durch den Mangel eines bräunlichen Fleckchens
an der Mitte des Vorderrandes und dadurch, dass die verloschene
Punktreihe weder oben noch unten durch ein Fleckchen endigt.
In der Grösse veränderlich, über oder unter Tripustulata.
Rückenschild schmutzig bleich gelblich, Kopf heller, ins Weiss-
liche, besonders im Gesicht, dessen Seiten gelbbraun sind. Füh-
ler weisslich, nach aussen ins Bräunliche, microscopisch pubesci-
rend gefranzt, an jedem Gliede mit einem längern Härchen. Ta-
ster so lang wie Kopf und Thorax zusammen, stark aufgekrümmt;
das 2te Glied eiwas verdickt, zusammengedrückt, aussen und auf
der Schneide gelbbraun, an der verdünnten Spitze weiss; End-
glied eben so lang, dünn, zugespitzt, ganz weiss. Rüssel mittel-
mässig, unrein gelblich beschuppt. Beine bleich gelblich; die
vordern an der Lichtseite der Schiene mit einem vollständigen
schwarzbraunen Längsstrich, am Fuss aussen wie die Schiene
gelblich-weiss, innen braun, an den 2 Endgliedern schwarzbraun.
Mittelbeine am Knie schwarz, von da aus an der Schiene bräun-
lich angelaufen. Hinterbeine einfarbig, mit mässig dicker Schiene.
Hinterleib bleich gelblich, am Bauch weisslich; Afterbusch kurz,
lehngelb.
Vorderflügel 8 — 63° lang, etwas mehr als doppelt so lang
wie breit, wicklerförmig; der von der Wurzel aus stark convexe,
361
dann weniger gekrümmt verlaufende Vorderrand biegt sich an
der Wurzelhälfte etwas über; der Hinterrand geht von der schar-
fen Spitze aus in einer schwach concaven Krümmung herab und
wird unter der Hälfte ziemlich stark convex. Grundfarbe sehr
licht bleich gelblich mit weissgrauer Beimischung oder ganz
schmutzig grauweiss. Innenrand an der Wurzelhälfte gebräunt.
Ein brauner Punkt auf der Querader, ein undeutlicherer mitten
zwischen ihm und der Flügelwurzel, ein solcher in der Falte nä-
her dem letzteren. In viel grösserer Entfernung als bei Tripu-
stulata zieht ein schwacher bräunlicher, nebeliger Querstreif in
einem Bogen hinter dem Queraderpunkt. Näher dem Hinterrande
als ihm ist ein nach aussen convexer Querstreif, bestehend aus
verloschenen schwarzbräunlichen, länglichen Punkten, die sich am
Vorder- und Innenrand ohne Verdickung verlieren. Der Grund
dahinter ist etwas dunkler als die Grundfarbe. Am Hinterrande
ist eine deutliche Reihe von 7 schwarzen Punkten, deren ober-
ster unter der Flügelspitze liegt. Franzen weisslich, von einem
grauen Schatten durchzogen.
Hinterflügel einfarbig blassgelb; Franzen an der Flügelspitze
aussen grau.
Unterseite wie die Hinterflügel oben, nur die vordern gegen
die Wurzel trüber, mit schärferer Punktreihe des Hinterrandes
und dunklerer Schattenlinie in den Franzen.
Vaterland: Südamerika. (Zwei Weibchen.)
Anmerkung. Das Exemplar des Berl. Museums — vom Orinoco —
ist das kleinere; seine Vorderflügel haben eine weniger scharfe Spitze und
eine weisslichere Grundfarbe, und die Randpunkte des Hinterrandes sind in
kleine Querstriche ausgezogen; alles Andre stimmt bis auf den Mangel der
Verdunkelung am Innenrande der Vorderflügel auf der Oberseite, die aber
weggerieben scheint. Mein Exemplar, aus Brasilien, ist auch verflogen; doch
glaube ich alle Zeichnungen richtig erkannt und beschrieben zu haben. Ich
halte beide Exemplare um so mehr für einerlei Art, als bei dem meinigen
die Vorderflügel bei schiefer Haltung dieselbe weissliche Grundfarbe annehmen.
7. Ignobilis n. sp.
Palporum articuli terminalis apice fusco; alıs ant. brevibus, apice
subrotundato, canis, punctis tribus disci distantibus, macula
costae mediae, striga punctorum postica utrimque in ma-
culam terminata serieque punctorum marginalium fuscis.
(2.)
362
Nächst verwandt mit Immunda, durch die Taster und die
Vorderflügelspitze sicher verschieden.
Kleiner als Immunda. Rückenschild und Vorderflügel weiss-
gran; Kopf und Fühlerwurzel weisslich; Gesicht an der Seite
gelbbräunlich. Taster wie bei Immunda gestaltet; das 2le Glied
nur aussen gelbbraun, an der Spitze in grösserer Ausdehnung
weiss als dort; das Endglied hat eine schwarzbraune, feine Spitze.
(Beine fehlen.) Hinterleib gelbgrau, an der Wurzel weisslich;
Afterbusch kurz, lehmgelb.
Vorderflügel 43° lang, am Vorderrande wie bei Immunda;
die Spitze ist fast abgerundet, so dass sie kaum hervorlritt, und
der Hinterrand geht von ihr gleich nach aussen herab, macht
aber die stärkste Krümmung um den Innenwinkel. Die 3 Punkte
stehen wie bei Immunda, sind aber schärfer. Der neblige Quer-
bogen hinter dem Queraderpunkt endigt in einem ziemlich deut-
lichen braunen Fleck in der Mitte des Vorderrandes. Die hin-
tere, aus Punkten bestehende Querlinie ist wie dort, nur deut-
licher, und endigt am Vorder- wie am Innenrande mit einem
Fleckchen. Randpunkte sind wenigstens 9; der unterste fällt mit
dem Fleckchen der Querreihe zusammen, die obersten zwei sind
über der Spitze im Vorderrande. Franzen weiss, wie es scheint,
ohne dunklen Schatten.
Hinterflügel schmutzig bleichgelb; die Hinterrandlinie um die
Flügelspitze bräunlich angelaufen.
Unterseite der Vorderflügel bleich ochergelblich mit gelb-
hräunlicher Hinterrandlinie, die in ein paar solche Vorderrand-
strichelchen übergeht. Hinterflügel noch blasser mit gelbbräun-
licher Randlinie um die Flügelspitze.
Vaterland: Brasilien. (Ein unvollständiges Exemplar im Ber-
liner Museum.)
87 Pieta'n. 5p:
(Fig. 15.)
Alis ant. elongalis, aculis, exalbidis, grosse nigro-sirigulatis,
costa ciliorumque basi vitellinis. (Q.)
In der Grösse der Depr. heracliana, mit sehr ausgezeich-
neter Färbung. Rückenschild gelblich-weiss mit grossen schwar-
zen Punkten, die eine regelmässige Stellung zu haben scheinen,
4
363
z. B. am Ende der Schulterdecke ist einer, auf dem Schildchen
zwei (sie sind durch Schimmel undeutlich). Kopf weiss. Fühler
gelbgrau schimmernd, gegen das weisse Wurzelglied weisslich.
Taster von etwas mehr als Rückenschildslänge, weiss; das 2te
etwas verdickte Glied ist aussen bis nahe an die Spitze dotter-
gelb; das Endglied etwas kürzer, nicht sehr schlank, an der Spitze
weissgrau. Rüssel mittelmässig, weiss beschuppt. — Beine weiss,
auf der Lichtseite dottergelb; ebenso die Vorderhüfte am Ende
und der obere Rand der gleichmässig starken, wenig verdickten
Hinterschiene. — Hinterleib kurz und dick, auf dem Bauche weiss;
auf dem Rücken scheint er mit rostbraunen Binden, die den Sei-
tenrand nicht erreichen und uur den Hinterrand jedes Segments
schmal weiss lassen, versehen zu sein.
Vorderflügel 53° lang, ziemlich gleichmässig breit, mit con-
vex anfangendem, dann fast gerade laufendem Vorderrand, recht-
winkliger Spitze und anfangs fast gerade herablaufendem, dann
eiwas convexem Hinterrande, weissgelblich, mit groben schwar-
zen, unregelmässigen Querstrichen im Mittelraum, einer schwar-
zen unordentlichen Punktreihe längs des gesättigt dottergelben
Vorderrandes und zwei dergleichen vor dem Hinterrande, wovon
die erste fast zu einer Querlinie zusammenfliesst, die 2te unvoll-
ständiger ist und aus kleinern Punkten besteht. Vor der erstern
Querlinie ist der Grund in einer von dem nächst vorhergehenden
Quersirich begränzten Binde dunkler gelblich, und diese Farbe
zieht sich am Innenrande bis in einige Entfernung von der Wur-
zel. Der Hinterrand hat eine Reihe feiner schwarzer Punkte.
Hinterrandfranzen an der Wurzelhälfte satt doliergelb, an der
scharf abgesetzten Aussenhälfte blass ochergelb.
Hinterflügel sehr blassgelb, etwas glänzend. Franzen eben
so, gegen die Flügelspitze gelber und hier mit blass rostgelber
Wurzellinie.
Unterseite der Vorderflügel schr blass rostgelb mit gesättig-
terem Vorderrand und solcher Wurzellnie der Franzen. Die
Adern nicht so deutlich, dass ich bestimmt sagen kann, ob sie
einfach in den Hinterrand laufen. Hinterflügel wie oben, nur
am Vorderrand gegen die Spitze auch rostgelblich.
Vaterland: Brasilien. (Ein schönes Weibchen des Wiener
Museums.)
364
9. Tenera n. sp.
Parva, palpis albis, articulo secundo externe, terminali interne
infuscalo; alis ant. elongatis, recta truncatis, niveis, sub-
sericeis, ciliis brunneis. (d*.)
Aehnlich einigen Crambusarten, z. B. Flavipedellus Z., aber
sogleich an den Tastern zu erkennen; in der Grösse eines klei-
nen Culmellus 9. Rückenschild und Kopf schneeweiss; Schup-
pen des Oberkopfes über das Gesicht gekämmt. Fühler gefranzt,
weiss, nach aussen bräunlich. Taster so lang wie Kopf und Tho-
rax zusammen, zurückgekrümmt, weiss; das 2te Glied von der
Wurzel aus allmählig verdickt, zusammengedrücki, aussen an
mehr als der Wurzelhälfte lehmgelb; das Endglied eiwas kür-
zer, dünn, feinspitzig, innen gegen die Spitze dunkler gebräunt.
Rüssel klein (?), weiss beschuppt. Beine weiss; die 4 vordern
aussen lehmgelb, die vordern an der Schiene braun. — Hinter-
leib dünn, an der Endhälfte zusammengezogen, weiss mit star-
kem weisslichen Afterbusch.
Vorderflügel 33° lang, ziemlich gestreckt, nach hinten all-
mählig erweitert, mit anfangs schwach convexem, dann ziemlich
gerade laufendem Vorderrand, der sich bis vor die Spitze über-
biegt und seine ochergelbliche Unterseite zeigt; von der recht-
winkligen Flügelspitze geht der Hinterrand fast gerade nach aus-
sen herab und krümmt sich erst um den Innenwinkel. Grund-
farbe schneeweiss, seidenglänzend, ungefleckt. Franzen von der
Flügelspitze an hellbraun, von der Fläche, wie es scheint, durch
eine schwache Reihe dunkler Randpunkte getrennt; die Innen-
winkelfranzen ganz weiss.
Hinterflügel weisslich, gegen die Spitze schwach gelblich
angelaufen; Franzen weisslich, gegen die Spitze gebräunt.
Unterseite der Vorderflügel blassgelblich, gegen den Innen-
rand ins Weisse übergehend. Franzen und Hinterflügel wie oben.
Vaterland: Para in Brasilien. (Ein gutes Männchen des Ber-
liner Museums.)
Anmerkung. Pyralis albana Fabr. alis niveis, margine postico ni-
gro (Suppl- p. 476) ist zu ungenau beschrieben, als dass sie für diese Cr,
tenera gelten-könnte. Letztere hat keinen margo posticus niger, sondern nur
cilia brunnea s. dilute fusca, und, was die Hauptsache ist, ihre Taster ver-
einigen sich nicht mit den für Pyralis $. 475 gegebenen Merkmalen und mit
den übrigen “aufgeführten Pyralisarten. Tinea lacteella Ent. syst. 3, b.
365
313. 116, die Fabricius als synonym anzieht, kann wegen der Antennae albo
nigroque annulatae; nucha tomento fulvo tecta nicht meine Cryptolechta sein
und ist vielleicht auch von der Albana verschieden, in deren Beschreibung die
eben angegebenen Merkmale der Fühler und des Nackens weggelassen sind.
+ 10. Bahiensis Perty.
Alis ant. latis, truncatis, gilvis, vilta dorsali latissima fusca po-
stice rotundata pone medium suboblique interrupta; poste-
rioribus gilvis.
Pyralis Bahiensis: alıs gilvis, anticis ad apicem truncatis, vitta lata
abbreviata fusca, in medio interrupta- Perty Delect. animal. articulat.
p- 163. tab, 32, fig. 12.
„Flügelspannung 11. Körper blassgelb (gilvum). Vorder-
„flügel mit an der Basis etwas erweitertem Vorderrande, an der
„Spitze grade abgeschnitten, oben blassgelb, vor dem Hinterrande
„(ante apicem) etwas dunkler; eine braune Strieme (vitla) von
„der Basis bis über das zweite Drittel, in der Mitte unterbrochen;
„einige braune Strichelchen innerhalb des Vorderrandes. Unten
„blassgelb mit gelblicher (flavida) Linie vor der Spitze (ante api-
„cem — So viel wie ante marginem posticum?). Hinterflügel
„oben und unten blassgelb. Fühler fadenförmig, weisslich. Lip-
„pentaster zurückgebogen, weisslich, mit zusammengedrücktem,
„fast sichelförmigem Endgliede. Beine blassgelb. In der Pro-
„vinz Bahia.“
Anmerkung. Diese Art kommt der folgenden jedenfalls sehr nahe.
Aus der oberflächlichen Beschreibung passt auf diese nicht die Färbung der
Hinterflügel und die linea ante apıcem Navida auf der Unterseite der Vorder-
Nügel. Die Abbildung, falls die Skizze, die ich mir davon gemacht habe, nicht
zu falsch ist, weicht gar sehr ab; Vorder- und Hinterflügel sind sehr viel brei-
ter, während die vitta dorsalis nicht von der Wurzel anfängt (hier wohl nur
verwischt) und, was sehr wichtig ist, nur ein Drittel der Flügelbreite ein-
nimmt, während sie bei Renselariana fast zwei Drittel beträgt. — Ohne Zwei-
fel giebt es in jenen Gegenden nicht blos Renselariana, loxogrammos und dis-
jecta, sondern die Reisenden haben aus einer Menge nächst verwandter und
ähnlich gezeichneter Arten nur diese wenigen, die ihnen in die Hand flogen,
mitgenommen. — Perty scheint das 2te Glied seiner Schabe als das Endglied
angesehen zu haben; ım Bilde ist vom Endgliede nur ein schwacher Rest ru
entdecken.
11. Renselariana Cramer.
(Fig. 16.)
Alis ant. elongatis, postice vix ampliatis truncatis, pallidis, ante
marginem posticum late cinereis, vitta dorsali latissima
366
fusca, rotundato-truncata, pone medium suboblique dis-
secta; post. fusco - cinereis.
Phal. Renselariana Cramer pl. 40. fig. 2.
Von der vorigen, wie es scheint, durch viel breitere Vor-
derflügel und dunkle Hinterflügel verschieden, von den zwei fol-
genden durch die hinten eiwas erweiterten Vorderflügel und die
wenig schräg durchschnittene vitta, deren hinteres Stück ein Vier-
eck bildet.
Grösse der vorigen. Rückenschild in der Mitte hellbraun,
ringsum bleichgelb; Schulterdecke mit einem hellbraunen Fleck
am Innenrande. Kopf bleichgelb, im Nacken hellbraunhaarig, im
Gesicht fast weiss, am Augenrande braungrau. Fühler auf dem
Rücken schmutzig gelblich, nach unten bräunlich, schwach pube-
scirend; Wurzelglied weiss mit braunem Längsstrich. Taster so
lang wie Kopf und Rückenschild zusammen, gelblich- weiss, auf
dem Rücken des 2ten Gliedes an der Wurzelhälfte gelbbraun;
Endglied fast eben so lang, ein wenig trüber gelblich. Rüssel
mittelmässig, weissgelblich beschuppt. Beine bleich ochergelblich,
die 4 vordern aussen dunkler; an der Vorderschiene mit brau-
ner Längsstrieme, aussen mit starkem Haarschuppenbusch. Hin-
terleib hell ochergelb, am Bauch weisslich, Afterbusch dottergelb.
Vorderflügel 53° lang, hinten ein wenig erweitert und fast
so breit wie am Wurzeldriltel, in der Mitte etwas verengt, indem
der von der Wurzel aus ziemlich stark convexe Vorderrand hier
flach concav verläuft, Spitze rechtwinklig; Hinterrand fast senk-
recht, an der untern Hälfte etwas convex. Grundfarbe bleich-
gelb. Am Innenrand läuft fast von der Wurzel aus eine beinahe
2 der Flügelbreite belragende, nach hinten erweiterte, tief gelb-
braune Strieme, welche 2 der Flügellänge erreicht und hier fast
senkrecht abgeschnitten ist mit abgerundetem obern Winkel; hin-
ter ıhrer Mitte ist sie durch einen etwas schrägen, nach aussen
gekrümmten Sireifen der Grundfarbe zerschnilten, und ihr hinte-
res Stück bildet beinahe einen Rhombus. Durch eine schmale
bleichgelbe Linie von der Strieme getrennt, ist der Rest des Flü-
gels bis zur bleichgelben Hinterrandlinie in einer breiten Binde
schiefergrau. Das Vorderranddrittel des Flügels ist bleichgelb,
zwischen den Adern mit braunen Längslinien, die also sehr schräg
gehen und die den Vorderrand nicht erreichen; es sind 4, wo-
367
von 2 aus der Wurzel kommen. Der Vorderrand krümmt sich
ein wenig zurück. Franzen graugelblich, am Innenwinkel dunkler.
Hinterflügel braungrau; Franzen gegen den Innenwinkel heller.
Unterseite der Vorderflügel bräunlich mit gelblicher Vorder-
randlinie; Franzen gelbfräunlich, aussen heller, mit gelblicher
Wurzellinie. Hinterflügel heller, am Innenwinkel ins Hellgraue.
Vaterland: Parä in Brasilien. (2 Weibchen im Berl. Museum.)
12. Loxogrammos n.sp.
(Fig. 17.)
Alis ant. elongatis, postice coarctalis, truncalis, pallidis, ante
marginem posticum late cinereis, vitta dorsali latissima
fusca, rotundato-truncata, pone medium peroblique dis-
secla; post. fusco-cinereis. I 9.
Von der vorigen durch die hinten verengten Vorderflügel
und die sehr schräge Linie verschieden, welche die Strieme so
zerschneidet, dass ihr hinteres Stück eine ovale Gestalt hat; von
der folgenden durch den Mangel heller in den Hinterrand aus-
laufender Adern elc.
Im weiblichen Geschlecht so gross wie die vorige, im männ-
lichen viel kleiner. Rückenschild bleichgelb, vielleicht ohne Braun.
Kopf weisslich, die Nackenhaare etwas gebräunt. Fühler des 9
mit dichten, kurzen, zarten Haaren gefranzt, des Q kaum haarig;
auf dem Rücken bräunlich, unten gegen die Wurzel weiss; Wur-
zelglied weiss, aussen braun. Taster (abgebrochen bis auf das
2te Glied eines Männchens), dieses innen weisslich, aussen mit
Ausnahme der Spitze graubraun. Beine bleich, die vordern und
die Hinterschenkel auf der Lichtseite heil ochergelb; Hinterschiene
und -fuss weisslich; Vorderschiene des Q@ (beim 9 abgebrochen)
mit starkem ochergelblichen Haarbusch an der Aussenseite. Hin-
terleib des 9° vorn dünn, hinten erweitert und schuppig gefranzt,
auf dem Rücken vorn grau, hinten in Ochergelblich übergehend
mit mässig starkem solchen Afterbusch; Bauch weisslich. (Hin-
terleib des 2 fehlt.)
Vorderflügel (9° 4, 2 5°), gestreckt, nach hinten verengt
mit anfangs ziemlich stark convexem, dann ziemlich grade lau-
fendem Vorderrande, rechtwinkliger Spitze und fast senkrechtem,
am Innenwinkel etwas convexem Hinterrande. Grundfarbe bleich-
368
gelb. Die dunkel gelbbraune, fast 3 der Flügelbreite einnehmende
Innenrandsirieme entspringt noch näher an der Wurzel als bei
Renselariana, reicht jedoch eben so weit, ist eben so geformt,
wird aber von einer dünnern, viel längern und viel schmalern
gelblichen Linie zerschnitten, das äussere Stück ist oval, wur-
zelwärts scharf zugespitzt. Die graue Binde vor dem Hinterrande
zieht sich etwas am Vorderrand herum, wird aber von ihm wie
vom Hinterrande durch eine bleichgelbe Linie getrennt. Die
braunen schrägen Linien gegen den Vorderrand sind wie bei
Renselariana. Franzen bleichgelb, am Wurzeldrittel hellbraun.
Hinterflügel braungrau; Franzen bleichgelblich mit bräun-
licher Linie nahe der Wurzel und an der Flügelspitze bräunlich.
Unterseite wie bei Renselariana.
Vaterland: Brasilien. (2 9 1 2 im Berliner Museum.)
13. Disjecta n. sp.
Alis ant. elongalis, postice coarctatis, subobtusis, pallidis, vitta
dorsali lalissima, truncata, poslice oblique dissecta, maculis
sparsis fuscis, fascia antemarginali venis pallidis dis-
secta. 9.
Grösser als die vorige, mit stumpferer Vorderflügelecke,
Flecken auf dem hellen Vorderranddrittel etc.
Rückenschild schmutzig gelblich-weiss, wie es scheint, in
der Mitte gebräunt. Kopf weisslich, im Nacken mit hell ocher-
gelben Schuppen. Fühler auf dem Rücken bräunlich, unten weiss-
lich; Wurzelglied weiss, aussen braun. Taster so lang wie Kopf
und Rückenschild zusammen, weisslich-gelb, das 2te Glied aussen
am obern Rande an mehr als der Wurzelhälfte braun; das etwas
kürzere, feinspitzige Endglied an der Wurzel dunkler. Rüssel
mittelmässig, bleichgelb schuppig. Beine schmutzig gelblich-weiss;
die vordern am Schenkel aussen braun, an der Schiene mit brau-
ner Längslinie und unten mit ochergelb gemischtem Haarbusch ,
Mittelschiene stark verdickt mit braun gemischten reichlichen
Haaren an der Spitze. Hinterleib obenauf bräunlich-grau, am
Bauch blassgelb, am After ochergelb. |
Vorderflügel 63‘ lang, gestreckt, nach hinten etwas verengt,
an dem etwas aufgekrümmten Vorderrande anfangs convex, dann
in einer fast geraden Linie verlaufend; Spitze rechtwinklig, aber
369
a
etwas abgerundet, Hinterrand sehr schwach convex, fast grad-
linig, am Innenwinkel abgerundet. Grundfarbe bleichgelblich,
Am Innenrande geht eine breite, tief gelbbraune Strieme etwas
weiter als bei den 2 vorigen Arten gegen den Hinterrand; sie
ist hinten schräg abgeschnitten, so dass die obere Ecke fast
spitzwinklig erscheint; weiter hinter der Mitte als dort wird sie
von einem breiten, sehr schrägen Streifen der Grundfarbe zer-
schnitten, der ihr hinteres Stück vom Innenrand trennt und ihm
eine dreieckige, wurzelwäris zugespitzte Gestalt giebt. (Ob der
übrige Theil der Sirieme aderartlig von gelblichen Linien durch-
zogen wird, wie es fast scheint, lässt der Zustand des beschä-
digten Exemplars nicht sicher entscheiden.) Der helle Raum
zwischen der Strieme und dem Vorderrand ist mit braunen Längs-
wischen und Flecken unregelmässig angefüllt. Vor dem Hinter-
rande ist der Raum bis zum Vorderrande bindenartig braun, und
bleichgelbe Adern, die in die Ränder auslaufen, zerschneiden
ihn. Franzen bleichgelb, dann hinter einer bräunlichen Linie
weisslich.
Hinterflügel schattengrau, breiter und stumpfer als bei den
vorigen. Franzen weisslich, an der gelblichen Wurzel mit grauer
Linie durchzogen.
Unterseite der Vorderflügel braungrau, mit dünner, hinten
erweiterter hellgelber Vorderrandlinie. Franzen wie oben. Hin-
ierfügel hellgrau, am Vorderrand dunkler, am Innenwinkel heller.
Franzen weisslich mit gelblicher Wurzellinie.
Vaterland: Brasilien. (Ein Weibcken im Berliner Museum.)
14. Litura Z.
Alis ant. brunneis ‚elongatis, postice coarctalis, litura costae
mediae alba interne flavescente; posterioribus fuscis (I).
Stenoma litura Z, Isıs 1839. S. 195, 3.
Grösse einer mittlern Depress. heracliana. Oberseite des
Körpers braun; Rückenschild (beschädigt) mit weissen zerstreu-
ten Schuppen. Gesicht weiss. Fühler braun mit sehr entfernt
stehenden Borstenhärchen gefranzt; Wurzelglied auf der Schatten-
seite weiss. Taster von mehr als Rückenschildslänge, stark zu-
rückgekrümmt, zusammengedrückt, braun; das zweite Glied schlank,
an der Spitze schmal weiss, innen an der Wurzelhälfte, dann am
IX. 24
370
Rückenrande weiss; Endglied von $ der Länge des 2ten Gliedes,
fein zugespitzt, auf dem Rücken gegen die Spitze weissschuppig.
Rüssel weissschuppig. Beine rein weiss; die vordern auf der
Lichiseite braun, am Ende der Schiene und an den Spitzen der
3 ersten Fussglieder weiss; Mittelbeine am Knie, am Rücken der
Schiene, ausser an der Spitze, braun; Fuss auf dem Rücken des
ersten Gliedes hellbraun, an der Sohle der andern Glieder bräun-
lich-gelb; Hinterbeine auf dem Rücken der ziemlich dünnen
Schiene und des Fusses braungrau. Hinterleib_ mit weisslichem
Wulstrand und weissem Bauch; Afterbusch nur auf der Rücken-
seite etwas verlängert; aus ihm neigen sich zwei kurze, gelb-
liche, borstig gefranzte Lamellen abwärts.
Vorderflügel 43‘ lang, gestreckt; der Vorderrand erhebt
sich ziemlich stark convex, wird aber hinter der Mitte fast con-
cav; Vorderwinkel abgerundet, Hinterrand convex. Grundfarbe
braun, auf der Vorderrandhälfte und hinten goldig braun. An
der Mitte des Vorderrandes ist ein schmaler schneeweisser Wisch,
der auf der Innenseite durch hell goldgelbe Farbe erweitert wird.
Am Innenwinkel längs des Hinterrandes sind einige weisse Schup-
pen, und andere liegen zerstreut nahe am Innenrande gegen die
Wurzel zu. /
Hinterflügel breit, mit stark convexem Hinterrande, ganz
ohne Eindruck vor der abgerundeten Spitze, dunkelbraun ; am
Innenwinkel scheint eine noch dunklere Stelle zu sein.
Unterseite einfarbig glanzlos braun, auf den Vorderflügeln
mit weisslichem Costalwisch.
Vaterland: Amerika. (Ein ziemlich gutes Männchen meiner
Sammlung.)
15. Leucillana Mus. Berol.
Alis elongalis, poslice coarclalis, albis, ant. basi et margine
postico obsolete exalbido suffusis, linea marginali obso-
leta lutescente. (J*.)
In der Grösse der vorigen, mit viel schmalern Flügeln, sehr
ähnlich der folgenden, aber verschieden durch weniger convexen
Vorderrand der Vorderflügel, die lehmgelbliche Hinterrandlinie,
den Mangel eines dunkeln Mittelpunktes, die weissere Unterseite.
371
Kopf und Rückenschild weiss, letzteres in der Milte gelblich,
(vielleicht nur in Folge des Aufweichens). Fühler bräunlich, ge-
gen das weisse Wurzelglied weisslich, schwach gekerbt, spärlich
microscopisch behaart. Gesicht an der Seite fallgelblich. Taster
länger als das Rückenschild, aufgekrümmt, schlank, weiss, das
2te Glied aussen lehmgelb ausser oben an der Spitze; Endglied
über halb so lang, zugespilzt, einfarbig. Rüssel fahlgelblich be-
schuppt. Beine weiss; die 4 vordern auf der Lichtseite lehm-
gelblich angelaufen ; Hinterbeine gelblich angelaufen, Schiene dünn,
nur auf dem Rücken mit längern, angedrückten Schuppenhaaren.
Hinterleib (beschädigt) weiss, hinten verdünnt (es sind nur ab-
stehende Schuppenbüschehen an den Seiten übrig). Afterbusch
stark, gerundet.
Vorderflügel fast 5‘ lang, schmal, mit anfangs sanft con-
vexem, dann schräg in fast grader Linie laufendem Vorderrande,
abgestumpftem Vorderwinkel und convexem Hinterrande, weiss,
mit sehr wenig Glanz. Das Weisse ist an der Wurzel, am Hin-
terrande und an der Endhälfte des Vorderrandes etwas vergelbt.
Der Hinterrand hat eine verloschene, feine, aus lehmgelblichen
Schüppchen gebildete Linie.
Hinterflügel ziemlich gestreckt, am Hinterrande vor der Spitze
sehr schwach eingedrückt, weiss, etwas glänzender als die Vor-
derflügel.
Unterseite etwas glänzend, weiss, auf den Vorderflügeln
gegen die Wurzel vergelbt.
Vaterland: Georgien in Amerika. (Ein ziemlich gutes Exem-
plar des Berliner Muscums.)
16. Albicilla n. sp.
Alis elongatis, postice coarctalis, albis, nitidulis, anterioribus
punclo disci medio einereo, subius griseo-suffusis. (G‘.)
Mit weniger gestreckten Vorderflügeln als Leucillana, nur
wenig kleiner als diese. Der sehr beschädigte Körper scheint
überall weiss zu sein. Fühler bräunlich, mit weit getrennten
Flaumhaaren gefranzt; Wurzelglied weiss. (Taster abgebrochen.)
Beine weiss (die vordern fehlen); die 4 hintern sind an den
Sohlen der Füsse ocherfarbig angelaufen; die Hinterschiene schlank
und zusammengedrückt. (Hinterleib fehlt.)
a2
Vorderflügel 43° lang, gestreckt mit viel stärker convexem
und hinten schräger zulaufendem Vorderrande als bei Leucillana,
mit stumpfem, zugerundetem Vorderwinkel und convexem Hinter-
rande, etwas glänzend weiss, am Innenrande eiwas trübe, viel-
leicht von der durchscheinenden Unterseite. Etwas hintes der
Mitte und dem Innenrande näher als dem Vorderrande, nämlich
an der Verästelung der Medianader, ist ein braungrauer Punkt,
von dem vielleicht ein grauer Schalten nach dem Innenwin-
kel geht, |
Hinterflügel zugespitzt, ohne Ausrandung des Hinterrandes,
weiss mit etwas Grau gemischt; Franzen weiss,
Unterseite der Vorderflügel staubgrau, am Vorderrande heller.
Hinterflügel weisslich.
Vaterland: Venezuela in Südamerika, (Ein schlechtes Exem-
plar in meiner Sammlung.) |
17. Schlägeri n. sp.
(Fig. 18.)
Thorace albo, scutello squamis fuscis gibboso;: alis ant. elonga-
tis, caesio iransverse nebulosis, costa latius alba, macula
dorsali prope basim fusca scabra; posterioribus cinera-
" scenlibus. (9'9.)
In der Grösse etwas veränderlich, wie Semioscopis anella;
sie ist der Cr. bicolor einigermaassen ähnlich, hat aber viel ge-
streckfere, vor der Mitte weniger erweiterte Vorderflügel, we-
niger Braun am Innenrande und mehr bläulich-graue Quernebel
und graue Hinterflügel.
Rückenschild und Kopf weiss; Schildchen mit einem grossen
tiefbraunen Schuppenhöcker. Fühler bräunlich, gegen die Wurzel
ins Weissliche, beim Männchen in 2 Reihen ziemlich lang haarig
gefranzt, beim Weibchen gegen die Spitze kurz borstenzähnig;
Wurzelglied weiss, auf der Lichiseite braun oder grau. Taster
kaum von Rückenschildslänge, aufgekrümmt, ziemlich schlank;
2tes Glied gleichmässig breit, zusammengedrückt, weiss, aussen
an der Wurzel und um die Spitze braun; Endglied halb so lang,
nicht fein gespitzt, weiss. Saugrüssel weissschuppig. Beine weiss;
die vordern auf der Lichliseite und die Mittelfüsse braun, weiss-
lich gefleckt; Hinterschienen ziemlich schlank, zusammengedrückt,
auf dem Rücken mit Jängern, angedrückten Haarschuppen; Hinter-
=
373
füsse mit brauner Wurzel der 4 Endglieder. Hinterleib gelblich-
grau, mit deutlichem Mittelkiel, hinten an den Seiten weisslich reich-
lich gefranzt, ohne Seitenwulst; Afterbusch ziemlich stark, doch
nicht lang, gelblich-weissgrau; Bauch weiss. Beim Weibchen ist
der Afterbusch weisser, und der dicke Legestachel steht wenig
hervor.
Vorderflügel 5— 6’ lang, gestreckt, vor der Mitte wenig
erweitert mit sanft convexem Vorderrand, etwas abgerundeter,
rechtwinkliger Spitze und schwach convexem Hinterrande. Grund-
farbe weiss, doch nur in einem striemenförmigen Vorderrand-
streifen ungefleckt. Am Innenrand zwischen Wurzel und Mitte
liegt ein halbovaler dunkel schiefergrauer Fleck, der an der
Wurzelhälfte braun und rauhschuppig ist und über dessen Mitte
ein bläulich-grauer Nebelbogen sich erhebt. In der Mitte der
Falte ist ein kleiner solcher Fleck. Der bläulich-graue Querader-
strich hat vor und hinter sich ein mehr oder weniger zusammen-
fliessendes bläulich-graues Gewölk, das bis über die Subcostal-
ader und bis an den Innenrand reicht. Zwischen ihm und einer
schiefergrauen Hinterrandlinie sind zwei bindenförmige bläulich-
graue, etwas nach aussen convexe Querstreifen durch schmalere
oder breitere weisse Linien getrennt; der zweite verlöscht bis-
weilen. Franzen auf der Wurzelhälfte am dunkelsten schiefer-
grau, oft mit schwärzlichen Punkten, dann weisslich, zuletzt grau.
Hinterflügel breit, zugespitzt, doch mit ziemlich stumpfer
Spitze und vor derselben kaum ein wenig eingedrücki, grau, mit
weisslichen Franzen.
Unterseite schwärzlich- grau, gegen den Innenrand heller,
am Vorderrand in einer hinten erweiterten Linie weiss.
Vaterland: die Gegend von New-York. (Mehrere gute Exem-
plare in meiner Sammlung.)
18. Bicolor Z.
Alis ant. elongatis, posiice coarclalis, albis, nitidulis, poslice
cinereo transverse signalis, basi dorsoque late fuscis; po-
sterioribus albis. (2.
Sienoma bicolor Z. Isıs 1839, S. 195.
In der Grösse der vorigen, vielleicht jedoch zu Antaeolricha
bei Walchiana gehörig, worüber die Ansicht des Männchens Aul-
schluss geben wird.
374
Rückenschild (beschädigt) schmutzig weiss; Schulterdecke
vorn mit einem braunen Fleckchen. Scheitelhaare bräunlich ge-
mischt, Gesicht weiss. Fühler hellbräunlich; Wurzelglied braun,
auf der Schattenseite weiss. Taster fast von Rückenschildslänge,
aufgekrümmt, ziemlich schlank, innen weiss; 2tes Glied gleich-
mässig, zusammengedrückt, obenauf an der Wurzel mit einem
braunen Strich und aussen an der Spitze zimmtbraun; End-
glied halb so lang, feinspitzig, aussen zimmibraun, an. der
Spitze weiss. Rüssel mittelmässig lang, weisslich beschuppt.
Beine weisslich; an der vordern Schiene und Fuss auf der
Lichiseite hellbraun, weisslich bestäubt; Mitte!- und Hinterfuss an
der Sohle lehmgelblich; Hinterschiene ziemlich dick, zusammen-
gedrückt, auf dem Rücken mit längern anliegenden Haaren.
(Hinterleib fehlt.)
Vorderflügel 6° lang, gestreckt, mit anfangs stark eonvexem,
von der Mitte an fast gerade laufendem Vorderrand, abgerundeter
Spitze und convexem Hinterrand. Grundfarbe rein weiss, eiwas
glänzend. Der Innenrand ist in einem hier und da über die
Falte hinausreichenden Raum wolkig braun, was sich vor dem
Anfang der Mittelzelle bis zum Vorderrand hinüberzieht; doch
scheint die Flügelwurzel weiss zu bleiben. Die übrigen Zeich-
nungen sind bleigrau. Sie bestehen in einem punktähnlichen
Fleckchen über der Mitte der Zelle; einem kurzen, nach aussen
convexen Bogen hinter der Querader, von welchem ein Schatten
bis zur Vorderrandmitte schräg hinzieht; einer in den Adern
unterbrochnen, nach aussen convexen Querlinie in der Mitte zwi-
schen dem Bogen und dem Hinterrande, und einem Schatten vor
dem Hinterrande in der Flügelspitze. Franzen weiss, an der
Flügelspitze grau.
Hinterflügel breit, zugespitzt, am Hinterrande vor der Spitze
nicht eingedrückt, weisslich.
Unterseite weisslich; die Vorderflügel mehr ins Gelbliche,
am Vorderrande schmal lehmgelblich angelaufen, in der Flügel-
spitze schmal bräunlich. |
Vaterland: Amerika. (Ein beschädigtes Weibchen in meiner
Sammlung.)
379
19. Decora n. sp.
Alis ant. elongatis, aculis, albidis, macula dorsali purpurea, ma-
culis parvis disci tribus fasciisque duabus posticis arcualis
ochraceis; posterioribus flavidis. J.
Ein sehr verflogenes Exemplar des Königl. Museums zu
Berlin, doch, wie es scheint mit hinreichend vollständigen Merk-
malen, um unverkennbar beschrieben werden zu können. Der
violett-purpurne, weiss ausgefüllte Innenrandfleck und die ocher-
gelben, elwas' glänzenden Zeichnungen, der weisslichen Vorder-
flügel zeichnen es schr aus.
Grösse der vorigen. Rückenschild (beschädigt) und Kopf
weiss. Fühler graugelblich, gegen die Wurzel weisslich, dicht
pubescirend gefranzt; Wurzelglied weiss. Taster von Rücken-
schildslänge, weiss; 2tes Glied aussen an mehr als der Wurzel-
hälfte lehmgelb, Endglied nur 3 so lang. Rüssel mittelmässig,
weisslich-schuppig. Beine weisslich, ohne auffallende Verdiekun-
gen (doch ziemlich abgerieben); die vordern auf der Lichtseite
bräunlich-gelb angelaufen. Hinterleib weisslich, nach hinten grau-
gelblich, Bauch weiss; der Seitenrand mil Haarschuppenbüscheln
sefranzt; Afterbusch ziemlich lang, doch nicht stark, bleich
ochergelb.
Vorderflügel 6 lang, gestreckt mit sehr schwach convexem
Vorderrande, rechtwinkliger Spitze und erst fast gerade herab-
gchendem, dann etwas convexem Hinterrande, weiss, am reinsten
am Vorderrand gegen die Wurzel. An der Mitte des Innenran-
des ist ein violettpurpurfarbner halbovaler Fleck, auf dem Innen-
rande selbst in der Mitte weissschuppig. In der Mittelzelle ist
am Anfange ein, wie die übrigen Zeichnungen, ochergelber, et-
was goldig schimmernder Fleck, der bis über die Falte herab
und bis an den Innenrandfleck reicht und sich in der Zelle viel-
leicht bis zu dem Queraderfleckchen forisetzt; unterhalb des
lelztern ist in der Falte ein Fleckchen. Ein bindenförmiger
Schatten zieht vom Innenrande aus hinter der Querader und
krümmt sich über derselben stark wurzelwärts, schimmert hier
auch etwas violettlich, erreicht aber nicht den Vorderrand. Ein
andrer eben so breiter, doch weniger stark gekrümmter Schalten
ist dem Hinterrande näher und erreicht den Vorderrand in eini-
ger Entfernung vor der Spitze. (Franzen fehlen.)
376
Hinterflügel blassgelb; Franzen (sehr beschädigt) weiss.
Unterseite der Vorderflügel unreiner blassgelb; die Adern
um die Mittelzelle goldschimmernd. Hinterflügel blasser als auf
der Oberseite. Alle Adern treten sehr scharf hervor.
Vaterland: Brasilien.
20. Indecoran. sp.
Abdomine ochraceo, pedibus dilute vitellinis; alis ant, oblongis,
obtusis, costa convexa, albidis, griseo-lituralis; posterio-
ribus flavidis. (Q.)
In der Grösse der vorigen, mit viel breitern, abgerundet
stumpfen Flügeln, sehr unscheinbar gezeichnet.
Rückenschild schmutzig gelblich-weiss, Schulterdecken unge-
fleckt, Kopf etwas weisser. Fühler auf dem Rücken hellbräun-
lich mit weisslichem Wurzelgliede. Taster so lang wie Kopf und
Rückenschild zusammen, schlank, aufgekrüämmt, am 2ten Gliede
hell gelbbraun, unten gegen die Wurzel heller, auf dem Rücken
gegen die Spitze weisslich; Endglied fast eben so lang, spitz,
heller als das 2te Glied (etwas abgerieben). Rüssel hellgelb be-
schuppt. Beine hell dotiergelb, die vordern an der Lichtseite
hellbraun, am Fusse dunkler; die Mittelfussglieder aussen hell
bräunlich mit weisslichen Spitzen; die Hinterfussglieder noch
blasser. Hinterleib ziemlich kurz, bräunlich-rostgelb, am Bauch
heller.
Vorderflügel 63° lang, länglich; Vorderrand von der Wur-
zel aus ziemlich stark convex, an der Wurzel ein wenig über-
geschlagen; Spitze stumpf und abgerundet; Hinterrand convex.
Grundfarbe weiss, am reinsten unterhalb der hintern Hälfte des
Vorderrandes, mit gelblich-staubgrauen, ineinander fliessenden
Nebeln auf der Wurzelhälfte der Fläche. Der Vorderrand ist
von der Wurzel aus in dieser Farbe angelaufen, hat einen sol-
chen Nebellleck an der Mitte und ist dahinter schmal staubgrau
angelaufen, auf der Randrippe selbst hell ochergelb. Hinter dem
verdunkelten Queraderpunkt ist ein solcher Nebelfleck, und die
Einfassung des Vorderrandes zieht sich breiter um den Hinter-
rand. Franzen gelblicher, eiwas glänzend. a
Linterflügel blassgelb, ohne Ausbuchtung der Spitze.
377
Unterseite etwas lebhafter gelb als die Hinterflügel oben,
mit hervortretenden Adern; der Vorderrand der Vorderflügel
ist in einer breiten, nach hinten verschmälerten Linie hell dot-
iergelb.
Vaterland: Brasilien. (Ein vielleicht auf den Vorderflügeln
durch Regen etwas verwischtes, sonst unverflogenes Weibchen
des Kaiserl. Museums.)
21. Albella Z.
Tota alba, palporum articulo terminali interne fusco; alis ant,
elongatis subacutis, subtus vitta costali ochracea apicem
non attingente. (2.)
Depressaria albella Z. Isis 1839. S. 196. 29.
Grösser als die vorige mit noch mehr gestreckten Vorder-
flügeln.
Körper weiss. Fühler nach aussen schmutzig weisslich.
Taster so lang wie Kopf und Thorax zusammen, aufgekrümmt,
schlank; das 2te Glied an der Wurzelhälfte aussen ochergelb,
das nicht ganz so lange, feingespitzte Endglied innen braun, an
der Spitze auch aussen bränlich. — Vorderbeine an der Hüfte
mit blass ochergelbem Fleck, sonst an der Lichtseite dotter-
gelb, an der Spitze der Schiene und dem Fuss gelbbraun. Mit-
telbeine an derLichtseite der Schenkelspitze hell bräunlich; Hin-
terschienen um die Mitte ochergelb angelaufen, auch die obern
Dornen sind hier gelblich. — Hinterleib auf dem Rücken an den
drei mittelsten Ringen, jedoch nach hinten in geringerer Aus-
dehnung lehmgelb mit weisser Längslinie in der Mitte.
Vorderflügel 73‘ lang, gestreckt mit deutlicher Spitze und
ziemlich stark convexem Vorder- und Hinierrand, ganz weiss,
kaum ein wenig glänzend mit ziemlich stark hervortretenden
Adern. Hinterflügel ohne Eindruck des Hinterrandes vor der
Spitze, schneeweiss, fein beschuppt, fast malt.
Unterseite wie oben, die Vorderflügel haben eine schmale,
nach hinten zugespitzte, von der Wurzel ausgehende, die Spitze
nicht erreichende, ochergelbe Strieme, die aber die Vorderrand-
rippe selbst weiss lässt. ;
Vaterland: Surinam. (Ein gutes Weibchen in meiner Samm-
lung.)
378
£ \ ”
+ 22. Grandis Perty. N
Corpore flavescente, alis ant. elongatis. rotundatis albis: subar-
genleis, posterioribus flavicantibus.
Pyralis grandis Perty Delect. anim, art, p. 163. tab. 32, fig, 12.
„Flügelspannung 2 Zoll. Körper gelblich. Vorderflügel oben
„weiss, silberig-seidenglänzend, am Hinterrande mit Schüppchen
‚Cd. h. mit Schuppenhaaren) gefranzt. Hinterflügel gelblich, sei-
„denglänzend, am Hinterrande gefranzt. Alle Flügel unten gelb,
„nach hinten gesätligter. Fühler von Körperlänge, fadenförmig.
„Taster zurückgebogen mit sehr grossem, zusammengedrücktem
„ten Gliede und nadelförmigem (kürzerem) Endgliede. Beine
„gelblich; die Mittelschienen an der Spitze mit einem Paar gros-
„ser Dornen; an den Hinterschienen sind 2 sehr grosse Dornen
„vor und 2 an der Spitze.‘
„Vaterland: Brasilien in der Provinz Piauhi.“
.
23. Exaratarn. sp. mn
(Fig. 19.)
Palporum articulo secundo fusco, terminali albo; pedibus et
abdomine vitellinis, hoc in dorso ex basi fusco; alis ant.
elongatis obtusis luteo-fuscis, macula costae mediae parva
chalybea. (C.)
Von der Grösse der Indecora, mit schmalern Vorderflügeln.
Rückenschild hell graubraun, am Vorderrande der Schulter-
decke sowie am Kopf bräunlich - weissgrau. Fühler von Hinter-
leibslänge, pubescirend dicht gefranzt, gelbbräunlich, unten ge-
sen die Wurzel weisslich; Wurzelglied weisslich, am Rücken
graubräunlich. Taster so lang wie Kopf und Rückenschild zu-
sammen, stark gekrümmt; *2tes Glied zusammengedrückt, gelb-
braun, innen heller, besonders gegen die Wurzel; Endglied etwas
kürzer, weisslich. Rüssel dick, gelbweisslich beschuppt. Beine
hell dottergelb; nur die vordern sind auf der Lichtseite des
Schenkels lehmbraun, auf dem Rücken der Schiene und am gan-
zen Fuss braun. Hinterleib hell dottergelb, auf dem Rücken von
der Wurzel aus gelbbraun, was sich nach hinten verschmälert
und auf dem 3ten und 4ten Ringe je einen Mittellleck bildet,
worauf der Rest des Leibes rein bleibt.
379
Vorderflügel fast 7’ lang, ziemlich gestreckt; Vorderrand
ziemlich stark convex, an den ersten 3 aulgekrümmt; Spitze
stumpf und fast abgerundet, Hinterrand convex. Grund lehmig-
braun, etwas schimmernd, gegen die Wurzel etwas heller, be-
sonders am Vorderrande. In der Mittelzelle geht eine einge-
drückte, auf der Querader erweiterte, vertiefte Längslinie, die
sowie die stark eingedrückte Falte durch dunkleres Gelbbraun
noch mehr hervorgehoben wird. An der Mitte des Vorderran-
des hängt ein dunkel violettblaues, länglich-rundes Fleckchen.
Hinterflügel am Hinterrande vor der Spitze sanft eingedrückt,
hellbraun, gegen die Wurzel lichter.
Unterseite hell graubraun, mit deutlichen Adern; Hinterflügel
heller, im Mittelraum ins Weissliche und etwas opalisirend.
Vaterland: Nord-Brasilien bei Cameta. (Ein schönes Männ-
chen im Königl. Museum.)
24. Sesquitertia n. sp. „f
(Fig. 20.)
Capite albo; palpis ochraceis apice atro; pedibus anticis ochra-
ceis, tarsis atris; alis ant. oblongis, apice omnino rotun-
dato, griseis, maculis tribus ante, una minore post medium
rotundalis atris. (Q.)
Wenig grösser als die folgende Tristrigata, einigermaassen
ähnlich der Tripustulata; sie hat aber eine ganz andere Grund-
farbe, völlig an der Spitze abgerundete Vorderflügel und noch
einen Aten schwarzen Fleck.
Rückenschild staubgrau; Kragen an beiden Seiten weisslich.
Kopf weiss, Gesicht an der Seite schwärzlich. Fühler von Hin-
terleibslänge, gegen das Ende sehr verdünnt, bräunlich-lehmgelb,
gegen das ochergelbe Wurzelglied hell fahlgelb. Taster so lang
wie Kopf und Rückenschild zusammen; das 2te Glied zusammen-
gedrückt, gegen das Ende wenig erweitert, hell ochergelb, aus-
sen bis zum letzten Drittel schwarz; Endglied dünn, fast auf-
recht, etwas kürzer als das 2te Glied, noch heller gelb als die-
ses, an der ziemlich feinen Spitze tief schwarz. Vorderbeine
ochergelb; Schiene kurz, eiwas verdickt; Tarsus kurz, schwarz,
an der Sohle der 4 ersten Glieder gelblich, an der Wurzel des
ersten Gliedes ochergelb. Mittelbeine am Schenkel ochergelb,
380
sonst fahlgelb mit Grau gemischt; der eine Dorn reicht über die
Spitze des ersten Fussgliedes hinweg. Hinterbeine auf der Licht-
seite so staubgrau wie die Mitielschiene, an der Wurzel des
Schenkels rostgelb; Schiene slark, wenig zusammengedrückt,
reichlich mit kurzen Haaren besetzt. Hinterleib stark (oben ab-
gerieben — doch scheint er helle und dunkle Ringe zu haben);
Alterbusch kurz, rostgelb, an der Wurzel schwärzlich; Bauch
ochergelb mit Rostgelb gemischt; Legestachel kurz.
Vorderflügel 9‘ lang, länglich, nach hinten erweitert, am
Vorderwinkel ganz abgerundet, am Vorderrande nahe der Basis
nur wenig convex, am Hinterrand stark convex, staubgrau, am
hellsten am Vorderrande von der Wurzel aus und in einem con-
vexen Querstreifen, der in einiger Entfernung vom Hinterrande
herzieht, am dunkelsten in der Gegend der zwei dem Innenrande
nächsten schwarzen Flecke. Drei tief schwarze Flecke liegen
vor der Flügelmitte; sie sind ziemlich gross, fast von gleicher
Grösse und gerundet; der unterste ist nahe an der Mitte des
Innenrandes, den er nicht berührt; der zweite, ein wenig weiter
gegen die Mitte gerückt, wird von der Falte durchschnitten; der
dritte liegt darüber in der Mitielzelle, weiter gegen die Basis
gerückt als die andern. Ein vierter, tief schwarzer, gerundeter
Fleck, viel kleiner als die andern, ist auf der Querader; er ist
von dem Fleck auf der Falie eiwas weniger entfernt als dieser
von der Flügelwurzel. Die Wurzel der hellen Vorderrandader
hat einen tief schwarzen Punkt. Die Franzen sind heller als die
Grundfarbe und von einem wenig dunklern Schatten durchzogen.
Hinterflügel am Hinterrande vor der etwas abgerundeten
Spitze schwach eingedrückt, hellgrau, am Rande dunkler, auf der
ganzen Fläche mit sehr schwachem Lilaschimmer. Franzen hel-
ler als die Fläche, an der Wurzel gelblich und vor der Mitte von
einer dunklern Schattenlinie durchzogen.
Unterseite der Vorderflügel gelbgrau mit verloschen ocher-
gelblichem Vorderrande und bräunlicher Hinterrandiinie; Franzen
mit ochergelblicher Wurzellinie, dann braun, am Ende hellgrau.
Hinterflügel heller als auf der Oberseite, längs des Vorderrandes
und auf den Adern gelblich angelaufen.
Vaterland: Brasilien. (Ein gutes Exemplar des Königl. Ber-
liner Museums.)
381
25. Grandaeva Mus. Berol.
Maena, pedibus ochraceis; alis ant. elongalis, apice omnino
rotundato, ochraceis, punctis tribus disci medii niveis. (2.)
Ein sehr schlechtes, zerrissenes und abgeflogenes Exemplar,
das aber doch seine characteristischen Zeichnungen erhalten zu
haben scheint, so dass ich es nicht übergehe.
Nächst Grandis die grösste mir bekannte Art, wie die fol-
gende mit ganz zugerundeten Vorderflügeln. Rückenschild (sehr
zerstört) graubräunlich, Kopf mehr ins Gelbliche. Fühler an dem
vorhandenen Stück schneeweiss, auf dem Rücken bräunlich; Wur-
zelglied graubräunlich. Taster so lang wie Kopf und Rücken-
schild zusammen, ziemlich schlank; 2tes Glied zusammengedrückt,
gelbbraun, gegen die Wurzel heller; Endglied fein, aussen weiss-
lich, innen gelblich. Rüssel schmutzig gelblich beschuppt. Beine
ochergelb, die vordern an der Lichtseite des Schenkels grau, auf
dem Rücken der Schiene und am ganzen Fuss graubraun; Schie-
nenbusch der Unterseite schwach. Hinterschiene von den obern
Dornen an auffallend verdünnt. (Hinterleib fehlt.)
Vorderflügel 93‘ lang, gestreckt; Vorderrand schwach con-
vex, fast in seiner ganzen Länge aufgekrümmt; Vorderwinkel
ganz abgerundet; Hinterrand sehr convex. Grundfarbe ocher-
gelb, wie es scheint, gegen die Wurzel, besonders am Innen-
rande, verdunkeli. Weit vor der Mitte des letztern liegt ein
kleiner, halb eiförmiger, weisslich behaarter Fleck. Im Mittel-
raum in der Flügelmitte liegt ein schneeweisses, nach aussen
gebogenes, scharf begränztes Möndchen, über dessen oberer
Spitze ein solcher Punkt in der Verästelung der Subcostalader-
liegt; ein andrer, weniger merklicher Punkt ist noch weiter nach
aussen, aber an der Veräsielung der Medianader. Andre Zeich-
nungen sind nicht zu erkennen.
Hinterflügel graubraun, vor der Spitze des Hinterrandes sehr
schwach eingedrückt.
Unterseite bräunlich-dunkelgrau, Vorderflügel an der Wurzel
und auf der Vorderrandrippe ochergelblich.
Vaterland: Para in Brasilien. (Ein Weibchen des Königl,
Museums.)
382
26. Tristrigata n. sp.
(Fig. 21.)
Magna; alis ant. elongatis, apice omnino rotundato, luleis, siri-
gis tribus cinnamomeis, poslica arcuata; posterioribus di-
lute ochraceis, interius cinereo-suffusis. (Q.)
Kleiner als die vorige. Rückenschild (abgerieben) lehmgelb.
Gesicht schmutzig gelblich-weiss. Fühler dünn, gelblich-grau, mi-
croscopisch pubescirend gefranzt; Wurzelglied hell. (Taster fch-
len.) Beine blass ochergelb; an den vordern der Rücken des
Schenkels, die Lichtseite der Schiene und der ganze Fuss grau-
braun. (Mittelbeine fehlen.) Hinterschienen ziemlich stark, ei-
was zusammengedrückt, auf dem Rücken mit ziemlich dichten,
locker anliegenden, kurzen Haaren. Hinterleib obenauf dunkel-
grau, an den Seiten, dem Ende und unten ochergelb.
Vorderflügel 8° lang, etwas breiter als bei Grandaeva, sonst
eben so gestaltet, lehmgelb, am Innenrand dunkler, hier an der
Wurzel mit einem zimmtbraunen undeutlichen Fleck. Von den
3 zimmibraunen dünnen Querlinien, deren erste weiter von der
Wurzel als von der 2ten, diese so weit von der 3ten wie von
der ersten, die 3te weiter von der 2ten als vom Hinterrand sieht,
ist die erste schräger als die andern, fast grade, gegen den
Vorderrand verloschen, die zweite etwas weniger schräg, ein
wenig nach aussen convex, die beiden Gegenränder erreichend,
die dritte, dem Hinterrande parallel, stark nach aussen gekrümmt,
fast am Vorderrande anfangend, im Innenwinkel endend. Der
Hinterrand trägt eine Reihe verloschener, länglicher, zimmibrau-
ner Punkte. Franzen gegen den Innenwinkel etwas grau.
Hinterflügel am Hinterrande vor der Spitze merklich einge-
drückt, hell ochergelb, an der Innenhälfte grau angelaufen, mit
gesälligter gelber Hinterrandlinie. Franzen aussen heller.
Unterseite deutlich geadert, hell ochergelb, die vordern am
lebhaftesten, die hintern am Innenrande am blassesten.
Vaterland: Brasilien. (Ein ziemlich gut erhaltenes Weibchen
im Königlichen Museum.)
383
Loxotoma n. g.
(Fig, 22. 23.)
(40:05 obliquus — r&uvew secare.)
Char. essent. Alae ant. costa sinuala, poslice oblique trun-
cala; posteriores lalae margine postico anle apicem sub-
retuso; tarsi anlici apicem versus pilis squamiformibus
ampliati.
Char. naturalis. Caput mediocre retracium, -capillis decum-
bentibus, ocellis nullis.
Antennae graciles, abdominis longiludine, & pubescenli-
ciliataec, Q@ microscopice pubescentes.
Palpi maxillares biarliculali mediocres pilosi deflexi.
Palpi labiales thorace longiores, reflexi, arliculo se-
cundo squamis incrassato, compresso, terminali tenul,
aculo.
Haustellum mediocre spirale squamatum.
Pedes mediocres; anteriorum tibiae breviusculae infra
lamella pilosa instructae, tarsi apicem versus pilis squa-
_ miformibus sensim crassiores.
Abdomen robustum alas posteriores paulo superans, dorso
medio carinato, in basi et apice pilis squamiformibus te-
ctum, in mare postice piloso-subciliatum; fasciculus ana-
lis g' mediocris.
Alae ant. elongatae, poslice dilatatae, costa in medio si-
nuala et poslice oblique truncalta, margine postico brevi,
breviter ciliato.
Alae posteriores latae, anterioribus paulo longius ci-
liatae, margine poslico ante apicem leviter impresso,
costa subconvexa.
Ungeachtet die Art, auf welche ich ein neues Genus gründe,
ein eigenthümliches phryganeenartiges Ansehen hai, worin ihr
keine Cryptolechia und keine Antaeotricha nahe kommt, so würde
ich sie doch nur als zur erstern Gattung gehörig ansehen, da
deren Flügelgestalt ändert und in den Arten Grandaeva und Tri-
strigata mit Ausnahme der Ausbuchtung des Vorderrandes etwas
Aehnliches zeigt, wenn nicht die Vordertarsen durch ihre gegen
die Spitze zunehmende Erweiterung ein zweites bedeulungsvolles
384
Merkmal böten. Das Geäder der Flügel ist wie bei den meisten
Cryptolechien: auf den vordern laufen alle einfach in die Ränder
aus; der vorleizte Ast der Subcostalader endigt an der Stelle,
welche durch die hier eintretende grössere Länge a Franzen
als Flügelspitze bezeichnet wird.
1. Elegans n. sp.
Alae anti. supra luleae macula costae mediae parva brunnea,
subtus lateritiae; posteriores albidae, apice ciliisque late-
ritis. (I 2.) |
Rückenschild und Kopf lehmgelb; Gesicht heller. Fühler ein
wenig länger als der Hinterleib, dünn, fadenförmig, mit gedräng-
ten Gliedern, beim Männchen pubeseirend, beim Weibchen mi-
croscopisch gefranzt. Taster von etwas über Rückenschildslänge,
stark zurückgekrümmt; das 2te Glied durch dichte, nur an der
Spitze etwas lockere Beschuppung verdickt, zusammengedrückt,
vor der Spitze am dicksten, aussen ziegelroth, innen blasser und
gegen die Wurzel weiss; Endglied etwas kürzer, dünn, borsten-
förmig, ohne feine Spitze, hellbraun, auf dem Rücken gegen die
Wurzel weisslich. Rüssel weiss beschuppt. — Beine weiss; die
vordern an der Hüfte und der Lichtseite des Schenkels lebhaft
ziegelroth, am Rücken der Schiene und am ganzen Fuss lehm-
gelblich-roth; letzterer eiwas länger als die Schiene, platt, gegen
das Ende breiter und am Ende selbst schwarz. Am Mittelbein
ist das erste Fussglied auf dem Rücken, die andern an der Seite
hellroth, das letzte ist braun. Am Hinterbein ist die Schiene flach,
auf beiden Schneiden, besonders dicht an der obern, haarig ge-
franzt; der Fuss gelbröthlich. — Hinterleib auf dem Rücken blass
gelbröthlich, an den 2 ersien Ringen ziemlich langhaarig, an den
letzten an der Seite büschelig haarig; Bauch weiss.
Vorderflügel des S 7, 2 8° lang, gestreckt, beim ' schma-
ler und heller lehmgelb, am Innenrand schmal zimmtbraun. An
der Ausbuchtung des Vorderrandes liegt ein dreieckiges, beim 2
gelbbraunes, nach hinten gekrümmtes, beim 9 zimmtbraunes Fleck-
chen. Die Querader bildet eine grade, verloschene, dünne, beim
g‘ kaum sichtbare zimmtbräunliche Linie. Näher an ihr als am
Hinterrande ist eine deullichere zimmtbraune Querlinie, beim
schwach gebogen und etwas wellig, beim 2 stark nach aussen
385
gekrümmt und ohne Wellen; sie endigt im Innenwinkel. Fran-
zen etwas trüber als der Grund.
Hinterflügel zart, beim g' weiss, beim 2 röthlich-weiss, bei
beiden in der Flügelspitze hell ziegelroth; Hinterrandlinie ziegel-
rolh; Franzen am Innenwinkel röthlich-weiss, gegen die Flügel-
spitze allmählig dunkler.
Unterseite der Vorderflügel ziegelroth, am Innenrande weiss-
lich, am Vorderrande beim 2 röthlich- gelb. Hinterrandfranzen
hellbraun. Hinterflügel weiss, am Vorderrand und in der Spitze
hell ziegelroth, sonst wie oben.
Vaterland: Columbien am Orinoco. (Ein schönes Paar im
Königl. Berliner Museum.)
Auxocrossa n. 8.
(Fig. 24. 25.)
(avEaveıw augere — x*000005 fimbria.)
Char. essent. Alarum anteriorum marginis antici pars po-
sterior ciliis longis praedita et in marginem poslicum mu-
tata.
Char. natural. Caput mediocre, squamis in verlice decum-
bentibus, ocellis nullis.
Antennae setaceae, Jg‘ setoso-ciliatae.
Palpi maxillares filiformes, conniventes.
Palpi labiales mediocres, reflexi, valde compressi, squa-
mis dilatati (terminali subulato).
Haustellum mediocre, squamatum.
Pedes mediocres; tibiae anticae breviusculae pilis incras-
satae; mediae compressae; poslicae — —
Abdomen (poslice convexulum, non marginatum ?) fasci-
culo g' anali mediocri.
Alae brevius ciliatae, anteriores marginis antici parte
postica valde obliqua longe ciliata, ut marginis postici
pars superior esse ei apex rotundalus videatur; poste-
riores parum latae, costa non ampliata, margine po-
stico ante apicem vix reluso.
Noch viel mehr als bei Loxotoma läuft das Endviertel des
Vorderrandes der Vorderfllügel schräg abwärts, und da es so
356
lange Franzen wie der Hinterrand hat, so scheint es die obere,
viel grössere Hälfte des Hinterrandes, mit dem es unter einem ganz
stumpfen Winkel zusammenläuft, zu bilden. Dieses hinterrand-
ähnliche Stück trennt sich unter einem abgerundet stumpfen Win-
kel, der als die wirkliche Flügelspitze erscheint, von dem übri-
gen Theil des Vorderrandes; dass es wirklich zum Vorderrande
gehört, beweisen die in dasselbe mündenden Aeste der Subco-
stalader. Der Flügel erhält durch diese Bildung eine sehr un-
zierliche Gestalt. — Die Hinterflügel haben nur mittelmässige
Breite und sind vor der Spitze am Hinterrand ein wenig einge-
bogen. — Der Hinterleib des ziemlich schlecht conservirten Thie-
res ist ausserordentlich kurz; ich vermuthe aber, dass sein vor-
derer Theil fehlt und er nur mit dem Endtheil geschickt ange-
klebt ist. Dieses Stück ist schwach convex, ohne Seitenwülste,
mit gewöhnlicher, abwärts gerichteter Beschuppung an den Sei-
ien und mit einem nur miltelmässig dicken Schuppenbusch, der
aber beim Fange oder bei der Zubereitung gelitten haben mag.
Die Hinterbeine fehlen ganz; die vordern haben eine durch die
auf der Unterseite befindlichen Schuppenhaare bewirkte Verdickung.
1. Hopfferi n.sp.
P
Alae ant. albae, macula magna costae mediae luteo fuscoque
mixta, margine poslico aur&o-luteo, ad angulum internum
fuscescente; posteriores fuscescenli-cinereae. (d'.)
In der Grösse der Depr. Alstroemeriana. Rückenschild (be-
schädigt) vorn weiss; Schulterdecken rein weiss, hinten bräunlich.
Kopf weiss, an den Seiten des Gesichts grau. Fühler bräunlich, auf
dem Rücken gegen das Wurzelglied weiss, mit borstenähnlicher
Pubescenz ziemlich dicht gefranzt; Wurzelglied rein weiss. Von
den Tastern fehlt das Endglied; das 2te Glied ist fast so lang
wie der Thorax, aufgebogen, stark zusammengedrückt, an der
Schneide mit etwas lockern Schuppen dicht besetzt, gegen die
Spitze allmählig etwas verdickt; innen hell bräunlich angelaufen,
aussen und vor der weissen Spitze dunkler bräunlich. Rüssel
schmal, zusammengerollt, weisslich beschuppt. Vorderbeine grau-
braun, an der ganzen Unterseite ins Weissliche übergehend, be-
sonders am Schenkel. Mittelbeine hellbraun, Fuss dunkelbraun ;
Schiene aussen auf der Mitte und an der Spitze weisslich, innen
“
387
weiss. «(Hinterbeine fehlen.) Hinterleib braungrau, am Bauch
hell; Afterbusch bleich ochergelb.
Vorderflügel 3%‘ lang, ziemlich gestreckt; der Vorderrand
von der Wurzel aus sanft convex, dann in der Mitte sehr schwach
concav, zuletzt unter einem abgerundet stumpfen Winkel in den
Hinterrand übergehend; der hintere Theil desselben bildet mit
dem wirklichen Hinterrand eine schräg nach aussen laufende con-
vexe Linie, die unter ihrer Mitte einen abgerundeten stumpfen
Winkel hat. Grundfarbe weiss mit schwachen lehmgelblichen Ne-
beln verunreinigt. An der scheinbaren Mitte des Vorderrandes
ist ein ziemlich grosser Fleck, der entsteht, indem der Raum
zwischen 2 braunen länglichen Costalfleckchen und einem schwar-
zen Wisch in der Flügelmitte mit lehmgelber Farbe ausgefüllt ist;
er bildet ein Dreieck, dessen längste Seite auf dem Vorderrande
ruht; von ihm scheint lehmgelbliche Bestäubung zum Innenrande
zu gehen, welche stark abgewischt ist. Die Schulter hat ein
schwärzliches Fleckchen. Der ganze scheinbare Hinterrand ist
bindenartig goldig lehmgelb, am Vorderrande schmal braun, am
Innenwinkel braunfleckig. Die Franzen sind an den obern # hell
goldig-Icehmgelb, an der scheinbaren Flügelspitze mil einem bräun-
lichen Fleckchen, an den untern 2 braun; eine braune Linie zieht
mitten hin von dem Fleckchen bis zum Innenwinkel.
Hinterflügel braungrau. Franzen an der Flügelspitze heller,
ins Gelbliche, mit dunkler Schaltenlinie nahe an der gelblichen
Wurzel. |
Unterseite bräunlich-grau, am Vorderrande schmutzig gelb-
lich. Franzen trüber als oben. Hinterflügel braungrau, am Vor-
derrande lehmgelblich beschuppt.
Vaterland: Brasilien bei Para. (Ein Exemplar des Königl.
Museums.)
Mesoptycha n.s.
(Fig. 26-28.)
e (uEoos medius — rrvXn plica.)
Char. essent. Tibiae mediae pilis longis incrassalae; alae
anteriores angulo interno dilatato; posleriores g‘ subtus
linea ex basi incrassata -anle marginem poslicum altte-
nuala.
388
Char. naturalis. Caput mediocre squamis in vertice de-
cumbentibus, ocellis nullis. Ä
Antennae abdominis longitudine, tenues, setaceae, d*
pubescenti - ciliatae. |
Palpi maxillares biarticulati, squamati, acuti, deflexi,
conniventes.
Palpi labiales thoracis longitudine, reflexi, compressi,
articulo secundo squamis incrassato; terminali subulato.
Haustellum breve squamatum.
Pedes mediocres; tibiae anticae nonnihil incrassatae; me-
diae incrassatae, squamis dorsalibus ultra apicem pro-
ductis.
Abdomen convexum, dorso medio carinato; &* gracile,
poslice revoluto-marginatum, fasciculo anali magno.
Alae brevius ciliatae; anteriores angulo interno am-
pliato; posteriores g* subtus linea e basi prodeunte
incrassata marginem versus attenuata, margine postico
ante apicem leviter retuso.
Dieses Genus weicht in der Vorderflügelgestalt von der der
Cryptolechien dadurch ab, dass der Innenwinkel sich etwas er-
weitert und durch seine verlängerten Franzen noch stärker her-
vortritt; dies gilt von beiden Geschlechtern, so wie auch die
starke, gegen die Spitze zunehmende Verdickung der Mittelschie-
nen, an welchen die obern Schuppenhaare sich weit über die
Fusswurzel hinweg verlängern. Dem Männchen allein kommt die
merkwürdige Verdickung auf der Unterseite der Hinterflügel zu,
die den Gattungsnamen veranlasst hat. Zwischen der 2ten und
dien freien Innenrandader geht eine an der Flügelwurzel dünne,
dann sich allmählig verdickende, darauf sich nach ‚und nach ver-
dünnende Längslinie zum Hinterrande; sie tritt als ein ungefal-
teter, ganz undurchsichtiger Körper hervor, der bei oberfläch-
licher Betrachtung als ein beim Spannen an die Flügelfläche an-
gedrücktes Bein erscheint, und der bewirkt, dass auf der Ober-
fiäche ein dreieckiger Raum am Hinterrande, in den er ausläuft,
niedergedrückt ist; zwischen ihm und der Medianader läuft auf der
Unterseite eine verliefte, auf der Oberseite als starker Kiel her-
vortretende Längsfalte. Die Medianader theilt sich wie gewöhn-
lich in drei Aeste. Das Weibchen hat im Aderlauf der Flügel
389
nichts Auffallendes. Die Franzen wie bei Cryptolechia mit der
oben bemerkten Abweichung am Innenwinkel der Vorderflügel.
4. Nictitans Mus. Berol.
Alae ant. elongatae, cinereo-luteae, squamis albis sparsis, pun-
cto majore nigro disci ante medium. (I 2.)
Männchen in der Grösse der Crypt. picta, Weibchen viel
grösser.
Rückenschild hellgrau-lehmfarben; Hinterkopf wenig heller,
Gesicht weiss. Fühler von Hinterleibslänge, ziemlich schlank,
beim Männchen nach oben kaum kennbar gekerbt, pubescirend
sefranzt, weissgrau; Wurzelglied etwas flach gedrückt, weiss,
auf der Lichtseite grau. Taster von Rückenschildslänge, stark
aufgekrümmt, ziemlich schlank, weisslich; 2tes Glied zusammen-
gedrückt, auf der Aussenseite des convexen Rückens von der
Wurzel bis über die Hälfte schwarzbraun; Endglied etwas kür-
zer, pfriemenförmig, zusammengedrückt, beim Weibchen schlan-
ker und gegen die Spitze grau angelaufen. Rüssel weisslich be-
schuppt. Beine weiss; die vordern an der Lichtseite am Schen-
kel gebräunt, an der Schiene mit brauner, aufs erste Fussglied
fortgesetzter Strieme. Mittelschiene durch Haarschuppen gegen
die Spitze stark verdickt, welche sich über die Mitte des ersten
Fussgliedes verlängern, auf dem Rücken lehmgelbgrau; der län-
gere Dorn reicht bis zum 2ten Fussgliede; Fuss unten lehmgelb-
lich. Hinterschiene dick, etwas zusammengedrückt, auf dem Rük-
ken weniger reichlich als auf der entgegengesetzien Seite haa-
rig. Hinterleib mit einem Mittelkiel, beim Weibchen dick, lehm-
gelblich-grau, am Bauch weisslich ; Afterbusch sehr kurz, ocher-
gelb; Legestachel wenig hervorstehend. Beim Männchen ist er
schlank, bräunlich-grau, an der Endhälfte durch den zurückge-
schlagenen Seitenrand wulstig gerandet, am Bauch weiss; After-
busch dick und lang, oben bräunlich-grau, unten ochergelb.
Vorderflügel des & 5%, des @ 63° lang, gestreckt; der
Vorderrand ist von der Wurzel aus mässig convex, an Seiner
Mitte etwas eingedrückt, und auf $ der Länge ein wenig aufge-
krümmt; von dem stumpfen, schwach gerundeten Vorderwinke]
geht der Hinterrand schwach convex, ziemlich senkrecht herab;
der Innenwinkel ist eiwas erweitert und mit ziemlich langen
Schuppenhaaren besetzt. Grundfarbe eine Mischung aus Lehm-
gelb und Weissgrau, doch ersteres vorherrschend, am Vorder-
rande gegen die Wurzel fahlgelb, hier und da, besonders auf
der Wurzel der Medianader, mit weissen Schuppen bestreut,
welche in einiger Entfernung vom Hinterrande einen binden-
arligen Quernebel bilden. In der Miltelzelle diesseits der Mitte
liegt ein grosser Punkt oder richtiger ein kleiner gerundeter
Fleck, tief schwarz, wurzelwärts mit weissen Schuppen gerandet.
Franzen mit feiner lehmgelblicher Wurzellinie.
Hinterflügel bräunlich- dunkelgrau, beim 9 am Innenwinkel
ins Grauweisse.
Unterseite heller als die Hinterflügel oben; Vorderflügel mit
dünner gelblicher Vorderrandlinie und breit weisslichem Innen-
rande. Auf den Hinterflügeln ist die verdickte Längslinie weiss-
lich, der Innenrand trüber. Vorderrand schwach convex.
Vaterland: Parä in Brasilien. (Ein ziemlich gutes Pärchen
im Königlichen Museum.) |
390
Antaeotricha n. g.
(avrasos anticus. — eis pilus.)
Char. essent. Alae anteriores ante medium dilalatae, postice
coarctatae; alarım J* posteriorum pagina superior peni-
cillo longo sub alis anterioribus latente insirucia, margo
anticus squamis longis rigidis dilatatus. |
Char. naturalis. Caput mediocre squamis in vertice decum-
bentibus, ocellis nullis.
Antennae abdominis longitudine, setaceae, &* ciliatae.
Palpı maxillares filiformes, conniventes.
— labiales mediocres, reflexi, compressi, articulo se-
cundo squamis aequaliter incrassato, terminali subulalo.
Haustellum mediocre squamalum.
Pedes mediocres; tibiae anlicae breviusculae nonnihil
incrassatae; poslicae compressae longius calcaratae.
Abdomen convexum dorso medio carinato, g' gracile,
postice revoluto-marginatum, fasciculo anali plerisque
magno.
Alae brevius ciliatae, anteriores ante medium dilata-
tae, poslice paulalim angustalae; posteriores lalae,
391
& penicillo longo prope basim instructae, margine
antico ante medium convexo, (d‘ longe squamato-
piloso), postico ante apicem vix aut non retuso.
Die hierher gehörigen Arten sehen im weiblichen Geschlecht
durchaus wie die Cryptolechia-Weibchen aus der Verwandtschaft
von Litura, Schlaegeri, disjecia aus; ihre Vorderflügel haben
nämlich ihre grösste Breite bald hinter der Wurzel, worauf sie
ganz allmählig enger werden. Desto ausgezeichneter sind die
Männchen characterisirt. Bei ihnen erweitert sich der Vorder-
rand der Hinterflügel auf der Wurzelhälfte beträchtlicher als bei
den Weibchen und ist hier mit reichlichen, langen, starren
Schuppen bekleidet, die gedrängt an einander stehend eine zahn-
arlige Erweiterung bilden.
Ausserdem befindet sich auf der obern Fläche, doch durch
den Innenrand der Vorderflügel verdeckt, ein langer, nahe der
Wurzel enispringender Haarpinsel, der bisweilen eine schuppen-
lose Stelle der Flügelfläche neben sich hat. An dem gestreck-
ten Hinterleibe biegt sich der mit Schuppenbüscheln besetzte
Rand auf den hintern zwei Dritteln der Länge nach oben und
und bildet den Wulstrand, den wir auch bei Mesoptycha und
selbst bei einigen Cryptolechien wiederfinden; der starke After-
busch birgt einen kräftigen, ohne Zweifel interessant gebauten |
Genitalienapparat.
1. Walchiana Cramer.
(Fig. 29. 30.)
Alis ant. costa praeter basim late alba, basi dorsoque lalissime
marmorate fusco, puncto venae transversae albido; poste-
rioribus cinereis, d‘ basi late abida: (J' 2.)
W alchiana Cramer tab. 42. fig. 12.
Stenoma griseanum Z. Isis 1839, S. 19.
? Pyralis griseana Fabr. E. S. 3, b. p. 265. 96.
Im weiblichen Geschlecht etwas grösser, im männlichen klei-
ner als Crypt. bicolor, in der Gestalt ähnlich.
Kopf und Rückenschild grauweisslich, @ dunkler; Gesicht
vorzüglich beim 2 weiss. Fühler auf dem Rücken hell bräunlich,
unten und beim g auf dem Rücken gegen die Wurzel weisslich,
bei letzterem schr kurz und dicht borslig gefranzt; Wuzeiglied
392
weiss, auf dem Rücken braungrau, an der Spitze schmal weiss.
Taster von Rückenschildslänge, beim 2 etwas länger und schlan-
ker als beim g', aufgekrümmt, zusammengedrückt, weiss, 2tes
Glied auf dem Rücken beim 5° bis nahe an die Spitze, beim Q
viel weniger weit braun, aussen schmutzig angelaufen; Endglied
3 so lang wie das 2te Glied, zugespitzt. Die Maxillartaster und
der mittelmässig lange Rüssel weisslich beschuppt. Beine weiss;
die vordern auf der Lichtseite, die mittlern an Schiene und Fuss
grau mit hellern Stellen; beim Weibchen ist der Mittelfuss fahl-
gelb. Hinterschienen ziemlich schlank, zusammengedrückt, an
beiden Schneiden mit längern, anliegenden Haarschuppen. Hin-
leib weisslich, am Rückenkiel gebräunt; beim & mit Schuppen-
wülsten gerandet. Männlicher Afterbusch ziemlich lang, doch
nicht dick.
Vorderflügel 9 5, 2 64“ lang, gestreckt; Vorderrand von
der Wurzel aus ziemlich stark convex und hier etwas umge-
schlagen, dann in schwach convexer Linie verlaufend; Spitze
stumpf; Hinterrand etwas convex. Grundfarbe grösstentheils
braun, dunkel und hell und beim $ auch mit Bläulich-grau ge-
fleckt, an der Wurzel weissgrau, am Innenrande (wenigstens beim
cd‘) mit längern anliegenden Haaren. Der Vorderrand ist bis zum
Ende des ersten Fünftels allmählig bräunlicher, dann in einer
breiten, gegen die Spitze verengten Strieme weiss, beim Q reiner,
beim & mit 2 braunen Punkten, deren einer nahe an der Mitte
des Vorderrandes, der andre weiter hinten einwärts liegt. Quer-
ader mit einem weisslichen Querpunkt. Hinterrand mit einer
gelbbraunen Linie und davor einer weissen Wellenlinie; letztere
ist nur an der braunen Grundfarbe sichibar, erstere löst sich ge-
gen die Spitze in Strichelchen auf. Aus dem Innenwinkel geht
eine verloschene weissliche Linie schräg aufwärts nach innen
und bildet mit der Wellenlinie einen Winkel, in welchem 3 braune
gerundete Flecke, in der Grösse nach oben zunehmend, neben
einander liegen. Franzen am weissen Flügeltheil weiss, sonst
gelbbraun, in der Mitte weisslich bestäubt.
Hinterflügel breit, am Hinterrande vor der Spitze seicht ein-
gedrückt, beim Männchen grösstentheils weisslich, längs des Hin-
terrandes, nach der Spitze breiter, bräunlich-grau; Franzen bräun-
lich-grau, am Innenwinkel und an der weisslichen Flügelspitze
selbst weisslich. Beim Weibchen ist die Fläche braungrau, an
393
der Wurzel und dem Innenrande etwas heller, an der Spitze
und am Vorderrande wie beim Männchen weiss; Franzen an der
Flügelspitze weiss.
Unterseite der Vorderflügel braungrau, in der Mitte hell;
sewöhnlich schimmert das Weissliche der Oberseite etwas durch.
Franzen braun, an der Flügelspitze weiss. Hinterflügel am Vor-
derrande beim J sehr wenig convex, dann schwach concav;
beim Männchen stark convex, dann concav, an der Convexität
mit einem starken braungrauen Schuppenzahn, der sich wurzel-
wärts auf der Fläche in längere, anliegende Haare verliert. Fär-
bung wie oben. Beim Weibchen ist die Fläche am Vorderrand
bis nahe an der Spitze, an die Wurzel und am Innenrande weiss-
lich, sonst braungrau.
Vaterland: Brasilien bei Cameta. (Beide Geschlechter in
meiner Sammlung und dem Berliner Museum.)
Anmerkung 1. Bei Pyralıs griseana F". sind alac griseae s. fusco
cinereoque mixtae, apice obscuriores macula magna costalı alba, während bei
meiner Art die Flügel ın der Mitte am dunkelsten sind; auch ist über die
Gestalt der macula alba gar nichts gesagt, Ala terminatur striga parva albida
hat auch Bedenkliches, da bei Griseanum die weisse VWVellenlinie am Hinter-
rande zu wenig Auffallendes hat, als dass sie in einer so oberflächlichen Be-
schreibung hätte erwähnt werden können, Endlich wäre die Stellung zwi-
schen Tortr. Rolandriana und Gnomana noch zu urgiren, wenn man nicht
bedächte, wie blindlings Fabricius bei dergleichen Anordnungen verfuhr. Ich
denke, es werde sich unter den vielen hier noch zu entdeckenden Arten eine
noch finden, auf die die Anwendung der Fabrici’schen Beschreibung mit we-
niger Bedenken geschehen kann,
Anmerkung 2. Tinea dorsella Fabr. E. S, 3, b. p. 301. 63. Suppl.
p- 483. 13. — aus Cayenne — scheint eher hieher zu gehören, wenn man an-
nimmt, dass der Vorderrand gegen die VVurzel verwischt war; doch ist die Be-
schreibung so oberflächlich, dass sie kaum je sicher anzuwenden sein wird.
Anmerkung 3. Cramer’s Tafeln habe ich jetzt nicht vor mir. Als
Abweichung von meinen Exemplaren notirte ich mir bloss, dass das Bild vor
der Mitte des Vorderflügels eine ringlörmige Zeichnung habe,
2. Fascicularis n. sp.
(Fig. 32. 33.)
Alis ant. basi fusca purpureo flavoque mixta, deinde anlice
albis, dorso caesio-nebuloso, margine postico late aureo-
luteo; posterioribus obscure cinereis, costa & late fasci-
eulata. (dJ.)
394
In der Grösse der Walchiana 2 mit weniger erweiterten
Vorderflügeln, vor den andern Arten durch die Länge und Aus-
dehnung des Costalbusches der Hinterflügel ausgezeichnet.
Rückenschild (beschädigt) bräunlich-weissgrau. Gesicht
weisslich-bläulich schimmernd. Fühler gegen das Ende beträcht-
lich verdünnt, bellbraun, dicht und kurz pubescirend gefranzt,
Wurzelglied braungrau, blau schillernd, am Vorderrand mit weiss-
licher Längslinie. Taster länger als der Thorax, aufgekrümmt,
schlank, zusammengedrückt; 2tes Glied ziemlich gleichmässig ver-
dickt, auf dem Rücken hellbraun, innen weisslich; Endglied mehr
als halb so lang, feinspitzig, weisslich, an weniger als der Wur-
zelhälfte hellbraun. Beine schmutzig gelblich-weiss, die vordern
auf der Lichtseite der etwas verdickten Schiene und des Fusses
braun; die mitllern geibbräunlich angelaufen mit dunklerem Fleck
am Knie und vor der Schienenspitze; die hintern an der etwas
dicken, zusammengedrückten Schiene weisslich, auf dem Rücken
und vor der Spitze bräunlich angelaufen; die Fussglieder eben
so angelaufen mit hellen Spitzen. Hinterleib (beschädigt) an der
Wurzel bräunlich-hellgrau, nach hinten verengt; Afterbusch
stark, unten ins Weissliche.
“ Vorderflügel 6°’ lang, gestreckt, nach hinten weniger ver-
engt als bei Walchiana; der Vorderrand von der Wurzel aus
weniger stark convex, dann aber convexer zulaufend; der Vor-
derwinkel stumpf und abgerundet; der Hinterrand schwach con-
vex. Die Fiügelwurzel ist fast bis zu 5 der Länge und am
Innenrande weiterhin als am Vorderrand braun mit blau und pur-
purrolh schimmernden Flecken und an den Rändern goldig braun-
gelb, am Innenrand mit längern Schuppenhaaren. Das 2te
Flügeldrittel ist weiss, an der Innenrandhälfte dunkel braun-
grau wolkig, auf der Vorderrandhälfte nur mit Spuren grauer
Wölkchen. Auf dem Enddrittel geht erst ein ziemlich breiter,
bindenförmiger, braungrauer Streif schräg querüber, er ist an
seinem obersten Drittel ein wenig eingebogen. Der Rest der
Fläche bildet eine etwas glänzende, angenehm goldbraungelbe
Binde, die sich am Vorderwinkel erweitert und von der vorher-
gchenden Binde durch eine nicht scharfe weissliche Linie ge-
{rennt ist. Franzen weisslich, an der äussern Hälfte braungrau.
Hinterflügel am Hinterrande vor der Spitze sanft eingedrückt,
braungrau, auf dem durch die Vorderflügel verdeckten Vorder-
395
randtheile weisslich. Der verborgene Haarpinsel ist bleich-ocher-
gelb, und längs seiner innern Seite ist eine glänzende, schuppen-
lose Stelle. Franzen heller braungrau, gegen die Flügelspitze
ins Weisse übergehend. |
Unterseite bräunlich-grau, die Vorderflügel auf dem durch
den verdeckten Raum und in einer schmalen, vorn und hinten
verdunkelten Vorderrandlinie weisslich. Die Hinterlügel haben
den Vorderrand durch ausserordentlich lange, steife, an den
Spitzen weissliche Schuppen auf 3 der Länge erweitert und sind
gegen ihre Wurzel und am Innenwinkel weisslich.
Vaterland: Brasilien. (Ein mittelmässig gut erhaltenes Exem-
plar des Königl. Museums.)
3. Inquinula Mus. Berol.
Alis ant. niveis, punclis duobus venae transversae nigris, NCc-
bulis basalibus maculaque supra medium disci, spatium
costale album terminantibus fusco-griseis, parte alae poslica
fusco-grisea strigam albam continente. (2.)
Kleiner als Walchiana 9 mit weniger breiten Hinterflügeln.
Kopf und Rückenschild rein weiss, Fühler bräunlich mit
weissem Wurzelgliede. (Taster fehlen.) Rüssel weissschuppig.
Beine weiss (die vordern fehlen); die mittlern auf dem Rücken
der Wurzelhälfte der Schienen und des ersten Fussgliedes braun-
grau; Hinterschiene wenig breiter als der Hinterschenkel, stark
zusammengedrückt, auf den Schneiden nicht lang behaart. Hin-
terleib braungrau, am Bauch weiss; Aftergegend ochergelb.
Vorderflügel 44° lang, in der Gestalt fast wie bei Wal-
chiana, nur mit merklich längern und einen deutlichen Vorderwin-
kel bildenden Franzen, daher nach hinten etwas weniger verengt,
rein weiss mit bräunlich-grauen wolkigen Zeichnungen. Auf der
Querader sind zwei schwarze Punkte über einander auf weissem
Grunde. Am Vorderrande sind nahe der Wurzel zwei wellige
Querschaiten, der zweite stärker, beide nur bis zur Falte reichend.
Hinter dem 2ten ist ein grosser länglicher Nebelfleck, der sich
über den 2 Mittelpunkten an die folgende Schattenbinde an-
schliesst und so einen länglichen, rein weissen Vorderrandfleck
abschliessen hilft, Die Schaltenbinde geht vom Vorderrande
schräg nach dem Innenwinkel, ist aussen scharf begränzt, wur-
396
zelwärts aber ohne scharfe Begränzung, und durch weissliche
Stellen gleichsam in zwei Querstreifen aufgelöst. Der Rest des
Flügels stellt eine oben erweiterte, aussen scharf wellig gesäumte
braungraue Binde vor, die aber einwärts nicht scharf begränzt
ist und den Innenwinkel nicht erreicht. Der Hinterrand selbst
ist eine schmale weisse Linie, die den welligen Rand der dunk-
lern Färbung scharf begränzt. Die ziemlich langen Franzen sind
auf der Wurzelhälfte etwas weniger rein weiss, dann grau.
Hinterflügel am Hinterrande vor der Spitze kaum eingedrückt,
bräunlich-grau, gegen die Wurzel heller, in der Spitze in einem
kleinen Raum weiss. Franzen hellgrau.
Unterseite der Vorderflügel bräunlich-grau mit weisslichem,
vorn und hinten getrübtem Vorderrand. Hinterflügel heller als
oben und auf der Wurzelhälfte und am Innenrand weisslich.
Vaterland: Brasilien bei Para. (Ein ziemlich gut erhaltenes
Exemplar des Königl. Museums.) |
4. Binubila Mus. Berol.
(Fig. 31.)
Alıs ant. sordide albis, dorso late griseo-suffuso, nebulis dua-
bus dorsi sirigaque postica obsoleta fuscescenlibus, pun-
clis marginis postici fuscis. (J‘.)
In der Grösse und Gestalt der Walchiana Z. Rückenschild
röthlich-staubgrau. Kopf weisslich. Fühler kaum von Hinter-
leibslänge, auf einer Seite weisslich, auf der äussern bräunlich,
dicht haarig gefranzt; Wurzelglied weiss, auf dem Rücken grau-
bräunlich angelaufen. Taster etwas länger als der Thorax, ziem-
lich schlank, zusammengedrückt, aufgekrümmt, weiss, 2tes Glied
am Rande des Rückens von der etwas bräunlich unterlaufenen
Wurzel aus mit einem tief gelbbraunen, zugespitzten, bis über
die Mitte reichenden Längsstrich; Endglied mehr als halb so lang,
zugespitzt, aber nicht scharfspitzig, zusammengedrückt. Rüssel
weisslich beschuppt. Beine weiss; die vordern auf der Licht-
seite braungrau; die Schiene auf der Unterseite mit reichlichen
weissen Haaren. Mittelbeine mit zusammengedrückter Schiene
und lehmgelblich angelaufenem Fuss. Hinierschiene ziemlich stark,
zusammengedrückt, auf beiden Schneiden reichlich mit verlänger-
ten, niederliegenden Schuppen bekleidet. Hinterleib weisslich, nach.
397
hinten staubfarbig angelaufen; die Seitenwülste sehr nu Af-
terbusch stark, hell.
Vorderflügel 53‘ lang, gestreckt, wie bei Walchiana $ ge-
staltet, auch am Vorderrande etwas zurückgeschlagen; die Spitze
etwas schärfer. Grundfarbe unrein weiss, auf der Innenrand-
hälfte röthlich-staubgrau angelaufen, am Innenrande von der Wur-
zel aus auf 3 der Länge mit rein weissen Schuppen dicht gefranzt.
An der Mitte des Innenrandes ist ein grosser bräunlicher Nebel-
fleck; zwischen ihm und der Basis ein kleinerer, sehr verlosche-
ner; ein sehr deutlicher, wurzelwärts scharf abgesetzter ist vor
dem Innenwinkel, und von ihm geht eine sehr verloschene Schat-
tenlinie schr schräg gegen die Vorderrandmilte. Eine deutlichere
Schattenlinie geht parallel mit dieser aus dem Innenwinkel, wo sie
stark verdickt ist. Eine Reihe brauner, anfangs gedrängter Punkte
geht auf dem Hinterrande und zieht bis in den Vorderrand, wo
sie vor der Schattenlinie verschwindet. Franzen bräunlich-weiss,
an der Flügelspitze weiss.
Hinterflügel zugetpitzt, vor der scharfen Spitze am Hinter-
rande kaum eingedrückt, weisslich, am Hinterrande auf der Aus-
senhälfte bräunlich angelaufen; hier ist auch die Hinterrandlinie
und die weisslichen Franzen etwas verdunkelt. Der Haarbusch
unter dem Innenrande der Vorderflügel ist lang und blass ocher-
gelb.
Unterseite der Vorderflügel braunweisslich, hinten bräunlich-
grau; der Vorderrand an der Wurzel braun. Hinterflügel unrein
weisslich, am Vorderrand an der Wurzelhälfte stark erweitert und
mit bräunlichen, auf der abgewendeten Seite weisslichen, langen,
gedrängten Haarschuppen, die einen hinten scharf abgeschnitte-
nen Zahn bilden, besetzt.
Vaterland: Brasilien bei Cametä. (Ein gutes Exemplar des
Königl. Museums.)
Anmerkung. Zwei andere Exemplare des Museums scheinen unter sich
und von Binubila specifisch verschieden; sie stimmen im Bau mit Binubila
überein, auch so ziemlich in der Grundfarbe; die Hauptunterschiede würden
die Innenrandzeichnungen der Vorderflügel geben; aber diese sind offenbar
grösstentheils verwischt, weshalb bei der grossen WValhrscheinlichkeit, dass
noch mehrere sehr ähnliche Arten existiren, eine auch noch so genaue Be-
schreibung keine sichern Merkmale geben würde.
IX. 26
398
3. Basalis n. sp.
Alis ant. sordide albis griseo-nebulosis, macula humerali fusca,
macula dorsi ante medium fusco ferrugineoque mixta, pun-
cto disci poslico nigro; posterioribus cinereis. (J'.)
Zwei sehr abgeflogene Männchen des Königlichen Museums.
Rückenschild schmutzig weisslich; Kopf eben so, hinten an den
Seiten, wie es scheint, grau. Fühler bräunlich, gegen die Wur-
zel ins Weissliche, mit zarter, borstenartiger Pubescenz gefranzt;
Wurzelglied halb braun, halb weiss. Taster etwas länger als der
Thorax, schlank, zusammengedrückt, weiss; zweites Glied ganz
gleichmässig verdickt, aussen hellbraun; Endglied 3 so lang, fein
zugespitzt, aussen eiwas bräunlich angelaufen. Rüssel weisslich
beschuppt. Beine weiss; die vordern auf der Lichtseite gelb-
braun (wie die übrigen sehr abgerieben); die fast entblösste
Hinterschiene ist stielrund, wenig zusammengedrückt. Hinterleib
oben hell bräunlich-grau mit sehr deutlichen Seitenwülsten, star-
kem, gelblich-weissem, am Ende grauem Afterbusch und weiss-
lichem Bauch.
Vorderflügel 54° lang, gestaltet wie bei Walchiana, auch
mit umgebogenem Vorderrande, schmutzig weiss, wie es scheint,
mit mehrern grauen Nebeln; zwei solche Nebellinien gehen hinter
dem schwarzen Queraderpunkt, über die Fläche; die erste krümmt
sich über dem Punkt stark wurzelwärts und biegt sich dann wie-
der zum Vorderrand; die 2te verloschenere hat diese Krümmung
nicht und erweitert sich wie jene gegen den Innenwinkel. Braune
Schuppen an der Flügelspitze scheinen anzudeuten, dass hier eine
bindenartige Verdunkelung sich am Hinterrand herabzieht. Die
Schulter hat einen länglichen, schwarzbraunen, nebligen, einwärts
nicht scharf begränzten Fleck. Am Innenrande weit vor der Mitte
ist ein einwärts brauner, innen rostbraun gemischter (zum Theil
aber durch Abreibung zerstörter) Fleck, von welchem an bis zur
Basis die Randfläche längere gelblich-weisse Schuppen trägt. (Ob
der Hinterrand Punkte hat, ist nicht zu erkennen; die Franzen
fehlen gänzlich.) ;
Hinterflügel weniger spitz als bei Walchiana, vor der Spitze
am Hinterrande sehr schwach eingedrückt, bräunlich-grau, an der
Wurzel und dem Innenrande weisslich. Der verborgene Haar-
busch hell ochergelb.
399
Unterseite der Vorderflügel schmutzig grau, hinten dunkler;
der Vorderrand an der Wurzel braun. Hinterflügel bräunlich-
weiss; der starke, starre Schuppenbusch am erweiterten Vorder-
rande ist hinten schräg zugeschnitten, braun, auf der abgewen-
deten Seite weisslich.
Vaterland: Brasilien.
— aaa
and
>
SO@UMANPWD
400
Bedeutung der Figuren
auf Tafelll. u. IM.
Depressaria pallorella.
Kopf derselben.
Kopf von Depr, dictamnella.
Vorderflügel von Depr. thapsiella.
Hinterflügel von Depr. liturella.
desgl. von Depr. chaerophjylli.
Kopf von Depr, hirtipalpıs.
Vorderbeine derselben.
Abgeschupptes Hinterleibsende
von Depr. heracliana.
Vorderflügel von Orthotelia spar-
ganıella.
. monströse Schlinge in der Sub-
dorsalader.
Hinterflügel derselben.
Kopf derselben.
Vordertheil der Puppe derselben.
Cryptolechia tripustulata,
Crypt. picta.
Crypt. Renselariana.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
24.
25.
26.
27.
28.
29.
50.
31.
32.
33.
Crypt. loxogrammos,
Crypt. Schlaegeri,
Crypt. exarata.
Crypt. sesquitertia.
Crypt. tristrigata.
Loxotoma elegans.
Vorderbein derselben.
Auxocrossa Hopfferi.
Geäder des Vorderflügels dersel-
ben, soweit es sich ohne Ab-
schuppung erkennen lässt.
Mesoptycha nictitans.
Vorder- u. Mittelbein derselben.
Männlicher Hinterleib derselben.
Antaeotricha VValchiana.
Kopf derselben.
Antaeotr, binubila,
Antaeotr. fascicularis.
Unterseite der Flügel derselben.
401
Begister.
Seite Seite
Genera. Arenella Reutti (Depr.) . 212 215
Antaeotricha . » 2° 2... 390 Arenella SV. (Depr.) . . 226
Auxocrosa - » RER 5) Assimilella Tr, (Depr.). . 212
Cryptolechia . R f} . o D . 353 Assimilella Z. (Depr.) . ° 2 216
Cryptophasa anlage te: Name 350 Atomella Steph. (Depr.) . . 215
Depressaria . © x. . + 19% Atomella SP, (Depr.) . . 220
Exaeretia - » ie 1 Atomosa Haw. (Depr,) ir an.a. 2280
Tosbiama.; ar .s anne. 2.988 Badia Haw. (Depr.). . . . 330
Mesoptycha f RER X! Badiella H. (Depr. . . . 306
eg Pahiensis’Perty Chrntol) > 365
Basalis (Antaeotr.) . . . 398
‚ Species Bicolor (Cryptol,) ». . . . 33
Adspersella Koll. (Depr.) . 259 Binubila MB. (Antaeotr.) . 396
Aegopodiella H, (Agon.) . - 320 Biluntii Curt. (Depr.) . . . 294
Albacosta Lew. (Crypt.) . 350 Boieella Freyer (Tin.) . .„ . 254
Albana F. (Pyr.) , » » . + 364 Caprella Staint. (Depr,) . . 274
Albella Z. (Cryptol.) . « - 377 Capreolella Z, (Depr.) . . 274
Albicilla (Cryptol.) . . » 371 Carduella HM. (Depr.). . . 268
Albidella Zv. (Haem.) - » . 238 Castella Z. (Cryptol,). . . 8357
Albipuncta Haw. (Depr. - . 320 Chaerophylli Z. (Depr,) . 330
Albipunctella 4. (Depr.) . 319 Chaerophyllinella HS, „ . . 330
Allisella Staint. (Exaer.) . 194 Characterella SV. (Tin) . . 250
Alströmerella ZH. (Agon.) . . 2338 Characterosa Haw. (Depr.) 7, 799g
Alströmeri Haw. (Depr.) . » 238 Cerefolii etz (Phal.) TO
Alströmeriana L. (Depr.). 238 Cervicella HS. (Depr.).. . 310
Alströmiana Z. (Phal.) . » » 238 Cicutella A. (Tin) . . . . 270
Altaica (Depr.) - » . 809 CGiliella Staint. (Depr.) 7 |
Angelicella H. Dip). . 230 Ciniflonella Lienig (Depr,) 255
Apicella Steph. (Depr.) » . . 809 Gnicella Tr. (Depr.). » . 289
Apiella H. (Tin.) - « » .» . 339 Collarella Zetterst. (Haem.) . 294
Apiosa Haw. (Depr.) - » . 315 Conterminella Z, (Depr.) 245
Applana Fabr. (Depr.) , . 270 Corticinella (Depr.) . . 328
Applanella F. (Tin). . » . 270 CGostosa Haw. (Depr.) , . 198
Seite Seite
Culcitella HS. (Depr.) . . 206 Ignobilis (Cryptol.) . . . 361
Curvipunctosa Haw. (Depr.) . 245 Immaculana Stph. (Depr.). . 227
Daucella SV. (Tin.). . » . 30 Immunda (Cryptl,) . . . 360
Daucella Tr. (Haem.) . . . 339 Impurella Tr. (Depr.) . . 357
Decora (Cryptol.) . . . » 3759 Imcarnatella (Depr.). . . 266
Depressana Z. (Depr.) . -» . 294 Imdecora (Cryptol.) . » „ 376
Depressella HS, . . . » » 275 Inquinula MB. (Antacotr.) . 395
Depressella A. (Depr). „ 294 Intermediella Staint, (Depr.) 224. 235
Depuncetella 4. (Tin) . . . 198 Irrorata Lewin (Cryptoph.).. 352
Dictamnella Tr. (Depr.) . 344 Irrorella Stph. (Depr.) - . . 212
Discipunctella HS. (Depr.) 318 Kolları (Depr) . . . . . 336
Disjecta (Cryptol.) . . . 868 _ Lacteella F. (Tin) . ... ... 864
Doronicella Wocke (Depr.) . 207 Laterelia SF. (Depr.) . . 263
Dorsella. F. (Tin), ....% .»..393 Ledereri{Bepr.). .,. 248
Douglasella Sfaint. Ren: 334 Leuceillana MB. ei. 370
Elegans (Loxot.)! . . 384 Libanotidella Zteutti (Depr.) . 299
Emeritella Zfeyden (Bepr ” 322 Libanotidella ns
Exarata MB, (Crypiol.) . . 378 (Depr.) - 5 ... 301
Fasicularis (Antaeotr.) . . 393 Litura Z. (Cryptol) . 8369
Ferulae Z. (Depr.) . . » 292 Liturella SV. (Depr.) «200
Flava Z, (Cryptol.) . . » 357 Liturella HS. (Dep) . . . 242
Flavella H. (Tin) . . . . 201 Liturosa Haw, (Depr.) . . . 243
Flavosa Haw. (Depr.) - -» - 201 Loxogrammos (Cryptol.) . 367
Furvella Tr. (Depr.). » „ 287 Miserella AS, (Depr.) . . . 335
Gilvella H. (Tin) . .» . . 226 Monilella SY. (Tin). . . . 238
Gilvosa Haw, (Depr.) -. . „ 227 Morionella Z. (Depr-) » . . 206
Gilvosa Haw, (Depr.) . . . 233 Nanatella Staint. (Depr.) . 216
Grandaeva MB. (Cryptol.) . 381 Nervosa Haw. (Depr.) . . 339
Grandis Perty (Cryptol.) . 378 Nictitans MB. (Mesopt.) . 389
Granulosella Staint. (Depr.) 277 Ocellana F. (Depr.) . . » 2350
Griseana F (Pyr.) . .„ 391. 3985 Olerella (Depr.). - „. . . 8337
Griseanum Z. (Stenom.) - 391 Pallorella Z. (Depr.) . . 204
Hepatarıella Lienig (Depr.) 290 Parilella Fteutti (Depr.) ». . . 280
Heracleana Steph. (Depr.) . - 312 Parilella Tr. (Depr.). . . 283
Heracleella Zetterst. (Haem.) . 270 Pastinacella Dup. (Haem.) . . 306
Heraclei Jtetz. (Phal.) » » . 312 Pastinacella Dup. (Häm.) . . 312
Heracliana Deg. (Phal.).. „ » 270 Pastinacella Staint. (Depr.) . 318
Heracliana Deg. (Depr.) .„ 312 Peloritanella Z. (Depr.). . . 278
Heracliella Dup, (Haem,) . . 235 Petasitis Standf. (Depr.) . 229
Heracliella Tr. (Haem.) . .„ 263 Picta (Cryptol.) . . . 862
Heydenii (Depr.) » . » » 296 Pimpinellae Z. .. 298
Hirtipalpis (Deps.).i% iu 342 Propinquella Tr. (Depr.) Re Y
Hopfferi (Auxoer.) - . . . 386 Puella H. (Tin.) ta 8 u
Humerella Dup. (Haem.) . » 283 Pulcherrimella Staint,
Hypericella Tr, (Depr.) , 242 (Depr.) ». . » 3
Hypericella H. (Tin.) ER 2, 225 Pultenae Lew. ORRRRBRSE . 852
Pultenaeae Thon (Crypt.) »
Pulverella Tr. (Haem.) . -
Pulverella Ev. (Haem.) . . .
Purpurea Haw. (Depr.).. .
Putrida Haw. (Depr.) - .
Putridella SF. (Depr). .
Putridella Siph. (Depr.). . .
Renselariana Cr. (Cryptol.)
Respersella Tr. (Haem.) . .
Retiferella Koll. (Depr.)
Rhodochrella HS. (Depr.)
Rotundella Dougl. (Depr.)
Rubescens Zew. (Cryptoph.)
Bubidella 4. (Tin.) , . .»
Rubidella Dup, (Haem.) . 268.
Rubricella SV. (Tin) . . .
Schlaegeri (Cryptol.). » .
Schmidtella Mann (Depr.)
Sesquitertia (Cryptol.) , .
Signella 4. (Tin.).. 2
Signiferella 4. (Tin) .
‚Signosa Haw. (Depr.) ;
Sordidatella Tengstr. (Depr.) .
Sparganella Thunb. (Tin.) .
Sparganiella Thög. (Orth.)
Sparmanniana F. (Pyr.). :
Sparrmanniana Stph, (Depr.) .
Spartiana 4. (Tortr.). in
Straminella Z. (Cryptol.) -
Strigata Lew. (Cryptoph,)
403
Seite
352
220
299
240
253
218
253
365
220
224
231
278
352
267
280
339
372
207
379
250
250
250
259
347
347
201
201
198
356
353
Subflavella FR. (Depr.) .
Subpropinquella Xtaint.
(Depr.) . oe
Tenera (Cryptol.) , .
Tenebricosa (Depr.) .
Thapsiae AS. . ....,
Thapsiella Z. (Depr.)
Tostella 4. (Tin.) .
K
Tripustulata (Cryptol.) -
Tristrigata (Cryptol.)
Ulicetella Staint. (Depr.)
Ultimella Staint. (Depr.)
.
Umbellana Stph. (Depr.)
Umbellana Fabr. (Pyr.).
Umbellarum Haw. (Depr.)
Umbellella Ztist, (Haem.) .
Uncinella (Cryptol.)
Vaccinella H. (Tin.) , ,
Vacciniella Feutti (Depr.) .
Veneficella Z. (Depr.) .
Veneneficella HS. . . .»
Venosa Haw. (Depr.)
Ventosella Reutti (Depr.)
”
,
Walchiana Cr. (Antaeotr,) .
Weirella Staint. (Depr.)
Yeatiana Thunb, (Tortr.)
Yeatıana F. (Depr.)
Yeatiella 4, (Tin) .
Zephyrella H, (Tin.)..
E 2
”
2
Seite
229
235
364
324
261
261
347
358
382
210
339
210
312
210
312
355
240
241
304
304
347
253
391
315
226
252
235
276
Ss. 42.
N
BON (930
14 -
- m -
LEN x
=1926 -
226 -
2,99 2
02) Dip
- 45 -
- 590-
N
Be RE
2422 =
uch
.- 53 -
- 56 -
rl
Sud
SN5
Re
aw7T-
Sau -
- 1.78 -
„94 -
zung -
- 107 -
- 108 -
- 124 -
- 129 -
- 146 -
- 158 -
- 159 -
- 161 -
- 165 -
- 216 -
Druckfehler in Linnaea IX.
. statt: je 1. ja.
seitlichs tärker I. seitlich stärker.
ausgehärten I, ausgehärteten.
oben Il. aber.
anl. von,
1 - 11771 30
Schuterbeulen Il. Schulterbeulen,
mittlere I. mittleren.
beil.. Bei,
braun Il. kaum.
welcher I. welchem.
und |. im.
seidenarlig I. seidenartig.
bipuntatus I. bipunctatus,
hellgeben I, hellgelben.
Exemplars .. Exemplare.
Aube Il. Aube,
Murudabad, Almosal. Muradabad, Almora
unktirt ]. punktirt.
vordern I. vordere
Puntirung Il. Punktirung,
vordern |. vordere.
hintern |, hintere.
‚diel.. Die
rostgelbt 1. rostgelb,
flachen |, solchen,
‚diel,. Die
Anguste I. Auguste.
Flek l. Fleck.
Käfer I, Körper,
jederseits I. innerseits,
Massorie I, Mussorie,
Solis I. solis.
vorhergehenden Arten I, vorhergehende
Art.
striatis |. striata
baud I, haud.
assimitella |. assımilella.
u
Sinnaeca .entom., Iom. I. i | ZaBSL,
Ps. camjtesirts. LPs. saltuum.
6.
L’s. globosts. Sr. guadrıcolor: Les. vescalts.
Ps. ruptestrts. Po. saltuum. Ls. campestris.
4. 5 6
Ps. vestals. Ps. guadrtcolor: Ps. ‚globosus.
5 = 7 - = -
bemmuenger del. Hawenschteber Se.
ra
nt
RER
a
Er
. Lennaea entom. Tom.
DEAL
=
J0.
ER
Keller del.
Magenschieber sc.
VER
Lrmnaen
DEREN.
„
N „as IN
Fiese = N I
\ |
m
7, ZRH
: ame
Keltır del. Haeenschreber sc.
.
u:
=:
A
f
|
OR Zur
SW
ag
5
E
te
%
A Eh
ii 4 A AN
$ h BIC
\ la pi
He R hi
Y
SI-Lib-856
4-12-57
SMITHSONIAN INSTITUTION LIBRARIES 23
ANNUAL
3 9088 01 269 8510
BR
.
‘
EZ
vi
E
og
2,
u we
en .
“
je =
*
Eu
2
£
2 Er ze y , 5 >
DPI FT OFEREEIE \ KIaEn a e gr RER : SR . PER GE ar u
= TR ß Br, Es . 2 ®
EEE NEN DEICR ILS,
Kinn Et Kae wen Er 6% 4 h p i j u
Nase a
.
ö
u
Dur)
BETT TEE BET ern
£ i °
3 27
“ 2
,
Br BR
Bun, s
Er u
“
u
vr # - i ; »
ade E a Fr £ ER D Ri : k
- R e :
t ; b i 5 r5
RELTSE ee, nd
Bee Ir Jar) .
Fa
koas el,
FE
ar
Er =
B
nit Di ER E
a BE Yo Pr Cr Be
Bun DI ven
’ 107 „
=
PER TB H Bu
er Ash uhr Fa. von “ , j
hand he ERT Br r RR F u R R :
1 [OEL Eau Dr N. ER a "; “ N ; an
RE Ze SET oe i “ i ; Ä \ Sr “ u u
Veow a end j IR |
Fazu va EDER DET KOue Mar |
Bi: v Y gi h N j er 5 s ”
vozuent
BCE NEE RR EISEN NER EN RITTER RR AFBAN HERR FERNEN NE u E
I , a i Ei ’ h . .
BR | i
“ =
una
ic AR re ta en EINE IE BR URN
bamyet yo cms
EIGERR ZT u RiY Da
4 wen
Dez!
h [us
vır vr® “